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Whose Life do you live ?

The paradoxical path from the I to the Whole.

German with German subtitles.

If everyone does whatever they want, we can’t live together – and yet I say: Be true to yourself.  Hardly any advice sounds more harmless, and hardly any is more thoroughly misunderstood. Because this “self” to which you want to be true is not what you think you are.

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About this Video:

I often say, “Be true to yourself” – but you can’t be true to yourself as long as you don’t even know what this “self” is that you want to be true to. Because what you’ve taken to be that self so far – your thoughts, your desires, your will, what seems important to you today – is not something stable. Today you think one thing, tomorrow another; today you want one thing, tomorrow the opposite. Anyone who wants to be true to that is like a leaf in the wind.

In this video, I talk about what I really mean when I say, “Be true to yourself.” It has nothing to do with getting your own way – everyone tries to do that anyway, and that’s exactly why living together always fails. It’s about something entirely different: about that within the awareness moves that perceives all change, yet neither comes nor goes itself. Ramana Maharshi called it the Self, Swamiji speaks of the Soul, and Jesus spoke of the rock upon which one can build the house of one’s life.

And every person, every individual, can discover and experience this. Yet it is something no one else can give you: You must set out on the path yourself, ignore your thoughts, and turn inward. It feels uncertain, exposed, almost without support. You let go of the illusion of control and enter a realm where you know nothing. This is the desert that everyone must cross. This is the dark night of the soul that some mystics speak of.

But beyond it lies a sense of security that depends on nothing in this world, and a guidance that knows no words and yet is present in every moment. Our life is like a river that knows nothing of its path or its destination, and yet is safely guided by the banks and the earth. A river doesn’t ask itself where it’s going or how it will recognize the right path. It simply flows – and it arrives. In the same way, we are guided, yet we are usually unaware of it.

I want to encourage you on this journey of discovery. I am a pragmatist. What I’m talking about is something practical, something you can do, something that works. Thoughts are esoteric, without substance. But what the Gurus speak of – a Jesus, a Buddha, a Ramana Maharshi, a Swamiji – is practical advice for real life. And if you want to discover this for yourself, it’s quite simple. Learn to turn inward. Learn to meditate. Learn to be here. The rest will happen on its own.

Complete German text:

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Das alte Spiel der Gedanken

Guten Morgen.

Heute Morgen möchte ich über ein Thema sprechen, über das ich sehr häufig Fragen bekomme.

Ich sage oft: „Sei dir treu.

Sei dir einfach treu – mehr ist nicht notwendig.”

Aber das, was ich darunter verstehe, ist etwas ganz anderes als das, was manche Menschen darunter verstehen.

Und wenn ich dann die Fragen dazu bekomme, dann wird mir das bewusst.

Und deswegen möchte ich heute Morgen die Gelegenheit ergreifen, ein paar Worte dazu zu sagen, was damit überhaupt gemeint ist.

Normalerweise, wenn du hörst, „sei dir treu”, dann denkst du: Ja, was will ich denn?

Du denkst: Das hat mit deinen Wünschen zu tun, mit dem, was dir wichtig ist, mit dem, was du erreichen oder vielleicht durchsetzen möchtest.

Es hat vielleicht für dich damit zu tun, dass es hier um dich geht, und dass du darauf achtest, dass du nicht zu kurz kommst; dass du nicht das tust, was andere wollen, sondern das, was du willst.

Und dann fragen mich die Menschen und sagen: „Aber Mikael, so kann das doch nicht funktionieren.

Wenn jeder das tut, was er will, wenn jeder nur das durchsetzt, was ihm wichtig ist, dann kann man nicht zusammenleben; dann funktioniert Gesellschaft nicht; dann funktioniert Gemeinschaft nicht.”

Und das stimmt.

Im Grunde leben alle Menschen so.

Die Menschen brauchen niemanden, der ihnen sagt: „Sei dir treu”. Im Grunde versucht jeder Mensch, ob er es weiß oder nicht, das durchzusetzen, was er für wichtig hält und was er zu brauchen glaubt.

Und es stimmt: wenn das damit gemeint wäre – wenn das damit gemeint wäre, wenn ich sage: „Sei dir treu!” – dann funktioniert es nicht. Das ist das alte Spiel, das Spiel in Gedanken.

Was, wenn du nicht der Körper bist?

Aber wenn ich sage, „sei dir treu”, dann meine ich damit etwas anderes. Und das, was es für mich bedeutet, ist mir so normal geworden in den letzten Jahrzehnten, dass ich ganz vergessen habe, was es für andere Menschen bedeutet.

Wenn ich sage, „sei dir selbst treu”, dann steckt in diesem Satz dieses Wort „selbst”.

Und wenn du dir selbst treu sein möchtest, dann musst du zuallererst herausfinden, was dieses Selbst überhaupt ist, dem du da treu sein möchtest: das Selbst; das, was du bist.

Wenn du dir selbst treu sein möchtest, musst du zuerst herausfinden, was dieses Selbst überhaupt ist. Normalerweise empfinden wir es so, dass ich die Gedanken bin, und sie geben die Richtung meines Handelns vor. Aber schau ein wenig näher hin. Das, was du für dich selbst hältst, ist nichts Stabiles: das, was du denkst, ändert sich die ganze Zeit.

Normalerweise empfinden wir Menschen es so, dass ich dieser Körper bin und dass ich die Gedanken bin, die zum Körper gehören.

Und dass all die Gedanken, die in meinem Kopf sind, meine Wünsche, meine Träume, das, was mir wichtig ist, das, was ich will und das, was ich nicht will, dass das ich bin.

Und dann bedeutet „mir treu sein”, dass ich das tue, was meine Gedanken sagen; dass ich das tue, was meine Wünsche von mir verlangen.

Dann geben meine Gedanken und meine Wünsche die Richtung vor – die Richtung meines Handelns.

Aber schau einmal ein wenig näher hin.

Das, was du da für dich selbst hältst, ist nichts Stabiles: das, was du denkst, ändert sich die ganze Zeit.

Heute denkst du das, morgen denkst du jenes. Heute ist dir etwas wichtig, morgen etwas ganz anderes.

Wenn du mit bestimmten Menschen zusammenlebst, denkst du auf die eine Art und Weise. Wenn du dann eine Weile mit ganz anderen Menschen zusammen bist, vielleicht mit mir hier, dann denkst du plötzlich ganz anders.

Wenn du also diese Gedanken bist, bist du wie ein Blatt im Wind. Da ist nichts Stabiles, nichts Permanentes.

Und ohnehin verschwindet dieser Körper sehr bald. Er ist erst vor kurzem geboren worden und wird bald sterben. Und mit dem Körper werden alle Gedanken sterben und all die Wünsche und Träume.

Wenn du also dieser Körper bist und die Gedanken, die zu ihm gehören, dann hast du ein großes Problem.

Erstens ist da nichts Stabiles, nichts, was bleibt. Und zweitens verschwindet alles ohnehin sehr bald.

Wenn du also versuchst, dem treu zu sein, dann ist das Leben sehr, sehr anstrengend. Du rennst heute in die Richtung, morgen in jene.

Eigentlich weißt du nie, woran du bist.

Aber was, wenn du gar nicht diese Gedanken bist, die so flüchtig sind?

