Online-Satsang vom 2. Juli 2026
Deutsch mit deutschen Untertiteln.
Themen: Entdecken, wie einfach das Leben ist. Sich treu sein geht nur ohne Gedanken. Eine vollkommen andere Art zu leben. Du kannst nichts für die Zukunft tun. Die Gedanken einfach ziehen lassen. Was andere von dir halten, geht dich nichts an. Es ist wunderschön, nichts zu wollen. Wir können nichts entscheiden. Sag Ja zu dem, was das Leben dir bringt. Eine halbe Stunde, die alles ändert. Meditieren kann man nicht falsch machen. Sitzen an der Pforte zum Himmel. Sei bereit, verkehrt zu sein. Nutze dieses kurze Leben.
Über dieses Video:
Ein Fluss kann nichts entscheiden. Er weiß nichts von seinem Weg, und doch macht er die ganze Reise mit, sehr lebendig, und kommt zu Hause an, im Ozean. Dieses Bild aus diesem Satsang beschreibt für mich das menschliche Leben. Wir können nichts entscheiden – bis auf eines. Wir können uns nicht ändern, wir können nicht einmal unsere Dankbarkeit machen. Das Einzige, was in unserer Macht liegt, ist, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten.
Das klingt nach wenig, aber es ist alles. Solange die Aufmerksamkeit bei den Gedanken ist, beim Morgen, beim Gestern, bei dem, was andere von uns halten, sind wir nicht hier – und es ist dies, was das Leben so schwer macht. Die Gedanken wollen nie das, was ist; sie sind nie zufrieden, und sie führen zu keiner Antwort. Wenn die Aufmerksamkeit aber zurückkommt in den Augenblick, zurück zu uns selbst, wird das Leben einfach: nicht schmerzfrei, nicht ohne Herausforderungen, aber einfach – weil es sich dann von selbst lebt.
Ob es an diesem Abend um die Angst vor der Zukunft ging, um die Vorwürfe anderer Menschen, um Wünsche, die sich nicht erfüllen, um die Probleme mit der verletzenden Mutter oder um eine Liebe, die zwei Leben durcheinanderbringt – hinter jeder Frage stand derselbe Versuch, das Leben in Gedanken zu lösen. Und jedes Mal war die Einladung dieselbe: Ignoriere die Gedanken, sei da, wo du jetzt bist – und die Klarheit geschieht von selbst.
Besonders berührt hat mich die Frage eines Mannes, dessen Frau plötzlich in die Klinik musste und der nun allein mit zwei kleinen Kindern dasteht, überfordert und voller Sorgen. Auch ihm sagte ich genau dies: „Sag Ja zu dem, was das Leben dir bringt. Lass jeden Widerstand gehen.” Wer dieses Ja wagt, hat plötzlich ein anderes Leben, und fünfmal mehr Kraft.
Und wie lernt man das? Es braucht nur eine halbe Stunde am Morgen: die Samarpan-Meditation, in der wir üben, die Gedanken nicht zu beachten und einfach da zu sein. Jesus nannte es: sich an die Pforte des Tempels setzen. Der Tempel ist dieser Körper, die Pforte ist das Kronenchakra. In den Himmel kannst du nicht gehen; du kannst dich nur an dessen Pforte setzen und ihn kommen lassen. Und er kommt.
Danke für diesen wundervollen Abend!
Links zu den Themen in dieser Aufzeichnung:
(weiter unten gibt es die vollständige Abschrift).
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Entdecken, wie einfach das Leben ist
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Sich treu sein geht nur ohne Gedanken
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Eine vollkommen andere Art zu leben
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Du kannst nichts für die Zukunft tun
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Die Gedanken einfach ziehen lassen
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Was andere von dir halten, geht dich nichts an
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Es ist wunderschön, nichts zu wollen
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Wir können nichts entscheiden
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Sag Ja zu dem, was das Leben dir bringt
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Eine halbe Stunde, die alles ändert
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Meditieren kann man nicht falsch machen
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Sitzen an der Pforte zum Himmel
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Sei bereit, verkehrt zu sein
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Nutze dieses kurze Leben
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Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:
Entdecken, wie einfach das Leben ist
Link zum Thema im Video bei 0m30s
[Dhyan Mikael:] Guten Abend, ganz herzlich guten Abend, willkommen zum Satsang.
Ich freue mich, dass du da bist, und ich freue mich, dass wieder Satsang ist.
Wie immer meine Willkommensrede zu Beginn eines Online-Satsangs: Falls du heute hier zum ersten Mal dabei bist, möchte ich dir gerne kurz sagen, was wir hier überhaupt treiben, obwohl ich es so genau eigentlich selbst auch nicht weiß.
Aber wir sitzen hier zusammen eineinhalb Stunden lang bis um halb zehn, und in dieser Zeit kannst du mir, wenn du möchtest, eine Frage stellen zu deinem Leben, zu deinem spirituellen Leben, aber auch zu deinem weltlichen Leben, zu den Dingen, die dich beschäftigen und wo du gerne eine Antwort haben möchtest. Und ich werde dann versuchen zu antworten. Du kannst die Frage in den Chat stellen, auf YouTube oder auf Zoom, und Simone wird sie dann vorlesen.
Ja, und zwischendurch, wenn es von dir und den anderen Menschen, die online dabei sind, keine Fragen gibt, lese ich E-Mail-Fragen vor, die mich erreicht haben und die auch noch auf Antwort warten. Ja, und das machen wir jetzt hier einfach eineinhalb Stunden lang.
Warum antworte ich hier? An mir ist nichts Besonderes. Ich bin genau wie du.
Aber ich hatte das Glück, in diesem Leben viel Zeit mit einem spirituellen Meister zu verbringen, und dann ist auch noch ein Guru in mein Leben hereingeschneit, und die Samarpan-Meditation, die ich seit neun Jahren mache.
Und ich habe in diesen vielen, vielen Jahren erlebt, wie einfach das Leben sein kann.
Ich habe in diesen vielen Jahren erlebt, wie einfach das Leben sein kann. Ich erlebe jeden Tag, dass sich das Leben im Grunde von selbst lebt – wenn ich mich leben lasse. Und dann ist es einfach. Es ist nicht immer angenehm, es ist nicht schmerzfrei, es ist nicht ohne Herausforderungen, aber es ist einfach, und ganz anders.
Link zum Zitat im Video bei 2m28s
Ich habe erlebt und ich erlebe jeden Tag, dass sich das Leben im Grunde von selbst lebt – wenn ich mich leben lasse.
Und dann ist es einfach. Es ist nicht immer angenehm, es ist nicht schmerzfrei, es ist nicht ohne Herausforderungen, aber es ist einfach, und ganz anders.
Und davon erzähle ich so gern, immer wieder, immer wieder, weil wir normalerweise das Leben so ernst nehmen und überzeugt davon sind: wir haben ein Problem.
Als ich vor sechsundzwanzig Jahren zum ersten Mal in einem Satsang von meinem Meister Soham saß, da waren plötzlich alle meine Probleme weg. Er hatte nichts gemacht; einfach dadurch, dass ich ihm nahe war, änderte sich mein Zustand, und ich hatte keine Probleme mehr.
Und dieses Vertrauen ins Leben, das da übertragen wird, das möchte ich auch gerne hier weitergeben.
Dafür bin ich hier.
Und dieses Vertrauen ins Leben kann jeder einzelne Mensch selbst entdecken. Es kommt in Wirklichkeit nicht von außen: ich kann dir das nicht geben.
Dieses Vertrauen ins Leben kann jeder einzelne Mensch selbst entdecken. Es kommt in Wirklichkeit nicht von außen: ich kann dir das nicht geben. Im Grunde tragen wir es alle selbst in uns. Wir müssen nur wissen, in welche Richtung wir schauen müssen, und wir müssen es ein kleines bisschen üben, in diese Richtung zu schauen.
Link zum Zitat im Video bei 4m20s
Im Grunde tragen wir es alle selbst in uns. Wir müssen nur wissen, in welche Richtung wir schauen müssen, und wir müssen es ein kleines bisschen üben, in diese Richtung zu schauen. Das ist alles.
Davon zu erzählen und dich dazu zu ermutigen, dafür bin ich hier.
Sich treu sein geht nur ohne Gedanken
Link zum Thema im Video bei 5m04s
Guten Abend, Simone.
[Simone:] Guten Abend, geliebter Mikael.
[Dhyan Mikael:] Danke, dass du dabei bist. Danke, dass du da bist. Hast du schon eine Frage zum Vorlesen?
[Simone:] Oh ja.
[Dhyan Mikael:] Eine Sekunde, ich möchte ein bisschen lauter machen, ich höre dich sonst nicht. Moment.
So, jetzt. Bitte, schieß los.
[Simone:] Die Nachricht ist von Eva.
[Dhyan Mikael:] Eva, guten Abend. Ich freue mich, dass du da bist. Hallo.
[Simone:] „Lieber Mikael, kannst du mir Egoismus erklären? Wenn ich mir treu bleibe, bin ich ja auch schon ein Stück im Egoismus. Dann höre ich wieder, wie so oft, gesunder Egoismus ist auch nahe dran am Narzissmus. Oder wie siehst du es? Diese Worte verursachen bei mir oft Stress. Danke für deine Worte. Liebe Grüße, Eva.”
[Dhyan Mikael:] Wow, was für eine Frage.
Da legst du den Finger genau auf das, was so viele Menschen plagt, diese Frage.
Und damit bist du bei mir genau richtig, denn ich sage dir ja immer wieder: sei dir selbst treu.
Und ich bekomme das dann oft zu hören. Mir schreiben die Leute: „Das kann ja wohl nicht sein.
