Nicht-Dualität-Tage 2025: Live-Satsang 2 von 5 vom 4. Oktober 2025, 14:30 Uhr
Deutsch mit deutschen Untertiteln.
Themen: Frieden schließen mit dem, wie du bist. Mit Hingabe schläft man am besten. Ändere dich nicht – aber meditiere. Vergeben heißt: den anderen lassen, wie er ist. Wünsche zerstören dein Glück. Die Pforte des Tempels. Wer akzeptiert, kann sich um sich kümmern. Der Himmel ist zum Greifen nah.
Über dieses Video:
Dies ist die zweite Aufzeichnung der Live-Satsangs, die es mit mir im Rahmen der Nicht-Dualität-Tage von Jetzt-TV im Oktober 2025 gab. Insgesamt gab es bei diesem Event fünf öffentliche Live-Satsangs von mir, und so werden weitere Veröffentlichungen in nächster Zeit folgen.
Live-Satsangs sind für mich etwas ganz Besonderes, denn ich bin ganz anders, wenn ich direkt zu den Menschen spreche, anstatt alleine vor der Kamera zu sitzen. Daher haben diese Satsangs eine ganz eigene Energie, die ich außerordentlich schätze.
Nun finden bald bereits die [Nicht-Dualität-Tage 2026](https://dhyanmikael.de/nicht-dualität-tage) statt, und kurz danach der [Herbstretreat](https://dhyanmikael.de/herbstretreat), beides in Oberösterreich. Ich freue mich schon so sehr auf diese neuen Gelegenheiten für diese Art der lebendigen Satsangs. Wenn du Lust hast, dann komm! Ich freue mich auf dich.
Live-Satsangs haben zudem ein ganz eigenes Fehlerpotential 😅. Kurz vor diesem Satsang hatte ich den Raumplan falsch gelesen: Unten im Erdgeschoss war schon alles eingerichtet und vorbereitet, und erst eine Viertelstunde vor Beginn stellte sich heraus, dass dieser Satsang in den oberen Raum gehört. Also schnell alles gepackt und wieder hinauf; mir war noch richtig warm, als ich zu sprechen begann.
Ein passenderer Anfang war aber kaum möglich, denn genau darum ging es dann im Satsang selbst: Wer meditiert, wird kein besserer Mensch. Man wird nicht klüger, man macht nicht weniger Fehler – aber man lernt, mit sich in Frieden zu sein. Und damit ändert sich alles im Leben.
Wir verbrauchen den Großteil unserer Kraft in einem verborgenen Kampf gegen uns selbst, weil wir glauben, wir müssten anders sein. Aber wer gegen sich kämpft, macht das, wogegen er kämpft, nur stärker. Swamijis Rat dazu ist so einfach wie ungeheuerlich: „Ändere dich nicht – aber meditiere.”
Immer wieder ging es im Satsang um Situationen, in denen es um Annehmen und um Akzeptanz geht, doch beides wird gerne gründlich missverstanden: man könnte meinen, Akzeptanz bedeute, sich selbst zum Opfer anderer Menschen oder der Umstände zu machen – doch genau das Gegenteil ist der Fall: Erst, wenn du akzeptierst was ist, kannst du beginnen, dich um dich selbst zu kümmern. Warum das so ist, darüber konnte ich in diesem Satsang ausführlich sprechen – und es ist eines meiner Lieblingsthemen.
Auch eine Frage nach dem alten Jesus-Satz „Einer trage des anderen Last”, der jemanden seit Langem irritiert, führte an dieselbe Stelle. Was Jesus damit wirklich gemeint hat, ist so ganz anders als das, was die meisten Menschen glauben.
Und schließlich das Thema Wünsche, die uns im Leben immer wieder dazwischenfunken: der leise Anspruch, dass etwas anders sein soll, als es ist. Wir glauben mit erstaunlicher Hartnäckigkeit, die Erfüllung unserer Wünsche mache uns glücklich – dabei sind wir unser Leben lang mit nichts anderem beschäftigt, und glücklich sind wir immer noch nicht. Und trotzdem hinterfragen nur wenige das, was alle tun: den Wünschen hinterherzujagen. Wie es viel einfacher und besser geht, ist ein weiteres Lieblingsthema von mir, das in diesem Satsang seinen Platz fand.
Am Ende holte mich der Ruf zum Mittagessen ein, mitten im Satz: Den anderen lassen, wie er ist: Kaum etwas klingt so klein und verändert so viel. Danke für diesen wundervollen Satsang.
Links zu den Themen in dieser Aufzeichnung:
(weiter unten gibt es die vollständige Abschrift).
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Frieden schließen mit dem, wie du bist
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Mit Hingabe schläft man am besten
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Ändere dich nicht – aber meditiere
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Vergeben heißt: den anderen lassen, wie er ist
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Wünsche zerstören dein Glück
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Die Pforte des Tempels
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Wer akzeptiert, kann sich um sich kümmern
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Der Himmel ist zum Greifen nah
Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:
Frieden schließen mit dem, wie du bist
Link zum Thema im Video bei 0m23s
[Dhyan Mikael:] Willkommen zum Satsang.
Ich bin heute ein bisschen sommerlich eingezogen, weil wir eben eine Sporteinlage hatten. Man glaubt ja immer, einer, der Satsang gibt, der hat es drauf, der weiß, was er tut, der macht keine Fehler, der ist erleuchtet und so Zeug. Aber wir haben uns nach dem Morgensatsang unten in dem Raum im Erdgeschoss eingerichtet, alles vorbereitet, und vor einer Viertelstunde kam dann Devasetu und meinte, wir haben einen Fehler gemacht, wir sind nicht da unten, wir sind jetzt hier oben.
Wir hatten alle den Plan falsch gelesen. Dann sind wir ganz schnell wieder hier hoch umgezogen mit unseren Sachen, und deswegen ist es mir jetzt warm.
Wenn man auf dem spirituellen Weg ist und wenn man meditiert und wenn man all diese Sachen macht, dann wird man kein besserer Mensch. Man wird nicht schlauer, man macht eigentlich auch nicht weniger Fehler – im Gegenteil: die Fehler, die man macht, fallen einem mehr auf – aber man lernt, damit, wie man ist, in Frieden zu sein.
Wenn man auf dem spirituellen Weg ist und meditiert, dann wird man kein besserer Mensch. Man wird nicht schlauer, man macht auch nicht weniger Fehler. Im Gegenteil: die Fehler, die man macht, fallen einem mehr auf – aber man lernt, damit, wie man ist, in Frieden zu sein.
Link zum Zitat im Video bei 1m27s
Ich glaube, viel lauter können wir es nicht machen, fürchte ich, sonst kriegen wir hier ein Problem mit den Mikrofonen. Geht es einigermaßen? Ja.
Sonst, wenn du dich ein bisschen näher zum Lautsprecher setzt, geht es vielleicht besser. Wenn... Super.
Ja, aber was sich ändert, ist, dass man damit, wie man nun einmal ist, langsam Frieden schließt. Und dann geht alles leichter, obwohl man noch so ist wie vorher.
Dann kämpft man nicht mehr gegen sich selbst.
Man hört auf, sich Vorwürfe zu machen; man hört auf zu denken: „Was bin ich für ein Idiot, wieso schon wieder?”
Sondern man merkt: „Ich habe mich geirrt, okay, was mache ich jetzt? Was ist dran? Was muss ich tun?” Zack, zack, zack, zehn Minuten später ist alles wieder gut. Das ist ein großer Unterschied. Man hört auf, damit zu hadern, wie man ist; man hört auf, damit zu kämpfen, wie man ist, und dann geht es ganz leicht, so zu leben, wie man ist.
Wir glauben normalerweise, wir könnten uns ändern. Wir glauben, wir sollten uns ändern. Die anderen glauben es jedenfalls, und wir selbst meistens auch. Aber die Wahrheit ist, dass wir uns nicht wirklich ändern. Wir werden immer mehr so, wie wir eigentlich sind. Ich bin immer noch so wie früher – ich merke nur immer mehr, wie ich eigentlich bin, und ich merke, dass das eigentlich gar kein Problem ist.
Wir glauben, wir könnten uns ändern und wir sollten uns ändern, und die anderen glauben es auch. Aber die Wahrheit ist, dass wir uns nicht wirklich ändern. Wir werden immer mehr so, wie wir eigentlich sind. Ich bin immer noch so wie früher – ich merke nur immer mehr, wie ich eigentlich bin, und ich merke, dass das eigentlich gar kein Problem ist.
Link zum Zitat im Video bei 3m11s
Normalerweise verbrauchen wir den Großteil unserer Energie damit, zu versuchen, uns zu verändern, gegen uns zu kämpfen – im Inneren verborgen meistens; da geht ein Haufen Kraft dabei drauf.
Ich habe früher immer geglaubt, ich müsste mich ändern, ich sollte mich ändern.
Wenn meine Partnerin oder Frau mir gesagt hat: „So geht es aber nicht”, dann wusste ich, sie hat recht. Also mir war völlig klar, das stimmt, was sie sagt.
Das stimmte natürlich nicht, aber das war meine Realität: so habe ich mich gefühlt.
Wenn mir irgendjemand gesagt hat: „Das ist nicht gut, wie du bist, das ist kacke”, dann wusste ich, der hat recht.
Und wenn heute jemand zu mir kommt und sagt: „Hey, das ist echt nicht gut, wie du bist”, ja...
Ich meine, es kommt nicht mehr vor. Das ist das Paradoxe: wenn man mit sich selbst Frieden geschlossen hat: dann kann keiner mehr kommen... da gibt es keine Angriffsfläche mehr, und das spüren die anderen. Solange man mit sich selbst hadert, spüren das die anderen und geben einem jede Menge Gelegenheit, sich zu ändern. Aber wenn man in Frieden mit sich selbst ist, dann passiert das nicht mehr.
Das ist das Paradoxe: wenn man mit sich selbst Frieden geschlossen hat, kann keiner mehr kommen: da gibt es keine Angriffsfläche mehr, und das spüren die anderen. Solange man mit sich selbst hadert, spüren das die anderen und geben einem jede Menge Gelegenheit, sich zu ändern. Aber wenn man in Frieden mit sich selbst ist, passiert das nicht mehr.