Was, wenn du nicht dieser Körper bist, der kommt und bald geht?

Du nimmst diesen Körper wahr und die Gedanken.

Das Selbst, dem ich treu bin

Die Gedanken ändern sich die ganze Zeit, aber da ist etwas, was all diese Veränderung wahrnimmt, was immer da ist.

Und du kannst auch spüren, wie dieses Wahrnehmen geschieht.

Da ist dieser namenlose Raum, in dem dieses Bewusstsein lebt, das all dies hier erfährt und mitmacht.

Und auch dieses Bewusstsein kommt und geht mit dem Einschlafen, mit dem Aufwachen.

Es kommt mit der Geburt und geht mit dem Tod.

Und doch ist da dieser Raum, in dem all das geschieht, und wenn du ganz still wirst, die Augen schließt, und nicht denkst, einfach in dich hineinfällst, wenn du mit deiner Aufmerksamkeit am Kronenchakra ruhst und für diese Zeit nicht auf deine Gedanken und auch nicht auf deinen Körper achtest, dann ahnst du die Existenz von etwas, was mit all dem nichts zu tun hat.

Wenn du still wirst, die Augen schließt, nicht denkst, einfach in dich hineinfällst und mit deiner Aufmerksamkeit am Kronenchakra ruhst und nicht auf deine Gedanken und den Körper achtest, dann ahnst du die Existenz von etwas, was mit all dem nichts zu tun hat. Das ist es, was Ramana Maharshi das Selbst nannte. Sohamji spricht oft von der Seele.

Das ist es, was Ramana Maharshi das Selbst nannte. Swamiji spricht oft von der Seele.

Und obwohl du alle Gedanken ignorierst, alle Wünsche, obwohl du den Körper ignorierst und alle Wahrnehmungen, bist du ganz da.

Du weißt nichts von diesem, was da ist, aber es ist da.

Das ist das Selbst, dem ich treu bin.

Und wenn ich sage: Sei dir selbst treu, dann meine ich: Entdecke dieses Selbst, das du in Wahrheit bist, und lass dich davon leiten.

Du weißt nichts über das, was das bedeutet.

Du weißt nicht, was dieses Selbst vorhat. Du weißt nicht, was es von dir will. Das sind keine Worte, keine Bilder, keine Vergangenheit, keine Zukunft.

Aber wenn du lernst, deine Gedanken zu ignorieren, wenn du lernst, das zu ignorieren, was du bisher für dich selbst gehalten hast, und dich nach innen wendest, zu dem, was man nicht begreifen kann und was ich doch eben versucht habe zu beschreiben, dann geschieht etwas sehr Interessantes: man wird geführt durch die Energie, die du hast im Leben, durch deine Offenheit für etwas oder dein Verschlossensein, durch deine Freude, die dich irgendwo hinzieht, oder durch deine Abneigung, die dich von etwas wegführt.

Geführt von Ufern, die man nicht verstehen kann

Du wirst geführt von Dingen, die du nicht beeinflussen kannst und von denen du nichts weißt, wie ein Fluss, der zwischen den Ufern fließt und von den Ufern geleitet wird.

Du wirst geführt von Dingen, die du nicht beeinflussen kannst und von denen du nichts weißt, wie ein Fluss, der zwischen den Ufern fließt und von den Ufern geleitet wird. Der Fluss braucht sich nicht zu fragen: Was will ich? Wo geht es für mich hin? Er braucht sich keine Sorgen zu machen, was sein Ziel ist. Er braucht nichts zu wollen, er braucht nichts zu wissen.

Er weiß nichts von den Ufern und kann sie nicht beeinflussen. Die Ufer haben nichts mit dem Fluss zu tun, aber der Fluss fließt darin und wird davon geführt und geleitet, die ganze Zeit.

Der Fluss braucht sich nicht zu fragen: Was will ich?

Er braucht sich nicht zu fragen: Wo geht es für mich hin?

Er braucht sich keine Sorgen zu machen darüber, wie er das herausfindet, was sein Ziel ist.

In jedem Augenblick fließt das Wasser des Flusses automatisch, geführt durch die Ufer, durch das Gefälle des Landes, in die Richtung, in die der Fluss zu fließen hat.

Er braucht nichts zu wollen, er braucht nichts zu wissen.

Und so fühle ich mich, wenn ich die Gedanken ignoriere und in dieser namenlosen Stille ruhe.

Ich werde geführt von Ufern, die ich nicht verstehen und die ich auch nicht sehen kann.

Aber sie sind da.

Wenn ich also sage, „sei dir selbst treu”, dann meine ich damit: Finde heraus, was dich führt.

Finde heraus, wohin du geführt wirst, wenn du dich selbst – das, was du für dich selbst hältst, die Gedanken und alles, was damit zu tun hat – ignorierst.

Das ist ein großes Abenteuer.

Und dann geschieht etwas ganz Erstaunliches.

Wenn wir unseren Gedanken treu sind, unseren Wünschen, dem, was wir zu brauchen glauben, dann ist dieses Leben ein Kampf gegeneinander und untereinander. Denn das, was ich will, passt meistens nicht zu dem, was du willst. Und wenn wir zusammenleben, gibt es Kampf und Streit – in Beziehungen, in der Gesellschaft, zwischen den Ländern, auf der ganzen Welt.

Und wenn du versuchst, Zusammenleben zu ermöglichen, indem du deine Wünsche zurückstellst und dich nach anderen richtest, geht auch das schief, denn du bist damit nicht glücklich. Das kann man eine Weile machen, vielleicht ein halbes Leben lang, und dann geht es nicht mehr.

Dann wirst du frustriert.

Und es ist für die meisten Menschen so, als gäbe es keinen guten Weg zu leben: Wenn man sich selbst treu ist, dem, was man gemeinhin für sich selbst hält, dann ist Zusammenleben nicht gut möglich. Aber wenn man sich verleugnet und dem treu ist, was andere für richtig halten, was andere wollen, dann geht es auf Dauer auch nicht gut. Was also soll man tun?

Aber wenn du dich von dem abwendest, was deine Gedanken wollen, und wenn du dich auch von dem abwendest, was die Gedanken anderer Menschen wollen und für richtig halten, und dich stattdessen auf den Weg machst, das kennenzulernen, was in dir lebt und du überhaupt nicht kennst – keine Worte, keine Gedanken, keine Bilder, nichts, was du wissen kannst, und doch etwas, was dich führt, durch ganz praktische Dinge, jeden Tag, durch deine Kraft, durch deine Energie –, dann, so erlebe ich das seit vielen Jahrzehnten, geschehen durch mich Dinge, die für mich, obwohl ich das niemals erwartet hätte, genau das Richtige sind, und gleichzeitig das Richtige für die Menschen um mich herum, für die Welt.

Ich tue nichts für mich, ich tue auch nichts für andere.

Ich tue nichts für mich, ich tue auch nichts für andere. Ich bin dem treu, was keinen Namen hat, dem Selbst, der Seele, Gott. Und wenn ich dem treu bin, verschwinden alle Konflikte in meinem Leben. Alles wird einfach, weil ich weder etwas gegen andere für mich durchsetze noch etwas für andere tue und mich selbst vernachlässige.

Ich bin dem treu, was keinen Namen hat, dem Selbst, der Seele, Gott.

