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Online-Satsang vom 16. Oktober 2026

Deutsch mit deutschen Untertiteln.

Themen: An mir ist nichts Besonderes. Bleib bei dir, wenn du liebst. Den Tod erleben, das Leben spüren. Mit Meditation wird alles immer schöner. Gedanken erschaffen die Gefühle. Die Aufmerksamkeit bei dir behalten. Du musst das Leben nicht schaffen. Du brauchst kein Ziel. Beten ist Loslassen. Der Schlüssel fürs sich treu sein. Die Freiheit, da zu sein, wo ich bin. Kehr zu dir selbst zurück. Wir trauen dem Frieden nicht. Grundbedürfnis oder Traum? Lieben und Beten. Vergiss, wie du sein solltest.

Über dieses Video:

Wir haben nie gelernt, mit der Aufmerksamkeit bei uns selbst zu sein. Wir achten auf andere Menschen, auf ihre Erwartungen, auf das, was morgen sein könnte – nur auf uns selbst achten wir nicht. Und gerade dort, wo wir lieben, verlieren wir uns am gründlichsten; wir sind mit allem beim anderen: „Was will er? Was gefällt ihm? Mag er mich noch?” Genau dort beginnt die Mühe.

In diesem Satsang ging es um Fragen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: darum, wie du die Aufmerksamkeit bei dir behältst, mitten im Alltag, mitten in der Nähe zu einem anderen Menschen – und was es heißt, dir selbst treu zu sein, gerade in den Beziehungen, in denen wir glauben, das dürften wir nicht. Es ging darum, woher die Gefühle kommen, die uns so plagen: fast nie von der Wirklichkeit, fast immer von den Gedanken – und was geschieht, wenn du diesen Gedanken keine Beachtung mehr schenkst.

Wir sprachen auch über das Beten – nicht als religiöse Übung, sondern als das ehrlichste Eingeständnis, das es gibt: „Ich kann es nicht. Gott – mach du.” Wer so betet, lässt los. Was dann geschieht, kann ich nicht erklären; ich kann dir nur davon erzählen, wie ich es erlebe – immer wieder.

Und wenn es dann irgendwann wirklich still wird in dir, kommt das Merkwürdigste: wir trauen diesem neuen Frieden nicht. Ein Leben lang hat ein Drama das nächste gejagt, und wenn es plötzlich einfach wird, denken wir: „Da stimmt doch etwas nicht. Unterdrücke ich etwa etwas?”

All diese Themen münden in die immer gleiche Bewegung: die Aufmerksamkeit bei dir zu behalten; zu dir selbst zurückzukehren. Wir haben das nie gelernt. Wir haben gelernt, draußen zu sein, bei den anderen, bei allem, was an uns zieht – nur nicht bei uns. Aber es ist möglich, das zu lernen, und es ist leichter, als du glaubst.

Danke an alle, die mir an diesem Abend ihre Fragen anvertraut haben, und an alle, die einfach dabei waren. Danke für diesen schönen Satsang.

Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:

An mir ist nichts Besonderes

[Dhyan Mikael:] Guten Abend.

Herzlich willkommen zum Satsang.

Ich freue mich sehr, dass heute wieder Satsang ist. Ich bin richtig reif dafür.

Falls du heute zum ersten Mal hier dabei bist, möchte ich wie immer ein paar Sätze dazu verlieren, was wir hier überhaupt machen.

Du kannst mir, wenn du möchtest, eine Frage stellen – zu deinem Leben, zu dem, was schwierig für dich ist, zu deinem spirituellen Weg, was auch immer –, und ich werde versuchen, dazu etwas zu sagen. Zwischendurch beantworte ich auch Fragen, die mich per E-Mail erreicht haben.

Ja, und das machen wir jetzt eineinhalb Stunden lang.

Ich hatte in diesem Leben das Glück, viele, viele Jahre lang mit einem spirituellen Meister durch die Lande zu ziehen: mit Soham. Er ist immer noch mein Meister, aber wir ziehen nicht mehr durch die Lande. Er hat aufgehört zu reisen, ich bin jetzt zu Hause.

Und in all diesen Jahren habe ich von ihm gelernt, wozu das Leben eigentlich da ist und wie das Leben wirklich funktioniert.

Vor 30 Jahren dachte ich, ich müsste mein Leben in der Hand haben.

Ich dachte: „Ich muss wissen, wie das geht, und ich muss mich darum kümmern, dass alles richtig läuft.”

Natürlich konnte ich das nicht, aber ich dachte, ich müsste, und so hatte ich Stress.

Ja, und heute weiß ich, dass es in Wirklichkeit ganz anders funktioniert. Und um das zu teilen, um dir davon ein Gefühl zu geben, dafür mache ich Satsang und dafür mache ich Videos.

Und es geht wirklich darum, was ich eben sagte: es geht nicht so sehr um das, was ich hier erzähle. Ich möchte dir sagen, wie du selbst erleben kannst, wovon ich spreche. Und nur das ist von Wert. Alles andere sind nur schöne Sprüche, die nicht wirklich etwas bewirken.

Deswegen rede ich so gerne über die Samarpan-Meditation, denn die hat mein Leben verändert. Und wenn du meditierst, wenn du Lust dazu hast, dann bringt dich diese einfache Übung an den Ort in dir, wo du das auch erlebst.

So viel zur Vorrede.

Ich sage das gerne dazu, denn an mir ist nichts Besonderes, weißt du...

Ich habe vor einigen Jahren die Idee gehabt, Videos zu machen, Satsang zu geben, weil ich so ein normaler Mensch bin, genau wie du – an mir ist wirklich nichts Besonderes –, und wenn ich das Geheimnis des Lebens entdecken und leben kann, dann heißt es, dass du das auch kannst.

Und das ist meine Hoffnung: dass du das auch entdecken magst. Dafür bin ich hier.

Bleib bei dir, wenn du liebst

Simone, guten Abend. Herzlichen Dank, dass du wieder dabei bist. Ich freue mich sehr. Hast du schon Fragen? Magst du anfangen, eine vorzulesen?

[Simone:] Guten Abend, geliebter Mikael. Ja, ich habe schon Fragen.

[Dhyan Mikael:] Ja, toll. Bitte, schieß los.

[Simone:] Die Erste ist von Marie-Luise.

[Dhyan Mikael:] Marie-Luise, guten Abend, hallo.

[Simone:] „Lieber Mikael, immer wieder passiert es mir, so wie auch aktuell: wenn ich jemanden kennenlerne, mit dem es viele Übereinstimmungen gibt, lasse ich mich sehr schnell sehr tief ein. Das Problem ist, dass es meistens Menschen sind, die dann viel von mir erwarten. Plötzlich spüre ich, dass es mir zu eng wird und ich meine Kraft verliere. Aktuell stecke ich wieder in so einem Konflikt. Es wäre schön, von dir etwas darüber zu erfahren. Wo und wann verlasse ich mich, vertraue zu schnell, gebe zu viel? Danke schon jetzt sehr für deine weise Antwort.”

[Dhyan Mikael:] Danke, Marie-Luise. Ob die Antwort weise ist, weiß ich nicht, aber ich kann dir natürlich sagen, was ich dazu weiß aus meiner Erfahrung.

Ich kann zwei Sachen dazu sagen. Das eine ist, dass die Erwartungen des anderen nicht deine Angelegenheit sind. Dieser Mensch kann erwarten, was er will: das geht dich überhaupt nichts an.

Die Erwartungen des anderen sind nicht deine Angelegenheit. Dieser Mensch kann erwarten, was er will: das geht dich überhaupt nichts an. Wenn du das weißt, dann kannst du entspannen mit all diesen verrückten Erwartungen, die andere Menschen gerne haben – und das nennen sie dann Liebe.

Es hat nichts mit dir zu tun. Wenn jemand etwas von mir erwartet, ist es nicht mein Problem: es ist das Problem des Menschen, der etwas erwartet.

Und wenn du das weißt, dann kannst du entspannen mit all diesen verrückten Ideen und Erwartungen, die andere Menschen gerne haben. Und das nennen sie dann Liebe.

Und du fragst: „Wo verlässt du dich? Wo beginnt es, schwierig zu werden?”

Du sagst, wenn du dich tief auf jemand anderen einlässt, dann passiert es unweigerlich, dass du an den Punkt kommst, wo du jetzt bist.

Und das klingt sehr schön, wenn man sagt, sich aufeinander einlassen.

Aber was heißt das wirklich?

Normalerweise meinen wir damit zwei Dinge, aber die sprechen wir nicht aus.

Das eine ist, dass wir beginnen, mit unserer Aufmerksamkeit nicht mehr bei uns selbst zu sein, sondern beim anderen.

Ja, wir erfreuen uns an ihm, wir genießen den anderen Menschen, aber es ist mehr als das. Wir sind mit der Aufmerksamkeit die ganze Zeit beim anderen: „Was will er? Was will er nicht? Was gefällt ihm? Mag er mich? Wie reagiert er?”

Und da fängt das Problem an.

Wenn du jemand anderen kennenlernst, ist es besonders wichtig, dass du dich auf dich einlässt, nicht auf den anderen. Bleib bei dir; spür, wie du dich fühlst – dann ist es viel einfacher.

Wenn du jemanden kennenlernst, ist es wichtig, dass du dich auf dich einlässt, nicht auf den anderen. Bleib bei dir. Spüre, wie du dich fühlst. Dann ist es zwar nicht romantisch, aber echt. Und dann kann der andere sich verhalten, wie er will; er kann erwarten, was er will– aber du bist bei dir, du stehst mit beiden Beinen auf dem Boden, in dir sozusagen.

Dann ist es zwar nicht romantisch, aber echt. Dann bist du bei dir.

Und dann kann der andere sich verhalten, wie er will; er kann wollen, was er will; er kann erwarten, was er will; er kann sich verlieren, wenn er will – aber du bist bei dir. Du stehst mit beiden Beinen auf dem Boden, in dir sozusagen.

