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Pfingst-Intensive: Online-Satsang vom 24. Mai 2026

Deutsch mit deutschen Untertiteln.

Themen: Meditieren ist das Unernsteste, was es gibt. Als ganz normaler Mensch zu sich finden. Die Aufgabe bringt mit, was du für sie brauchst. Deine Gefühle sind ein goldener Schlüssel. Auch das Trauma ist ein Geschenk. Alles im Leben ist eine Hilfe. Schließ Freundschaft mit deinen Gefühlen. Nicht das Gefühl trennt dich, sondern der Widerstand. Meditieren heißt: einfach nichts tun. Die Antwort kommt aus dir selbst. Du kannst nicht anders sein. Erleben, worüber in der Kirche nur gesprochen wird. Erst das Trauma macht dich bereit. Du kommst nicht darum herum, dir treu zu sein. Versuche nicht, anders zu sein. Fünf Minuten sind unmöglich, eine halbe Stunde ist einfach. Dir wird nie wieder langweilig sein. Der Weg aus der Tyrannei der Gedanken.

Über dieses Video:

Es war Pfingsten, und am Nachmittag, bevor dieser Satsang begann, ging ich noch spazieren durch unsere sehr katholische Gemeinde, wo die Menschen so hingebungsvoll zur Kirche gehen. Es hat mich berührt und auch ein wenig traurig gemacht, denn viele verstehen von dem, was Jesus erlebt hat, nur das Leiden – nicht aber, wie das Leben wirklich funktioniert. Und genau davon handelte dieser ganze Abend, hinter jeder einzelnen Frage: dass alles, was das Leben dir bringt, zugleich das mitbringt, was du brauchst, um es zu durchleben.

Das ist die stille Gewissheit, die alle Antworten dieses Abends getragen hat. Die Aufgabe bringt mit, was du für sie brauchst. Jesus hatte eine sehr extreme Aufgabe – und er hat alles bekommen, was er dafür brauchte; von außen aber sieht man immer nur das Krasse. So ist es bei jedem von uns. Du musst nichts verändern, du musst nicht heilig werden, du musst dich nicht abmühen. Du brauchst nur empfänglich zu werden: offen für die Kraft, die Energie, den Mut, die längst zu dir unterwegs sind.

Und so drehten sich die Fragen an diesem Abend um das, was uns Menschen immer wieder an den Rand bringt, und für jeden Einzelnen ist dies etwas anderes: eine unheilbare Krankheit, ein altes Trauma, ein überfordertes Nervensystem, eine zerbrochene Freundschaft, eine Beziehung, die ewig hin und her geht, eine traumatisierte Katze, die man nicht heilen kann. Auf den ersten Blick lauter verschiedene Nöte – und doch dieselbe Wurzel. Denn keines dieser Gefühle trennt dich von dir selbst. Was dich trennt, ist allein der Widerstand: die Gedanken, die sagen, das alles dürfe nicht sein. Wendest du dich aber dem Gefühl zu ohne die Geschichte, und ohne zu fragen, woher es kommt, dann wird es zu einem goldenen Schlüssel, der dich heimbringt zu dir.

Und so schließt sich der Kreis bei dem, was Swamiji – der Meister, der die Himalaya-Samarpan-Meditation zu uns bringt – in einen einzigen Satz fasst: „Ändere dich nicht – aber meditiere.” Versuche gar nicht erst, anders zu sein. Nimm dich nicht so ernst, dass du gegen dich selbst zu Felde ziehst. Sei, wie du heute bist, sag Ja dazu, und überlass den Rest dem Leben. Und falls dir dieses Ja nicht gelingt – auch gut. Dann nimm auch das nicht ernst.

Am Ende konnte ich nur staunen, wie schnell die zwei Stunden vergingen. Dieses Spiel ohne Ernst ist das Tiefste, was ich kenne – und zugleich das Leichteste. Danke an alle für diesen wundervollen Abend!

Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:

Meditieren ist das Unernsteste, was es gibt

[Dhyan Mikael:] Guten Abend, ganz herzlich willkommen zu diesem Pfingst-Intensive-Satsang heute Abend. Ich freue mich, dass du da bist.

Ich kam gerade noch ein wenig ins Schwitzen, aber nicht, weil es hier so warm ist – es ist hier sehr warm –, sondern weil ich noch eine kleine Diskussion mit meiner Satsang-Technik hatte. Aber jetzt läuft alles, hoffe ich jedenfalls.

Simone kann man mich hören? Ist alles gut?

[Simone:] Ja, alles ist gut, Mikael Man kann dich gut hören.

[Dhyan Mikael:] Ja, klasse.

Ich habe hier noch so eine komische Meldung auf dem Schirm. Ja... alles klar.

Die Technik sorgt dann immer wieder für Entspannung. Dann kann man nicht mehr denken.

Ich möchte heute Abend zur Einleitung ein wenig darüber sprechen, worum es beim Meditieren geht, denn immer wieder bekomme ich Fragen dazu, und die Menschen sagen mir, dass sie das nicht richtig machen und dass sie das nicht können.

Und ich möchte dich gerne an zwei Dinge erinnern. Das eine ist: Meditieren ist etwas vollkommen Unernstes.

Meditieren ist etwas vollkommen Unernstes. Der Ernst lebt in den Gedanken, die dir sagen, wie du es richtig machen musst. Aber beim Meditieren lässt du all das hinter dir. Und immer, wenn du merkst, wie du dich ernst nimmst und für wichtig hältst, ist das ein Anzeichen dafür, dass du in Gedanken lebst. Meditieren ist das Unernsteste, was es gibt.

Du setzt dich einfach hin und bist das Gegenteil von Ernst. Der Ernst lebt in den Gedanken, und die Gedanken sind es, die dir sagen, wie du etwas richtig machen musst und dass du es auf keinen Fall falsch machen darfst.

Und sie sagen dir, wie es richtig geht, und sie beurteilen dich und deine Meditation natürlich auch. Aber beim Meditieren lässt du all das hinter dir. Du beachtest sie einfach nicht. Und dann wird es ganz unernst.

Und immer, wenn du merkst, wie du dich oder das, was du gerade tust, ernst nimmst und für wichtig hältst, dann ist das ein Anzeichen dafür, dass du in Gedanken lebst.

Aber Meditieren ist das Unernsteste, was es gibt.

Und Meditieren ist nichts, was Mühe macht, im Gegenteil.

Für mich ist Meditation wie eine Tankstelle, wo ich aufgetankt werde; wo ich Kraft bekomme.

Für mich ist Meditation wie eine Tankstelle, wo ich Kraft bekomme. Das Einzige, was von meiner Seite aus notwendig ist, ist, dass ich nichts will und nichts tue, sondern mich baden lasse. Aber sobald ich etwas tue und denke: „Hoffentlich mache ich es richtig”, dann bin ich nicht offen, dann kann mich Gott nicht beschenken, weil ich beschäftigt bin.

Das Einzige, was von meiner Seite aus notwendig ist, ist, dass ich nichts will und nichts tue, sondern einfach dasitze und mich baden lasse.

Aber sobald ich etwas tue, sobald ich denke: „Ah, ich muss jetzt aber so und jetzt so, und hoffentlich mache ich es richtig”, dann bin ich nicht offen, dann kann ich nicht auftanken, dann kann mich Gott nicht beschenken, weil ich beschäftigt bin.

Und was ich gerade über die Meditation gesagt habe, das gilt auch für das ganze restliche Leben.

Immer, wenn du merkst, dass du etwas ernst nimmst – dich oder deine Situation oder das, woran du gerade arbeitest –, dann ist das wie eine Art Weckruf: „Ah, okay, jetzt weiß ich, was ich hier tue.” Und dann die Gedanken ignorieren.

Und immer wenn du merkst, wie du dich abmühst und kämpfst und glaubst, du musst irgendetwas schaffen, was du aber gar nicht kannst, dann erinnere dich daran, dass alles, was im Leben durch dich vollbracht werden möchte, dir dafür auch die Energie gibt. Du brauchst nur empfänglich zu werden für die Kraft, für die Energie, für die Inspiration, für den Mut.

Sobald du merkst, wie du dich abmühst und glaubst, du müsstest etwas schaffen, was du gar nicht kannst, dann erinnere dich daran, dass alles, was im Leben durch dich vollbracht werden möchte, dir dafür auch die Energie gibt. Du brauchst nur empfänglich zu werden für die Kraft, die Inspiration, den Mut. Und dann geht es plötzlich ganz anders.

Und dann geht es plötzlich ganz anders.

So viel als Wort zum Pfingstsonntag von meiner Seite aus. Ich freue mich, dass du da bist. Ich freue mich, dass ihr alle da seid. Was für ein Segen!

Als ganz normaler Mensch zu sich finden

Falls du hier reingeschneit bist und überhaupt nicht weißt, was hier passiert und was ich hier überhaupt tue: Wir sind hier im Satsang, und wenn du möchtest, kannst du hier Fragen stellen – die Fragen, die du dich sonst nie zu stellen traust; die Fragen, wo du normalerweise zu beschämt bist oder zu unsicher; über die Dinge im Leben, die dich plagen; über die Dinge, wo du glaubst, du bist verkehrt.

Und das können Fragen sein zu deinem spirituellen Weg, wenn du einen hast.

Es können Fragen sein zum Meditieren, falls du meditierst. Aber es können auch Fragen sein zu den ganz normalen Themen des menschlichen Lebens. Denn gerade diese Themen sind es, die uns reif machen für das, worum es im Satsang wirklich geht.

Ich bin überhaupt nicht spirituell. Ich habe alles im Leben gelernt durch das ganz normale Leben. Und mein spiritueller Meister ist in mein ganz normales Leben gekommen. Mein Guru ist in mein ganz normales Leben gekommen. Ich musste nichts verändern, ich musste nicht heilig werden, ich musste nicht mein Leben über Bord werfen und Mönch werden oder sonst irgendetwas.

Und deswegen bin ich hier, um dir – weil ich genauso normal bin wie du – davon zu erzählen, wie man als ganz normaler Mensch den Weg zu sich selbst finden kann; wie man als ganz normaler Mensch das entdecken kann, was wir wirklich sind. Ja...

und heute ist das Pfingst-Intensive, deswegen machen wir den Satsang ein wenig länger als sonst, zwei Stunden lang bis um neun Uhr, und morgen Abend das Gleiche noch einmal. Wenn du Lust hast, bist du auch morgen ganz herzlich eingeladen.

Die Aufgabe bringt mit, was du für sie brauchst

Simone, guten Abend. Gibt es Fragen, die du schon vorlesen magst?

[Simone:] Guten Abend, Mikael Ja, es gibt schon Fra gen.

[Dhyan Mikael:] Ah, wie schön. Dann schieß los, bitte.

[Simone:] Die erste Frage ist von Anugatha

[Dhyan Mikael:] Anugatha hallo, guten Abend. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael seit mehreren Jahren bestimmt eine unheilbare Krankheit mein Leben, und in der letzten Zeit kommen immer neue Beeinträchtigungen dazu. Ich bin an dem Punkt zu sagen: Ich kann nicht mehr, ich gebe auf. Aber wie geht bitte Aufgeben? Ganz herzlichen Dank, Anugatha.”

[Dhyan Mikael:] Du bist so willkommen, Anugatha Ich freue mich.

Nun, es gibt zweierlei verschiedene Arten des Aufgebens. Die eine kommt aus dem Verstand.

Der Verstand kennt entweder das eine Extrem oder das andere Extrem. Entweder kämpft er, oder er gibt auf und sagt: „Okay, jetzt mache ich gar nichts mehr; dann lebe ich halt nicht mehr”, wie ein trotziges Kind, das sich in die Ecke wegdreht.

Aber es gibt noch eine ganz andere Art des Aufgebens, und die hat mit Hingabe zu tun – nicht mit diesem Aufgeben, wie es der Verstand interpretiert, dieses: „Okay, ich bin geschlagen, ich bin zerstört”, sondern dieses: „Okay, jetzt habe ich verstanden, wie das Leben funktioniert! Ich muss das hier gar nicht tun.

Aber es gibt noch eine andere Art des Aufgebens, und die hat mit Hingabe zu tun: Okay, Leben, jetzt lebe du mich, so, wie du möchtest.” Das Aufgeben des Verstandes ist eine Verschlossenheit. Diese Hingabe aber ist Offenheit: du wirst offen für das, was eh schon die ganze Zeit in deinem Leben passiert. Dann hört der Kampf auf.

