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No Room for God in Heaven

About daring to be the Son of God.

German with German subtitles.

If you truly meditate, God eventually disappears – all that remains is silence, and the feeling that nothing is missing. That may sound like blasphemy, yet it is your most natural state. I’ll tell you why Jesus said, “I and the Father are one” – and what that means for you and your journey.

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About this Video:

When you truly meditate and learn to let go of your thoughts, something unexpected happens eventually: not only do the thoughts disappear – God disappears as well. Your Master, your Guru, everything you have clung to until now, all dissolves. You simply rest within yourself, as if you were everything, and as if nothing were missing. 

And then the thoughts arise: “This can’t be. This is blasphemy!” Many people on this path know this confusion. In this video, recorded on an Easter Sunday, I speak about this experience and what it truly means. 

I speak of the two paths I seem to be walking simultaneously: the path of the grateful disciple who surrenders to his Master and his Guru – and the path of solitude, where there is no one left who could tell me anything, and where every step must come from within myself. Jesus expressed this mystery in his own way when he said, “I and the Father are one.”

You don’t have to think of your Father to be his child. You don’t have to do it right. You don’t need to strive to be like him – you already are, whether you know it or not, whether you meditate or not. 

And just as little do you need to think of God to be God’s son or daughter. That is why, in the deepest inner self, in Heaven, where all thoughts end, there is no God. But when you need him, he is here.

This back-and-forth between surrender and being alone, between the disciple who knows nothing and the Son who is everything – this is neither a lack nor a mistake. It resembles a child growing up: it needs both the security of the parents and the freedom to walk alone. And it is precisely this oscillation, this back-and-forth, that allows one to grow – all on its own, without having to do anything for it.

I conclude this video with something that was once said to my master Soham by one of his masters: “You are afraid to be as beautiful as you are.” This statement applies to all of us. We do not dare to be as great as we truly are. This video is an invitation to dare it anyway – and to know that you can return to the bosom of God at any time, whenever you feel like it.

Complete German text:

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Als wäre man sich selbst genug

Guten Morgen. Heute ist Ostersonntag. Diese Zeit der Ostertage ist für mich immer eine ganz besondere Zeit.

Irgendwie bin ich während dieser Tage dem, was damals vor 2000 Jahren mit Jesus geschehen ist, besonders nahe. Damit meine ich aber nicht das Drama, das damals geschah, sondern ich spreche von dem, was Jesus verkörperte, was er zu uns brachte, was er für uns sichtbar gemacht hat: Er hat uns auf eine Weise, die wir überhaupt nicht verstehen, Gott spürbar gemacht; die Lebensenergie, die uns belebt, spürbar gemacht; unsere Seele, spürbar gemacht – uns selbst.

Irgendwie bin ich während dieser Tage dem, was Jesus für uns sichtbar gemacht hat, besonders nah: er hat uns auf eine Weise, die wir überhaupt nicht verstehen, Gott spürbar gemacht; die Lebensenergie, die uns belebt, spürbar gemacht; unsere Seele, spürbar gemacht – uns selbst.

Aber heute Morgen möchte ich scheinbar über das Gegenteil sprechen. Ich möchte über etwas sprechen, was ich erlebe und was viele Menschen, die auf diesem Weg zu sich selbst, zu Gott, nach innen, sind, irgendwann erleben. Und so mancher ist dadurch verwirrt. Wenn du meditierst, dann wendest du dich nach innen.

Wenn du die Samarpan-Meditation machst, von der ich so gerne spreche, dann ruhst du mit deiner Aufmerksamkeit hier oben am Kronenchakra – einfach hier an dieser höchsten Stelle des Kopfes, für eine halbe Stunde, und während dieser Zeit schenkst du deinen Gedanken überhaupt keine Aufmerksamkeit...

Wenn du das tust, was Jesus geraten hat, wenn du betest und dich auf diese Weise nach innen wendest und alles vergisst, was du weißt, dann passiert etwas Interessantes... Wenn du deine Gedanken ignorierst, wenn du alles ignorierst, was du weißt, dann vergisst du nicht nur dich selbst, sondern auch Gott. Da ist nichts mehr, was du „Gott” nennen könntest. Du erlebst, du spürst, du bist, aber da sind keine Gedanken, die etwas benennen oder erkennen oder erinnern.