Und wenn ich dem treu bin, verschwinden alle Konflikte in meinem Leben. Alles wird einfach, weil ich weder etwas gegen andere für mich durchsetze noch etwas für andere tue und mich selbst vernachlässige und frustriere.

Auf eine unbegreifliche, magische Weise kommt der Fluss, der sich von seinen Ufern und von der Erde leiten lässt, niemals anderen Flüssen in die Quere.

So erlebe ich das in meinem Leben.

Alles fließt auf höchst erstaunliche Weise zusammen.

Der Fels, von dem Jesus sprach

Aber das, wovon ich hier spreche, ist nicht ganz so einfach für viele Menschen, denn mit dem Ignorieren der eigenen Gedanken und mit dem Ignorieren der Gedanken anderer Menschen betritt man einen Bereich, wo man nichts weiß; wo man auch nicht weiß, was geschehen wird.

Und es fühlt sich, wenn man das nicht kennt, sehr unsicher an, nackt, fast haltlos. Man ist bis heute in den Gedanken zu Hause gewesen, und obwohl die Gedanken nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben, sondern nur eine blasse Abstraktion des Lebens sind, geben sie uns ein Gefühl der Sicherheit, ein Gefühl von: „Ich weiß, wie das hier funktioniert”.

Du erlebst immer wieder, dass das Leben trotzdem macht, was es will, und sich überhaupt nicht um deine Gedanken schert. Aber dieses Gefühl der Sicherheit, diese Illusion, das Leben unter Kontrolle zu haben, die haben wir.

Es ist eine Illusion, aber an der halten wir gerne fest.

Und wenn wir dann versuchen, die Gedanken zu ignorieren, müssen wir diese illusorische Sicherheit, diese Illusion von Kontrolle aufgeben.

Wer die Gedanken ignoriert, entdeckt ein Zuhause, das unerschütterlich ist. Jesus nannte es den Fels. Er sprach davon, dass die meisten ihr Lebens auf Sand bauen, auf vergänglichen Dingen, die mit Gedanken und dem Körper zu tun haben. Und dass es die Möglichkeit gibt, das Leben auf einem Fels zu errichten, der stabil ist, ewig.

Und wer das tut, entdeckt eine ganz andere Art von Sicherheit, ein Zuhause, das unerschütterlich ist. Jesus nannte es den Fels.

Er sprach davon, dass die meisten Menschen das Haus ihres Lebens auf Sand bauen, auf vergänglichen Dingen, auf den Dingen, die mit Gedanken und mit dem Körper zu tun haben.

Und er sprach davon, dass es die Möglichkeit gibt, das Leben auf einem Fels zu errichten, der sich nie wegbewegt; der stabil ist, ewig.

Und das ist das, was wir im Inneren entdecken.

Und wenn wir damit beginnen, mit dieser Abkehr von den Gedanken, fühlt es sich zunächst unsicher an, ungewohnt, nackt.

Aber allmählich kommen wir etwas Neuem nahe, etwas, das wir nicht verstehen können.

Dann kommen wir etwas Neuem nahe, etwas, das wir nicht verstehen können. Aber wir spüren den Fels. Wir spüren die Ewigkeit. Wir spüren die Unabhängigkeit von allem, was geschieht: die Seele in dir, das Selbst in dir, Gott in dir. Aber das muss jeder selbst entdecken: das ist die Wüste, die jeder durchqueren muss, die dunkle Nacht der Seele.

Aber wir spüren den Fels.

Wir spüren die Ewigkeit. Wir spüren die Unabhängigkeit von allem, was geschieht. Das ist der Fels, von dem Jesus sprach: die Seele in dir, das Selbst in dir, Gott in dir.

Aber das muss jeder selbst entdecken.

Das ist die Wüste, die jeder durchqueren muss. Das ist die dunkle Nacht der Seele, von der die Mystiker sprechen.

Du kehrst dich von dem einen ab, und diese Abkehr ist notwendig, damit du das Neue entdecken und erkennen kannst. Aber dazwischen ist eine Zeit der Unsicherheit. Und dann, ganz allmählich, mit jedem Tag, den du weiterlebst, mit jedem Tag, den du meditierst und dich nach innen wendest und beginnst, von dort aus zu leben, wirst du vertraut mit dieser neuen, ewigen Sicherheit.

Aber dieses Risiko des Loslassens der scheinbaren Sicherheit, des Loslassens der Illusion von Kontrolle im Leben, das muss jeder selbst eingehen. Dazu muss jeder selbst bereit sein.

Und deswegen spreche ich immer wieder zu dir darüber, um dir ein Gefühl von dort aus zu geben, wo ich lebe, das du spüren kannst.

Und dann erinnerst du dich an etwas in dir, was du lang schon vergessen hast. Aber du weißt: ja.

Vergiss die Gedanken

Wenn du also dir selbst treu sein möchtest, musst du als allererstes die Gedanken vergessen.

Du musst als allererstes die Gedanken ignorieren und schauen, was übrig bleibt, wenn du einfach hier bist und dich nach innen wendest.

Und bei dieser Herausforderung ist die Samarpan-Meditation, von der ich so oft spreche, eine unendliche Hilfe.

Diese einfache Meditation – so einfach, dass die meisten Menschen sich überhaupt nicht vorstellen können, dass die überhaupt irgendetwas bewirken soll –, die bringt dich ganz allmählich, ohne dass du irgendetwas wissen musst, in Kontakt mit dem in dir, was jetzt schon da ist, was dich jetzt schon führt, aber von dem du vielleicht noch gar nichts weißt: deine Seele.

Und für mich gibt es keinen anderen Weg, wie Menschen zusammenleben können, ohne Kampf und ohne Krieg, als diesen Weg, von dem Jesus schon sprach, von dem Buddha sprach und alle Weisen, alle Gurus.

Für mich gibt es keinen anderen Weg, denn nur dieser macht wahrhaftig zufrieden. Da entdeckt jeder einzelne die wahre Sicherheit in sich. Dann ist Kampf, Streit und Krieg nicht mehr notwendig, und nur so verschwinden Kampf, Streit und Krieg: nur durch echte innere Zufriedenheit des einzelnen Menschen.

Denn dieser Weg macht jeden einzelnen Menschen wahrhaftig zufrieden.

Da entdeckt jeder einzelne Mensch die wahre Sicherheit in sich.

Dann ist Kampf, Streit und Krieg für diese Menschen nicht mehr notwendig, und nur so verschwinden Kampf, Streit und Krieg: nur durch echte innere Zufriedenheit des einzelnen Menschen.

Und davon spreche ich, wenn ich sage, „Sei dir selbst treu”: Ignoriere deine Gedanken.

Denk nicht an die Vergangenheit, und auch nicht an die Zukunft. Sei hier.

Entdecke, was hier ist in dir.

Und es gibt einen Guru, der mir ganz erstaunlich nahe ist, obwohl ich nie etwas mit ihm zu tun hatte, auf praktische Art und Weise in diesem Leben.

Und er sagte: Du brauchst dir überhaupt gar keine Gedanken um das Leben zu machen.

Denk einfach ständig an den Namen Gottes. Er nannte es Ram. Er sprach immer von Ram: „Denk einfach immer nur Ram”.