Link zum Zitat im Video bei 5m04s
Und wenn heute jemand käme zu mir und sagt: „Hey, ich finde das total doof, wie du bist”, dann würde ich wahrscheinlich sagen: „Ja, du hast recht, aber ich bin so. Wenn es dir nicht passt, tut mir echt leid, ich mag dich, aber wenn es dir nicht passt, wie ich bin, dann musst du halt gehen. Ich bin, wie ich bin.”
Und man kann nur...
Wie man das jetzt ausdrückt, hängt davon ab, wie man diese Sachen selbst benennt, aber man kann nur zu Gott finden, man kann nur zu sich selbst finden, man kann nur in den Himmel kommen – nenne es, wie du es möchtest –, wenn man mit sich selbst in Frieden ist.
Man kann nur zu Gott finden, man kann nur zu sich selbst finden, man kann nur in den Himmel kommen – nenne es, wie du möchtest –, wenn man mit sich selbst in Frieden ist. Der Grund ist einfach: Gott, der Himmel ist nicht da draußen, das Paradies ist nicht da draußen. Es gibt keinen Ort, wo Gott hockt oder das Paradies anfängt. Das ist innen.
Link zum Zitat im Video bei 6m06s
Und der Grund ist ganz einfach der: Gott ist nicht da draußen, der Himmel ist nicht da draußen, das Paradies ist nicht da draußen. Es gibt keinen Ort, wo Gott hockt oder das Paradies anfängt. Das ist innen. Das hat Jesus schon gesagt. Keiner hat ihn verstanden, weil es gegen alles ging, was die gängige Lehre war, aber er hatte das damals schon gesagt.
Da gab es diese eine Szene: er war an einem Brunnen, und da kam eine Frau, eine Samaritanerin oder wie das heißt, und sie kam ins Gespräch. Die Frau war sehr verbittert, weil alle gegen sie waren, und sie fühlte sich völlig verkehrt. Sie war fünfmal verheiratet gewesen, und alle wussten: sie ist verkehrt, und sie dachte das natürlich auch.
Und sie hat damit gehadert; sie durfte nicht in den Tempel gehen, sie durfte nicht in die Synagoge gehen. Und Jesus sagte zu ihr: „Die Zeit wird kommen, an dem die Menschen nicht mehr in den Tempel gehen, um Gott zu suchen, nicht mehr in die Synagoge, sondern...” – ich weiß jetzt nicht mehr genau den Wortlaut seiner Worte – „...sondern sich nach innen wenden” oder „innen finden”, irgendwie so etwas. Und die Zeit ist schon gekommen, hat er gesagt – weil er ja da war. Und die Zeit ist schon gekommen. Und die liebt Gott: die, die das tun. Irgendwie so in der Art hat er es gesagt.
Und weil das Himmelreich, weil der Frieden – nenne es, wie du möchtest –, weil das Ziel deiner Reise in dir ist, musst du an dir vorbei, um dahin zu kommen. Wenn du mit dir nicht in Frieden bist, kannst du dir nicht nahe kommen, und dann wirst du niemals dort ankommen. Du wirst immer da draußen suchen – und da ist nichts zu holen.
Weil das Ziel deiner Reise in dir ist, musst du an dir vorbei, um dahin zu kommen. Wenn du mit dir nicht in Frieden bist, kannst du dir nicht nahe kommen, dann wirst du niemals dort ankommen. Du wirst immer da draußen suchen, und da ist nichts zu holen. Und deswegen ist es so wichtig, mit sich selbst in Frieden zu kommen.
Link zum Zitat im Video bei 8m04s
Und deswegen ist es so wichtig, mit sich selbst in Frieden zu kommen. Und das merkt man auch beim Meditieren: du setzt dich hin zum Meditieren, schließt die Augen und möchtest still werden und einfach nur ausruhen – bei der Samarpan-Meditation ruht man im Kronenchakra –, aber das geht nicht, denn dann fängst du an zu merken, was in dir los ist, welche Gedanken dich plagen, was du denkst über dich und die anderen...
Ja, und deswegen ist das der erste Schritt: „Liebe dich selbst, dann wirst du deinen Nächsten lieben, und dann wirst du auch Gott lieben” – so hat es Jesus ausgedrückt.
Und das sind ganz praktische Ratschläge, ganz simpel und einfach.
Ich rede eigentlich nur darüber, weil ich vorhin über mich selbst schmunzeln musste, als wir da unten standen und gemerkt haben, dass es nicht so schlau war, was wir gerade gemacht haben. Aber eigentlich war es gut, denn jetzt haben wir uns da unten vorbereitet, und nachher, nach diesem Satsang, haben wir zwanzig Minuten Zeit, um da unten anzukommen. Und das geht jetzt richtig schnell, weil wir gerade eben schon geübt haben. Es ist also alles bestens.
Mit Hingabe schläft man am besten
Link zum Thema im Video bei 10m10s
Hier im Satsang könnt ihr mir gerne eine Frage stellen, wenn ihr möchtet, zu eurem Leben, zu deinem Weg, zu irgendetwas, was du nicht verstehst von dem, was ich sage, oder zu irgendetwas, was dich plagt oder bedrückt. Es können auch unspirituelle Fragen sein, Fragen über das echte Leben; die sind besonders willkommen.
[Simone:] Ich habe eine Frage vorzulesen.
[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne.
[Simone:] „Lieber Mikael, du bist so ein Segen. Ich bin so froh, hier zu sein. Meine Frage an dich: Ich meditiere jeden Tag, und mein Leben verändert sich auf so wunderbare Weise. Was mich etwas belastet, ist, dass ich oft so schwer einschlafe. Stunde um Stunde liege ich wach. Ich versuche dabei, meine Gedanken zu ignorieren, dass ich endlich schlafen soll. Wie soll der nächste Tag nur gelingen? Obwohl ich es richtig machen will, das heißt, meinen Tempel gesund erhalten, macht mir etwas einen Strich durch die Rechnung. Kannst du dazu etwas sagen? Vielen herzlichen Dank.”
[Dhyan Mikael:] Danke. Ja, wenn ihr euch nicht wohl dabei fühlt, mir direkt eine Frage zu stellen, dann könnt ihr das auch gerne schriftlich formulieren. Simone hat auch einen Stift und einen Zettel, dann liest sie die vor. Danke für die Frage.
Ja, mit dem Schlaf ist das so eine Sache.
Dazu kann ich zwei Sachen sagen: Das eine ist, dass das, was den Schlaf mit Sicherheit am besten verhindert, ist, wenn man sich Sorgen darüber macht, wie der nächste Tag gehen soll, wenn man nicht genug geschlafen hat. Das ist fast so eine Art Selbstläufer: dann ist man richtig wach.
Und es gibt einiges, was man tun kann, um Schlaf möglich zu machen; dazu komme ich gleich noch. Aber letztlich kann man den Schlaf nicht erzwingen, und das ist eine perfekte Gelegenheit, wo nur eines hilft, nämlich Hingabe: das, was auch im Rest des Lebens eigentlich das Einzige ist, was nötig ist und hilft: „Okay – dann schlafe ich nicht. In Ordnung, alles klar, kein Problem.” Dann liegst du da und ruhst, so gut du kannst. Zu versuchen einzuschlafen, bewirkt das Gegenteil. Wenn du da liegst und versuchst einzuschlafen, dann wirst du wach.
Aber du liegst einfach da und ruhst dich aus, so gut du kannst. So mache ich das, wenn ich nicht schlafen kann.
Und mir ist es völlig egal, auch wenn ich die ganze Nacht wach liege: dann ruhe ich mich halt aus. Und wenn ich die ganze Nacht daliege und nicht denke und einfach nur ruhe und mir keine Gedanken mache über morgen und wie der Tag werden soll und dass ich doch eigentlich schlafen will, sondern einfach nur ruhe – damit meine ich, mit geschlossenen Augen daliegen –, dann kann ich den nächsten Tag gut überstehen.
Es kommt bei mir nicht oft vor. Vorletzte Nacht hatte ich so eine Nacht.
Ich bin, wie gesagt, nicht klüger, nur weil ich hier sitze.
Und eine der Dummheiten, die ich gelegentlich mache, ist, dass ich einen Kaffee trinke.
Mein Körper verträgt Kaffee nicht. Mir fehlt in der Leber ein bestimmtes Enzym, deswegen baut mein Körper Koffein nicht ab, und ich weiß das. Wenn ich einen Kaffee trinke, dann liege ich die nächste Nacht wach, und die übernächste Nacht schlafe ich auch nicht gut – von einem Kaffee.
Und ich weiß das; seit Jahrzehnten habe ich damit zu tun. Schon in der Schule war das so.
Aber dann sitze ich im ICE, und die haben da diesen Kaffee, der ist noch nicht mal so gut, aber dann habe ich halt einen getrunken.
Und ich wusste, was mir blüht... Aber ich habe es heute Morgen im Satsang gesagt: wenn ich auf etwas Lust habe, dann mache ich das; dann muss ich das offenbar noch einmal lernen.
Ja, und dann habe ich einen Kaffee getrunken, und die vorletzte Nacht habe ich dann nicht geschlafen. Ich habe schon geschlafen irgendwie, aber ich war den gesamten nächsten Tag einfach nur neben mir. Aber ich denke nicht darüber nach.
Ich nehme mich so, wie ich bin, so müde, wie ich bin, so erschöpft, wie ich bin. Ich konnte nicht richtig denken, was nicht so schlimm ist.
Also, das ist das Wichtigste, wenn du mit Schlaf zu tun hast: Versuch nicht, zu schlafen. Versuche einfach, die Situation, wie sie ist, anzunehmen, und denke nicht an morgen.
Ich mache das dann so, ich sage: „Hey Gott, wenn du willst, dass ich morgen zu irgendetwas fähig bin, tu was, sonst musst du dich halt mit mir morgen rumschlagen, so wie ich dann bin.” Es ist nicht meine Angelegenheit – und das ist die Wahrheit des Lebens: „Es ist nicht meine Angelegenheit. Ich gebe mein Bestes. Das ist nicht viel, aber das, was ich geben kann, das versuche ich.
