Weder Vorhin noch Nachher
Warum sich dein Leben nicht erst ändern muss.
Immer rate ich dir, Ja zu sagen zu dem, was ist – doch heute verrate ich dir mein Geheimnis: in Wirklichkeit ist dies unmöglich. Ein Ja kann man nicht tun. Doch einfach aufhören mit einer Gewohnheit, die du seit Ewigkeiten tust, das geht – und dein Leben wird einfach.
Über dieses Video:
„Das Leben ist einfach” – immer wenn ich das sage, bekomme ich Widerspruch – denn deine Erfahrung ist vermutlich eine andere: das Leben ist mühsam, und ein Problem jagt das nächste. Und wenn ich dann auf jede Schwierigkeit dieselbe Antwort gebe – meditiere, und ändere nichts an deinem Leben –, klingt das naiv. Früher dachte ich das auch: Wie kann ein und dieselbe Arznei alle Probleme lösen, gleich welcher Art?
In diesem Video erzähle ich dir aus eigener Erfahrung, wie das geschieht. Es geht nicht darum, die Gedanken abzustellen – das kann niemand. Es geht um etwas viel Praktischeres: die Aufmerksamkeit für eine Weile woanders hinzulenken, nach innen. Und dann erlebst du manchmal etwas Eigenartiges: das Problem, das dich eben noch geplagt hat, verliert sein Gewicht – erst im Kleinen, und mit der Zeit auch bei dem, was dich ganz einnimmt. Dein Leben ist noch dasselbe wie vorher – aber ohne die Gedanken ist das, was du erlebt hast, plötzlich kein Problem mehr.
Vielleicht hast du schon oft gehört, man solle im Jetzt leben statt in Vergangenheit und Zukunft. Aber das sind abstrakte Worte; sie helfen nicht. Die Vergangenheit kannst du nicht abschaffen, die Sorgen um die Zukunft nicht einfach lassen – direkt geht das nicht.
Doch wenn du übst, den Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben, entdeckst du, dass das, was sich wie Vergangenheit und Zukunft angefühlt hat, in Wirklichkeit nur Gedanken waren. Mit den Gedanken verschwinden auch sie – und was eben noch ein Problem war, ist keines mehr. Das ist keine Flucht in eine Scheinwelt – das Gegenteil geschieht: du hörst auf, in die Scheinwelt der Gedanken zu gehen, und bist zum ersten Mal wirklich hier.
Normalerweise können wir uns das nicht vorstellen. Wir sind fest davon überzeugt, dass sich die Welt ändern muss und sollte – der Inhalt unseres Lebens –, damit man glücklich sein und in den Himmel kommen kann. Und gerade die spirituelle Welt ist voll mit Ratschlägen dafür, wie man das Leben nach den eigenen Wünschen gestalten und Schmerz und Herausforderungen vermeiden kann. Aber das ist nicht möglich – und auch nicht nötig.
Genau darauf weist die alte Geschichte von einem Zen-Meister hin, die ich gerne erzähle. Dessen Leben sah vor und nach seiner Erleuchtung genau gleich aus – denn das, was ganz anders wurde, das war innen. Und darum geht es in diesem Video: was es ist, was anders wird, und darum, dass dies etwas ist, was jedem Menschen möglich ist – auch dir.
Glauben musst du mir davon nichts; das würde dir auch nicht helfen. Das Einzige, was hilft, ist dein eigenes Erleben – und wie du dazu kommst, ganz praktisch, davon erzähle ich dir in diesem Video. Äußerlich mag dein Leben so bleiben, wie es schon heute ist – wie das Leben des Zen-Meisters: Holz wird gehackt, Wasser wird geholt –, und doch ist alles anders.
Links zu den Themen in diesem Video:
(weiter unten gibt es die vollständige Abschrift).
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Eine Arznei für alle Probleme
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Wie das Problem sein Gewicht verliert
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Das enge Gefängnis der Gedanken
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Meditieren ist ein Spiel
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Im Jetzt leben – ganz praktisch
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Vergangenheit und Zukunft sind nur Gedanken
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Nie geboren, nie gestorben
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Alles ist eine Hilfe
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Handeln, ohne der Handelnde zu sein
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Holz hacken, Wasser holen
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Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht
Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:
Eine Arznei für alle Probleme
Link zum Thema im Video bei 0m31s
Guten Morgen.
Heute Morgen möchte ich mit dir über eines meiner Lieblingsthemen sprechen.
Ich möchte mit dir darüber sprechen, dass das Leben so einfach ist.
Aber immer wenn ich das sage, bekomme ich Widerspruch, denn deine Erfahrung ist eine andere: dass das Leben schwierig ist, mühsam, schmerzhaft und ein Problem das andere jagt.
Und ich möchte mit dir darüber sprechen, worin der Unterschied besteht zwischen deinem Leben und meinem Leben, und wie man von diesem einen in das andere Leben kommt.
Das ist nämlich möglich und viel einfacher, als du denkst.
Normalerweise erleben wir etwas, und ohne dass wir das merken, beginnen wir, über das, was wir gerade erleben, in diesem Augenblick, nachzudenken.
Normalerweise erleben wir etwas, und ohne dass wir das merken, beginnen wir, darüber nachzudenken. Es löst Gedanken in uns aus – und dies halten wir für die Wirklichkeit. Und die ist voller Probleme, überall. Und wenn es uns gelingt, eines zu lösen, wartet bereits das nächste. In dieser Welt der Gedanken scheint es keinen Ausweg zu geben: das Leben ist schwer.
Link zum Zitat im Video bei 2m08s
Es löst Gedanken in uns aus, meistens alte Gedanken, Erinnerungen, Meinungen, alte Gefühle.
Dann sind wir nicht in diesem Augenblick mit dem, was wir gerade erleben, sondern wir sind im Kopf – in der Vergangenheit, in der Zukunft, in Gedanken.
Aber wir merken davon nichts. Wir halten das für die Wirklichkeit.
Und diese Wirklichkeit ist in der Tat voller Probleme, überall.
Und wenn es uns gelingt, ein Problem zu lösen, wartet bereits das nächste.
Und in dieser Welt der Gedanken, von der wir normalerweise gar nichts wissen, weil sie so normal ist für uns und für alle anderen auch, scheint es keinen Ausweg zu geben: Das Leben ist schwer.
Und wenn dann einer sagt: „Hey, das Leben ist doch ganz leicht”, dann kann man eigentlich nur den Kopf schütteln oder wütend werden.