Okay, Leben, jetzt lebe du mich, so lange du möchtest und so, wie du möchtest.

Und diese Art von Aufgeben, diese Art von Hingabe, ist eine Offenheit.

Das Aufgeben des Verstandes ist eine Verschlossenheit. Aber ich spreche vom Gegenteil: du wirst offen für das, was eh schon die ganze Zeit passiert in deinem Leben .

Dann hört der Kampf auf.

Und dann kommt mit dem, was das Leben dir serviert, auch alles, was du brauchst, um das zu durchleben.

Du brauchst dich nicht mehr abmühen – nie wieder.

An Ostern und an Pfingsten, da bin ich manchmal traurig. Erst heute war ich wieder sehr berührt. Wir gingen vorhin spazieren, und wir leben hier in einer sehr katholischen Gemeinde, und die Menschen, die gehen sehr hingebungsvoll in die Kirche. Manchmal gehe ich da sogar auch hin, einfach um mal wieder zu sehen, was da so läuft. Aber es ist immer das Gleiche.

Das Einzige, was diese Menschen von dem verstehen, was Jesus Christus erlebt hat, ist das Leiden. Aber sie verstehen nicht, wie das Leben funktioniert.

Ich sagte dir eben: Alles, was das Leben dir bringt, ist verbunden mit dem, was du dafür brauchst, um es zu durchleben, unbeschadet – wenn du offen bist.

Und Jesus hat zweifellos einen sehr extremen Weg gelebt.

Er hatte eine sehr extreme Aufgabe, aber er hat alles, was er dazu brauchte, bekommen, und das kann man von außen nicht sehen.

Von außen kann man nur das Krasse sehen, was äußerlich passiert.

Aber wenn du dich einfach vom Leben tragen lässt, in das hinein, was das Leben für dich vorsieht, dann bekommst du das, was du dafür brauchst.

Und dann sagen andere Menschen, die dich von außen erleben: „Mein Gott, was machst du nur mit? Wie schaffst du das alles nur?” Und du weißt gar nicht, wovon die sprechen, weil du das seltsame Gefühl hast, dass es irgendwie von selbst geht, auch wenn es schwierig ist, auch wenn es schwer ist.

Und ich möchte dir noch etwas zu deiner Krankheit sagen.

Manchmal, wenn Menschen über den Tod sprechen, sagen sie mir, sie möchten, dass es schnell geht, kurz und schmerzlos.

Und dann sage ich ihnen: Ich wünsche mir, dass ich Zeit dafür habe; dass ich Gelegenheit habe, auch dieses Sterben zu lernen; dass ich Zeit habe, auch dieses Sterben zu üben, dass ich dann ganz bereit bin, wenn auch dieser Schritt im Leben geschieht und dann der nächste kommt.

Und wir werden alle sterben – also wir natürlich nicht, aber diese Körper werden alle sterben, jeder einzelne. Und das ist auch gut so.

Und das Leben gibt dir gerade die Gelegenheit zu erkennen, dass es so ist.

Und wenn du das erkennst, bereitwillig, dann kannst du lernen, loszulassen; dann kannst du lernen, nach innen zu gehen, dann kannst du lernen, dort zu leben, wo du wirklich bist, wo du wirklich lebst: da drinnen, jenseits des Körpers.

Und dann hast du Zeit dafür.

Das ist ein unendliches Geschenk.

Die meisten Menschen tun das nicht. Die meisten Menschen warten damit bis wenige Minuten vor dem Tod.

Aber dann reicht die Zeit dafür nicht, weil wir es üben müssen.

Und wenn du diese Art von Aufgeben, von der ich hier spreche, ausprobierst und praktizierst – und die Meditation, die Samarpan-Meditation, ist dafür ein wunderbares Übungsfeld –, dann wirst du spüren, dass das, was dir geschieht, ein Geschenk ist, so wie alles im Leben. Aber das musst du selbst erleben, sonst kannst du es nicht glauben.

Danke, Anugatha, dass du gefragt hast. Danke, dass du da bist.

Und wenn du noch eine Frage hast zu deiner Situation, immer her damit. Ich freue mich, dass du da bist.

Deine Gefühle sind ein goldener Schlüssel

[Simone:] Mikael, Walter möchte gerne mit dir sprechen. Darf ich ihn freischalten?

[Dhyan Mikael:] Ja, gerne.

[Simone:] Du kannst dich jetzt laut schalten, Walter. Wir hören dich noch nicht. Jetzt, ja...

[Fragende(r):] Ja, hallo Mikael!

[Dhyan Mikael:] Hallo Walter, guten Abend.

[Fragende(r):] Ja, guten Abend, Mikael, guten Abend, Simone. Schön, euch mal wiederzusehen.

[Dhyan Mikael:] Schön, dich zu sehen.

[Fragende(r):] Danke schön. Wir hatten vor etwa einer Woche ein Familientreffen, und da waren vier meiner Kinder da, und so weiter.

Also, ich muss vielleicht noch ein bisschen anders ausholen: Durch dich habe ich gelernt, zu mir zu stehen. Ich habe eine Familie, und ich stehe dazu, und ich bin ein bestimmter Mensch, aber ich respektiere auch andere Lebensmodelle.

Auf jeden Fall haben wir im Laufe der Zeit immer wieder gelernt: Man darf niemandem zu nahe treten, man ist vorsichtig, andere Menschen in dieser Familie haben andere Lebensmodelle, und ach, die sind dann ganz furchtbar empfindlich, wenn man ihnen sagt: „Aber ich habe es so gemacht.”

Und irgendwie, durch dich habe ich gelernt: Nein, ich sage das, wie ich bin. Und da gab es eine Diskussion, da gab es ein Gespräch – eigentlich ging es um etwas ganz Nebensächliches – wo ich zu mir gestanden bin, und gesagt habe: „Doch, so ist es.” Es geht um Fakten, das kann man belegen, da gibt es keine Meinungen, es ist so. Auf jeden Fall sind zwei meiner Töchter, vor allem eine, darauf unglaublich wütend geworden, haben alles eingepackt, sind abgezischt – die eine wutentbrannt, die andere hinterher. Da waren sie sich irgendwie seltsam einig und sind gegangen.

Und ich habe seither keinen Kontakt mehr mit ihnen. Und ich stehe auch dazu. Ich sehe es nicht ein – ich sage es jetzt mal aus meiner Sicht, ein bisschen kindlich – ihnen hinterherzulaufen. Sie sind beide über 30. Sie haben es nicht versäumt, die letzten Jahre zu sagen: „Ich bin alt genug, ich kann meine Entscheidungen selbst treffen.” Dann sollen sie ihre Entscheidungen selbst treffen. Sie wollten gehen, das ist okay. Mein Thema ist jetzt ein bisschen das: Ich will mich bei ihnen nicht melden. Ich sehe es nicht ein. Ich stehe zu dem, wer ich bin, was ich gesagt habe.

Aber es tut unglaublich weh.

Ich wache morgens auf, der erste Moment ist: „Ah, es geht mir gut.” Und dann senkt es sich bleiern über einen, du bekommst so einen Kloß im Bauch, es tut einfach weh. Es kostet mich total viel Kraft. Ich habe fast keine Kraft mehr, irgendetwas zu arbeiten. Manchmal arbeite ich, weil ich sage: „Okay, mir geht es eh schon schlecht, schlechter kann es wohl nicht gehen.” Dann mache ich einfach etwas, irgendetwas, Sport oder schaffen oder so. Und ich bin irgendwo bereit, dieses Gefühl einfach auszuhalten, zu sagen: Es ist so.

Schauen wir mal, wohin es führt. Aber gleichzeitig habe ich auch das Gefühl, ich trete auf der Stelle. Ich weiß irgendwo nicht, was ich tun soll. Ich warte und denke: Ja, es ist gut, so wie es ist. Die sollen ihr Leben leben, ich lebe mein Leben. Ich bin der, der ich bin. Und irgendwie ist es trotzdem für mich so, ich drehe mich im Kreis. Ich weiß nicht so richtig: Ist es jetzt richtig? Was soll ich tun? Wo geht es hin? Und das wäre jetzt auch die Frage an dich: Fällt dir irgendetwas dazu ein?

[Dhyan Mikael:] Oh ja.

[Fragende(r):] Das ist schön.

[Dhyan Mikael:] Ja, danke, Walter.

Was da passiert, ist wunderbar. Es ist genau das Richtige für dich. Und vielleicht überrascht dich das, was ich jetzt sage, aber was du da gerade erlebst, hat mit deinen Töchtern überhaupt nichts zu tun. Und was ich dir empfehlen würde, ist, das wirklich mal als Hypothese zu nehmen und nicht an deine Töchter zu denken, sondern an das, was du gerade in dir erlebst, nicht in den Gedanken.

Die Gedanken sind natürlich mit dem auslösenden Ereignis beschäftigt und mit dem, was danach geschehen ist. Aber wenn du das alles vergisst und dich jetzt um das kümmerst, womit du es jetzt zu tun hast, nämlich mit diesen höchst intensiven Gefühlen: Darum geht es, dass du dich denen zuwendest, ohne darüber nachzudenken, wo sie herkommen, und zwar mit Geduld.

Geduld ist nicht das richtige Wort. Normalerweise sagt man das Wort Geduld, wenn man auf etwas wartet, dass etwas endlich vorbei ist, aber man ist geduldig. Aber diese Art von Geduld meine ich nicht. Ich meine: Sei mit diesem Gefühl, sei der weiter, wie er sich jetzt gerade fühlt, ohne daran zu denken, dass das doch jetzt auch wieder anders werden müsste.

Was du gerade fühlst, ist sehr alt, und es ist ein goldener Schlüssel.

Lass dem Schlüssel Zeit.

Nimm dir Zeit dafür. Ich mache es genau wie du. Wenn mich etwas sehr beschäftigt, dann ist es nur selten so, dass ich gar nichts mehr machen kann und mich dann hinsetze und die Augen schließe und einfach nur in mich versinke. Das mache ich auch manchmal, wenn es wirklich heftig ist, aber oft mache ich dann einfach etwas. Ich gehe spazieren oder ich arbeite, aber ich nehme diese Gefühle mit. Ich mache das nicht als Ablenkung, sondern sie sind einfach überall dabei. Ich führe sie spazieren, ich führe sie zur Arbeit, und dann verbrennen sie mich.

Sie räumen in mir auf. Was da passiert, weiß ich nicht. Ich weiß nur, es ist sehr intensiv, wie so ein Feuer, wie so ein Fegefeuer.

Und das dauert, das geht nicht von heute auf morgen.

Aber denk nicht darüber nach.

Immer wenn die Erinnerung kommt, denk nicht daran. Sei da, wo du jetzt bist. Und denk auch nicht daran, ob du wieder Kontakt aufnehmen möchtest mit deinen Töchtern oder nicht. Darüber brauchst du nicht nachzudenken.

Irgendwann nimmst du den Kontakt wieder auf oder nicht, oder sie nehmen den Kontakt wieder auf oder nicht.

Aber nachdenken brauchst du darüber nicht. Du brauchst es auch nicht zu wissen. Du bist gerade beschäftigt mit dir selbst.

Was dir gerade passiert, ist wirklich ein großes Geschenk.

Ich freue mich für dich, und ich weiß, es ist Kacke, und ich bin bei dir.

Wenn du noch etwas sagen möchtest, gerne, aber wie du möchtest.

[Fragende(r):] Es ist okay. Ich danke dir .

Ich denke einfach, man muss in der Gegenwart einfach sein, und das auszuhalten klingt ein bisschen passiv, aber, ja: bewusst wahrnehmen – ich denke, es ist so wie du es sagst. Ich finde das schön mit dem Geschenk. Da hast du recht, das ist bestimmt ein schönes Geschenk, auch diese Gefühlstiefe; auch diese Menschen, die mir eigentlich wirklich viel bedeuten, die mir sehr nahe sind – und die einen trotzdem auf eine Art und Weise beschäftigen können. Du weißt immer, du musst sie loslassen. Ja... das weißt du schon, das weißt du immer, aber da drinnen ist es anders.

[Dhyan Mikael:] Und wenn dann das Loslassen geschieht, tut es erst einmal richtig weh.

[Fragende(r):] Ja, und du denkst, das sind so tolle Menschen, und wir haben so viele tolle Dinge erlebt. Warum ist das jetzt so? Wieso ist das jetzt verflixt nochmal so ? Aber es ist so.

[Dhyan Mikael:] Ja... Denke nicht darüber nach.

[Fragende(r):] Ich danke Dir. Vielen Dank. Danke schön...