Wie soll das denn funktionieren? Wie soll Zusammenleben, wie soll Gesellschaft funktionieren, wenn jeder nur an sich selbst denkt?”
Da gibt es ein kleines Missverständnis.
Wenn ich sage: sei dir selbst treu, dann denkst du an das, was du willst.
Wenn ich sage: sei dir selbst treu, dann denkst du an das, was du willst. Du glaubst, dir selbst treu sein bedeutet, das durchzusetzen, was du willst. Aber ich meine nicht deine Gedanken. Ich meine: hast du Kraft, Offenheit, Freude oder nicht? Das Ego besteht aus Gedanken. Wenn du dir selbst treu sein möchtest, musst du als allererstes die Gedanken ignorieren.
Link zum Zitat im Video bei 6m54s
Du glaubst, dir selbst treu sein bedeutet, das durchzusetzen, was du willst, gegen andere.
Aber das meine ich nicht.
Wenn ich sage: sei dir selbst treu, dann meine ich damit: schaue zunächst einmal nach, was in dir überhaupt geschieht. Ich meine nicht deine Gedanken.
Ich meine: hast du Kraft für etwas oder nicht? Hast du Offenheit für etwas oder nicht? Empfindest du für etwas Freude oder nicht?
Was will das Leben von dir? Wie fühlt sich das für dich an, im Augenblick, nicht in den Gedanken?
Egoismus hat mit dem Ego zu tun. Das Ego besteht aus Gedanken. Davon rede ich nicht.
Wenn du dir selbst treu sein möchtest, musst du als allererstes die Gedanken ignorieren.
Das lernen wir in der Samarpan-Meditation, jeden Morgen ein kleines bisschen mehr.
Und wenn du deine Gedanken ignorierst, wenn du einfach hier bist, dann erst kannst du überhaupt beginnen, wahrzunehmen, wie es für dich ist – nicht das, was du willst, sondern: wie ist es für dich jetzt?
Jemand kommt zu dir und fragt etwas, möchte etwas von dir. Du weißt sofort, was Sache ist – nicht in Gedanken: du spürst es.
Da ist ein Ja oder ein Nein, Freude oder nicht, Offenheit oder nicht.
Davon spreche ich: dem treu sein, was in dir passiert – bevor du nachdenkst.
Ich möchte ein Beispiel geben, und ich nehme gerne Beispiele aus diesem Bereich des Lebens, weil diesen Bereich jeder kennt und es da besonders schmerzhaft ist, wenn wir uns nicht treu sind. Ich meine natürlich den sexuellen Bereich. Du bist mit deinem Mann zusammen.
Du merkst genau, was er will, und irgendwann fragt er dich, ob du Lust hast, mit ihm zu schlafen. Und du spürst sofort: Eigentlich nicht. Ich mag den Kerl, der ist echt toll, ich liebe ihn, aber jetzt gerade, in diesem Moment, ist mir eigentlich nach etwas ganz anderem.
Da brauchst du überhaupt nicht nachdenken: du spürst es einfach. Und dann gehen die Gedanken los.
Ja, aber was will er? Was erwartet er? Ich will ihn nicht enttäuschen. Ich mag ihn doch.
Und dann weißt du überhaupt nicht mehr, was du tun sollst.
Aber bevor die Gedanken losgehen, weißt du genau, was los ist. Davon spreche ich. Das ist „dir treu sein”: dem, was im Moment in dir ist, dem nahe sein.
Und das heißt auch nicht immer, dass man dem folgen kann. Ich spüre oft Dinge in mir, aber ich lebe ja nicht allein auf diesem Planeten. Aber das Wahrnehmen und einfach damit sein, mich nicht allein lassen, mich selbst nicht allein lassen, sondern genau spüren, was für eine Energie in mir schwingt.
Was ich dann tun kann, was mir möglich ist, mit meinem begrenzten Mut, mit meiner begrenzten Kraft, das sehe ich dann, aber ich bin bei mir. Manchmal spüre ich ganz genau, was ich will, aber ich kann es nicht tun. Ich kann einfach nicht – aber ich bin bei mir. Ich mache niemandem Vorwürfe. Ich bin einfach bei mir.
Aber dazu wird dich kein Mensch ermutigen.
Niemand wird dir sagen: das ist gut.
Nur ich, und vielleicht mein Meister Soham, der sagt das auch die ganze Zeit – aber kein Freund, kein Partner.
Aber ohne das geht es nicht.
Du fragst nach Egoismus? Das sind die Gedanken.
Und wenn du deinen Gedanken folgst, ist es nicht gut für andere Menschen, aber auch nicht für dich.
Aber wenn du lernst zu spüren, was hier ist ohne Gedanken, ist es ein ganz anderes Spiel, eines, das nur sehr, sehr wenige Menschen entdecken, und da ist alles gut, für dich und für alle anderen. Das ist das, was ich in meinem Leben entdecke.
Ich kann dich nur dazu ermutigen, das auszuprobieren, aber beginne damit, zu lernen, deine Gedanken zu ignorieren. Meditiere jeden Tag.
Dann wirst du wissen, wovon ich spreche – nur dann.
Danke, Eva, danke für deine Frage.
Eine vollkommen andere Art zu leben
Link zum Thema im Video bei 13m33s
Ich möchte eine E-Mail vorlesen, die mich erreicht hat und die irgendwie auch dazu passt. Die E-Mail ist ein kleines bisschen länger, ich werde sie auch nicht vollständig vorlesen.
„Ich bin mit meinem Freund seit fast dreißig Jahren zusammen. Wir haben zwei Kinder. Er arbeitet in einem Familienbetrieb, hatte zwischendurch einen Unfall und dadurch lebenslange Beschwerden, was unsere Beziehung sehr belastet hat, weil ich immer für ihn stark sein musste. Vorher hatte er schon Depressionen, die sich dadurch noch verstärkt haben.
Wir hatten, als ich einundzwanzig war, schon einmal eine schlimme Phase, wo ich ihn betrogen habe.
Da waren wir ein Dreivierteljahr getrennt, sind dann aber wieder zusammengekommen. Vor einem halben Jahr ist das Ganze wieder passiert.
Ich habe mit dem Freund einer Bekannten geschrieben, banale Sachen, ohne Absichten, und irgendwann merkte ich, dass wir uns auf einer ganz anderen Ebene verbinden und unterhalten können. Wir können uns alles erzählen.
Wir denken etwas, und der andere sagt es dann.
Wir können so tiefe, sinnige Gespräche führen, wie ich es vorher nicht kannte, und ich kann offen sein.
Allein nur bei ihm im Arm zu liegen, war von Ruhe geprägt. Nun hat sich meine Affäre für die Familie entschieden, und ich habe mir insgeheim gewünscht, ihn zu vergessen, weil ich meine Familie nicht zerstören will. Ich war selbst ein Scheidungskind. Was ich jetzt meinem Freund gegenüber fühle? Ich kann ihn nicht mehr küssen, und Intimität geht gerade auch nicht mehr.
Und wenn er mich einmal umarmt, dann fühlt es sich nicht mehr an wie vorher. Das macht mich so traurig, zumal ich in den sechs Monaten wissen müsste, ob ich mit dem Vater meines Kindes noch wirklich hundertprozentig zusammenbleiben möchte. Das tut weh und ist schmerzhaft, und generell bin ich eher ein Mensch, der Veränderungen scheut und Angst davor hat.
Nun aber hat die Freundin meiner Affäre das Ganze beendet, und er hat sich wieder gemeldet.
Doch selbst als er sich nicht bei mir gemeldet hatte, hatte ich Phasen, wo ich ihn sehr vermisst habe. Das heißt nicht, dass ich jetzt von einer Beziehung in die andere springen möchte. Ich frage mich nur: ist das normal, ständig an einen anderen Mann zu denken, körperliche Empfindungen zu fühlen, wenn ich ja eigentlich einen Freund zuhause habe?
Und jetzt stehe ich an einem Punkt, wo ich glaube, nicht mehr weiter zu wissen, weil ich meine Familie nicht brechen will und meinen Freund nicht wieder verletzen will. Und finanziell stellt sich mir auch die Frage, wie ich das alles allein stemmen sollte.
Es sind unheimlich viele Ängste da vor Veränderung.
Ich habe das Gefühl, absichtlich eine Familie zu zerstören, gerade der Kinder wegen. Sie lieben ihren Papa so sehr. Irgendwie habe ich oft das Gefühl, ich kenne meine Antwort, ich will sie nur nicht wahrhaben. Vielleicht kannst du mir einen Impuls geben. Ich danke dir von Herzen.”
Ich danke dir für deinen Brief, vielen Dank.
Du fragst: ist es normal, dass man solche Gedanken hat? Ja, das ist total normal, das ist nichts Besonderes.
Wir denken an das, was gerade nicht da ist. Wenn dein Freund dich umarmt, denken wir an die Umarmung, wie sie früher war.
Wenn der Mann, mit dem wir schöne Stunden hatten, nicht da ist, denken wir, wie es war. Und während dieser ganzen Zeit sind wir nicht hier.
Und dann drehst du dich in Gedanken, und du findest keine Antwort. Ja, das ist normal, so leben alle Menschen.
Und da wirst du keine Antwort finden, niemals: egal was du tust, es wird das Falsche sein.
Und egal, was du tust, du wirst auch morgen weiter nachdenken: habe ich das Richtige gemacht? Will ich doch das andere?
So kannst du dein Leben verschwenden bis zum Schluss. Ich möchte dir etwas anderes vorschlagen, eine vollkommen andere Art zu leben.
Und diese Veränderung hat nichts damit zu tun, mit welchem Mann du zusammen bist.