Dann ist das eine ganz andere Geschichte.

Und dazu ist es natürlich sehr hilfreich, wenn du gerade dann, wenn du dich verliebst, darauf achtest, dass du deinen Gedanken keine Aufmerksamkeit gibst – die Gedanken, die nur an den anderen Menschen denken wollen, die träumen, die hoffen und die wollen.

Aber wenn du in jedem Moment bei dir bist und von dem anderen nichts willst und dich an dem erfreust, was geschieht – du bist offen dafür, du bist bereit, aber wenn etwas gehen möchte, bist du genauso bereit, es gehen zu lassen –, dann kann nichts geschehen.

Du sagst, du spürst, wie seine Erwartungen beginnen, und das bringt ihn und dich in Schwierigkeiten. Und bei dir ist es genauso. Du beginnst, an ihn Erwartungen zu haben, oder vielleicht merkst du das gar nicht so direkt, an ihn oder ans Leben. Du hoffst, dass jetzt etwas Bestimmtes geschieht; dass es weitergeht. Und dann wird es schwierig.

Aber wenn du einfach liebst, wenn du einfach offen bist und genießt, aber bei dir bleibst und nichts brauchst von diesem anderen schönen Menschen, dann kann es schön bleiben – für immer.

[Simone:] Mikael, Marie-Luise schreibt gerade, es geht um den Kontakt mit einer alten Dame. Vielleicht suchte ich Großmutter oder Mutter, die ich sehr früh verloren habe.

[Dhyan Mikael:] Ja, danke. Es spielt überhaupt gar keine Rolle, ob das ein Mann ist oder eine Frau oder ob du einen Partner suchst oder deine Mutter, die du nie gehabt hast. Weißt du, all das spielt keine Rolle.

Die Mechanik, wie wir in Schwierigkeiten geraten, ist eigentlich immer die gleiche: du begegnest dieser Frau und du hoffst, da etwas zu bekommen, von dem du glaubst, dass es dir fehlt.

Und dann bist du dir selbst nicht treu, du bist mit deiner Aufmerksamkeit bei diesem anderen Menschen.

Das ist die Herausforderung und der Segen von Beziehungen. Und mit Beziehungen meine ich nicht nur Mann-Frau-Beziehungen oder… es kann ja auch Mann-Mann und Frau-Frau sein. Aber ich meine nicht nur Liebesbeziehungen. Ich meine jede tiefe Beziehung: zwischen Tochter und Mutter, zwischen engen Freunden. Es ist immer das Gleiche: wir glauben, zu einer echten Beziehung, zu einer innigen Beziehung, gehöre es, dass ich beim anderen bin, mit meiner Aufmerksamkeit, mit meinem Interesse, mit meinem Wollen.

Aber genau das Gegenteil ist wahr. Aber das fühlt sich so unromantisch an, so still.

Aber da geschieht echte Beziehung.

Also: kehr zu dir zurück; hol deine Aufmerksamkeit zu dir zurück. Denke nicht an diese Frau, sondern spür dich. Denke überhaupt nicht an sie. Und wenn du sie treffen magst, dann triff sie, und dann genieße das Zusammensein.

Daran ist überhaupt nichts verkehrt.

Aber höre nicht auf die Gedanken und achte darauf, dass du nichts erwartest.

Und sei dir treu, wenn du merkst, dass sie etwas von dir erwartet.

Sei dir einfach treu. Wenn sie etwas will und du hast auch Lust dazu, dann sagst du ja; aber wenn nicht, dann sagst du nein.

Und das ist wirklich eine Herausforderung – und das ist der Segen von Beziehung, von Freundschaft, von Partnerschaft.

Weißt du: wenn es nah wird, dann wird es interessant.

Wenn es nah wird, dann wird es interessant. Da werden wir dazu gezwungen, zu lernen, uns selbst treu zu sein und bei uns zu bleiben. Das haben wir nie gelernt. Die ganze Welt verehrt das Gegenteil. Alle Liebesfilme, alle Bücher handeln davon, wie man mit dem anderen verschmilzt, oder all dieser Unfug. Und dass das nicht funktioniert, das spürst du.

Und da werden wir dazu gezwungen, zu lernen, uns selbst treu zu sein. Da werden wir gezwungen, zu lernen, bei uns zu bleiben. Das haben wir nie gelernt.

Die ganze Welt verehrt das Gegenteil. Alle Liebesfilme, alle Bücher handeln davon, wie man mit dem anderen verschmilzt, wenn es ein Partner ist, oder all dieser Unfug.

Und dass das nicht funktioniert, das spürst du.

Es ist sehr gesund, was du da spürst. Ich freue mich über das, was du berichtest. Du merkst, was da läuft. Ich freue mich, dass du fragst.

Das ist das Einzige, was wir da lernen müssen: keine Erwartungen haben, und mit unserer Aufmerksamkeit bei uns selbst zu bleiben.

Und dann passiert etwas ganz erstaunliches: Wenn du das tust, wirst du merken, dass auch sie sich verändert.

Es nützt überhaupt nichts, darüber zu sprechen.

Das führt meistens nur zu Missverständnissen und zu Schmerz. Aber wenn du mit deiner Energie, mit deiner Aufmerksamkeit zu dir zurückkehrst, dann macht es etwas mit dem anderen Menschen, und der wird auch anders. Probiere es einmal aus; du wirst staunen.

Wenn du dazu noch eine Frage hast, dann frag gerne noch einmal.

Aber das ist das, was ich dazu sagen kann.

Und wie gesagt: das gilt nicht nur für Freunde, das gilt nicht nur für enge Familienbeziehungen, für Mutter-Kind, es gilt auch für Partnerschaft, für Ehe, für Liebende.

Danke, Marie-Luise, danke.

Den Tod erleben, das Leben spüren

Simone, bitte fahr fort, wenn du magst.

[Simone:] Ja, die nächste Frage ist von Eva.

[Dhyan Mikael:] Eva, guten Abend. Hallo. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, letzte Woche war ich bei zwei Menschen, die im Sterben lagen. Ein komisches Gefühl, und die Veränderung am Körper hat mich betroffen gemacht. Bitte sage etwas dazu. Danke, liebe Grüße, Eva.”

[Dhyan Mikael:] Danke, Eva.

Wie schön. Was für eine wunderbare Erfahrung.

Solche Erfahrungen sollte jeder Mensch machen: den Tod [mitzu]erleben.

Solche Erfahrungen sollte jeder Mensch machen: den Tod miterleben. Da spürst du, was du wirklich bist und wie leer und nichtssagend dieser Körper ist, wenn die Seele gegangen ist. Wir sind so identifiziert mit diesen Körpern. Wir glauben: „Das bin ich.” Es ist wirklich gut und gesund, daran erinnert zu werden, dass dieser Körper bald sterben wird.

Da spürst du, was du wirklich bist, wenn du da bist und es erlebst.

Du spürst, wie leer und nichtssagend dieser Körper ist, wenn die Seele gegangen ist.

Und wir sind so identifiziert mit diesen Körpern. Wir glauben: „Das bin ich.”

Ja, ich weiß nicht, was ich dir dazu noch sagen kann, außer dass das eine gute Erfahrung ist.

Die Gefühle, die du hast, fühle sie einfach, lade sie ein; die werden dir das Geschenk von dieser Begegnung entschlüsseln. Du brauchst es nicht zu verstehen.

Es ist wirklich gut und sehr, sehr gesund, daran erinnert zu werden, dass dieser Körper bald sterben wird.

Danke, Eva, ich freue mich, dass du da bist.

Mit Meditation wird alles immer schöner.

Ich möchte eine E-Mail-Frage vorlesen.

Das ist eigentlich gar keine Frage, es ist eher ein Bericht: „Hallo Mikael, ich mache die Samarpan-Meditation nun schon fast zwei Jahre, und du hast recht: Es geschehen Wunder, eins nach dem anderen. Eigentlich bleibt ja alles gleich, aber man hat die Aufmerksamkeit immer mehr und mehr woanders. Man wird in der Tat immer empfindsamer und sieht Dinge, die man vorher überhaupt nicht beachtet hat.

Ich war immer schon ein Naturliebhaber, aber die Natur wird immer noch schöner und schöner.”

Ja, das ist auch meine Erfahrung: Wenn man beginnt, nach innen zu gehen, und wenn man beginnt zu meditieren, dann beginnt alles immer schöner zu werden.

Es ist unglaublich.

Gedanken erschaffen die Gefühle

Ich möchte noch eine richtige Frage vorlesen: „Lieber Mikael, es sind doch die Gedanken, die die entsprechenden Gefühle auslösen, oder?”

Ja, danke für diese schöne Frage. Ja, es ist so.

Das, was wir normalerweise als Gefühl bezeichnen, sind Reaktionen des Körpers auf Gedanken. Du stellst dir irgendetwas vor, du denkst an morgen und weißt nicht, was du tun sollst, und dann kommt Angst.

Was wir normalerweise als Gefühl bezeichnen, sind Reaktionen des Körpers auf Gedanken. Der kann nicht unterscheiden, ob das, was vom Gehirn kommt, echt ist oder nur vorgestellt. Die Gedanken lösen die Gefühle im Körper aus, und wir glauben, das sei echt. Wenn du lernst, die Gedanken zu ignorieren, dann wird es sehr entspannend und sehr still.

Weißt du, das ist ganz spannend. Dieser Körper kann nicht unterscheiden, ob das, was von diesem Gehirn kommt, echt ist oder nur vorgestellt ist.

Wenn du dir jetzt eine ganz angsteinflößende Situation vorstellst, wirst du merken, wie der Körper reagiert, o bwohl keinerlei Gefahr besteht.

Die Gedanken lösen die Gefühle im Körper aus, und wir glauben, das sei echt.

Und wenn du lernst, die Gedanken zu ignorieren und ihnen einfach keine Beachtung zu schenken, dann wird es sehr entspannend und sehr still.

Gefühle geschehen immer noch, aber nicht oft, und dann haben sie mit der Wirklichkeit zu tun.