Auch das Trauma ist ein Geschenk

[Dhyan Mikael:] Simone bitte...

[Simone:] Ja. Ich lese eine Frage vor von Miriam

[Dhyan Mikael:] Miriam, guten Abend. Ich freue mich, dass du da bist. Hallo.

[Simone:] „Kannst du etwas zum Nervensystem sagen, das und die damit verbundenen, aufkommenden Gedanken, insbesondere wenn ein Trauma im Hintergrund ist, kann ja nicht einfach ignoriert werden. Danke.”

[Dhyan Mikael:] Ja, da hast du recht. Es ist so: Fast jeder Mensch, den ich kenne, eigentlich jeder Mensch, den ich kenne, trägt ein Trauma mit sich herum – jedenfalls die Menschen, die reif sind für den spirituellen Weg. Und wir brauchen uns darüber keine Gedanken machen.

Wenn das Trauma nicht da ist, wenn du es noch nicht kennst, aber du hast so den Verdacht, irgendetwas ist komisch: mach dir keine Gedanken.

Irgendwann, wenn die Zeit reif ist, irgendwann, wenn du wirklich bereit bist, dann wird es anklopfen, und zwar auf eine Art und Weise, die nicht zu übersehen ist.

Und dann bist du bereit, und dann wird das Leben dir die Hilfe bringen, die du brauchst, um daran zu wachsen.

Ich habe das auch erlebt in meinem Leben.

Und ich kann nur sagen: auch das, gerade das, ist ein unendliches Geschenk.

Ich weiß, das klingt seltsam, aber es ist die Wahrheit Du hast jetzt eine sehr allgemeine Frage gestellt, deswegen kann ich auch nur relativ allgemein antworten.

Aber ich kann dir genau das Gleiche sagen, wie ich gerade zu Walter gesagt habe.

Nimm das, was dir geschieht, als Geschenk an, auch wenn du es nicht verstehst. Dann wirst du offen für alles, was das Leben dir gibt, und für alles, was du brauchst, um damit zurechtzukommen. Bei mir war es auch so, als mein Trauma anklopfte vor, ich weiß nicht, achtundzwanzig Jahren oder so.

Da war ich unfähig, damit umzugehen, aber irgendwie war ich bereit, ohne es zu wissen – nicht bereit im Sinne von, dass es keine Herausforderung für mich war. Nein, es war die größte Herausforderung, der ich je begegnet war. Aber ich war bereit, sie zu erleben. Und dann habe ich gleichzeitig Menschen in meinem Leben kennengelernt, genau die Menschen, die ich gebraucht habe, um mich dadurch zu begleiten. Und so ist es immer.

Wenn du mehr wissen möchtest, musst du mehr von dir verraten.

Danke, Miriam. Schön, dass du da bist.

Alles im Leben ist eine Hilfe

[Simone:] Die nächste Frage ist von Konstanze.

[Dhyan Mikael:] Guten Abend, Konstanze. Hallo. Ich freue mich, dass du auch dabei bist heute Abend.

[Simone:] „Lieber Mikael, vor einer Stunde hat eine Freundin mir die Freundschaft gekündigt und hat mich blockiert. Ich bin enttäuscht, traurig und betroffen. Was kann ich tun? Ich danke dir. Konstanze.”

[Dhyan Mikael:] Du brauchst nichts tun.

Nimm es nicht ernst.

Schau...

Man kann Freundschaften nicht beenden, genauso wenig wie man eine Beziehung beenden kann.

Man kann wütend sein oder verletzt, man kann mit Geschirr um sich werfen oder die Freundin blockieren.

Aber alles passiert nur, weil man eine Beziehung hat und weil die Beziehung einem die Knöpfe drückt.

Und je inniger die Beziehung ist, desto schmerzhafter sind die Knöpfe und desto mehr wollen wir diese Knöpfe nicht haben und desto wütender werden wir und desto schneller wollen wir jemanden blockieren oder wir rennen weg vom Familienfest, was auch immer.

Aber du fragst, was du tun kannst, und das ist eine schöne Frage.

Was du tun kannst, ist, deine Gefühle zu fühlen. Und ich sage dir das, weil das, wenn du es wirklich tust, dich zu dir bringt.

Fühle deine Gefühle – das bringt dich zu dir. Wir sind mit unserer Aufmerksamkeit die ganze Zeit da draußen: Was denken meine Freunde von mir? Werde ich geliebt? Alles, was die anderen machen, nehmen wir als Urteil über uns selbst. Da gehört unsere Aufmerksamkeit aber nicht hin. Es ist, als würdest du da draußen leben anstatt da drinnen.

Wir sind mit unserer Aufmerksamkeit die ganze Zeit da draußen in der Welt.

Wir schauen: Was denken meine Freunde von mir? Finden die mich gut? Bin ich okay? Werde ich geliebt?

Und alles, was die anderen machen, nehmen wir als Urteil über uns selbst.

Und das tun wir nur deswegen, weil wir unsere Aufmerksamkeit bei diesen Leuten haben, bei unseren Kindern, bei unseren Freunden, bei unseren Partnern.

Da gehört sie aber nicht hin.

Es ist, als würdest du da draußen leben anstatt da drinnen.

Die Quelle deiner Kraft und das, was du wirklich bist, ist in dir drin – nicht in diesem Körper; in dir, und wenn du in dir lebst, wenn du mit deiner Aufmerksamkeit immer bei dir bist, in deinem Innern – in diesem Innen, das mit dem Körper nichts zu tun hat, und auch nicht mit den Gefühlen und auch nicht mit den Gedanken –, da hast du die Kraft, die du brauchst, und da bist du unabhängig von den Leuten da draußen.

Und es ist jetzt so... Dieses Leben ist ganz raffiniert eingerichtet. Ich sagte heute schon mehrfach, dass alles im Leben dazu gemacht ist, uns dabei zu helfen, weswegen wir überhaupt hier sind in diesem Leben.

Alles im Leben ist ein Geschenk, weil es uns hilft, endlich das zu tun, weswegen wir hier sind: zurück zu uns selbst zu finden.

Alles im Leben ist ein Geschenk, weil es uns hilft, endlich das zu tun, weswegen wir hier sind: zurück zu uns selbst zu finden. Und das Leben macht dieses Helfen auf eine ganz einfache Art und Weise. Je weiter du weggehst von dir selbst, desto schmerzhafter wird es.; je näher du dir selbst kommst, desto einfacher und schöner wird es.

Und das Leben macht dieses Helfen auf eine ganz einfache Art und Weise: je weiter du weggehst von dir selbst, desto schmerzhafter wird es; je näher du dir selbst kommst, desto einfacher und schöner und freudvoller wird es.

Und wenn wir das dann einmal ein paar Mal erlebt haben, begreifen wir recht schnell: „Ah, so funktioniert das Leben”.

Aber wir müssen es einmal entdecken.

Und dabei hilft dir deine Situation.

Du nimmst deine Freundin unglaublich wichtig, du weißt nichts von dir selbst, du weißt nichts von dem Gott in dir, der nichts braucht. Die Göttin in dir braucht nichts, im Gegenteil: die fließt über.

Aber davon wissen wir normalerweise nichts. Wir suchen die Liebe und die Unterstützung und die Bestätigung da draußen bei den Leuten, die genauso verloren sind wie wir selbst auch.

Und wenn du jetzt deine Gefühle fühlst, die diese Situation in dir provozieren, die Enttäuschung, die Entrüstung vielleicht, der Schmerz: wenn du die fühlst, ohne darüber nachzudenken, ohne die Geschichte – mit Geschichte meine ich, ohne die Gedanken daran, warum du dich jetzt so fühlst; ohne Gedanken an den Auslöser –, sondern wenn du diese Geschichte beiseite lässt, wenn du alle Gedanken beiseite lässt, die damit zu tun haben, und einfach nur in dir diese Gefühle fühlst, dann werden diese Gefühle dich dir selbst näherbringen.

Sie helfen dir, zurückzukommen. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Das ist das, was du tun kannst, und das ist das Geschenk dieser Situation.

Ich mache das genauso, weißt du. Immer wieder passiert es mir, dass irgendjemand etwas tut oder sagt oder nicht tut oder nichts sagt, was in mir Gefühle auslöst, unangenehme Gefühle. Und dann merke ich sofort: „Ah, interessant!

Wo war ich mit meiner Aufmerksamkeit? Danke Schmerz, danke Enttäuschung.” Und dann komme ich wieder zu mir, und da ist alles bestens.

Wenn du möchtest, dann meditiere.

Die Meditation macht das Leben unendlich viel einfacher, denn in der Meditation lernst du genau das: Du lernst ganz allmählich, so allmählich, dass du eigentlich gar nicht merkst, was du überhaupt lernst, die Aufmerksamkeit zu dir zurückzuholen, in die Stille, die in dir ist, weg von den Gedanken an die Welt, weg von den Gedanken an dich und an alles andere.

Da lernst du das sozusagen auf die einfachste Art und Weise, die man sich denken kann.

Und wenn du das regelmäßig machst, braucht das Leben dir nicht mehr so viele krasse Sachen auftischen, um dich endlich davon zu überzeugen, dass du dich auch mal nach innen wenden könntest.

Es gibt manche Weise, die sagen, dass gerade die Menschen, die dich verletzen, die sind, die dir helfen.

Es gibt Geschichten darüber, wie man sich als Seele gegenseitig hilft; wie man, bevor man in den nächsten Körper gelangt ist, in der nächsten Geburt, wie sich die Seelen da absprechen und sagen: „Okay”...

Du sagst: „Du, ich brauche da Hilfe, ich will das diesmal lernen im Leben. Ich möchte im Leben entdecken, wer ich wirklich bin, aber ich brauche Hilfe dafür. Willst du mir helfen?” Und dann sagst du: „Natürlich helfe ich dir.”

Und das ist das, was da passiert. Das sind die Töchter, die den Vater enttäuschen.

Das ist die Freundin, die einen sitzen lässt.

Denn wir brauchen diese Erlebnisse, um endlich wieder einmal zurück zu uns selbst zu kommen. Und das ist das größte Geschenk.

Du brauchst also deiner Freundin überhaupt nicht böse sein. Du brauchst überhaupt nicht über sie nachdenken. Sie ist deine Freundin. Wenn du magst, hab sie einfach weiter lieb. Du brauchst mit ihr nicht sprechen, du brauchst nicht über sie nachdenken.

Kümmere dich um das, was jetzt in dir los ist. Der Rest passiert alles von selbst. Du wirst wirklich erstaunt sein, was geschieht, wenn du das einmal ausprobierst.

Danke, Konstanze.

[Simone:] Konstanze hat noch geschrieben: „Ich meditiere schon länger.”

[Dhyan Mikael:] Ah, klasse, das sind gute Nachrichten; sehr gut. Dann weißt du, wovon ich spreche.

Dann weißt du, worum es geht, das ist toll: jeden Morgen damit beginnen, sich nach innen zu wenden und die Gedanken, die gleich nach dem Aufstehen losgehen und, obwohl man gerade beim Zähneputzen ist, bereits arbeiten oder sonst etwas tun, zu ignorieren und in sich zu ruhen. Dann beginnt man den Tag anders.

Und ganz allmählich, mit den Jahren, wird diese Gewohnheit, alles, was wir tun, innen zu beginnen, immer mehr. Das brauchen wir nicht bewusst machen. Das passiert automatisch, einfach indem wir jeden Tag das üben.

Mehr brauchst du nicht tun.

Und alles, was da draußen geschieht, zum Beispiel so etwas, ist eine wirklich heilsame Erinnerung: „Ah ja, so fühlt es sich an, wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit da draußen bin; wenn ich etwas von diesen Menschen möchte; wenn ich glaube, etwas von denen zu brauchen.” Dann ist es einfach so.

Danke.

Ich freue mich, dass du da bist.

Schließ Freundschaft mit deinen Gefühlen

[Simone:] Die nächste Frage ist von Gabi.

[Dhyan Mikael:] Gabi, hallo, guten Abend.

[Simone:] „Lieber Mikael vor zwei Jahren habe ich eine traumatisierte Straßenkatze adoptiert. Seit sie bei mir ist, juckt und leckt sie sich, insbesondere die Zitzen. Sie hat regelmäßig Leck-Ekzeme und ist vom Typ her sehr laut und fordernd. Ich habe alles Mögliche an Mittelchen und Therapien in Anspruch genommen, um ihr selbstverletzendes Verhalten zu lindern. Nichts brachte sie anhaltend in die Entspannung. Das mit anzusehen, stresst mich, und ich komme noch nicht in den Frieden damit. Kannst du mir dazu bitte etwas sagen? Danke und liebe Grüße, Gabi.”