Diese Veränderung hat damit zu tun, wohin du deine Aufmerksamkeit lenkst. Deine Aufmerksamkeit ist im Moment bei deinen Gedanken, bei diesem Mann, bei deinem Freund, bei der Familie, und wieder bei den Gedanken, die ganze Zeit.
Ich schlage dir vor, dass du all das ignorierst und deine Aufmerksamkeit zurück zu dir bringst, in den Augenblick. Mit „zu dir bringen” meine ich nicht deine Gedanken.
Ich meine damit nicht, dass du herausbekommen sollst, was du willst. Nein – vergiss alle Gedanken, vergiss all diese Fragen.
Sei da, wo du jetzt bist, und erlebe das.
Wenn es sich ergibt, dass du wieder in den Armen dieses anderen Mannes liegst, dann sei ganz da, in diesen Armen; genieße das.
Dann bist du wieder woanders – dann sei da, ohne an gestern zu denken. Sei da, wo du bist, und ignoriere deine Gedanken.
Dann wird dein Leben sehr lebendig und sehr, sehr einfach.
Schau, die Gedanken wollen nie das, was hier ist. Die sind nie zufrieden.
Die werden dich nicht in die Zufriedenheit führen, ganz gleich, ob du dort bleibst, wo du jetzt gerade bist, oder ob du zu diesem neuen Mann gehst.
Wenn du aber lernst, deine Aufmerksamkeit zu dir zurückzuholen, wenn du lernst, die Gedanken zu ignorieren, wenn du beginnst zu lernen, da zu sein, wo du jetzt bist, und dich da umschaust, in dir und um dich herum, und das erlebst, ohne Gedanken, ohne Bewerten, ganz neu, dann wirst du immer am richtigen Ort sein, ganz gleich wo du bist.
Und dann wird das Leben dich führen, ohne dass du eine Frage hast.
Es ist überhaupt kein Problem, dass du diese wunderbare Verbindung mit diesem Mann erlebt hast, aber denke nicht darüber nach.
Es ist überhaupt kein Problem, dass du dich gerade in den Armen deines Freundes fremd fühlst, aber denke nicht darüber nach.
Sei ganz da, wo du bist, und entdecke, wie es heute ist.
Sei ganz da, wo du bist. Wenn du das lernst, wirst du beginnen, das, wo du bist, ganz und gar zu leben. Erst da wirst du überhaupt entdecken, was Freude ist, und von da aus entwickelt sich der nächste Schritt von selbst, ohne dass du versuchst, Antworten zu finden. Die Dinge werden von selbst klar – wenn du da bist, wo du bist.
Link zum Zitat im Video bei 22m20s
Und wenn du das lernst, diese eine Sache, dann wirst du beginnen, das, wo du bist, ganz und gar zu leben. Erst da wirst du überhaupt entdecken, was Freude ist, und von da aus entwickelt sich der nächste Schritt ganz von selbst, ohne dass du dein Hirn zermarterst, ohne dass du versuchst, Antworten zu finden auf Fragen, auf die es keine Antwort gibt.
Die Dinge werden einfach von selbst klar, sonnenklar, wenn du da bist, wo du bist.
Probiere das aus; übe das. Man muss das wirklich üben. Weißt du, wir sind es nicht gewohnt. Es reicht nicht zu sagen: „Ah, was Mikael sagt, klingt gut, das mache ich jetzt.” Nein, wir können das nicht. Wir haben das nie gelernt. Das ist etwas, das müssen wir wirklich üben. Du schreibst, du bist jetzt fünfunddreißig Jahre alt.
Fünfunddreißig Jahre lang hast du versucht, dein Leben in Gedanken zu leben, und alle Menschen um dich herum tun das Gleiche. Du kannst jetzt nicht einfach das Gegenteil tun, aber du kannst anfangen, es zu lernen, und das geht, und es ist leicht, und damit wird sich alles für dich ändern.
Und immer wenn du diese Fragen in dir entdeckst, „Was soll ich nur tun? Wie soll ich mich entscheiden?”, erinnere dich daran: „Moment mal, das sind nicht meine Fragen, ich bin hier – so, wie das hier gerade ist.” Wer weiß, wo es dich hinzieht, ohne Entscheidung? Das Leben ist verrückt.
Und darauf kannst du dich verlassen – wenn du ganz da bist, wo du jetzt bist, ohne darüber nachzudenken. Und falls du wieder mit diesem anderen Mann zusammen sein solltest: wenn du ganz da bist, wenn du mit ihm bist, ohne darüber nachzudenken, dann wird Klarheit ganz von selbst geschehen, mit der Zeit, automatisch.
Und das, was du da lernst, wird dir dienen bis zum letzten Atemzug in diesem Leben. Das wird ein neues Leben.
Probiere es aus. Wenn du noch Fragen dazu hast, bitte, bitte schreibe mir wieder: ich bin hier.
Ich kenne deine Situation sehr, sehr gut, und ich sage dir gerne noch mehr dazu, falls du das möchtest. Danke, dass du geschrieben hast. Danke.
Du kannst nichts für die Zukunft tun
Link zum Thema im Video bei 26m20s
Simone, möchtest du fortfahren?
[Simone:] Sehr gerne, lieber Mikael.
[Dhyan Mikael:] Ah, schön, bitte.
[Simone:] Nächste Frage ist von Namija.
[Dhyan Mikael:] Namija, guten Abend, hallo. Schön, dass du da bist.
[Simone:] „Geliebter Mikael, mich beschäftigen Zukunftsängste mit intensiven Körperempfindungen, gebunden an meine finanzielle Situation. Durch immer wieder veränderte Lebenssituationen habe ich keinen klassischen Rentensparplan durchführen können und werde den wahrscheinlich auch in meinen weiteren Lebensjahren bis zur Rente nicht planen können. Existenzängste kenne ich schon mein Leben lang. Durch viel Arbeiten waren sie scheinbar beruhigt.
Aktuell pausiere ich, und sie kommen deutlich ins Bewusstsein. Der Leistungsdruck ist immer da. Nur kann ich gerade nichts tun und fühle mich schuldig. Ich greife mich selbst an, dass ich die Lösung nicht kann. Ich habe im Moment alles, was ich brauche, kann damit aber nicht entspannen und bin dauernd mit Gedanken beschäftigt, wie ich die Not in der Zukunft verhindere.
Wie kann ich die Dauerschleife unterbrechen, die mich zu keinem Ergebnis führt? Danke dir von Herzen für dein Wirken.”
[Dhyan Mikael:] Danke.
Wie war der Name, Simone?
[Simone:] Namija.
[Dhyan Mikael:] Namija. Danke, Namija. Danke für deine Frage.
Du kannst nichts für deine Zukunft tun. Das geht nicht. Du kannst nur jetzt etwas tun, wenn du willst, wenn du kannst.
Es ist wirklich erstaunlich: wenn wir damit beschäftigt sind, an die Zukunft zu denken, sind wir nicht hier, und das, was wir tun oder nicht tun, ist nicht richtig, weil wir nicht hier sind.
Und wir verschwenden Zeit und Energie durch Denken und uns Sorgen machen.
Aber wenn wir nicht an die Zukunft denken, sondern einfach nur hier sind, dann bist du genau an dem Ort, wo du etwas tun kannst, und je mehr du hier bist, desto besser kannst du dich darum kümmern, wie es jetzt ist. Und daraus entsteht das Morgen.
Auf eine ganz direkte, ganz reale, existenzielle Art und Weise kümmerst du dich am besten ums Morgen, wenn du nicht ans Morgen denkst, sondern hier bist, ganz und gar.
Du sparst ungeheuer Energie, wenn du nicht an morgen denkst.
Und es ist klar: wenn du anfängst, diesen Gedanken Aufmerksamkeit zu geben, dann flippt dein Körper aus. Diese Gedanken produzieren die tollsten Gefühle im Körper. Fang damit an, zu lernen, die Gedanken zu ignorieren.
Das wird alles beruhigen, und das, was an Gefühlen übrig bleibt, lass sie einfach da sein.
Schließe Frieden mit ihnen. Denke nicht darüber nach. Denke nicht daran, was sie bedeuten.
Jeder hat die Herausforderung und die Verantwortung, sich um sein Leben zu kümmern. Dafür sind wir hier.
Aber das Leben ist an unserer Seite, und das Leben sagt dir ziemlich klar und deutlich, was zu tun ist. Wenn du wissen möchtest, was das ist, musst du hier sein, im Augenblick.
Das Leben spricht nicht zu uns durch Gedanken, sondern durch das, was hier gerade passiert, durch deine Energie, durch deine Neugier.
Wenn du jetzt eine Phase hast, wo du nichts tun kannst, tu nichts. Das ist das Leben, das dir sagt: „Hallo, Ausruhen ist angesagt”. Aber dann ruhe wirklich aus: genieße jede Stunde dieser Zeit. Sie wird vorbei sein, schneller als du denkst, also genieße sie, ruhe dich aus, lerne, nicht zu denken.
Und wenn du dann spürst, wie du neugierig wirst auf etwas Neues, sei damit ganz im Augenblick. Denke nicht darüber nach. Lass dich leiten von dem, was das Leben dir schenkt, im Augenblick.
Dann wird alles geschehen, was wichtig ist für dein Leben.
Und das erfordert Disziplin: dieser Wille, diese Disziplin, die Aufmerksamkeit nicht den Gedanken zu geben.
Es fühlt sich völlig verkehrt an, und du wirst denken, dass das falsch ist. Die Gedanken sagen dir: „Nein, nein, du kannst uns nicht ignorieren, wir sind wichtig”.
Und alle anderen werden das Gleiche sagen.
Aber wo das hinführt, das siehst du ja. Vielleicht magst du ja einmal das Gegenteil ausprobieren.