Und dann sage ich eigentlich auf jede Frage, auf jedes Problem, das mir erzählt wird: „Hey, meditiere einfach.
Meditiere einfach. Meditiere und ändere dich nicht, ändere dein Leben nicht. Aber einfach dadurch, dass du beginnst, jeden Tag zu meditieren, wird sich dein Leben vollkommen verändern.
Link zum Zitat im Video bei 4m04s
Meditiere und ändere dich nicht, ändere dein Leben nicht.”
Aber einfach dadurch, dass du beginnst, jeden Tag zu meditieren, wird sich dein Leben vollkommen verändern.
Und du fragst dich: „Was soll denn das? Wie soll denn das funktionieren?” Das habe ich früher auch gedacht.
Wie kann ein und dasselbe Mittel, ein und dieselbe Arznei, alle Probleme lösen, gleich welcher Art?
Früher dachte ich, das kann nicht sein. Früher dachte ich, dass einer, der so daherredet, es sich doch ziemlich einfach macht.
Ich dachte, das sei weltfremd, blauäugig, naiv.
Und ich möchte dir aus meiner eigenen Erfahrung sagen, was möglich ist, und wie das geschieht.
Ich sagte eben, dass wir normalerweise etwas erleben und wir sofort Gedanken dazu haben. Und in diesen Gedanken erscheint alles schwierig, meistens unlösbar.
Wenn du beginnst zu meditieren – ich spreche, wenn ich sage „meditieren”, eigentlich immer nur von der Samarpan-Meditation –, dann tut man für eine halbe Stunde ganz einfach Folgendes: man geht mit der Aufmerksamkeit, mit diesem inneren Licht des Bewusstseins, mit diesem inneren Auge, nicht auf die Gedanken, sondern hierher, auf die oberste Stelle des Kopfes, auf den Scheitelpunkt, den ich gerne den Stillepunkt nenne, oder die Inder nennen es das Kronenchakra.
Und wenn du dort bist mit dieser Aufmerksamkeit, mit diesem inneren Auge deiner Seele, da kannst du nicht gleichzeitig bei den Gedanken sein.
Die Gedanken ziehen natürlich an dir. Sie wollen deine Aufmerksamkeit, sie kommen immer wieder in dein Bewusstsein, und sie erinnern dich immer wieder an das Problem, das du jetzt gerade hast und lösen solltest, anstatt zu meditieren. Vielleicht hat dich kurz vorher jemand getriggert.
Du hast irgendetwas erlebt, was dich aufgewühlt hat, geärgert, geängstigt.
Und diese Gefühle, diese Erinnerungen, diese Gedanken, die kommen immer wieder in dein Bewusstsein.
Und wenn du meditierst, kehrst du dann einfach immer wieder mit deiner Aufmerksamkeit, mit diesem inneren Auge der Seele, zurück zu diesem Stillepunkt, zum Scheitel, zum Kronenchakra.
Wie das Problem sein Gewicht verliert
Link zum Thema im Video bei 7m59s
Und dann manchmal erlebst du etwas Eigenartiges.
Du erlebst, dass die Gedanken, die du eben so ernst genommen hast, das Problem, das dich gerade geplagt hat, sein Gewicht verliert, seine Bedeutung, wenn du den Gedanken keine Aufmerksamkeit gibst, für ein paar Minuten, für ein paar Augenblicke.
Vielleicht ist es nur ein ganz winziges, unbedeutendes Problem, mit dem du das erlebst, irgendwelche unwichtigen Gedanken, nicht die großen Themen deines Lebens. Und doch erlebst du dann, im Kleinen sozusagen, in diesem geschützten Raum der Meditation, wie du aus der Welt des Problems scheinbar von selbst transportiert wirst in eine andere Welt, wo es dieses Problem plötzlich überhaupt nicht mehr gibt und du dich auf eine unerklärliche Weise plötzlich ganz anders fühlst.
Manchmal erlebst du das in der Meditation, im Kleinen, mit vielleicht unbedeutenden Dingen – aber du erlebst es.
Aber dann holen dich die großen Themen deines Lebens ein, die Gedanken, die überzeugt davon sind, dass das wirklich ein Problem ist und gelöst werden muss, das aber nicht möglich ist, und deswegen dein Leben wirklich schwierig ist und überhaupt nicht einfach.
Aber dann, weil du es schon einmal erlebt hast, immer wieder im Kleinen, in der Meditation, wagst du irgendwann, nachdem du einige Zeit meditiert hast, vielleicht nach ein paar Monaten oder nach ein paar Jahren, es auch bei diesen großen Dingen, die du so ernst nimmst, die dich ganz einnehmen, doch auch einmal, vielleicht erst in der Meditation, auch diese Gedanken zu ignorieren und einfach, obwohl sie da sind, im Kronenchakra zu ruhen, in der Stille.
Und dann, zu deinem großen Erstaunen, erlebst du auch bei dieser ernsten Angelegenheit, wie du plötzlich transportiert wirst von der Welt des Problems in eine andere Welt, in einen anderen Zustand, in dem es das Problem nicht gibt.
Dein Leben ist immer noch so wie vorher.
Was du erlebt hast, hast du erlebt.
Und doch erlebst du es jetzt in dir anders – ohne Gedanken.
Plötzlich ist es kein Problem mehr – ohne die Gedanken.
Und je mehr du diese kleinen Erlebnisse hast, ab und zu einmal, während du meditierst, je öfter du selbst diese Erfahrung hast in dir, desto mehr wagst du es, das Gleiche immer wieder auszuprobieren: in der Meditation, wenn die großen Gedanken kommen, aber auch im Alltag, wenn dich irgendetwas plagt, wenn dich irgendetwas triggert, wenn dich irgendein Problem übermannt.
Und irgendwann wagst du es auch dann, auch diesen Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben und, für kurze Zeit wenigstens, dich abzuwenden von diesen Gedanken und in diesem Raum zu ruhen, wo alles ganz anders ist.
Normalerweise wagen wir das nicht, weil wir diese Gedanken ernst nehmen; weil wir überzeugt davon sind, dass sie stimmen und dass ich wirklich ein Problem habe.
Und es dauert einige Zeit, bis wir das wagen können. Und diese Zeit ist notwendig, denn in dieser Zeit, die vergeht, während du meditierst, immer wieder, jeden Tag, sammelst du ganz allmählich diese eigenen inneren Erfahrungen, erst im Kleinen.