[Dhyan Mikael:] Ja, die ist auch so eine Helferin, diese Katze.

Du kannst die Katze nicht ändern. Sie ist, wie sie ist.

Wir hatten auch eine kleine traumatisierte Katzenfamilie hier bei uns, eine Mama mit zwei ganz winzigen Katzenbabys.

Man liebt sie, so gut man kann, man hilft ihnen, so gut man kann, und dann leben die ihr Leben.

Aber du musst mit deinen Gefühlen Frieden schließen.

Du musst damit Frieden schließen, dass du hilflos bist.

Du musst mit deinem Schmerz Frieden schließen.

Du musst natürlich nicht, du kannst damit machen, was du willst. Ich erzähle dir vom leichten Weg. Wenn du diese Gefühle, die das in dir auslöst, willkommen heißt – wirklich willkommen: wenn du die Türen aufmachst: „Okay, kommt rein. Bis jetzt habe ich euch nicht haben wollen, aber jetzt probieren wir einmal etwas ganz anderes. Kommt herein. Bleibt, so lange ihr wollt.” Das ändert alles.

Das hilft übrigens der Katze auch am besten.

Es ist wirklich ganz magisch, dass all diese Dinge im Leben geschehen, um uns zu helfen.

Manchmal, wenn mir solch ein Mensch, der schwierig ist, hilft, wieder zu mir zu kommen, denke ich: „Tut mir leid, dass du mir helfen musstest, dass du dafür, dass du mir hilfst, so ein beschissenes Leben hast. Danke.”

Schließe Freundschaft mit deinen Gefühlen.

Meditiere, wenn du magst.

Das ist das Allerhilfreichste Mit Tieren ist es ganz erstaunlich, weißt du...

Tiere können Schmerz empfinden, genau wie wir Menschen. Tiere können Angst haben.

Aber Tiere leiden nicht.

Tiere sind immer offen für das, was gerade geschieht – im Gegensatz zu uns Menschen.

Und es ist schön, dass du dich um die Katze kümmerst, aber vergiss nicht, dich um dich selbst zu kümmern. Das ist deine eigentliche Aufgabe.

Liebe dich, so gut du kannst. Liebe deine Gefühle.

Diese Katze ist nicht ohne Grund zu dir gekommen. Lerne, dich selbst zu lieben.

Danke, Gabi – und meine besten Grüße an die Katze. Ich liebe Katzen. Wir hatten diese drei Katzen hier bei uns.

Mittlerweile sind sie gestorben, weil sie wirklich sehr traumatisiert und krank waren. Aber sie haben bei uns ganz leise und sanft sterben dürfen. Jetzt haben wir drei neue Katzen, wieder eine Mama mit ihren beiden kleinen Katern, die hier geboren wurden. Katzen sind wunderbar.

Danke.

Nicht das Gefühl trennt dich, sondern der Widerstand

[Simone:] Die nächste Frage ist von Kundalinus.

[Dhyan Mikael:] Kundalinus, guten Abend. Willkommen.

[Simone:] „Hast du irgendeinen speziellen Tipp zum Umgang mit tiefem seelischem Schmerz und heftiger Rage? Keine konkrete Geschichte. Ich vermute transgenerational, aus der Vaterlinie und aus Kriegszeiten. Spielt aber wahrscheinlich auch keine große Rolle, was genau und woher. Jedenfalls reißt es mich immer wieder mit, und so scheint es, raus aus Wachheit und Präsenz. Danke, wenn du etwas dazu sagen magst.”

[Dhyan Mikael:] Oh ja, sehr gerne. Danke, Kundalinus.

Ja, du hast recht. Es kommt überhaupt nicht darauf an, wo das herkommt. Es ist überhaupt nicht notwendig, herauszufinden, von welcher Linie es kommt und aus welcher Zeit.

Es ist nicht so, dass diese Gefühle dich aus deiner Präsenz herausreißen. Wie hat er das ausgedrückt, Simone?

[Simone:] Verzeihung...

„Raus aus Wachheit und Präsenz”.

[Dhyan Mikael:] Ja... Diese Gefühle reißen dich nicht aus deiner Wachheit heraus und aus deiner Präsenz. Was dich aus deiner Wachheit und Präsenz herausreißt, ist die Ablehnung der Gefühle.

Diese Gefühle reißen dich nicht aus deiner Wahrheit heraus und aus deiner Präsenz. Was dich da herausreißt, ist die Ablehnung der Gefühle: das sind die Gedanken. Diese Gefühle kommen, und sofort kommen die Gedanken, dass die verkehrt sind und nicht hier sein sollten. Das reißt dich aus deiner Wachheit in den Schlaf der Gedanken.

Das sind die Gedanken. Diese Gefühle kommen, und sofort kommen die Gedanken, dass die verkehrt sind: dass die nicht hier sein sollten.

Und dann wird analysiert: Wo kommen sie her? Was können wir dagegen tun? Was muss ich verstehen, dass sie nicht wiederkommen? Das reißt dich aus deiner Wachheit in den Schlaf der Gedanken.

Aber wenn du einfach offen bist dafür, ohne zu wissen, wozu die gut sind, als wäre das der Schmerz anderer Menschen, und der darf einfach zu dir kommen...

So mache ich das.

Irgendwelche Energien kommen zu mir, irgendwelche Gefühle: was weiß ich, woher die herkommen, von Leuten im Satsang, vom Nachbarn oder von mir selbst oder von meinem Vater, es ist alles egal: sie sind willkommen.

Und wenn in mir keinerlei Widerstand dagegen ist, wenn sie einfach kommen dürfen, sofort, ohne Zögern, dann bin ich wach mit der Wut, mit der Desorientierung oder was auch immer kommt.

Aber wir haben einen Mechanismus in uns, der uns vor diesen Dingen retten möchte; der damit nichts zu tun haben will: das sind die Gedanken.

Die trennen uns davon, aber nicht nur von den Gefühlen, nicht nur von dem, was wir gerade erleben. Die trennen uns nicht nur von dem Augenblick, sondern auch von uns selbst. Dann ist es vorbei mit der Wachheit, bis wir wieder bereit werden und Ja sagen.

Und das empfehle ich jedem Menschen, egal um welche Gefühle es geht, egal um welche Geschichte es geht, egal um welchen Auslöser es geht: Vergiss die Geschichte, vergiss den Auslöser, vergiss die Gedanken darüber, vergiss, wo es herkommt, sondern lade die Gäste ein, die jetzt gerade vor deiner Tür stehen: deine Gefühle. Die Gefühle sind nicht wichtig.

Sie helfen dir einfach, zu dir zu kommen. Das ist das Wichtige; das ist das Einzige, worum es geht: sich selbst wieder nahe zu kommen.

Dann wird das Leben leicht, auf Arten und Weisen, die wir uns nicht vorstellen können, wenn wir das nicht selbst ausprobieren und erleben.

Ich hatte großes Glück in diesem Leben. Ich erzählte vorhin, dass ich natürlich auch, wie fast jeder Mensch, den ich kenne, Erfahrung mit einem Trauma habe.

Und ich erzählte vorhin, dass das Leben mir nicht nur das Trauma beschert hat, sondern auch die Hilfe, die ich dafür gebraucht habe, um das zu durchleben. Und dann kam dieser Therapeut in mein Leben, der war durch und durch erleuchtet, und damit meine ich: der wusste, wie das Leben funktioniert. Er weiß es heute noch, er ist noch am Leben, ein wunderbarer Mensch. Ich weiß nicht, ob er wunderbar als Mensch ist, ich glaube nicht, dass er einfach ist, aber er ist wunderbar.

Und wir haben uns nie darum gekümmert, wo das herkommt. Natürlich kamen da Erinnerungen, und die durften auch da sein, aber darum ging es nie. Der wusste, dass es um etwas ganz anderes geht. Das war ein Mensch, der lebte damals schon einfach nur hier, im Augenblick, in sich. Und da hinein hat er mich auch immer wieder eingeladen, ohne Worte, einfach dadurch, dass er so war oder ist, wie er ist.

Dann ging das ganz leicht, und nach ein, zwei Jahren war das alles befriedet.

Und das können wir mit allem machen, mit jedem Gefühl, mit jedem Drama, mit jedem Trauma.

Ja...

Meditieren heißt: einfach nichts tun

[Simone:] Ich lese eine Frage von Silvia vor.

[Dhyan Mikael:] Silvia, hallo, guten Abend. Ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] „Ich habe große Mühe mit dem Meditieren, habe schon manches ausprobiert, aber ich finde es langweilig und anstrengend. Allerdings kenne ich die von dir gelehrte Meditation nicht. Kannst du etwas dazu sagen, bitte?”

[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne. Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich diese Meditation nicht lehre. Ich bin nicht der Lehrer, der diese Meditation bringt.

Diese Meditation ist so einfach, dass es da gar nicht viel zu lehren gibt, aber das Wichtige ist, dass ich damit eigentlich überhaupt nichts zu tun habe. Diese Meditation wird von einem indischen Heiligen aus dem Himalaya in die Gesellschaft gebracht. Und vor, ich glaube, neun Jahren oder achteinhalb Jahren kam diese Meditation in mein Leben.

Und als ich zum allerersten Mal davon gehört habe, wusste ich: Das ist genau das, was ich brauche. Seitdem mache ich die jeden Tag, und sie hat innerhalb allerkürzester Zeit mein gesamtes Leben vollkommen verändert.

Und deswegen spreche ich darüber, und deswegen empfehle ich den Menschen, es auszuprobieren.

Aber es hat mit mir persönlich nichts zu tun, und ich bin nicht der Lehrer, der sie lehrt. Wie gesagt, man braucht dafür keinen Lehrer, so einfach ist die. Aber wenn du sie lernen möchtest: Hier im deutschsprachigen Raum gibt es einen wunderbaren Verein, den Verein Samarpan-Meditation Deutschland, Österreich und Schweiz e. V. oder so ähnlich, und die verteilen die Informationen über die Meditation. Jeden Montagabend gibt es online eine Einführung in die Meditation, da kann man auch mitmeditieren.

Samstagabends kann man online auch mitmeditieren. Und da erfährst du alles, was du darüber wissen möchtest. Aber die Meditation selbst geht ganz leicht. Wenn dich das interessiert, findest du auf meiner Webseite, auf der Seite Himalaya-Samarpan-Meditation, die Links zu diesem Verein und ein paar grundlegende Informationen über diese Meditation.

Aber ich lehre sie ganz bewusst nicht. Deswegen rede ich auch nur sehr selten darüber, wie man sie ganz konkret macht, weil ich möchte, dass du dir diese Infos bei den Menschen holst, die direkt von Swamiji, von diesem indischen Heiligen, dafür autorisiert sind. Dann gibt es kein Durcheinander und keine Missverständnisse, denn ich rede so daher, wie mir der Schnabel gewachsen ist.

Ich bin überhaupt nicht vorsichtig. Ich vergesse dann die Hälfte oder sage etwas auf meine Weise. Und es ist besser, wenn diese Infos direkt von einer Quelle kommen. Deswegen habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, dich und alle anderen, die das interessiert, direkt an die Quelle zu verweisen.

Aber ich möchte noch etwas zu deiner Frage sagen. Ich habe auch in diesem Leben viele Meditationen ausprobiert – ich habe ohnehin in diesem Leben wirklich viel ausprobiert – und ich habe viele wunderbare Meditationen kennengelernt, aber diese Meditation ist anders; ganz anders. Die ist so einfach. Man tut überhaupt nichts, und man versucht auch nichts zu erreichen. Diese Meditation ist vom ersten Moment an einfach nur eine Befreiung.

Diese Meditation ist vom ersten Moment an eine Befreiung. Man kann nichts falsch machen; man kann auch nichts richtig machen. Sobald man merkt, dass die Gedanken die Oberhand übernommen haben, kehrt man mit der Aufmerksamkeit wieder hoch zum Scheitel zurück, einfach so, ohne Ziel, ohne Zweck. Aber diese einfache Übung ändert alles.

Man ruht mit der Aufmerksamkeit hier oben am Scheitel des Kopfes; das ist die Stelle, die die Inder auch Kronenchakra nennen.

Da ruht man einfach für eine halbe Stunde, einfach so.

Man kann nichts falsch machen, man kann auch nichts richtig machen.