Und den Rest, den musst du erledigen, Gott. Du hast mich so gemacht. Du weißt: ich bin dumm. Du weißt: ich mache Fehler.”
Das ist das eine. Das andere beim Schlaf ist, dass es einige Dinge gibt, die wir tun können, um dem Körper zu helfen, einzuschlafen. Wenn du damit zu tun hast, empfehle ich dir, auf alles zu verzichten, was den Körper animiert, aufregt: kein Kaffee oder Koffein in irgendeiner anderen Form, also kein Schwarztee, keine Energydrinks oder so etwas, auch keinen Alkohol. Du kannst damit einmal experimentieren.
Ich weiß nicht, ob du so etwas zu dir nimmst, aber dass du einfach einmal für zwei Monate – man muss sich da ein bisschen Zeit geben, der Körper braucht eine lange Zeit, um dieses Zeug loszuwerden –, einfach einmal radikal diese Stimulanzien wegzulassen: abends keinen Zucker, abends nur noch ganz wenig essen und mit viel Abstand zur Einschlafzeit, und dann den Abend zu verbringen auf eine Art und Weise, die einen runterbringt: nichts Wichtiges mehr zu tun, keine Computerarbeit, keine Nachrichten anschauen, kein Fernsehen zu sehen, keinen Film anzuschauen, sondern ruhig zu werden, vielleicht noch einen Spaziergang machen, das Haus aufräumen, die Küche aufräumen, noch ein gutes Buch lesen, was einen nicht aufregt, wo die Leute sich nicht die Köpfe einschlagen...
um dann mit Zeit und Gelassenheit Richtung Schlafzimmer zu gehen.
Das sind die Dinge, die man ganz praktisch tun kann.
Und dann nimmt man sich so, wie man ist. Meiner Frau geht es so.
Ich kann eigentlich immer schlafen, egal wo – wenn ich nicht einen Kaffee getrunken habe. Meiner Frau geht es anders, die schläft oft nicht, überhaupt nicht, oder sie wacht mitten in der Nacht auf und schläft nicht mehr weiter. Die kennt diese ganzen Tricks, von denen ich rede; die kennt sie schon viel länger als ich.
Und dann bleibt nur noch eins: „Gott, das ist dein Leben”.
Swamiji hat vor zwei Tagen dazu etwas kommentiert. Er sagte: „Dieser Körper ist wie ein Taxi. Wir bekommen in diesem Leben ein Taxi, das uns durchs Leben fährt, damit wir die Erfahrungen machen können, die wir brauchen.
Manchmal bekommen wir ein gutes Taxi, manchmal bekommen wir ein schlechtes Taxi. Das ist nicht unsere Angelegenheit, und das ist auch nicht wichtig.”
Ich kenne Menschen, die haben ein Taxi, das total krank ist. Die können sich nicht bewegen –, und die sind glücklich, diese Leute.
Das Taxi hat sie ins Himmel... Diese Schwierigkeiten, diese Herausforderungen, haben sie dazu gebracht, sich dem zuzuwenden, was wirklich wesentlich ist.
Ja, und dein Taxi, dein Körper, wie alles in diesem Leben übrigens, ist dafür gemacht, dir dabei zu helfen, zu dem zu kommen, worum es eigentlich geht.
Und das ist, den Weg nach innen zu finden und zu entdecken, wer du bist; deine Seele zu entdecken. Dabei hilft die Samarpan-Meditation, von der ich gelegentlich einmal erzähle.
Und es ist nicht angenehm, wenn das Leben einem dabei hilft. Das Leben macht es nicht, indem es einem etwas Süßes gibt, sondern indem es eben nicht so läuft, wie du das willst.
Das Leben hilft einem nicht, indem es einem etwas Süßes gibt, sondern indem es eben nicht so läuft, wie du das willst. Du wirst gezwungen zu dem, was du lernen musst: Hingabe. Früher oder später zwingt dich das Leben dazu, auf die eine oder andere Weise, und das ist gut so. Und je mehr wir das lernen, desto einfacher wird alles.
Link zum Zitat im Video bei 20m37s
Du wirst gezwungen zu dem, was du lernen musst: Hingabe.
Früher oder später zwingt dich das Leben dazu, auf die eine oder andere Weise, und das ist gut so.
Und je mehr wir das lernen, desto einfacher wird alles.
Und irgendwann geht man nur noch so durchs Leben: „Okay, Gott, was willst du jetzt?
Okay.”
Und Schlaflosigkeit ist eine harte Medizin, ich weiß. Wie gesagt, mein Leben ist anders. Ich schlafe normalerweise gut, aber ich erlebe es zu Hause mit.
Da hast du wirklich eine gute Gelegenheit, um Hingabe zu üben.
Ja, das kann ich dazu sagen, zum Nichtschlafen.
Ändere dich nicht – aber meditiere
Link zum Thema im Video bei 22m35s
Kannst du das Mikrofon von ihr ein bisschen herunterregeln? Nein, das brauchst du nicht, das passt dann noch ein gutes Stück herunter.
[Fragende(r):] Genau. – Und bei mir ist es eher so, dass ich am Abend das Gefühl habe, dass ich so rastlos werde. Ich habe das Gefühl, ich müsste immer etwas machen, und ich will auf keinen Fall schlafen. Aber ich bin müde, ich könnte schlafen, wenn ich jetzt mein Buch weglege, mein Handy weglege. Ich weiß, ich könnte das. Aber irgendetwas in mir will, dass ich noch wach bleibe.
Die ganze Woche wird schlechter, wenn ich immer spät schlafen gehe, und ich weiß, wie gut es mir geht, wenn ich rechtzeitig ins Bett gehe. Und trotzdem ist da irgendetwas, wo ich nicht sagen kann: „Okay, jetzt lege ich es einfach einmal weg und gehe ins Bett, und dann geht es mir nur gut.”
[Dhyan Mikael:] Ja, genauso ist es. Das geht mir genauso.
Weißt du, es ist so: Abends werden wir müde und erschöpft, und unsere Kraft lässt nach – und dann übernimmt der da [der Kopf].
Dann sind wir weniger wachsam, und dann lassen wir uns gehen, und dann sitzen wir da. Wir wollen gerade ins Bett gehen, und dann ist es zwei Stunden später, und du sitzt immer noch da und schaust dir irgendeinen Müll an, der dir eigentlich nur den Schlaf verdirbt. Aber so ist es: Wir werden müde, und dann werden wir schwach.
Ich empfinde das so, dass es eine gewisse Kraft, eine gewisse innere Kraft braucht, mich immer wieder nach innen zu wenden, einfach weil es so eine Gewohnheit ist – aus vielen Leben und vielen Jahrzehnten in diesem Leben –, sich ständig zu beschäftigen und nicht innen zu sein. Und abends, da wird es dann besonders interessant; da ist es am schwersten. Deswegen meditiert man morgens: Da ist es am einfachsten, sodass man morgens den Tag gleich richtig bei sich beginnt.
Da geht es am leichtesten.
Ich gehe damit folgendermaßen um: Ich mache mir keine Gedanken darüber, wenn ich das tue – und das tue ich auch; gelegentlich passiert mir das. Und mir geht es genau wie dir: Ich weiß genau, was dann passiert. Normalerweise gehe ich um halb zehn ins Bett, da schlafe ich, und kurz vor fünf wache ich auf, meditiere, und dann ist mein Tag herrlich.
Aber wenn ich dann eine Stunde verschwende, habe ich nicht nur eine Stunde weniger Schlaf, ich habe auch diesen Müll, den ich mir da angeschaut habe, im Kopf. Ich habe die Energie aufgenommen, das beschäftigt mein Hirn – aber das hilft alles nichts. Wenn ich das tue, erleide ich die Konsequenzen. Und dann bin ich am nächsten Tag so bewusst, wie ich nur kann, und erlebe, wie das ist.
Und es hört dann von selbst irgendwann auf – wann, das weiß ich nicht. Das hat bei mir noch nicht aufgehört.
Aber das Rezept ist folgendes: Versuche nicht, dich zu verändern – und ich weiß: das geht gegen alles, was man normalerweise glaubt.
Versuche nicht, dich zu verändern – und ich weiß: das geht gegen alles, was man glaubt. Wenn du versuchst, dich zu verändern, machst du es stärker: dann kämpfst du gegen dich. Das ist das Gegenteil von „bei sich sein”. Aber in Wirklichkeit wird das Ego größer, und das führt zu nichts Gutem, langfristig.
Link zum Zitat im Video bei 25m56s
Wenn du versuchst, dich zu verändern, machst du es stärker: dann kämpfst du gegen dich. Das ist das Gegenteil von „bei sich sein”.
Es fühlt sich für einen Moment gut an: „Jetzt zeige ich es mir; das schaffe ich”, das geht auch zwei, drei Tage gut. Aber in Wirklichkeit wird das Ego größer – also, die Verstandeskraft wird dadurch größer –, und das führt zu nichts Gutem, langfristig.
Swamiji, der indische Guru, der die Samarpan-Meditation bringt, der sagt gelegentlich: „Ändere dich nicht – aber meditiere.” Und was dann passiert, ist, dass du langsam empfindsamer wirst. Du wirst es ganz allmählich, ohne dass du das merkst. Es ist nicht so, dass du drei Tage meditierst und dann plötzlich denkst: „Boah, bin ich bewusst.” Nein, du merkst gar nichts, im Gegenteil: Du hast das Gefühl, du lernst deine Unbewusstheit erst so richtig kennen, wenn du beginnst zu meditieren; deswegen mögen das manche Leute nicht.
Swamiji sagt: „Ändere dich nicht – aber meditiere.” Dann wirst du allmählich, ohne dass du das merkst, empfindsamer. Es ist nicht so, dass du plötzlich denkst: „Boah, bin ich bewusst.” Im Gegenteil: du lernst deine Unbewusstheit erst so richtig kennen. Aber allmählich ruhst immer mehr in dir selbst, ohne dass du merkst, wie sich das verändert.
Link zum Zitat im Video bei 26m37s
Aber mit den Wochen und Monaten und Jahren wirst du ganz allmählich bewusster und ruhst immer mehr in dir selbst, ohne dass du merkst, wie sich das verändert. Durch diese steigende Empfindsamkeit, durch dieses steigende Bewusstsein, erledigen sich dann diese Sachen von selbst. Es ist eine Frage der Zeit.