Wenn du meditierst und dich auf diese Weise nach innen wendest und alles vergisst, was du weißt, dann vergisst du nicht nur dich selbst, sondern auch Gott. Da ist nichts mehr, was du „Gott” nennen könntest. Du erlebst, du spürst, du bist, aber da sind keine Gedanken, die etwas benennen oder erkennen oder erinnern.

Wenn du einen Meister hast oder einen Guru, den du liebst und dem du folgst und dem du alles verdankst, dann verschwindet der, wenn du nicht mehr denkst.

Du ruhst einfach in dir selbst, so, als wärst du alles; so, als gäbe es außer dem, was du da spürst tief in dir, nichts anderes mehr.

Und dann kommen die Gedanken, die sagen: „Das kann nicht sein. Das ist ja Gotteslästerung!

Das ist ja verboten! Da stelle ich mich doch über Gott, über meinen Meister, über meinen Guru...” Solche Gedanken kommen dann vielleicht – jeder hat da wahrscheinlich seine eigene Spezialität, die dann versucht, wieder die Aufmerksamkeit auf die Gedanken zu richten. Und dann vergisst man auch diesen Gedanken wieder und ruht einfach in sich selbst, so, als wäre man sich selbst genug; so, als wäre nichts anderes wichtig; so, als gäbe es nichts anderes. Und da ist alles in Ordnung. Nichts fehlt.

Dein Meister verschwindet, wenn du nicht mehr denkst. Du ruhst einfach in dir selbst, und dann kommen die Gedanken, die sagen: „Das ist verboten!” Dann vergisst man auch das und ruht einfach in sich selbst, so, als wäre man sich selbst genug; als gäbe es nichts anderes. Und da ist alles in Ordnung. Nichts fehlt.

Zwei Wege gleichzeitig

Ich fühle mich oft, als würde ich zwei Wege gleichzeitig gehen. Auf der einen Seite bin ich dankbarer Schüler meines Meisters, dankbarer Schüler meines Gurus, und ich fühle und ich weiß, dass ich ohne sie nichts wissen würde und nicht auf diesem Weg wäre und nichts von mir selbst wüsste und nichts von Gott; als wüsste ich selbst überhaupt nichts, und nur das, was durch sie zu mir kommt, gibt mir Orientierung und diesen Weg.

Und gleichzeitig ist da dieser andere Weg, wo ich ganz alleine bin; wo niemand ist, der mir irgendetwas geben oder mich irgendwie leiten könnte: wo alles aus mir kommt ; wo ich jeden Schritt selbst entdecken und erfinden muss, während ich in gehe; wo jeder Schritt, der geschieht, nur möglich ist, wenn ich alles andere vergesse und hinter mir lasse, und wo jede Erinnerung, jedes dankbar sein, jede Vorstellung, jegliche Art von Herkunft oder Vergangenheit, ein Gefängnis wäre.

Ich fühle mich oft, als würde ich zwei Wege gleichzeitig gehen. Ich bin dankbarer Schüler meines Meisters, meines Gurus, und fühle und weiß, dass ich ohne sie nichts wüsste. Und gleichzeitig ist da dieser andere Weg, wo ich ganz alleine bin; wo niemand ist, der mir irgendetwas geben oder mich irgendwie leiten könnte: wo alles aus mir kommt.

Für mich sind diese beiden Wege überhaupt kein Widerspruch.

Wenn ich auf dem einen bin, wo ich alleine bin und jeden Schritt selbst erfinde und entdecke, wo mir keiner irgendetwas sagen kann, wo ich ganz alleine bin, dann weiß ich nie: wo bin ich wirklich? Bewege ich mich in meinem Ego, in meinem Verstand? Bilde ich mir das alles nur ein? Sind das alles nur schöne Gedanken?

Und sobald diese Gedanken kommen, wende ich mich an meinen Meister, wende ich mich an meinen Guru – innerlich. Und dann bin ich einfach dankbarer Schüler, der nichts wissen und nichts können muss und alles vergessen kann. Und das bringt mich zurück zu mir selbst, heraus aus allen Gedanken, hierher.

Und wenn ich hier bin, zurück bei mir, dann erkenne ich, dass ich auch diesen Anker, zu dem ich mich flüchte, vergessen muss und ganz nackt sein, ganz allein sein muss in mir drin, wo ich auch die Erinnerung und den Gedanken an meinen Meister gehen lasse, an mein Guru gehen lasse, an Gott gehen lasse.