Aber fast alles, was wir als Gefühl bezeichnen, kommt von hier, weil wir an die Vergangenheit denken, an das, was wir erlebt haben. Wir erleben es noch einmal und noch einmal und noch einmal in Gedanken, und die ganzen Gefühle kommen immer noch einmal und noch einmal. Oder wir denken an die Zukunft und erleben das, was sein könnte.

Das ist völlig verrückt und völlig unnötig, und es bringt überhaupt nichts außer Stress.

Aber wenn du die Gedanken sein lässt und nicht mehr ernst nimmst, dann wird es still.

Danke für deine Frage.

Die Aufmerksamkeit bei dir behalten

Simone, magst du fortfahren?

[Simone:] Ja, gerne. Die nächste Nachricht ist von Karin.

[Dhyan Mikael:] Karin, guten Abend. Hallo.

[Simone:] „Lieber Mikael, wie gelingt es mir, bei mir zu bleiben trotz aller Trigger und wenn meine Umwelt so laut ist? Ist alles ein Spiegel im Außen? Wie lerne ich meditieren? Danke, Karin.”

[Dhyan Mikael:] Danke für deine schönen Fragen, Karin.

Meditieren lernt man ganz einfach. Es gibt nichts Einfacheres als Meditieren, zumindest die Samarpan-Meditation; das ist die Meditation, die ich mache. Also, die geht so super einfach, die kann keiner falsch machen, die ist so leicht, jeder kann die lernen.

Das Einzige, was du da tust, ist, dass du dich für eine halbe Stunde alleine irgendwo hinsetzt – vorzugsweise morgens, da finde ich es am schönsten –, eine halbe Stunde, wo du ganz für dich sein kannst.

Dann verbringst du diese halbe Stunde einfach damit, dass du da sitzt mit geschlossenen Augen. Deine Aufmerksamkeit ruht am Scheitel deines Kopfes, einfach hier an dieser Stelle, die du mit der Hand berühren kannst.

Und immer wenn Gedanken kommen und deine Aufmerksamkeit an sich ziehen wollen, kehrst du ganz sanft und entspannt zurück zum Scheitel; und du kämpfst nicht gegen die Gedanken, du haderst nicht mit ihnen, du lässt sie einfach sein, und schenkst ihnen keine weitere Beachtung.

Und das machst du einfach eine halbe Stunde lang, einmal am Tag, und alles wird anders.

Simone, bitte lies mir die Frage noch einmal vor.

[Simone:] „Wie gelingt es mir, bei mir zu bleiben trotz aller Trigger und wenn meine Umwelt so laut ist? Ist alles ein Spiegel im Außen?”

[Dhyan Mikael:] Ja...

Wir haben es nie gelernt, bei uns zu bleiben. Wir haben immer gelernt, mit unserer Aufmerksamkeit draußen in der Welt zu sein, bei anderen Menschen, aber nicht bei uns. Die Aufmerksamkeit bei sich zu behalten ist das Natürlichste und Einfachste der Welt. Es ist überhaupt nicht schwierig. Schwierig ist es nur, weil wir es nie geübt haben.

Weißt du, wir haben es nie gelernt, bei uns zu bleiben.

Wir haben immer gelernt, mit unserer Aufmerksamkeit draußen in der Welt zu sein. Wir haben gelernt, uns nach anderen Menschen zu richten, auf andere zu achten, aber nicht auf uns. Und die Medien und alles um uns herum zieht an unserer Aufmerksamkeit.

Die Aufmerksamkeit bei sich zu behalten, ist das Natürlichste und Einfachste der Welt. Es ist überhaupt nicht schwierig. Schwierig ist es nur, weil wir es nie geübt haben.

Das ist das Einzige: wir sind es nicht gewöhnt. Und wenn du das anfängst, fühlt es sich anfangs ganz komisch an, als würde man etwas falsch machen oder etwas Verbotenes tun.

Dabei ist es das Natürlichste der Welt.

Und du musst es einfach üben. Und die Samarpan-Meditation, die ist die Übung dafür.

Du sagst, du möchtest lernen, die Aufmerksamkeit bei dir zu behalten, aber du weißt gar nicht, wo dieses „bei mir” ist, dieses „Ich”.

Deine Gedanken sind es nicht, der Körper ist es nicht, deine Gefühle sind es nicht.

Aber wenn du die Aufmerksamkeit in dieser halben Stunde, in der du das übst, bei deinem Scheitel hast, dann passiert etwas, obwohl du überhaupt nicht weißt, wie das funktioniert und was das soll – etwas, das dich dir selbst näherbringt, jeden Tag ein Stückchen mehr.

Und wenn du das jeden Tag übst, dann wird es für dich ganz natürlich. Dann brauchst du dir überhaupt gar keine Gedanken zu machen über das, was im Rest des Tages geschieht. Das ändert sich dann von selbst, ganz allmählich.

Und dann erlebst du die gleichen Situationen, die gleichen Menschen, die früher für dich eine Herausforderung waren, weil sie dich weit weggebracht haben von dir selbst, und du staunst und erlebst dich vollkommen anders.

Einfach so.

Wenn du dich dafür interessierst, wenn du die Meditation lernen möchtest – da gibt es eigentlich nicht viel zu lernen, die ist wirklich sehr einfach –, so empfehle ich dir, eine Einführung in die Samarpan-Meditation mitzumachen. Die geht zum Beispiel online. Jeden Montagabend ist das möglich beim gemeinnützigen Verein Samarpan-Meditation Deutschland e. V., und die machen jeden Montagabend zwischen Viertel vor sieben und halb acht online eine Einführung in diese Meditation.

Da erzählen sie dir, wo die herkommt und wie man sie macht. Die machen das ganz schön, es kostet natürlich nichts, und du kannst einfach zuhören, und dann erfährst du alles, was es darüber zu wissen gibt. Ja, und dann machst du das einfach jeden Tag, und dann lernst du es. Es ist total einfach.

Und obwohl es so einfach ist, wird es dein gesamtes Leben verändern.

Wir können uns das nicht vorstellen, aber diese Vernachlässigung von uns selbst, diese Unfähigkeit, unsere Aufmerksamkeit bei uns zu behalten, das ist die Ursache all unserer Probleme, all der Angst.

Diese Vernachlässigung von uns selbst, diese Unfähigkeit, unsere Aufmerksamkeit bei uns zu behalten, ist die Ursache all unserer Probleme, all der Angst. Wenn du beginnst, dir selbst näher zu kommen und zu entdecken, was dein Selbst ist, ist es, als würde ein neues Leben beginnen. Alles bleibt gleich, die Welt bleibt gleich, aber für dich ist alles anders.

Und wenn du das lernst, diese eine Sache, wenn du beginnst, dir selbst näher zu kommen, wenn du beginnst zu entdecken, was das überhaupt ist, dein Selbst, dann ist es, als würde ein neues Leben beginnen. Es ist unfassbar.

Alles bleibt gleich, die Welt bleibt gleich, dein Leben bleibt gleich, dein Alltag ändert sich nicht, aber für dich ist alles anders.

Danke für deine Frage. Ich freue mich, dass du da bist.

Du musst das Leben nicht schaffen

Simone, bitte fahr fort.

[Simone:] Die nächste Frage ist von Andrea.

[Dhyan Mikael:] Andrea, guten Abend. Wie schön, dass du da bist. Ich freue mich sehr.

[Simone:] „Lieber Mikael, jeden Morgen wache ich auf ohne Zuversicht und mit dem Gefühl: Wie soll und kann ich das alles schaffen? Ich würde so gern mit einem leichten Gefühl wach werden, in Vorfreude auf den Tag.

Im Lauf des Tages wird das Gefühl leichter. Kannst du mir einen Rat geben? Danke von Herzen.”

[Dhyan Mikael:] Oh ja, sehr gerne. Danke, Andrea.

Ja: wenn du glaubst, du müsstest das alles schaffen, das hält kein Mensch aus.

Wenn du glaubst, du müsstest das alles schaffen: Das hält kein Mensch aus. Aber wir glauben, es hängt an uns. Wir glauben: „Ich bin derjenige, der hier alles am Laufen hält.” Und je älter du wirst, desto mehr weißt du: „Ich kann das nicht.” Du kennst dich einfach immer besser. Und doch geschieht das Leben – jeden Tag.

Wie sollst du das alles schaffen? Das ist unmöglich.

Ich kann das hier nicht schaffen.

Ich kann Satsang nicht schaffen.

Ich kann auch Video nicht schaffen.

Ich kann eigentlich gar nichts.

Aber wir glauben, es hängt an uns.

Wir glauben: „Ich bin derjenige, der hier alles am Laufen hält.”

Und je älter man wird, desto unerträglicher wird das.

Denn je älter du wirst, desto mehr weißt du: „Ich kann das nicht.” Du kennst dich einfach immer besser.

Und doch geschieht das Leben – jeden Tag.

Ich lade dich dazu ein, zu entdecken, wie das Leben wirklich läuft.

Ich lade dich dazu ein, zu entdecken, was geschieht, wenn du aufhörst zu glauben, du müsstest es schaffen.

Und das geht ganz einfach.

Beginne deinen Tag und mache nur eine einzige Sache anders: Höre nicht auf deine Gedanken.

Das ist am Anfang nicht ganz leicht. Gerade am Morgen, gleich nach dem Aufwachen, fängt dieser ganze Apparat, dieser Körper, an zu denken: „Okay, was muss ich jetzt tun?

Was ist heute dran? Was wartet heute auf mich?”

Ich kenne das auch. Und deswegen ist auch der Rat der Gurus, dass die beste Zeit zu meditieren gleich morgens ist, als Allererstes. Du wachst auf, und mit dem Aufwachen springt diese Maschine da oben an.

Und wenn du dann in dem Moment als Allererstes dich hinsetzt und für eine halbe Stunde übst, diese Gedanken einfach zu ignorieren – ganz sanft... Du kämpfst nicht dagegen, du hast kein Problem mit ihnen, du willst nicht, dass sie weggehen – das geht alles nicht.