Und dann weißt du aus eigener Erfahrung: es ist möglich; es gibt diesen anderen Raum, dieses andere Leben, diese andere Welt.
Und wenn du sie selbst erlebst, ist es absolut überzeugend.
Dann weißt du aus eigener Erfahrung: es ist möglich, es stimmt.
Ja, dann kommen natürlich wieder die Gedanken, und dann sind die plötzlich wieder vollkommen überzeugend und nehmen dich ein und plagen dich, und dein Leben ist wieder schwer.
Ja, so ist es.
Und doch kommt dann auch wieder der Punkt, wo du dich erinnerst: „Moment mal... Ich habe es erlebt – es geht auch anders.”
Und dann kehrst du zurück zu dir selbst, in die Stille. Du gehst mit deiner Aufmerksamkeit weg von den Gedanken, zurück nach innen, zurück zur Stille, zurück zum Kronenchakra.
Und in dem Maße, wie das für dich selbstverständlicher wird, erlebst du immer mehr: „Wow, auch dieses Problem, auch diese Situation, die ich so ernst genommen habe, wo ich so überzeugt war, dass das ein Problem ist und ich etwas tun muss und sich etwas ändern muss – auch hier ist alles anders, wenn ich in diese andere Richtung blicke, nach innen.”
Manchmal muss man fast schmunzeln oder lachen darüber, dass man es so ernst genommen hat, noch einen Augenblick vorher.
Das enge Gefängnis der Gedanken
Link zum Thema im Video bei 16m48s
Es nützt nichts, wenn dir jemand sagt, dass das alles kein Problem ist. Es nützt nichts, wenn dir jemand sagt: „Das Leben ist einfach.”
Es nützt nichts, wenn dir jemand sagt: „Das Leben ist einfach.” Es nützt nichts, wenn dir jemand sagt: „Das sind alles nur Gedanken.” Vielleicht weißt du, dass das stimmt, aber es hilft dir trotzdem nicht, dein Leben anders zu erleben. Das Einzige, was hilfreich ist, ist, dass du beginnst, selbst nachzuschauen, ob das stimmt.
Link zum Zitat im Video bei 16m48s
Es nützt nichts, wenn dir jemand sagt: „Das sind alles nur Gedanken.”
Vielleicht weißt du, dass das, was da gesagt wird, stimmt, aber es hilft dir trotzdem nicht, dein Leben tatsächlich anders zu erleben.
Das Einzige, was hilfreich ist, ist, dass du beginnst, selbst nachzuschauen, ob das stimmt.
Wenn du beginnst, dich nach innen zu wenden – und das heißt, die Aufmerksamkeit wenigstens für kurze Zeit nicht auf die Gedanken zu richten –, wenn du meditierst, wenn du die Samarpan-Meditation machst, bei dir einmal genau das praktizierst, dann wirst du beginnen, es selbst zu erleben, und nur das hilft: dein eigenes inneres Erleben. Das ist der Grund, warum ich dich immer wieder dazu ermutige, es einfach einmal auszuprobieren.
Denn nichts, was ich sage, hilft; nichts, was irgendjemand anderes sagt, hilft. Aber wenn du es hörst, was ich erzähle, oder jemand anderes vielleicht, und du spürst: „Ja, das stimmt”, dann gibt dir das die Inspiration und die Entschlossenheit, auch zu meditieren.
Und dann beginnst du, das alles selbst zu erleben, wovon ich hier spreche. Es ist nur eine Frage der Zeit.
Ich hatte vor zwei Tagen ein Erlebnis hier im Haus, das mich getriggert hat, und all meine Gedanken kamen hoch.
Und zwei Tage lang hat mich das beschäftigt.
Immer wieder kommen dann die Gedanken und analysieren und beleuchten „das Problem”, in Anführungsstrichen, von allen Seiten. Die Gedanken überlegen, was ich tun könnte, damit es anders wird und nicht wieder passiert.
Immer wieder verlasse ich die Gedanken.
Immer wieder kehre ich mit meiner Aufmerksamkeit zurück zu dem Punkt, wo es anders ist.
Immer wieder kommen die Gedanken.
Immer wieder nehme ich sie ernst, für Augenblicke, für Minuten.
Und dann erinnere ich mich wieder: „Moment mal, das geht auch anders” – und ich kehre zurück zu mir selbst.
Man kann die Gedanken nicht abstellen; sie kommen immer wieder.
Man kann die Gedanken nicht abstellen; sie kommen immer wieder. Doch man kann lernen, ihnen keine Aufmerksamkeit zu geben: dann ist es, als würden sie verschwinden. Ich spüre die Enge des Gefängnisses der Gedanken – und die Weite und Freiheit, wenn ich meine Aufmerksamkeit von ihnen abwende und hierher zurückkomme.
Link zum Zitat im Video bei 20m25s
Aber man kann lernen, ihnen keine Aufmerksamkeit zu geben, und je länger man das tut, mit den Jahren, ist es fast, als würden sie verschwinden.
Ja, und ich habe das, was ich dir empfehle, in den letzten zwei Tagen wieder selbst die ganze Zeit praktiziert: immer wenn die Gedanken kommen und ich es merke, was ich da tue, zurückkehren zu mir selbst, zurückkehren nach innen, die Aufmerksamkeit wegnehmen von den Gedanken und hinwenden an diese Stelle, an der das Innen beginnt.
Und dann, irgendwann, nachdem ich Dutzende oder Hunderte Male die Gedanken ignoriert habe, sehe ich plötzlich das Gefängnis, in dem ich stecke, wenn ich den Gedanken Aufmerksamkeit gebe.
Plötzlich spüre ich, wie ich mich fast freiwillig in eine ganz kleine Kiste begebe, in das kleine, enge Gefängnis der Gedanken, wenn ich ihnen Aufmerksamkeit gebe.
Und ich erlebe die Weite und die Freiheit, wenn ich meine Aufmerksamkeit von den Gedanken abwende und hierher zurückkomme.
Und das ist alles, was wir brauchen: dieses Erleben, erst im Kleinen und dann immer wieder bei allem, was uns plagt, immer wieder aufs Neue.
Und langsam, ganz langsam erkennen wir es früher, klarer, schneller, wenn wir in diesem kleinen, engen Gefängnis sitzen, das aus unseren Gedanken besteht.