Du wirst überrascht sein, wie schnell und wie radikal sich alles für dich ändert.
So lebe ich schon seit langer, langer Zeit. Mein Leben wird immer abenteuerlicher, immer erstaunlicher.
Wenn ich in Rente gehe – das ist ein Witz, ich kriege fast nichts, aber ich mache mir keine Gedanken. Ich bin hier, und ich bin jederzeit bereit für das, was ist, egal wie es aussieht.
Und wenn ich eines Tages überhaupt nichts mehr habe und deswegen verhungern sollte: ich bin bereit.
Aber es ist sehr, sehr schwer, in Deutschland zu verhungern. Es ist wirklich schwer.
Aber ich denke nicht an morgen. Meine ganze Energie geht hierher, ins Heute, ins Jetzt, und daraus entsteht das Morgen.
Wenn du deine Energie nicht ins Heute lenkst, sondern in die Gedanken, ins Gestern, ins Morgen, dann verpufft diese Energie.
Dann tust du heute nichts, weder Ausruhen noch irgendetwas Produktives. Dann wird morgen noch seltsamer, noch lebloser. Deine Entscheidung.
Fang jetzt an, hier zu leben, und lerne, die Gedanken zu ignorieren.
Vielleicht kennst du die Samarpan-Meditation noch nicht: die kann ich dir ans Herz legen. Da übt man das jeden Tag, jeden Morgen. Es geht ganz leicht. Jeder Mensch kann das lernen, auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst. Alles wird anders.
Danke für deine Frage. Danke, ich freue mich, dass du da bist.
Herzlich willkommen. Herzlich willkommen im Jetzt. Da lebt es sich besser.
Die Gedanken einfach ziehen lassen
Link zum Thema im Video bei 35m36s
Ich lese noch eine E-Mail-Frage vor.
„Ich danke dir für deine E-Mail und für deine vielen Anregungen, die sich aus deinem Mund immer so leicht umsetzbar anhören.”
Ja, ich weiß, aber es ist wirklich leicht.
Was so schwer ist, ist nur das, was wir darüber denken. Wir glauben: das kann ich doch nicht machen, dem Gedanken keine Aufmerksamkeit geben. Das kann ich doch nicht machen, einfach nur hier zu sein. Wer kümmert sich dann ums Morgen? Kümmere dich um jetzt. Das ist wichtiger.
Was ich dir nahelege, in jedem Satsang, in jedem Video, ist leicht.
Es ist nicht schwierig.
Wir tun es nur nicht. Darüber nachdenken ist schwierig, das weiß ich.
„Der Zustand des Ohne-Gedanken-Seins ist für mich sehr schwierig zu erreichen, aber ich bleibe dran, denn diese Stille im Innern kann ich manchmal erfühlen, kurze Momente lang, als ob die Zeit stehenbleibt, und das ist so wunderbar.”
Ja, das ist alles, was wir machen müssen: einfach dranbleiben, jeden Tag ein kleines bisschen üben, und den Rest des Tages leben, so gut du kannst. Und es geht nicht darum, den Zustand ohne Gedanken zu erreichen.
Es reicht, wenn du lernst, die Gedanken, die da sind, einfach zu ignorieren.
Lass sie einfach ziehen. Solange du dich für sie nicht interessierst, ist es kein Problem.
Ein Problem ist es, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, wenn wir sie ernst nehmen, für wichtig halten.
Dann haben sie unsere Aufmerksamkeit, und die lassen sie nicht mehr los, und ein Gedanke folgt auf den nächsten.
In meinem Kopf sind oft Gedanken, aber so genau weiß ich das gar nicht, weil ich ihnen keine Beachtung schenke.
Das ist einfach. Du kannst dich nicht ändern. Du kannst deinen Kopf nicht ändern. Du kannst die Gedanken nicht wegmachen. Das Einzige, was du tun kannst, ist üben, zu lernen, deine Aufmerksamkeit zu steuern und selbst zu bestimmen, worauf du sie richtest. Das kann man lernen.
Danke für Deine Email. Danke.
Und ja, du hast recht.
Es ist einfach wunderbar. Ein Leben, in dem man die Gedanken nicht mehr ernst nimmt, ist ein wunderbares Leben und wundersam. Die Gedanken erzählen einem: „alles bricht zusammen, wenn du nicht mehr auf uns hörst”, aber das stimmt nicht.
Aber irgendwie muss das jeder selbst entdecken und selbst erleben. Vorher kann man es nicht glauben, ich weiß.
Was andere von dir halten, geht dich nichts an
Link zum Thema im Video bei 39m14s
Simone, magst du fortfahren?
[Simone:] Oh ja, sehr gerne.
[Dhyan Mikael:] Danke.
[Simone:] Ich lese eine Frage von Johanna vor.
[Dhyan Mikael:] Johanna, guten Abend. Hallo, schön, dass du da bist.
[Simone:] „Lieber Mikael, ich wäre sehr froh, wenn du mir etwas zu einem Konflikt mit meiner Schwester sagen könntest. Ich hatte gestern eine Nachricht an meine Geschwister geschickt, dass ich in Urlaub fahre. Da ich krank bin, ist es etwas Besonderes, dass das jetzt geht, und meine Geschwister freut so etwas immer. Ich bekam dann aber eine Nachricht von meiner jüngsten Schwester, dass ich mich für eine Besorgung, die sie für mich im März gemacht hat, nicht bedankt hätte. Sie habe gedacht, dass es mir zu schlecht gehe, aber ich hätte ja dann an dem Tag noch etwas unserem Bruder geschrieben.
Unter diesen Umständen mache sie so etwas nicht mehr. Sie sei nicht zu verarschen. Ich war total erschrocken über diese Nachricht, weil das schon so lange her ist und das Ganze überhaupt nicht zu meinem Erleben passt. Ich bin und war meiner Schwester sehr dankbar, dass sie das einfach für mich gemacht hatte. Ich habe dann eine kurze Sprachnachricht geschickt, in der ich meine Dankbarkeit ausgedrückt habe, und habe sie noch einmal nach der Situation gefragt, weil ich mich nicht daran erinnere.
Und ich habe sie darum gebeten, dass sie nur Dinge für mich macht, die sie auch wirklich gerne machen möchte. Daraufhin bekam ich eine Nachricht von ihr, dass sie sich die Nachricht nicht zu Ende anhöre, dass sie keine Entschuldigung wolle, dass, wenn ich mich nicht erinnere, es mir nicht wichtig sei, dass ich es einfach sein lassen solle und sie Sprachnachrichten hasse. Ich fühle mich total hilflos und ohnmächtig. Es gab immer wieder solche Ausbrüche von ihr, aber die letzten Monate waren sehr harmonisch.
Wir haben sogar eine Woche zusammen verbracht, wo sie die Begebenheit, die sie mir jetzt vorwirft, nicht angesprochen hat. Wie kann ich mich verhalten? Ich meditiere jeden Morgen. Danke.”
[Dhyan Mikael:] Danke, Johanna.
Ja, wir haben über die Gefühle und Gedanken der anderen keinerlei Kontrolle. Da hast du recht. Da sind wir hilflos.
Wir haben über die Gefühle und Gedanken der anderen keinerlei Kontrolle. Da sind wir hilflos. Mir geht es wie dir. Wenn jemand mir Vorwürfe macht, dann spüre ich das. Ich spüre den Schmerz – aber ich bin bereit, meine Gefühle zu fühlen, und was jemand anderes über mich denkt, geht mich nichts an.
Link zum Zitat im Video bei 41m23s
Ich will dir sagen, wie ich damit umgehe.
Mir geht es wie dir. Ich bin nicht immun, ich bin Mensch, ich fühle alles, und wenn jemand mir Vorwürfe macht, dann spüre ich das. Ich spüre den Schmerz, aber ich bin bereit, meine Gefühle zu fühlen, und was jemand anderes über mich denkt, geht mich nichts an.
Schau, was deine Schwester da tut: sie sagt nichts über dich. Sie sagt etwas über sich.
Sie sagt, wie sie mit dem Leben umgeht.
Sie fühlt ihre Gefühle nicht, sie macht dich dafür verantwortlich, und sie lebt ihr Leben in Gedanken, ganz gleich wie alt die sind.
Du kannst daran nichts ändern, du kannst es auch nicht wegdiskutieren.
Reden hilft auch nicht.
Aber du kannst deine Gefühle fühlen.
Ich hätte es wahrscheinlich ähnlich gemacht wie du. Ich hätte gesagt: „Hey, danke für die Erinnerung. Ich hatte mich damals so gefreut. Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich mich bei dir nicht bedankt habe. Das tue ich gerne jetzt. Danke” – wohl wissend, wie die Reaktion wohl sein würde. Aber das tust du, damit du mit dir im Reinen bist, weil du dich wirklich gefreut hast und weil du wirklich dankbar bist. Ob der andere den Dank annimmt oder nicht, und was der andere von dir hält, ist überhaupt nicht deine Angelegenheit.
Du tust das, was für dich gut ist, damit du mit dir im Reinen bist, und das hast du getan. Mehr kannst du nicht tun.
Es geht mir sehr nahe, wenn Menschen mir Vorwürfe machen, obwohl sie nicht meine Angelegenheit sind. Und dann muss ich meine Gefühle fühlen, geduldig, mit viel Liebe und Mühe, mit Geduld, egal wie lange sie da sind.
Und ich weiß, wenn diese Gefühle in mir ausgelöst werden, dass die in Wirklichkeit mit dem Auslöser nichts zu tun haben. Das sind alte Gefühle, die ich schon lange kenne.