Aber du beachtest sie einfach nicht und gehst mit deiner Aufmerksamkeit woanders hin, hierher, zum Scheitel.

Wenn du das gleich morgens übst, dann lernst du das, was dir dieses Leben leichter macht.

Und dann entdeckst du etwas ganz Erstaunliches.

Denn wenn du einfach hier bist... Du beginnst den Tag, du fängst an, deinen Tag zu leben. Du gehst in die Küche und machst dein Frühstück, du gehst zur Arbeit, aber du machst dir keinerlei Gedanken darüber.

Die Gedanken glauben: „Dann passiert überhaupt nichts mehr; dann hält die Welt an.” Aber das Gegenteil geschieht: das Doppelte geschieht, und alles viel einfacher.

Aber wenn ich dir das erzähle, nützt es dir überhaupt nichts. Das ist etwas, das muss und auch kann jeder Mensch selbst herausfinden. Und dazu lade ich dich ein.

Das musst du herausfinden. Und alles andere nützt nichts, weißt du...

Die Gedanken, die tyrannisieren dich sonst.

Es wird nicht besser, es wird immer schlimmer. Aber der Weg daraus ist ganz leicht.

Und das Zweite, was da hilft, ist, dass du bereit bist, deine Gefühle zu fühlen.

Denn wir hatten ja vorhin die Frage… Ich wurde gefragt: „Ist es so, dass die Gedanken die Gefühle produzieren?” Und ich sagte: „Ja, das ist so.” Und diese Gedanken, die du hast, die sind ja oft ganz subtil. Du merkst oft gar nicht, was du da überhaupt denkst. Du merkst oft gar nicht so genau, was es ist, was dir das Leben so schwer macht. Aber die Gefühle, die dadurch verursacht werden, die spürst du.

Und da gibt es jetzt einen Trick: Wenn du bereit bist, die Gefühle, die du hast, einfach zu fühlen – nicht darüber nachzudenken... Du brauchst nicht herauszufinden, warum du sie fühlst und wo sie herkommen und was sie bedeuten und ob sie wahr sind oder nicht. Das meine ich nicht.

Wenn du über die Gefühle nicht nachdenkest sondern sie einfach fühlst; wenn du mit den Gefühlen einverstanden bist, die von diesen subtilen Gedanken produziert werden, haben die über dich keine Macht mehr. Dann bist du frei und entdeckst: „Dieses Gefühl, vor dem ich weggelaufen bin, ist ja nur ein Gefühl. Es ist ja ganz einfach.”

Ich will ein Beispiel geben: Du wachst auf und du fühlst dich verzweifelt.

Und dann die Gedanken ignorieren und einfach diese Verzweiflung, dieses Gefühl, das du in dir spürst, in deinem Körper, in deinen Zellen, das einfach zu fühlen; das einfach da sein zu lassen.

Nicht dagegen angehen, einfach da sein lassen, damit einverstanden sein. Wenn du mit den Gefühlen einverstanden bist, die diese subtilen Gedanken produzieren, dann haben die Gedanken über dich keine Macht mehr.

Dann bist du frei. Und dann entdeckst du: „Oh, dieses Gefühl, vor dem ich immer weggelaufen bin, ist ja nur ein Gefühl: es ist ja ganz einfach.”

Das kannst du mit jedem Gefühl, das dich besucht, ausprobieren.

Du wachst morgens auf, der Tag beginnt, und du fühlst dich unter Druck und gelähmt. Okay, spür diesen Druck, spür diese Lähmung, diese Unfähigkeit, und nimm die mit in den Tag, lade die einfach ein. „Komm, Unfähigkeit, jetzt trinken wir zusammen Kaffee.”

Und dann spürst du die, du spürst das Gefühl, und du beginnst deinen Tag, du nimmst sie überall hin mit.

Du wirst überrascht sein.

Das sind die zwei Tipps, die ich dir gerne mit auf den Weg gebe.

Ich danke dir. Schön, dass du da bist.

Du brauchst kein Ziel

Ich will einmal sehen, ob ich noch eine E-Mail-Frage habe, die ich beantworten kann.

„Du sprichst manchmal über Ziele, die wir besser loslassen sollten, also, keine Ziele mehr zu verfolgen. Das ist Ego. Ich kann das nachempfinden. Trotzdem frage ich mich: Gibt es nicht doch ein übergeordnetes Ziel auf dem spirituellen Weg?

Oder warum begeben wir uns überhaupt auf diesen Weg?”

Ja, ich danke dir für deine E-Mail.

An einem Ziel ist nichts verkehrt.

Es kann durchaus hilfreich sein, wenn man weiß, wo man hinwill.

Was nicht hilfreich ist, das ist, darüber nachzudenken.

Es ist wie bei einer Wanderung: Du weißt, was das Ziel deiner Wanderung ist, und du besorgst dir Karten, damit du weißt, wo du laufen musst. Aber dann gehst du los.

Und dann bist du da, wo du bist, bei jedem Schritt. Du denkst nicht die ganze Zeit an das Ziel: du musst da sein, wo du bist.

Und ab und zu, wenn du dir nicht mehr ganz sicher bist, ob du noch in die richtige Richtung läufst, schaust du nach der Sonne oder nach irgendwelchen Wegmarken, oder du hast einen Kompass dabei und schaust, ob du noch richtig läufst. Dann weißt du Bescheid, und dann setzt du wieder einen Schritt vor den anderen und gehst weiter und bist da, wo du bist.

Was ich meine, wenn ich darüber spreche, dass es nicht hilfreich ist, Wünsche zu haben... Ich spreche meistens nicht, also eigentlich nie über Ziele, sondern über Wünsche und Träume.

Und dann sage ich das, weil es dich wegbringt von da, wo du bist. Du möchtest gern, dass dein Leben anders ist. Es ist aber nicht anders. Es ist so, wie es jetzt ist.

Diese Art von Gedanken sind vollkommen unproduktiv. Die machen dich nur unglücklich.

Aber jeder Mensch hat es, dass er spürt: Ah, in diese Richtung geht's. Vielleicht verstehst du das überhaupt nicht, aber du weißt: Da geht's lang. Und so ist es auf dem spirituellen Weg auch. Du hast keine Ahnung, wo es hingeht. Du kannst auch keine Ahnung haben, denn das Ziel kennst du nicht. Aber du spürst es, als würdest du in irgendeine Richtung gezogen werden, die du dir nicht erklären kannst, und dann lässt du dich einfach ziehen – aber nicht, weil du dein Leben nicht magst und willst, dass sich alles ändert, sondern einfach, weil du gezogen wirst. Du kannst auch nichts dagegen tun.

Auf dem spirituellen Weg hast du keine Ahnung, wo es hingeht, denn das Ziel kennst du nicht. Aber du spürst es, als würdest du in eine Richtung gezogen werden, die du dir nicht erklären kannst. Und dann lässt du dich einfach ziehen. Das, wo wir uns hingezogen fühlen, was unsere Neugier weckt, was uns Freude bereitet, das ist das Leben, das uns führt.

Und das ist ganz natürlich, das kennt jeder Mensch. So funktioniert das Leben. Diese Energie, das, wo wir uns hingezogen fühlen, das, was unsere Neugier weckt, das, was für uns Energie hat, was uns Freude bereitet, was uns interessiert, das ist das Leben, das uns führt.

Und daran ist überhaupt nichts verkehrt.

Ich habe kein Ziel.

Ich bin einfach hier, und dieses Leben entfaltet sich auf Arten und Weisen, die ich mir nie hätte träumen lassen, und die ich mir nie hätte vorstellen können. Ich hätte mir das nie als Ziel setzen können, was in diesem Leben geschieht. Und damit meine ich nicht nur Satsang oder Videos, sondern alles im Leben.

Im Grunde brauchst du kein Ziel.

Du kannst einfach da sein, wo du bist. Und je mehr du das lernst und an nichts anderes denkst und einfach da bist, wo du heute bist und so bist, wie du heute bist, entfaltet sich alles auf für uns mysteriöse Weise, aber in Wirklichkeit ist es eine ganz natürliche Sache.

Deswegen mache ich mir über Ziele überhaupt gar keine Gedanken.

Ich habe keine Ziele.

Ich bin hier, und das reicht.

Was könnte ich mir mehr wünschen?

Ich danke dir für deine Frage. Ganz herzlichen Dank.

Beten ist Loslassen

Simone, magst du fortfahren?

[Simone:] Ja, sehr gerne.

[Dhyan Mikael:] Danke.

Die

[Simone:] nächste Frage ist von Sabine.

[Dhyan Mikael:] Sabine, guten Abend. Hallo.

[Simone:] „Lieber Mikael, betest du? Kann man zu Swamiji beten? Macht es überhaupt Sinn zu beten, wenn es doch immer darum geht, alles anzunehmen?”

[Dhyan Mikael:] Oh, was für eine schöne Frage.

Ja, manchmal bete ich.

Gebet ist eine Art Hingabe.

Gebet ist eine Art Hingabe. Wenn du morgens nicht weißt, wie du diesen Tag leben sollst: „Guten Morgen, Gott. Ich weiß nicht, wie das gehen soll. Mach du. Ich mache einfach mit.” Dieses sich eingestehen: „Ich kann es nicht” ist so eine Hilfe. Dann öffnet sich etwas in einem, und es wird leicht.

Wenn du betest, sagst du: „Okay, Leben, ich habe keine Ahnung.

Mach du.”

Die Frage vorhin, die letzte Frage von…

Ich habe den Namen vergessen... Wenn man morgens aufwacht und überhaupt nicht weiß, wie man diesen Tag leben soll: „Guten Morgen, Gott, mach du! Ich weiß nicht, wie das gehen soll. Ich wusste es gestern nicht, und heute weiß ich es auch nicht. Mach du. Ich mache einfach mit.”