Jesus sagte das Gleiche. Er sagte: „Setze Gott an die erste Stelle” – richte deine Aufmerksamkeit einfach auf Gott: auf das in dir, was Gott ist. Es ist in dir Es ist keine Vorstellung, es ist kein Bild von einem Mann mit weißem Bart in den Wolken. Es ist in dir.

Und dann geschieht alles andere von selbst. Das Entdecken, das Verstehen, das geschieht alles von selbst, aus eigener innerer Erfahrung.

Wovon ich spreche, hat nichts mit blindem Glauben zu tun.

Blinder Glaube ist auch einfach nur eine Form von Gedanken.

Irgendjemand sagt: „Alles ist gut, mach dir keine Sorgen, der Himmel wird schon kommen, wenn du nur genug glaubst.”

Das führt zu nichts, genauso wenig wie deine normalen Gedanken zu irgendetwas führen.

Aber echtes eigenes Entdecken, echtes eigenes Erleben, das ist das, was alles verändert.

Echtes eigenes Erleben, das ist das, was alles verändert. Dazu musst du dich selbst auf den Weg machen. Dieses echte eigene Erleben kann dir keiner geben außer du selbst. Ich kann dir den Mund wässrig machen und hier sprechen, um dir ein Gefühl für etwas zu geben, was dich tief im Innern erinnert, aber das Wagnis eingehen, das musst du selbst.

Und dazu musst du dich selbst auf den Weg machen. Dieses echte eigene Erleben kann dir keiner geben außer du selbst.

Ich kann dir den Mund wässrig machen, ich kann hier sprechen, um dir ein Gefühl für etwas zu geben, was dich tief im Innern erinnert, aber dich dem zuwenden, das Wagnis eingehen, die Gedanken zu ignorieren und dem, was ich das Selbst nenne, treu zu sein, das musst du selbst eingehen.

Dann weißt du, wovon ich spreche.

Irgendwann bekommt der Spiegel einen Sprung

Ich möchte jetzt noch auf ein paar Fragen eingehen, die ich auf YouTube bekommen habe.

Ich beantworte gerne Fragen, natürlich, um den Menschen, die mich fragen, zu antworten, aber auch, weil dadurch das, wovon ich hier spreche, klarer wird, am praktischen Beispiel sozusagen.

Und ich fange jetzt mit der ersten Frage an: „Viele Erwachte sprechen davon, dass es keine Vergangenheit, keine Zukunft und auch keine Geburt und keinen Tod gibt, nur den Moment, und dass alles eins ist.

Wie kommt es dann, dass wir als einzelne Wesen oder Egos entstanden sind, wenn doch alles eins ist?”

Danke für die Frage. Das ist eine wunderbare Frage.

Ich liebe diese ehrlichen, direkten Fragen sehr.

Der Fragesteller fragt: „Wie kommt es dann, dass wir als einzelne Wesen oder Egos entstanden sind?”

Wir sind nicht als einzelne Wesen oder Egos entstanden.

Wir sind keine einzelnen Wesen oder Egos.

Das, was kein einzelnes Wesen und kein Ego ist, das, was alles ist und deswegen nichts von sich wissen kann, da es außer dem Alles nichts gibt, möchte sich selbst erfahren, möchte sich selbst erkennen.

Und dazu muss es verloren gehen, um sich dann wiederzuerkennen.

Und dann kommt dieses Alles, dieses, was alles ist, in eine Welt, die sich das Alles erdacht hat, in einen Körper in dieser Welt, aus dessen Perspektive heraus es die Welt, die unendliche Vielfalt, die Reflexion des Alles, erleben kann, um sich dadurch selbst wiederzuerkennen.

Aber im Zuge dieser Reise muss das Alles verloren gehen, sonst kann es sich nicht wiederfinden und erkennen. Wir kommen also in diese Körper. Wir halten uns irgendwann für diesen Körper. Wir glauben, wir sind dieser Körper. Und dieser Körper nimmt wahr und denkt, und wir glauben, wir sind diese Gedanken, wir glauben, wir sind diese Wahrnehmungen.

Wir glauben, wir sind dieser Körper.

Wir waren nie dieser Körper, aber wir fühlen uns so.

Und dieses Gefühl, dieser Körper zu sein, dieses Gefühl, das entsteht durch die Wahrnehmungen aus dieser Perspektive eines einzelnen Körpers heraus, und durch die Gedanken, die dieser Körper hat, entsteht das Ich-Gefühl.

Da entsteht dieses Gefühl, etwas Einzelnes, ein getrenntes Wesen zu sein. Das ist das, was man Ego nennt: dieses Gefühl, diese erlebte Perspektive des Einzelnen, des Getrennten.

Wir waren das nie. Wir sind nie als Ego oder einzelnes Wesen erschaffen worden.

Aber da sind diese Körper, die benutzen wir für unsere Aufgabe, und dann haben wir das Gefühl, genau wie du das beschreibst, ein Ego zu sein, ein Ich.

Und all das dient dazu, zu erkennen, wer du wirklich bist.

Und es funktioniert fantastisch.

Du lebst das Ego, du hast alles vergessen von der Wahrheit. Du hast alles vergessen vom Innen.

Du schaust nur in die Welt, nur nach außen.

Und doch zwingt dich dieses Erleben irgendwann dazu, durch den Schmerz, durch die Angst, durch das, was man irgendwann entdeckt. Irgendwann kommt jeder Mensch an den Punkt, wo er spürt: „Moment mal, hier stimmt etwas nicht. Das kann nicht sein. Das kann nicht richtig sein, was ich hier erlebe. Das kann nicht alles sein.”

Irgendwann bekommt der Spiegel einen Sprung. Diese Welt, diese Körper, das sind unsere Spiegel, und irgendwann kommt uns der Verdacht, dass hier noch etwas anderes ist: dass ich nicht dieser Spiegel bin, sondern etwas, was von weit her auf diesen Spiegel blickt. Und dann machst du dich auf den Weg, auf die Entdeckungsreise, auf den Rückweg. Und irgendwann, irgendwann sagt dir jemand: wende dich nach innen, kehre dich ab vom Außen und von den Gedanken und schaue nach, was da sonst noch zu entdecken ist. Und dann entdeckst du die Wahrheit wieder. Dafür sind wir hier: für diese Wiederentdeckung.

Du warst nie ein einzelnes Wesen, du warst nie ein Ego, aber es fühlt sich so an.

Du warst nie ein einzelnes Wesen, ein Ego. Alles, was du zu tun brauchst, um das zu entdecken, ist, das Wagnis einzugehen, die Gedanken zu ignorieren: das, was du für richtig und wichtig hältst, zu ignorieren, und dich dem stillen Unbekannten in dir selbst zuzuwenden – ohne Ziel, ohne Zweck. Du weißt nicht, wozu das gut sein soll. Das nennt man Meditation.

Das ist unser großes Spiel.

Und alles, was du da zu tun brauchst, um das zu entdecken, ist, das Wagnis einzugehen, die Gedanken zu ignorieren: das, was du für richtig und wichtig hältst, zu ignorieren, und dich dem stillen Unbekannten in dir selbst zuzuwenden – ohne Ziel, ohne Zweck. Du weißt überhaupt nicht, wozu das gut sein soll.

Das nennt man Meditation.

Und dann enthüllt sich ganz, ganz, ganz langsam, aber unvermeidlich die Wahrheit: die Wahrheit dessen, was du wirklich bist.

