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German Online Satsang of February 13, 2026

German with German subtitles.

German with automatic subtitles.

Topics: Not holier, but more normal than you. Treat feelings like a good friend. Exhaustion is the medicine. It doesn't matter where you start with ‘yes’. Fighting addiction means feeding it. It really is that simple. God can only help if you let go. No one who loves, and no one who blesses. Everything begins with acceptance and awareness. Those who surrender will be guided. Everything will change – but by itself. Be at peace with not being able to do it right. Tinnitus is not the problem. Fear is your friend.

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About this Video:

At the beginning of this Satsang, I first spoke about the fact that I do not give Satsang because I am better or holier than others, but rather because I am more ordinary. By having had the good fortune to learn to simply be who I am, everything in my life has changed. 

Most people are convinced that there is something wrong with them, that they have to fight against themselves and change and improve.

And that is basically the central theme of every Satsang: that none of that is true, that there is no reason to worry, and that peace is possible for you – just as you are now: it does not come through change, but through acceptance. 

For me, the beauty of Satsang lies in the questions, and on this evening, of course, they revolved around the same challenges of being human: difficult feelings, illness and addiction, fear and pain, and thoughts. And it is such a joy for me to testify again and again from my own experience that all of this becomes unimportant and fades away when you have learned to say ”yes” to how you are and it is. 

And then, of course, the deeply human question: but what if I can't do this – say yes? But that's not a problem either. You don't have to be able to accept. You can even accept that you can't accept. 

It's really that simple: you meet yourself exactly where you are. It doesn't matter where you start with the yes: once it's there, acceptance unfolds in life all by itself, like dominoes that all fall after the first one has fallen. 

I was particularly touched by the question of a woman who is about to give birth and feels uncertain in the face of the expected pain and loss of control during childbirth. Yet it is precisely the attempt to control that makes everything difficult – especially during childbirth –, and it is precisely the pain that brings us all the help we need. 

Nature and the child guide the mother through childbirth, but as in other areas of life, this guidance is not obtained by thinking ahead, but only in the moment.

Basically, I could summarize this wonderful evening in three sentences: Suffering arises from resistance to what is. Peace arises from acceptance of what is. Change then happens by itself.

And these sentences sound good, but no one can really believe them. That's why I give Satsang, and that's why I make videos and offer retreats: to invite and encourage you again and again to find out for yourself whether what I'm saying is true. Only your own experience counts.

Thank you for Satsang!

Complete German text:

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Nicht heiliger, sondern normaler als du

[Dhyan Mikael:] Guten Abend, herzlich willkommen zum Satsang. Ich freue mich so sehr, dass heute wieder Satsang ist.

Ja, wie jeden Abend wenn Satsang ist, sage ich ein paar Worte dazu, was wir hier überhaupt machen. Es ist so... An mir ist nichts Besonderes. Ich bin ein Mensch genau wie du. Ich bin nicht schlauer als du, nicht weiser und auch nicht heiliger. Vielleicht bin ich ein wenig normaler als du.

An mir ist nichts Besonderes. Ich bin ein Mensch genau wie du. Ich bin nicht schlauer als du, nicht weiser und auch nicht heiliger.

Vielleicht bin ich ein wenig normaler als du.

Ich hatte das Glück, ein recht eigenartiges Leben zu haben, und ich hatte das Glück, viele, viele Jahre mit meinem spirituellen Meister Soham zu leben, und der hat mir beigebracht, gewöhnlich zu sein, so, wie ich einfach bin. Und je mehr ich so wurde, wie ich bin, je weniger ich mich angestrengt habe, anders zu sein, je mehr ich damit Frieden geschlossen habe, wie ich bin und schon immer war, desto einfacher wurde alles und desto schöner wurde alles, und desto mehr hat sich von selbst verändert.

Soham hat mir beigebracht, gewöhnlich zu sein, so, wie ich einfach bin. Und je mehr ich so wurde, wie ich bin, je weniger ich mich angestrengt habe, anders zu sein, je mehr ich damit Frieden geschlossen habe, wie ich bin und schon immer war, desto einfacher wurde alles und desto schöner wurde alles, und desto mehr hat sich von selbst verändert.

Und ich gebe Satsang, ich mache Videos, ich gebe Retreats aus einem einzigen Grund. Ich möchte gerne diese Erfahrung weitergeben, dass es möglich ist, auf diese einfache Weise zu leben. Ich möchte gerne Zeugnis dafür ablegen, dass das, was die Weisen und die Gurus schon seit Jahrtausenden sagen – dass es keinen Grund gibt, sich Sorgen zu machen... Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Und es ist wirklich möglich, ein gutes Leben mit sich selbst in Frieden zu leben. Das ist einfach.

Ich gebe Satsang, ich mache Videos, ich gebe Retreats aus einem einzigen Grund. Ich möchte diese Erfahrung weitergeben, dass es möglich ist, auf diese einfache Weise zu leben. Ich möchte Zeugnis dafür ablegen, dass das, was die Weisen und die Gurus schon seit Jahrtausenden sagen, stimmt: dass es keinen Grund gibt, sich Sorgen zu machen.

Das möchte ich weitergeben, immer wieder, immer wieder, denn wir können es kaum glauben.

Wir sind so konditioniert, seit vielen Leben – und alle uns herum, all unsere Freunde und Kollegen und Familie, denen geht es genauso –, dass wir uns anstrengen müssen; dass wir uns ändern müssen; dass die Welt schlecht ist. Und ich möchte dir von etwas anderem erzählen. Und hier im Satsang freue ich mich, wenn du eine Frage hast und sie mir stellen möchtest. Du kannst mich alles fragen, was du möchtest, zu deinem praktischen Leben, zu deinem normalen Leben, zu deiner Beziehung, zu deiner Gesundheit oder zu deiner Meditation oder zu deinem spirituellen Weg.

Es ist alles das Gleiche. Und wenn du oder die anderen Menschen, die heute online dabei sind, keine Frage haben, dann lese ich die eine oder andere Email vor, die auch auf Antwort wartet. Und Simone ist hier – vielen Dank, Simone, dass du heute wieder da bist –, und die wird die Fragen vorlesen, die du stellst im Chat von YouTube oder im Chat von Zoom, und dann werde ich versuchen, dazu etwas zu sagen. Und da ich gerade beim Danke sagen bin: danke, Devasetu, dass wir hier sein können. Danke, dass es Jetzt-TV gibt. Vielen Dank.

Ja...

Gefühle behandeln wie einen guten Freund

Simone, hast du schon eine Frage, die du vorlesen könntest?

[Simone:] Lieber Mikael, ja, ich habe schon eine

[Dhyan Mikael:] Ah, wie schön. Dann schieß doch einfach los.

[Simone:] Wo ist sie denn hingekommen?

[Dhyan Mikael:] Ist sie weggelaufen?

[Simone:] Ja... Die Frage ist von Eva.

[Dhyan Mikael:] Eva, guten Abend. Hallo.

[Simone:] „Guten Abend, lieber Mikael. Ich frage mich: wo kommt die Melancholie her? Sind es Erinnerungen, sind es unerfüllte Wünsche, Träume, die nicht gelebt wurden? Oder ist es eine Traurigkeit, die kommt und geht? Sie überfällt mich manchmal ohne Vorwarnung. Alles Liebe, Eva.”

[Dhyan Mikael:] Danke, Eva.

Wenn ein Freund an deiner Haustür klingelt – du gehst zur Haustür –, dann machst du nicht die Tür auf und fragst: „Wo kommst du denn her? Was willst du denn?” Nein. Du machst die Tür auf und sagst: „Ach, du bist's! Komm rein. Schön, dass du da bist.” Das ist die beste Art und Weise, mit der Melancholie umzugehen, und im Übrigen mit allen anderen Gefühlen auch.

Wenn ein Freund an deiner Haustür klingelt, dann machst du nicht die Tür auf und fragst: „Wo kommst du denn her? Was willst du denn?” Nein. Du machst die Tür auf und sagst: „Ach, du bist's! Komm rein. Schön, dass du da bist.” Das ist die beste Art und Weise, mit der Melancholie umzugehen, und im Übrigen mit allen anderen Gefühlen auch.

Die Melancholie kommt, und du lässt sie einfach herein, du lässt sie einfach da sein. Du brauchst mit ihr nichts machen. Du brauchst sie nicht verstehen. Du brauchst nicht wissen, warum sie kommt. Du brauchst auch nicht wissen, wie lang sie bleiben mag. Den Freund, der zur Haustür hereinkommt, den fragst du nicht als Erstes: „Wie lang willst du bleiben?” Nein...

Diese Gefühle sind in Wirklichkeit ein Teil von dir.

Lass die Melancholie einfach da sein, ohne Bedingungen, ohne „Deadline”.

Die Melancholie kommt, und du lässt sie einfach da sein. Du brauchst mit ihr nichts machen, sie nicht verstehen, nicht wissen, warum sie kommt oder wie lang sie bleiben mag. Den Freund, der hereinkommt, den fragst du auch nicht als Erstes: „Wie lang willst du bleiben?” Nein... lass sie da sein ohne Bedingungen, ohne „Deadline”.

Das ist der Weg, mit der Melancholie umzugehen.

Danke Eva.

Die Erschöpfung ist die Medizin

[Simone:] Darf ich weitermachen?

[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne. Bitte.

[Simone:] Die nächste Frage ist von Sabine.

[Dhyan Mikael:] Sabine, hallo. Grüß dich. Schön, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich fühle mich so erschöpft und antriebslos, und gleichzeitig bin ich so voller Unruhe und Angst und habe viele körperliche Symptome. Ich möchte so gerne alles annehmen können, so wie du es immer sagst, und alles so sein lassen können, wie es gerade ist.

Aber ein sehr starker Teil in mir möchte einfach nur alles weghaben oder anders haben. Wie kann ich mich annehmen, wie ich bin? Wenn ich dann doch einmal annehmen kann, kommen sofort Zweifel wie zum Beispiel, das ist doch bestimmt nicht richtig, so wie ich es mache. Oder ich denke, ich werde es nie schaffen, wieder gesund zu werden.”

[Dhyan Mikael:] Danke, Sabine.

Der Trick mit dem Annehmen, der Trick mit dem 'ja'-Sagen, besteht darin, dass du dort anfangen musst, wo du bist.

Du zweifelst: „Okay, ich zweifle. Ich habe kein Vertrauen ins Leben.” Da begegne dir selbst.

Du merkst, du bist voller Unruhe. Fang damit an: „Okay Unruhe, dich kenne ich. Okay. Schön, dass du da bist.” Wir haben Seiten an uns, die so normal sind und die so grundlegend zu uns gehören, dass wir sie oft übersehen.

Der Trick mit dem Annehmen, der Trick mit dem 'ja'-Sagen, besteht darin, dass du dort anfangen musst, wo du bist. Du zweifelst: „Okay, ich zweifele. Ich habe kein Vertrauen ins Leben.” Da begegne dir selbst. Du merkst, du bist voller Unruhe. Fang damit an: „Okay Unruhe, dich kenne ich. Okay. Schön, dass du da bist.”

