Leben ohne innere Worte
Mitten in der Welt, doch still im Innern.
Wir haben verlernt, zu leben: wir denken nur noch, was wir erleben. Warum fühlt sich Rausch so befreiend an, warum Sex so intensiv? Weil dort für Momente die Worte im Kopf verstummen – und genau das ist jedem jederzeit möglich, in jedem Augenblick.
Über dieses Video:
Es gibt Momente in deinem Leben, in denen du bereits erlebt hast, wovon dieses Video handelt: beim Sex zum Beispiel, oder im Rausch. Für ein paar Sekunden hören die Worte im Kopf auf, und was bleibt, ist ein Erleben, das so direkt und so köstlich ist, dass man mehr davon will. Aber wir missverstehen diese Momente: wir glauben, das Köstliche käme vom Sex oder vom Alkohol – und suchen es dann dort, wo es nicht zu finden ist.
In Wirklichkeit ist etwas ganz anderes geschehen: das Denken hat für einen Augenblick aufgehört. Denn sobald du das Erlebte in Worte fasst, entsteht ein Abstand – und in diesem Abstand entsteht das Ich: das Gefühl, jemand zu sein, der erlebt. Dieses Gefühl gibt dir die scheinbare Sicherheit, über dich und die Welt Bescheid zu wissen. Wer aber direkt bei der Erfahrung bleibt, dort wo noch keine Worte sind, weiß nichts mehr; es fühlt sich nackt an. Deswegen käme keiner von selbst niemals auf die Idee, das einmal zu probieren.
Ich erzähle dir in diesem Video von dem Rückweg zum unmittelbaren Erleben, der jedem Menschen möglich ist, auch dir. Und ich erzähle dir von etwas, das dich vielleicht überrascht: ohne Gedanken geht alles schneller. Denn das Denken ist langsam und kostet Kraft; das Leben ohne Worte im Geist hingegen geschieht von selbst – und zwar besser, als du es dir je hättest erdenken können.
Nur eines brauchst du dafür: die Bereitschaft, immer wieder von vorne anzufangen. Du wirst dich unzählige Male in Gedanken wiederfinden, und jedes Mal kehrst du einfach zurück, ohne zu zählen – und ohne zu bewerten, denn ohne Worte im Innern kannst du nichts darüber wissen, wie gut du es machst.
Wie das ganz praktisch aussieht, davon erzähle ich dir in diesem Video aus meiner eigenen Erfahrung. Ich rede nicht von irgendwelchen esoterischen Theorien. Wovon ich dir berichte, ist das, was ich mit mir selbst erlebe. Und wenn ich dies erleben und entdecken kann, dann kannst es auch du. Fang einfach an.
Links zu den Themen in diesem Video:
(weiter unten gibt es die vollständige Abschrift).
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Die einzige Übung im Leben
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Wie aus Worten das Ich und Du entsteht
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Wir haben verlernt zu erleben
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Wenn Sex uninteressant wird
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Ein Guru lockt dich nach innen
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Vor die Worte treten und nichts mehr wissen
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Denken ist langsam, Erleben ist schnell
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Die Anziehung der Worte verschwindet
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Wenn aus Tropfen ein Wasserstrahl wird
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Was wirklich geschieht, ist unerinnerbar
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Sich verlieren im Erleben
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Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:
Die einzige Übung im Leben
Link zum Thema im Video bei 0m31s
Guten Morgen.
In diesem Video möchte ich mit dir darüber sprechen, was es mit Gedanken auf sich hat.
Und das ist ganz spannend, wenn man sich das einmal ein wenig näher betrachtet.
Ich sage dir immer wieder, dass die einzige Übung, die wir im Leben zu tun haben, darin besteht, den Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben.
Und diese simple Aufgabe ist gar nicht so einfach, und das entdeckst du, wenn du beginnst mit der Meditation.
Bei der Himalaya-Samarpan-Meditation, von der ich immer wieder spreche und die ich seit vielen, vielen Jahren praktiziere, macht man im Grunde etwas ganz Einfaches.
Man setzt sich für eine halbe Stunde hin, man schließt die Augen, und man ruht mit der Aufmerksamkeit im Kronenchakra. Und das heißt: man spürt das einfach. Man ist mit der Aufmerksamkeit hier oben am Scheitel, mehr ist es nicht: etwas völlig Unesoterisches, einfach diese Stelle hier oben. Man geht zu Beginn der Meditation mit der Hand da drauf und drückt ein bisschen drauf und macht drei Kreise im Uhrzeigersinn, damit man diese Stelle gut spürt.
Und dann bleibt man mit der Aufmerksamkeit einfach dort und spürt, ohne darüber nachzudenken.
Und wenn du das probierst, wirst du etwas sehr Interessantes erleben.
In den ersten paar Sekunden oder Minuten ruhst du einfach dort und spürst.
Aber sofort kommt ein Gedanke: „Ah, ich meditiere”, oder irgendein ganz subtiler Gedanke über das, was du da spürst.
Als wäre es unmöglich, einfach nur zu erleben; als müsste sofort ein Gedanke kommen über das, was da gerade erlebt wird.
Und wenn das nicht passiert, kommt ein Gedanke über das, was du nachher tun musst oder das, was du vorhin getan hast.
Oder es kommt ein Gedanke, wie du jemandem erzählst, was du gerade erlebst.
Und dann besteht die Übung in der Meditation darin, diese Gedanken sein zu lassen: den Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben, sondern zurückzukehren zu der reinen, direkten Erfahrung, zum Erleben, was ich spüre, wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit an dieser körperlichen Stelle bin. Wie fühlt sich das an?
Wie ist es da?
– aber nicht als intellektuelle Frage, die ich mit Worten im Geiste beantworte, sondern einfach direktes Erleben.
Und dann bemerkst du, wie der nächste Gedanke darüber kommt, was du da gerade spürst.