Man kann mit der Aufmerksamkeit da gar nicht bleiben, weil ein paar Sekunden oder ein paar Minuten später die Gedanken wieder die Oberhand übernommen haben. Aber sobald man es merkt, kehrt man mit der Aufmerksamkeit wieder hoch zum Scheitel zurück und ruht da wieder, einfach so: ohne Ziel, ohne Zweck, einfach so.

Aber diese einfache Übung ändert alles.

Deswegen ist die Meditation auch nicht anstrengend, weil du nichts erreichen musst.

Man kann sie auch nicht falsch machen, weil es kein Ziel gibt. Aber nicht nur dennoch, sondern gerade deswegen ändert sie alles im Leben, auf eine ganz mystische Art und Weise, ganz von selbst. Und das ist die einzige Schwierigkeit dieser Meditation: dass sie zu einfach ist. Der Verstand liebt schwierige Dinge. Er liebt es, wenn man sich anstrengen muss, wenn etwas schwierig ist: je unerreichbarer, desto besser. Deswegen lieben viele Menschen die Extreme, den extremen Weg.

Das ist die einzige Schwierigkeit dieser Meditation: dass sie zu einfach ist. Der Verstand liebt es, wenn etwas schwierig ist, je unerreichbarer, desto besser. Aber das ist so einfach und mühelos, dass man überhaupt nicht weiß, was da passiert. Das interessiert den Verstand nicht. Aber da liegt der Himmel verborgen; genau da.

Aber das ist etwas ganz Einfaches, absolut mühelos, so einfach und mühelos, dass man überhaupt nicht weiß, was da überhaupt passiert. Das interessiert den Verstand nicht. Aber da liegt der Himmel verborgen – genau da.

Also, wenn du die Schnauze voll hast von den Meditationen, die du kennst: vielleicht magst du die einfach mal ausprobieren.

Die ist anders.

Ich sage manchmal: Für mich ist es die einzige Meditation, die es gibt.

Alles andere nennt sich Meditation, ist aber in Wirklichkeit etwas anderes. Schöne Dinge gibt es da, aber meditieren heißt: nichts tun. Meditieren heißt: einfach hier sein, ohne zu wissen warum, ohne sich verändern zu wollen, ohne etwas erreichen zu wollen.

Meditieren heißt: nichts tun. Meditieren heißt: einfach hier sein, ohne zu wissen warum, ohne sich verändern zu wollen, ohne etwas erreichen zu wollen. Das meinte Jesus mit diesen so oft missverstandenen Worten: Setze Gott an erste Stelle, alles andere folgt dem nach. Das heißt: sich nach innen wenden, weg von den Gedanken.

Das ändert alles.

Das ist das, was Jesus meinte mit diesen so oft missverstandenen Worten: Setze Gott an erste Stelle, alles andere folgt dem nach.

Jesus sprach oft davon, wo Gott zu finden ist: da drin.

Und Gott an erste Stelle setzen heißt, sich nach innen wenden, weg von den Gedanken. Jesus nannte die Gedanken den Teufel; Satan: von dem sich abwenden und nach innen wenden, da, wo es still ist, da, wo Gott lebt.

Und wenn du das tust, wenn du meditierst, geschieht alles andere von selbst. Es ist unbegreiflich, es ist unvorstellbar, es klingt einfach nur verrückt.

Aber so funktioniert das Leben. Und weil es so verrückt klingt und so unglaublich, gebe ich Satsang, um es immer wieder zu erzählen, wie das Leben wirklich funktioniert. Und wenn du einen anderen Menschen erzählen hörst, spürst du, was wahr ist und was nicht. Und dem kannst du vertrauen: deinem Gefühl – nicht mir. Mir darfst du nicht vertrauen. Vertraue deinem Gefühl, deinem inneren Kompass; der bringt dich dahin, wo dein Kompass sagt: „Da geht es lang, das interessiert mich, da will ich hin.”

Danke, dass du über Meditation gefragt hast. Da hast du mich jetzt wirklich zum Reden gebracht. Ja, es ist ganz lustig, weißt du... Ich war siebzehn Jahre lang schon bei meinem spirituellen Meister Soham, und ich war glücklich.

Er hatte mir beigebracht, Frieden mit mir selbst zu finden, so wie ich bin.

Er hat mir beigebracht, meine Gefühle zu lieben. Er hat mir beigebracht, einfach im Augenblick zu leben, und hier – all das, worüber die spirituellen Menschen so sprechen.

Das hatte ich alles drauf. Ich war glücklich, ich hatte keine Ziele mehr, ich war einfach nur froh, hier sein zu dürfen in diesem erstaunlichen Leben.

Und dann kam diese Meditation in unser Leben.

Und obwohl ich an diesem Punkt im Leben schon war, den ich eben beschrieben habe, ging mit dieser Meditation alles ganz neu los. Ich habe eine völlig neue Welt des Hierseins und der Zufriedenheit entdeckt.

Ja, und deswegen rede ich so gern darüber: um es dir zu ermöglichen, zu spüren, ob du auch in diese Richtung forschen und ausprobieren möchtest.

Danke noch einmal. Ich freue mich, dass du da bist.

Ach, ist das so schön.

Die Antwort kommt aus dir selbst

Simone, bitte fahre fort.

[Simone:] Silvia bedankt sich sehr für deine Ausführungen Maria hat folgende Frage.

[Dhyan Mikael:] Hallo Maria, guten Abend. Schön, dass du hier bei uns bist.

[Simone:] „Lieber Mikael kannst du etwas zur Energiearbeit sagen? Kann so Heilung geschehen? Danke und liebe Grüße.”

[Dhyan Mikael:] Das, wovon ich hier spreche, ist eigentlich ganz einfach.

Und ich erwähnte das eben schon: Die Schwierigkeit dieser Meditation ist, dass sie so einfach ist, dass sie die meisten Menschen überhaupt nicht interessiert.

Und wir müssen viel erleben, um dafür bereit zu werden. Und das Leben kümmert sich darum, dass wir all das erleben, um uns bereit zu machen für die Einfachheit des Lebens, für die Einfachheit des Himmels.

Und ich erwähnte das eingangs schon: All diese Dinge, die das Leben uns schickt, um uns bereit zu machen, kommen zusammen als Paket mit der Hilfe, die wir brauchen, um das Ganze durchleben zu können, um damit lernen und wachsen zu können. Und wir werden immer bereiter.

Und das Leben lässt sich da so viele Dinge einfallen: so viele Herausforderungen und so viele Hilfestellungen.

Das, was zu dir kommt in deinem Leben, das, was dich anzieht, das, wo du das Gefühl hast: „Ah, das klingt gut, das will ich ausprobieren”, das ist genau für dich, jetzt gerade.

In einem Jahr vielleicht nicht mehr, wer weiß, aber jetzt gerade ist es gut für dich, dann mach es. Und es spielt keine Rolle, wie das heißt.

Das, was dich gerade interessiert, das, wofür du Energie hast, Offenheit, Neugier, das ist jetzt gerade für dich.

Mehr brauchst du nicht zu wissen.

Ich habe schon so viel ausprobiert in diesem lustigen Leben.

Alles hat mir geholfen, für gewisse Zeit.

Jetzt brauche ich das alles nicht mehr, aber damals war ich wirklich, wirklich dankbar dafür.

Es geht also überhaupt nicht darum, jetzt den einen richtigen Weg zu finden und herauszukriegen, ob Energiearbeit zum Beispiel jetzt gut oder schlecht ist oder überhaupt notwendig und so weiter. Diese Fragen sind alle irrelevant. Das Einzige, was du dich fragen musst, ist: „Wo zieht es mich hin? Was interessiert mich?” Dann machst du das.

Das ist das Richtige für dich, jetzt gerade.

Also nichts verkehrt – immer hin.

Das Gleiche gilt für das, was du tust. Vielleicht ist dir danach, selbst Energiearbeit zu schenken, Energiearbeit zu leisten: dann ist das jetzt gerade für dich genau das Richtige; für deine Klienten auch, aber hauptsächlich für dich.

So ist es bei mir mit Satsang.

Ich hoffe, ich richte damit nicht allzu viel Schaden an, aber für mich ist es gut. Für mich ist es ein unendliches Geschenk.

Wir brauchen immer nur eines zu wissen: „Wo zieht es mich jetzt gerade hin? Wofür gibt mir jetzt das Leben gerade den Impuls, die Energie? Wo zieht es mich hin?”

Da geh hin, das tu, oder lass es mit dir machen, wenn du behandelt werden möchtest, oder was auch immer, egal, worum es geht.

Danke für deine Frage. Ich freue mich, über so etwas sprechen zu dürfen, denn auch da ist die Antwort eigentlich ganz einfach. Die Antwort kommt aus dir selbst.

Bitte, Simone fahre fort.

[Simone:] Die nächste Frage ist von Stefan.

[Dhyan Mikael:] Stefan, hallo. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Ich wurde in der katholischen Kirche von einer Eremitin die meine geistliche Begleiterin war, geistlich missbraucht. Ich habe kein Vertrauen mehr zu Gott und war kurz davor, aus der Kirche auszutreten.”

[Dhyan Mikael:] Hast du noch eine Frage dazu?

Ich spüre eine Frage, ich habe sie nur nicht gehört.

[Simone:] Jetzt noch nicht.

[Dhyan Mikael:] Wie war der Name?

[Simone:] Stefan.

[Dhyan Mikael:] Stefan. Stefan, ich beantworte jetzt noch eine andere Frage, um dir Zeit zu geben, falls dir danach ist, noch etwas dazu zu schreiben. Wenn nicht, macht es auch überhaupt nichts, dann sage ich gleich noch etwas dazu. Ja, ich vergesse dich nicht. Aber irgendwie spüre ich da noch eine Frage und möchte dir gerne Gelegenheit geben, noch etwas zu schreiben. Aber wie gesagt, fühl dich bitte nicht genötigt. Ich werde gleich zu dir sprechen.

Du kannst nicht anders sein

Simone, gibt es noch eine andere Frage, die du vorlesen möchtest?

[Simone:] Ja, es gibt eine Frage von Rita.

[Dhyan Mikael:] Rita, guten Abend, hallo.

[Simone:] „Lieber Mikael, bitte, ich mache gerade eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Ich weiß, ich könnte es anders sehen oder leichter nehmen. Ich kann es leider nicht. Lerne ich etwas aus dieser Erfahrung? Vielen Dank.”

[Dhyan Mikael:] Nein, du könntest es nicht anders machen. Das ist ja gerade das Ding. Du sagst, du weißt, du könntest es anders machen, aber das stimmt nicht. Du kannst es nicht anders machen.

Du kannst es nicht anders machen. Du kannst nur so sein, wie du jetzt gerade bist. Und dann: Ja sagen dazu und zu allen Konsequenzen, zu dem Schmerz, zu der schmerzhaften Erfahrungund vor allen Dingen zu dir selbst. Es geht nicht anders, und es ist auch gar nicht notwendig. Sag einfach Ja dazu, wie es für dich gerade ist.

Du kannst nur so sein, wie du jetzt gerade bist.

Und dann Ja sagen dazu und zu allen Konsequenzen, zu dem Schmerz, zu der schmerzhaften Erfahrung und vor allen Dingen zu dir selbst. Du kannst es nicht anders machen, es geht nicht, und es ist auch gar nicht notwendig. Sag einfach Ja dazu, wie es für dich gerade ist.

Ich mache so viele Dinge falsch.

Manchmal habe ich im Satsang gesagt – das sage ich jetzt nicht wieder, weil die meisten Menschen protestieren und ich dann E-Mails deswegen kriege –, ich sage: Ich bin total hirnverbrannt. Ich mache alles falsch. Und dann schreiben sie mir: Ja, du bist doch überhaupt nicht hirnverbrannt, das stimmt doch gar nicht. Doch, genauso wie du. Ich denke: Ja, das war jetzt aber nicht nötig gewesen. Doch, offensichtlich schon. Ich kann nicht anders sein.

Ich kann nur so sein, wie ich jetzt gerade bin, heute, so wie ich jetzt gerade bin.

Oft kann ich nur den Kopf über mich schütteln, aber wenn ich das mit einem Ja mache und mit Liebe, dann ist alles gut.

Irgendwann kann man nur noch über sich selbst schmunzeln.

Also vergiss das, dieses „Ich könnte es anders machen”. Mache es doch so, wie du es machst. Du brauchst doch nicht einmal zu wissen, was du tun sollst. Du beobachtest dich einfach sprachlos, was du da wieder anrichtest, und du machst einfach mit, immer wieder. Du machst es ja nicht zum ersten Mal – immer wieder: „Okay, auch diesmal: Ja”.