Ich danke dir für deine Frage.

Auf die Quelle des Handelns kommt es an

Und ich habe noch eine.

„Unsere leiblichen Eltern haben uns gute wie schlechte Gewohnheiten mitgegeben, so wie wir das auch weitergeben, solange uns das nicht bewusst ist. In der Bibel steht: 'Überwindet das Böse durch das Gute', und: 'Liebet euren Nächsten wie euch selbst'.

Dies sind doch Aufforderungen zum Handeln, also können und sollten wir doch etwas tun.

Ich kann zum Beispiel, wenn mir jemand unfreundlich begegnet, freundlich bleiben und die Unfreundlichkeit nicht persönlich nehmen. Dann überwinde ich das Böse mit dem Guten. Oder verstehe ich da etwas total falsch?”

Ich danke dir für diese schöne Frage.

Es ist nicht so, dass du hier etwas total falsch verstehst, aber normalerweise begreifen wir die wahren Zusammenhänge nicht.

Wir wissen nicht wirklich, was mit dem Bösen und dem Guten gemeint ist.

Normalerweise glauben wir, damit ist gemeint, etwas Schlechtes zu tun und etwas Gutes zu tun.

Wir sehen einen Heiligen, wir sehen einen Guru, der offensichtlich bei Gott lebt, der offensichtlich kein Ego ist, und der tut nur gute Dinge. Irgendwie ist alles, was er tut, hilfreich für die Menschen um ihn herum.

Aber wir verstehen nicht, wo das herkommt. Wir können das, was den Heiligen ausmacht, nicht sehen.

Wir können nur das sehen, was äußerlich ist.

Und wir kennen auch überhaupt gar keine Heiligen. Wir kennen nur diese alten Geschichten aus der Bibel oder aus Erzählungen.

Da sind diese Menschen beschrieben als äußerlich gut. Sie tun nur das Richtige und nie das Falsche.

Aber echte Heilige sind anders; echte Gurus sind anders.

Alles, was sie tun, alles, wie sie sind, ist gut für die Menschen um sie herum, aber sie sind oft unmöglich und schwierig und seltsam, oft unhöflich. Sie passen in kein Klischee.

Jesus sprach gelegentlich vom Teufel, und er beschreibt auch, was der Teufel ist.

Es gibt ja diese Szene auf dem Dach des Tempels. Und Jesus beschrieb, wie ihn der Teufel, seine Gedanken, verführen wollten. Seine Gedanken sprachen zu ihm: „Hey, du bist cool, du bist der Sohn Gottes, nichts kann dir geschehen, du kannst dich jetzt hier vom Dach stürzen.

Und es kann dir nichts geschehen. Bevor du den Boden berührst, werden dich die Engel des Herrn auffangen. Probier's aus, komm!” Das sind die Gedanken, das ist das Ego.

Jesus nannte das den Teufel.

Das ist das Böse. Ich mag dieses Wort „böse” nicht.

In der alten Sprache bedeutet „Sünde” nichts Böses, nichts Schlechtes, sondern es bedeutet: „in die falsche Richtung blicken”: sich am Falschen zu orientieren.

„Sünde” bedeutet nichts Böses, sondern: in die falsche Richtung blicken, sich am Falschen orientieren. Wenn du nach außen blickst und dich darach orientierst, wirst du in die Irre geführt. Die Gedanken wissen nichts von der Wahrheit. Wenn du dich von dem leiten lässt, was unsichtbar ist, aber ewig, wirst du immer in die richtige Richtung geführt.

Daran ist nichts Moralisches, sondern etwas ganz Praktisches.

Wenn du nach außen blickst und dich danach orientierst, siehst du nur Vergängliches und nur Dinge, die dir Angst machen, und nichts, was dich wirklich glücklich macht. Wenn du auf deine Gedanken hörst, wirst du permanent in die Irre geführt.

Die Gedanken wissen nichts von der Wahrheit.

Und wenn du dich von dem leiten lässt, was unsichtbar ist, aber ewig, wirst du immer in die richtige Richtung geführt.

Du bist dann vielleicht nicht so, wie sich andere Menschen das Gute vorstellen, und du bist vielleicht auch überhaupt nicht so, wie du dir das Richtige und das Gute vorstellst. Aber es kommt nur Gutes dabei heraus, obwohl du überhaupt nicht verstehst, wie das überhaupt möglich sein kann.

Und das ist der Unterschied, von dem ich eingangs zu Beginn meiner Antwort an dich gesprochen habe.

Wir kennen die Zusammenhänge nicht, normalerweise. Du glaubst, Gutes tun ist Gutes tun: freundlich sein, hilfsbereit sein.

Das ist das, was wir im Religionsunterricht gelernt haben: so wird man ein guter Mensch.

Aber du siehst in deinem Leben, dass dabei nichts Gutes herauskommt. Erstens weißt du überhaupt nicht, was gut für jemand anderen ist. Und zweitens bist du oft ganz anders.

Wenn du auf diese Art und Weise leben möchtest, bist du eigentlich permanent in Konflikt mit dir selbst. Entweder du bist so, wie du selbst bist, oder du tust Gutes.

Und wenn du in Konflikt mit dir selbst bist, egal wie gut du es meinst, wird früher oder später nichts Gutes dabei herauskommen.

Du kannst dich nach deinen Gedanken richten und Gutes tun, scheinbar Gutes. Du tust nur das Richtige. Alle Leute sagen: „Oh, das ist ein guter Mensch.”

Aber die Quelle deines Handelns ist nicht gut.

Die Quelle deines Handelns ist zutiefst fragwürdig, denn die gleichen Gedanken, die dir sagen: „Ah, tu Gutes, dann bist du richtig und dann finden dich andere gut, dann bist du ein guter Mensch, dann bist du etwas wert” – diese gleichen Gedanken denken auch, ohne dass du vielleicht davon im Moment weißt, immer auch das Gegenteil.

Und früher oder später kommt es alles an die Oberfläche.

Wenn du dich nach deinen Gedanken richtest, tust du heute Gutes und morgen Schreckliches, und du kannst es nicht verhindern.

Und das siehst du in der Welt.

All diese Menschen, die glauben alle, sie tun etwas Gutes. Jeder Einzelne ist davon überzeugt: „Ich tue etwas Gutes.”

Und überall gibt es Krieg und Mord und Totschlag, weil die Quelle unseres Handelns das Ego ist, die Gedanken.

Überall gibt es Krieg und Mord und Totschlag, weil die Quelle unseres Handelns das Ego ist, die Gedanken. Und wenn das die Quelle deines Handelns ist, sieht das, was du tust, vielleicht richtig und heilig und gut aus, aber es wird nichts Gutes dabei herauskommen.

Und wenn das die Quelle deines Handelns ist, sieht das, was du tust, vielleicht richtig und heilig und gut aus, aber es wird nichts Gutes dabei herauskommen.

Aber wenn du lernst, dich von den Gedanken abzuwenden und das in dir kennenlernst, was Jesus den Vater nannte, Gott, wenn du deine Seele entdeckst, allmählich, ohne dass du überhaupt weißt, was das sein soll, wenn du dich von etwas leiten und führen lässt, das du überhaupt nicht begreifen kannst und das dich doch immer führt, die ganze Zeit, wenn du dich dem hingeben kannst, wenn du das übst, durch Meditation zum Beispiel, dann geschehen alle möglichen Sachen, die sich manchmal total verkehrt anfühlen und auch total verkehrt aussehen.