Und dann kommt ein Gedanke, ob du das wohl richtig machst, ob du das Richtige spürst.
Und dann kehrst du zurück zur Erfahrung ohne Gedanken, und im nächsten Moment kommen die nächsten Gedanken.
Wie aus Worten das Ich und Du entsteht
Link zum Thema im Video bei 5m13s
Es ist, als könnten wir nur erleben durch Gedanken.
Es ist, als könnten wir nur erleben durch Gedanken. Wir haben verlernt, zu erleben ohne Gedanken. Und den Rückweg dorthin – erleben ohne Gedanken – den treten wir an, wenn wir beginnen zu meditieren.
Link zum Zitat im Video bei 5m13s
Wir haben verlernt, zu erleben ohne Gedanken.
Und den Rückweg dorthin – erleben ohne Gedanken – den treten wir an, wenn wir beginnen zu meditieren.
Gedanken sind per se nicht schlecht.
Gedanken erlauben uns etwas, was Tiere nicht können: wir können uns austauschen über Dinge, die über das unmittelbare Geschehen hinausgehen.
Wenn ich traurig bin und du neben mir sitzt, dann spürst du, dass ich traurig bin, entweder durch meinen Gesichtsausdruck oder dadurch, dass ich weine oder einfach durch meine Energie.
Aber wir Menschen sind in der Lage, uns mitzuteilen über das, was ich vorhin erlebt habe, was ich gesehen habe, was ich herausgefunden habe. Und auf diese Art und Weise ist ein Miteinander möglich, was sehr fruchtbar sein kann.
Aber es ist so, dass wir irgendwann mit diesem Denken, mit dem in Worte fassen des Erlebten, begonnen haben und damit nicht mehr aufhören können.
Es ist so: Ich erlebe etwas, später begegne ich dir, und nun möchte ich dir von dem Erlebten berichten, damit du darüber Bescheid weißt. Vielleicht habe ich eine tolle Stelle im Wald gefunden, wo es Nahrung gibt, Pilze zum Beispiel, und ich möchte dir davon berichten, damit du auch dorthin gehen kannst. Und nun kann ich dir mit Worten beschreiben, was ich gefunden habe und wo ich es gefunden habe und wie du dorthin gelangst. Es ist ungeheuer praktisch, diese Fähigkeit, das zu übermitteln.
Und durch das in Worte fassen dessen, was ich erlebt habe, was ich wahrgenommen habe, entsteht das Du und das Ich.
Durch das in Worte fassen dessen, was ich erlebt und wahrgenommen habe, entsteht das Du und das Ich. Durch das in Worte ich bin getrennt vom Erlebten: ich erinnere mich und ich beschreibe es – zunächst in meinem Geiste und dann, akustisch, durch das gesprochene Wort. Und dadurch entsteht das Ich.
Link zum Zitat im Video bei 8m37s
Durch das in Worte fassen, im Geiste – das sind Gedanken –, entsteht das Ich.
Ich bin in dem Moment getrennt von dem Erlebten: ich erinnere mich und ich beschreibe es – zunächst in meinem Geiste und dann, akustisch, durch das gesprochene Wort.
Und dadurch entsteht das Ich. Im Geiste sehe ich mich, was ich erlebt habe, und das beschreibe ich.
Und das Ziel der Worte bist du, und so entsteht das Du.
Und dann ist das Gespräch vorbei. Du ziehst los in den Wald, um die Pilze zu pflücken, und du freust dich.
Aber mein Kopf hört nun nicht auf zu denken.
Wir haben verlernt zu erleben
Link zum Thema im Video bei 10m18s
Das ist unser Zustand. Wir haben ein Werkzeug geschenkt bekommen, das sich als ungeheuer praktisch erwiesen hat, und jetzt können wir es nicht mehr aus der Hand legen. Wir erleben durch dieses Werkzeug, und dadurch haben wir vergessen, wie man lebt – wie man erlebt.
Und das kannst du in der Meditation erleben.
Wenn du einfach nur die Augen schließt, im Kronenchakra ruhst und erlebst, wie das ist in diesem Augenblick, dann ist da niemand, der das erlebt.
Wenn du einfach nur die Augen schließt, im Kronenchakra ruhst und erlebst, wie das ist, dann ist da niemand, der das erlebt. Sobald sich ein Gedanke darüber formt, bist du da. Aber wenn der Gedanke darüber nicht da ist, ist da niemand, und auch keiner, der sich erinnert, und keiner, der darüber irgendetwas sagen könnte.
Link zum Zitat im Video bei 10m56s
Sobald sich ein Gedanke formt über das, was du da gerade erlebst, bist du da.
Aber wenn der Gedanke darüber nicht da ist, ist da niemand, und auch keiner, der sich erinnert, und keiner, der darüber irgendetwas sagen könnte später.
Es ist ganz faszinierend.
Und wenn du nun aufhörst, über das, was du jetzt gerade wahrnimmst und erlebst, Worte zu formen in deinem Geiste, sondern dableibst, ganz nah dran am Erlebten, dann ist da kein Abstand. Es ist, als wärst du das Erlebte.
Da ist kein Platz für Ich und Du. Du spürst einfach, ohne dass da ein Du ist.
Und dann kommt wieder der nächste Gedanke – Worte über das, was du erlebst: „Ah, es kribbelt.
Ah, Mist, es kribbelt nicht. Mache ich etwas falsch?”
Und schon ist da ein Abstand zum Erlebten, und in diesem Abstand entsteht das Ich.
Ohne diese Worte im Geist, ohne diesen Abstand, erlebst du einfach, und da ist kein Platz für ein Ich und auch kein Platz für richtig oder falsch oder „ich sollte doch”; einfach Erlebtes, direkt, unmittelbar, ganz intensiv und doch vollkommen entspannt, anstrengungslos.
Und so können wir leben.
Aber wir haben das verlernt.