Diese Hingabe, dieses Sich-selbst-Eingestehen, „Ich kann es nicht”, das ist so eine Hilfe. Und dann öffnet sich etwas in einem, und dann wird es leicht.

Ich erinnere mich sehr gut, sehr lebhaft, an eine Situation, in der ich verzweifelt gebetet habe. Das ist jetzt fast 40 Jahre her, aber ich kann mich immer noch genau daran erinnern. Ich war völlig verzweifelt. Ich war in einer Situation, die mir ausweglos erschien, und ich betete zu Gott... Ich spazierte durch den Wald, und ich betete und sagte: „Gott, tu was. Ich habe keine Ahnung, wie das hier weitergehen soll.

Es ist unmöglich.

Bitte tu was.”

Und er tut es immer – immer.

Und was danach geschah, waren Dinge, die ich mir nicht hätte vorstellen können.

Und so ist es immer. Das ist das Schöne am Beten.

Das ist das Schöne am Beten. Du gestehst dir selbst ein: „Okay, ich habe hier nichts zu sagen”, und du lässt los. Und das ist alles, was du lernen musst in diesem Leben. Dann beginnst du zu spüren, was geschieht, wenn du dich vom Leben tragen lässt. Und heute bete ich eigentlich nur noch ein Gebet, aber das oft und gerne: „Danke.”

Du gestehst dir selbst ein: „Okay, ich habe hier nichts zu sagen”, und du lässt los.

Und das ist alles, was du lernen musst in diesem Leben. Dann beginnst du zu spüren, was geschieht, wenn du dich vom Leben tragen lässt.

Und heute bete ich eigentlich nur noch ein Gebet, aber das oft und gerne: „Danke.

Auch dafür danke – für alles.”

Danke für deine Frage.

Ich freue mich, dass du hier bist.

Der Schlüssel fürs sich treu sein

Bitte, Simone, fahr fort.

[Simone:] Sehr gerne. Die nächste Nachricht ist von Dorise.

[Dhyan Mikael:] Wie war dein Name?

[Simone:] Dorise.

[Dhyan Mikael:] Dorise, guten Abend.

[Simone:] „Lieber Mikael, es gibt ein Trigger-Thema in meinem Leben, bei dem ich gerne deine Worte dazu hören möchte. Mein Mann redet sehr, sehr viel, oft ohne Pausen, und ich kann schwer damit umgehen.”

[Dhyan Mikael:] Oh ja, ich verstehe.

Das ist genau das, was ich vorhin meinte, als ich über Beziehungen sprach, mit der Dame, die von ihrer Beziehung mit dieser anderen Frau gesprochen hat.

Beziehungen sind dafür da, uns dazu zu zwingen, zu lernen, uns selbst treu zu sein.

Beziehungen sind dafür da, uns dazu zu zwingen, zu lernen, uns selbst treu zu sein. Wir lieben den anderen, aber wir müssen uns treu sein. Und das Paradoxe ist: Solange du glaubst, du darfst dir nicht treu sein, ist es unerträglich. Du glaubst, das mache alles kaputt, aber das Gegenteil ist wahr. Aber das findest du erst heraus, wenn du es ausprobierst.

Und das ist am Anfang eine scheinbar unmögliche Herausforderung: Wir lieben den anderen, aber wir müssen uns treu sein.

Und das Paradoxe ist: Solange du glaubst, du darfst dir nicht treu sein, ist es unerträglich – und du glaubst, es ist unmöglich, dir treu zu sein. Du glaubst, das macht alles kaputt.

Aber das Gegenteil ist wahr. Aber das findest du erst heraus, wenn du es ausprobierst.

Und du kannst einfach kreativ werden, weißt du... Also, ich… Pass auf, ich will dir zwei Ratschläge geben. Der erste ist folgender: Fang an, deine Gefühle zu fühlen, wenn du alleine bist.

Komm in Frieden mit diesen Gefühlen, die entstehen in so einer Situation, die du mit deinem Mann öfters erlebst. Wie fühlt sich das an, diese Hilflosigkeit, diese Ohnmacht oder was auch immer es ist, was du da spürst?

Und schließe damit Frieden, so richtig.

Lade diese Gefühle ein, bei dir zu sein, als hätten sie mit ihm überhaupt nichts zu tun.

Und wenn du das eine Weile geübt hast, ein paar Tage lang, dann wirst du mit diesen Gefühlen, die für dich dort getriggert werden, ein wenig entspannter werden. Und dann wird es dir leichter fallen, mit der praktischen Situation, wie sie ist, umzugehen.

Denn mit der praktischen Situation umzugehen ist unmöglich, solange die Gefühle da eine Rolle spielen. Aber wenn du die Gefühle davon trennst und einfach willkommen heißt, dann wirst du merken, dass es relativ einfach ist, kreativ zu werden und zu schauen, wie man jetzt mit diesem Menschen umgehen kann.

Und da gibt es so viele Möglichkeiten. Du kannst einfach damit spielen. Du könntest ihm in einer Situation, wo er gerade nicht redet, sagen: „Du, Liebster, ich wollte dir einmal etwas sagen: Ich habe dich total gern, und ich höre dir auch gern zu. Aber manchmal komme ich an den Punkt, da wird es mir zu viel, ich kann nicht mehr zuhören, aber ich weiß dann nicht, was ich tun soll.

Und nur, dass du es weißt: Wenn ich dann einfach herausgehe, nimm es nicht persönlich. Ich brauche dann einfach für einen Moment meine Ruhe, aber ich komme wieder.”

Das ist sich selbst treu sein, das ist sich um sich kümmern: nicht dem anderen sagen, dass er verkehrt ist, von dem anderen überhaupt nicht verlangen, dass er anders sein soll, sondern einfach erkennen, was ich tun kann für mich.

Und da gibt es so viele Möglichkeiten, wenn man einmal beginnt, in der Situation entspannt sein zu können, weil man die Gefühle willkommen heißt.

Oder er redet, und du hörst zu, und er hört nicht auf, und dann gehst du heraus und sagst: „Du, ich muss auf die Toilette, bis gleich.” Und dann kommst du einfach nicht wieder.

Es gibt so viele Dinge. Sobald du darüber schmunzeln kannst, wird es leicht, und leicht wird es, wenn du beginnst, deine Gefühle willkommen zu heißen. Und dann wirst du erkennen, dass das, was dich so triggert, eigentlich mit ihm nicht wirklich etwas zu tun hat. Was da berührt wird, sind alte Dinge, und die hängen mit diesen Gefühlen zusammen. Und wenn du die beginnst, lieb zu haben, wenn du beginnst, mit denen zu entspannen – und es braucht ein bisschen Zeit, es braucht ein bisschen Übung –, dann wird die praktische Situation ganz anders.

Das ist mein Rat an dich: Lerne, dich um dich zu kümmern und um deine Gefühle.

Du brauchst ihn überhaupt nicht ändern; das geht eh nicht. Du brauchst mit ihm auch keine Problemgespräche führen; das macht keinen Spaß.

Du kannst lernen, dich um dich zu kümmern, ohne dass er davon überhaupt irgendetwas wissen muss. Das ist das Schöne an der ganzen Geschichte.

Ich bin neugierig. Wenn du magst, halte mich auf dem Laufenden, wie es dir ergeht in diesem Experiment.

Und ich kann dir sagen: Ich weiß, wovon ich spreche.

Ich musste das lernen. Ich schmunzle heute so darüber und kann dir aus eigener Erfahrung sagen, wie leicht das werden wird für dich, weil ich diesen Weg selbst durchgemacht habe. Ich hatte früher überhaupt keine Ahnung, wie ich mich um mich kümmern soll, wie ich auf mich acht geben kann.

Ich war einer von diesen Menschen, die nächtelang mit dem Partner diskutiert haben, um solche Dinge zu lösen, und es ist schrecklich, es führt zu überhaupt nichts.

Und dann kam ich zu Soham, und der hat mir beigebracht, mich um mich zu kümmern: nicht darauf zu warten, dass der andere sich ändert, sondern dass ich mich um mich kümmere. Und das war anfangs für mich gar nicht leicht. Ich wusste nichts vom Gefühle fühlen; das wollte ich gar nicht.

Aber als ich das einmal angefangen habe, wurde alles leichter, und so schnell.

Ich spreche also aus eigener Erfahrung, und ich kann dir mit Überzeugung sagen: Du wirst es lernen; es geht ganz leicht. Sei einfach geduldig mit dir – und mit deinem Mann.

Danke. Ich freue mich, dass du da bist.

Die Freiheit, da zu sein, wo ich bin

Und jetzt werde ich noch eine E-Mail-Frage vorlesen: „Du sagtest in einem deiner YouTube-Videos, dass man zu nichts Nein sagen soll, sondern alles, was einem begegnet, zunächst so annehmen darf, wie es kommt. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Wie gehst du damit um, wenn eine Frau auf dich zukommt und mit dir flirtet oder dich anmacht, gerade wenn du in einer Beziehung bist? Wo liegt für dich der Unterschied zwischen etwas annehmen, wie es ist, und einer Situation tatsächlich Raum zu geben?”

Ich danke dir für deine Frage.

Nun, es ist eigentlich ganz einfach, wenn man klar sieht, was eigentlich passiert.

Wenn jemand mit mir flirten würde oder mich anmacht, dann ist die einzige Frage: Was passiert in mir? Jemand anderes kann mit mir flirten wollen oder nicht, das geht mich überhaupt nichts an.

Aber wenn ich fühle, was ich fühle, und dann damit in Frieden sein – das ist die Frage, das muss ich üben, das muss ich können.

Und dann dem treu sein.

Mein Meister Soham hat mir vor 25 Jahren gesagt: „Geh überall hin, wo es dich hinzieht.”

Ich dachte: „Wow, krass!” – aber ich habe es gemacht.