Dann bin ich wieder still und gedankenlos in mir, und da gibt es nichts anderes. Und irgendwann kommen wieder die Gedanken an das, was ich hier tue, oder dass das nicht sein darf, oder dass ich es geschafft habe – irgendein Unsinn; alles nur Gedanken. Und dann, manchmal, eile ich wieder in den sicheren Schoß des Meisters in mir drin. Und so geht es hin und her.

Es bleibt nicht gleich. Es bleibt nicht so.

Vor Jahren hätte ich mir nie vorstellen können, an diesem Punkt zu sein, wo ich mich heute wähne. Wirklich wissen tut man es ja nie. Da war mein ganzes Sein ausgerichtet nur auf diesen Meister, auf diesen Guru. Jetzt ist es anders.

Da war mein ganzes Sein ausgerichtet nur auf diesen Meister, auf diesen Guru. Jetzt ist es anders. Jetzt bin ich überwiegend allein, und doch ist da immer irgendwo an meiner Seite der Meister und der Guru und Gott – immer, wenn ich sie brauche, immer, wenn ich mich doch wieder in meinen Gedanken bewege.

Jetzt bin ich überwiegend allein, und doch ist da immer irgendwo an meiner Seite der Meister und der Guru und Gott – immer, wenn ich sie brauche, immer, wenn ich mich doch wieder in meinen Gedanken bewege. Und so geschieht ein Reifen und tiefer und stärker und höher werden, ganz allmählich, von selbst, einfach, indem man jeden Tag meditiert; indem man jeden Tag sich selbst vergisst und den Tag neu beginnt, als wäre man neu geboren.

Und so geschieht ein Reifen und tiefer und stärker und höher werden, ganz allmählich, von selbst, einfach, indem man jeden Tag meditiert; indem man jeden Tag sich selbst vergisst und den Tag neu beginnt, als wäre man neu geboren.

Sei dir selbst treu

Es gibt verschiedene Gurus und verschiedene Meister, und jeder von ihnen spricht anders. Jeder von ihnen verkörpert eine andere grundlegende Art und Weise, mit dieser Herausforderung des spirituellen Weges umzugehen. Es gibt Gurus, die sagen, dass die Ausrichtung auf den Guru das Allerwichtigste ist, und dort findet man alles.

Dann gibt es die, oft diejenigen, die sich selbst nie Guru nennen würden, die sagen: "Vergiss jeden Meister, vergiss jeden Guru, vergiss jeden Lehrer. Das ist ein Irrweg. Du kannst es nur selbst finden.” Ich denke da zum Beispiel an J. Krishnamurti, der das unablässig seinen Schülern gesagt hat. Er war nie mein Meister.

Dazu war ich nicht fähig. Ich brauchte einen, an den ich mich wenden und hängen kann, um mich selbst zu finden. Aber ich glaube, die Wahrheit liegt in der Mitte. Kein Guru, kein Meister kann dir das geben, was du suchst. J. Krishnamurti hatte recht. Und – alleine geht es nicht. Ohne Meister, ohne Guru, bist du völlig verloren. Du brauchst dich nicht entscheiden. Du kannst beides nehmen. Du wirst beides erleben. Und das Leben regelt das auf wundersame Weise für uns.

Du brauchst dir nie Gedanken darüber machen: „Ja, was ist denn jetzt für mich gerade richtig? Was soll ich denn machen?” Das geht auf ganz natürliche Weise von selbst, einfach, indem du dich nach dem richtest, wonach dir ist. Es gibt Menschen, die fühlen sich auf eine ganz natürliche Weise zu einem Meister hingezogen. Oft wissen sie überhaupt selbst nicht, wie ihnen geschieht. Oft verstehen sie es selbst gar nicht, aber es ist klar: da geht's hin.

Ich glaube, die Wahrheit liegt in der Mitte. Kein Guru, kein Meister kann dir das geben, was du suchst. J. Krishnamurti hatte recht. Und – alleine geht es nicht. Ohne Meister, ohne Guru, bist du völlig verloren. Du brauchst dich nicht entscheiden. Du kannst beides nehmen. Du wirst beides erleben.