Und jedes Mal, wenn mir jemand einen Knopf drückt und diese Gefühle wiederkommen, werde ich ein kleines bisschen runder, ganzer und innerlich kräftiger, weil ich noch mehr Frieden schließe mit den Dingen, die in mir leben und wohnen.
So gesehen tut dir deine Schwester einen Gefallen.
Sei geduldig mit dir und deinen Gefühlen, und sei geduldig mit deiner Schwester.
Und wenn sie in ein paar Tagen oder Wochen oder in ein paar Monaten wieder freundlich ist und so tut, als wäre nie etwas gewesen, dann kannst du das genießen, wohl wissend, dass auch das nichts zu bedeuten hat.
So sind die Menschen.
Wir sind es gewohnt, auf die Menschen in unserer Umgebung zu schauen, um Aufmerksamkeit, Wohlwollen und die Bestätigung zu erhalten, dass wir in Ordnung sind, aber wir bekommen das dann nicht.
Wir sind es gewohnt, auf die Menschen in unserer Umgebung zu schauen, um Aufmerksamkeit, Wohlwollen und die Bestätigung zu erhalten, dass wir in Ordnung sind, aber wir bekommen das nicht. Aber wenn du beginnst, dir selbst diese Aufmerksamkeit zu schenken, dann wirst du unabhängig davon.
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Aber wenn du beginnst, dir selbst diese Aufmerksamkeit zu schenken, wenn deine Aufmerksamkeit nicht bei dem ist, was andere sagen oder schreiben, sondern in dir ruht, dann wirst du unabhängig davon.
Es ist wirklich so, als bräuchtest du in Wirklichkeit nur deine Aufmerksamkeit, deine ungeteilte, ständige Aufmerksamkeit.
Für mich ist es, als würde ich dann permanent aufgetankt werden. Wenn meine Aufmerksamkeit die ganze Zeit bei anderen Menschen ist und bei dem, was die über mich denken und was sie wollen, dann passiert das Gegenteil, dann werde ich leergesaugt.
Aber wenn die Aufmerksamkeit, meine Aufmerksamkeit, bei mir liegt, dann werde ich zufrieden, ganz gleich was andere Menschen denken, und dann kann ich die anderen liebhaben, so wie sie sind, so verrückt sie halt nun einmal sind.
Danke, Johanna, danke für deine Frage.
Es ist wunderschön, nichts zu wollen
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Ich lese noch eine E-Mail-Frage vor: „Geliebter Mikael, danke für deine Antwort im letzten Satsang wegen des Espressos. Deine Worte erreichen mich oft sehr tief und klar. Deswegen jetzt gleich die nächste Frage: Da ist ein Mensch in meinem Leben, bei dem ich den Wunsch habe, etwas Besonderes für ihn sein zu wollen. Das löst oft einen heftigen Schmerz aus, weil ich immer wieder scheitere, aber der Wunsch bleibt, mal mehr und mal weniger.
Ich hatte schon Phasen, in denen der Wunsch nicht präsent war, und das war wunderschön. Es ist wunderschön, nichts zu wollen, aber wie komme ich da hin? Dieser Wunsch wird sich nicht erfüllen, das ist mir klar, aber das hindert mich nicht daran, es mir weiterhin zu wünschen und immer wieder zu scheitern.”
Ich danke dir für deine schöne Frage. Danke, dass du geschrieben hast.
Ja, es ist wunderschön, keine Wünsche zu haben. Es ist wunderschön, einfach mit dem zu sein, was ist, in mir und um mich herum, und in Frieden zu sein mit den Gefühlen, die ich habe, und in Frieden zu sein mit dem, wie ich bin. Und du fragst: Wie kommt man da hin? Das geht ganz einfach: Sag Ja zu dem, wie es für dich gerade ist.
Wenn du merkst, wie dieser Wunsch wieder da ist und Raum in dir einnimmt, dann tut es weh.
Dann sei mit diesem Schmerz, mit diesem Feuer, bereitwillig, mit offenen Türen.
Und wenn du dann eine Phase erlebst, wo dieser Wunsch nicht da ist und auch sonst keiner, dann genieße es einfach, wie das ist. Mehr brauchst du nicht zu tun. Das Lernen geschieht von selbst.
Wir können nicht entscheiden: „Ah, so muss ich sein, jetzt bin ich schlauer.” Nein, das funktioniert nicht, jedenfalls nicht bei mir. Was funktioniert, ist, bereit zu sein, mich so anzunehmen, wie ich jetzt bin, in den schönen Momenten und in den schmerzhaften.
Dann kannst du hier sein, dann ist deine Aufmerksamkeit immer bei dir, immer in dir, weil es nichts gibt, vor dem du weglaufen musst.
Und dann geschieht Lernen von selbst und Wachsen von selbst, und du kommst dir selbst immer näher.
Und dann bekommst du die Aufmerksamkeit, die du dir so sehr wünschst, von dir selbst, einfach dadurch, dass du dich so annimmst, wie du jetzt gerade bist, ob du gerade Kaffee trinkst oder nicht, obwohl er dir nicht guttut, ob du dir etwas wünschst oder nicht, obwohl es dir nicht guttut.
Das ist das Geheimnis.
Sei so, wie du bist.
Du kannst dich nicht ändern – aber sei damit, und sag „Ja”.
Swamiji sagt: „Ändere dich nicht – aber meditiere.” Meditieren heißt: hier sein ohne Gedanken, hier sein ohne Präferenzen, ohne Wünsche, einfach hier sein mit dem, was ist.
Davon spreche ich.
Und ich freue mich zu hören, dass dein Wunsch nicht in Erfüllung geht. Wenn wir großes Pech haben, dann wird so ein Wunsch erfüllt.
Wir wollen für jemanden etwas Besonderes sein, und dann, manchmal, wenn wir wirklich Pech haben, erleben wir das, und wir sind für den anderen Menschen etwas total Besonderes, und wir lieben es, und unsere ganze Aufmerksamkeit verliert sich beim anderen, und es kann nicht gut gehen, obwohl die ganze Welt sich nach so etwas sehnt.
Irgendwann ist es vorbei, wie eine Fata Morgana, und dann musst du wieder zu dir selbst zurückkommen.
Du kannst da jetzt gleich üben – das ist viel schneller und viel, viel schöner.
Ich bin der Einzige, dessen Aufmerksamkeit ich wirklich brauche, und ich lerne immer mehr, sie ihm zu geben.
Und das liegt in meiner Macht. Das ist etwas, was ich lernen kann. Ob mich jemand anderes mag oder nicht, ob mir jemand anderes Aufmerksamkeit schenkt oder nicht, das liegt nicht in meiner Macht.
Heute mögen mich manche Leute, morgen vielleicht nicht mehr, aber es ist nicht meine Angelegenheit. Aber wo meine Aufmerksamkeit liegt, das kann ich entscheiden, und du auch.
Ich danke dir. Danke für deine E-Mail. Ich freue mich, dass du da bist.
Wir können nichts entscheiden
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Bitte, Simone, möchtest du fortfahren?
[Simone:] Gerne. Die nächste Frage ist von Katharina.
[Dhyan Mikael:] Katharina, hallo, ich freue mich, dass du da bist.
[Simone:] „Lieber Mikael, ist unser Leben komplett vorherbestimmt, oder haben wir durch unsere innere Ausrichtung Einfluss darauf, wie sich unser Leben entwickelt? Wenn sich durch Dankbarkeit oder Angst auch das verändert, was wir erleben – was ist dann vorherbestimmt und was nicht? Liebe Grüße, Katharina.”
[Dhyan Mikael:] Wow, was für eine Frage.
Du kannst auch deine Dankbarkeit nicht entscheiden. Plötzlich kommt Dankbarkeit, wo du merkst: Wow, wie anders das Leben doch ist, wenn ich dankbar bin, wenn ich diese Offenheit habe, wow – aber machen kannst du es nicht.
Und dann, später, erlebst du Momente, wo du überhaupt nicht dankbar bist, wo du vielleicht bitter bist.
Und du wärst gerne anders, aber kannst nicht.
Wir sind ein Produkt unserer Erfahrungen und unserer Umgebung.
Wir sind ein Produkt unserer Erfahrungen und unserer Umgebung. In diesem Sinne ist alles vorherbestimmt. Es ist wie ein Fluss. Der Fluss fließt dort, wo ihn das Flussbett leitet. Der Fluss weiß davon nichts, er kann nichts entscheiden. Und doch macht er die ganze Reise mit, sehr lebendig, und kommt zu Hause an, im Ozean. So ist es für uns auch.
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Nichts können wir entscheiden.
Und in dem Sinne ist alles vorherbestimmt, aber nicht durch jemanden, der plant und irgendetwas Gutes oder Böses im Schilde führt.
Es ist wie ein Fluss.
Der Fluss fließt dort, wo ihn das Flussbett leitet.
Der Fluss weiß davon nichts. Der Fluss kann nichts entscheiden. Und doch macht er die ganze Reise mit, sehr lebendig, und kommt zu Hause an, im Ozean. So ist es für uns auch.
Ich finde das so lustig. Wir wollen immer wissen: Kann ich etwas entscheiden? Kann ich etwas beeinflussen? Kann ich mein Leben gestalten?
Wir wollen immer wissen: Kann ich etwas entscheiden? Kann ich etwas beeinflussen? Kann ich mein Leben gestalten? Aber wozu willst du dein Leben gestalten? Damit es dann schöner ist? Wie ist es denn jetzt? Niemand lebt hier im Augenblick.
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Aber wozu willst du dein Leben gestalten?
Damit es dann schöner ist? Wie ist es denn jetzt?
Niemand lebt hier im Augenblick. Alle machen sich Sorgen um den nächsten Augenblick und wie sie den kontrollieren, beeinflussen oder verändern können.