Aber das, was dir am allernächsten ist – so nah, dass du es fast übersiehst... Fang damit an, dazu 'ja' zu sagen: „Okay, ich kann nicht 'ja' sagen. Okay. Einverstanden.” Und wenn du das nicht kannst: „Okay, ich kann noch nicht mal dazu 'ja' sagen, dass ich nicht 'ja' sagen kann.” Du gehst so weit zurück, bis du das findest, wozu du jetzt 'ja' sagen kannst.

Mehr brauchst du nicht tun. Sage immer zu dem 'ja', was direkt vor deiner Nase ist. Um den Rest brauchst du dich nicht kümmern. Wir brauchen immer nur eine Sache zu machen, und zwar das, was wir jetzt gerade tun können. Mehr ist nicht notwendig.

Fang an, zu dem 'ja' zu sagen, was dir am nächsten ist: „Okay, ich kann nicht 'ja' sagen. Einverstanden.” Und wenn du das nicht kannst: „Okay, ich kann noch nicht einmal dazu 'ja' sagen, dass ich nicht 'ja' sagen kann.” Um den Rest brauchst du dich nicht kümmern. Wir brauchen immer nur eines zu machen, und zwar das, was wir jetzt gerade tun können.

Simone, bitte lese mir noch mal den ersten Satz vor.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich fühle mich so erschöpft und antriebslos, und gleichzeitig bin ich so voller Unruhe und Angst und habe viele körperliche Symptome.”

[Dhyan Mikael:] Ja. Sag dazu ' ja': erschöpft, antriebslos. Und nimm dir Zeit dafür. Leg dich aufs Sofa oder in den bequemsten Sessel, den du hast, und lade die Antriebslosigkeit ein – wann du halt Gelegenheit dazu hast; wenn du gerade nicht arbeiten musst. Sobald du ein bisschen Raum für dich hast, fang mit diesen Dingen an: mit deiner Antriebslosigkeit, mit deiner Erschöpfung, mit der Unruhe.

Mehr brauchst du nicht tun. Es ist alles in Ordnung – wirklich. Hör auf, gegen dich zu kämpfen. Hör auf zu denken, es sollte jetzt aber doch bitteschön anders sein.

Sobald du ein bisschen Raum für dich hast, fang mit diesen Dingen an: lade die Antriebslosigkeit, die Erschöpfung, die Unruhe. Mehr brauchst du nicht tun. Es ist alles in Ordnung – wirklich. Hör auf, gegen dich zu kämpfen. Hör auf zu denken, es sollte jetzt aber doch bitteschön anders sein.

Ich hatte eben das Beispiel bei Eva mit dem Freund, der an der Tür klingelt.

Bei dir klingen auch Freunde an der Tür. Du machst die Tür auf und sie siehst: „Oh, du siehst aber erschöpft aus.” Normalerweise machen wir dann die Tür zu. Aber das ist doch keine Art, mit einem erschöpften Freund umzugehen. Nein – den bittet man erst recht herein. Liebe dich selbst, so wie du bist.

Ich sagte vorhin oder ich habe versucht auszudrücken, warum ich Satsang gebe; was ich gerne weitergeben möchte. Und es ist genau das.

Es ist wirklich so einfach. Das Einzige, was du tun musst, ist, dir dort zu begegnen, wo du gerade bist. Wenn du das tust, geschehen Wunder.

Es ist wirklich so einfach. Das Einzige, was du tun musst, ist, dir dort zu begegnen, wo du gerade bist. Wenn du das tust, geschehen Wunder.

Und zu deinen körperlichen Symptomen... Kümmere dich einfach um diesen Körper, so gut du kannst. Gönne ihr Ruhe. Gönne ihr genug Schlaf. Gönne ihr gutes Essen.

Und je mehr du in Frieden mit dir kommst, mit deinen Gefühlen, je besser es dir gelingt, nicht gegen dich zu kämpfen, je weniger du kämpfst gegen dich selbst, desto besser kann der Körper ausruhen.

Bewege den Körper; gehe spazieren; mach ein bisschen Sport. Das liebt der Körper... die ganz normalen Sachen halt.

Behandle dich selbst so, wie du deinen besten Freund behandeln würdest. Behandle jedes Gefühl, das du gerade beschrieben hast, wie den besten Freund, der an deiner Tür klingelt.

Das ist der Weg. Und: sei geduldig.

Behandle dich selbst so, wie du deinen besten Freund behandeln würdest. Behandle jedes Gefühl, das du gerade beschrieben hast, wie den besten Freund, der an deiner Tür klingelt. Das ist der Weg. Und: sei geduldig.

Ich fühle mich oft erschöpft. Ich habe ein intensives Leben.

Nichts verkehrt. Wir leben in einer lustigen Zeit. Wir glauben, wir sollten immer voller Energie sein, ins Handeln kommen, etwas aufbauen.

So ein Blödsinn. Wenn Energie da ist, ist es wunderschön, aber wenn sie nicht da ist, dann ist Ausruhen angesagt, genau wie bei dir. Und es gibt Menschen, die haben schon vor langer Zeit verlernt, nichts zu tun. Die haben schon vor langer Zeit verlernt, faul zu sein, und da ist ein ganz großer Ausruh- und Faul-sei-Bedarf angewachsen. Und wenn man dann anfängt, sich dem zuzuwenden, dann muss man manchmal erst einmal eine ganze Weile ausruhen.

Wir glauben, wir sollten immer voller Energie sein, ins Handeln kommen, etwas aufbauen. So ein Blödsinn. Wenn Energie da ist, ist es wunderschön, aber wenn sie nicht da ist, dann ist Ausruhen angesagt, genau wie bei dir.

Und das ist gut.

Es gibt Menschen, die haben schon vor langer Zeit verlernt, nichts zu tun. Die haben schon vor langer Zeit verlernt, faul zu sein, und da ist ein ganz großer Ausruh- und Faul-sei-Bedarf angewachsen. Und wenn man dann anfängt, sich dem zuzuwenden, dann muss man manchmal erst einmal eine ganze Weile ausruhen. Und das ist gut.

Wir glauben gerne, dass diese Gefühle oder diese Zustände ein Problem wären: „Warum bin ich nur so erschöpft?

Warum bin ich so antriebslos? Was ist denn das Problem?” Nein! Die Erschöpfung und die Antriebslosigkeit ist die Medizin.

Es ist ganz natürlich: du bist erschöpft? Jetzt ist Ausruhen angesagt, vielleicht nicht nur einen Tag, vielleicht eine Woche oder einen Monat. Das heißt: immer, wenn du Zeit hast, wenn du gerade nicht arbeiten musst, wenn nichts ansteht, was zu tun ist, nutze die Zeit, um wirklich zu ruhen. Verzichte auf alles, was nicht notwendig ist. Gehe sozusagen in den Energiesparmodus.

Wir glauben gerne, dass diese Gefühle oder Zustände ein Problem wären: „Warum bin ich nur so erschöpft? Warum bin ich antriebslos? Was ist denn das Problem?” Nein! Die Erschöpfung und die Antriebslosigkeit ist die Medizin. Es ist ganz natürlich: du bist erschöpft? Jetzt ist Ausruhen angesagt. Gehe sozusagen in den Energiesparmodus.

Ich will dir noch etwas von mir erzählen. Ich kenne das, wie gesagt, auch. Ich war bis vor... Ich weiß nicht, wann war Corona? Ich glaube, bis vor fünf Jahren... war das nicht vor fünf Jahren? Nein, das ist schon länger her, oder? Ach, ich vergesse diese Sachen. Egal... Jedenfalls, bis zum Corona-Jahr war ich mit meinem spirituellen Meisters Soham unterwegs, 20 Jahre lang.

Ich war 20 Jahre lang unterwegs, on the Road, die ganze Zeit, von ganz kurzen Pausen abgesehen, und es war ein höchst intensives Leben. Und dann kam Corona, und wir hörten auf zu reisen. Er ging nach Hause und macht seitdem von dort aus Satsang. Und dann war ich noch etwa ein Dreivierteljahr bei ihm, und dann bin ich selbst nach Hause gegangen. Und dann dachte ich: „Okay, was soll ich denn jetzt tun?” Und dann war ich erst einmal drei Jahre erschöpft.

Und dann, ganz langsam, kam die Energie, ganz allmählich. Aber ich bin ein Wahnsinniger. Ich arbeite unglaublich gern, ich liebe ein intensives Leben – aber Ausruhen muss auch sein. Also, diese Gefühle, die du da beschreibst, diese Zustände, sind die Medizin. Lass dich von ihnen leiten; dann gibt es kein Problem. Danke, Sabine.

Wo du mit dem 'ja' beginnst, ist einerlei

Ich möchte gern eine Frage vorlesen, die mich per Email erreicht hat.

Dieser Brief ist ein kleines bisschen länger, aber er ist so schön, dass ich nicht weiß, was ich weglassen soll, also lese ich ihn ganz vor.

„Ich bin erst kürzlich, um die Jahreswende, zufällig auf YouTube auf dich aufmerksam geworden und ich habe gestern zum allerersten Mal an einem Satsang teilgenommen. Ich möchte dazu nur ein paar wenige Worte mitteilen. Während des Satsangs ergriff mich eine tiefe Stille und auch Geborgenheit. Ich saß einfach vor dem Laptop und hörte zu; sonst eigentlich nichts.” Ja, dafür mache ich Satsang; dafür mache ich Videos.

Die Worte sind eigentlich völlig nebensächlich, aber mit dir geschieht etwas: du erlebst deinen Frieden – manchmal, im Satsang. Es ist nicht mein Frieden – es ist dein Frieden, den du erlebst; der spielt mit meinem. So, ich fahre fort mit dem Brief.

„Wie viele andere Menschen führte mich vor etwa sechs Jahren großes Leid zur Meditation und zum Weg nach innen. Auch bei mir geht es immer wieder darum, dass ich im Widerstand bin mit dem, was gerade ist und wie ich bin. Was habe ich bereits gekämpft in meinem Leben! Bereits seit frühem Teenagerstadium war mein Lebensweg immer wieder schwierig und durchaus von viel Leid geprägt, doch es gab da auch immer etwas in mir, das mich durch all dies getragen hat. Dies nehme ich heutzutage immer klarer und direkter wahr als etwas, das von all dem unberührt blieb.

Auch ist da irgendwo ein zartes, fast unerschütterliches Vertrauen in mir, auch wenn ich sagen muss, dass dies zu schreiben mir schwerfällt. Was mir in meiner jetzigen erneuten Krise – irgendwie fühlt es sich gar nicht mehr so richtig nach Krise an –, etwas klarer geworden ist, das ist der folgende Aspekt. Ich habe nie verstanden, warum ich so gegen meine Zustände kämpfe, obwohl ich doch seit mittlerweile einigen Jahren ganz klar weiß und auch tief spüre, dass genau dieser Kampf und die Ablehnung das Leid erzeugt.