Ich sagte gerade: Sobald ein Abstand entsteht zwischen dem, der wahrnimmt, und dem Wahrgenommenen, entsteht jemand: Du.
Es ist nichts anderes als ein Gefühl, das entsteht, wenn ich das Wahrgenommene in Worte kleide.
Dann entsteht das Gefühl, jemand zu sein, der erlebt. Und dieses Gefühl entsteht, indem das Erlebte im Geiste in Worte gefasst wird.
Und dieses Gefühl, dieses subtile Gefühl, jemand zu sein, der das erlebt: daran sind wir gewöhnt.
Irgendwann haben wir dieses Gefühl zum ersten Mal entdeckt, als wir lernten zu sprechen, als wir lernten, das Erlebte in Worte zu fassen, im Geist, und mit anderen darüber zu sprechen.
Und dieses Gefühl hat ein Eigenleben entwickelt.
Der, der erlebt, hat vergessen, wie man erlebt, und denkt nun nur noch, was er erlebt.
Der, der erlebt, hat vergessen, wie man erlebt, und denkt nun nur noch, was er erlebt. Aber das ist nicht Erleben, das ist ein Leben in Gedanken, und das tun fast alle Menschen die ganze Zeit.
Link zum Zitat im Video bei 16m09s
Aber das ist nicht Erleben; das ist ein Leben in Gedanken, und das tun fast alle Menschen, die ganze Zeit.
Wenn Sex uninteressant wird
Link zum Thema im Video bei 16m39s
Aber dann gibt es wenige Momente, wenige Gelegenheiten im Leben, wo es anders ist.
Obwohl du nichts anderes kennst als dieses Leben getrennt vom Erlebten, in Worten, die du dir selbst sagst, die ganze Zeit, über das, was gerade geschieht, gibt es doch manchmal Gelegenheiten, wo dieser Fluss der Worte in dir unterbrochen wird, zum Beispiel beim Sex.
Die meisten Menschen erleben während einer sexuellen Begegnung Momente, wo kein Platz mehr ist für Worte, manchmal nur für wenige Sekunden während des Orgasmus, manchmal ein bisschen mehr.
Manche erleben während einer sexuellen Begegnung Momente, wo kein Platz mehr ist für Worte – wo man erlebt, ohne zu denken –, und die sind so intensiv, so direkt, dass man davon immer mehr haben will. Ein Mensch, der ohne Worte im Kopf wieder direkt erlebt, für den wird Sex uninteressant, weil er dieses köstliche direkte Erleben die ganze Zeit hat.
Link zum Zitat im Video bei 17m18s
Und diese wenigen Augenblicke, wo man erlebt, ohne zu denken, weil das Denken aufgehört hat für Momente – die sind so intensiv, so direkt, so köstlich, dass man davon immer mehr haben will.
Ein Mensch, der gelernt hat, ohne Worte im Kopf zu leben, der wieder direkt erlebt, für den wird Sex uninteressant, weil er dieses erstaunliche, intensive, köstliche, direkte Erleben die ganze Zeit hat.
Oder man erlebt es, wenn man Drogen nimmt. Wenn du Alkohol trinkst, hört die Kraft der Gedanken irgendwie auf, aber nicht, weil man nicht mehr denkt und die Dinge, die man erlebt, nicht mehr in Worte fasst, sondern weil man den Geist betäubt und lähmt.
Aber man erlebt es wie eine Befreiung, wie eine Entspannung von der ständigen Arbeit, Worte entstehen lassen zu müssen.
Und es fühlt sich gut an.
Und so trinken die Menschen oder nehmen andere Drogen, die ihnen ein unmittelbares Erleben gestatten für Momente, während eines Trips, während eines Rausches. Aber natürlich kommen die Worte zurück, und man ist wieder getrennt vom Leben.
Aber Alkohol und andere Drogen sind nicht notwendig, um das zu erleben. Sex ist nicht notwendig, um das erleben zu können. Jeder Mensch kann lernen, zurückzukehren zum unmittelbaren Erleben dessen, was gerade ist.
Und das lernt man in einem geschützten Raum, still und heimlich, während der Meditation.
Aber es ist nun so: Wenn du aufhörst, diesen Worten, die sich in deinem Geiste ständig formen, Aufmerksamkeit zu geben, und nur noch bei dem bist, was geschieht – zum Beispiel in der Meditation, wenn du mit deiner Aufmerksamkeit einfach hier oben am Scheitel ruhst –, dann bricht die Hölle in dir los.
Du hast das absolut überzeugende Gefühl: „So kann man nicht leben.”
Du hast das Gefühl, dass der – oder, wenn du eine Frau bist, die … ich sage einfach immer nur „der”, weil es einfacher ist, aber natürlich meine ich auch dich; aber... – man hat das Gefühl, dass der, der da wahrnimmt, notwendig ist, damit alles seinen richtigen Gang geht. Der, der scheinbar erkennt, indem er alles in Worte fasst und Entscheidungen darüber trifft: gut, schlecht, will ich, will ich nicht, sollte geschehen, sollte nicht geschehen, der ist wichtig im Leben – das ist unser Gefühl, das ist unser Lebensgefühl.
So entsteht das Ich: durch diese Worte und die damit zusammenhängenden Bewertungen und Einordnungen.
Und das Gefühl ist: „Ohne das, ohne den, ohne dieses Ich, ohne mich, wird dieses Leben schiefgehen; wird es nicht möglich sein.”
Du würdest von selbst niemals auf den Gedanken kommen, den Gedanken keine Aufmerksamkeit mehr zu geben.
Du würdest von selbst niemals auf den Gedanken kommen, den Gedanken keine Aufmerksamkeit mehr zu geben. Du würdest niemals auf den Gedanken kommen, nachzuschauen, was vor den Worten war, weil du dazu die scheinbare Sicherheit der Gedanken verlassen musst.