Manchmal sehen sie gut aus und richtig.

Aber es kommt nur Gutes dabei heraus, für dich und für alle Menschen in deiner Umgebung.

Es kommt auf die Quelle an, aus der unser Handeln entspringt.

Das Selbst entdecken, das du bist

Ich möchte deine Frage noch einmal lesen.

„Unsere leiblichen Eltern haben uns gute wie schlechte Gewohnheiten mitgegeben, so wie wir das auch weitergeben, solange uns das nicht bewusst ist.

In der Bibel steht: Überwindet das Böse durch das Gute. Liebet euren Nächsten wie euch selbst.”

Ja, da taucht wieder dieses „Selbst” auf: „Liebet euren Nächsten”. Wie sollt ihr euren Nächsten lieben? „Wie euch selbst”.

„Liebet euren Nächsten”. Wie sollt ihr euren Nächsten lieben? „Wie euch selbst”. Du musst mit dem Lieben bei dir selbst anfangen, aber dieses Selbst ist dir unbekannt. Finde dieses Selbst, beginne, das zu lieben, und dann wirst du automatisch beginnen, alle anderen zu lieben, ohne dass du dich anstrengst; ohne dass du versuchst, das Richtige zu tun.

Also musst du mit dem Lieben mit dir selbst anfangen – aber dieses Selbst ist dir unbekannt. Finde dieses Selbst, beginne das zu lieben, und dann, automatisch, wirst du beginnen, alle anderen zu lieben, ohne dass du dich anstrengst; ohne dass du versuchst, das Richtige zu tun. Und du hast recht.

Wir haben von unseren Eltern alles Mögliche mitbekommen, Gutes wie Schlechtes. Und solange wir ein Körper sind, ein Ego, solange wir uns nach dem richten, was wir für richtig halten und für gut, solange wir in Gedanken leben, solange kommen dabei fragwürdige Dinge heraus, obwohl wir das gar nicht wollen. Wir wollen gut sein, und trotzdem richten wir immer wieder Schaden an und sind fassungslos. Wir wollten es gar nicht.

Und es geht nicht so sehr darum, sich bewusst zu werden, was man tut, im Sinne von: erkennen, wann ich etwas Schlechtes tue. Darum geht es nicht, obwohl die ganze Welt genau daran glaubt.

Es geht darum, sich bewusst zu werden – Punkt.

Es geht darum, hier zu sein und nicht zu denken, sondern wahrzunehmen. Das ist Bewusstsein: Wahrnehmung; einfach hier sein – ohne zu wissen, was richtig ist, ohne zu wissen, was falsch ist, und stattdessen hier sein, wahrnehmen.

Es geht darum, hier zu sein und nicht zu denken, sondern wahrzunehmen. Das ist Bewusstsein: Wahrnehmung; einfach hier sein, ohne zu wissen, was richtig ist, ohne zu wissen, was falsch ist, und stattdessen hier sein, wahrnehmen. Und dann führt mich der Augenblick.

Und dann führt mich der Augenblick.

Das Problem an Menschen, die wissen, was gut ist und schlecht, ist, dass das, was sie wissen, nie zu der Situation passt, wie sie gerade wirklich ist.

Und dann tust du scheinbar Gutes, aber es kommt trotzdem das Falsche dabei heraus, obwohl du dir solche Mühe gegeben hast. Mit ganzem Herzen warst du dabei.

Aber wenn du lernst, nichts zu wissen, wenn du lernst, aus einer Quelle in dir drin heraus zu leben, die nichts mit Wissen und Gedanken und Richtig und Falsch zu tun hat, dann lebst du im Augenblick.

Und in jedem Augenblick ist das, was du wahrnimmst und spürst, etwas anderes, so wie sich die Ufer des Flusses Meter für Meter ändern, der Fluss aber immer genau richtig geleitet wird, da, wo er jetzt gerade fließt. So bist du dann auch.

Ich erlebe es selbst in meinem Leben, seit vielen, vielen Jahren: auf eine ganz erstaunliche, unbegreifliche Art und Weise werden wir von dieser Last, die wir mitbekommen haben von unseren Eltern, von all dem, was wir für richtig halten, aber was überhaupt nicht stimmt, befreit, wenn wir den Weg nach innen antreten; wenn wir es wagen, die Gedanken zu ignorieren.

Es ist nicht notwendig, die Vergangenheit zu analysieren. Es ist überhaupt nicht notwendig, sich im Einzelnen bewusst darüber zu werden, was gut ist von dem, was ich gelernt habe durch meine Eltern, und was schlecht daran ist. Es geht nicht darum, zu begreifen, was ich ändern muss.

Diese Aufgabe wäre endlos und führt zu nichts.

Aber wenn du das tust, was Jesus geraten hat: „Setze Gott an erste Stelle”... Und Jesus hat dir auch verraten, wo Gott lebt: innen.

Wenn du dich vom Teufel abwendest, von den Gedanken – die nannte er Teufel, ein sehr markantes Wort –, und dich stattdessen dem Inneren zuwendest, dem, was nichts mit Gedanken und Gefühlen und dem Körper zu tun hat, dem, von dem du nichts weißt...

Du weißt noch nicht einmal, wovon ich spreche, wenn ich innen sage. Wenn du dich auf die Entdeckungsreise in diese Richtung machst, dann wird all das, worüber du dir normalerweise Gedanken machst, entschärft – all das, was du von deinen Eltern mitbekommen hast, all das Ego, all die Missverständnisse – und du beginnst zu entdecken, was wirklich ist.

Sich vom Echten statt vom Guten leiten lassen

Und das funktioniert auf ganz praktische, echte Art und Weise. Hier geht es nicht um irgendwelche spirituellen Ideen.

Man lebt das dann, man erlebt das, ganz praktisch.

Das, wovon Jesus sprach oder Buddha oder Ramana, sind handfeste, praktische Werkzeuge fürs Leben.

Das, wovon Jesus sprach oder Buddha oder Ramana, sind handfeste, praktische Werkzeuge fürs Leben. Wir leben in Gedanken, im Esoterischen. Wovon Jesus sprach und Buddha und Ramana, sind praktische Anweisungen, die sagen: Lebe so! Und dann brauchst du dir keine Sorgen mehr zu machen um all die anderen Dinge.

Wir leben in Gedanken, im Esoterischen.

Wovon Jesus sprach und Buddha und Ramana, sind praktische Anweisungen, die sagen: Lebe so!

Und dann brauchst du dir keine Sorgen mehr zu machen um all die anderen Dinge.

Und dann fängst du an... Je mehr du in dir drin verwurzelt lebst, desto weniger wirst du berührt von all den Dingen, die dich dein Leben lang geplagt haben, zum Beispiel vom Erbe deiner Eltern. Du wirst frei davon.

Und in dem Maße, wie du davon immer freier wirst und unabhängiger, weil du frei von deinen Gedanken lebst und deiner Seele näher kommst, in dem Maße kannst du sie immer mehr lieben und akzeptieren, wie sie nun mal sind als Mensch und als Seele.