Trotzdem hat diese Einsicht bis heute nicht dazu geführt, dass dieser Kampf Frieden finden konnte. Mir kam dazu neulich die Idee, dass ich mir durch diesen hohen spirituellen Anspruch – man hört und liest ihn zurecht immer und immer wieder – auch zusätzlichen Druck erzeugt habe. Ich habe dabei außer Acht gelassen, wo ich eigentlich stehe. Mir ist immer wieder aufgefallen, dass dieser Ansatz der vollständigen Akzeptanz unzureichend erklärt wird und daher viele Menschen nicht dort abgeholt werden, wo sie gerade stehen.

Denn was zuallererst akzeptiert werden sollte, ist der Umstand, dass man aktuell nicht akzeptieren kann; dass man einfach nicht weiß, wo aktuell der Weg ist. Erst an diesem Punkt kann die Akzeptanz sich entwickeln. In meinem Fall nimmt die Akzeptanz durchaus immer mehr zu, aber es braucht scheinbar noch Zeit. Es scheint, als liege die Akzeptanz wie alles wirkliche Wichtige nicht in meiner Hand. Ich würde mich freuen, wenn du zu passender Gelegenheit ein paar Worte dazu sagen könntest.” Danke. Danke für deinen schönen Brief. Es ist genau, wie du das sagst.

Die Akzeptanz beginnt dort, wo ich gerade bin: wenn ich nur 'nein' in mir habe, dieses 'nein' akzeptieren – „Okay, ich kann nicht 'ja' sagen. Okay: dazu sage ich 'ja'.” Es ist ganz egal, wo du mit dem 'ja' Sagen anfängst.

Die Akzeptanz beginnt dort, wo ich gerade bin: wenn ich nur 'nein' in mir habe, dieses 'nein' akzeptieren – „Okay, ich kann nicht 'ja' sagen. Okay: dazu sage ich 'ja'.” Es ist ganz egal, wo du mit dem 'ja' Sagen anfängst.

Es ist egal, wo du mit dem Akzeptieren anfängst. Aber wenn du einmal damit anfängst, gibt es kein Ende. Dann geht es immer weiter, wie Dominosteine, die einer nach dem anderen umfallen.

Du musst nicht beim Schwierigsten anfangen mit dem 'ja 'sagen. Fang bei dem Einfachsten an, bei dem, was dir am nächsten ist, bei dem offensichtlichsten.

Es ist egal, wo du mit dem Akzeptieren anfängst. Aber wenn du einmal damit anfängst, gibt es kein Ende. Dann geht es immer weiter, wie Dominosteine, die einer nach dem anderen umfallen. Du musst nicht beim Schwierigsten anfangen mit dem 'ja 'sagen. Fang bei dem Einfachsten an, bei dem, was dir am nächsten ist, bei dem offensichtlichsten.

Swamiji sagt etwas, was mir unendlich hilft. Er sagt: „Ändere dich nicht – aber meditiere.” Du meditierst nicht, um dich zu ändern. Du meditierst einfach, weil es schön ist; weil es unendlich guttut. Du kümmerst dich nicht um das „dich ändern”.

Das ist ganz schrecklicher Stress.

Ja, ich weiß, gerade in spirituellen Kreisen kursieren so viele tolle Ideen und so viele tolle Ratschläge, aber das geht alles am Punkt vorbei. Sei, wie du bist. Sei, wie du jetzt bist.

Swamiji sagt etwas, was mir unendlich hilft: „Ändere dich nicht – aber meditiere.” Du meditierst nicht, um dich zu ändern. Du meditierst einfach, weil es schön ist; weil es unendlich guttut. Du kümmerst dich nicht um das „dich ändern”. Sei, wie du bist. Sei, wie du jetzt bist.

Deswegen gebe ich Satsang, deswegen mach ich Videos – um zu sagen: „Das ist der Weg. Es ist wirklich so einfach.” Denn unser Kopf kann sich nicht vorstellen, dass das irgendetwas bringt.

Alles in uns rebelliert und sagt: „Das kann nicht sein. Das geht nicht. Das darf ich auf keinen Fall zulassen, dass ich so bleibe, wie ich bin: das ist ja das Problem!” Davon sind wir überzeugt – aber das stimmt nicht.

Unser Kopf kann sich nicht vorstellen, dass das irgendetwas bringt. Alles in uns rebelliert und sagt: „Das kann nicht sein. Das geht nicht. Das darf ich auf keinen Fall zulassen, dass ich so bleibe, wie ich bin: das ist ja das Problem!” Davon sind wir überzeugt – aber das stimmt nicht.

Also entspanne. Schließ Frieden damit, wie du heute bist, jetzt, in diesem Moment, und entspanne, und: meditiere – und der Rest geschieht von selbst.

Also entspanne. Schließ Frieden damit, wie du heute bist, jetzt, in diesem Moment, und entspanne, und: meditiere – und der Rest geschieht von selbst.

Und wir sind so tief davon überzeugt, dass wir uns ändern müssen, und wir sind so tief davon überzeugt, dass mit uns etwas nicht stimmt, dass alles, was andere Menschen sagen, im Lichte dieser inneren Überzeugung interpretiert wird. Selbst das, was Swamiji sagt, wird von vielen Menschen dahingehend interpretiert, dass mit ihnen etwas nicht stimmt.

Auch das, was ich sage, wird von manchen Menschen so interpretiert, obwohl ich genau das Gegenteil sage. Wir sind so davon überzeugt, dass wir es gar nicht hören können. Und deswegen ist es genauso, wie du schreibst: es braucht Zeit. Dieses Akzeptieren, so einfach es ist, braucht Zeit.

Wir sind so tief davon überzeugt, dass wir uns ändern müssen, und wir sind so tief davon überzeugt, dass mit uns etwas nicht stimmt, dass alles, was andere Menschen sagen, im Lichte dieser inneren Überzeugung interpretiert wird. Und deswegen braucht es Zeit. Dieses Akzeptieren, so einfach es ist, braucht Zeit.

Ja... Danke für deinen Brief.

Gegen die Sucht kämpfen heißt, sie zu nähren

Simone, magst du fortfahren?

[Simone:] Ja, gerne. Ich habe auch eine Frage, die du dazu passt.

[Dhyan Mikael:] Ah, wie schön.

[Simone:] Sie ist von Vitali.

[Dhyan Mikael:] Vitali, hallo. Ich freue mich, dass du da bist. Willkommen.

[Simone:] Die Frage ist: „Wie schaut es mit der Sucht aus? Lässt du sie auch da sein?”

[Dhyan Mikael:] Sucht, so wie Alkoholsucht? Habe ich das richtig verstanden, Simone?

[Simone:] Ja.

[Dhyan Mikael:] Okay, danke. Ja, danke. Auch dazu möchte ich dir gern eine Geschichte von Swamiji erzählen. Denn, wie gesagt, wir können uns das nicht vorstellen, dass das gut sein soll.

Swamiji war einmal eingeladen, bei einer Veranstaltung zu sprechen, die in einer Klinik für Suchtkranke stattfand, und die Zuhörer waren knallharte Alkoholiker. Die waren so abhängig vom Alkohol, dass sie in dieser Spezialklinik waren, aber sie waren noch nicht gesund. Ich nehme einmal an, die Ärzte wussten gar nicht, wie sie den armen Kerlen helfen sollen.

Ja, und dann war da diese Veranstaltung, und ein Experte nach dem anderen, ein schlauer Doktor nach dem anderen, kam auf die Bühne und hat den Alkoholikern das erzählt, was auch dein Verstand dir erzählt: dass es so nicht weitergehen kann, und haben ihnen all die guten Ratschläge gegeben, die man so kennt.

Und dann kam Swamiji dran. Dann war Swamiji an der Reihe. Er ging auf die Bühne und sagte: „Wenn du heute eine Flasche Schnaps pro Tag trinkst, trinke von mir aus morgen zwei. Trinke von mir aus das Doppelte”... In diesem Moment hatte er die Aufmerksamkeit des gesamten Saales. Davor waren alle eingeschlafen, weil sie diese alte Leier nicht mehr hören konnten, die sie nur daran erinnert hat, wie machtlos und wie schwach und wie verkehrt sie sind; wie unfähig.

Aber als Swamiji sagte, „Trinke von mir aus morgen das Doppelte”, da haben sie gejohlt. Und dann sagte er: ”Aber meditiere.” Er sagte dann: „Ändere dich nicht – aber meditiere.” Und das haben dann viele dieser Menschen tatsächlich gemacht. Nach einigen Wochen waren – ich habe die Zahl vergessen –, 90 oder 85 Prozent dieser Menschen gesund.

Ich will damit nicht sagen, dass jeder Alkoholiker, der das anfängt, nach ein paar Wochen nicht mehr trinkt, aber das war das Ergebnis damals, als Swamiji zu diesen Menschen sprach. Und das Geheimnis ist Folgendes: wenn du gegen dich selbst kämpfst, dann gibst du dem, was du eigentlich loswerden willst, Energie. Du willst das Gegenteil erreichen, aber in Wirklichkeit nährst du diese Sucht, indem du sie bekämpfst.

Das kannst du erleben mit jemandem, der mit dir streiten will. Wenn du dich auf einen Streit einlässt, dann gibst du dem Streit Energie, und er geht immer weiter und wird immer toller. Bei manchen Menschen geht so etwas Jahre. Aber wenn du einfach sagst, „ja, okay: du hast recht. Ich bin ein Idiot; du hast recht”, ist der Streit vorbei.

Und so ist es mit der Sucht. Wenn du dich selbst akzeptierst, wie du bist, wenn du den Kampf gegen dich selbst aufhörst, hörst du auf, die Sucht zu nähren. Dann dauert es noch eine Weile, aber mit der Zeit, von selbst, hört sie auf – weil du nicht mehr dagegen kämpfst; weil du Frieden schließt mit dir selbst.

Und so ist es mit der Sucht. Wenn du dich selbst akzeptierst, wie du bist, wenn du den Kampf gegen dich selbst aufhörst, hörst du auf, die Sucht zu nähren. Dann dauert es noch eine Weile, aber mit der Zeit, von selbst, hört sie auf – weil du nicht mehr dagegen kämpfst; weil du Frieden schließt mit dir selbst.

Das ist das Geheimnis, wie man mit Sucht umgeht, und das gilt für jede Art von Sucht.

Das ist etwas, was mir mein spiritueller Meister Soham schon vor über 25 Jahren beigebracht hat, und ich habe es am eigenen Leib erlebt, und es funktioniert. Und nur das funktioniert: Akzeptanz – nicht: ändern wollen.

Das ist das Geheimnis, wie man mit Sucht umgeht, und das gilt für jede Art von Sucht. Das ist etwas, was mir mein spiritueller Meister Soham schon vor über 25 Jahren beigebracht hat, und ich habe es am eigenen Leib erlebt, und es funktioniert. Und nur das funktioniert: Akzeptanz – nicht: ändern wollen.

Ja... Also, als Antwort auf deine Frage: ja, nicht nur „auch bei Sucht funktioniert es”, sondern gerade bei Sucht ist es besonders wichtig.