Link zum Zitat im Video bei 23m03s
Du würdest niemals auf den Gedanken kommen, nachzuschauen, was vor den Worten war, weil du dazu die scheinbare Sicherheit der Gedanken verlassen musst.
Die Gedanken erschaffen die Welt.
Die Gedanken erschaffen die Welt: dich, mich und alles, was du erkennst. Wenn du an die Stelle gehst mit deiner Aufmerksamkeit, die vor den Gedanken ist, vor den Worten über das Erlebte, wenn du nur noch direkt am Erlebten bist, fühlt sich das nackt an. Du bist plötzlich nicht mehr da, und damit auch keiner, der aufpassen kann, dass hier nichts mehr schiefgeht.
Link zum Zitat im Video bei 23m40s
Es ist wirklich so. Die Gedanken erschaffen dich und mich und alles, was du erkennst.
Und wenn du an die Stelle gehst mit deiner Aufmerksamkeit, die vor den Gedanken ist, vor den Worten über das Erlebte, wenn du nur noch direkt am Erlebten bist, dann fühlt sich das nackt an.
Du bist plötzlich nicht mehr da, und damit auch keiner, der aufpassen kann, dass hier nichts mehr schiefgeht.
Ein Guru lockt dich nach innen
Link zum Thema im Video bei 24m36s
Aber dann kommt jemand in dein Leben, einer, der so lebt.
Und ohne dass du weißt, wie es möglich ist, tust du es auch, automatisch: plötzlich, von selbst, erlebst du Augenblicke ohne Gedanken, Augenblicke, wo du direkt bei dem bist, was gerade ist, egal was es ist. Vielleicht erlebst du gerade Trauer oder Schmerz oder Freude oder einfach nur stilles Hiersein. Aber ganz gleich, was es ist: wenn du nicht im Gedanken darüber bist, sondern direkt im Erleben, ist diese Direktheit unfassbar einfach und richtig, ganz gleich, was erlebt wird.
Und alleine würdest du nie auf den Gedanken kommen, das zuzulassen.
Aber manchmal geschieht es dir von selbst, im Sex oder mit Drogen, ohne dass dir das bewusst ist. Aber dann, irgendwann, wenn die Zeit in deinem Leben gekommen ist, dass du das lernst, kommt einer in dein Leben oder eine, die dich dorthin lockt – ein Guru, ein Meister, ein Jesus, ein Buddha –, und dann beginnst du diese Entdeckungsreise nach innen, das Innen, das da beginnt, wo die Gedanken aufhören; wo du beginnst, direkt zu erleben, was in dir ist.
Dann beginnst du diese Entdeckungsreise nach innen – das Innen, das da beginnt, wo die Gedanken aufhören; wo du beginnst, direkt zu erleben, was in dir ist. Wenn du das lernst, beginnst du, auch das, was um dich herum ist, direkt zu erleben, ohne Gedanken, ohne Worte – ohne dass du mit dir selbst darüber sprichst, was du gerade erlebst.
Link zum Zitat im Video bei 26m38s
Und wenn du das lernst, beginnst du nach und nach, auch das, was um dich herum ist, direkt zu erleben, ohne Gedanken, ohne Worte – ohne dass du mit dir selbst darüber sprichst, was du gerade erlebst.
Vor die Worte treten und nichts mehr wissen
Link zum Thema im Video bei 27m34s
Und das ist etwas, was man ganz, ganz langsam lernt.
Im Moment weißt du sehr viel über dich und über die Welt. Du weißt, was richtig und falsch ist. Du weißt, ob du richtig oder falsch bist.
Aber wenn du vor die Worte gehst, direkt zum Erleben, ist es, als würdest du nichts mehr wissen.
wenn du vor die Worte gehst, direkt zum Erleben, ist es, als würdest du nichts mehr wissen. Es bleibt nichts anderes mehr übrig als der Augenblick in deinem Bewusstsein. Es fühlt sich nackt an, wehrlos. Du weißt nichts mehr. Die scheinbare Sicherheit deiner Gedanken und die scheinbare Sicherheit dessen, was du weißt, ist weg.
Link zum Zitat im Video bei 27m54s
Es bleibt nichts anderes mehr übrig als der Augenblick in deinem Bewusstsein.
Es fühlt sich nackt an, wehrlos.
Du weißt nichts mehr.
Die scheinbare Sicherheit deiner Gedanken und die scheinbare Sicherheit dessen, was du weißt, ist weg. In Wirklichkeit weißt du überhaupt nichts.
In Wirklichkeit weißt du überhaupt nichts. Das, was du als Wissen erlebst, sind die Bilder und Meinungen, die du dir über das Erlebte zurechtgelegt hast. Nichts von dem, was es war, nichts von dem, was du über die Welt und über dich glaubst, stimmt. Aber es gibt dir ein Gefühl der Sicherheit.
Link zum Zitat im Video bei 28m37s
Das, was du als Wissen erlebst, sind die Bilder und Meinungen, die du dir über das Erlebte zurechtgelegt hast. Nichts von dem, was es wahr; nichts von dem, was du über die Welt und über dich glaubst, stimmt – aber es gibt dir ein Gefühl der Sicherheit.
Und wenn du unmittelbar erlebst, ohne Worte im Geist, dann ist diese scheinbare Sicherheit weg, und es fühlt sich nackt an. Und daran muss man sich gewöhnen, ganz allmählich: Erst innen, ganz allmählich, während man meditiert. Und es braucht Jahre, bis man beginnt, das wirklich zu tun. Aber das macht nichts; dafür bist du hier.
Und dann, immer mehr, beginnst du, auch das, was geschieht, wenn du nicht meditierst, unmittelbar zu erleben, und du entdeckst die gleiche Intensität, die doch so leicht ist und so mühelos und so von selbst geschieht, in allem, was du während des Tages und der Nacht erlebst.