Kümmere dich also überhaupt nicht darum, etwas Gutes zu tun und das Böse durch das Gute zu ersetzen durch das, was du tust.

Das Einzige, worauf es ankommt, ist zu erkennen: „Hey, ich habe bisher immer auf das Unechte geschaut.

Ich habe mich nach meinen Gedanken gerichtet, nach meinen Wahrnehmungen, nach meinen Wünschen, nach dem, was ich glaube, nach dem, was ich für richtig halte. Und das ist alles Illusion. Jetzt möchte ich das Echte, das Gute anschauen, um mich danach zu richten.” Und das ist innen.

Und indem du das tust, entsteht automatisch das Richtige von selbst. Jesus sagte: „Setze Gott an erste Stelle. Alles andere folgt dem nach.” Alles, worüber du dir Gedanken machst – „Woher soll ich morgen mein Essen bekommen?

Wie kann ich sicherstellen, dass ich nur Gutes tue und nichts Schlechtes? Wie kann ich die Welt retten?” – all diese Dinge ergeben sich dann von selbst, wenn du von der richtigen Stelle aus lebst: nicht von außen, nicht aus den Gedanken heraus, nicht aus dem Ego heraus, nicht aus dem heraus, was du zu wissen glaubst, sondern aus dem Namenlosen, aus dem Unbekannten, das trotzdem in dir ist und darauf wartet, von dir entdeckt zu werden.

Danke für deine Frage.

Mach dich auf den Weg, das Falsche zu tun

Eine Frage habe ich noch, die ich gerne vorlesen möchte.

„Hallo, Mikael. Du sprichst davon, dass man nicht aus seinen Gedanken heraus leben sollte, sondern immer ganz im Augenblick leben kann. Das stelle ich mir gut vor.

Du sagst aber auch, dass es keine Rolle spielt, bei was für einem Mann diese Frau gerade in den Armen liegt, und sie solle nicht darüber nachdenken, sondern auch da im Moment sein.

Doch wenn ich etwas tue, wo mein Gewissen sagt: Das ist nicht recht, weil ich das Vertrauen von jemand anderem missbrauche, dann kann man das doch schlecht ignorieren.”

Ich danke dir für deine Frage.

Ja, es ist immer wieder erstaunlich, wie diese Fragen zu dem passen, was ich hier immer sage: Ja, du kannst leben, indem du nicht in deinen Gedanken lebst, sondern einfach im Moment, geleitet von dem, was dich aus dir selbst heraus leitet.

Und du hast zwei Möglichkeiten. Du kannst dich danach richten, was du für richtig hältst.

Aber dann lebst du ein Leben für andere.

Du bist dir nicht treu. Du willst alles Mögliche. Du fühlst dich zu anderen Menschen hingezogen, aber du denkst: „Das kann ich nicht machen.

Ich kann meiner Frau nicht untreu sein.

Ich verrate ihr Vertrauen.”

Aber du bist trotzdem so, wie du bist. Du bist vielleicht ein Mann, der sich ständig zu anderen Frauen hingezogen fühlt, aber du würdest nie in diese Richtung gehen, weil du Angst hast, das Vertrauen eines anderen Menschen zu verraten.

Und hier wird es richtig wichtig.

Du kannst das Richtige tun, aber wenn du vom Falschen heraus lebst, wird es zu nichts Gutem führen.

Dann bist du diesem Menschen treu, aber du hast die ganze Zeit das Gefühl, dass du nicht das lebst, was du selbst eigentlich leben solltest.

Deine Aufmerksamkeit, deine Neugier, deine Energie geht ganz woanders hin.

Und dann bist du deinem Partner treu, du bist nur bei ihm, nur bei ihr, und denkst dauernd an jemand anderen.

Du denkst dauernd an das, was du willst, aber nicht darfst.

Und so gehen die ganzen Beziehungen kaputt, so gehen die Ehen auseinander, so entsteht Frustration und Krieg überall.

Aber wage es nur einmal, dem zu folgen, wohin dich deine Neugier und deine Energie wirklich führt.

Erst dann kannst du feststellen, was du wirklich willst: was deine Seele von dir will.

Schau, es ist so... Solange du glaubst: „Ah, das kann ich auf keinen Fall tun, das wäre schlecht für den Menschen, den ich liebe”, aber du willst und du hast Energie dafür – alles zieht dich in die eine Richtung, aber die ist verboten –, dann bist du gespalten.

Und du glaubst, du willst es.

Und jetzt bist du in einer Zwickmühle, und aus der gibt es keinen Weg heraus.

Du bist in einer Zwickmühle, und es gibt keinen Weg heraus. Du bist überzeugt davon, dass das, was du willst, verkehrt ist, und dass du das nicht tun kannst. Aber wenn du das Richtige tust, bist du dir selbst nicht treu, und du fühlst dich schlecht. Das Paradoxe ist, dass es kein Problem gibt, aber du weißt das nicht, weil du es nicht wagst, es zu entdecken.

Du bist überzeugt davon, dass das, was du willst, verkehrt ist, und du bist überzeugt davon, dass du das nicht tun kannst. Aber wenn du das Richtige tust, bist du dir selbst nicht treu, und du fühlst dich auch schlecht.

Das Paradoxe ist, dass es in Wirklichkeit überhaupt kein Problem gibt, aber du weißt das nicht, weil du es nicht wagst, es zu entdecken.

Deswegen sage ich: Wenn du es einmal wagen würdest, nicht auf deine Gedanken zu hören, nicht auf das zu hören, was du weißt, sondern dem nahe kommst, was du in dir spürst – und dafür ist es erforderlich, nicht auf deine Gedanken zu hören –, dann entdeckst du etwas ganz anderes. Ich habe das zahllose Male in meinem Leben erlebt.

Ich dachte: „Das darf ich auf keinen Fall tun. Das ist das Falsche.” Aber ich hatte einen spirituellen Meister – und ich habe ihn immer noch, ich bin immer noch sein Schüler –, der mir jeden Tag gesagt hat: „Sei dir treu, ignoriere deine Gedanken, lebe im Augenblick und schaue, was aus dem Augenblick heraus geschehen mag.”

Und deswegen konnte ich niemand anderem treu sein.

Ich konnte mich nie nach dem Vertrauen eines anderen Menschen richten.

Ich musste das tun, was der Augenblick von mir wollte. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, das Falsche zu tun.

Und was habe ich da entdeckt?

Ich habe immer wieder zwei verschiedene Dinge entdeckt.

Entweder habe ich entdeckt – wenn ich mir einmal die Erlaubnis gegeben hatte, alles zu tun, was geschehen möchte aus mir selbst heraus... wenn ich aufgehört habe, gegen mich selbst zu kämpfen; wenn ich begonnen habe, mir selbst treu zu sein, ohne zu wissen, was es überhaupt bedeutet, aber dabei die Gedanken ignoriert habe, sondern so gut, wie ich eben konnte, dem treu war, was ich in mir spürte, dieser Neugier auf etwas, dieser Freude, dieser Offenheit für etwas...

Wenn ich dann den ersten Schritt in diese Richtung gemacht habe, habe ich zwei verschiedene Dinge festgestellt: Entweder ich habe gemerkt: „Oh, ich will das ja gar nicht”.