Andere Menschen haben einen Widerwillen gegen jeglichen Lehrer, gegen jeglichen Meister, und wollen lieber alleine gehen – jetzt gerade. Morgen ist es vielleicht wieder anders. Also richte dich einfach nach dem, was dich ganz persönlich jetzt gerade leitet. Diesen Kompass hat ein jeder Mensch. Verwirrt werden wir nur, wenn wir glauben, wir müssten uns nach anderen richten; wenn du glaubst, du müsstest es jetzt so machen wie der Mikael da. Ich richte mich nach niemanden.

Ich habe immer nur das gemacht, wonach mir ist. Ich konnte gar nicht anders, und in Wirklichkeit kann niemand anders. Ich war bei meinem Meister so lange, wie mir danach war, ganz und gar, radikal. Ich habe mich nicht darum geschert, was ich denke, oder was andere denken. Ich war einfach bei ihm. Und dann kam die Zeit, wo es klar war: da kann ich jetzt nicht mehr sein. Ich bin immer noch bei ihm innerlich, aber nicht mehr jeden Tag äußerlich.

Also richte dich einfach nach dem, was dich ganz persönlich leitet. Diesen Kompass hat ein jeder Mensch. Verwirrt werden wir nur, wenn wir glauben, wir müssten uns nach anderen richten. Ich richte mich nach niemanden. Ich habe immer nur das gemacht, wonach mir ist. Ich konnte gar nicht anders, und in Wirklichkeit kann niemand anders.

Und obwohl ich überhaupt nicht verstand damals, warum das jetzt richtig sein soll, bin ich diesem neuen Gefühl in mir gefolgt, ohne zu verstehen, warum. Ich konnte gar nicht anders.

Und jetzt ist er immer noch da – in mir. Immer, wenn ich ihn brauche, immer, wenn ich mich in diese Richtung wende, ist er da.

Aber worauf ich schaue, entsteht aus dem, wie es in mir jetzt gerade ist. Ich folge keinen Regeln.

Und dazu möchte ich dich ermutigen an diesem Ostersonntag: sei dir treu. Lass dich dorthin ziehen, wo es dich hinzieht, nicht, wo es mich hinzieht. Ich bin damals bei meinem Meister gelandet, weil mich da meine Neugier hingezogen hat und die Zufälle meines Lebens. Ich begann, zu meditieren, weil diese Meditation zu mir kam und ich sofort wusste: das ist es; das will ich tun. Ich habe nicht geschaut: „Ist das gut für mich. Taugt das was? Was hat es damit auf sich?” Nein, diese Fragen gab es gar nicht.

Als dieser Guru Swamiji in mein Leben kam, war völlig klar: „Das ist jetzt mein Ziel – dieser lebendige Jesus.” Und dann, Jahre später, viele Jahre später, begann eine Zeit, wo ich gemerkt habe, dass ich in Wirklichkeit alleine bin. Und dann habe ich mich dem zugewandt, ganz gleich, was ich darüber denke; ganz gleich, was andere Menschen darüber denken.

Als dieser Guru Swamiji in mein Leben kam, war völlig klar: „Das ist jetzt mein Ziel – dieser lebendige Jesus.” Und dann, viele Jahre später, begann eine Zeit, wo ich gemerkt habe, dass ich in Wirklichkeit alleine bin. Und dann habe ich mich dem zugewandt, ganz gleich, was ich darüber denke; ganz gleich, was andere Menschen darüber denken.

Der Vater ist in mir

Es gibt keinen richtigen Weg. Es gibt nichts, was du nicht tun solltest und tun solltest.

Du musst deinen Weg selbst entdecken – und zwar jeden Tag neu. Jesus hat es wunderbar ausgedrückt, auf seine Weise. Er sprach nicht von Gott.

Er sprach auch nie von Gurus und Meistern. Er sprach von seinem Vater. Das gefällt mir. Der Vater ist in mir – ob ich an ihn denke oder nicht; ob ich ihm folge oder nicht. Er ist in mir, in jeder Zelle, ob ich es richtig mache oder falsch, ob ich etwas weiß oder nicht: er ist in mir. Ich bin wie mein Vater, ob ich will oder nicht, und ob ich es weiß oder nicht. Ich kann gar nicht anders als so sein wie mein Vater. Von dort komme ich.