Aber wenn du hier anfängst, wo du jetzt bist, wenn du hier fließt, wenn du es dir hier in diesem Flussbett, in diesem Augenblick bequem machst und damit fließt und ihn genießt und ihn fühlst, dann ergibt sich der Nächste von selbst. Dann kannst du dir diese ganze Arbeit sparen.
Wenn du dein Leben gestalten und bestimmen willst, dann denkst du an morgen und an übermorgen und an deine Rente.
Aber morgen wirst du auch nicht da sein und das genießen, sondern du wirst auch morgen ans Morgen denken, und du wirst nie hier sein. Alles, was du da denkst und gestalten und beeinflussen möchtest, ist für die Katz, weil du die Früchte davon nie erleben wirst, niemals, weil du nicht da bist.
Aber wenn du jetzt anfängst, hier zu sein und diesen Augenblick lebst und genießt: das ist möglich.
Wir können uns noch nicht einmal dafür entscheiden, wie sehr ich hier im Augenblick bin, und doch gehört das alles hier dazu, dass wir es lernen. Wir lernen es einfach, obwohl wir so dumm sind, obwohl wir keine Ahnung haben, wie es geht.
Der Fluss wird zum Ozean geleitet, und wir nach Hause, und wir brauchen noch nicht einmal schlau und weise zu sein.
Mach dir keine Gedanken.
Sei hier, lerne zu meditieren, lerne, die Gedanken zu ignorieren, lerne, das Morgen zu ignorieren, lerne, das Gestern zu ignorieren, und sei zum ersten Mal in deinem Leben hier.
Dann hast du gar keine Zeit mehr, irgendetwas beeinflussen zu wollen. Es gibt hier so viel zu tun, so viel zu erleben in diesem Augenblick.
Und für mich ist es eine unendliche Erleichterung, zu wissen, dass ich nichts, aber auch gar nichts beeinflussen kann. Dann brauche ich mir keine Vorwürfe dafür zu machen, wie dumm ich bin. Ich brauche mir keine Vorwürfe zu machen für die Fehler, die ständig geschehen. Ich brauche nicht stolz zu sein auf irgendetwas, was angeblich toll ist. Ich kann einfach mitleben. Ich bin total neugierig, wie es weitergeht.
Ich habe keine Ahnung, was kommt, aber ich bin offen, und ich lasse mich gerne überraschen, jeden Tag neu.
Und egal, was kommt, ich sage einfach Ja, Das kann ich, das habe ich gelernt.
Zu lernen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, zu lernen, das Leben zu beeinflussen, zu lernen, klug zu sein – das war mir immer zu viel Arbeit.
Aber hier sein, Ja sagen, das ist so einfach, das kann ich lernen, und du auch.
Ich weiß, das geht gegen alles, was viele andere sagen, aber ich kann es nur empfehlen.
Das Leben weiß es besser als ich.
Danke. Danke für deine Frage.
Sag Ja zu dem, was das Leben dir bringt
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Simone, bitte fahr fort, wenn du möchtest.
[Simone:] Ja, das mache ich sehr gerne. Die nächste Frage ist von Wladimir.
[Dhyan Mikael:] Wladimir, guten Abend. Ich freue mich, dass du da bist. Hallo.
[Simone:] „Lieber Mikael, meine Frau ist wegen einer schweren Depression in der Psychiatrie. Von heute auf morgen war sie nicht mehr da, und ich musste mich krankmelden, weil ich plötzlich allein für unsere zwei Kinder sorgen muss. Eines davon ist erst ein Jahr alt. Ich sehe, wie sehr die Kinder darunter leiden, und ich bin selbst völlig überfordert. Dazu kommen auch finanzielle Sorgen. Was möchte mir das Leben mit all dem zeigen? Danke für deine Antwort. Liebe Grüße, Vladimir.”
[Dhyan Mikael:] Wow.
Ich freue mich, dass deine Frau in guten Händen ist.
Du fragst, was das Leben dir damit zeigen möchte.
Du kannst es herausfinden, indem du das, was du jetzt gerade erlebst, diese Situation, diese Gefühle, annimmst.
Du kannst sagen: Okay, Leben, ich bin wirklich neugierig, was das soll. Ich möchte es wissen. Ich mache mit. Und dann gibst du einfach dein Bestes. Du gibst dein Bestes beim Fühlen deiner Gefühle. Du gibst dein Bestes beim Versorgen der Kinder.
Und du wirst etwas ganz Interessantes feststellen, wenn du es wagst, die Situation, wie sie ist, anzunehmen – wenn du es wagst zu sagen: „Okay, Leben, ja, ich mache mit. Okay, ich sage ja”.
Dann geht es unendlich viel leichter.
Plötzlich hast du fünfmal mehr Energie als vorher.
Und wenn du in Frieden bist mit deinen Gefühlen, auch wenn sie intensiv sind: das ist das Allerbeste für die Kinder. Du musst nicht fröhlich sein, weißt du, du musst ihnen nichts vorspielen, du kannst echt sein, aber wenn du in Frieden bist mit dir und mit Gott, mit dem Leben – dieser Friede, den spüren die Kinder.
Du lernst gerade eine sehr, sehr wichtige Lektion, vielleicht die wichtigste Lektion in deinem Leben.
Du lernst gerade eine sehr, sehr wichtige Lektion, vielleicht die wichtigste Lektion in deinem Leben. Und wenn du bereit bist, einfach Ja zu sagen zu dem, was du jetzt erlebst, dann wirst du entdecken, was diese Lektion ist. Lass jeden Widerstand gehen.
Link zum Zitat im Video bei 1h04m07s
Und wenn du bereit bist, einfach Ja zu sagen zu dem, was du jetzt erlebst, dann wirst du entdecken, was diese Lektion ist. Lass jeden Widerstand gehen: „Okay, ich hätte mir das alles ganz anders vorgestellt. Ich weiß überhaupt nicht, was das soll. Ich bin völlig hilflos, aber da es nun einmal so ist, sage ich: Ja, Leben, zeig mir, wie es weitergeht, Tag für Tag, Stunde für Stunde.”
Und du wirst eine große Überraschung erleben. Das Leben wird dir sagen, worum es geht.
Ich würde dir sehr gerne den Mut dafür geben, dazu Ja zu sagen.
Ich freue mich, dass du hier bist, Wladimir. Ich liebe dich.
Eine halbe Stunde, die alles ändert
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Simone, bitte fahr fort.
[Simone:] Die nächste Frage ist von Zarey.
[Dhyan Mikael:] Zarey, hallo, guten Abend.
[Simone:] Zarey, so schreibt sich das.
[Dhyan Mikael:] Zarey, ah, okay. Genau. Guten Abend, schön, dass du da bist.
[Simone:] „Ich finde keine Lust mehr am Leben, da ich mich um meine Mutter, 88 Jahre, sorge. Sie war mal wieder im Krankenhaus. Ich bin immer in der Notaufnahme dabei. Sie war jetzt in der geriatrischen Reha und ist nun wieder zu Hause. Ab jetzt kommt zweimal am Tag der Pflegedienst. Sie ruft mich oft an. Ich bin ein Einzelkind. Ich traue mich nicht, mein Leben zu leben, da ich Angst habe, dass wieder etwas passiert. Es macht mich energielos. Wie finde ich wieder zu mir, beziehungsweise wie kann ich diese Last abgeben?”
[Dhyan Mikael:] Ich danke dir, dass du fragst.
Ich verstehe deine Situation gut, und ich verstehe gut, dass du überhaupt nicht weißt, was du tun sollst. Und ich verstehe auch, dass du keinerlei Möglichkeit siehst, da irgendetwas zu ändern. Und ich schlage dir vor, auch überhaupt nichts zu ändern, bis auf eine Kleinigkeit.
Ich würde dir gerne vorschlagen, dass du anfängst, jeden Morgen zu meditieren. Du brauchst nur eine halbe Stunde. Du brauchst nichts an dir selbst zu ändern. Du brauchst nichts am Leben zu ändern. Du brauchst keine klugen Entscheidungen zu treffen.
Aber wenn du beginnst, jeden Morgen einfach nur 30 Minuten lang die Augen zu schließen – ich spreche von der Samarpan-Meditation natürlich – und für eine halbe Stunde die Gedanken zu ignorieren und einfach im Kronenchakra zu ruhen, ohne zu wissen, wofür das gut ist...
Du weißt nicht, wofür das gut ist, aber da wird ein Same in dir gesät, und der geht auf, und zwar von selbst.
Du kannst dich nicht ändern, und du kannst deine Mutter auch nicht ändern.
Aber wenn du diese halbe Stunde jeden Tag beginnst, nur diese halbe Stunde für dich, da beginnt etwas zu wachsen, und was da beginnt zu wachsen, wird dich und dein Leben verändern, ohne dass du irgendetwas tun musst.
Wenn du diese halbe Stunde jeden Tag beginnst, nur diese halbe Stunde für dich, beginnt etwas zu wachsen, das dich und dein Leben verändern wird, ohne dass du irgendetwas tun musst – auf eine ganz natürliche, harmonische Art und Weise, die du dir überhaupt nicht vorstellen kannst.
Link zum Zitat im Video bei 1h08m05s
Das wird dich und dein Leben verändern auf eine ganz natürliche, harmonische Art und Weise, die du dir überhaupt nicht vorstellen kannst.
Irgendwann wird alles anders sein. Du hast keine Ahnung, wie das nur möglich war.
Es ist wirklich magisch, weißt du. Wir denken immer, wir müssten die richtigen Entscheidungen treffen, alles ändern, die Probleme in den Griff bekommen. Aber wir können nicht, schon gar nicht mit unserer Mutter.
Ich verstehe dich.