Im Grunde besteht mein Rat darin: Lass jede Hoffnung gehen, dass du anders sein könntest.

Lass jede Hoffnung gehen, dass du anders sein könntest.

Das ist ein Trick des Verstandes, weißt du?

Wir denken: Okay, wenn ich das jetzt richtig mache und das jetzt annehme, dann werde ich anders, und dann mache ich es morgen viel, viel besser. Nein, darum geht es nicht. Sei wie du bist.

Sag dazu Ja, mit allen Konsequenzen.

Du gehst mit der Situation, in der du dich jetzt gerade befindest, genau so um, wie du kannst: „Okay: Ja”.

Swamiji, dieser große Heilige aus dem Himalaya, der die Samarpan-Meditation zu uns bringt, fasst das gesamte Geheimnis des Lebens in einem einzigen, sehr, sehr kurzen Satz zusammen: „Ändere dich nicht – aber meditiere”.

Ändere dich nicht – das sind jetzt meine Worte –, aber sei mit dem, was ist, ganz und gar. Das ist Meditation, ohne auch nur den leisesten Gedanken an etwas anderes.

Da geschehen die Wunder.

Die Wunder geschehen nicht, indem du jetzt schlauer wirst und es morgen besser machst als heute.

Nein, das führt in die Hölle.

Dieser Weg, der so vielversprechend aussieht. Nein.

Da sein, wo du heute bist, so wie du heut bist, und überhaupt nicht daran zu denken, dich zu ändern; das, was du für völlig verrückt hältst, für völlig...

wo du dir sicher bist: das führt zu nichts Gutem – das ist der Weg.

In dieser Offenheit ändert sich alles.

Es gibt nichts, was wir im Leben lernen müssen, außer einer einzigen Sache: sich anzunehmen, wie ich heute bin.

Es gibt nichts, was wir im Leben lernen müssen, außer einer einzigen Sache: sich anzunehmen, wie ich heute bin. Und was könnte einfacher sein? Du bist schon so, wie du bist. Du brauchst nur noch nicken. Diese eine Bewegung – „okay” – und alles wird anders.

Wenn du das tust.

Und was könnte einfacher sein? Du bist schon so, wie du bist. Du brauchst nur noch nicken.

Diese eine Bewegung, „okay”, und alles wird anders.

Danke, Rita, ich freue mich, dass du da bist. Ganz herzliche Grüße.

Erleben, worüber in der Kirche nur gesprochen wird

[Simone:] Stefan hat noch etwas geschrieben.

[Dhyan Mikael:] Ah, ja, bitte. Ja, bitte...

[Simone:] Ich lese jetzt noch einmal von vorne los.

[Dhyan Mikael:] Ja, gerne.

[Simone:] „Ich wurde in der katholischen Kirche von einer Eremitin, die meine geistliche Begleiterin war, geistlich missbraucht. Ich habe kein Vertrauen mehr zu Gott und war kurz davor, aus der Kirche auszutreten. Meine Frage ist: Ich habe einen sehr großen Teil meines Glaubens verloren. Ich kann nicht mehr glauben nach dieser Erfahrung. Jesus hat mich verlassen und verarscht.”

[Dhyan Mikael:] Wenn du deinen Glauben verloren hast, ist das eine wirklich gute Sache.

Jetzt wird es interessant.

Ich möchte dir gerne den Unterschied erklären zwischen Kirche und einem echten Heiligen.

Und es gibt einen Grund, warum es in der Kirche keine Heiligen gibt. Immer, wenn einer heilig wird, wird er von der Kirche rausgeschmissen, oder er geht selbst.

Eine Kirche, das sind die Menschen, die Gott nicht kennen.

Das sind die Menschen, die nicht wissen, wovon Jesus gesprochen hat.

Und das ist nichts Schlimmes: wir alle sind so. Es ist nicht so, dass in der Kirche jetzt böse Menschen sind, die dir irgendetwas vorenthalten. Nein, die wissen es nicht besser – genau wie wir alle anderen auch.

Ein Heiliger ist einer, der erlebt, worüber in der Kirche gesprochen wird.

Ein Heiliger ist einer, der erlebt, worüber in der Kirche nur gesprochen wird, und wenn du ihm nahe kommst, erlebst du es auch. Aber die meisten sind dazu nicht bereit, denn das bedeutet: bereit zu sein, dich selbst zu verlieren; bereit zu sein, Ja zum Leben zu sagen, nicht mehr deinen Weg zu gehen, sondern den Weg, den das Leben dir serviert.

Der braucht nicht darüber zu sprechen: der erlebt das. Und wenn du ihm nahe kommst, erlebst du es auch – vielleicht nur ganz kurz, aber dann weißt du, was möglich ist. Und die Kirche bietet dir so lange Zuflucht, solange du noch nicht bereit bist für deine eigenen Erfahrungen. Denn die eigenen Erfahrungen zu machen bedeutet: bereit zu sein, dich selbst zu verlieren; bereit zu sein, Ja zum Leben zu sagen; bereit zu sein, nicht mehr deinen Weg zu gehen, sondern den Weg, den das Leben dir serviert.

Die meisten Menschen sind dazu nicht bereit, und die sind in der Kirche wunderbar aufgehoben. Und ich meine das überhaupt nicht ironisch.

Nichts daran ist verkehrt.

Aber sobald du bereit wirst, irgendwann, passiert etwas, was es dir unmöglich macht, dort zu bleiben. Das Leben reißt dich aus der scheinbaren Sicherheit des Glaubens heraus, und jetzt beginnst du, deine eigenen Erfahrungen zu machen.

Jetzt wirst du lernen, wovon Jesus wirklich gesprochen hat.

Du hast keine Ahnung, wer Jesus ist.

Du hast keine Ahnung, wovon er gesprochen hat.

Aber du wirst es lernen.

Es ist unvermeidlich.

Gott ist nicht in der Kirche, Gott ist in keinem Tempel, Gott lebt nicht in einem Altar, Gott lebt auch nicht in einem Buch und auch nicht im Himmel.

Gott ist in keiner Kirche, in keinem Altar, in keinem Buch und nicht im Himmel. Gott lebt in dir. Die Aufgabe ist, sich selbst zu begegnen. Das geht nur, wenn man bereit ist, alles zu vergessen, was man weiß: über sich selbst, über Gott und über alle anderen auch. Dann wird man empfindsam für das, was man weder begreifen noch verstehen kann.

Gott lebt in dir.

Die Aufgabe in diesem Leben besteht darin, sich selbst zu begegnen. Das geht nur, wenn man bereit ist, alles zu vergessen, was man weiß: über sich selbst, über Gott und über alle anderen auch. Und dann, ganz langsam, wird man offen und empfindsam für das, was man weder begreifen noch verstehen kann.

Ganz allmählich erlebt man dann das, wovon all die Heiligen und Jesus sprechen.

Und dann beginnst du, ihn zu verstehen, aus eigener Erfahrung.

Das ist das Einzige, was zählt: deine eigene Erfahrung.

Fang an zu meditieren. Das ist die reinste Form des Gebetes, ganz still.

Das Leben wird dich führen, genau an die richtigen Stellen, die du jetzt brauchen kannst.

Das ist ein neues Kapitel in deinem Leben.

Willkommen.

Danke, Stefan. Danke, dass du noch einmal geschrieben hast.

Erst das Trauma macht dich bereit

[Simone:] Miriam hat sich noch einmal gemeldet, die zu Beginn eine Frage zu Trauma und dem Nervensystem hatte.

[Dhyan Mikael:] Ja, sehr schön.

[Simone:] Sie schreibt: „Lieber Mikael ich möchte meine Frage von vorhin etwas präzisieren. Ich setze mich gezwungenermaßen bereits ein Leben lang mit meinen Traumata auseinander. Sie waren so überdauernd und eingreifend, dass es gar nicht anders ging. Ich habe mit der Zeit für mich gemerkt, dass ich Krisen eher als Ausdruck von Überforderung, Bindungsmustern und Nervensystemreaktionen verstehe und nicht als spirituell sinnvoll oder notwendig.

Ich kann aus ihnen lernen, aber ich möchte sie nicht als etwas deuten, das mir im Kern passieren soll, denn das stimmt für mich nicht. Mich würde interessieren, wie du diesen Punkt siehst.”

[Dhyan Mikael:] Vielen Dank, Miriam. Danke, dass du das noch einmal präzisierst. Danke für deine Bereitschaft, noch einmal darüber zu berichten.

Schau, es ist so: Du glaubst, du bist dieser Körper. Du glaubst, das sind deine Traumata, deine Gefühle, deine Gedanken, deine Unfähigkeiten, und du leidest darunter. Du glaubst, du könntest anders sein, und wenn du anders wärst, wenn dieser Körper anders wäre, wenn dein Nervensystem anders wäre, dann wärst du glücklicher.

Und wenn ich sage: all diese Dinge sind ein Geschenk, dann sage ich das deswegen, weil sie uns in Richtung der Erfahrung schubsen, wer wir wirklich sind.

Du hast recht. Diese Traumata... wenn wir auf dieser Körperebene bleiben, das ist endlos. Du kannst nicht glücklich werden als Körper, als Nervensystem, ganz gleich wie gut du wirst, ganz gleich wie viele Therapien du machst – mit oder ohne Trauma spielt überhaupt keine Rolle. Du wirst als fleischlicher Mensch nicht glücklich werden. Das geht nicht. Das ist unmöglich. Du musst verzweifeln: du musst sterben – dieser Körper wird sterben.

Du kannst nicht glücklich werden als Körper – mit oder ohne Trauma. Aber wenn uns das Leben an diesen Punkt des Sich-Hingebens bringt , das wir entweder als Opfer tun können oder als Erkenntnis: „Okay, ich kann es nicht. Was läuft hier eigentlich?”, macht man sich auf den Weg: „Wer bin ich überhaupt?” Dabei helfen uns diese Erfahrungen.

Und immer, wenn uns das Leben an einen Punkt bringt, wo wir dazu gezwungen werden, anzuerkennen, dass ich es nicht kann.

An diesem Punkt des Sich-Hingebens, das wir entweder als Aufgeben tun können, als Opfer, oder als Erkenntnis: „Okay, ich kann es nicht. Ich konnte es noch nie.

Aber ich bin hier. Was läuft hier eigentlich?” Und dann macht man sich auf den Weg zu entdecken, was hier wirklich läuft: „Wer bin ich denn überhaupt?”

Dabei helfen uns diese Erfahrungen.

Das ist deren einziger Zweck.

Und wie du siehst, funktioniert es.

Du bist im Satsang gelandet. Kein normaler Mensch geht in den Satsang – nur Menschen, die nicht mehr anders weiter wissen. Wir probieren alles andere vorher. Alles, was wir können, all unsere Tricks, versuchen wir im Leben. Und wenn wir nicht mehr anders können, dann werden wir offen für die Wahrheit, und dann kommt sie in unser Leben.

Es ist also alles bestens.

An einem Trauma ist nichts Gutes per se, auch nichts Schlechtes. Es treibt dich einfach so lange in den Wahnsinn, so lange zur Verzweiflung, bis du erkennst, dass du hier nichts zu sagen hast.

Und deswegen sage ich, dass es ein Geschenk ist. Viele Menschen, die für diesen Punkt im Leben nicht bereit sind, haben ein einfaches Leben. Die stört Gott nicht.

Die glauben bis zum Schluss an ihre Illusion des glücklichen Lebens, das sie in der Hand haben.

Aber auch sie... Ich sagte es eingangs schon – der Punkt kommt, wo sie erkennen: „Mein Gott, das ist alles nicht wahr, alles geht – und jetzt?”

Aber du kannst es lernen, wenn du jung bist, nicht auf dem Sterbebett.

Das ist ein unendliches Geschenk.

Es sind die Leute, es sind die Menschen, die den Schmerz erleben, die Gott entdecken.

Es sind die, die Schmerz erleben, die Gott entdecken. Es sind die, die verzweifeln. Wir brauchen das – weil wir vorher nicht bereit werden, offen zu sein. Vorher glauben wir, wir haben es drauf, wir können es, ich habe das Leben in der Hand. Deswegen sind im Satsang so viele mit Traumata, Krisen und Tragödien: weil die bereit geworden sind.

Es sind die Menschen, die verzweifeln.