Jesus hat es wunderbar ausgedrückt, auf seine Weise. Er sprach nicht von Gott. Er sprach auch nie von Gurus und Meistern. Er sprach von seinem Vater. Das gefällt mir. Ob ich an ihn denke oder nicht; ob ich ihm folge oder nicht, ob ich es richtig mache oder falsch: er ist in mir. Ich kann gar nicht anders als so sein wie mein Vater. Von dort komme ich.

Und das gilt auf der körperlichen Ebene, auf der menschlichen Ebene. Du kannst von deinem Vater und von deiner Mutter halten, was du willst, aber du bist wie sie. Du brauchst dafür nichts tun. Du brauchst dich nicht anstrengen. Du brauchst es nicht richtig machen. Du musst nicht aufpassen, dass du so bist, wie sie sind, damit du nicht aus Versehen anders bist – nein, all das wäre Unfug, unnötig. Du bist, wie sie sind. Und so ist es mit unserem wahren Kern, mit Gott, auch, und das wird so spürbar in diesem Wort „Vater”, das Jesus so gern verwendet hat.

Er sagte: „Mein Vater im Himmel.” Und er sagte: „Ich und mein Vater sind eins.” Das ist die Wahrheit – ob ich es weiß oder nicht, ob ich es richtig mache oder nicht: ich und mein Vater sind eins. Und dieses, was Jesus davor gelebt hat, verbindet auf eine magische Weise für mich diese beiden Wege, die scheinbar so gegensätzlich sind. Er stand ganz für sich, allein gegen alle anderen auf der Welt, mit einer Selbstverständlichkeit und einer Kraft, die ist unglaublich.

Du kannst von deinem Vater und von deiner Mutter halten, was du willst, aber du bist wie sie. Du brauchst dafür nichts tun. Du brauchst dich nicht anstrengen. Und so ist es mit unserem wahren Kern, mit Gott, auch. Das wird spürbar in diesem Wort „Vater”, das Jesus so gern verwendet hat. Er sagte: „Mein Vater im Himmel.” Und er sagte: „Ich und mein Vater sind eins.”

Und doch war er die ganze Zeit hingegeben und hingewandt an das, was er „Vater” nannte; an etwas, was über die Gedanken, über das Ego, über das 'ich' hinausgeht; was von einer ganz anderen Dimension kommt.

Himmel ohne Gott

Das ist das Geschenk von Ostern, diese Synthese: wenn du ihn brauchst, dann ist der Vater da.

Wenn du an deinem Kreuz hängst, dann ist der Vater da. Wenn du unsicher bist, verwirrt, verloren in deinen Gedanken, so wie Jesus es am Kreuz für einen Moment war, dann ist der Vater da und du kannst dich zu ihm flüchten, jederzeit.

Aber du brauchst nicht so leben, als könntest du nur als Anhängsel eines imaginären Gottes leben, denn du und der Vater, ihr seid eins. Und dann gibt es diese anderen Momente, wo du nicht zweifelst, wo du einfach in dir ruhst.

Und auch das darf sein. Das ist keine Gotteslästerung. Das ist kein Irrweg. Das ist dein natürlicher Zustand. Ich kann das eine vom anderen nicht unterscheiden. Ich weiß nie: mache ich mir etwas vor?

Wenn du ihn brauchst, wenn du an deinem Kreuz hängst, verloren in Gedanken, ist der Vater da und du kannst dich zu ihm flüchten, jederzeit. Aber du brauchst nicht als Anhängsel eines imaginären Gottes leben. Es gibt Momente, wo du nicht zweifelst und einfach in dir ruhst. Auch das darf sein. Das ist keine Gotteslästerung. Das ist dein natürlicher Zustand.

Bin ich gerade in meinem Ego verloren, oder ist alles gut? Aber auch darüber denke ich nicht nach. Immer, wenn ich zweifle, immer, wenn ich das Gefühl habe, ich habe mich verirrt, flüchte ich mich zum Vater. Dann gebe ich mich hin und weiß überhaupt nichts mehr. Und in allen anderen Momenten bin ich einfach hier, Gottes Sohn, der sich keinerlei Gedanken irgendetwas machen muss. Und hier gibt es keinen Gott.

Hier gibt es keinen Vater. Du bist der Sohn, du bist die Tochter, auch, wenn du nicht an deinen Vater denkst.