Aber eine halbe Stunde am Tag für uns reservieren, das geht gerade noch – und da die Gedanken ignorieren und einfach in sich ruhen, so gut man eben kann. Auch das muss man nicht richtig machen, auch das kann man nicht richtig machen, aber allein der Versuch reicht schon.
Mehr ist nicht notwendig.
So lebe ich. Ich habe hier nichts im Griff, also wirklich gar nichts.
Ich bin so dankbar, dass ich einfach mich und alles so sein lassen kann, wie es ist. Ich bin so dankbar, dass ich nicht klug und weise sein muss, dass das Leben mich lebt, und das beginnt, wenn man meditiert.
Falls du dich dafür interessierst, wenn du dafür offen bist: Es gibt auf meiner Webseite eine Seite, die ich dafür eingerichtet habe, die heißt Himalaya-Samarpan-Meditation, und auf dieser Seite habe ich Informationen zu dieser Meditation zusammengestellt. Ich erkläre da nicht, wie man sie macht. Das ist nicht meine Aufgabe, denn diese Meditation kommt nicht von mir. Das ist nicht meine Meditation. Ich meditiere sie einfach, so wie viele, viele tausend Menschen auch auf der Welt.
Und diese Meditation wird von Swamiji, einem indischen Meister aus dem Himalaya, in die Gesellschaft gebracht, auf der ganzen Welt.
Und es gibt hier in Deutschland einen Verein, einen deutschsprachigen Verein, der diese Meditation begleitet, und an die kann man sich wenden. Einmal in der Woche, montagabends, gibt es da auch eine kurze Einführung, die kann man online mitmachen. Da wird einem das erklärt, wie die geht. Es geht ganz leicht, eigentlich braucht man da nicht viel Wissen, aber ich empfehle dir trotzdem, diese Einführung zu machen. Sie kostet natürlich nichts.
Und dann fängst du einfach an.
Und weißt du, es ist faszinierend, zu wissen: ich brauche nichts zu verändern; zu wissen: ich brauche dieses unglaubliche Problem nicht zu lösen.
Einfach so sein, wie ich bin – aber eine halbe Stunde meditieren, das kann ich, und dann zusehen, was geschieht.
Das ist wirklich spannend.
Das wäre mein Rat an dich.
Und dafür sind solche Mütter gut. Mütter treiben uns in den Wahnsinn, und wir sind hilflos, aber sie bringen uns zur Meditation.
Das ist ein Geschenk.
Vielleicht hast du ja Lust, das auszuprobieren.
Danke für deine Frage. Du bist nicht allein mit deinem Thema, das kann ich dir sagen.
Danke.
Meditieren kann man nicht falsch machen
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Ich werde noch eine E-Mail vorlesen: „Ich habe wieder mit der Samarpan-Meditation angefangen. Irgendwie lässt es mich nicht los.
Soll man seinen Gedanken und insbesondere Gefühlen überhaupt Aufmerksamkeit schenken in dieser Meditation, oder diese nur wahrnehmen, egal wie intensiv sie sind?
Dann hattest du gesagt, man soll das Kronenchakra nicht visualisieren. Nur, wie kann man versuchen, diesem Punkt dauerhaft seine Aufmerksamkeit zu schenken?
Und lässt du die Meditation nach 30 Minuten noch einmal nachwirken?
Und sollten wir nach der Meditation mit unserem Bewusstsein im Alltag auch immer wieder ins Kronenchakra gehen?
Mein Problem sind die vielen Gedanken und dass ich auch immer wieder mit der Aufmerksamkeit zum Beispiel zu meinem Atem gehe anstatt zum Kronenchakra. Dann werde ich es mir wieder bewusst und versuche, den Punkt immer wieder neu anzuvisieren.”
Ich danke dir für deine E-Mail. Ich freue mich sehr über deine Fragen.
Schau, es ist im Grunde ganz einfach.
Das Schöne an dieser Meditation ist, dass man sie weder richtig noch falsch machen kann.
Das Schöne an dieser Meditation ist, dass man sie weder richtig noch falsch machen kann. Es ist wie faul in der Hängematte liegen: das kannst du nicht falsch und auch nicht richtig machen. So ist Meditieren auch: nichts wollen, nichts bewerten, nichts denken, einfach die Augen schließen und mich in diese Hängematte hier oben legen.
Link zum Zitat im Video bei 1h14m18s
Ich vergleiche das gerne mit faul in der Hängematte liegen. Du kannst Faulsein nicht falsch machen. Faul sein kann man auch nicht richtig machen. Entweder du bist faul oder nicht, und so ist Meditieren für mich auch. Meditieren heißt einfach für mich: nichts wollen, nichts bewerten, nichts denken, einfach für eine halbe Stunde die Augen schließen und mich in diese Hängematte hier oben legen.
Aber wie gut ich das mache, weiß ich nicht und interessiert mich auch nicht, und ist auch überhaupt nicht wichtig.
Einfach nicht bewerten, einfach nicht darüber nachdenken. Du kannst es eh nicht wissen.
Und ich weiß auch nicht, wie man immer wieder an diesen Punkt zurückkommt.
Ich ruhe einfach mit meiner Aufmerksamkeit im Kronenchakra.
Irgendwann merke ich, dass meine Aufmerksamkeit plötzlich ganz woanders ist, und dann gehe ich einfach mit der Aufmerksamkeit wieder in diese Richtung. Und je mehr ich in diese Richtung gehe mit meiner Aufmerksamkeit, desto klarer wird, wo sie hingehört, irgendwie von selbst.
Es geht hier nicht um Perfektion, es geht darum, einfach da zu sein.
Und dann geht es ganz leicht.
Und nach der Meditation – du fragst, ob ich sie dann noch nachwirken lasse.
Ich habe einmal etwas sehr Schönes mit Swamiji erlebt. Es ist schon viele Jahre her, weiß ich nicht, sieben Jahre oder so, acht vielleicht. Er war damals in Deutschland, ich war bei ihm bei einem Retreat, und wir meditierten alle zusammen, er und ein paar hundert Menschen. Es war so eine schöne Meditation.
Und dann war die halbe Stunde des Meditierens vorbei, und diese Hunderten von Leuten, die haben das so genossen, und dann saßen die noch da und wären am liebsten noch ganz lange in diesem Gefühl verblieben, und wahrscheinlich hätten sie dann angefangen, darüber nachzudenken und darüber zu sprechen. Und was hat Swamiji gemacht? Er hat gesagt: „Auf, weiter geht's, auf zum nächsten Punkt, an die Arbeit.”
Das hat mir gefallen.
Und ich habe etwas daraus gelernt.
Ich hatte früher die Neigung, möglichst lange zu meditieren. Ich wollte nicht nur 30 Minuten meditieren, ich dachte, es sei gut, wenn ich möglichst lange meditiere, und ich war richtig stolz darauf. Und nach dem Meditieren habe ich noch so richtig genossen. Aber dann ist mir etwas aufgefallen.
Mir ist aufgefallen, dass es viel besser ist, wenn ich nur eine halbe Stunde habe, und wenn ich das weiß, dann weiß ich: diese halbe Stunde, da möchte ich jede Sekunde nutzen. Ich möchte jede Sekunde genießen, und dann ist mein Fokus ein anderer. Und wenn dann die halbe Stunde vorbei ist, schlage ich die Augen auf, verbeuge mich in Dankbarkeit und beginne meinen Tag, sofort, auf der Stelle.
Und ich denke den ganzen Tag nicht mehr an die Meditation.
Ich gehe während des Tages immer wieder ins Kronenchakra – immer, wenn ich daran denke.
Aber ich bin im Tag und ich arbeite und ich wasche ab und ich koche und was eben gerade ansteht.
Und das ist, wie wir lernen, weißt du: eine halbe Stunde richtig meditieren – mit „richtig” meine ich nicht: es erst richtig machen, sondern entschlossen sein: okay, jetzt will ich meditieren –, und danach: ab ins Leben.
Und so lernen wir, was wir zu lernen haben. Das Leben ist kein Widerspruch: es gehört dazu. Dieses ganze Leben gehört dazu, jeder einzelne Teil davon, jede einzelne Schwierigkeit davon, jede einzelne Herausforderung davon.
Und durch die Meditation bekommst du den Gleichmut und den Mut dazu und die Energie, das alles zu bestehen, als wärst du nicht allein damit, als wären ganz viele andere Seelen bei dir, die mittragen und mithelfen. So erlebe ich das. Ich danke dir für deine Fragen. Vielen Dank.
Sitzen an der Pforte zum Himmel
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Simone, bitte fahr fort.
[Simone:] Ich habe eine Frage von einer Person, die anonym bleiben möchte.
[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gern. Guten Abend, ich freue mich, dass du da bist. Wie schön.
[Simone:] Die Frage ist: „Wie kommt man in den Himmel?”
[Dhyan Mikael:] Ja, das ist die Frage: wie kommt man in den Himmel?
Und wo ist er überhaupt, der Himmel? Wo ist dieser Gott, der da angeblich wohnt?
Wenn du wissen willst, wie man dahin kommt, dann musst du erst einmal wissen, wo es ist, zumindest einmal ganz grob die Richtung.
Wir suchen den Himmel überall da draußen, in Situationen, in Sicherheit, in der Zukunft, in den Armen eines anderen Menschen.
Aber wir finden ihn nicht; nur sekundenweise.
Jesus hatte einmal etwas dazu gesagt. Er sagte zu einer Frau: „Es wird die Zeit kommen, da suchen die Menschen Gott nicht mehr im Tempel, nicht mehr da draußen, sondern innen.”
Diese Zeit ist jetzt gekommen. Jetzt sind wir bereit, uns nach innen zu wenden. Es ist eine enorme Revolution, dass das jetzt möglich wird.