Du kannst nichts darüber sagen, weil keine Worte und Gedanken entstehen.
Du bist einfach dabei.
Du erlebst, wie auf auf magische Art und Weise das Erleben weitergeht, obwohl du nichts darüber denkst und nichts darüber weißt.
Und zwar geht alles weiter in perfekter Weise, besser, als du dir das je hättest erdenken können.
Denken ist langsam, Erleben ist schnell
Link zum Thema im Video bei 31m15s
Dieser Vorgang, Worte zu formen über das Erlebte, Gedanken zu formen, ist unglaublich langsam. Es erfordert Zeit – und viel Energie übrigens.
Und deswegen dauert es so lange, wenn wir denken, bis wir etwas getan haben, bis wir uns entschieden haben, bis wir wissen, wie es geht.
Aber wenn du beim Erleben bleibst und der Versuchung widerstehst, auf Worte zu warten, wenn du der Versuchung widerstehst, zu denken statt zu erleben, dann geht alles ganz schnell. Dann weißt du in jedem Augenblick, was zu tun ist, ohne dass dir bewusst ist, dass du irgendetwas weißt. Es geschieht von selbst.
Aber wenn du beim Erleben bleibst und der Versuchung widerstehst, auf Worte zu warten, wenn du der Versuchung widerstehst, zu denken statt zu erleben, dann geht alles ganz schnell. Dann weißt du in jedem Augenblick, was zu tun ist, ohne dass dir bewusst ist, dass du irgendetwas weißt. Es geschieht von selbst.
Link zum Zitat im Video bei 31m50s
Und du weißt nichts darüber, über diese Magie, weil sie einfach geschieht und da niemand ist, der denkt und sich irgendetwas merkt.
Wenn du so meditierst, setzt du dich hin, und du weißt überhaupt nicht, wie lange du schon meditierst. Irgendwann schlägst du die Augen auf und bist erstaunt: „Was, 35 Minuten vorbei? Wie ist das nur möglich?”
Und du arbeitest und tust, und die Dinge geschehen, und plötzlich ist alles erledigt, und du weißt überhaupt nicht, wie das möglich ist, weil keiner da war, der die einzelnen Schritte gedacht und entschieden hat.
Und es spart unglaubliche Energie, und du bist zu Dingen fähig, die du nicht kannst, wenn du denkst.
Das ist echtes Leben. Aber wie gesagt: normalerweise kann ein Mensch sich nicht vorstellen, dass das möglich ist, weil wir nichts anderes kennen.
Und diese kurzen Momente, wo wir es dann doch erleben, zum Beispiel im Sex, da glauben wir, das käme vom Sex – dann wollen wir mehr Sex. Wir verstehen nicht, was wirklich geschehen ist. Wir erleben es als Erleichterung und als Wohltat, Alkohol zu trinken, weil dann diese Entspannung eintritt und dieses Leichte, weil man gerade nicht denken kann. Und dann wollen wir mehr von dem Zeug, weil wir nicht verstehen, was eigentlich geschehen ist. Und wir haben nicht verstanden, dass das immer geht, egal ob du gerade Sex hast oder nicht, egal ob du gerade trinkst oder nicht.
Das Einzige, was wir zu tun haben – und das ist eine Kleinigkeit –, ist, vor den Gedanken zu bleiben: an der Stelle zu bleiben, die vor den Worten ist, die entstehen, wenn ich etwas erlebe.
Das Einzige, was wir zu tun haben – und das ist eine Kleinigkeit –, ist, vor den Gedanken zu bleiben, an der Stelle, die vor den Worten ist, die entstehen, wenn ich etwas erlebe. Was ich erlebe, ändert sich, aber ich bleibe da, beim Erlebten. Ich weiß nicht, was als Nächstes kommt, aber ich bleibe da, beim Erlebten. Das ist Leben.
Link zum Zitat im Video bei 34m35s
Und das, was ich erlebe, ändert sich die ganze Zeit, aber ich bleibe da, beim Erlebten.
Und ich weiß nicht, was als Nächstes kommt, aber ich bleibe da, beim Erlebten. Das ist Leben.
Und du kannst so jeden Augenblick leben.
Das ist einfach und leicht, egal was du erlebst.
Die Anziehung der Worte verschwindet
Link zum Thema im Video bei 35m41s
Und wenn du so meditierst, wenn du das während des Meditierens übst, dann kannst du das dort erleben, für Momente, oft nur ganz kurz, aber das reicht, um dir einen Geschmack von dem zu geben, wovon ich hier erzähle.
Und dann erlebst du den Unterschied, wie es ist, wenn du direkt beim Erlebten bist.
Und dann bist du plötzlich wieder bei den Worten, die über das Erlebte entstehen oder über etwas anderes, was überhaupt nichts mit dem zu tun hat, was du gerade erlebst. Und dann erlebst du diesen Unterschied, und du erlebst die Lebendigkeit des unmittelbar Erlebten und das Leblose der Worte darüber.
Und gleichzeitig erlebst du, dass es dennoch geschieht, die Worte, die Gedanken. Aber du erlebst auch, dass du immer wieder zurückkehren kannst, und das übst du dann die ganze Zeit.
Und die Zeiten des unmittelbar Erlebten, des Lebens ohne Gedanken, werden mit der Zeit mehr. Und die Anziehung der Worte und Gedanken, die Selbstverständlichkeit, mit der wir normalerweise in diesen Worten im Geiste, in den Gedanken, sind mit unserer Aufmerksamkeit, wird weniger.
Aber es ist ein allmählicher Prozess, der langsam geschieht.
Wir müssen uns daran gewöhnen, an diese unfassbare Intensität des Augenblicks.
Wir müssen uns daran gewöhnen, an diese unfassbare Intensität des Augenblicks. Wir kennen Intensität nur aus den Gedanken, aber die Intensität, von der ich spreche, ist eine andere: Die ist unglaublich still, ohne jede Anstrengung – einfach nur Leben.