Danke. Danke für deine Frage.

Es ist wirklich so einfach

Ich möchte noch eine Email vorlesen, die auch dazu passt.

Ich glaube, es ist gar nicht so sehr eine Frage, sondern ein kurzer Bericht, der mich aber sehr berührt. Hier schreibt eine Frau, die vor Kurzem mit der Samarpan-Meditation begonnen hat, und das ist ihr Bericht.

”Es ist wirklich so einfach, nur in Stille zu sitzen und zu empfangen. Keine Seminare mehr über Engel, über Meister, über Bewusstseinsschule, über das höhere selbst und Karma, alte Leben aufarbeiten und den Keller des Unterbewusstseins bewusst aufräumen. Es war einfach nur anstrengend, und dass über Jahre... Dazu noch Bewusstseinsschulung, Charakterschulung, prüfen, was gelebt wird – das Ego oder die Seele –, immer wieder achtsam sein und Korrekturen der eigenen Ausdrucksweise und des eigenen Verhaltens.

Da hört man wirklich mit der Zeit auf, locker und unbeschwert zu sein. Man verkrampft und bekommt Angst und denkt, was ist wohl das nächste Mal falsch an mir? Die Samarpan-Meditation dagegen: Entspannung und wohltuend, weil sie sonst nichts verlangt: kaum zu glauben, sie hat mir gestern beim ersten Mal schon gutgetan und ich habe Frieden gespürt.” Ja, so ist das.

Und ich sagte eben: es ist so tief in uns verwurzelt, dass wir glauben, wir seien verkehrt und dass wir etwas tun müssen, dass wir selbst in der Meditation das tun. Wir können nicht einfach meditieren und ausruhen und es genießen. Auch da glauben wir: „So einfach kann es doch nicht sein. Ich muss es doch richtig machen. Ich muss doch gedankenlos werden, oder dies oder jenes, oder mich so fühlen oder so” – aber all das stimmt nicht. Es ist wirklich so einfach.

Gott kann nur helfen, wenn du loslässt

Simone, magst du fortfahren?

[Simone:] Sehr gerne. Die nächste Frage ist von Nadine.

[Dhyan Mikael:] Nadine, guten Abend. Ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich habe gedacht, dass es vielleicht sinnvoll wäre, neben meiner Selbstständigkeit ein paar Stunden in einer Festanstellung zu sein, damit meine laufenden Kosten gedeckt sind und ich vielleicht etwas entspannter sein kann. Seit zwei Wochen bin ich jetzt in solch einem Verhältnis und ich habe das Gefühl, keine Luft zu bekommen, obwohl alle total nett sind. Ich habe meinem Chef geschrieben, was mir alles nicht passt. Er will mich unbedingt behalten und sagt, dass wir das gemeinsam schon hinbekommen werden.

Aber ich kann nicht sagen, was es ist. In diesem Körper ist es unruhig. Ich muss ständig zwanghaft denken, und es glaubt, dass nur die Gedanken die Lösung finden können. Ich meditiere öfters am Tag und lege meine Probleme auf den Tisch vor Samiji, so wie du es in einem deiner Videos gesagt hast. Aber die Gedanken wissen es immer besser. Diese Gedanken machen mich wahnsinnig. Es ist wie eine Sucht. Hast du ein paar Worte für mich? Danke. Nadine.”

[Dhyan Mikael:] Ich danke dir, Nadine, für deine Offenheit und für deinen Mut, dich so zu zeigen. Das ist wunderbar. Das ist so schön. Ja, es ist genau, wie du sagst: das ist eine Sucht. Alkoholsucht ist einfach; Zigarettensucht ist einfach; aber die Gedankensucht, die geht wirklich ans Innerste.

Alkoholsucht ist einfach; Zigarettensucht ist einfach; aber die Gedankensucht, die geht wirklich ans Innerste.

Wenn du diese Fragen Swamiji zu Füßen legst oder Swamiji auf den Tisch legst, so wie du es schreibst, dann bedeutet es, dass die danach nicht mehr deine Angelegenheit sind. Wenn du einmal Gott sagst: „Hey, Gott, kümmere dich darum”... Er wird es tun, darauf kannst du dich verlassen. Aber das kann er nur tun, wenn du die Probleme loslässt – oder das, was du für Probleme hältst. Das heißt: sobald der nächste Gedanke darüber kommt, kannst du sagen: „Moment mal! Das ist nicht mehr meine Angelegenheit. Du bist im falschen Kopf.

Wenn du darüber etwas denken willst, dann geh in den Kopf von Swamiji oder in den Kopf von Gott, aber nicht mehr bei mir. Das hat mit mir nichts mehr zu tun. Ich bin dafür nicht mehr zuständig.” Und ich mache keinen Witz: so lebe ich. Ich sage zu meinen Gedanken: „Das ist nicht meine Angelegenheit. Ihr redet hier mit dem Falschen. Ich habe hier nichts zu sagen. Geht woanders hin.” Ich finde das eine wunderbare Idee, dass du nebenher solch eine Festanstellung machst, aber du musst an eines denken: das ist ganz neu für dich.

Es ist eine Umstellung, und wie jede Umstellung braucht es Zeit. Ich muss immer wieder über mich selbst schmunzeln. Wenn ich zum Beispiel auf Reisen bin und irgendwo zum ersten Mal bin, in einem Hotel oder zum ersten Mal in einem Retreathaus, zum ersten Mal irgendwo in einer Ferienwohnung –so war das früher, wenn ich mit Soham auf Reisen war –, dann fühlte ich mich erst einmal total fehl am Platz. Ich dachte: „Wo bin ich denn hier gelandet?

Das ist alles ganz schrecklich.” Und ich habe das so oft erlebt, immer wieder, immer wieder, dass ich irgendwann wusste: so bin ich einfach. Drei Tage später fühlte ich mich schon völlig anders. Und wenn ich dann das nächste Mal in dieselbe Stadt, in dieselbe Ferienwohnung gekommen bin, dann fühlte ich mich schon zu Hause. Aber ich habe immer erstaunlich lange gebraucht, eigentlich fast eine Woche, um in so einer Unterkunft überhaupt richtig anzukommen.

Wenn du einmal Gott sagst: „Hey, Gott, kümmere dich darum”, dann wird er es tun, darauf kannst du dich verlassen. Aber das kann er nur, wenn du die Probleme loslässt – oder das, was du für Probleme hältst. Das heißt: sobald der nächste Gedanke darüber kommt, kannst du sagen: „Moment mal! Das ist nicht mehr meine Angelegenheit.”

Deswegen habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht... Wenn ich zum Beispiel einen Retreat gebe, dann reise ich schon ein paar Tage vorher an. Ich komme schon mindestens zwei Tage vorher an, damit ich da ankommen kann; damit ich da entspannen kann; damit ich weiß: alles ist gut, ich fühle mich wohl. So bin ich – und das ist zutiefst menschlich. Und du hast jetzt etwas ganz Neues angefangen, einen neuen Job, neue Leute, neue Tätigkeit, alles neu.

Es ist alles nur irritierend... ja, natürlich: so ist das. Also, das eine, was ich dir raten könnte, hast du bereits gemacht. Du gibst es an Swamiji ab, du gibst es an Gott ab. Und jetzt? Sei geduldig. Gott wird sich darum kümmern – verlass dich darauf: denke nicht mehr darüber nach. Sei geduldig. Geh dahin – zwei Wochen ist nichts – und schau, was passiert.

Eine Eigenschaft hat der Verstand, die ist wirklich erstaunlich: er ist unendlich ungeduldig.

Er hat sofort eine Meinung über alles und will alles sofort ändern. Sei geduldig.

Jede Veränderung braucht unglaublich viel Zeit.

Das ist normal.

Nur weil die ganze Welt so tut, als wäre es anders, heißt nicht, dass das stimmt. Alles braucht so viel Zeit, bis wir uns daran gewöhnt haben; bis wir uns da sicher fühlen und nicht einfach nur fehl am Platz, verkehrt und am falschen Ort. Lass dir Zeit. Danke, Nadine.

Keiner, der liebt, und keiner, der segnet

Simone, hast du noch eine Frage?

[Simone:] Ja, ich habe noch eine Frage. Sie ist von Monika.

[Dhyan Mikael:] Monika, hallo, guten Abend. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Dhyan Mikael, würdest du bitte über Segen sprechen? Was bedeutet es, den anderen zu segnen? Herzlichen Dank für den wertvollen Satsang, und danke Simone und Devasetu.”

[Dhyan Mikael:] Was für eine schöne Frage.

Nun, mit dem Segen ist es wie mit der Liebe.

Ich kann nicht lieben, und du auch nicht.

Aber wenn ich mehr und mehr lerne, mich zu akzeptieren, wie ich bin, wenn ich mehr und mehr 'ja' sage zu mir selbst, zu meinem Leben, zu den Menschen um mich herum und zu der Welt, dann passiert etwas ganz Erstaunliches: dann ist da Liebe – als würde ich überall nur noch Liebe sehen. Die war vorher schon da, aber ich konnte sie nicht sehen, weil ich zu allem 'nein' gesagt habe.

Und dann ist es nicht so, dass „ich” plötzlich liebe; das hat mit mir überhaupt nichts zu tun. Und so ist es mit dem Segen auch. Wenn du einem Menschen nahekommst, einem Guru zum Beispiel, der die verkörperte Akzeptanz ist, die verkörperte Gotteshingabe, dann fließt durch solch einen Menschen solch eine Liebe hindurch, aber es ist nicht so, dass er oder sie liebt.

Nun, mit dem Segen ist es wie mit der Liebe. Ich kann nicht lieben, und du auch nicht. Aber wenn ich mehr und mehr lerne, mich und alles andere zu akzeptieren, passiert etwas ganz Erstaunliches: dann ist da Liebe – als würde ich überall nur noch Liebe sehen. Die war vorher schon da, aber ich konnte sie nicht sehen, weil ich zu allem 'nein' sagte.

Aber wenn du in die Nähe eines solchen Menschen kommst, dann fühlst du die Liebe, und du denkst natürlich mit deiner normalen Art, die Dinge zu verstehen: dieser Mensch liebt mich; der schenkt mir Liebe. Aber das stimmt nicht: er tut überhaupt nichts. Der weiß vielleicht gar nichts von dir, aber die Liebe fließt trotzdem zu allen Menschen direkt ins Herz. Und so ist es mit dem Segen auch.

Wenn du einem Menschen nahekommst, einem Guru zum Beispiel, der die verkörperte Akzeptanz ist, die verkörperte Gotteshingabe, dann fließt durch solch einen Menschen solch eine Liebe hindurch, aber es ist nicht so, dass er oder sie liebt.Er tut überhaupt nichts, aber die Liebe fließt trotzdem zu allen Menschen direkt ins Herz.

Du kommst einem Menschen, der eins geworden ist mit Gott, nahe, und da fließt einfach Segen; da passieren die wundersamsten Dinge.