Wir brauchen das – weil wir vorher nicht bereit werden, offen zu sein. Vorher glauben wir, wir haben es drauf, wir können es, ich habe das Leben in der Hand.

Deswegen sind im Satsang so viele Menschen mit Traumata und Schwierigkeiten und Krisen und Tragödien: weil die bereit geworden sind. Die anderen sind es nicht.

Mein Meister Soham sagt gelegentlich, wenn einer zu ihm kommt mit einem schwierigen Leben und der damit hadert und sagt, „warum muss das denn überhaupt sein”... Dann fragt er ihn: „Wärst du im Satsang ohne das?” Und dann sagt der Mensch: „Natürlich nicht”. Und dann sagt Soham: „Siehst du, das ist das Geschenk”.

Wenn du dann einmal offen wirst, dann brauchst du all diese Sachen nicht mehr; dann arrangiert sich das Leben neu.

Das ist meine Erfahrung.

Aber glaube mir nicht. Weißt du, ich erzähle von diesen Dingen nur aus einem einzigen Grund: um dir Gelegenheit zu geben, zu spüren, wo es dich hinzieht.

Und wenn du merkst: „das klingt total verrückt, das ist totaler Quatsch, aber da ist etwas... ich bin total verrückt, aber... das muss ich herausfinden” – dann tu's.

Wir können es nicht begreifen. Wir können nur unserem inneren Kompass folgen, obwohl wir uns für verrückt und hirnverbrannt halten.

Mehr ist nicht notwendig.

Schließ Frieden mit deinem Leben.

Hör auf zu kämpfen.

Ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] Rita hat noch geschrieben: „Mir kamen die Tränen vor Erleichterung, danke, lieber Mikael.”

[Dhyan Mikael:] Ja, ich habe es gespürt. Mir auch.

Danke, Rita.

Du kommst nicht darum herum, dir treu zu sein

[Simone:] Ich habe sonst derzeit keine offenen Fragen.

[Dhyan Mikael:] Dann lese ich etwas vor, was mich per E-Mail erreicht hat.

„Ich bin seit sechs Jahren in einer Beziehung, und seit vier Jahren wohnen wir zusammen. Ich habe meine Wohnung noch behalten, wo ich mich einen Tag in der Woche aufhalte. Unsere Beziehung ist nicht mehr schön. Der Alltag ist nicht schön. Mein Partner ist oft schlecht gelaunt und gibt mir das Gefühl, dass ich ihn in seinem Haus störe.

Vor einiger Zeit sagte er mir, dass unsere Beziehung scheiße ist, dass er keine Gefühle mehr für mich hat. Wir wollten uns schon drei- oder viermal trennen, und jedes Mal, als ich bereit war auszuziehen und alles für den Umzug am Organisieren war, ist er gekommen mit Erklärungen, dass er an der Beziehung arbeiten möchte und dass ich nicht ausziehen soll.

Hin und her halt. Gestern war es wieder so weit, dass wir den Alltag zusammen schlecht finden und dass wir uns trennen. Also bin ich zu meiner Wohnung gefahren und habe gesagt, dass ich am Montag den Umzug organisieren werde und bis dahin in meiner Wohnung bleibe.

Er war eine Nacht und einen halben Tag allein und rief dann an, dass wir uns nicht trennen sollen und dass wir vielleicht eine Paartherapie machen sollten.

Ich bin hin- und hergerissen. Immer wieder schickt er mich weg und dann wieder zurück. Mir hat die Beziehung gefallen in der Zeit, wo wir zwei Haushalte hatten. Jeder war bei sich, und wenn wir uns sehen wollten, dann war Freude da. Das habe ich ihm vorgeschlagen, aber er sagt: Das ist nichts für ihn. Aber so wie es jetzt ist, mag ich nicht. Wenn er keine Gefühle mehr für mich hat, wozu dann zusammenleben?

Worum geht es da? Kann er nicht allein sein, oder möchte er nach außen für die Familie und Freunde vorzeigen, dass er eine Frau an der Seite hat?

Vielleicht geht es hier gar nicht um mich, sondern um ein Muster nach außen bei ihm. Ich bin traurig und sauer auf mich, dass ich so lange so mit mir umgehen lasse.

Ich bin bis Mittwoch in meiner Wohnung, und dann wollen wir reden, wie es weitergehen soll. Bitte schenke mir deine Sicht.”

Du schreibst mir das nicht zum ersten Mal, und du weißt schon lange, was du willst. Vom ersten Brief an, den du mir geschrieben hast, hast du mir geschrieben, was du willst. Du machst aber trotzdem das, was er will.

Und solange du das tust, was er will, und solange du ignorierst, was du willst, ist es scheiße.

Es ist einfach so.

Da kann dir keiner helfen.

Du kommst nicht darum herum, dir selbst treu zu sein.

Du kommst nicht darum herum, dir selbst treu zu sein. Und wenn du darauf wartest, dass er das gut findet, dann kannst du lange warten. Das macht das sich-selbst-treu-sein ja so interessant: dass du dir selbst treu sein musst, egal was alle anderen Menschen davon halten. Und dann ist es einfach.

Und wenn du darauf wartest, dass er das gut findet, dann kannst du lange warten.

Das macht das Sich-selbst-treu-Sein ja so interessant: dass du dir selbst treu sein musst, egal was alle anderen Menschen davon halten.

Und dann ist es einfach. Du weißt genau, was du machen möchtest. Seit Jahren weißt du das.

Und mach dir keine Gedanken darüber, warum er das tut, und was bei ihm los ist; was seine wahren Motive sind. Das ist überhaupt nicht erheblich. Du brauchst nichts darüber zu wissen.

Und du brauchst auch nichts darüber zu wissen, warum du immer das tust, was er will. Du brauchst es nicht zu analysieren.

Du musst nur eins tun: sei hier im Moment, fühle deine Gefühle, und sei dem treu, was du in dir spürst.

Mehr brauchst du nicht zu wissen.

Ich weiß, das ist eine enorme Herausforderung. Wenn wir beginnen, uns selbst treu zu sein, und das tun, von dem wir selbst wissen, seit Jahren, dass es das Richtige ist, dann drückt uns das alle Knöpfe. Und dann bereit zu sein, diese Gefühle zu fühlen und sich trotzdem treu zu sein – das hat es in sich.

Aber es ist Zeit.

Und ich möchte dir noch etwas sagen.

Wenn du dir nicht treu bist, geht Beziehung schief, früher oder später – aber nicht, weil der Kerl so doof ist; nicht, weil der dich nicht schätzt. Nein – weil du dich nicht schätzt. Du bist dir nicht treu.

Das ist das Schreckliche.

Sobald du anfängst, dir selbst treu zu sein, obwohl du davor Angst hast, obwohl dir das alle Knöpfe drückt, wird sich alles ändern.

Sobald du anfängst, dir selbst treu zu sein, wird sich alles ändern. Wenn man das zum ersten Mal erlebt, glaubt man, das sei ein Wunder. Es ist, als würdest du eine Wendung um 180 Grad machen. Du beginnst, dir treu zu sein, dich zu spüren, dich zu lieben. Und dann ändert sich der andere plötzlich auch um 180 Grad.

Es ist total erstaunlich. Wenn man das zum ersten Mal erlebt, glaubt man, das sei ein Wunder. Das ist kein Wunder, so funktioniert das Leben, aber es fühlt sich beim ersten Mal an wie ein Wunder.

Es ist, als würdest du eine Wendung um 180 Grad machen. Du beginnst, dir treu zu sein, du beginnst, dich zu spüren, dich zu lieben.

Und dann ändert sich der andere plötzlich auch um 180 Grad, und du weißt gar nicht, wie das möglich ist.

Aber du musst dir treu sein.

Das hat es in sich, ich weiß.

Aber du bist nicht allein.

Danke für deine E-Mail. Danke, dass du noch einmal geschrieben hast.

Versuche nicht, anders zu sein

Simone soll ich hier weiterlesen?

[Simone:] „Ja, bitte, Mikael.”

[Dhyan Mikael:] „Ich habe echt Mist gebaut. Mein Ego kam leider durch und hat die Kontrolle übernommen. Ich hatte mich vor einigen Tagen über einen Kollegen beschwert, da sein Verhalten etwas respektlos war. Er ist ein schwieriger Kollege, und viele haben Probleme damit. Heute war ich auf Schicht, und er löste mich ab. Und da dachte ich: ‚Okay, dann gebe ich ihm halt die Hand.' Aber er verweigerte und meinte: ‚Du hast dich über mich beschwert.'

Und dann habe ich halt gesagt: ‚Ja, na klar, habe ich.' Denn wie man in den Wald hineinruft … und dann kam ein Wort zum anderen, und dann platzte mir der Kragen, und ich habe ihn böse beleidigt und bin dann gegangen. Das war blöd von mir, und jetzt wird er sich beschweren.

In Zukunft werde ich diesen Menschen ignorieren und auf keine Provokation mehr reagieren. Ich hoffe, dass ich es hinbekomme. Ich ärgere mich so sehr über mein Verhalten. Ich hätte einfach gehen sollen. Vielleicht kannst du mir dazu etwas sagen, mein blödes Macho-Ego. Aber egal, was da jetzt nächste Woche auf mich zukommt, ich werde ruhig bleiben und mich weiter in Meditation üben.

Eine Sache habe ich aber jetzt gelernt: Solche Menschen werde ich in Zukunft ignorieren. Das wird mein Weg ab jetzt: stoisch, keine Reaktion mehr für Leute, auf die ich keinen Bock habe. Schweigen wird ab jetzt meine Waffe für den Alltag. Das habe ich aus der Sache gelernt, und das wird mein neues Training. Mit Brüllen und Leute beschimpfen kann ich keinen Krieg gewinnen.”

Danke für deine E-Mail. Danke für deine Ehrlichkeit.

Ja, so ist das. Das Leben schickt uns die Engel, die uns mit uns selbst konfrontieren, ganz gleich, ob wir Vater sind oder Freund oder Kollege oder sonst wer.

Ich möchte dir etwas vorschlagen.

Ich möchte dir vorschlagen, dass du keinen Entschluss für die Zukunft triffst.

Ich möchte dir vorschlagen, dass du keine Strategie entwirfst, wie du in Zukunft darauf reagieren wirst.

Schließ Frieden damit, wie du bist: mit dem Ego, das mit dir durchgeht, mit dem Stolz, mit der Wut, mit der Aggression. Schließ damit Frieden. Und dann lass dich überraschen, was daraus von selbst erwächst. Versuche nicht, anders zu sein. Dann wird dir genau das Gleiche wieder passieren. Sei, wie du bist – aber mit einem Ja.

Ich würde dir vorschlagen, Frieden damit zu schließen, wie du bist: mit dem Ego, das mit dir durchgeht, mit dem Stolz, mit der Wut, mit der Aggression.

Schließ damit Frieden.

Und dann lass dich überraschen, was daraus von selbst erwächst.

Versuche nicht, anders zu sein.

Dann wird dir genau das Gleiche wieder passieren.

Sei, wie du bist – aber mit einem Ja. Ruhe in dir, so wie du bist, mit deinen Gefühlen, mit deiner Wut, mit all den Sachen, die du in dir ablehnst.

Und dann schau, was daraus erwächst. Lass dich überraschen.

Alles andere ist unmöglich.

Alles andere führt zu nichts Gutem, weil du gegen dich selbst kämpfen würdest. Du bist kein Stoiker.

Du bist, wie du bist: heute so, morgen vielleicht anders – aber das weißt du nicht.

Ich weiß nicht, wie ich bin. Ich habe vor langer, langer Zeit aufgehört, mir darüber Gedanken zu machen.

Es ist nicht meine Angelegenheit. Meine Angelegenheit ist es, einfach so zu sein, wie ich bin. Ich brauche nichts darüber zu wissen. Ich muss nur mitleben, mitfühlen, einfach dabei sein, manchmal fassungslos, manchmal voller Freude.

Das wäre mein Vorschlag. Vielleicht taugt er dir ja.

Ich danke dir, dass du geschrieben hast. Ganz herzlichen Dank.

Fünf Minuten sind unmöglich, eine halbe Stunde ist einfach

[Simone:] Ich habe neue Fragen für dich, Mikael.

[Dhyan Mikael:] Bitte?

[Simone:] Ich habe neue Fragen.

[Dhyan Mikael:] Ah, her damit, gerne.

[Simone:] Beate fragt.

[Dhyan Mikael:] Beate, hallo, guten Abend. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Wenn es mir nicht gelingt, jeden Morgen fünf Minuten zu meditieren, dann würde Treue mir gegenüber bedeuten, nicht zu meditieren es zu akzeptieren, anstatt mir Vorwürfe zu machen?”