Link zum Zitat im Video bei 37m47s
Wir kennen Intensität nur aus den Gedanken, aber die Intensität, von der ich spreche, ist eine andere: Die ist unglaublich still, ohne jede Anstrengung – einfach nur Leben.
Und das wird immer mehr, immer mehr.
Und ein Meister, ein Guru, der lebt dort, ohne Worte im Geist – etwas, was für dich unvorstellbar ist, aber es ist möglich: auch dir.
Du wirst es erleben.
Es gibt eine Zen-Geschichte, die ich vor einigen Jahrzehnten einmal irgendwo gelesen habe.
Ein Zen-Meister bekam Besuch – nein, der Zen-Meister bekam nicht Besuch: Der Zen-Meister hatte einen Schüler, einen sehr guten Schüler, der schon seit vielen, vielen Jahren beim Zen-Meister war und der selbst sehr still geworden war. Und mit „still geworden” meine ich: keine Worte im Geist.
Aber der hatte einen Freund, und eines Tages kam dieser Freund, um den Schüler zu besuchen.
Und der Zen-Meister hatte die Angewohnheit, jeden Morgen und jeden Abend spazieren zu gehen – natürlich ohne Worte, ohne Worte im Geist, aber auch ohne gesprochene Worte –, um den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang zu erleben.
Und als der Schüler Besuch bekam, fragte er ihn, ob sein Freund mit auf den Spaziergang gehen dürfe, und der Zen-Meister sagte: „Ja, wenn er nicht spricht.”
Das war kein Problem: Der Schüler erklärte seinem Freund, was Sache ist, und so gingen sie zu dritt ganz in Stille spazieren.
Sie gingen durch den Wald und auf einen Hügel, und als sie oben am Hügel ankamen, da ging gerade die Sonne auf.
Und der Freund sagte: „Wow, wie schön!”
Und dann kehrten sie zurück durch den Wald, zurück zur Hütte des Zen-Meisters.
Irgendwann verabschiedete sich der Freund, und die beiden waren wieder allein.
Und irgendwann sagte der Zen-Meister zu seinem Schüler: „Bitte lade diesen Menschen nicht noch einmal ein.
Er spricht zu viel.”
Im Augenblick der größten Schönheit konnte dieser Mensch nicht erleben.
Er konnte nicht anders, als in die Worte zu gehen – nicht nur im Geist: er musste sie aussprechen –, und war damit nicht mehr beim Erlebten.
Diese zwei Worte waren zu viel, diese drei Worte.
Dann bist du heraus aus dem Erlebten.
Wenn aus Tropfen ein Wasserstrahl wird
Link zum Thema im Video bei 42m22s
Aber wir können immer so leben: ohne Worte im Geist. Entscheidungen geschehen, Arbeit wird gemacht, Liebe geschieht, sogar Sex geschieht – ohne Worte im Geist.
Und dann kannst du sogar sprechen über das Erlebte, wenn es angebracht ist, aber du hast nichts damit zu tun: dein Geist ist leer, keine Worte über dich, über das Erlebte in dir drin.
Wir können dieses Werkzeug der Worte verwenden – in den seltenen Fällen, wo es angebracht ist –, ohne zu denken.
Das Problem ist nicht das Sprechen; das Problem ist, dass wir im Geiste begonnen haben, unser Leben in Worten zu führen, und nicht mehr erleben.
Das Problem ist nicht das Sprechen; das Problem ist, dass wir im Geiste begonnen haben, unser Leben in Worten zu führen, und nicht mehr erleben. Und dann werden wir abgestumpft, unempfindsam, weil wir nicht mehr erleben, sondern nur noch denken.
Link zum Zitat im Video bei 43m30s
Und dann werden wir abgestumpft, unempfindsam, weil wir nicht mehr erleben, sondern nur noch denken, ohne dass wir das wissen.
Und dann sind alle möglichen schrecklichen Dinge möglich, weil wir Menschen nicht mehr beim Erlebten sind, sondern nur noch in Gedanken leben. Und so leben alle Menschen, bis auf ganz wenige.
Aber der Rückweg ist möglich, und zwar jedem, auch dir.
Das Einzige, was du dazu brauchst, ist der Mut, es zu probieren.
Und diese Inspiration, diesen Mut, so etwas Verrücktes zu probieren, der wird dir vom Leben zugetragen.
Der geschieht jetzt in deinem Leben.
Und Geduld – diese zwei Sachen brauchst du, und die hast du.
Und dann fängst du einfach an.
Dann erlebst du einen Augenblick, eine Sekunde ohne Denken, nur Erleben, irgendetwas völlig Banales wie zum Beispiel deinen Scheitel.
Aber diese eine Sekunde reicht, um dir einen Geschmack davon zu geben. Und dann probierst du es immer wieder, immer wieder, ohne Anstrengung, ohne Gedanken darüber.
Immer wieder wirst du in dir nackt, leer und still, für einen Moment.
Wenn du einen Wasserhahn aufdrehst, nur ganz, ganz wenig, sodass das Wasser nur tropfenweise heraustropft, dann ist jeder Tropfen vom nächsten Tropfen und von dem Tropfen, der davor kam, getrennt.
Und so sind diese kurzen Momente, die du erlebst während der Meditation und vielleicht auch während des Tages, immer wieder nur Inseln im Strom der Worte und Gedanken.
Aber wenn du diesen Wasserhahn ein wenig mehr aufdrehst, kommen die Tropfen schneller und die Abstände zwischen den Tropfen werden kürzer.
Und so ist es beim Meditieren und auf dem spirituellen Weg.
Je länger du dabei bist, desto geringer werden die Abstände, bis der nächste Augenblick da ist, wo du ohne Worte einfach nur hier bist, leer und still.