Swamiji erzählte einmal – das hat er sogar mehrfach erzählt –, wie er eingeladen war, einen Diskurs zu geben bei einer Klinik für Alkoholkranke.
Das waren die schweren Fälle. Das war eine Veranstaltung, wo die Koryphäen der Medizin in Indien Vorträge gehalten haben für diese Alkoholiker, die da saßen, damit die wissen, was sie nicht tun sollen.
Und die armen Kerle oder die armen Menschen, die haben sich das nicht gerne angehört, weil sie natürlich selbst wussten, dass das, was sie tun [nicht gut ist]... Das weiß jeder Alkoholiker, dass es keine gute Idee ist, aber das hilft nichts.
Ja, und dann kam Swamiji an die Reihe und sagte: „Also, wenn du heute eine Flasche Schnaps pro Tag trinkst, trinke von mir aus morgen zwei.” Alle waren wach, alle haben plötzlich zugehört: endlich einer, der sie versteht. Die haben gejohlt. „Trinke von mir aus zwei Flaschen Schnaps – aber meditiere.”
Und er sagte dann: „Ändere dich nicht – aber meditiere.” Wenn du versuchst, die Sucht zu kontrollieren, machst du sie stärker.
Wenn du versuchst, die Sucht zu kontrollieren, machst du sie stärker. Sucht hat immer etwas mit Selbstablehnung zu tun, auf einer Ebene, die uns nicht zugänglich ist. Wenn wir die Sucht ablehnen, dann lehnen wir uns ab. Wenn ich mein Verhalten ablehne, lehne ich mich noch mehr ab. Die Sucht wird stärker – das ist die Erfahrung von jedem Süchtigen.
Link zum Zitat im Video bei 28m57s
Sucht hat immer etwas mit Selbstablehnung zu tun, auf einer Ebene, die uns nicht zugänglich ist.
Wenn wir die Sucht ablehnen, dann lehnen wir uns ab. Meine Sucht – wenn ich mein Verhalten ablehne, lehne ich mich noch mehr ab. Die Sucht wird stärker, das ist die Erfahrung von jedem Süchtigen. Und vielleicht lässt du dann die eine Sucht los, dann kommt eben die nächste.
Ja, und dann kommt einer wie Swamiji und sagt: „Ändere dich nicht, sei, wie du bist – aber meditiere.”
Dann haben diese Alkoholiker angefangen zu meditieren, und ich weiß nicht, ich glaube, nach zwei Monaten, haben 90 Prozent aufgehört.
Dieser Zeitraum ist nicht meine persönliche Erfahrung mit Sucht. Ich war nie Alkoholiker, aber Suchtverhalten in der einen oder anderen Form kennt jeder. Das sind ja nicht nur diese krassen, gesellschaftlich anerkannten Süchte wie Alkoholismus oder Drogensucht oder so, sondern wir alle haben Verhaltensweisen, von denen wir wissen: „Das ist nicht gut für mich, ich sollte das nicht tun” – und das ist Sucht.
Und dann zu sagen: „Okay, ich kämpfe nicht dagegen, ich bin, wie ich bin.”
Und das habe ich nicht zum ersten Mal bei Swamiji gehört. Mein spiritueller Meister hat das Gleiche erzählt, schon Jahrzehnte vorher.
Er hat gesagt: Wenn du eine Sucht hast … Manchmal kamen Leute zu ihm, die eine Süßigkeitensucht hatten oder die gerne getrunken haben.
Er sagt: „Okay, besorge dir den besten Wein, den du dir leisten kannst, besorge dir das Zeug, das dir richtig gut schmeckt.”
Nicht den Wein wegschmeißen – das funktioniert nicht. Dann sitzt du drei Tage so da, und dann rennst du wieder los. Nein, du besorgst dir das Zeug, das du trinken kannst, das gut schmeckt. Du sorgst dafür, dass du immer genug da hast – und du meditierst.
Wenn du süchtig nach Süßigkeiten bist: Kaufe dir die Schokolade, die dir wirklich gut schmeckt, nicht das billige Zeug, weil du findest, du solltest es eh nicht essen. Nein, kaufe dir das gute Zeug, verwöhne dich – und meditiere.
Und du wirst Wunder erleben. Man kann es nicht anders sagen: das ist das einzige Wort, das da hilft.
Und das, was du beschreibst, dieses Verhalten, das ist eine sehr verbreitete Sucht und eine sehr hartnäckige Sucht. Die greift uns wirklich sehr raffiniert , aber da funktioniert es ganz genauso.
Wenn mir das passiert – ich finde es so schade –, am nächsten Tag merke ich dann, dass ich zwei Stunden verloren habe, die ich jetzt besser nutzen könnte, aber hey: dann meditiere ich eben noch ein paar Jahre.
Und das, worüber ich jetzt spreche, ist das, was ich im Grunde bei allem sage.
Das ist das Einzige, was wir wirklich zu lernen haben; das, was ich auch zu Beginn des Satsangs erwähnt habe. Das Einzige, was wir zu lernen haben, ist, in Frieden zu sein mit mir selbst. Dann sitze ich da, beobachte mich, ich weiß genau, was ich hier tue – und damit jetzt in Frieden sein, das macht etwas, das macht etwas – manchmal sogar sofort, aber nicht immer.
Mache dir keine Gedanken darüber; genieße es, wenn du kannst.
Vergeben heißt: den anderen lassen, wie er ist
Link zum Thema im Video bei 33m56s
[Fragende(r):] – Ich habe auch noch eine Frage.
[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.
[Fragende(r):] Also, wenn bei mir ein Tag harmonisch und friedlich verläuft, dann geht auch die Nacht gut. Habe ich aber am Tag Zeiten von Unfrieden – Streit, Verletzungen, die mich sehr treffen –, dann ist am Abend einfach nicht ans Einschlafen zu denken. Da mache ich mir Vorwürfe, ich habe das Falsche gesagt, und so läuft es in meiner Kommunikation nicht so, dass ich in Frieden komme.
Und da geht es dann wirklich auch mit Atem oder mit Meditieren nicht, es geht einem einfach nicht, das Schlafen. Und ja, du sagst es ja gerade zum Schluss: einfach zu dem, womit ich nicht in Frieden bin, Ja zu sagen. Aber ich merke, damit plage ich mich schon sehr. Also, ich kann mich darin nicht akzeptieren, und die verletzende Situation nicht und den Schlaf nicht.
[Dhyan Mikael:] Ja, und das ist das, was uns den Schlaf raubt: Wir verurteilen entweder uns selbst oder jemand anderen oder das Leben, und dann ist an Schlaf nicht zu denken. Ja, so ist es.
Du kommst nicht darum herum, in diesem Leben damit Frieden zu schließen, dass du völlig verkehrt bist.
Du bist nicht verkehrt, aber du fühlst dich so; ich auch. Das ist menschlich, das steht schon in der Bibel. Die erste Geschichte über die Menschheit in der Bibel handelt von diesem Thema, die wichtigste Geschichte im Alten Testament.
[Fragende(r):] Was mich noch mehr trifft, ist: Ich fühle mich dann komplett umgelegt.
[Dhyan Mikael:] Ja, genau: ungeliebt, ungewollt, abgestoßen, unverstanden von den besten Freunden – ja: damit Frieden schließen, da kommen wir nicht darum herum.
Es gibt viele Methoden, sich da drum herum zu schleichen, es gibt viele Methoden, damit umzugehen, aber das sind alles Pflaster, die heilen nicht wirklich, die verdecken nur die Wunde.
Aber du kannst ausprobieren, die Gefühle einzuladen und einfach da sein zu lassen und dir keine Gedanken darüber zu machen. Das ist das Wichtige. Normalerweise ist es so: Wir haben ein Gefühl, wir fühlen uns aggressiv oder traurig oder haben Angst.
Aber was dann gleichzeitig passiert – und normalerweise können wir das eine vom anderen nicht unterscheiden –, ist, dass wir dann darüber nachdenken: „Ah, das bedeutet, dieser Mensch liebt mich nicht mehr; das bedeutet, ich bin verkehrt; das bedeutet, mein Leben geht den Bach hinunter, ich werde für immer allein sein”, was auch immer. Und das ist es, was uns den Schlaf raubt, nicht die Gefühle.
Ich mache das mittlerweile so: Ich gehe, so gut ich kann, ins Kronenchakra, ruhe da, sodass ich nicht so nah an den Gedanken bin, und lasse die Gefühle, die da sind, einfach da sein. Ich mache mit denen jetzt nichts Spezielles.
Manchmal ärgere ich mich über jemanden. Ja gut, dann ärgere ich mich, oder ich ärgere mich über mich selbst.
Und dann nicht gegen das Gefühl zu kämpfen, sondern es einfach da sein zu lassen. Und ich ruhe währenddessen in mir, so gut ich eben kann. Du hast natürlich recht: Das ist nicht die Situation, in der das am einfachsten geht, aber das spielt keine Rolle. Allein der Versuch hilft schon: „Okay...” Du gehst ins Kronenchakra und hältst innerlich deinen Schnabel. Du denkst möglichst wenig, bist einfach da und lässt dich und die Situation in dir so sein, wie sie ist. Und du wirst feststellen, dass das geht – wenn du nicht darüber nachdenkst.
Was wir normalerweise tun, ist: Wir denken darüber nach. Und die Gedanken sind endlos. Sie drehen sich immer im Kreis, immer. Und wenn du aus dem einen Kreis herausgehst, dann ist – schwupps – daneben der nächste. Es ist endlos und führt zu nichts.
Aber wenn du die Gedanken ignorieren kannst, immer wieder zwischendurch, dann erlebst du immer wieder: „Ja, okay, ich fühle mich verlassen, aber hey, ich bin hier.” Weißt du, du merkst: „Seltsam – das ist eigentlich kein Problem”.
Und dann bist du wieder in Gedanken, dann geht es wieder von vorne los, und dann merkst du wieder: „Ah, Moment mal, ich wollte doch eigentlich hier ruhen. Okay.” Und dann fühlst du dich einfach so, wie du bist, aber du badest nicht in den Gefühlen, sondern da oben.