Und es wird für uns normaler, natürlich und vollkommen selbstverständlich, in der Freiheit der Gedankenlosigkeit zu leben, in dieser Weite.
Aber das braucht Zeit. Es geht nicht von jetzt auf gleich, und es erfordert die Bereitschaft, immer wenn ich merke, die Gedanken ernst zu nehmen, diese sein zu lassen; das, was ich für so wichtig halte, trotzdem für einen Moment zu ignorieren und das zu tun, von dem ich aus Erfahrung weiß: „Ah, das führt mich in die Freiheit.”
Meditieren ist ein Spiel
Link zum Thema im Video bei 24m13s
Und das ist immer wieder eine Herausforderung, denn immer wieder glauben wir den Gedanken. Wir glauben diesem Gefühl: „Das jetzt ist aber wichtig.”
Es ist wirklich wie ein Witz.
Zu Beginn, wenn du diese Meditation noch nicht kennst, wenn du diese Erfahrungen selbst noch nie gemacht hast, erscheint dir das undenkbar.
Und doch wird alles anders.
Du setzt dich einfach hin. Du beginnst einfach jeden Morgen eine halbe Stunde zu meditieren, einfach so, nicht um ein Problem zu lösen, nicht um ein besseres Leben zu bekommen. Du übst einfach, weil es so gut tut, für eine halbe Stunde immer wieder die Gedanken zu ignorieren.
Es macht einfach Spaß; es ist einfach und leicht.
Du tust es, obwohl du nicht daran glauben kannst, dass das in deinem Leben irgendetwas bewirkt. Aber du tust es trotzdem, du wächst einfach an.
Und du erlebst immer wieder zwischendurch, wie wohltuend es ist und wie erfrischt man nach dieser halben Stunde ist, selbst wenn man nur für wenige Momente die Gedanken ignorieren konnte.
Du fühlst dich erfrischt und fast wie ein anderer Mensch, obwohl du überhaupt nicht das Gefühl hast, irgendetwas richtig gemacht zu haben.
Natürlich geht es beim Meditieren überhaupt nicht darum, etwas richtig zu machen. Es ist wie ein Spiel – und doch verändert dieses Spiel dann nach und nach dein ganzes Leben, und du entdeckst dann selbst ganz allmählich mit den Jahren, all das, wovon die Weisen und Gurus sprechen.
Du erlebst, wie erfrischt man nach dieser halben Stunde ist, obwohl man nicht das Gefühl hatte, etwas richtig gemacht zu haben. Natürlich geht es beim Meditieren nicht darum, etwas richtig zu machen. Es ist wie ein Spiel – und doch verändert sich nach und nach dein ganzes Leben, und du entdeckst mit den Jahren all das, wovon die Weisen und Gurus sprechen.
Link zum Zitat im Video bei 26m25s
Im Jetzt leben – ganz praktisch
Link zum Thema im Video bei 27m10s
Wenn du beginnst, den Gedanken weniger und weniger Aufmerksamkeit zu geben, ist es, als ob dadurch die Vergangenheit verschwindet und auch die Zukunft, und du bist immer mehr hier.
Vielleicht hast du das schon gehört, dass es eine gute Idee sei, im Augenblick zu leben, im Hier und Jetzt anstatt in der Vergangenheit und in der Zukunft.
Aber das sind abstrakte Worte, das sind abstrakte Ideen; die helfen nicht wirklich. Ich bin Pragmatiker; ich brauche etwas, was ich praktisch tun kann.
Und wenn dir jemand sagt: „Vergiss die Vergangenheit”, dann sagst du: „Ja, wie soll ich denn das machen? Sie ist doch da.
Ich kann doch nicht einfach so tun, als gäbe es sie nicht. Die ist doch echt. Ich habe das alles erlebt, und es war schwierig.”
Und wenn dir jemand sagt: „Denke nicht an die Zukunft”, dann sagst du: „Aber höre mal, das ist wichtig.
Wenn ich mir nicht Sorgen mache wegen der Zukunft, dann geht mein Leben den Bach runter.”
Das sind Dinge, die wir nicht begreifen können und die überhaupt gar keinen Sinn ergeben.
Jemand, der das, wovon ich spreche, nicht aus eigener Erfahrung kennt, weiß nicht, was es bedeutet, hier zu sein.
Aber etwas so Praktisches, etwas so Direktes wie diesen Gedanken, der jetzt gerade da ist, für einen Moment zu ignorieren und die Aufmerksamkeit woanders hinzulenken – das geht.
Es ist ein ganz praktisches Spiel, etwas, was du üben und tun kannst.
Und am besten übt man und tut man das, wenn es einfach ist, frühmorgens, noch nichts ist geschehen, du bist ausgeruht.
Und da setzt du dich hin, zum Meditieren. Und dann kommen trotzdem die Gedanken. Und da, ab und zu einmal mit dem einen oder anderen Gedanken, gelingt es dir, das einfach zu üben, spielerisch, einfach zum Spaß.
Und dann bekommst du selbst eine Kostprobe davon, wie es ist, wenn du für einen Moment die Gedanken nicht ernst nimmst.
Und dann beginnst du selbst zu fühlen: „Wow, ich bin hier.”
Das ist ein Gefühl, aber keine Emotion, nicht eines dieser Gefühle, die du als Mensch normalerweise kennst, sondern ein direktes Erleben, als täte sich ein ganz neuer Raum in dir auf – ein Raum, der übrigens immer da ist und immer auf dich wartet.
Normalerweise übersehen wir ihn einfach. Jetzt entdeckst du ihn zum ersten Mal.
Und dann füllen sich diese Worte wie „im Augenblick sein”, „im Jetzt leben” für dich plötzlich mit Sinn – weil du es selbst erlebst.
Dann füllen sich Worte wie „im Augenblick sein”, „im Jetzt leben” mit Sinn – weil du es selbst erlebst. Aber bewusst dorthin kommen kann man nicht. Man kann nur üben, zu ignorieren, was uns abhält, hier zu sein: die Gedanken, die Geschichte im Kopf. Dann landet man da, wo man natürlicherweise ist, wenn die Gedanken nicht wichtig sind: hier.
Link zum Zitat im Video bei 31m19s
Aber bewusst dorthin kommen kann man nicht. Man kann nur üben, das zu ignorieren, was einen davon abhält, hier zu sein: die Gedanken, die Geschichte im Kopf.