Aber es ist nicht so, dass er dich segnet. Manchmal sagen diese Gurus das, um dich zu beruhigen, aber die wissen, dass es so nicht funktioniert.

Und so ist es mit dem Segen auch. Du kommst einem Menschen, der eins geworden ist mit Gott, nahe, und da fließt einfach Segen; da passieren die wundersamsten Dinge. Aber es ist nicht so, dass er dich segnet.

Das ist, wie wenn ich am Ende des Satsang sage: „Ich liebe dich.” Das ist eigentlich gelogen. Ich sage das nur, um dem Ausdruck zu verleihen, was ich spüre: diese unerklärliche Liebe, die da einfach fließt – ich kann noch nicht mal sagen, von mir zu dir oder von dir zu mir, sondern die ist einfach da.

Und am Ende, wenn ich jemandem einen Brief schreibe oder eine Email, dann schreibe ich gelegentlich darunter „ich sende dir allen Segen”: das ist auch gelogen. Ich sende überhaupt keinen Segen; das kann ich gar nicht. Ich habe hier keine Tasche voller Segen, die ich in diesen Umschlag reinpacken könnte – aber da ist einfach so ein Segen überall, und der schwappt in alle Richtungen. Der hat mit mir nichts zu tun, und auch nichts mit dir: der ist einfach da. Und irgendwie gebe ich dem halt Ausdruck, verbal, sodass du es verstehen und hören kannst.

Ich möchte nicht irgendwie eine künstliche Art von Sprache verwenden, um spirituell korrekt zu sein, aber in Wirklichkeit ist der Segen einfach da.

Sobald ein Mensch leer wird, sobald das Ego verschwindet, sobald der Mensch wunschlos, egolos wird, strömt sofort Liebe und Segen und Gott und alles andere herein. So funktioniert das.

Sobald ein Mensch leer wird, sobald das Ego verschwindet, sobald der Mensch wunschlos, egolos wird, strömt sofort Liebe und Segen und Gott und alles andere herein. So funktioniert das.

Es ist lustig, dass du das heute fragst, weil ich gerade heute Morgen ein Video genau über dieses Thema gemacht habe: „Was bleibt, wenn Wollen endet” heißt es. Ja, wir leben in dieser Illusion, dass ich liebe, dass ich dies tue, dass ich jenes tue. Und dann gerät man durch irgendwelche Umstände auf den spirituellen Weg und lernt immer mehr akzeptieren und 'ja' sagen, und man wird immer leerer und vergisst immer mehr und kann nur noch über das schmunzeln, was man früher gedacht hat, was man so alles tut, wie sehr man geliebt hat und weiß der Geier was...

Das hört alles auf. Jedes Tun hört auf und immer mehr Liebe ist da, und keiner weiß, wo sie herkommt.

Wir leben in der Illusion, dass ich liebe und dies und jenes tue. Dann lernt immer mehr akzeptieren, man wird immer leerer und kann nur noch über das schmunzeln, was man früher gedacht hat, was man so alles tut, wie sehr man geliebt hat... Das hört alles auf. Jedes Tun hört auf und immer mehr Liebe ist da, und keiner weiß, wo sie herkommt.

Danke. Wir sind so gesegnet. Wir können es uns nicht vorstellen. Jesus sagte: „Was sorgt ihr euch?” Die Menschen haben keine Ahnung, was sie... Wir haben keine Ahnung, wie gesegnet wir sind.

Jeden Tag staune ich mehr darüber.

Wir sind so gesegnet. Wir können es uns nicht vorstellen. Jesus sagte: „Was sorgt ihr euch? Wir haben keine Ahnung, wie gesegnet wir sind. Jeden Tag staune ich mehr darüber.

Danke.

Alles beginnt mit Akzeptanz und Bewusstsein

Ich werde versuchen, noch eine Email vorzulesen.

„Ich habe eine Frage zum Thema Gesundheit. Ich hatte dir ja schon früher einmal geschrieben, dass ich mich neben der Samarpan-Meditation seit Längerem auch mit Ein Kurs in Wundern beschäftige, und seit letztem Jahr, genau wie mit der Samarpan-Meditation, intensiver. Nun ist es so, dass parallel dazu die gesundheitlichen Probleme zugenommen haben, und seit Anfang des Jahres sogar verstärkt bis hin zu chronischen Schmerzen. Üblicherweise reagiert das Umfeld mit der Aussage, das sei eben das Alter und das würde sich auch nicht mehr ändern.

Damit kann ich mich aber gar nicht abfinden. Vielmehr war und ist meine Überzeugung, dass mit einer Geisteskorrektur der Körper wieder mehr ins Gleichgewicht kommen kann, und wenn die Signale richtig verstanden werden, sich dadurch auch die Lebensqualität wieder verbessert – wobei das mit den Signalen erkennen mir schon ziemlich schwer fällt. Liege ich damit falsch? Für deine Meinung, hierzu wäre ich dir sehr dankbar.” Danke. Danke für deine Email.

Nun ist es so... Swamiji sagt, 90 Prozent aller Krankheiten kommen von hier. Je mehr wir lernen, in Frieden zu sein, je mehr wir lernen, den Gedanken keine Bedeutung beizumessen und keine Aufmerksamkeit zu geben, je mehr wir lernen, loszulassen und Hingabe zu üben, desto mehr kann dieser Körper endlich entspannen. Normalerweise kämpfen wir die ganze Zeit da oben, und meistens merken wir das gar nicht. Aber der Körper reagiert darauf und ist in konstanter Anspannung – und wird natürlich krank.

Aber über all das braucht man sich überhaupt keine Gedanken machen. Du brauchst keine Signale verstehen. Du brauchst nichts analysieren. Kümmere dich deinen inneren Zustand – ja, natürlich. Meditiere und werde still und leer, und mach dir über nichts Gedanken. Aber frag dich nicht, wozu das gut ist. Warte auf keine Ergebnisse.

Und was den Körper anbelangt... Ich mache das ganz pragmatisch. Mir geht es im Grunde wie dir, in zweierlei Hinsicht. Erstens: dieser Körper, der ist gerade 63 Jahre alt geworden, der hat alle möglichen Wehwehchen und chronische Schmerzen. Und wie du weiß auch ich, dass das eigentlich nicht sein muss. Und ich will dir erzählen, wie ich damit umgehe.

Ich akzeptiere meinen Körper, wie er ist, aber nicht mit einer Art von Resignation: „Okay, er ist halt krank; er ist halt alt; er zwickt halt, und das wird wohl immer so bleiben”... So mache ich das nicht. Ich liebe ihn, so wie er ist. Ich bin dankbar für diesen Körper, so wie er ist. Was hat der mit mir nicht schon alles mitmachen müssen...

Und ich nehme wahr, wie es ihm geht und ich kümmere mich so gut ich kann um diesen Körper. Aber wenn er irgendetwas Chronisches hat, irgendwelche Schmerzen, weiß ich normalerweise überhaupt nicht, was ich tun soll. Ich habe keine Ahnung. Und dann nehme ich diese Schmerzen wahr und akzeptiere sie – aber wie gesagt, nicht mit so einer Resignation, „okay, mir bleibt ja nichts anderes übrig”... Nein.

Ich spüre die Schmerzen einfach, und ich bin so wach und so bewusst, wie ich nur kann, so wie immer. Das hat mit dem Körper nichts zu tun. Und dann bin ich geduldig. Ich weiß, das wird alles wieder weggehen. Jetzt gerade habe ich chronische Schmerzen an zwei Stellen meines Körpers seit, ich weiß nicht, seit einem Dreivierteljahr. Die eine Stelle ging vor einem Jahr los, die andere vor einem Dreivierteljahr. Ich weiß: das wird auch wieder weggehen. Ich weiß aber nicht, wie.

Ich meditiere jeden Tag, ich liebe meinen Körper, ich akzeptiere die Schmerzen und sämtliche Symptome, die ich wahrnehme. Und dann, irgendwann, ohne dass ich analysiere, ohne dass ich versuche, irgendwelche Signale zu verstehen – im Gegenteil, ich kümmere mich überhaupt nicht darum...

Irgendwann, ganz von selbst und unübersehbar, bekomme ich irgendeine Art von Eingebung, und die führt dazu, dass ich plötzlich etwas Neues lerne, was ich für diesen Körper tun kann, und das erweist sich dann als genau das Richtige. Und dann mache ich das ein paar Monate, und ganz allmählich heilt das, was mich so lang geplagt hat.

Ja, so mache ich das. Und das habe ich schon so oft erlebt über die letzten Jahrzehnte, immer wieder. Dieser Körper ist erstaunlich gesund, aber er hat immer wieder irgendetwas. Und dann: geduldig sein, ihn liebhaben, und die Hilfe kommt.

Aber alles beginnt mit Akzeptanz, mit Bewusstsein, mit Meditation. Und da möchte ich dir noch etwas sagen: diese Körper werden älter, und es ist wirklich wichtig, dass man diese Körper bewegt; dass man die Muskeln trainiert. Ich weiß nicht genau, wie alt du bist, ich schätze, du bist ein paar Jahre älter als ich. Es ist in unserem Alter so wichtig, dass wir die Muskeln kräftig halten; dass wir die Muskeln trainieren; dass wir lange Spaziergänge machen. Das Untergestell ist besonders wichtig: die Füße, die Beine, die Hüften.

Es ist gut und es ist besonders wichtig, dass wir uns gut ernähren, und, wenn du kannst, Sachen weggelassen, die nicht so gut sind. In unserem Alter ist es besonders wichtig, dass wir genug Protein essen. Der Proteinbedarf steigt ab 60 deutlich an, und wenn wir darauf nicht achten, verlieren wir Muskeln, und das ist in unserem Alter überhaupt nicht gut. Dann entstehen alle möglichen chronischen Geschichten.

Ich hatte in den letzten Jahren ein paar von solchen Dingen, und ich war einmal bei einem Krankengymnasten, und der sagte zu mir: „was Sie da gerade haben, kommt daher, dass Sie zu schwach sind. Ihr Gestell hat so wenig Muskeln, und dann passiert halt so etwas.” Und seitdem arbeite ich am Muskelausbau – nicht besonders erfolgreich, wie du siehst, ich bin immer noch sehr, sehr dünn und hager, aber jeden Tag mache ich irgendetwas, damit die wenigen Muskeln, die dieser Körper hat, erhalten bleiben und ganz, ganz langsam mehr werden. Das ist wichtig: Bewegung, Kraft...

das brauchen die Körper einfach. Swamiji sagt: am besten machst du es direkt morgens nach dem Meditieren. Du meditierst frühmorgens, und dann erst mal den Körper bewegen... Was ich sehr gerne mache, ist: nach Meditieren geh ich ins Bad, und dann ziehe ich mich an, und dann mache ich einen langen Waldspaziergang, eineinhalb Stunden durch den Wald... herrlich – und gut für den Körper. Das ist also was völlig Unesoterisches, völlig unspirituell. Diese Körper brauchen unsere Zuwendung – je älter sie werden, desto mehr. Es ist eine ganz praktische Angelegenheit.