Und wenn du den Wasserhahn noch ein kleines bisschen mehr aufdrehst, wird aus den Tropfen ein Wasserstrom; keine Unterbrechungen mehr.
Du bist einfach hier, und nichts unterbricht mehr den Augenblick.
Dieses Aufdrehen des Wasserhahns, dieses Aufdrehen des Wasserhahns des Bewusstseins, des Hierseins in dir, geschieht langsam und von selbst, wie eine Pflanze, die allmählich wächst.
Und das Sonnenlicht und das Wasser und der Dünger für diese Pflanze ist die Meditation und die Inspiration durch den in deinem Leben, der dort schon lebt.
Das Wachsen geschieht dann von selbst und langsam, aber das Wachsen geschieht – unaufhaltsam: Kein Grund zur Eile.
Das ist dir möglich.
Das ist dein Ziel. Dafür bist du hier: um das zu entdecken.
Was wirklich geschieht, ist unerinnerbar
Link zum Thema im Video bei 49m25s
Und nichts weiter ist notwendig auf diesem Weg, das zu entdecken und zu lernen, als immer wieder von vorne anzufangen.
Du ruhst im Augenblick, du erlebst, was du erlebst, ganz gleich, was es ist, unmittelbar, ohne Worte im Geist, für einen Augenblick.
Und das Nächste, was du weißt, ist, dass du wieder in Gedanken bist, dass sich wieder Worte formen in deinem Geist über das, was du da gerade erlebst.
Und dann: die Worte wieder gehen lassen und zurückkehren zum Erleben, immer wieder, tausendmal, millionenmal, milliardenmal, ungezählte Male.
Das tun wir hier.
Und diese Art von Geduld ist das Entscheidende. Diese Art von Geduld ist eine Geduld, die nicht mit Warten zusammenhängt.
Es ist keine Geduld, die mit Gedanken einhergeht wie: „Wann ist es endlich so weit? Wie lange noch?”, sondern es ist eine Bereitschaft. Das Wort Geduld passt hier eigentlich gar nicht. Es ist eine Bereitschaft, immer wieder anzufangen, egal wie oft, ohne Grenzen.
Und diese Bereitschaft, die ist notwendig, ganz einfach deswegen, weil du nicht weißt, wie lange du gedankenlos bist.
Du weißt, wie lange du in Gedanken warst, denn du hast darüber nachgedacht. Aber wenn du einfach erlebst, weißt du hinterher nichts mehr darüber.
Wenn du Sex erlebst und nicht denkst, weißt du hinterher nichts mehr über dieses köstliche Erleben.
Nur noch ein paar wenige abgestandene Gedanken sind in deinem Kopf darüber. Aber das, was eigentlich geschehen ist, ist unbeschreibbar, unerinnerbar.
Man kann es nur erleben.
Und so ist es mit allem, was wir wirklich erleben.
Du weißt hinterher nichts darüber.
Deswegen kannst du nicht wissen, wie erleuchtet du bist – damit meine ich: wie sehr du im Augenblick leben kannst. Du kannst nicht wissen, wie angekommen du bist, denn wenn du ohne Gedanken bist, weißt du nichts über diese Dinge, und auch diese Fragen gibt es dort nicht.
Du kannst nicht wissen, wie erleuchtet du bist – damit meine ich: wie sehr du im Augenblick leben kannst. Du kannst nicht wissen, wie angekommen du bist, denn wenn du ohne Gedanken bist, weißt du nichts über diese Dinge, und auch diese Fragen gibt es dort nicht. Die gibt es erst wieder, wenn du zurück bist in den Worten und Gedanken.
Link zum Zitat im Video bei 52m24s
Die gibt es erst wieder, wenn du zurück bist in den Worten und Gedanken.
Du kannst nichts über dich wissen; du brauchst auch nichts über dich zu wissen.
Deswegen ist das Einzige, was du brauchst, die Bereitschaft, immer wieder von vorne anzufangen: „Ah, ich bin in Gedanken, ich denke über das nach, was gerade geschieht. Jetzt fange ich an, einfach nur hier zu sein.”
Und das immer wieder.
„Wie weit bin ich?
Keine Ahnung, ich bin einfach hier und ich erlebe gerade etwas.
Was es bedeutet, weiß ich nicht.”
Wir erleben, aber wir denken nicht über das Erlebte nach, und wir denken auch nicht über das Erleben nach, und wer erlebt und wie gut ich das schaffe. All das verschwindet, und du kannst nichts darüber sagen.
Du weißt nicht, wer du bist.
Das ist einfach nacktes, direktes Erleben, still, mühelos, und auf eine Weise intensiv, die Gedanken nicht erfassen können.
Sich verlieren im Erleben
Link zum Thema im Video bei 54m56s
Dazu lade ich dich ein: auf diese Entdeckungsreise – eine Reise, die einen Anfang hat, immer wieder einen Anfang, in jedem Moment wieder, und natürlich kein Ende.
Das ist so einfach.
Jeder kann das, jeder kennt das.
Das Einzige, was zu lernen ist, ist, nicht zurückzukehren zu den Worten, sondern einfach da zu bleiben, wo du gerade bist.
Dann beginnt Leben.
Es gibt Gurus und Meister, die sagen, dass alle tot sind, weil sie in Gedanken sind.
Sie formen Worte, die ganze Zeit, über das, was geschieht, und sind dadurch vom Erlebten getrennt und von sich selbst.
Das Selbst sind nicht die Worte und Gedanken, nicht das Wissen über mich.
Das Selbst sind nicht die Worte und Gedanken, nicht das Wissen über mich. Aber wenn du dich gefühlt verlierst im Erlebten, bist du dem, was du bist, am nächsten. Und doch kannst du nichts darüber wissen, kannst es nur erleben.
Link zum Zitat im Video bei 56m29s
Aber wenn du dich gefühlt verlierst im Erlebten, bist du dem, was du bist, am nächsten.