Und wenn man das übt, dieser Ablenkung, diesem Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben, dann landet man ganz automatisch da, wo man natürlicherweise ist, wenn die Gedanken nicht wichtig sind: hier.
Vergangenheit und Zukunft sind nur Gedanken
Link zum Thema im Video bei 32m18s
Und dann erlebst du, wie die Vergangenheit nicht mehr ist und auch die Zukunft nicht, wenn du den Gedanken keine Aufmerksamkeit gibst.
Du kannst die Vergangenheit nicht abschaffen, absichtlich. Du kannst die Zukunft nicht vergessen.
Direkt geht das nicht. Aber wenn du übst, die Gedanken zu ignorieren, dann entdeckst du, dass das, was sich wie Vergangenheit angefühlt hat oder wie Zukunft, in Wirklichkeit nur die Gedanken waren. Denn wenn du sie ignorierst und einfach in dir ruhst, beim Meditieren zum Beispiel, dann verschwinden sie einfach. Sie sind nicht mehr da.
Und dann wird das Leben leicht – aber nicht durch Einbildung, nicht durch mentale Anstrengung.
Das führt zu nichts; das führt in eine Fantasiewelt, in eine…
eigentlich in eine Art Psychose.
Das ist nicht gesund und auch nicht hilfreich.
Meditation bewirkt nicht, dass du das, was ist, ignorierst und in eine Scheinwelt flüchtest.
Meditation bewirkt nicht, dass du das, was ist, ignorierst und in eine Scheinwelt flüchtest. Das Gegenteil passiert. Du hörst auf, in die Scheinwelt der Gedanken zu gehen, die für dich bis heute so normal ist, und du erlebst alles direkt, unmittelbar; dann bist du zum ersten Mal hier.
Link zum Zitat im Video bei 33m53s
Das Gegenteil passiert.
Du hörst auf, in die Scheinwelt der Gedanken zu gehen, die für dich bis heute so normal ist, und du erlebst alles direkt, unmittelbar; dann bist du zum ersten Mal hier. Du flüchtest nicht wohin. Du bist zum ersten Mal wirklich hier.
Und dann passiert das Erstaunliche: Wenn du einfach hier bist, ohne Gedanken, kannst du mit dem, was ist, ganz einfach umgehen. Vielleicht ist es immer noch schwierig, immer noch schmerzhaft, immer noch eine Herausforderung, aber plötzlich ist es kein Problem mehr, einfach weil du hier bist, mit dem, wie es wirklich ist.
Und dann passiert das Erstaunliche: Wenn du einfach hier bist, ohne Gedanken, kannst du mit dem, was ist, ganz einfach umgehen. Vielleicht ist es noch schwierig, immer noch schmerzhaft, immer noch eine Herausforderung, aber plötzlich ist es kein Problem mehr, einfach weil du hier bist, mit dem, wie es wirklich ist.
Link zum Zitat im Video bei 34m34s
Und das muss man erleben, erst im Kleinen und dann immer mehr, überall, bei allem, was einmal schwierig für dich war.
Und dann denkst du nicht mehr an das, was war; dieses Vorhin verschwindet.
Du entdeckst, dass mit den Gedanken auch das Vorhin verschwindet: das, was wir normalerweise Vergangenheit nennen.
Du entdeckst, wenn du die Gedanken ignorierst und einfach hier bist, dass auch das Nachher nicht mehr da ist: das, was wir normalerweise Zukunft nennen; die Gedanken an das, was kommen könnte.
Es ist, als würde das Vorhin wegfallen und das Nachher auch, die Vergangenheit und die Zukunft, und dieser Augenblick, da wo du jetzt gerade bist, das, was du jetzt erlebst, Raum bekommt, viel Raum.
Da ist es still.
Ohne Gedanken ist da das, was ist, aber nicht in einer abstrakten Weise, so wie es sich anhört, wenn du gerade meinen Worten lauschst, sondern ganz konkret, einfach, ganz praktisch.
Und alles wird einfach.
Nie geboren, nie gestorben
Link zum Thema im Video bei 37m39s
Im letzten Online-Satsang vor zwei Tagen habe ich einen schönen Bericht bekommen von einer Frau, die erzählt hat, wie das ist, wenn man den Gedanken keine Aufmerksamkeit gibt.
Sie sagt: „Dann ist es, als würde alles verschwinden.
Selbst Mikael verschwindet, dem man zuhört während des Satsangs.” Man hört Worte, man sitzt da und lauscht, aber da ist niemand, der spricht.
Der entsteht nur durch Gedanken. Und da ist niemand, der zuhört, niemand, die zuhört, denn auch die entsteht erst, wenn wir denken.
Wenn wir nicht denken, ist die Welt anders – sehr, sehr simpel, sehr direkt, ganz existenziell und doch unendlich einfach.
Und dann verstehst du plötzlich, was jemand meint, der sagt, dass da gar niemand ist.
Dieses Ich, dieser Mikael, den gibt es nicht ohne Gedanken.
Man erlebt diesen Körper, aber mit dem Körper sind plötzlich keine Geschichten mehr verbunden, weder Vergangenheit noch Zukunft, keinerlei Gedanken, keine Identität, kein Ich, als hätte man damit in Wirklichkeit überhaupt nichts zu tun.
Man lebt in diesem Körper so, wie man ein Auto fährt, wenn man einsteigt und den Motor anlässt.
Man hat mit dem Auto nicht wirklich etwas zu tun.
Und all das entdeckt man selbst, wenn man beginnt, die Gedanken nicht mehr ernst zu nehmen.
Und je mehr man die Gedanken nicht mehr ernst nimmt, verliert das Leben seinen Ernst. Dieses Ich, diese Person, für die man sich normalerweise hält, verliert ihren Ernst, ihre Bedeutung, ihr Drama.
Je mehr man die Gedanken nicht mehr ernst nimmt, verliert das Leben seinen Ernst. Dieses Ich, diese Person, für die man sich normalerweise hält, verliert ihren Ernst, ihre Bedeutung, ihr Drama. Und dann verstehst du, wovon ein Guru spricht, wenn er sagt: „Du bist nie geboren worden und du wirst niemals sterben.”
Link zum Zitat im Video bei 40m21s
Und dann verstehst du, was ein Guru meint; dann verstehst du, wovon ein Guru spricht, wenn er sagt: „Du bist nie geboren worden und du wirst niemals sterben.”