Und was ich dabei erlebt habe, ist ganz erstaunlich. Weißt du, normalerweise ist das so – und darauf zielt ja deine Frage ab: Normalerweise glauben wir, ich darf mir nicht treu sein. Wenn ich mir treu bin, dann passiert nur noch Verkehrtes. Dann mache ich lauter Sachen, die falsch sind, dann mache ich lauter Sachen, die mir schaden und anderen Menschen.

Und dann verhalten wir uns auf eine ganz seltsame Art und Weise. Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Dann macht mich vielleicht eine Frau an, und ich denke: „Oh, ich darf das auf keinen Fall mögen. Ich bin verheiratet, oder ich bin in einer Partnerschaft.”

Und da höre ich auf und schneide mich ab.

Ich erlaube mir noch nicht einmal, überhaupt hinzuschauen, was ich will, wenn ich wollen dürfte.

Sofort kommt die mentale Bewertung: „Das ist verkehrt.”

Und so leben wir alle.

Und daraus entstehen zwei Dinge: Das Erste ist, die Menschen kennen sich selbst überhaupt nicht, und sie haben Angst vor sich selbst. Sie trauen sich selbst nicht über den Weg. Und so entsteht Moral, diese ganzen gesellschaftlichen Normen und Regeln.

Und alle Menschen sind unecht, und glücklich ist so keiner.

Ja, und als Soham mir das vor 25 Jahren sagte, dachte ich: „Wow, ich glaube, der spinnt, so geht es doch gar nicht.” Aber ich habe es ausprobiert. Ich habe begonnen, mir treu zu sein. Ich habe begonnen, mir zu gestatten, das zu fühlen, was ich wirklich fühle.

Ja, und ich sagte dir gerade: Die Resultate dieses Experiments, dieser Forschung, die viele Jahre gedauert hat, die waren sehr erstaunlich für mich. Ich habe nämlich herausgefunden, dass nichts geschehen kann, was verkehrt ist, wenn ich wirklich im Moment bin mit dem, was wirklich passiert – nicht mit den Gedanken.

Ich komme noch einmal auf dein Beispiel zurück: Ein anderer Mensch macht dich an, und sofort geht alles in deiner Birne los – die Dinge, die sagen: „Das ist verboten, das darf nicht sein”, aber auch die Dinge, die sagen: „Ah, das wäre toll, das wäre wunderbar, das will ich.”

All das sind nur Gedanken, und alle diese Gedanken – egal, in welche Richtung du gehst... Wenn du denen folgst, gerätst du in Schwierigkeiten.

Aber wenn du still wirst in dir und nicht den Gedanken folgst – und das meine ich mit dir treu sein: nicht den Gedanken, aber dazu musst du erst einmal beginnen, zu lernen, bei dir zu sein und am besten zu meditieren –, dann entdeckst du, was wirklich sein mag in dir, und das ist etwas vollkommen anderes.

Und dem, dem gebe ich Raum.

Und meine Erfahrung ist, dass daraus Gutes entsteht und immer noch mehr Gutes. Und es bringt mich immer noch näher zu mir selbst.

Und ich möchte noch einmal auf dein Beispiel eingehen, weil es einen Punkt berührt, wo wir wirklich überzeugt davon sind, dass das aber wirklich ein Problem sein könnte: Wir denken, wenn jetzt alle Menschen nur noch flirten und mit jedem ins Bett steigen, wie sie gerade wollen, dann zerbricht die Gesellschaft.

Ja, die Gesellschaft zerbricht – aber nicht, weil wir flirten, sondern weil wir den Gedanken Aufmerksamkeit geben. Und das führt immer noch mehr in Gedanken und immer noch mehr – in immer noch mehr Wollen, in immer noch mehr Angst, in immer noch mehr Unsicherheit. Es hat kein Ende.

Und wenn du lernst, überhaupt erst einmal zu spüren, was ist, und damit Frieden zu schließen und dann zu erleben, ganz bewusst zu erleben, was daraus entsteht – das ist eine völlig andere Geschichte, das ist ein völlig anderes Leben. Ich habe das erlebt. Eine Frau flirtet mit mir.

Ich erinnere mich, damals, als Soham vor 20 Jahren zu mir darüber sprach: Eine Frau flirtet mit mir, und ich war völlig aus dem Häuschen. Ich, typisch Mann, ich wollte nichts als hinterher.

Und dann habe ich begonnen zu lernen, bei mir zu sein und dieser Energie zu folgen – aber während ich bei mir bin, so still innerlich, wie ich nur konnte. Und dann habe ich gemerkt, was da passiert und wie das wirklich ist. Ja, da ist eine Frau, die lädt mich ein. Okay, dann gehe ich dahin. Wie ist es? Wie fühle ich mich denn wirklich? Ist das angenehm, ist es unangenehm?

Ja, es ist aufregend, aber mag ich das?

Und in jedem Moment ist es wieder anders.

Und dann habe ich manchmal erlebt, wie das, was dann geschehen ist, einfach nur wunderschön war – nichts verkehrt. Aber meistens habe ich erlebt, wenn ich begonnen habe, dem zu folgen, was da scheinbar geschehen will, aber bei mir blieb, dass ich ruckzuck gemerkt habe: „Nein, ich will das gar nicht.” Ja, der Kopf, der spinnt und träumt und hat die tollsten Vorstellungen, aber wenn ich ehrlich bin: nein.

Und dem gebe ich Raum: dieser Freiheit, da zu sein, wo ich bin. Und dann verlieren diese ganzen brisanten Themen, die uns normalerweise in der Gesellschaft solche Schwierigkeiten bereiten, ihre Brisanz.

Wenn man beginnt, ehrlich mit sich selbst zu sein, dann verlieren diese Themen, die für die meisten Menschen riesengroß sind – Sexualität, sogenannte Liebe, das Verliebtsein, diese Anziehung zwischen Menschen –, völlig ihre Explosionskraft, als wäre es nichts.

Das ist das, was ich aus eigener Erfahrung dazu sagen kann.

Ja, und dann, nachdem ich das zehn oder 20 Jahre lang geübt habe, jetzt ist es für mich vollkommen anders.

Jetzt, wo ich wirklich spüre, was in mir passiert und auch im anderen: Wenn jetzt ein Mensch mit mir flirtet, dann… Was ich dann sehe, ist dieses Wollen, vielleicht Bedürftigkeit, vielleicht die Träume, die dieser Mensch hat, das Suchen nach etwas, was dieser Mensch ersehnt.

Ich spüre, was das mit mir macht, und ich bin froh, dass ich dem nicht einfach blind folgen muss, sondern einfach bei mir bleiben kann.

Ich danke dir für deine Frage.

Ich freue mich, dass du da bist.

Kehr zu dir selbst zurück

Simone, magst du fortfahren?

[Simone:] Ja, sehr gerne.

[Dhyan Mikael:] Danke.

[Simone:] Die nächste Frage ist von Rita.

[Dhyan Mikael:] Rita, guten Abend. Ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, mein Ex-Partner ist ein Freigänger. Unsere Beziehung war ständig ein On und Off. Nun hat er die Beziehung beendet. Warum hat er das nicht schon früher getan? Warum hat er Jahre dafür gebraucht?”

[Dhyan Mikael:] Ich schlage dir vor, dass du diese Fragen für den Augenblick beiseitelegst und deine Gefühle einlädst, ohne zu denken; ohne an die Vergangenheit zu denken – einfach die Gefühle fühlen.

Und lass dir Zeit damit.

Und immer, wenn du merkst, dass du wieder bei den Gedanken bist, in der Vergangenheit, in den Erinnerungen an die Zeit mit diesem Mann, komm zurück zu dir, hierher zurück, jetzt hierher.

Und die Gefühle helfen dir dabei.

Die Gefühle helfen dir, zurückzukommen.

Das ist das, worum es hier geht, Rita.

Es ist höchste Zeit für dich, zu dir selbst zurückzukehren.

Wenn du das tust, dann ist die Antwort auf die Fragen, die du gestellt hast, irrelevant.

Dann bist du bei dir.

Ob er da ist oder nicht, ist dann nicht mehr so wichtig.

Aber erst komm zu dir selbst zurück. Fühl die Gefühle: die helfen dir bei diesem Rückweg.

Wir haben das nie gelernt, weißt du... Wir haben das nie gelernt: in Beziehung zu sein und doch bei mir zu bleiben.

Und in Wirklichkeit ist es so, dass Beziehung nur möglich ist, wenn du ganz und gar bei dir bist.

Alles andere ist im Grunde unmöglich.

Aber wir haben es nie anders gelernt, weder er noch du.

Und ich auch nicht. Ich musste es auch erst lernen. Aber es ist einfach, das zu lernen. Es braucht nur ein bisschen Zeit – und die Bereitschaft zu fühlen, was du fühlst. Wenn du dazu bereit bist, ist der Rest einfach.

Also fang damit an. Denke nicht an ihn. Und immer, wenn du dich dabei erwischst, wie deine Gedanken zu ihm gehen, zu den Erinnerungen, zur Vergangenheit, hol deine Aufmerksamkeit sofort zurück zu dir, hierher. Kneif dich ins Knie, wenn es sein muss. Spür deine Gefühle, aber bleib hier mit deiner Aufmerksamkeit, immer wieder, immer wieder.

Und wenn es dann irgendwann wieder schön ist mit ihm oder jemand anderem – das sage ich jetzt nicht nur zu dir, sondern auch zu allen anderen...

Im Retreat sprachen wir darüber: Wenn es so schwierig ist wie für dich jetzt, dann ist es relativ einfach zu lernen, den Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben, weil es verdammt schmerzhaft ist.

Aber wenn es schön ist, dann lieben wir es, in diesen Gedanken zu schwelgen. Und da, da spannen wir die Falle auf, in die wir dann treten, wenn es anders wird. Da üben wir es, in Gedanken zu leben.

Also lerne jetzt, den Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben. Lerne jetzt, bei dir zu bleiben. Und wenn es dann wieder schön ist oder wenn du ein Mensch bist, bei dem es gerade schön ist, lerne, den Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben. Bleib bei dir.

Ich weiß, das ist nicht das, was du hören willst, aber das ist das, was dran ist.