Und so lernst du ganz allmählich, das, was mein Meister Soham „die Story” nennt – die Gedankengeschichten –, nicht mehr ernst zu nehmen. Und dann sind die Gefühle, also das, was in uns an Energie ausgelöst wird durch solche Situationen, harmlos. Es stört immer noch, es ist immer noch nicht das, was wir gerne hätten, aber hey, es ist ein Gefühl, alles klar.
Das ist das, was ich mache.
Und es gibt noch etwas Zweites, was Jesus empfohlen hat. Ich übersetze es einmal in meine Worte.
Er sagte: „Vergib den anderen.”
Ich würde es so ausdrücken: Lass die Menschen so sein, wie sie sind – und lass dich so sein, wie du bist. Und dann kannst du da sitzen mit deinem Schmerz, aber in dem Moment, wo du aufhörst, über den anderen nachzudenken oder über dich, bist du plötzlich arbeitslos: Wenn du jetzt nicht mit dem anderen haderst und auch nicht mit dir selbst, dann gibt es da plötzlich nichts mehr nachzudenken.
Und dann bist du bei dir angekommen, und dann gehst du mit deinem Zustand um, wie er eben gerade ist. Aber dann kann man damit umgehen, dann geht es. Plötzlich geht es. Und das ist das Geheimnis von dem, was Jesus „vergeben” nannte. Vergeben ist im Grunde ein anderes Wort für Akzeptanz, für Hingabe: „Okay, der ist so, der andere; die ist so – nicht meine Angelegenheit.
Das ist das Geheimnis von dem, was Jesus „vergeben” nannte. Vergeben ist im Grunde ein anderes Wort für Akzeptanz, für Hingabe: „Okay, der ist so, der andere – nicht meine Angelegenheit. Und was mache ich jetzt mit meinem Ärger? Was mache ich jetzt mit meiner Verletzung? Okay, ich fühle die jetzt.” Das geht, und dann geht es schnell.
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Okay – und was mache ich jetzt mit meinem Ärger? Was mache ich jetzt mit meiner Verletzung? Okay, ich fühle die jetzt.” Das geht, und dann geht es schnell. Wenn du in Gedanken bist, geht es nicht nur nicht schnell, es geht ewig weiter. Wenn du akzeptierst, wie der andere ist, wenn du akzeptierst, wie du bist, und dann einfach mit dem umgehst, wie es wirklich ist in dir drin, dann geht es ganz schnell, ganz schnell. In einer halben Stunde ist alles weg.
Aber das muss man immer wieder üben, immer wieder.
[Fragende(r):] Danke.
[Dhyan Mikael:] Oh, sehr gerne. Ich führe zum Beispiel mit meiner Frau nie Gespräche darüber, wie unsere Beziehung ist.
In acht Jahren hatten wir noch nie ein Gespräch, wo ich ihr gesagt habe: „Du, höre einmal, das ist aber schwierig für mich, wenn du das tust” oder so.
Wozu?
Ich meine, sie drückt ja nicht absichtlich meine Knöpfe, und auch nicht zum Spaß.
Es sind meine Knöpfe.
Und wenn ich mich nicht mit ihr beschäftige, sondern meine Aufmerksamkeit bei mir belasse – und dabei hilft das Vergeben: sobald du dem anderen vergibst, landest du, schwupps, bei dir –, dann gibt es da draußen nichts mehr zu tun. Dann bin ich da, wo meine Aufmerksamkeit hingehört: bei mir. Und da findet die Heilung statt; da geht es dann.
Dann geht alles leicht mit den anderen.
Wünsche zerstören dein Glück
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[Fragende(r):] Da sind ja noch die Wünsche, die dann auftauchen, wie man es gerne hätte. Und die funken ja immer dazwischen.
[Dhyan Mikael:] Ja, genau, die funken sehr gerne dazwischen.
Wünsche zerstören dein Leben und dein Glück.
Wünsche zerstören dein Leben und dein Glück. Jesus hat das schon gesagt hat, aber keiner wollte es hören... Wir lernen zu manifestieren, Wünsche zu verwirklichen und irgendetwas einzuladen, damit es dann so wird, wie ich es gerne hätte. Meine Erfahrung ist: „Nein, ich gehe in die andere Richtung – keine Wünsche, keine Vorlieben.”
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Das ist auch so etwas, was Jesus schon gesagt hat, aber was keiner hören wollte, auch heute nicht. Wir leben ja in einem spirituellen Zeitalter, das ist jetzt in, und dann lernt man zu manifestieren und Wünsche zu verwirklichen und irgendetwas einzuladen, damit es dann so wird, wie ich es gerne hätte.
Wem es Spaß macht … okay. Aber meine Erfahrung ist: nein, ich gehe in die andere Richtung – keine Wünsche, keine Vorlieben.
Ich meine, natürlich habe ich Vorlieben. Wenn ich in den Supermarkt gehe, kaufe ich mir das, was ich gerne esse, aber davon sprechen wir hier nicht. Wir sprechen von den Dingen, die ich nicht beeinflussen kann. Die Selbstverständlichkeiten, wie ich meinen Alltag einrichte, sofern mir das möglich ist, von denen sprechen wir nicht. Es ist völlig klar, dass es jeder so einrichtet, wie er es gerne hätte – sofern es geht. Aber dann kommst du an die Grenzen, und die Grenzen sind die äußeren Umstände und die anderen Menschen.
Und da beginnt das, wovon Jesus sprach: „Herr, dein Wille geschehe – okay.”
Und dann wird es leicht.
Wir glauben mit einer erstaunlichen Hartnäckigkeit, dass die Erfüllung meiner Wünsche mich glücklich machen würde.
Wir glauben mit einer erstaunlichen Hartnäckigkeit, dass die Erfüllung meiner Wünsche mich glücklich machen würde. Aber sei einmal ganz ehrlich zu dir. Du bist schon dein Leben lang dabei, deine Wünsche zu verwirklichen. Das hat dich immer noch nicht glücklich gemacht, aber wir hinterfragen unsere Wünsche nie.
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Aber sei einmal ganz ehrlich zu dir. Du bist schon dein Leben lang dabei, deine Wünsche zu verwirklichen. Das hat dich immer noch nicht glücklich gemacht?
Aber wir hinterfragen unsere Wünsche nie.
Aber es gibt im Deutschen diesen schönen Satz: wunschlos glücklich.
Wenn jemand...
Zum Beispiel: ein Mann wünscht sich ein tolles Auto – Männer sind so leicht glücklich zu machen –, und dann kriegt er es, und dann ist er glücklich – für etwa zwei Tage. Männer, die schon einmal ein neues Auto gekauft haben, kennen das: so ein neues Auto ist toll, aber nach einer Woche merkst du, dass es dich eigentlich nicht mehr interessiert. Man ist glücklich, aber nicht wegen dem neuen Auto. Man ist glücklich, weil für einen Moment kein Wunsch da ist – und dann ist man glücklich.
Man ist glücklich, aber nicht wegen dem neuen Auto. Man ist glücklich, weil für einen Moment kein Wunsch da ist. Ein paar Tage später, ein paar Stunden später, ist der nächste Wunsch da, dann ist man wieder unglücklich. Und keiner merkt, dass der Moment ohne Wunsch mich glücklich gemacht hat, und wir rennen dem nächsten Wunsch hinterher.
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Ein paar Tage später, ein paar Stunden später, ist der nächste Wunsch da: dann ist man wieder unglücklich.
Und keiner merkt, dass der Moment ohne Wunsch mich glücklich gemacht hat, und wir rennen dem nächsten Wunsch hinterher.
Das kennst du von Beziehungen. Du kannst miteinander daran arbeiten, dass man sich nicht mehr das Leben so schwer macht.
Ich hatte einmal eine Freundin, die hat mit mir solche Gespräche geübt, wo man uns gegenseitig gesagt hat, was man sich so wünscht und wie das so für einen ist.
Ich wäre am liebsten schreiend davongelaufen, aber ich habe mitgemacht. Ich dachte, das probiere ich jetzt einmal aus. Aber das ist das Gleiche.
Ja, der Partner kann sich natürlich ändern – er versucht es zumindest –, aber du bist nicht zufrieden. Morgen kommt der nächste Wunsch. Es ist nie genug. Egal was das Leben dir serviert, egal was der Partner für dich tut, egal was passiert: es ist nie genug. Du wirst immer wieder einen neuen Wunsch haben, immer – bis du aufhörst, die Wünsche ernst zu nehmen; bis du merkst, dass du einer Fata Morgana auf den Leim gegangen bist.
Und dann weißt du nicht, was du tun sollst. Du hast geglaubt, du weißt, was richtig ist; du hast geglaubt, du weißt, was dich glücklich macht; du hast geglaubt, du weißt, worum es im Leben geht, und dann merkst du plötzlich: ja, das stimmt ja gar nicht. Und dann stehst du da – und jetzt?
Das ist ein guter Moment. Dann fängt man an, sich umzuschauen: Was gibt es denn sonst noch? Die ganze Welt glaubt an Wünscherfüllung, die ganze Welt glaubt, der andere ist schuld an meiner Misere, aber das kann nicht sein.
Was funktioniert denn wirklich?
Dann landest du im Satsang.
Und es ist nicht so, dass... Man kann sich nicht einreden, glücklich zu sein.
Man kann nicht sagen: „Okay, ich wünsche mir jetzt nichts mehr; ich bin einfach so glücklich.” Das funktioniert nicht.
Wovon ich spreche, ist etwas, was real ist.
Man muss es wirklich erleben.
Man darf sich nicht mit irgendeiner Art von Vorstellung oder Traum abgeben. Ich spreche von etwas Echtem.
Und das erlebt man ganz allmählich, wenn man in die entgegengesetzte Richtung geht. Wünsche sind nach außen gerichtet; mit außen schließe ich einmal diesen Körper und diese Menschen mit ein. Ich soll mich ändern, der Partner soll sich ändern, mein Bankkonto soll sich ändern, mein Job muss sich ändern, die weltpolitische Lage soll sich ändern, dann bin ich glücklich. Wir suchen im Außen unser Glück – da werden wir es nie finden.