Mit dem Ignorieren der Gedanken, mit dem Verlust des Ernstes, verschwindet nicht nur das Vorhin, sondern damit auch der, von dem wir glauben, er sei irgendwann geboren worden.
Es ist, als gäbe es keine Zeit mehr.
Wenn die Gedanken nicht mehr wichtig sind und der Ernst verschwindet, dann ist es, als würde es dieses Ich gar nicht geben, das irgendwann sterben könnte.
Dieses Nachher, diese Zukunft, verschwindet so gründlich, dass es auch keinen Tod gibt.
Alles nur Gedanken.
Das ist die Wahrheit, und die entdeckst du durchs eigene Erleben, während du lebst, immer mehr – nicht abstrakt, nicht durch Wissen, all das nützt nichts.
Ich erzähle dir diese Dinge nicht, um dich zu informieren, damit du dir das merkst und daran glaubst.
Ich möchte dich nur neugierig machen, damit du auch anfängst, es selbst zu entdecken, durch Meditation – einfach, indem du dich jeden Morgen hinsetzt und etwas tust, was ganz leicht ist und mit all diesen so tiefgründig klingenden Dingen scheinbar überhaupt nichts zu tun hat. Du setzt dich einfach hin und versuchst das Unmögliche, nämlich die Gedanken zu ignorieren, immer wieder einmal für eine halbe Stunde.
Und was daraus folgt, ist unglaublich.
Und weil es unglaublich ist, im wahrsten Sinne des Wortes, erzähle ich dir immer wieder davon, denn dann spürst du selbst, dass da etwas auf dich wartet, und dann erledigt deine Neugier den Rest.
Du kannst es jetzt in diesem Moment einmal ausprobieren. Schließe die Augen und beobachte, was passiert, wenn ich dir sage: „Du bist niemals geboren worden.
Du wirst niemals sterben.
Du bist niemals geboren worden.
Du kannst nicht sterben.”
Die Gedanken halten an.
Du spürst vielleicht ein bisschen die Wahrheit in dir.
Und dann ist sie wieder weg. Dann sind die Gedanken wieder da, und es gibt nichts, was du tun kannst.
Und doch kannst du jeden Tag für ein paar Minuten üben, sie zu ignorieren. Und all das wird sich verändern – von selbst. Es geht nur von selbst.
Wir können uns den Himmel nicht einbilden; das führt nur in die Gedanken.
Wir können uns den Himmel nicht einbilden; das führt nur in die Gedanken. Wir können uns das Glücklichsein nicht einreden; das macht krank. Wir können üben, die Gedanken, das, was da im Kopf die ganze Zeit zu uns spricht, zu ignorieren. Und dann erleben wir ganz echt, kraftvoll und vollkommen überzeugend, wie das Leben wirklich ist.
Link zum Zitat im Video bei 45m23s
Wir können uns glücklich sein nicht einreden; das macht krank.
Wir können üben, die Gedanken, das, was da im Kopf die ganze Zeit zu uns spricht, zu ignorieren.
Und dann erleben wir ganz echt, kraftvoll und vollkommen überzeugend, wie das Leben wirklich ist. Davon spreche ich.
Alles ist eine Hilfe
Link zum Thema im Video bei 46m21s
Und dieses Leben ohne Gedanken, dieses Leben ohne Vergangenheit und ohne Zukunft, ohne Vorhin, ohne Nachher, ohne Jetzt-gleich, das ist einfach, sehr, sehr einfach.
Das ist sehr entspannend.
Ich möchte gerne noch mit einem Missverständnis aufräumen.
Viele Menschen glauben: wenn man an den Punkt kommt, wo man lernt, die Gedanken zu ignorieren, dann bleibt es für immer so.
Viele Menschen glauben, es ginge darum, den Punkt im Leben zu erreichen, wo die Gedanken für immer verschwinden und ich für immer hier ruhe, ungestört, glücklich.
Viele Menschen glauben, es ginge darum, den Punkt im Leben zu erreichen, wo die Gedanken für immer verschwinden und ich für immer hier ruhe, ungestört, glücklich. Ich habe diesen Punkt nie erlebt, und nach allem, was ich weiß, gibt es diesen Punkt nicht. Solange wir im Körper sind, werden wir Herausforderungen bekommen, und das ist gut.
Link zum Zitat im Video bei 47m23s
Ich habe diesen Punkt nie erlebt, und nach allem, was ich von Gurus weiß, gibt es diesen Punkt nicht.
Solange wir im Körper sind, solange werden wir Herausforderungen bekommen – und das ist gut so.
Das ist kein Problem.
Denn das, was wir als Herausforderung erleben, als Störung, ist die Hilfe, die uns dabei führt, noch mehr hier zu sein, noch mehr die Gedanken zu erkennen, die da sind, um zu lernen, sie zu ignorieren.
Deswegen fällt es mir heute so leicht, jede Störung, alles, was mich ärgert, alles, was mich triggert, von Herzen willkommen zu heißen.
Vielleicht bin ich für kurze Zeit in Gedanken, aber ich weiß, wohin es führt. Ich weiß: das ist eine Hilfe. Ich weiß; in Wirklichkeit ist es gut. Alles, was ich zu tun habe, ist, wieder einmal aufs Neue die Gedanken zu ignorieren. Und ich komme wieder hierher, aber noch tiefer.
Es ist, als ob die Gedanken immer noch geschehen, aber um die Gedanken herum entsteht mehr und mehr die Gewissheit aus eigenem Erleben, dass es nur Gedanken sind.
Und ich erlebe das immer wieder.
Und in der Meditation kann man es besonders gut erleben. Du sitzt da mit geschlossenen Augen, du bist tief versunken in dich.
Und dann kommt von außen irgendeine Störung, ein lautes Geräusch, irgendetwas, was dich aufschreckt, irgendetwas, was dich ärgert.
Und plötzlich ist diese köstliche Stille weg.
Und dann zurückkehren hierher und deine innere Kraft dazu zu verwenden, die Gedanken zu ignorieren und wieder hierher zu kommen – dann erlebst du dieses Loslassen der Gedanken auf eine neue, intensive Weise, und du erlebst das In-dir-Ruhen noch viel kräftiger und klarer als vor der Störung.
Es ist wie wenn du diesen Körper trainieren willst.
Du hältst den Körper gesund und stark nicht dadurch, dass du möglichst reglos auf dem Sofa liegst und ihn überhaupt nicht belastest.