Wenn du das, was Swamiji sagt, wirklich tust, wenn du meditierst und lernst, deine Gedanken zu ignorieren, dann verschwindet der Guru; dann verschwindet der Meister; dann verschwindet Gott.

Deswegen gibt es im Himmel keinen Gott. Aber wenn du ihn brauchst, ist er da. Und wenn du wieder zurückgefunden hast in den Himmel, ist da kein Gott mehr, kein Meister, kein Guru.

Das Hin und Her des spirituellen Weges

Es gibt einen Spruch eines alten Meisters, ich glaube, es war ein Zenmeister – ich habe vergessen, von wem dieses Zitat kommt – der sagte: „wenn du mir auf dem Weg begegnest, bring mich um”. Das sagte er zu seinem Schüler.

Und das heißt: „Wenn ich, der Meister, irgendwann auf deinem Weg nicht die Hilfe, sondern das Hindernis bin, dann vergiss mich; dann geh alleine.” Und an diesem Punkt kommt jeder Schüler, jeder Mensch. Du beginnst deinen Weg, und anfangs bist du unendlich dankbar für jede Art von Führung.

Es gibt den Spruch eines alten Meisters, der sagte: „wenn du mir auf dem Weg begegnest, bring mich um”. Das sagte er zu seinem Schüler. Und das heißt: „Wenn ich, der Meister, irgendwann auf deinem Weg nicht die Hilfe, sondern das Hindernis bin, dann vergiss mich; dann geh alleine.” Und an diesem Punkt kommt jeder Schüler, jeder Mensch.

Du bist unendlich dankbar für deinen Meister oder deinen Guru, oder wie auch immer das Leben dich führt. Für jeden Menschen ist es anders.

Und dann kommt der Punkt, da fühlst du dich eingesperrt, fast bevormundet, drangsaliert, durch das, von dem du glaubst, dass dein Vorbild es von dir verlangt. Dann vergiss all diese Gedanken.

Werde leer. Und dann wieder: wenn du ihn brauchst, ist er da. Sobald du dich wieder verirrt hast in dir selbst, kannst du wieder zurückkehren – wenn du das möchtest.

Du bist unendlich dankbar für deinen Meister oder Guru, oder wie auch immer das Leben dich führt. Und dann kommt der Punkt, da fühlst du dich eingesperrt, fast bevormundet. Dann vergiss diese Gedanken. Werde leer. Und dann wieder: wenn du ihn brauchst, ist er da. Sobald du dich verirrt hast in dir, kannst du zurückkehren – wenn du möchtest.

Für mich ist dieses Leben und dieser Weg ein ständiges Hin und Her.

Da fühle ich mich sicher. Ich kann immer zurück, und ich kann immer weitergehen. Ich denke gerade daran, wie es mit Kindern ist; wie Kinder aufwachsen. Kein Kind kommt an den Punkt, wo es merkt: „Ah, jetzt kann ich alles allein.” So funktioniert es nicht. Als Kind oder als Jugendlicher denkt man gerne, dass es so wäre.

Und dann schubst man die Eltern weg und sagt: "Lass mich in Ruhe! Ich kann das alleine." Und ganz stolz macht man es alleine, aber dann probiert man das gleiche bei irgendetwas anderem und scheitert kläglich, fühlt sich womöglich verkehrt und fast gedemütigt.

Aber dann sind die Eltern wieder da, und es vergehen viele Jahre für das Kind und für den Jugendlichen, während derer er oder sie ganz allmählich lernt, wirklich sicher auf eigenen Beinen zu stehen.

Das geht nicht innerhalb von einigen Wochen oder Monaten oder Jahren. Es dauert viele Jahre. Aber wenn das Kind und der Jugendliche während dieser Zeit Eltern an seiner Seite hat, die immer da sind, wenn er sie braucht, und die ihn oder sie loslassen und forschen und ausprobieren und groß sein lassen, wann immer er oder sie das will, dann geschieht dieser Prozess des Wachsens und größer Werdens und unabhängig Werdens ganz von selbst. Wenn das Kind das Gefühl bekommt, ich darf meine Eltern nicht wegstoßen, ich muss ihnen dankbar sein und mich auf sie verlassen, dann wird dieses Kind nie groß.