Ich soll mich ändern, der Partner soll sich ändern, mein Bankkonto soll sich ändern, mein Job muss sich ändern, die weltpolitische Lage soll sich ändern, dann bin ich glücklich. Wir suchen im Außen unser Glück, da werden wir es nie finden. Das Außen wird immer so bleiben, wie es ist: unvorhersehbar, es drückt uns ständig die Knöpfe.
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Das Außen wird immer so bleiben, wie es ist: unvorhersehbar. Es drückt uns ständig die Knöpfe. Und dann, irgendwann, kehren wir um und fangen an, nach innen zu schauen. Wir fangen an zu meditieren. Wenn ich sage „nach innen schauen”, dann weißt du am Anfang gar nicht, wovon ich spreche. Was ist das für ein Innen? Wo geht es dahin? Da ist nichts. Es ist nur langweilig da drin.
Und trotzdem: du hörst jemanden davon sprechen, und irgendetwas...Du weißt: da ist etwas.
Und dann machst du dich auf den Weg. Am Anfang macht man sich auf den Weg, ohne zu wissen warum, weil man überhaupt nichts davon weiß, so wie die Fischer, die Jesus gefolgt sind. Die wussten gar nicht, wie ihnen geschieht, die sind einfach mitgegangen – aber sie konnten nicht anders. Sie wussten: „Da ist etwas; ich muss herausfinden, was das ist.” Und dann fängst du an, dich nach innen zu wenden, und ganz allmählich entdeckst du erst, dass das Leben tatsächlich weitergeht, wenn du nicht an deinen Wünschen arbeitest. Das Leben geht weiter.
Du entdeckst: „wenn ich meinen Gedanken keine Aufmerksamkeit gebe, wenn ich meine Sorgen nicht mehr ernst nehme, passiert nichts Schlimmes. Das Leben geht weiter, es geht sogar noch besser weiter.” Und langsam schöpfst du da den Verdacht, dass an der ganzen Sache doch etwas dran sein könnte.
Und dann meditierst du weiter und wirst ein wenig mutiger dabei, deine Gedanken zu ignorieren.
Ganz allmählich macht sich, mit den Monaten, mit den Jahren, in dir eine neue Art und Weise, wie du im Leben stehst, eine neue Art und Weise, wie man ist, eine neue Art des Seins, breit. Aber das passiert so langsam und so von selbst, dass man darüber nicht wirklich etwas sagen kann.
Und dann, plötzlich, 20, 30, 40 Jahre später, sitzt du einfach da und staunst über das Leben, wie alles geschieht – von selbst .
Soham hat manchmal im Satsang gesagt: „Ich wüsste gar nicht, was ich mir wünschen sollte. Ich weiß ja gar nicht, was gut für mich ist.
Das Leben weiß es.”
Und für mich ist es jetzt so: wenn ich irgendetwas geplant habe und es geht plötzlich nicht, dann denke ich: „Ah, interessant, das sollte wohl nicht sein. Jetzt bin ich gespannt, was jetzt passiert.”
Das Leben hat andere Pläne, und mittlerweile weiß ich, dass das Leben besser Bescheid weiß als ich. Und immer war es so, dass ich dann ganz erstaunliche Erlebnisse hatte, wo ich gemerkt habe: „Ah, so ist es viel besser – viel besser.” Aber ich hätte es mir selbst nicht wünschen können.
Das kennst du aus deinem Leben auch: ein Partner verlässt dich und die Welt bricht zusammen. „Wie kann Gott es nur zulassen?” Zwei Jahre später hast du einen neuen Partner und du bist so froh, dass die alte Beziehung zu Ende ist. Aber du hättest es dir nicht vorstellen können, du hättest es selbst auch nicht machen können. Das Leben hilft dir dabei, und das ist tatsächlich mit allem so.
Ich sprach gerade davon: es ist nichts, was man sich einredet.
Swamiji sagt es so: der Weg der Samarpan-Meditation ist der Weg der eigenen inneren Erfahrung. Ich bin Pragmatiker, ich bin Ingenieur, ich bin nicht spirituell.
Ich glaube nur das, was ich erlebe.
Alles andere interessiert mich nicht. Irgendetwas erzählen kann jeder, das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, was irgendwelche Leute erzählen, ganz gleich, wie schön es klingt. Ich will es selbst wissen.
Und das ist der Weg der Meditation. Du beginnst zu meditieren, und dann erlebst du selbst, wovon ein Jesus spricht; dann erlebst du selbst, wovon ich spreche – am Anfang nur ganz selten, immer mal so ein bisschen, aber das reicht.
Das reicht; dann weißt du: „Wow, ja, ich fühlte mich frei, aufgehoben, ohne Probleme.” Zehn Minuten später fühlst du dich wieder ganz anders, aber du hast es erlebt. Du weißt, das ist möglich, und du weißt: es ist da drin. Und dann gehst du weiter.
Und das ist das Einzige, was zählt: deine Erfahrung.
Das ist das, was hier im Satsang passiert. Ich habe es heute Morgen erzählt, aber ich erzähle es noch einmal, weil jetzt ganz andere Menschen hier sitzen.
Es ist nicht so, dass ich dir hier irgendetwas gebe.
Im Grunde ist es auch völlig egal, was ich hier erzähle.
Aber die Art und Weise, wie wir als Mensch sind, die ist ansteckend. Wenn du zu deinen Freunden gehst – die ticken auf eine bestimmte Art und Weise, und du verbringst viel Zeit mit denen –, dann wirst du genauso ticken wie die.
Das ist etwas, was du nicht verhindern kannst; das passiert.
Die Art unseres Seins, die innere Frequenz, ist ansteckend. Wenn du hier hereinkommst, dann kommst du in einen Raum, wo einer hockt, der seine Gedanken nicht ernst nimmt – der weiß, was möglich ist –, und diese Schwingung, diese Energie, die ist auch ansteckend. Und dann hockst du da und spürst selbst in dir... Wenn du dich gerade zum Beispiel angenehm still fühlst oder in Frieden oder was weiß ich was: das ist dein Frieden, das ist deine Stille, die du da spürst. Das hat nichts mit mir zu tun. Aber wenn du einem nahekommst, der so tickt, dann spürst du es in dir auch.
Dann fährst du Zug oder du fährst Auto auf der Straße, bist plötzlich umgeben von Leuten, die höchst aggressiv sind, wo man das Gefühl hat, die Straße ist ein Gefechtsfeld, und du erlebst dich selbst, wie du rabiat wirst und aggressiv und ungeduldig. Davon spreche ich: das ist auch ansteckend.
Und es ist wichtig, es selbst zu erleben.
Ich sage ja immer: es gibt nur einen Rat, den ich den Menschen gebe: sei dir selbst treu. Sei dir selbst treu; höre auf niemand anderen. Wenn du das selbst erlebst, dann führt dich dein Inneres.
Ich habe nie das getan, was jemand anders mir gesagt hat. Nein – ich bin unendlich stur. Aber ich kam zu Soham, in meinem allerersten Satsang vor 26 Jahren, glaube ich, oder 25 Jahren –, und da geschah mir das. Ich saß im Satsang... Ich wusste gar nicht, was das ist, ich kannte den Mann nicht, aber ich saß da, und ich habe mich selbst gefühlt auf eine Art und Weise, wie ich es noch nie zuvor in meinem Leben gefühlt hatte. Ich fühlte mich einfach nur zu Hause. Alle meine Probleme waren verschwunden. Ich saß einfach da und wusste: „Hier will ich für immer bleiben.”
Ich wusste nicht, was das bedeutet, rein praktisch, ich wusste nur: „Hier bleibe ich.”
Und das habe ich erlebt, weil ich vor jemandem saß, der zu Hause war, und hier, und der schon Jahrzehnte vorher gesagt hat: „Hier bleibe ich, und ich bewege mich nie wieder von hier weg.” Und dann habe ich es da selbst erlebt. Es war mein Erleben; es hatte mit ihm nichts zu tun. Das wusste ich damals nicht.
Er hat immer nur gesagt: „Ich mache nichts. Das hat mit mir nichts zu tun.”
Und deswegen ist die Meditation so hilfreich: da musst du niemandem etwas glauben.
Und deswegen ist die Meditation so hilfreich: da musst du niemandem etwas glauben. Nein – du lebst dein Leben ganz normal weiter, du änderst nichts, du machst den gleichen Blödsinn wie immer – aber du meditierst. Und dann erlebst du langsam diese Welt in dir, und die bekommt dann immer mehr Platz. Und so kommt der Himmel zu dir.
Link zum Zitat im Video bei 1h00m48s
Du musst nicht irgendwelche esoterischen Sachen machen, die angeblich gut sind. Nein, du lebst dein Leben ganz normal weiter, du änderst nichts, du machst den gleichen Blödsinn wie immer – aber du meditierst. Und dann erlebst du langsam diese Welt in dir, und die bekommt dann immer mehr Platz.
Und so kommt der Himmel zu dir.
Die Pforte des Tempels
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Jesus wurde gefragt – ich fand den Satsang heute Morgen so schön, ich glaube, ich muss das alles noch einmal wiederholen... Jesus wurde gefragt: „Wie kommt man denn in den Himmel? Wie funktioniert denn das?” Die Leute – das waren einfache Leute –, die wollten das einfach ganz praktisch wissen. Es waren keine Gelehrten wie in der Synagoge, die irgendwelche spirituellen Sachen erörtert haben.
Nein, das waren Fischer und Bauern, Zuhälter und Verbrecher und Diebe und Zöllner und Prostituierte und ganz normale Leute. „Wie geht es denn? Wie komme ich denn in den Himmel?” Und er sagt: „Das geht ganz einfach. Mach dir keine Sorgen.
Zwei Sachen: Setze dich an die Pforte des Tempels – und: setze Gott an erste Stelle.”
Was haben die Leute gemacht? Sie sind zum Tempel gerannt und haben sich an die Tür gesetzt – aber davon sprach Jesus nicht. Jesus sprach nie von da draußen. Jesus lebte innen; er sprach immer vom Innen.
Und der Tempel, von dem Jesus immer wieder sprach, das ist das Menschsein. Er sprach von sich selbst so schön als der Menschensohn. Er sagte immer: „Ich bin Mensch – und ich bin Gottes Sohn.”