Nein – der bleibt stark und gesund, indem du ihn belastest, die ganze Zeit, jeden Tag, immer wieder.
Dann bleibt er flexibel; dann bleibt er stark und gesund.
Und so ist es mit diesen Dingen, die wir eigentlich gar nicht haben wollen, auch – im inneren Bereich.
Wir glauben, das Leben sollte eine gerade Linie werden, ohne jede Störung.
Aber dafür sind wir nicht hier.
Genauso wie der Körper immer wieder belastet wird, damit er gesund bleibt, wird auch unsere innere Kraft immer wieder herausgefordert: diese Kraft, mit der wir unser Bewusstsein lenken, dieses innere Auge; diese Kraft, selbst zu bestimmen, worauf dieses innere Auge schaut: auf die Gedanken oder nach innen.
Indem wir immer wieder gestört werden, indem wir immer wieder herausgefordert werden, wird diese Kraft immer mehr und der Himmel immer heller und immer größer.
Deswegen kannst du jede Störung willkommen heißen.
Das ist übrigens auch der Grund, warum Swamiji – der indische Meditationsmeister, der diese wundersame und doch so einfache Meditation in die Gesellschaft bringt –, empfiehlt, nicht nur jeden Morgen allein zu meditieren für eine halbe Stunde, sondern auch einmal in der Woche oder wenigstens einmal im Monat, wenn du irgendwie kannst, zusammen in der Gruppe mit anderen Menschen diese Meditation zu tun.
Denn da wirst du so richtig gestört, immer wieder.
Da sind die Gedanken der anderen Menschen und die Geräusche, und die anderen Menschen irritieren dich und triggern dich und lösen deine Gedanken aus, und du fühlst dich unsicher und gestört, und du würdest am liebsten viel lieber alleine bleiben.
Aber wenn du dich dieser Herausforderung aussetzt, wird deine innere Kraft auf eine ganz besondere Weise gestärkt, immer wieder, und das ist so hilfreich.
Und deswegen sagen die Gurus: „Nichts an dem, was in deinem Leben geschieht, ist ein Problem. Alles ist eine Hilfe.” Und das ist meine ganz persönliche Erfahrung.
Jetzt gerade wieder mit dem, was mir vor zwei Tagen geschah...
Zwei Tage habe ich gebraucht, um die Gedanken wirklich sein zu lassen und zu entlarven.
Manchmal braucht es nicht nur zwei Tage, manchmal braucht es zwei Wochen oder zwei Monate, aber es spielt überhaupt gar keine Rolle: immer wieder üben, diese Gedanken zu ignorieren, immer wieder. Das ist das Einzige, was wir tun, und der Himmel enthüllt sich, ein neues Leben enthüllt sich von selbst, mit der Zeit immer mehr.
Und jeder kann das, jeder Mensch, auch du.
Es ist nicht so, dass nur bestimmte Menschen das entdecken können, irgendein großer Heiliger wie Swamiji oder Jesus oder Buddha.
Nein, das sind nur die Lehrer, die sagen: „Hey, es ist möglich, und so geht es.”
Auf den Weg machen musst du dich selbst – das heißt: anfangen, das zu üben; anfangen, die Samarpan-Meditation zu machen.
Das kann jeder, es kostet nichts und es ist ganz einfach.
Und ich sagte es gerade bereits: Diese Meditation hat mit mir nichts zu tun. Swamiji, dieser lebendige Jesus unserer Zeit, der bringt die.
Ich meditiere einfach seit vielen, vielen Jahren. Mein Leben ist vollkommen anders geworden, und deswegen berichte ich dir davon, damit du spüren kannst, was dort dahintersteckt.
Wenn du mehr zu dieser Meditation wissen willst: Auf meiner Webseite, auf der Seite Himalaya-Samarpan-Meditation, da habe ich dir die Links zu den Informationen über diese wunderbare Meditation zusammengestellt.
Handeln, ohne der Handelnde zu sein
Link zum Thema im Video bei 56m34s
Vor vielen Jahren, so kommt es mir vor – es sind erst drei oder es sind jetzt schon vier, ich habe es vergessen –, als ich begann, Videos zu machen, als die Satsangs begannen, da kam ein Satz zu mir, den ich damals aufgezeichnet habe und den ich in meinem Begrüßungsvideo auf meiner Webseite spreche. Und über diesen Satz bin ich vor einigen Tagen wieder gestolpert. Und ich bin ganz erstaunt, dass der heute genauso gilt wie damals, als ich begann, dir von diesen Dingen zu erzählen.
Ich möchte es dir kurz vorlesen: „Ich erzähle dir von dem, was möglich ist: wie Leben und Handeln geschieht ohne das Gefühl, der Handelnde zu sein, ohne Angst und Druck, wundersam getragen von dem, das immer war und immer ist.
„Ich erzähle dir von dem, was möglich ist, wie Leben und Handeln geschieht, ohne das Gefühl, der Handelnde zu sein, ohne Angst und Druck, wundersam getragen von dem, das immer war und immer ist. Das ist der Anfang von der Rückkehr ins Paradies, während man lebt. Dies ist dir möglich, dies ist dein Ziel. Nie war es leichter.”
Link zum Zitat im Video bei 57m32s
Das ist der Anfang von der Rückkehr ins Paradies – während man lebt.
Dies ist dir möglich, dies ist dein Ziel.
Nie war es leichter.”
Und das ist die Wahrheit.
So kann man leben.
Wenn du beginnst, die Gedanken zu ignorieren – die sind immer noch da, aber du nimmst sie nicht mehr ernst –, wenn du das ein kleines bisschen lernst, dann beginnst du zu erleben, wovon ich hier spreche.
Alles geschieht noch.
Auch du tust und handelst.
Es ist nicht so, dass du wie ein toter Sack Kartoffeln in der Ecke sitzt und nichts mehr tust. Nein, im Gegenteil: Handeln geschieht, Tun geschieht, Leben geschieht, Erfahrungen geschehen.
Aber was wegfällt, ist dieses Gefühl: „Ich tue das; mir geschieht das; ich leide; ich bin gut, ich bin schlecht.”
Und wenn das wegfällt, dieses Gefühl, der Handelnde zu sein, dieses Gefühl, das Leben steuern zu müssen, und dieses Gefühl, jemand zu sein, der am Leben leidet, wird alles anders.
Leben geschieht nach wie vor, aber alles ist anders.