Und doch kannst du nichts darüber wissen, kannst es nur erleben. In gewisser Weise bist du das, was erlebt wird, und das, was erlebt, gleichzeitig: keine Trennung.
In gewisser Weise bist du das, was erlebt wird, und das, was erlebt, gleichzeitig: keine Trennung. Das ist der Urknall des Bewusstseins: bevor Gedanken entstanden. Und da kannst du bleiben: am Anfang. Ich sagte, jeder kann das lernen. Dafür bist du hier in diesem Leben.
Link zum Zitat im Video bei 56m52s
Das ist der Urknall des Bewusstseins: bevor Gedanken entstanden. Und da kannst du bleiben: am Anfang.
Ich sagte, jeder kann das lernen. Dafür bist du hier in diesem Leben.
Dafür bist du hier, an dieser Stelle in deinem Leben, wo du jetzt gerade bist.
Und so einfach es ist, wir müssen es üben und immer wieder neu damit anfangen.
Wenn du hier bist im Augenblick, wenn du Augenblicke erlebst ohne Worte, ist es so einfach, und du weißt: nichts ist notwendig, alles ist gut. Und doch müssen wir es immer wieder probieren, bis aus den Tropfen ein Wasserstrahl wird.
Deswegen erzähle ich dir immer wieder davon, auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen.
Ich mache ein Video nach dem anderen, ich gebe einen Satsang nach dem anderen, aus einem einfachen Grund: um dich immer wieder in diese Richtung zu schubsen, damit du immer wieder von vorne anfängst; damit du einfach dabei bleibst.
Denn wir nehmen das, was wir denken, und das, was wir zu wissen glauben über das Leben und über die Welt und über mich, so ernst.
Und wir glauben, einfach nur hier sein und erleben würde nichts bewirken und reichte nicht.
Dass es anders ist, musst du selbst entdecken. Deswegen schubse ich dich immer wieder in diese Richtung, und deswegen freue ich mich so sehr, dass du da bist und dich schubsen lässt.
Und es ist ein Privileg für mich und eine Ehre und ein Segen, dass ich immer wieder zu dir darüber sprechen darf.
Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht
Link zum Thema im Video bei 59m50s
Wenn du immer wieder erinnert werden möchtest, dann lade ich dich dazu ein, meinen Newsletter zu abonnieren und vielleicht auch die Morgenmomente. An jedem Morgen, um sechs Uhr morgens, verschicke ich eine E-Mail mit einem kurzen Zitat aus einem der Videos oder Satsangs – einfach, um dich gleich früh morgens als Allererstes daran zu erinnern, was die Richtung ist, für die du dich entschieden hast.
Und wir brauchen diese Erinnerung. Wir vergessen immer wieder: das ist normal.
Deswegen bin ich hier.
Und was ich hier tue, tue ich aus reiner Freude.
Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als immer wieder zu dir darüber zu sprechen.
Und weil es für mich die reinste Freude ist – und ein Segen –, deswegen kostet es hier alles nichts.
Die Satsangs, die Videos, die Morgenmomente und auch die Retreats sind kostenlos.
Aber funktionieren tut es nur, wenn ich dabei Unterstützung erfahre, denn irgendwie muss es praktisch funktionieren.
Und wenn es dir irgendwann einmal Freude machen sollte, mich dabei finanziell zu unterstützen, dann kannst du das gerne tun. Wie das geht, steht auf meiner Webseite auf der Spende-Seite.
Und wenn du einmal wirklich dir Zeit nehmen möchtest, das zu erforschen, worüber ich hier spreche, dann komm zu einem Retreat. Sieben Tage lang sitzen wir zusammen, zwei Satsangs am Tag, und wir ruhen zusammen hier – in einer Energie, die gemeinsam entsteht, wo es Gedanken von Tag zu Tag schwerer haben und die Stille und Leere in dir von Tag zu Tag mehr wird.
Es ist so ein Segen, diese Zeit zu erleben, auch für mich.
Und auch diese Retreats sind kostenlos, aber auf Spendenbasis.
Ich freue mich, dich dort zu sehen, wenn du Lust hast. Der Nächste ist jetzt der Herbstretreat Mitte September. Aber ich weiß nicht, wann du dieses Video ansiehst... Es gibt immer wieder Retreats. Auf meiner Website findest du die Informationen auch dazu.
Ich hatte das große Glück, in den zwanzig Jahren, in denen ich mit meinem Meister Soham durch die Weltgeschichte reisen durfte, jedes Jahr immer wieder etliche Retreats zu erleben, und die Energie jedes einzelnen Retreats ist immer noch bei mir. Auf gewisse Weise nähren sie mich heute noch.
Es ist unbeschreiblich; so ein Geschenk.
Aber nichts von all dem brauchst du. Ich sage immer: tu das, was dir Freude macht. Tu das, wo dich deine Neugier, deine Energie, hinführt.
Das ist dein Kompass. So mache ich das in jedem Augenblick.
Das Einzige, was notwendig ist, das Allereinzigste, ist, vor die Worte zu treten, dort zu bleiben, bevor Worte entstehen, bei dem zu bleiben, was jetzt gerade geschieht, was jetzt gerade ist.
Das Einzige, was notwendig ist, das Allereinzigste, ist, vor die Worte zu treten, dort zu bleiben, bevor Worte entstehen, bei dem zu bleiben, was jetzt gerade geschieht, was jetzt gerade ist. Mehr ist nicht notwendig. Und das kann jeder, auch du. Das ist dir möglich. Auch wenn du es nicht für möglich hältst: es ist dir möglich.
Fang an.
Link zum Zitat im Video bei 1h03m55s
Mehr ist nicht notwendig.
Und das kann jeder, auch du. Das ist dir möglich.
Auch wenn du es nicht für möglich hältst: es ist dir möglich. Fang an.
Danke, dass du da bist.
Ich liebe dich.