Der Tempel, von dem Jesus sprach, ist dieser Körper. Er ist das Haus, in dem die Seele lebt. Du bist die Seele – nicht der Körper: der ist der Tempel, von dem er sprach. Der Eingang zum Tempel ist hier: das ist das Kronenchakra. Und wenn du da sitzt mit deiner Aufmerksamkeit, dann bist du dir selbst am nächsten.
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Und der Tempel, den er meinte, ist dieser Körper. Dieser Körper ist das Haus, in dem die Seele lebt. Du bist die Seele – nicht der Körper: der ist der Tempel, von dem er sprach.
Der Eingang zum Tempel ist hier: das ist das Kronenchakra. Und wenn du da sitzt mit deiner Aufmerksamkeit, dann bist du dir selbst am nächsten. Du weißt nicht, wer du bist. Du weißt nicht, was das sein soll: Seele.
Aber wenn du dich einfach an die Tür des Tempels setzt, wenn du dich einfach mit deiner Aufmerksamkeit auf diese Stelle konzentrierst, völlig unesoterisch, einfach die Stelle, die man anfassen kann, nichts Spirituelles, dann fällt es ganz leicht, die Gedanken zu ignorieren. Und ohne dass du das weißt, bist du dem nahe, von dem du nichts weißt, das du nicht sehen, nicht begreifen, nicht hören, nicht riechen, nicht sehen kannst. Und das ergreift dann ganz allmählich von dir Besitz, ganz langsam, mit den Jahren.
Und da sagte er: „Setze dich an die Pforte des Tempels” – mehr ist nicht notwendig – „und setze Gott an erste Stelle.” Und damit meinte er … Er sprach immer wieder davon – ich glaube, das habe ich doch vorhin auch schon erzählt, in dem Satsang, oder? Mit der Samariterin … ich komme mit den Satsangs durcheinander. Ich weiß nicht: habe ich das vorhin hier gesagt oder vorhin heute Morgen? Er sprach immer wieder davon, dass Gott innen ist. Das ist der Grund, warum er gekreuzigt wurde...
er hat zwei Sachen gesagt, die gegen die Schriften waren: dass Gott in dir ist – das war Frevel, das war Gotteslästerung – und dass Gott nicht im Tempel ist. Gott ist hier.
Und das konnten sie ihm nicht verzeihen. Es war zu gefährlich, weil man dann plötzlich unabhängig ist.
Im Grunde sagt er: „Höre nicht auf deine Gedanken, höre nicht auf deine Wünsche. Wende dich nach innen, dem zu, was du nicht kennst, dem zu, was du auch nie kennen kannst.”
Alles andere folgt dem nach – so steht es in der Bibel; in der heutigen Sprache ausgedrückt: der Rest passiert von selbst.
Das ist meine Erfahrung. Deswegen habe ich angefangen, Satsang zu geben: um davon zu berichten, dass das einfach so ist. So funktioniert das Leben, ganz praktisch, ganz praktisch im Leben. So geht es.
Und diese eigene Erfahrung, die ist überzeugend. Was andere Leute sagen, kann dich wirklich nie überzeugen. Du findest es vielleicht toll, aber es tut nicht wirklich etwas – aber selbst erleben ist absolut überzeugend.
Und das ist der Weg der Meditation.
Heute Abend gibt es die Gelegenheit, die Meditation kennenzulernen, falls jemand von euch Lust hat und sie noch nicht kennt. Heute Abend um 19 Uhr werden wir hier in diesem Raum zusammen meditieren, die Samarpan-Meditation, morgen Abend auch noch einmal. Und heute Abend, vor der Meditation – ich glaube, eine Viertelstunde dauert das etwa –, wird die Binytha von Samarpan-Meditation Deutschland, von dem Verein dort, online zu uns sprechen und eine Einführung in die Meditation geben.
Das heißt, sie erläutert kurz, wie das funktioniert und wie man die macht, und dann meditieren wir zusammen. Und wenn du die Meditation noch nicht kennst, aber gerne einmal ausprobieren möchtest, dann kannst du einfach heute Abend mitmachen.
Die Meditation ist super einfach, da kann man nichts falsch machen. Aber ich bringe es den Leuten nicht gerne bei. Es ist besser, wenn die Leute von Samarpan-Meditation, die offiziellen Leute, das tun, und heute Abend ist dazu Gelegenheit.
Und dann kannst du es einfach einmal eine Weile ausprobieren.
Swamiji empfiehlt, einfach einmal 41 Tage, 45 – er sagt immer: „Probiere es 45 Tage aus.” 45 Tage, eine halbe Stunde: du schenkst ihm oder der Meditation oder Gott – wie du es halt nennen willst – 22,5 Stunden deines Lebens, um das einmal 45 Tage auszuprobieren, und danach weißt du, ob das etwas für dich ist oder nicht: spätestens dann, meistens früher.
Wer akzeptiert, kann sich um sich kümmern
Link zum Thema im Video bei 1h08m43s
Habt ihr sonst noch irgendetwas, was euch bewegt? Ja, bitte. Wo ist denn das Mikrofon?
[Fragende(r):] „Ich habe immer wieder den Satz: Einer trage des anderen Last –ich glaube, das kommt auch von Jesus –, und der irritiert mich total. Weißt du dazu etwas zu sagen?”
[Dhyan Mikael:] Das ist genau das, was wir vorhin besprochen haben, als die Lalith erzählt hat, wie sie es plagt, wenn sie mit anderen Leuten im Unfrieden auseinandergegangen ist. Wenn ich sage: „Okay, der andere ist so, wie er ist, den lasse ich jetzt so, wie er ist, ich kümmere mich jetzt um meine Gefühle, wie sie nun einmal sind”, dann trage ich des anderen Last.
Ich sage ihm nicht: „Werde anders.” Ich bin bereit... ich meine, natürlich belasten wir uns alle gegenseitig. Wir sind komische Vögel, alle miteinander; nur ich bin normal, aber alle anderen sind komisch – so geht es doch jedem.
Wenn wir bereit sind, den anderen so sein zu lassen, wie er ist, um uns um uns selbst zu kümmern, dann wird alles so einfach.
Ja, es ist schwer mit dem anderen. Es ist schwer, den so sein zu lassen, wie er ist.
Wir sind Mensch, wir sind schwierig, wir haben Kanten, wir haben Ecken, wir tragen Last mit uns herum, Traumata, Ängste.
Wir tragen Gewichte mit uns herum, die wir noch nicht einmal selbst verbrochen haben; die kommen von unseren Eltern, von unseren Urgroßeltern. Was tragen wir alles miteinander herum... all das, warum wir so verkorkst sind, unsere Verrücktheiten, die sind uralt – und die haben wir alle.
Und jetzt den anderen zu ertragen, wie er ist, und sich mir selbst zuzuwenden: Das ist so eine Erlösung – für mich, aber auch für den anderen.
Das ist unglaublich.
Du musst ihn nicht mögen, musst ihm nicht sagen: „Ja, ich finde es toll, dass du so ein Arsch bist.” Das meine ich nicht. Einfach nur ganz still – du brauchst es auch gar nicht zu verbalisieren, darum geht es überhaupt nicht. Das ist eine innere Angelegenheit: „Okay – der ist so, wie er ist. Ich bin, wie ich bin. Okay, jetzt sage ich dazu einfach einmal Ja.”
Das heißt nicht, dass man sich von anderen Leuten missbrauchen lassen muss. Das heißt nicht, dass man sich schlecht behandeln lassen muss. Das heißt nicht, dass man wie ein Opfer dasteht und auf sich eindreschen lässt. All das meine ich nicht, aber ich glaube, das ist eh klar.
Ich spreche von dieser inneren Haltung: Will ich, dass der andere, verdammt noch mal, endlich anders ist – damit verletze ich mich selbst, den anderen natürlich auch –, oder akzeptiere ich ihn, wie er ist? Und dann, dann erst kann ich mich um mich selbst kümmern – wenn ich weiß: „Okay, der ist so; der ist gewalttätig – vielleicht körperlich, vielleicht emotional – der ist so.”
Wenn du das sagen kannst, ohne Wut, einfach mit Hingabe und Akzeptanz, dann wirst du beginnen, dich angemessen um dich selbst zu kümmern. Dann hältst du dich von dem fern: „Mit dem will ich nichts zu tun haben, der tut mir nicht gut.”
Aber solange ich will, dass der sich ändert, solange ich an dem herummache, bin ich dem nah, und ich denke: „Der sollte anders sein, und wir sollten uns nah sein, und das muss doch funktionieren.” Und man erleidet jahrelang völligen Irrsinn, nur weil ich den anderen nicht so akzeptiere, wie er ist.
Das haben die Leute alle völlig verknotet.
Das haben die meisten völlig verknotet; die glauben: „wenn ich akzeptiere, bin ich ein Opfer.” Das Gegenteil ist der Fall. Wenn du akzeptierst, gehen deine Augen auf – für dich selbst und für den anderen. Du erkennst seine Schönheit, seine Hilflosigkeit, und du erkennst, dass du dich dann um dich selbst kümmern musst. Der andere wird es nie tun: er kann nicht.
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Das kriegen die meisten nicht auf die Reihe. Die glauben: „Ja gut, wenn ich akzeptiere, heißt das, ich bin ein Opfer.” Das Gegenteil ist der Fall.
In dem Moment, wo du akzeptierst, gehen deine Augen auf – für dich selbst und für den anderen. Dann erkennst du den anderen, wie er wirklich ist. Du erkennst seine Schönheit, seine Hilflosigkeit. Du erkennst, dass, wie er ist, nicht an ihm liegt; du erkennst, dass er auch nichts dagegen tun kann; und du erkennst, dass du dich dann um dich selbst kümmern musst. Der andere wird es nie tun: er kann nicht. Und dann, dann kannst du etwas für dich tun – und das fängt alles damit an, dass du den anderen akzeptierst, wie er ist.
Und oft ist es so... Du fragtest: „Was meinte Jesus damit: Ein jeder trage des anderen Last?”