Alles beginnt mit Akzeptanz, mit Bewusstsein, mit Meditation.

Danke für deine Email. Vielen Dank.

Wer sich hingibt, wird geführt

Simone, magst du fortfahren?

[Simone:] Ja, sehr gerne. Nächste Frage ist von Annika.

[Dhyan Mikael:] Annika, hallo. Ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich bin in freudiger Erwartung meines ersten Kindes. In ein paar Tagen wird es soweit sein. Seit einigen Monaten meditiere ich im Sinne der Samarpan-Meditation und es fällt mir in immer mehr Situationen, auf die ich vor meine gesamte Ego-Energie fokussiert habe, leichter, loszulassen.

Nun frage ich mich, ob das Verweilen im Kronenchakra und die dazugehörige Hingabe auch körperliche Schmerzen wie beispielsweise den Geburtsschmerz lindern kann. Den größten Respekt habe ich vor dem Kontrollverlust während, aber auch in den Wochen nach der Geburt, wenn dieses kleine Wesen mit seinen individuellen Bedürfnissen auf der Welt ist. Vielleicht hast du einen Hinweis für mich. Vielen Dank.”

[Dhyan Mikael:] Wow. Oh, danke, dass ich daran teilhaben darf. Danke.

Die Samarpan-Meditation ist eine wunderbare Vorbereitung auf die Geburt, denn da kannst du jeden Morgen eine halbe Stunde den totalen Kontrollverlust üben: du ruhst hier oben und denkst an nichts – und dieses Loslassen der Gedanken ist der ultimative Kontrollverlust. Deswegen fällt es den meisten Menschen so schwer, das Meditieren – nicht, weil das Meditieren so schwer ist. Sie wollen die Kontrolle nicht aufgeben. Und das kannst du üben.

Die Samarpan-Meditation ist eine wunderbare Vorbereitung auf die Geburt, denn da kannst du den Kontrollverlust üben: du denkst an nichts – und dieses Loslassen der Gedanken ist der ultimative Kontrollverlust. Deswegen fällt das Meditieren vielen so schwer – nicht, weil das Meditieren so schwer ist. Sie wollen die Kontrolle nicht aufgeben.

Mit Schmerzen geht man am besten so um: wenn sie kommen, lade sie ein: „Ja!" Wenn es sich anfühlt, als würde der Schmerz dich zerreißen: „Ja." So mache ich das beim Zahnarzt. Ich habe beim Zahnarzt schon lange keine Spritzen mehr bekommen. Das ist viel einfacher für mich ohne Betäubung. Und dann bohrt der und bohrt, und normale Menschen wollen eine Spritze haben, aber sobald ich merke, wie der Schmerz anfängt, und der ist ja beim Zahnarzt manchmal durchaus intensiv: „Ja!” Einfach nur ja – und es ist überhaupt kein Problem – im Gegenteil.

Mit Schmerzen geht man am besten so um: wenn sie kommen, lade sie ein: „Ja!" Wenn es sich anfühlt, als würde der Schmerz dich zerreißen: „Ja."

Wenn du bei der Geburt die Kontrolle komplett aufgibst, wirst du von der Energie dieses Ereignisses geführt. Es geht von selbst. Je mehr du die Kontrolle behalten möchtest, desto schwieriger wird es.

Wenn du bei der Geburt die Kontrolle komplett aufgibst, wirst du von der Energie dieses Ereignisses geführt. Es geht von selbst. Je mehr du die Kontrolle behalten möchtest, desto schwieriger wird es.

Und der Schmerz ist die Hilfe: einfach 'ja' sagen, und er wird alles in dir auslösen, was du brauchst. Die gesamte Kraft, die gesamte Energie, die gesamte Hingabe, die du brauchst, wird dir dieser Schmerz schenken. Sag einfach 'ja'.

Und der Schmerz ist die Hilfe: einfach 'ja' sagen, und er wird alles in dir auslösen, was du brauchst. Die gesamte Kraft, die gesamte Energie, die gesamte Hingabe, die du brauchst, wird dir dieser Schmerz schenken. Sag einfach 'ja'.

Nichts an dem Erlebnis der Geburt ist ein Problem. Alles ist so gemacht, um dir zu helfen, und der Schmerz löst alles aus, was du brauchst.

Es ist kein Problem.

Und du bist dafür gemacht. Dein Frauenkörper ist für das, was dir gerade bevorsteht, gemacht worden. Der kann das. Du musst es nicht tun. Es geht von selbst.

Nichts an dem Erlebnis der Geburt ist ein Problem. Alles ist so gemacht, um dir zu helfen, und der Schmerz löst alles aus, was du brauchst. Es ist kein Problem. Und du bist dafür gemacht. Dein Frauenkörper ist für das, was dir gerade bevorsteht, gemacht worden. Der kann das. Du musst es nicht tun. Es geht von selbst.

Ich habe gut reden... ich bin ein Mann. Ich weiß nichts davon, wie es ist, ein Kind zur Welt zu bringen. Aber ich weiß etwas über Hingabe.

Dazu möchte ich dich ermutigen.

Ich habe gut reden... ich bin ein Mann. Ich weiß nichts davon, wie es ist, ein Kind zur Welt zu bringen. Aber ich weiß etwas über Hingabe. Dazu möchte ich dich ermutigen.

Und was auch sehr hilfreich, wirklich sehr hilfreich in deiner Situation ist: wenn du von Menschen umgeben bist, die das wissen, was ich dir gerade gesagt habe; wenn du Menschen um dich hast, die wissen, dass Geburt ein Segen ist und kein Problem; dass der Schmerz kein Problem ist, sondern gut, und dass alles, was da passiert, richtig und gut ist. Wenn du solche Menschen bei dir hast, ist es eine unendliche Hilfe.

Ja...

Und das, was ich gerade gesagt habe, gilt auch für die Zeit, die danach kommt. Du hast ein großes Abenteuer vor dir. Es beginnt ein Leben, von dem du nichts weißt.

Du weißt nicht, wie es geht. Aber alles, was du wissen musst, wird dir in jedem Augenblick gezeigt, genau wie bei der Geburt. Du weißt jetzt nicht, was du tun sollst – aber wenn es soweit ist, wirst du es wissen.

Alle wichtigen Sachen gehen von selbst.

Aber wir bekommen diese Einsicht, dieses Wissen, immer nur in dem Moment, wo es gerade dran ist, nicht vorher, und auch nicht hinterher.

Darauf kannst du dich verlassen.

Du hast ein großes Abenteuer vor dir, und alles, was du wissen musst, wird dir in jedem Augenblick gezeigt. Du weißt jetzt nicht, was du tun sollst, aber wir bekommen diese Einsicht, dieses Wissen, immer nur in dem Moment, wo es gerade dran ist, nicht vorher, und auch nicht hinterher. Darauf kannst du dich verlassen.

Also mach dir keine Gedanken über das, was danach kommt. Wenn du jetzt meditierst, lernst du jetzt, im Augenblick zu sein; einfach hier zu sein. Und wenn du das jetzt lernst, kannst du während der Geburt hier sein. Dann bist du empfänglich, und dann kann dich dein Körper – und übrigens der Körper des Babys – führen. Und danach, wenn das Kind auf der Welt ist und ihr zusammenlebt und du Mutter bist, obwohl du überhaupt nicht weißt, wie das geht, wirst du dann, je mehr du im Moment bist, desto mehr wissen: „Ah ja, jetzt ist das dran, und jetzt ist das dran”.

Ich will dir sagen, wer während der Geburt die Kontrolle hat: das Kind. Es gibt ganz faszinierende Untersuchungen darüber, dass das Kind die Geburt einleitet. Das Kind bestimmt, wie es weitergeht. Und wenn das Kind dann in deinen Armen liegt, auf deiner Brust, bestimmt das Kind, was dran ist, und es wird dir genau sagen, was dran ist. Du brauchst eigentlich gar nichts wissen. Wenn du zuhören kannst, wenn du wahrnehmen kannst, dann wirst du gesagt bekommen, wie es geht.

Ich will dir sagen, wer bei der Geburt die Kontrolle hat: das Kind. Das Kind leitet die Geburt ein und bestimmt, wie es weitergeht. Und wenn es dann in deinen Armen liegt, auf deiner Brust, wird es dir sagen, was dran ist. Du brauchst gar nichts wissen. Wenn du zuhören kannst, wenn du wahrnehmen kannst, dann wirst du gesagt bekommen, wie es geht.

Ich wohne hier mit einer Frau zusammen, mit meiner Partnerin, die einige natürliche Geburten hinter sich hat und die das schon erlebt hat, wovon ich dir hier gerade erzähle.

Und deswegen weiß ich: es funktioniert. So läuft es. Und falls du von ihr noch den einen oder anderen Erfahrungsbericht haben möchtest, dann schreib mir, und dann bringe ich euch in Verbindung. Danke. Danke.

Alles wird sich ändern – aber von selbst

[Simone:] Kann ich mit der nächsten Frage weitermachen?

[Dhyan Mikael:] Ja bitte.

[Simone:] Die nächste Frage ist von Sofia.

[Dhyan Mikael:] Sofia, hallo.

[Simone:] „Lieber Mikael, es ist so schön, wieder hier zu sein.”

[Dhyan Mikael:] Ja.

[Simone:] „ich wollte fragen, ob du etwas über das Thema 'sich Gedanken darüber zu machen, ob andere einen mögen oder was sie über einen denken' sagen kannst. Gerade in meiner Ausbildung fällt mir auf, dass ich versuche, gemocht zu werden, auch wenn ich eigentlich weiß: es ist nicht notwendig, von jedem gemocht zu werden.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich mache meinen Wert von anderen Menschen und auch von den Noten in meiner Ausbildung abhängig. Kannst du dazu etwas sagen? Ich danke dir von ganzem Herzen. Sofia.”

[Dhyan Mikael:] Ja, so sind wir. Lustig, oder? Wir beobachten uns, wir wissen, das ist völliger Quatsch, was wir da machen, es ist völlig unnötig, aber wir machen es trotzdem. Mach dir keine Gedanken darüber.

Ich habe die gesamte erste Hälfte meines Lebens damit zugebracht, zu versuchen, von anderen gemocht zu werden. Ich war dreimal verheiratet... Ich habe das immer so gemacht: ich wollte einfach gemocht werden, in der Schule, bei der Arbeit, zu Hause... so sind wir. Mach dir keine Gedanken darüber. Sei wie du bist, hab dich lieb – aber meditiere. Weißt du, es wird nicht dein Leben lang so bleiben, wie es jetzt ist, aber du kannst es nicht selbst abstellen.

Es ist nicht so, dass ich dir jetzt etwas Magisches sagen könnte, und dann weißt du: „Ah, das muss ich machen”, und morgen ist es anders. Nein, das funktioniert anders. Habe du dich so lieb, wie du bist – und meditiere. Und je bewusster du dich selbst wahrnehmen und lieben kannst, desto mehr geschieht Reifen und kräftiger werden und unabhängiger werden von selbst. Aber das geschieht nur von selbst. Alles, was du bewusst machst, kannst du vergessen. Das kannst du dir alle sparen – inklusive der Gedanken.