Der Himmel ist innen. Aber was meine ich mit diesem Innen? Das weißt du nicht – nicht die Gedanken, nicht die Gefühle, nicht die Körpergefühle, auch nicht die Emotionen.
Aber wenn du beginnst, mit all dem, was du kennst, in Frieden zu sein, mit deinen Gefühlen, mit deinem Leben, wenn du lernst, die Gedanken zu ignorieren und es in dir still wird, einfach weil du in Frieden bist, dann tut sich da etwas auf, was mit dem, was wir hier körperlich spüren und erleben können, überhaupt nichts zu tun hat, etwas Zeitloses, etwas, was wir manchmal berühren, wenn wir meditieren, oder – ich sollte es anders sagen – etwas, was uns manchmal berührt, wenn wir bereitwillig in der Meditation dasitzen.
Das ist die Richtung zum Himmel.
Und Jesus hat die Frage, die du gerade gestellt hast, ganz praktisch beantwortet. Er wurde auch gefragt: „Ja, wie kommt man denn dahin? Wie kommt man denn in den Himmel?”
Und er sagte: „Setz dich einfach an die Pforte des Tempels, mehr brauchst du nicht zu tun.”
Dann sind die Leute natürlich losgerannt und haben sich einen Stuhl geschnappt und sind zum Tempel gelaufen und haben sich dort hingesetzt, aber davon sprach Jesus natürlich nicht. Jesus sprach immer vom Inneren.
Dieser Körper, das ist der Tempel, von dem er sprach.
Dieser Körper ist der Tempel, von dem Jesus sprach. Seine Pforte ist das Kronenchakra. Wenn du dich einmal am Tag an die Pforte dieses Tempels setzt, dann kommt dir der Himmel nahe. Du kannst nicht in den Himmel gehen, nur dort sitzen und ihn kommen lassen, und er kommt. Und je stiller du bist, je mehr du Ja bist, desto schneller ist er hier.
Link zum Zitat im Video bei 1h23m28s
Die Pforte dazu ist das Kronenchakra, und von hier ist die Seele in den Körper gekommen. Und wenn du dich, während du dieses Leben lebst, in dieser Welt, in diesem Körper, in diesem Tempel, einfach einmal am Tag an die Pforte dieses Tempels setzt, an die Pforte dieser Welt, dann kommt dir der Himmel nahe.
Du kannst nicht in den Himmel gehen, kannst nur dort sitzen und ihn kommen lassen, und er kommt.
Und je stiller du bist, je mehr du ja bist, desto schneller ist er hier.
Das ist das, was ich in der Samarpan-Meditation lerne: dort zu sitzen. Es ist einfach, sehr, sehr einfach – so einfach, dass die Gedanken überhaupt nicht verstehen, was daran so toll sein soll.
Ich danke dir für deine Frage.
Mehr brauchen wir nicht zu wissen. Wenn wir diese Frage haben, die du gerade gestellt hast, und die Antwort darauf hören können, brauchen wir nie wieder irgendetwas anderes zu fragen.
Danke.
Sei bereit, verkehrt zu sein
Link zum Thema im Video bei 1h25m22s
Simone, ich glaube, eine Frage schaffen wir noch. Was meinst du?
[Simone:] Ja.
Die nächste Frage ist von Constanze.
[Dhyan Mikael:] Constanze, guten Abend, hallo. Ich freue mich, dass du da bist.
[Simone:] „Lieber Mikael, ähnlich wie Johanna hat mich eine Freundin in WhatsApp blockiert, weil ich sie nicht gefragt hatte, warum sie beinahe in eine Klinik ging. Sie warf mir vor, dass ich sie nicht liebe, obwohl ich es sagte. Sie nicht gefragt zu haben, sei doch keine Liebe. Ich spüre Schmerz und auch Ärger, weil ich keine Erwartungen erfüllen möchte. Manchmal ist mir dann danach, ihr zu schreiben. Lasse es dann doch, weil ich ihren Wunsch respektiere. Ich meditiere jeden Morgen. Danke für deine Antworten, die mir sehr helfen.”
[Dhyan Mikael:] Sei dir einfach treu.
Wenn du den Impuls hast, ihr zu schreiben, dann schreib ihr. Wenn nicht, schreib ihr nicht.
Denk nicht darüber nach, was sie will. Das ist ihre Angelegenheit. Sie kann die Nachricht ja löschen.
So mache ich das.
Mein Meister Soham hat mir einmal vor vielen, vielen Jahren einen Rat gegeben, der mir bis heute dient.
Mein Meister Soham hat mir vor vielen Jahren einen Rat gegeben, der mir bis heute dient. Er hat gesagt: „Wenn du bereit bist, verkehrt zu sein, dann bist du frei.” Wenn du bereit bist, verkehrt zu sein, ist alles gut. Dann kannst du so sein, wie du bist.
Link zum Zitat im Video bei 1h26m53s
Er hat mir gesagt: „Mikael, wenn du bereit bist, verkehrt zu sein, dann bist du frei.”
Du bist in den Augen deiner Freundin verkehrt, und wenn du bereit bist, verkehrt zu sein, ist alles gut. Dann kannst du so sein, wie du bist.
Dann kannst du ihr schreiben, wenn dir danach ist, auch wenn es das Falsche ist.
Und wenn dir nicht danach ist, zu schreiben, dann lässt du es bleiben, auch wenn es das Falsche ist. Dann kannst du dir treu sein.
Und erstaunlicherweise ist es immer das Richtige.
Und noch etwas möchte ich dir sagen: du sagst, du möchtest nicht die Erwartungen anderer Menschen erfüllen. Ich verstehe dich gut, und da gibt es ein Geheimnis.
Weißt du, wenn du einmal beginnst, dir treu zu sein, enttäuschst du alle Menschen.
Aber es geht ganz schnell, und dann wissen alle: von dir kann man nichts erwarten – du bist eh verkehrt.
Und ganz schnell wird es leichter, weil alle wissen, dass du eh immer das Falsche machst. Ganz schnell erwartet niemand mehr etwas von dir, weil sie ganz genau wissen: die ist komisch, die ist anders, die ist verkehrt – aber keiner erwartet mehr etwas von dir, und dann wird es leichter. Aber am Anfang zwickt es ein bisschen.
Ich bin nicht so, wie mich irgendjemand haben will. Immer wieder bin ich anders.
Immer wieder muss ich bereit sein, verkehrt zu sein, immer wieder. Aber wenn ich das bin, dann bin ich frei, und dann kann ich so sein, wie ich bin, dann ist es einfach.
Und dann kannst du deine Freundin lieben, auch wenn sie ein Problem mit dir hat.
Ich danke dir, Constanze. Schön, dass du da bist.
Nutze dieses kurze Leben
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Simone, gibt es noch Fragen?
[Simone:] Ich habe noch einen Kommentar.
[Dhyan Mikael:] Ja, dann lese den doch noch vor, bitte.
[Simone:] „So Götzenbilder finde ich störend”, schreibt Julia, „als ob da jemand jetzt besonders wäre. Das widerspricht sich mit der Aussage, dass es niemanden gibt oder alle eins sind. Wenn jemand eine Meditation mag, okay, es braucht keinen Namen. Das identifiziert nur wieder. Und mich verwirrt auch, dass es sowieso diverse Meditationen gibt und, keine Ahnung, wieso diese besser ist. Es macht keinen Sinn.”
[Dhyan Mikael:] Ja, da hast du recht. Es macht keinen Sinn, überhaupt keinen. Schau, ich mache das einfach ganz einfach. Ich gehe dahin, wo es mich hinzieht. Das ist für mich das Einzige, was mich interessiert. Natürlich gibt es viele andere Meditationen und viele andere Wege. Über die kann ich nichts sagen. Ich kann über den Weg sprechen, den ich gehe.
Und das empfehle ich auch dir. Verschwende deine Zeit nicht damit, irgendwo zu sein, wo es blöd und doof und verkehrt ist. Es ist dein Leben.
Gehe lieber dahin, wo es dich hinzieht.
Dies ist ein wertvolles Leben. Dieses Leben ist so kurz. Verschwende es nicht. Verschwende es nicht damit, an Orte zu gehen, wo du gar nicht sein willst.
Dieses Leben ist wirklich kurz. Nutze jeden Augenblick, sei dir treu.
Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht
Link zum Thema im Video bei 1h32m02s
Ich danke dir für deine Fragen. Danke für eure Fragen.
Wenn du Lust hast, mehr von Satsang zu hören, wenn du kein Video verpassen möchtest, dann lade ich dich ein, meinen Newsletter zu abonnieren: das geht auf meiner Webseite kostenlos.
Und wenn du Lust hast, das, was ich hier mache, in den Satsangs, in den Videos, in den Retreats, zu unterstützen, finanziell, dann freue ich mich sehr. Wie das geht, steht auf meiner Webseite.
Alles, was ich hier tue, ist kostenlos, und es ist mir wichtig, dass es kostenlos ist, denn ich verkaufe hier nichts. Alles, was ich erzähle, ist so einfach und gehört mir nicht. Ich gebe es auch nur weiter. Alles, wovon ich spreche, habe auch ich geschenkt bekommen.
Aber da ich fast meine gesamte Zeit und Energie und alles, was ich habe, hier hineinstecke, weil es so eine Freude macht, freue ich mich sehr über Unterstützung. Wenn du Lust dazu hast, bist du herzlich willkommen. Aber es ist mir wichtig, dass du dich nicht zu irgendetwas verpflichtet fühlst. Hier ist alles für dich – wenn du möchtest.
Danke. Danke für Satsang.
Ich liebe dich.