Es vergehen viele Jahre für den Jugendlichen, während derer er lernt, sicher auf eigenen Beinen zu stehen. Aber wenn er Eltern an seiner Seite hat, die immer da sind, wenn er sie braucht, und ihn loslassen und groß sein lassen, wann immer er das will, geschieht dieser Prozess des Wachsens und größer Werdens und unabhängig Werdens ganz von selbst.

Und wenn das Kind das Gefühl hat, ich muss es alleine schaffen, dann wird es auch nicht groß.

Aber wenn es einen Schritt ins Alleinsein und unabhängig sein machen kann, wann immer es ihm danach ist, aber zurückzurennen in die Sicherheit und den Schoß der Eltern, wann immer es ihm danach ist, dann ist dieses Aufwachsen und größer werden ganz einfach, ganz natürlich, und dann geht das am schnellsten. Und so ist es mit dem spirituellen Weg und mit dir auch.

Wenn das Kind das Gefühl bekommt, ich darf meine Eltern nicht wegstoßen, wird dieses Kind nie groß. Wenn es das Gefühl hat, ich muss es alleine schaffen, wird es nicht groß. Aber wenn es einen Schritt ins unabhängig sein machen aber zurückrennen in die Sicherheit der Eltern kann, wann immer ihm danach ist, ist dieses größer werden ganz einfach.

Du darfst groß sein. Du darfst alleine zurechtkommen. Letztlich musst du es sogar. Aber wann immer dir danach ist, wann immer du unsicher wirst, wann immer du Angst bekommst, kannst du zurückeilen zum Vater, oder, wenn dir dieses Wort missfällt, zur Mutter.

Gott klingt so weit weg... Vater oder Mutter, das ist das, was ich bin.

Kein Mensch kennt deinen Weg

Den Weg, den du gehst, ist noch kein Mensch zuvor gegangen. Du erfindest ihn gerade neu, so, wie für dich passt – genau für dich. Niemand, kein Meister, kein Guru, kein Gott, kann dir sagen, wie dein Weg auszusehen hat, genauso wenig wie die Eltern wissen können, wie der Weg des Kindes sein wird. Sie können es nicht wissen. Sie können es ihm nicht sagen. Aber sie können so gut, sie können da sein, wenn das Kind sie braucht. So ist es für dich. So ist es für mich.

Du darfst beides sein – gleichzeitig: du kannst Gottes Sohn sein und Gottes Tochter, kannst im Himmel sein, aber du kannst jederzeit zurück zu Gott rennen, zurück zum Vater. Es besteht keine Eile.

So ist es für dich. So ist es für mich. Du darfst beides sein – gleichzeitig: du kannst Gottes Sohn sein und Gottes Tochter, kannst im Himmel sein, aber du kannst jederzeit zurück zu Gott rennen, zurück zum Vater. Es besteht keine Eile.

Ich möchte dieses Video schließen mit etwas, was mein Meister Soham mir erzählt hat; etwas, was er von einem seiner Meister gehört hat. Dieser Mensch sagte zu ihm: „Du hast Angst, so schön zu sein, wie du bist.” Und das ist die Wahrheit bei uns allen. Wir wagen es nicht, so schön zu sein, wie wir sind. Wir wagen es nicht, so groß zu sein, wie wir sind.

Aber dann, wenn wir in Gedanken sind, sind wir größenwahnsinnig, wie ein kleines Kind, das davon überzeugt ist, dass es alles kann. Aber das gehört dazu, dieses hin und her, dieses Ausprobieren, dieses sich trauen, so schön zu sein, wie du bist, und sich dann aber auch wieder verirren in den Größenwahn des Verstandes – und dann zurückzukehren zur Demut, zur Hingabe, wo man überhaupt nichts mehr weiß.

Und da entdeckt man wieder genau diese Schönheit, genau diese Größe, die nicht aus dem Verstand kommt, die nichts mit Gedanken zu tun hat, und die einfach unbegreiflich ist.

Wir wagen es nicht, so schön zu sein, wie wir sind. Wir wagen es nicht, so groß zu sein, wie wir sind. Aber wenn wir in Gedanken sind, sind wir größenwahnsinnig . Dann zurückzukehren zur Demut, zur Hingabe, wo man nichts mehr weiß: da entdeckt man wieder diese Schönheit und Größe, die nichts mit Gedanken zu tun hat und einfach unbegreiflich ist.

Das ist Ostern. Das ist das Vermächtnis von Jesus.

Ich liebe dich.