Normalerweise, und speziell in spirituellen Kreisen, sind wir davon überzeugt, dass das Leben sich ändern muss, und dann ist alles in Ordnung. Und wenn wir spirituell werden, dann sind wir davon überzeugt, dass ich die Möglichkeit habe, das Leben und die Welt so zu beeinflussen, dass alles so ist, wie ich es haben möchte; dass die Welt anders wird: problemfrei, frei von Herausforderungen, frei von Schmerz.
Aber all das stimmt nicht, all das ist Einbildung, Illusion.
Holz hacken, Wasser holen
Link zum Thema im Video bei 1h00m45s
Das Leben und die Welt ist absichtlich so, wie sie ist, um dich in die Richtung zu führen, wo die eigentliche Veränderung stattfindet, und das ist in dir.
Die Welt ist, wie sie ist, um dich in die Richtung zu führen, wo die eigentliche Veränderung stattfindet, und das ist in dir. Es geht nicht darum, dass die Welt sich ändert. In dir wird etwas neu, und damit wird alles anders. Dann erlebst du dieselben Herausforderungen, aber nicht mehr als Problem oder Leid, sondern als Geschenk, als Hilfe, als Segen.
Link zum Zitat im Video bei 1h00m45s
Und wenn die Gedanken ihre Wichtigkeit verlieren und damit das Ich und der Handelnde verschwindet, weil die Gedanken keine Macht mehr haben, dann lebst du vollkommen anders – aber nicht, weil die Welt eine andere ist, sondern weil in dir alles anders ist.
Es geht nicht darum, darauf zu warten, dass die Welt sich ändert.
Es geht nicht darum, zu lernen, die Welt zu verändern.
Die Welt verändert sich mit dir, aber darum geht es nicht.
In dir wird etwas neu, und damit wird alles anders.
Und dann geschehen die gleichen Herausforderungen, und du erlebst sie vollkommen anders: nicht mehr als Problem, nicht mehr als Leid, sondern vielmehr als Geschenk, als Hilfe, als Segen.
Und alles wird anders.
Und dieses spirituelle Missverständnis, an das glauben wir so gern.
Darüber wird überall gesprochen.
Aber es hilft nichts, das Leben funktioniert anders.
Es gab mal einen Zen-Meister, der seinen Schülern gesagt hat, wie das funktioniert. Die fragten ihn... Sie fragten ihn: „Meister, wie war dein Leben vor der Erleuchtung?” Und er sagte: „Mein Gott, ich habe Holz gehackt und jeden Tag Wasser vom Brunnen geholt.
Das war mein Leben.” „Ja, und heute? Wie ist dein Leben heute?”, wollten sie wissen.
„Nun”, sagte er, „ich hacke Holz, ich hole jeden Tag das Wasser vom Brunnen. So ist mein Leben heute.”
Diese Geschichte hat unglaubliche Tiefe, aber die kannst du nur erkennen, wenn du selbst meditierst.
Dann verstehst du, worum es in dieser Geschichte geht.
Es geht nicht darum, den Inhalt des Lebens zu verändern.
Es geht nicht darum, das Leben spirituell zu machen, problemfrei, anders, damit du dann glücklich bist.
Wenn du das versuchst, gehst du, ohne dass du das weißt, in genau die entgegengesetzte Richtung.
Dann tust du das, was alle Menschen tun, nur mit einem spirituellen Deckmäntelchen, das nichts bewirkt.
Aber wenn du beginnst zu meditieren und all diese Gedanken und all diese Wünsche und Träume gehen zu lassen und dich nach innen wendest, wird dein Leben, deine Welt vollkommen anders – obwohl dieselben Dinge geschehen: Holz wird gehackt, Wasser wird geholt, und du bist im Himmel.
Wenn du beginnst zu meditieren und all diese Gedanken und all diese Wünsche und Träume gehen zu lassen und dich nach innen wendest, wird dein Leben, deine Welt vollkommen anders, obwohl dieselben Dinge geschehen. Holz wird gehackt, Wasser wird geholt, und du bist im Himmel. Das ist dir möglich. Das ist dein Ziel.
Link zum Zitat im Video bei 1h04m40s
Das ist dir möglich. Das ist dein Ziel.
Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht
Link zum Thema im Video bei 1h05m27s
Und ich danke dir für das Privileg und die Gelegenheit, dir auf diesem Weg ein wenig Begleitung zu geben und dich daran zu erinnern, was möglich ist.
Und ich erinnere dich immer wieder daran, weil wir es oft nicht glauben können.
Und doch – wenn du es hörst, dann weißt du: es ist wahr.
Danke, dass du hier bist.
Ich danke dir für die Gelegenheit, zu dir zu sprechen.
Wenn du Fragen hast, schreib mir. Ich freue mich über jeden Brief, über jede E-Mail. Ich brauche eine Weile, um zu antworten. Ich bin langsam – aber ich antworte immer.
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Und wenn du schon dabei bist, kannst du mit dem Newsletter auch das abonnieren, was ich die „Morgenmomente für deine Seele” nenne.
Ich verschicke jeden Morgen um sechs Uhr ein kurzes Zitat aus irgendeinem Video oder Satsang, und das erinnert dich jeden Morgen aufs Neue an das, was möglich ist, immer wieder anders, immer wieder neu; und es gibt Menschen, die finden das ganz hilfreich.
Ja, nicht nur die Newsletter, nicht nur die Morgenmomente, sondern alles, was ich tue, ist kostenlos.
Ich mache alles auf Spendenbasis. Nichts kostet etwas, denn es ist mir unendlich wichtig, dass du dich zu nichts verpflichtet fühlst, sondern einfach anhören und anschauen kannst, wann immer du magst, was immer du magst, so viel du magst.
Denn alles, wovon ich hier spreche, ist nicht auf meinem Mist gewachsen; es ist nicht meine Erfindung, nicht mein Verdienst, nichts, was ich verkaufen könnte oder dürfte.
Es ist etwas, was auch mir geschenkt wurde, und es gehört dir.
Aus ganz praktischen Gründen freue ich mich sehr, wenn es den einen oder anderen Menschen gibt, der Lust hat, mich auch finanziell zu unterstützen. Und wenn du dazu Lust hast, freue ich mich sehr, und dann kannst du dich auch auf meiner Website informieren: auf der Spende-Seite erzähle ich dir, wie das möglich ist.
Ich freue mich, dass du hier bist.
Danke.
Ich liebe dich.