Und ich möchte dich von Herzen dazu ermutigen, es einfach einmal zu wagen.

Und du brauchst nicht mit den ganz schwierigen Gefühlen anfangen. Nimm das Gefühl, was möglich ist, jetzt am Anfang. Vielleicht ist es Wut. Vielleicht ärgerst du dich einfach über ihn.

Dann lade die Wut ein, aber ganz still, ohne Gedanken.

Egal, welches Gefühl vorne am Anfang der Schlange steht: lade das ein, eins nach dem anderen, ganz langsam, ganz allmählich. Es besteht keine Eile; so wie du kannst.

Dazu lade ich dich ein. Und ich bin bei dir, und ich kenne die Gefühle, die du erlebst.

Ich bin auch Mensch.

Ich war da, wo du bist.

Ich liebe dich.

Wir trauen dem Frieden nicht

Bitte, Simone, fahr fort.

[Simone:] Die nächste Frage ist von Johanna.

[Dhyan Mikael:] Johanna, guten Abend. Hallo.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich bin noch immer so in Dankbarkeit für das Retreat.

Zu meiner Frage: Ich versuche auch im Alltag immer wieder, meine Gedanken zu ignorieren. Ich stelle dabei fest, dass dadurch mit den Gedanken verbundene Gefühle schon im Keim erstickt werden. Ich habe daher die Sorge, dass ich die Gefühle verdränge, anstatt sie zu fühlen, dass ich vielleicht gar nicht in der Lage bin, meine Gefühle zu fühlen. Was meinst du dazu? Liebe Grüße, Johanna.”

[Dhyan Mikael:] Ich danke dir für diese wunderbare Frage.

Ja, das denken wir, ich weiß.

Aber mach dir keine Sorgen.

Wenn es ein Gefühl gibt, das gefühlt werden will, dann wird es kommen.

Wenn es ein Gefühl gibt, das gefühlt werden will, wird es kommen: du kannst nichts dagegen tun. Wenn du beginnst, die Gedanken zu ignorieren, dann wird es still und einfach. Aber wir trauen dem Frieden nicht. Wir denken: „Moment mal, da stimmt doch etwas nicht. Kein Problem, kein Gefühl, das mich plagt – bestimmt unterdrücke ich etwas.”

Es wird kommen: du kannst nichts dagegen tun.

Und es ist genau, wie du das sagst: Wenn du beginnst, die Gedanken zu ignorieren, dann wird es still und einfach. Aber wir trauen dem Frieden nicht. Wir denken: „Moment mal, da stimmt doch etwas nicht – kein Problem, kein Gefühl, das mich plagt. Bestimmt unterdrücke ich etwas.”

Aber ich verstehe dich. Ein Leben lang jagt ein Drama das andere, und dann fängst du an, die Gedanken zu ignorieren. Innerhalb so kurzer Zeit wird es still und einfach.

Aber so ist es.

Und dann stellen wir fest, dass wir gar nicht wissen, was wir jetzt mit uns anfangen sollen, ohne diese ganzen Probleme, die uns immer so gut unterhalten haben.

Plötzlich haben wir so viel Zeit und Energie.

Also mach dir keine Sorgen.

Wenn es Gefühle gibt, die gefühlt werden müssen, dann kommen die mit Macht.

Du brauchst nicht nach ihnen zu suchen. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, dass du sie unterdrückst.

Danke, Johanna. Ja, auch an dich: danke für diesen Retreat.

Danke.

Sie spricht vom Herbstretreat, den wir Ende September hatten in Oberösterreich, und es war so schön.

Ich sprach vorhin davon, als es darum ging, dass wir im Grunde unfähig sind, dieses Leben zu leben.

Jemand fragte vorhin, was man tun kann, wenn man aufwacht und denkt: „Um Gottes willen, wie soll das nur werden?” Und ich sagte: „Ja, so geht es mir die ganze Zeit, auch im Satsang, bei jedem Video.”

Und auch im Retreat: da haben wir ganz oft darüber gesprochen.

Jeder Satsang wurde schöner, ein Tag war schöner als der andere. Aber wie das möglich ist und wie das entsteht, ist einfach nur ein Wunder. Mit mir hat es nichts zu tun. Ich kann einfach nur staunen und mich tragen lassen.

Ja, falls du Lust hast, das auch einmal zu erleben: Anfang Februar sind wir wieder dort im schönen Schlegelberghof in Oberösterreich zum Winterretreat.

Grundbedürfnis oder Traum?

Simone, bitte fahr fort.

[Simone:] Die nächste Frage ist von Anna.

[Dhyan Mikael:] Anna, hallo, guten Abend.

[Simone:] Moment, bitte.

[Dhyan Mikael:] Kein Problem.

Soll ich eine E-Mail-Frage vorlesen?

[Simone:] Ja, bitte.

[Dhyan Mikael:] „Deine Meditationsübung mit dem Scheitelchakra finde ich mega. Wenn ich das praktiziere, fließt direkt Unendlichkeit. Alles wird harmonisch und weich, und mein Körper transformiert sich.

Womit ich mir sehr schwertue, sind die eigenen Bedürfnisse. Ich meine nicht die Bedürfnisse des Egos, etwas haben zu wollen, sondern ein menschliches Grundbedürfnis. Wenn man das im Außen nicht erfährt, ist dann die Antwort, dass irgendetwas in mir noch ‚Nein' sagt? Denn ich weiß und spüre, dass mir das Grundbedürfnis zusteht; dass es das Normalste der Welt ist, dass Grundbedürfnisse im Außen erwidert werden. Aber ich spüre auch, dass etwas in mir Angst davor hat, dass ich die Erfahrung damit nicht machen werde.

Ja, und während ich so schreibe und in mich hineinfühle, erkenne ich, dass die Wahrheit tatsächlich ist, nur in diesem fließenden Sein zu verweilen, denn das ist meine Wahrheit. Und die Antwort habe ich mir schon selbst gegeben, denn in diesem Zustand des Nichtswollens ist alles möglich.”

Ja, das ist das Paradox. Ich danke dir für deinen Bericht. Das ist so schön.

Wenn wir etwas wollen, ist alles unmöglich.

Wenn wir etwas wollen, ist alles unmöglich. Und wenn wir beginnen, in diesem Nichtwollen zu sein, in diesem Ja, in dieser Hingabe an das, was ist, dann ist alles möglich, jedes Wunder. Es ist unfassbar: Alles ist möglich. Aber das Nichtwollen muss echt sein. Man kann die Wirklichkeit nicht übers Ohr hauen.

Und wenn wir beginnen, in diesem Nichtwollen zu sein, in diesem Ja, in dieser Hingabe an das, was ist, dann ist alles möglich – jedes Wunder.

Es ist unfassbar: Alles ist möglich.

Aber das Nichtwollen muss echt sein. Man kann die Wirklichkeit nicht übers Ohr hauen.

Ich freue mich so sehr über deinen Bericht; das ist wunderbar.

Und du kennst es vielleicht aus dem praktischen Leben.

Das kennt wahrscheinlich jeder Mensch. Du sehnst dich nach einem Partner, aber du bist allein und du fühlst dich einsam und du wünschst dir so sehr einen Partner an deiner Seite – und nichts geschieht. Du gehst aus, du gehst in Kneipen, du machst bei irgendwelchen Partnerbörsen mit – nichts funktioniert, alles geht schief, keiner will etwas von dir.

Und irgendwann verzweifelst du, und irgendwann lässt du los und akzeptierst, dass es so ist, wie es ist, und du vergisst diese ganze Geschichte.

Und irgendwann kehrst du zurück zu dir selbst und bist zufrieden mit dem, wie es ist. Und plötzlich bist du attraktiv, weil du nichts mehr willst, und dann kommen sie alle.

Das kennt jeder.

Es gibt nur sehr wenige Grundbedürfnisse: Luft zum Atmen, Wasser zu trinken und ein wenig Essen.

Und wenn du ein kleines Kind bist, die Nähe der Mutter, die Nähe anderer Menschen.

Aber das, was du als Grundbedürfnisse bezeichnest – ich weiß nicht genau, was du meinst, aber ich fürchte, ich muss dir sagen: Das sind keine Grundbedürfnisse, das sind Träume – Dinge, die du nicht brauchst, sonst wären sie da.

Dinge, die ganz schön sein können, wenn sie da sind, aber die schrecklich sind, wenn sie nicht da sind, du sie aber haben willst. Und das hast du ja selbst entdeckt. Und ich freue mich über deinen Entdeckergeist und über deinen Bericht.

Ich danke dir.

Lieben und Beten

Simone, bist du bereit?

[Simone:] Ja, ich bin bereit.

[Dhyan Mikael:] Ah, sehr schön. Die

[Simone:] nächste Frage ist von Anna.

[Dhyan Mikael:] Anna, bitte.

[Simone:] „Ich, Anna, 15 Jahre, kenne dich durch meine Eltern. Heute schaue ich deinen Satsang mit an. Eine Freundin von mir, mit der ich in dieselbe Klasse gehe, ignoriert mich und alle um sie herum seit Tagen. Ich möchte ihr helfen, aber sie antwortet weder auf meine Fragen noch auf meine Textnachrichten. Kannst du etwas dazu sagen? Danke.”

[Dhyan Mikael:] Oh ja, sehr gerne. Danke, Anna.

Du kannst etwas ausprobieren.

Du kannst zwei Sachen ausprobieren, wenn du magst.

Hab sie einfach in dir lieb. Also nicht dieses Liebhaben, was man ausdrückt. Ich meine damit nicht, zu ihr hinzugehen und zu sagen: „Ich liebe dich.” Das würde sie wahrscheinlich schockieren. Ich meine dieses stille In-dir-lieben: hab sie einfach lieb.

Wenn du sie siehst in ihrem Rückzug und überhaupt nicht weißt, was mit ihr ist, und du sie auch nicht erreichen kannst: Hab sie lieb – nicht mit Bedauern, sondern einfach Liebe. Weißt du, was ich meine? Einfach Liebe.