Es wird nicht dein Leben lang so bleiben, wie es jetzt ist, aber du kannst es nicht selbst abstellen. Das funktioniert anders. Habe du dich so lieb, wie du bist – und meditiere. Und je bewusster du dich selbst wahrnehmen und lieben kannst, desto mehr geschieht Reifen und kräftiger werden und unabhängiger werden von selbst.

Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht über mich selbst lachen muss, wenn ich sehe, was ich jetzt schon wieder mache. Ich weiß, es ist unnötig, aber so ist er halt, der Kleine. What to do? Das wird sich alles ändern – aber von selbst.

Ich freue mich total, dass du da bist. Danke, Sofia.

In Frieden damit, es nicht richtig machen zu können

Ich schiebe wieder mal eine Email dazwischen. Ich möchte gerne noch eine Email beantworten.

„Es geht um meine Begleitung meiner Tochter in ihren schulischen Aufgaben. Sie ist in der sechsten Klasse und besucht ein Gymnasium. Seit sie auf dem Gymnasium ist, geht es mir oft nicht gut. Ich fühle mich belastet. Mein mütterlicher 'ich will, ich muss sie beschützen'-Alarm fährt auf Hochtouren. In meinem Kopf ist zum einen der innere Antreiber, der sagt, sie muss viel lernen und immer am Ball bleiben, um es zu schaffen.

Und er sagt, ich muss die richtigen Übungen auswählen für sie und das Lernen der Schulaufgaben so ideal wie möglich koordinieren, auch so, dass es sie nicht überfordert. Das ist meine aktuelle Wahrheit. Das glaube ich. Das treibt mich an und lässt mich oft schlecht schlafen. Ich will sie vor Misserfolg bewahren und davor, dass es ihr schlecht geht. Auf der anderen Seite unterstütze ich sie darin, selbstständiger zu werden mit dem Lernen.

Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass meine Tochter Zeit für sich, ihre Hobbys, Zeit zum Entspannen von der Schule hat, und dass sie fröhlich ist. Viele andere Mütter aus meinem Bekanntenkreis unterstützen ihre Kinder ähnlich intensiv in ihren Aufgaben, die die Schule betreffen, aber diese Mütter belastet das wesentlich weniger als mich. Den Eindruck habe ich. Meine Tochter ist eine gute Schülerin, daran gibt es im Grunde nichts zu rütteln, aber etwas in mir zweifelt daran, dass sie gut genug ist und dass ich genug bin, und sagt, dass wir uns anstrengen müssen.

Ich möchte sie gerne unterstützen. Wenn ich das hin und wieder mit Leichtigkeit tun kann, macht es mir und uns sogar Spaß. Menschen aus meinem Umfeld, die kein Kind am Gymnasium haben, sagen mir, ich solle meine Tochter einfach alles allein machen lassen, aber das passt nicht zu mir, und das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht. Es muss etwas geben zwischen alles und nichts, womit es mir gut geht.” Danke. Was für eine schöne Email.

Ja, du hast natürlich recht: natürlich gibt es etwas zwischen alles oder nichts.

Du bist die Mutter deiner Tochter. Es ist deine Aufgabe, ihr beizustehen. Nur Menschen, die keine Kinder haben, können sagen: lass sie alles alleine machen. Das ist totaler Käse.

Deine Unterstützung ist so, so wertvoll. Aber die Beobachtung, die du gemacht hast, die ist wirklich sehr hilfreich. Du beobachtest, dass andere Mütter ihren Kindern auch helfen, aber dass die nicht diesen Trip damit haben, dieses Drama. Und das ist der Hinweis. An dem, was du machst, ist überhaupt nichts falsch. Es Ist deine Aufgabe, und du spürst das auch. Aber irgendetwas darin ist, was dich triggert. Irgendetwas an dieser neuen Situation, dass deine Tochter im Gymnasium ist, drückt deine Knöpfe, die mit deiner Tochter nichts zu tun haben.

Und darum geht es: dass du mit deinen Gefühlen Frieden schließt. Die haben mit deiner Tochter nichts zu tun. Die Situation, die du mit deiner Tochter lebst, ist lediglich der Auslöser, aber diese Gefühle, „ich muss es richtig machen, ich darf es auf keinen Fall falsch machen, alles hängt von mir ab”, dieser Ernst, der ist nicht neu. Der ist alt. Den kennst du schon von deinem ganzen Leben – und jetzt wird er ausgelöst; jetzt will er willkommen geheißen werden.

Und wenn du mit den Gefühlen und Energien, die in dir ausgelöst werden durch diese Situation, Frieden schließt, dann kannst du das, was offensichtlich daran ist, tun, und es ist leicht. Und gleichzeitig ist es eine große Unterstützung für deine Tochter, wenn du die Dinge, die in dir ausgelöst werden, selbst handhabst und selbst damit in Frieden kommst. Dann kann sie mit der Situation und mit der Schule auch besser entspannen. Es ist also großartig, was da passiert. Es ist ganz wunderbar.

Es ist eine große Gelegenheit, wenn diese alten Gefühle ausgelöst werden. Ich weiß, wir mögen das nicht, aber es ist eine große Gelegenheit. Jetzt kannst du sie willkommen heißen: „Okay..." – dieser Ernst, diese Verbissenheit, die Angst, etwas falsch zu machen, dieses Gefühl, es richtig machen zu müssen, aber nicht wissen, wie...

Wir mögen es nicht, aber es ist eine große Gelegenheit, wenn diese alten Gefühle ausgelöst werden. Jetzt kannst du sie willkommen heißen: diesen Ernst, diese Verbissenheit, die Angst, etwas falsch zu machen, dieses Gefühl, es richtig machen zu müssen, aber nicht wissen, wie...

Und noch einmal: es geht nicht darum, dass du lernst, es richtig zu machen. Ich meine, das kann nicht schaden... Natürlich kannst du dich informieren: wie helfe ich meiner Tochter am besten, wenn sie in der sechsten Klasse ist. Aber die eigentliche Herausforderung ist eine ganz andere. Die eigentliche Herausforderung ist, dass du Frieden mit deinen Gefühlen schließt, mit dir, so wie du bist.

Es geht nicht darum, dass du lernst, es richtig zu machen. Natürlich kannst du dich informieren: wie helfe ich meiner Tochter am besten, wenn sie in der sechsten Klasse ist. Aber die eigentliche Herausforderung ist eine ganz andere. Die eigentliche Herausforderung ist, dass du Frieden mit deinen Gefühlen schließt, mit dir, so wie du bist.

Und jetzt, am Schluss meiner Antwort an dich, möchte ich dir noch eine Wahrheit sagen, die leider... Das ist einfach so: wenn du Mutter bist, kannst du es nicht richtig machen. Es geht nicht. Es hat noch nie auf der ganzen Welt eine Frau gegeben, die „Mutter sein” richtig macht. Es ist nicht möglich. Das ist eine so unglaubliche Aufgabe, und immer neu, und immer anders. Die Welt ändert sich dauernd, jedes Kind ist anders, jede Mutter ist anders.

Ich weiß nicht, ob du mehr als ein Kind hast; dann wirst du wissen, dass du mit dem einen Kind völlig anders bist als mit dem anderen, und dass das eine Kind mit dir völlig anders ist als das andere. Man kann immer nur lernen, und immer nur staunen. Richtig machen kannst du vergessen. Und wenn du dich damit einmal angefreundet hast, wird es leicht. Dann gibst du einfach dein Bestes, natürlich. Du weißt, du wirst wahrscheinlich das Meiste falsch machen, aber wenn du damit einmal Frieden geschlossen hast, dann kannst du dein Bestes geben.

Das ist das Geheimnis von Muttersein. Ich muss schon wieder schmunzeln, weil ich als Mann hier solche Sachen übers Kinderkriegen und übers Muttersein sage, aber das ist eigentlich eine Herausforderung, die wir alle haben, nicht nur als Mutter: dieses mit sich selbst in Frieden kommen, und mit der menschlichen Realität in Frieden kommen – nur, dass es halt beim Muttersein ganz besonders offensichtlich wird, dass wir es nicht richtig machen können, und dass wir keine Kontrolle haben.

Es hat noch nie eine Frau gegeben, die „Mutter sein” richtig macht. Es ist nicht möglich. Es ist eine so unglaubliche Aufgabe, und immer neu, und immer anders. Richtig machen kannst du vergessen. Aber wenn du damit Frieden geschlossen hast, wird es leicht; dann kannst du dein Bestes geben. Das ist das Geheimnis von Muttersein.

Und dass du diese Frage stellst, ist so wunderbar.

Danke, dass ich dazu was sagen durfte. Ich danke dir von Herzen.

Swamiji sagt, dass die Kinder das Allerwichtigste sind auf dieser Welt. Seine gesamte Arbeit ist nur dafür da, dafür zu sorgen, dass die nächste Generation besser aufwachsen kann, denn die wird die Welt für morgen schaffen. Die Aufgabe, die du als Mutter hast oder als Vater, wenn du Vater bist, ist die vornehmste Aufgabe, die es gibt. Ja... Danke.

Der Tinnitus ist nicht das Problem

Simone, hast du noch etwas, was du vorlesen magst?

[Simone:] Ja, eine Frage habe ich noch.

[Dhyan Mikael:] Ja, schön.

[Simone:] Von Ludmilla.

[Dhyan Mikael:] Ludmilla, hallo. Schön, dass du da bist.

[Simone:] „Hallo Mikael, mich plagt ein so quälender Tinnitus. Es ist so schwierig bei diesen quälenden Signalen, denen man so ausgeliefert ist, in die Ruhe zu kommen.

[Dhyan Mikael:] Da fragst du den Richtigen. Ich habe nämlich auch Tinnitus, seit 40 Jahren – mit dem Unterschied, dass meiner nicht quälend ist. Und ich will dir auch sagen, warum meiner nicht quälend ist: weil ich ihn akzeptiere.

Ich rede gerade mit dir. Der Tinnitus in meinem rechten Ohr ist lauter als meine Stimme. Der im linken Ohr klingt anders, der ist ein bisschen leiser, hat eine andere Frequenz, da brummt es mehr.

Aber wenn ich nicht dagegen kämpfe, stört es überhaupt nicht.

Der Tinnitus ist nicht das Problem. Der Tinnitus ist eine Gelegenheit, 'ja' sagen zu lernen. Und wenn du dazu 'ja' sagst, ist er kein Problem mehr. Es faszinierend mit Tinnitus. Der kann laut sein, aber er überdeckt Dinge, die wir wirklich hören, nicht. Ich habe damit ganz viel herumgespielt. Ich finde das faszinierend.

Aber wenn du ihn weghaben willst... ja, dann hast du natürlich etwas vor dir.