Du wirst die Erfahrung machen, wenn du beginnst, dir keine Gedanken mehr um den anderen zu machen, sondern dich nach innen zu wenden, zu dir; wenn du nicht mehr mit dem anderen haderst, sondern wenn du deinen eigenen Wahnsinn beginnst zu ignorieren und stattdessen dich auf die Suche machst zu dem Frieden in dir... und das ist schwer, weil wir gewohnt sind, dem Wahnsinn, den Gedanken, die Aufmerksamkeit zu geben, dem Handy, Facebook, den Nachrichten...
Wir nehmen das Gift die ganze Zeit freiwillig auf.
Wenn ich das tue und den anderen so sein lasse, wie er ist, und mich stattdessen mir selbst zuwende, dann passiert es nicht selten, dass da draußen sich plötzlich alles ändert.
Der andere, den ich eben noch als Last empfunden habe oder als Riesenproblem, ist plötzlich anders.
Wenn ich an ihm herummäkle, gegen ihn kämpfe, dann ist es hoffnungslos; es ist ein Albtraum. Und ich wende mich mir selbst zu – und unmittelbar, ein paar Tage später, verhält er sich plötzlich anders.
Und dieses Akzeptieren, wie es da draußen ist, und sich stattdessen mir selbst zuzuwenden, hat so eine Macht – es ist unvorstellbar.
Weißt du, es ist so: Jemanden wie Mikael gibt es gar nicht. Ich meine das jetzt nicht im esoterischen Sinne, sondern ganz praktisch. Lass mich einmal erklären... Wenn ich hier sitze, bin ich jetzt gerade so, wie du mich erlebst. Wenn ich nachher in meinem Zimmer sitze und mit meiner Frau telefoniere, bin ich jemand ganz anders.
Ich bin in einer anderen Situation, ich rede mit einem anderen Menschen: ich bin anders.
Vielleicht gehe ich dann einkaufen, dann stehe ich im Rewe an der Kasse: da bin ich jemand anders. Da stehen andere Menschen vor und hinter mir. Da sitzt eine schlecht gelaunte Kassiererin. Ich bin plötzlich anders. Es gibt mich nicht so, wie ich bin. Ich bin unglaublich vielfältig …
ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Und so ist es bei jedem Menschen. Und in dem Moment, wo du dich änderst – du kannst dich selbst, deine Eigenschaften, wie du als Mensch bist, nicht ändern, aber ich meine: wenn du deinen Fokus veränderst, wenn du nicht mehr da draußen kämpfst, sondern dich nach innen wendest, dann bist du plötzlich jemand anders. Du weißt davon vielleicht nichts, aber deine Umgebung reagiert plötzlich vollkommen anders auf dich.
Es ist unglaublich.
Ich habe das immer wieder erlebt, immer wieder. Eigentlich erlebe ich es jeden Tag.
Und es gibt Gurus, die sagen, und Jesus hat es auch gesagt: „Das Einzige, was du tun musst, ist meditieren. Das Einzige, was du tun musst, ist, dich nach innen zu wenden, zu dir. Das wird alles verändern.” Ich habe das früher nicht verstanden. Ich saß im Satsang oder ich habe Swamiji zugehört, und die Leute kommen mit allen möglichen Problemen. Die dürfen ihm dann Fragen stellen nach seinen Diskursen, und die kommen mit Familienproblemen und mit Berufsproblemen und diesem und jenem, mit Krankheiten, mit finanziellen Problemen.
Die Antwort ist immer die gleiche: „Ja, okay – in deinem Fall: meditiere.”
Und ich habe früher nie verstanden, wie das sein kann. Ich dachte: Da stimmt doch etwas nicht. Der macht es sich wirklich einfach. Aber das hat so eine unendliche Weisheit.
Natürlich können wir herumdoktern an den Symptomen und an den Ursachen und an allem Möglichen, aber wenn man beginnt zu meditieren, erlebt man immer mehr, dass die Ursache von allem mein innerer Zustand ist. Das erlebt man dann auch selbst. Dann hat man manchmal Tage, wo man wirklich – ohne man weiß, wie das möglich ist – eins ist mit allem und einfach in Frieden. Man ist einfach in Frieden, selbst wenn alles schiefgeht. Und man staunt, wie die Welt ist. Man staunt, wie …
Ständig geschehen Wunder. Du brauchst irgendetwas, und schon kommt jemand vorbei und gibt es dir: „Hier, du, schau einmal, das habe ich übrig, kannst du das brauchen?” – ja, allerdings. Unglaubliche Sachen geschehen. Und dann ist ein anderer Tag, da bist du, ohne dass du weißt, warum, völlig anders drauf, und du hast nur Konfrontationen und die Leute sind garstig zu dir. Und ganz allmählich, mit den Jahren, merkst du: „Ja, was der sagt, stimmt.
Ich brauche mich nur nach innen zu wenden, ich brauche nur loszulassen, und alles wird anders – alles.” Selbst dieser Körper wird anders, selbst der hat es leichter. Ich meine, der wird nie wieder 20 sein, aber dann ist der Körper plötzlich so entlastet und so gesund und so lebendig, wie er nur sein kann – wenn ich mir keine Sorgen mache, sondern wenn ich in mir ruhe.
Und wenn man das einmal beginnt zu begreifen, dann wird das Leben einfach.
Es ist wirklich so, wie Jesus gesagt hat: „Setze Gott an die erste Stelle” – also: meditiere; das hat er gesagt: bete. Er hat das Wort Meditation nicht verwendet, das haben die Leute nicht gekannt, dieses Wort, damals – also jedenfalls nicht in dem Teil der Welt.
Und der Rest geschieht von selbst.
Und das Schöne ist: du lebst dein Leben einfach weiter.
Wir glauben gerne: „Okay, ich muss mein Leben ändern, so kann es nicht weitergehen. Ich ziehe jetzt in eine spirituelle Gemeinschaft oder in den Himalaya, oder ich schmeiße jetzt alles hin.” Aber es nützt nichts, weil du dich selbst mitnimmst.
Dann bist du im Himalaya in einer Höhle oder du bist in einer spirituellen Gemeinschaft, aber da bist du noch genau der Gleiche wie vorher, mit lauter anderen Leuten, denen es genauso geht, und nichts ist besser.
Nein, der Weg der Meditation hat überhaupt nichts damit zu tun, irgendetwas zu verändern. Du musst deine Religion nicht ändern, du musst nicht ändern, wie du lebst. Du kannst weiter saufen, du kannst weiter Fleisch essen, du kannst weiter rauchen, du kannst weiter Sex haben, du kannst weiter verkehrt sein, unmöglich...
Du musst weder deine Religion ändern, noch wie du lebst. Du änderst dich nicht – du meditierst. Die Veränderung geschieht von selbst, und das ist das Magische; das ist echte Veränderung, auf die man sich verlassen kann: die ist gewachsen, die ist echt, die kommt von innen, von selbst, ganz allmählich. Das Einzige, was man braucht, ist Geduld.
Link zum Zitat im Video bei 1h23m12s
Du änderst dich nicht – du meditierst. Die Veränderung geschieht von selbst, und das ist das Magische; das ist echte Veränderung: das ist Veränderung, auf die man sich verlassen kann; die ist gewachsen, die ist echt, die kommt von innen, von selbst, ganz allmählich. Das Einzige, was man braucht, ist Geduld.
Der Himmel ist zum Greifen nah
Link zum Thema im Video bei 1h23m49s
[Simone:] Mikael, es ist Zeit fürs Mittagessen.
[Dhyan Mikael:] Was? Bist du sicher?
– Eine Minute.
Bei Jesus... Er sprach von der guten Botschaft, von der frohen Botschaft: „Gott ist nah” – verdammt nah.
Verdammt nah. Er sagte: „Das Himmelreich ist zum Greifen nah” – so steht es auf meiner Website. Ich liebe diesen Spruch. Jesus war ein Pragmatiker, der war irdisch, der hatte seine Füße auf dem Boden, der war überhaupt … Deswegen konnte er zu den Leuten sprechen: der war nicht abgehoben. Das war nicht so ein Guru, der da herumschwebt – der war auf der Erde.
Alles, was er gesagt hat, war ganz praktisch gemeint, aber die Leute konnten sich nicht vorstellen, dass das wirklich so ist, wie er sagt. Die dachten: „Das sind irgendwelche heiligen Sprüche.” Nein – er meinte das ganz, ganz, ganz einfach, ganz direkt: „Der Himmel ist zum Greifen nah.
Gott ist nah.
Hier.”
Ja, und wir können es uns nicht vorstellen.
Wir können uns nicht vorstellen, dass das stimmt. Erst wenn einer kommt, ein Mensch, den wir erleben können, dann bekommen wir einen Geschmack davon: „Vielleicht ist da doch etwas dran.” Deswegen... Swamiji spricht vom lebendigen Guru, das ist wichtig. Das ist die Bedeutung des lebendigen Gurus. Jesus ist gut und schön, dieses Erbe von Jesus ist unendlich wertvoll, aber es bleibt für uns nicht greifbar, nicht glaubbar – bis jemand in unser Leben kommt, der lebt, den wir erleben können, und dann erleben wir es selbst. Erst dann erleben wir es selbst: „Wow, ich glaube, davon hat er gesprochen.”
Und dann wird es einfacher.
Deswegen gibt es Gurus, deswegen gibt es Meister oder so komische Typen wie mich.
Ja, ist doch wahr. Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich hier sitze. Aber ich glaube, wir müssen jetzt aufhören. Aber zum Glück geht es in 20 Minuten weiter.
Ja, es ist so, dass eine der Satsang-Lehrerinnen, die hier jetzt mit dabei sein sollte, verhindert ist; sie konnte wegen eines Notfalls in der Familie nicht kommen, obwohl sie unglaublich gerne kommen wollte. Und deswegen gab es jetzt ganz spontan noch einmal für jeden der Lehrer, die hier sind, einen zusätzlichen Satsang. Deswegen habe ich heute Nachmittag zwei Satsangs, deswegen geht es jetzt gleich weiter, und zwar unten in der Stube, da, wo ich vorhin schon einmal war.
Da geht es gleich weiter. Und morgen bin ich auch noch einmal hier, einmal hier oben und einmal unten für zwei weitere Satsangs. Also, falls ihr noch einmal vorbeischauen wollt, freue ich mich sehr.
Danke fürs Satsang.
Ich liebe dich.
Danke.