Und wenn du Sorgen hast wegen ihr – vielleicht hast du das in diesem Satsang schon gehört –, dann schließe Frieden mit deinen Sorgen – mit diesem Gefühl in dir, nicht mit den Gedanken, weißt du... Die Gedanken sind endlos, die führen zu nichts.

Ein schrecklicher Gedanke führt zum nächsten, das ist endlos. Aber wenn du dieses Gefühl, was du in deinem Körper spürst, irgendeine Anspannung... Wenn man sich Sorgen macht, dann hat man doch oft im Körper irgendwo so ein komisches, unangenehmes Gefühl: das spüren, und das auch lieb haben, so wie du sie lieb hast, genauso. Und wenn du das tust, obwohl das nur in dir drin ist und sie davon überhaupt nichts weiß, bewirkt das etwas.

Und dann, irgendwann, wirst du spüren, wenn sie offen ist und etwas gesagt werden kann, und dann ergibt sich das alles ganz von selbst, ganz natürlich.

Und das Zweite, was du tun kannst, wenn du magst, ist, dass du für sie betest. Das ist eine ganz tolle Sache. Denn da…

wie soll ich das sagen? Wenn ich für jemanden bete, dann tue ich das in diesem Wissen, dass sich Gott darum kümmert. Und du brauchst dafür doch gar nicht an Gott zu glauben. Vielleicht bist du ja auch gar nicht religiös, das weiß ich nicht. Aber trotzdem hast du vielleicht ein Gefühl dafür, dass etwas diese Erde und uns Menschen führt und trägt und regiert, das größer ist als wir Menschen.

Und egal, wie du das nennst – du kannst es Leben nennen oder Gott oder Jesus oder egal wie –, wenn du dazu betest und sagst: „Hey, da ist dieses Mädchen, ich glaube, die könnte Hilfe brauchen, aber ich weiß überhaupt nicht, wie ich ihr helfen kann. Ich habe sie einfach lieb. Bitte kümmere du dich um sie. Danke.”

Auch das hilft – mehr als du dir vorstellen kannst.

Ich freue mich sehr, dass du da bist, Anna. Du bist so willkommen hier.

Und du kannst mir auch schreiben, wenn du einmal eine Frage hast, die du dich hier nicht zu stellen traust, per E-Mail oder Brief. Ich freue mich, von dir zu hören.

Danke.

Vergiss, wie du sein solltest

Bitte, Simone, fahr fort.

[Simone:] Die nächste Frage ist von John.

[Dhyan Mikael:] John, guten Abend. Hallo. Schön, dass du da bist. Ich freue mich.

[Simone:] „Hallo Mikael, wie geht es dir? Ich merke, dass ich seit Jahren nicht von der Stelle komme. Meine Ängste und Schlafprobleme hindern mich am Leben und lassen mich leiden. Selbst Medikamente helfen kaum. Mein Nervensystem spielt verrückt, und ich habe Verspannungen und Schmerzen und bin dadurch isoliert. Ich kann noch nicht einmal zum Geburtstag meiner Schwester und nicht am Leben richtig teilnehmen.

Ich habe Konzentrationsschwierigkeiten und kann die Samarpan-Meditation dadurch oft nicht machen. Ich will leben, aber meine Gedanken im Körper halten zwanghaft an alten und negativen Mustern fest. Wie kann ich endlich wieder da herauskommen? Vielen Dank. Liebe Grüße, John.”

[Dhyan Mikael:] Danke, John.

Vielleicht überrascht dich das, was ich dir jetzt sage, aber probiere einmal aus, für vier Wochen nicht da raus herauskommen zu wollen, sondern so zu sein, wie du bist.

Angefangen mit der Meditation. Du sagst, du hast es schwer, dich zu konzentrieren, und deswegen gelingt dir die Samarpan-Meditation oft nicht.

Das kann nicht sein, einfach deswegen, weil es bei der Samarpan-Meditation kein Kriterium dafür gibt, was Gelingen bedeutet. Du setzt dich einfach hin und ignorierst, so gut du kannst, deine Gedanken, einfach weil es Spaß macht, weil man da einmal kurz seine Ruhe hat und kurz entspannen kann. Da gibt es nichts richtig zu machen, und deswegen gibt es auch nichts, was man falsch machen könnte.

Das ist die halbe Stunde in deinem Leben, wo du einmal pausierst von diesem Wahnsinn, der da in dir ständig tobt – und nicht nur in dir, in uns allen.

Ich weiß, du bist davon überzeugt, dass mit dir etwas nicht stimmt, und du bist davon überzeugt, dass du glücklicher sein könntest, wenn alles anders wäre.

Und jeder Mensch denkt das. Aber schau dich um. Höre hier zu im Satsang: Jeder Mensch hat es schwer mit dem Leben, solange wir glauben, irgendetwas müsse anders sein.

Ich bin so verkehrt.

Ich habe mein Leben lang versucht, mich zu ändern, und jetzt ist alles anders, aber ich bin nicht anders. Ich bin immer noch so wie früher.

Im Gegenteil, es ist eigentlich schlimmer geworden. Ich bin noch mehr so wie früher, weil ich gar nicht mehr versuche, anders zu sein.

Aber gerade deswegen bin ich heute entspannt.

Deswegen mein Vorschlag an dich – nur für vier Wochen, so als Experiment...

Lass dich für vier Wochen, bis zum 16. November, so sein, wie du bist, und lebe mit dir, so wie du bist. Tu das, was dir möglich ist – du gibst dein Bestes –, und die Sachen, die nicht klappen, die du nicht gut kannst, die machst du so, wie du sie kannst, und du machst dir keine Gedanken darüber.

Mach das für vier Wochen und meditiere, aber so, wie du kannst, nicht so, wie du sollst. Es gibt kein Sollen bei der Meditation, aber die Menschen denken, dass es das gäbe, aber das stimmt überhaupt nicht.

Meditation ist die Abwesenheit von Sollen, die Abwesenheit von Bewertungen. Du kannst einfach so sein, wie du bist.

So wie John meditiert, so sollst du meditieren.

Und dann, für den Rest des Tages, lebe den Tag so: nicht, wie du sein sollst, sondern so, wie du bist.

Ich mache nichts anderes.

Der einzige Unterschied zwischen mir und dir ist, dass ich vergessen habe, wie ich eigentlich sein sollte, und das tut so gut.

Bitte berichte mir, wie es dir mit diesem Experiment ergeht. Ich bin wirklich neugierig, und ich bin bei dir.

Danke, John.

Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht

Es ist schon halb zehn, und ich habe wieder einmal keine Ahnung, wie das möglich ist, dass die Zeit so schnell vergeht.

Ich möchte noch kurz etwas zur Samarpan-Meditation sagen, denn vorhin schrieb jemand in der E-Mail, dass „meine” Übung mit dem Kronenchakra so mega sei. Das ist nicht meine Übung. Ich habe mit dieser Meditation überhaupt nichts zu tun.

Die kommt aus dem Himalaya, die wird von Swamiji, einem indischen Meditationsmeister, aus dem Himalaya zu uns gebracht, und ich habe sie einfach vor neun Jahren – jetzt sind es genau neun Jahre – kennengelernt. Und sie hat mein Leben verändert, und deswegen rede ich die ganze Zeit davon. Aber von mir ist sie nicht. Ich meditiere einfach, genau wie du.

Und wenn du etwas darüber wissen möchtest, über diese so einfache und doch so lebensverändernde Meditation, dann kannst du gerne auf meiner Website vorbeischauen – da gibt es die Himalaya-Samarpan-Meditation-Seite –, und da habe ich dir die Links zusammengetragen zu dem Verein, den es hier in Deutschland dafür gibt, im deutschsprachigen Raum, und alle möglichen anderen Links, wo du weiterführende Informationen zu dieser Meditation findest. Die ist kostenlos, jeder kann sie machen, es geht ganz leicht.

Wenn du mehr von mir sehen und hören willst, dann lade ich dich dazu ein, auf meiner Website meinen Newsletter zu abonnieren oder die Morgenmomente, die ich jeden Morgen um sechs verschicke.

Das ist alles kostenlos. Alles, was ich hier tue, ist auf Spendenbasis, und falls du Lust hast, das, was ich hier tue, zu unterstützen, finanziell, dann freue ich mich. Denn alles, was ich hier tue, mache ich mit Freude und einfach, weil ich es will, aber ich stecke meine gesamte Zeit und Energie und auch Geld da hinein, dass das alles so läuft und so stattfinden kann. Nichts tue ich lieber. Im Grunde tue ich das für mich.

Aber wenn du mir dabei helfen möchtest, finanziell, dann freue ich mich. Auf meiner Website gibt es die Spende-Seite, da verrate ich dir, wie das geht. Und ansonsten: fühle dich zu nichts verpflichtet. Du bist hier einfach willkommen. Ich freue mich einfach, dass du da bist.

Und ich habe es schon einmal während des Satsangs erwähnt – wenn du noch Fragen hast, du kannst mir gerne schreiben, per E-Mail, aber auch per Brief. Ich freue mich über handschriftliche Briefe und beantworte die auch sehr gerne handschriftlich zurück. Schreib mir einfach. Ich brauche eine Weile, um zu antworten, aber ich antworte immer.

Und zum Schluss möchte ich gerne noch Devasetu danken und Jetzt-TV für die Gelegenheit, hier in diesem Forum Online-Satsang zu haben. Vielen Dank. Und auch Devasetu freut sich sehr über Spenden, denn alles, was er tut, ist auch auf Spendenbasis. Wie das geht, das findest du auf der Website von Jetzt-TV, da gibt es Hinweise dazu, wie du da spenden kannst. Danke.

Ja, und in zwei Wochen ist wieder Satsang. Zweimal im Monat treffen wir uns hier online, und ich freue mich schon wieder aufs nächste Mal.

Danke, dass du da bist.

Danke fürs Satsang.

Ich liebe dich.