Ich habe auch Tinnitus, aber ich will dir sagen, warum meiner nicht quälend ist: weil ich ihn akzeptiere. Wenn ich nicht dagegen kämpfe, stört es überhaupt nicht. Der Tinnitus ist nicht das Problem. Der Tinnitus ist eine Gelegenheit, 'ja' sagen zu lernen. Aber wenn du ihn weghaben willst... ja, dann hast du natürlich etwas vor dir.

Ich denke nicht über meinen Tinnitus nach, ich will nichts damit machen, ich will nicht, dass er weggeht, und deswegen höre ich ihn meistens gar nicht: weil ich mich damit nicht beschäftige. Während dieses gesamten Satsangs habe ich meinen Tinnitus nicht wahrgenommen.

Jetzt gerade, wo du das Thema angesprochen hast, habe ich mal kurz hingehört und höre, wie laut der ist. Und wenn du dich damit beschäftigst und ihn weghaben willst, dann hörst du ihn die ganze Zeit – weil du deine Aufmerksamkeit darauf richtest; weil du gegen ihn kämpfen willst. Aber wenn du mit ihm Frieden schließt, ist es überhaupt kein Problem.

Manchmal höre ich ihm zu; ich finde es ganz unterhaltsam. Es ist irgendwie so, als würde ich Gott hören.

Jedenfalls ist es bei mir kein Problem – und der ist wirklich laut. Ich habe immer ein kostenloses Konzert, immer dabei. Danke, Ludmilla.

Schließ Frieden mit dir, mit deinem Körper und mit deinen Ohren. Das ist der leichte Weg.

Ich denke nicht über meinen Tinnitus nach, ich will nichts damit machen, ich will nicht, dass er weggeht, und deswegen höre ich ihn meistens nicht: weil ich mich damit nicht beschäftige. Manchmal höre ich ihm zu; er ist ganz unterhaltsam. Es ist irgendwie so, als würde ich Gott hören. Ich habe immer ein kostenloses Konzert dabei.

Die Angst ist dein Freund

Simone, hast du noch etwas?

[Simone:] Ich habe noch ein Danke von der Sabine: „Ich danke dir von Herzen, lieber Mikael, für deine so hilfreiche und liebevolle Antwort.” Und Annika: „Deine Worte haben mich sehr berührt. Vielen Dank.” Von Monika: „Von Herzen danke. Tränen fließen.”

[Dhyan Mikael:] Es ist mir so eine Ehre, dass ich hier sprechen darf; so ein Geschenk.

Dann lese ich noch eine Email vor, wenn es keine Frage gibt von dir und von euch.

[Simone:] Eine ist gerade reingekommen.

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.

[Simone:] Von Susanne.

[Dhyan Mikael:] Susanne, hallo. Ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] Lieber Mikael, mein ganzes Leben lang habe ich schon Ängste vor Menschen; nicht vor meinem Partner, aber vor vielen Menschen in meinem Alltag, Arbeit, Familie, Nachbarn. Seit 10 Jahren bin ich auf dem Weg der Hingabe, und mit allem, was ich an Gedanken bei mir bewusst wahrnehmen kann, kann ich gut umgehen, es nicht glauben, es vorbeiziehen lassen.

Die Ängste vor Menschen aber bleiben. Sie sind fast immer da, mal mehr, mal weniger. Die Gedanken dazu sind mir nicht bewusst. Die Ängste machen wenig Sinn. Mein Nervensystem scheint da automatisch Gefahr zu projizieren. Hast du einen Tipp, wie ich damit besser sein kann? Alles Liebe, Susanne."

[Dhyan Mikael:] Danke, Susanne. Da fragst du auch den Richtigen, genau wie beim Tinnitus.

Was du mir erzählst, klingt so, als glaubst du, die Angst müsste weggehen; als wäre die Angst ein Problem. Aber ich verstehe nicht wirklich, worin das Problem besteht.

Ja, du hast Angst vor anderen Leuten – und du hast auch recht. Menschen können sehr unangenehm sein. Wer weiß, was du alles schon erlebt hast...

Ich bin auch so. Dieser Körper ist auch so; der hat auch schon einiges erlebt, und am liebsten wird er alleine gelassen und in Ruhe gelassen. In den letzten 10 Jahren hat sich das, seit ich die Samarpan-Meditation mache, ganz erstaunlich verändert. Jetzt genieße ich sogar ein Pläuschchen mit den Nachbarn. Ich versuche, solche Kontakte nicht zu provozieren, aber wenn sie geschehen, bin ich dabei, obwohl ich nicht wirklich was zu sagen habe und mit diesen Menschen nicht wirklich was zu tun habe. Aber ich liebe sie einfach.

Aber im Allgemeinen halte ich mich lieber fern. Ich kann nicht sagen, dass ich Angst davor habe, so ist es eigentlich nicht mehr, aber ich bin jetzt nicht wirklich ein geselliger Typ. Wenn ich dann einmal jemanden kenne, gut kenne, meine Partnerin zum Beispiel – das genieße ich total. Wenn ich Menschen wirklich gut kennenlerne und ich mit denen auf einer Wellenlänge bin, dann kann ich so richtig aufmachen, und dann bin ich ein ganz anderer Mensch. Aber mit Menschen, wo ich nicht wirklich privat sehr vertraut bin, da bin ich sehr, sehr zurückhaltend.

Und ich arbeite nicht daran, das zu ändern. Warum auch? Das ist doch nicht mein Problem. Ich bin halt so. Die Angst ist nur ein Problem, wenn du sie weghaben willst. Wenn du gerne anders wärst, wenn du gerne auf die Menschen zugehen können würdest, wenn du liebevoller mit allen Menschen sein möchtest, ja gut, dann musst du dich natürlich ändern. Aber wenn du diese unsinnigen Ideen loslässt und einfach so bist, wie du bist – wo ist das Problem?

Die Angst ist nur ein Problem, wenn du sie weghaben willst. Wenn du gerne anders wärst, wenn du gerne auf die Menschen zugehen können würdest, wenn du liebevoller mit allen Menschen sein möchtest, ja gut, dann musst du dich natürlich ändern. Aber wenn du diese unsinnigen Ideen loslässt und einfach so bist, wie du bist – wo ist das Problem?

Ich bin ganz ähnlich wie du. Mein Meister ist ganz ähnlich wie du. Es ist nichts Spirituelles. Das heißt nicht, dass, wenn man spirituell ist oder bei sich ankommt, dass man so ist. Das ist einfach eine persönliche Eigenart. Aber meine Partnerin ist völlig anders – zum Glück. Die macht die ganzen Kontakte hier im Dorf und mit den Leuten, und ich bin immer froh, wenn ich mit niemandem etwas zu tun habe – außer mit den Menschen, die auf meiner Wellenlänge sind: du, alle hier im Satsang; das ist etwas anderes.

Du könntest die Angst auch einfach einmal anders betrachten. Die Angst oder die... Ich will es einmal so ausdrücken: das Gefühl, dass du Angst nennst – ich glaube, das ist gar nicht Angst, das ist irgendetwas anderes, aber wir können es ja einmal spaßeshalber Angst nennen –, das zeigt dir einfach, was für dich das Beste ist: Abstand halten, zurückhaltend sein, bei dir bleiben – alles tolle Sachen, wenn du es nicht anders haben möchtest. Und deswegen ermutige ich dich dazu: sei einfach, wie du bist.

Du könntest die Angst einmal anders betrachten. Das Gefühl, dass du Angst nennst, das zeigt dir einfach, was für dich das Beste ist: Abstand halten, zurückhaltend sein, bei dir bleiben – alles tolle Sachen, wenn du es nicht anders haben möchtest. Und deswegen ermutige ich dich dazu: sei einfach, wie du bist.

Und wenn es etwas in dir gibt, was sich ändern möchte, wenn es irgendetwas gibt in dir, emotional, was anders werden möchte, dann wird das geschehen. Da brauchst du dir überhaupt gar keine Gedanken machen. Solche Dinge geschehen alle von selbst, mit der Zeit. So war es bei mir auch. Meditiere – aber ändere dich nicht.

Die Angst ist dein Freund.

Wenn es etwas in dir gibt, was sich ändern möchte, etwas Emotionales, was anders werden möchte, dann wird das geschehen. Da brauchst du dir überhaupt gar keine Gedanken machen. Solche Dinge geschehen alle von selbst, mit der Zeit. So war es bei mir auch. Meditiere – aber ändere dich nicht. Die Angst ist dein Freund.

Ich freue mich total, dass du das gefragt hast. Wir glauben so sehr, dass wir anders sein sollten. Aber probiere das aus: wenn du die Angst nicht weghaben willst, ist sie dann ein Problem? Probiere es aus. Danke.

Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht

Simone?

[Simone:] Susanne schreibt: „Ganz vielen Dank, lieber Mikael”. Und Sofia: „Deine Satsang fühlen sich für mich immer an wie ein Ankommen. Danke für alles.”

[Dhyan Mikael:] Für mich ist es genauso. Die Satsangs sind für mich die schönsten Stunden der Woche. Ich weiß ja gar nicht... Ich komme ja mit der Arbeit jetzt schon nicht hinterher. Am liebsten würde ich mehr Satsangs geben, aber ich weiß im Moment noch nicht, wie ich das schaffen soll... aber ich würde so gerne mehr Satsangs geben. Ich würde so gerne mehr Retreats machen. Wer weiß, wo das hinführt... ich kann es nicht machen. Das Leben wird sich darum kümmern. Also: mir geht es genauso. Ich bin so dankbar.

Ja, wenn es keine Fragen mehr gibt, dann sind wir jetzt am Ende dieses schönen Satsangs angekommen. Wenn du zum ersten Mal hier bist und du mehr wissen möchtest, oder wenn du den nächsten Satsang nicht verpassen möchtest oder kein neues Video verpassen möchtest – in den nächsten paar Tagen gibt es wieder das neue Video, was ich heute Morgen gemacht habe, online –, dann kannst du meinen Newsletter abonnieren: das geht auf meiner Website, ganz einfach.

Und wenn du das, was ich hier mache, unterstützen möchtest, finanziell, freue ich mich sehr, wenn du Freude dran hast. Wenn du dazu Lust hast, kannst du das auch auf meiner Website nachschauen, wie das geht, auf der Spende-Seite, da habe ich dir aufgeschrieben, wie das möglich ist. Es ist so: alles, was ich an Spenden bekomme, gebe ich dafür aus, dass das hier möglich wird, immer wieder; die Technik und die Zeit und das Video und all das. Ich brauche nicht viel.

Ich habe jetzt, in dieser Phase meines Lebens, so eine Freude an, alles einfach zu verschenken, alles, was ich hier habe. Und wenn du mir dabei behilflich sein möchtest, dann freue ich mich. Aber es gibt keine Verpflichtung. Wie gesagt: ich verschenke alles. Es gibt nichts Schöneres.

Devasetu und Jetzt-TV freuen sich auch über Spenden, denn alles, was da gemacht wird, ist ehrenamtlich und ein Wunder. Danke, Devasetu, dass wir hier sein können. Danke, dass du da bist, und ihr alle. Danke für diesen Satsang.

Ich liebe dich.