[Dhyan Mikael:] Der Verstand hat viele Tricks, weißt du, und das ist so eine Frage, mit der er versucht, dich ins Licht zu führen.

Willst du meditieren? Die Frage ist nicht, ob du das kannst oder nicht. Okay, du kannst es nicht – aber: würdest du gerne?

Mehr brauchst du nicht zu wissen.

Und wenn du gerne meditieren würdest, dann ist das, dir selbst treu zu sein. Du brauchst es nicht zu können, aber dann weißt du, wo es langgeht, und dann gibst du dein Bestes.

Fünf Minuten zu meditieren ist sehr schwierig. Ich würde mit einer halben Stunde anfangen.

Setz dich eine halbe Stunde hin. Es ist ganz einfach, denn du brauchst nichts zu tun, du brauchst nichts richtig zu machen. Setz dich hin... du hast bestimmt ein Handy, wie jeder Mensch heute. Stell dir einen Timer auf 30 Minuten und schließ die Augen, und ganz gleich, was passiert, egal wie es juckt, egal ob du hustest, egal was du denkst: bleib sitzen.

Und ich würde dir empfehlen, die Samarpan-Meditation auszuprobieren, einfach deswegen, weil sie die einfachste ist, die es gibt, und die, die am meisten bringt. Das ist meine Erfahrung.

Mach mit bei so einer Einführung und probiere das einfach einmal aus. Und du wirst überrascht sein.

Fünf Minuten sind unmöglich. Eine halbe Stunde ist viel einfacher, glaub mir. Und dann stellst du den Timer. Du brauchst nichts zu wissen, nur eine Sache: Du stehst erst auf, wenn der Timer klingelt, nach einer halben Stunde. Und das machst du jeden Tag.

Wenn du das wirklich so machst, mit dieser Entschlossenheit, dann kann dich keiner daran hindern.

Aber der Verstand, der ist wirklich raffiniert. Der führt dann mit dir solche Diskussionen wie solche Fragen wie: „Du bist dir ja wirklich nicht treu...” Du weißt, was du willst, da drinnen.

Und nur du kannst es wissen. Aber da du hier im Satsang bist und da du mich fragst, ist die Antwort eigentlich klar.

Ich lebe jeden Tag anders. Jeden Tag passiert irgendetwas Neues. Ich bin heute so, morgen so.

Aber ich meditiere jeden Tag, als allererstes am Morgen.

Ich stehe auf, und es ist immer gleich. Ich stehe auf, ich gehe ins Bad, ich gehe kurz auf die Toilette, und dann setze ich mich für eine halbe Stunde zum Meditieren hin – und das ändert mein Leben.

Alles andere ist extra, alles andere geht von selbst.

Wenn du das auch willst, probiere es aus – deine Entscheidung.

Deine Seele weiß schon, wo sie hin will, da habe ich keinen Zweifel.

Bitte, Simone sag mir noch einmal den Namen.

[Simone:] „Beate.”

[Dhyan Mikael:] Beate. Ich freue mich, dass du da bist. Danke.

Echt toll.

Dir wird nie wieder langweilig sein

Bitte, fahr fort, Simone.

[Simone:] Gisela hat folgende Frage.

[Dhyan Mikael:] Hallo Gisela, guten Abend.

[Simone:] „Lieber Mikael ich versuche, mir treu zu sein, doch ich bin damit sehr unzufrieden. Ich war an vielem interessiert, habe viele Dinge gemacht. Doch seit ein paar Monaten habe ich das Gefühl, dass jegliches Interesse mir entschwindet. Nichts macht mir mehr Lust. Nichts interessiert mich wirklich. Was bedeutet das? Danke.”

[Dhyan Mikael:] Ja, was bedeutet das? Das ist das Problem mit dem Sich-selbst-treu-Sein. Du probierst alles aus, was dich interessiert, du hörst endlich auf, dir Vorschriften zu machen, du gestattest dir endlich, alles zu tun, was du willst – nur um herauszufinden, dass all die Dinge, nach denen du dich immer so verzehrt hast, die dir immer so erstrebenswert erschienen, dich alle nicht mehr interessieren.

Das ist das Geschenk des Sich-selbst-treu-Seins: dass man endlich diese ganzen Sachen durchlebt und sie sich dann erübrigen. Und was dann? Das fragst du jetzt.

Was soll das, wenn dich da draußen nichts mehr interessiert?

Plötzlich sitzt du im Satsang.

Hier geht es nur um eins: um die andere Richtung – nach innen.

Diese Reise hat kein Ende.

Da bist du immer am Anfang.

Du kommst aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Und genauso funktioniert das Leben.

Wenn du alles richtig machst, wenn du das tust, was ich dir empfehle, kommst du in Frieden mit deinen Dramen, du kommst in Frieden mit deinen Gefühlen, du bist dir treu, und alles, was dich interessiert hat, alles, was dir so wichtig und erstrebenswert erschien, wird früher oder später vollkommen belanglos.

Dann bist du frei, nach innen zu gehen.

Da wird es dann interessant.

Dreh dich um. Schau einmal in die andere Richtung.

Dir wird nie wieder langweilig sein.

Schön, dass du da bist.

Der Weg aus der Tyrannei der Gedanken

Bitte, Simone falls es noch eine Frage gibt, fahr fort.

[Simone:] Es gibt eine Frage von Eva.

[Dhyan Mikael:] Eva, hallo, bitte.

[Simone:] „Lieber Mikael manchmal kommt ein Gedanke, der mich sehr beschäftigt, und er lässt mich nicht los. Das bezeichne ich als Ohrwürmer. Ich versuche dann, mich abzulenken.

Was kann ich tun? Danke an dich und Simone.”

[Dhyan Mikael:] Danke, Eva.

Ich würde mich nicht ablenken. Damit gibst du diesem Gedanken viel zu viel Bedeutung.

Wende dich dir selbst zu. Werde still, gib deine Aufmerksamkeit zum Kronenchakra, geh nach innen, ignoriere den Gedanken einfach. Mach, was du willst – ignoriere einfach den Gedanken, egal, was er dir erzählt.

Gedanken sind klebrig, und sie haben eine ganz interessante Eigenschaft: Wenn du ihnen einmal Aufmerksamkeit gibst, werden sie immer klebriger. Und wenn du einem Gedanken folgst, weil du denkst: „Okay, dann kümmere ich mich da jetzt darum”, dann kommt der nächste, und der ist noch klebriger. Und so geht es immer weiter. Und so leben die meisten Menschen ein Leben nur in Gedanken.

Gedanken sind klebrig, und wenn du ihnen einmal Aufmerksamkeit gibst, werden sie immer klebriger. Wenn du einem folgst, dann kommt der nächste, und der ist noch klebriger. Und so leben die meisten Menschen ein Leben nur in Gedanken. Aber sobald du anfängst, die Gedanken einfach zu ignorieren, dann trocknet dieser Kleber aus.

Aber sobald du anfängst, die Gedanken einfach zu ignorieren, egal welche, dann trocknet dieser Kleber aus.

Das ist ganz faszinierend.

Am Anfang ist es uns unmöglich, aber wir fangen an zu meditieren. Wir setzen uns jeden Morgen eine halbe Stunde hin, und auch während des Meditierens haben wir überhaupt nicht das Gefühl, dass es uns gelingt, die Gedanken zu ignorieren. Es ist alles völlig unmöglich. Aber wir setzen uns trotzdem hin. Wir geben unser Bestes und genießen es, so gut wir können.

Und ohne dass wir es merken, geschieht dort etwas. Die Gedanken verlieren ihre Macht, werden weniger klebrig, und etwas anderes, das wir nicht kennen und von dem wir auch überhaupt nichts wissen, wird anziehender, wird mächtiger, wird stärker in uns.

Und je öfter wir das praktizieren und je regelmäßiger – das ist das Wichtige beim Meditieren, jeden Tag –, desto mehr verlieren die Gedanken ihre magnetische Anziehungskraft.

Also versuche nicht irgendwelche Tricks wie Ablenken , sondern trainiere deine innere Kraft, deine Aufmerksamkeit zu lenken, und das lernst du beim Meditieren.

Die meisten Menschen mögen Meditation nicht, zumindest nicht die Samarpan-Meditation, weil man da mit sich selbst konfrontiert wird. Du setzt dich hin, du schließt die Augen, und du kennst es vielleicht: Wenn du nichts zu tun hast und einfach mit geschlossenen Augen dasitzt, dann werden die Gedanken richtig laut, weil du sonst keinerlei Ablenkung hast.

Da merkst du dann, wie es um deine Aufmerksamkeit wirklich bestellt ist. Das ist wie ein schmerzhafter Spiegel der Realität.

Dann versuchst du, deine Aufmerksamkeit an dich zu nehmen und dorthin zu lenken, wo du sie haben willst, nicht auf die Gedanken, sondern zum Beispiel aufs Kronenchakra – und nach drei Sekunden merkst du, wie du wieder denkst.

Und sich und die eigene innere Schwäche so zu erleben, ist für viele Menschen nicht einfach, aber das macht in Wirklichkeit überhaupt nichts. Allein die Bereitschaft, sich dem auszusetzen, allein die Bereitschaft, es immer wieder zu probieren, ganz gleichmütig, so wie ich es eingangs, zu Beginn dieses Satsangs, sagte, ohne jeden Ernst, wie ein Spiel – das ändert alles.

Du entthronst die Gedanken, einfach indem du jeden Morgen eine halbe Stunde lang übst, diesem Ohrwurm keinerlei Beachtung zu schenken, keinerlei Wichtigkeit beizumessen.

Wenn du das tust, kommen oft Gefühle, weil alles in einem glaubt, es sei doch wichtig, und dann einfach die Gefühle da sein lassen, den Gedanken ignorieren und einfach ausruhen.

Und wie gesagt, man hat überhaupt nicht das Gefühl, dass man hier irgendetwas Sinnvolles täte oder dass sich irgendetwas ändert.

Aber du hast keine Ahnung, was da passiert.

Das ist der Weg aus der Tyrannei der Gedanken heraus.

Ein Weg, den die Gedanken für nutzlos halten – und das ist gut so.

Ja, das ist das, was ich dir empfehlen kann. Das wirkt wirklich. Und sei geduldig mit dir selbst, unendlich geduldig.

Liebe dich so, wie du bist.

Auch das entwaffnet die Gedanken.

Danke, Eva.

[Simone:] Ich habe keine weiteren Fragen.

[Dhyan Mikael:] Dann lese ich noch eine Frage vor, die ich per E-Mail bekommen habe. Aber es ist ja schon neun, mein Gott. Okay, diese Frage noch, dann hören wir auf.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell die Zeit vergeht.

„Meine Frage ist: Was geschieht nach dem Tod? Wie leben wir weiter, und wie und warum werden wir wiedergeboren? Sind unsere Leben im göttlichen Plan schon vorherbestimmt?”

Oh, mein Gott, das ist keine Frage, die ich um zwei Minuten nach Schluss noch kurz beantworten kann.

Das ist eine Frage, die in drei Sätzen alles beinhaltet, worüber man im Satsang so sprechen könnte.

Ich glaube, die hebe ich für morgen auf, für den Anfang des morgigen Pfingstmontag-Satsangs.

Ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergeht.

Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht

Danke, dass du da bist. Danke für diesen Satsang.

Es ist so ein Geschenk für mich, hier bei dir und bei euch sein zu dürfen.

Wenn dir das taugt, hier zu sein, wenn du es genießt, dann lade ich dich ein, morgen noch einmal dabei zu sein.

Für mich gibt es nichts Besseres, als im Satsang zu sitzen. Wenn du nichts verpassen möchtest, was ich tue, lade ich dich ein, meinen Newsletter zu abonnieren. Das kannst du auf meiner Webseite machen. Es geht ganz leicht.

Wenn du Lust hast, das, was ich hier tue, zu unterstützen, dann freue ich mich sehr. Wenn dir das Freude macht, dann findest du auf meiner Webseite Informationen dazu, wie das geht.

Alles hier ist umsonst, alles ist nur für dich da. Aber wenn du Lust hast, mich zu unterstützen, dann ist das für mich ein Segen.

Danke.

Vielleicht bis morgen. Wenn du noch Fragen hast, schreib mir per E-Mail. Ich antworte immer. Es kann eine Weile dauern, aber ich antworte immer. Ich freue mich, von dir zu hören.

Ich liebe dich.