Ich habe gemerkt: „Ich kann das nicht tun. Ich will gar nicht. Es ist unmöglich.” Ich hatte die fixe Idee: „Ah, das will ich”.

Gerade wenn es um Sex und diese Körper geht, sind diese Gedanken oft extrem stark; sehr verführerisch.

Und ich habe gemerkt: „Ich kann nicht.

Es macht mir keine Freude.”

Und dann war ich mir selbst treu, verstehst du?

Indem ich meine Gedanken ignoriert habe und wirklich dem in mir treu war und in jedem Moment, bei jedem Schritt, hier war und wahrgenommen habe, wie ich mich fühle, wo meine Energie hingeht, was jetzt gerade ist, da habe ich erlebt, was wirklich geschehen möchte. Und das entdeckst du erst, wenn du losmarschierst.

Wenn du aufhörst zu glauben, zu wissen, was du willst, wenn du das alles vergisst und im Moment bleibst und dann eben losmarschierst, dann merkst du ganz schnell: „Moment mal, das geht gar nicht. Ich will das nicht, ich kann das nicht, ich bin damit nicht glücklich, das macht mir keine Freude so.” Und dann erkennst du: Das war nur eine fixe Idee. Aber dann bist du dir selbst treu. Das, was du tun wolltest, tust du dann nicht, aber nicht zum Wohle eines anderen. Du merkst: „Ich will das nicht”.

Du bist dir selbst treu. Und so führt dich der Augenblick, so führt dich die Seele.

Dann bist du dir selbst treu. Und da du nichts für jemand anderen tust, sondern dir selbst treu bist, entsteht auch keine Frustration. Der andere ist nicht in deiner Schuld. Du hast nichts Gutes für ihn getan, weil du ihm treu warst, sondern du hast es für dich getan. Du bist frei, du bist zufrieden, und du bist froh.

Und das andere, was ich dann oft erlebt habe, war, dass das andere geschehen ist, was ich wollte, aber was ich womöglich für verkehrt gehalten habe, und es war einfach nur richtig: richtig und schön für alle Beteiligten.

Aber das entdeckt man erst, wenn man den ersten Schritt tut. Erst dann entdeckst du, in welche Richtung dich das Flussufer wirklich führen möchte.

Das Risiko muss jeder selbst eingehen.

Wir wissen nicht, was richtig ist

Ich möchte noch einmal kurz auf deine Frage schauen.

Das ist der Unterschied zwischen Gedanken und dem, was dich wirklich leitet, und du nennst es Gewissen.

Aber hier muss man aufpassen: Solange du dich in Gedanken bewegst, weißt du nicht, was Sache ist. Da ist einerseits das, was dich in eine gewisse Richtung zieht, aber gleichzeitig immer auch die Gedanken, die sagen: „Nein, nein, das kannst du nicht machen, das ist verkehrt.

Du liebst doch diesen Menschen. Du kannst doch jetzt nicht etwas tun, was ihm womöglich Schmerz bereiten würde.”

Aber es ist nun beides da, und du weißt überhaupt nicht, was du tun sollst.

Und wenn du das eine tust, kannst du es nicht genießen, weil du gleichzeitig die Gedanken hast: das ist verkehrt, das darfst du nicht. Und wenn du es nicht tust, wenn du dem anderen Menschen treu bist, kannst du das auch nicht genießen, weil du die ganze Zeit auch die anderen Gedanken hast, die sagen: „Ja, aber eigentlich will ich doch das.”

Aber wenn du dem Augenblick treu bist, wenn du von innen heraus lebst und nicht auf die Gedanken hörst, dann erlebst du bei jedem Schritt, den du im Leben tust, etwas, was richtig ist. Und entweder führt es dich weg von etwas, was du eigentlich tun wolltest, aber dann geschieht es aus dir selbst heraus, und du bist dir dabei treu.

Du erkennst, dass die Richtung, in die dich deine Gedanken führen wollten, gar nicht das ist, was du willst.

Du bist dir selbst treu, und alles ist rund und im Gleichgewicht. Da ist keine Frustration.

Und wenn dich deine Seele in eine Richtung führt, wo du denkst: „Oh, das ist aber verboten”, oder wo deine Gedanken sagen: „Ja, aber das kannst du nicht machen, da verletzt du andere Menschen” – dann ignorierst du deine Gedanken. Schritt für Schritt lässt du dich vom Leben leiten, jeder Schritt, jeder Augenblick.

Und dann erlebst du ganz rein das, was du erlebst.

Du bist nicht geteilt.

Du bist ganz dabei und erlebst das, was du für so erstrebenswert gehalten hast, und vielleicht erlebst du etwas Wunderschönes. Aber da ist kein Platz für negative Gedanken. Du denkst nicht an jemand anderen, an das, was du falsch machst, sondern du vertraust darauf, dass das, was hier jetzt gerade geschieht, richtig ist, und du wächst daran und du lernst dadurch, und alle Menschen, die daran beteiligt sind, du selbst und alle anderen, werden dadurch beschenkt.

Das ist meine Erfahrung in meinem Leben, immer wieder, immer wieder. Wir wissen nicht, was richtig ist. Wir wissen es einfach nicht. Wir wissen auch nicht, was falsch ist.

Wir wissen nicht, was richtig ist. Wir wissen auch nicht, was falsch ist. Das Entscheidende ist, dass du lernst, deine Gedanken zu ignorieren: das, was du für richtig und falsch hältst; dass du das ignorierst, was du willst, und auch, was du nicht willst, sondern dass du in den Augenblick kommst und dann schaust, was passiert, wenn du für alles offen bist.

Aber das Entscheidende dabei ist, dass du lernst, deine Gedanken zu ignorieren: das, was du für richtig und falsch hältst; dass du das ignorierst, was du willst, und auch das ignorierst, was du nicht willst, sondern dass du in den Augenblick kommst und dann schaust, was passiert, wenn du für alles offen bist.

Und ich habe schon die unmöglichsten Sachen in diesem Leben versucht.

Manchmal hat mich das Leben davon abgehalten, und ich habe gemerkt: Ah, das soll nicht passieren. Und manchmal ist es aber geschehen und ich habe gemerkt: „Oh wow, interessant, das war jetzt richtig schön – aber wichtig war es auch nicht.”

Das Wichtige, das wahrhaftig Schöne, ist das Hiersein – nicht das, was man tut.

Deswegen sagen die Gurus, dass ein Guru nichts Falsches machen kann. Ein Mensch, der hier lebt und nicht in Gedanken – wie soll ich das erklären? –, der braucht nichts mehr, den zieht nichts mehr, was anderen Menschen schaden könnte.

Aber es ist nicht so, dass man dann nur noch richtige Sachen tut, sondern man entdeckt, dass alles, was geschieht, gut ist, auch die Sachen, die man für völlig verkehrt gehalten hat.

Dann geschehen mir manchmal Sachen, vor denen ich Angst hatte.

Dann geschehen mir manchmal Dinge, vor denen ich immer weglaufen wollte. Aber ich bleibe im Augenblick. Ich vergesse all meine Gedanken, all meine Bewertungen, und ich erlebe ganz pur und rein das, was jetzt gerade geschieht, und ich entdecke: „Wow, das ist ja überhaupt kein Problem”. Im Gegenteil: ich bin dankbar dafür.

Oder ich erlebe etwas, was ich unbedingt wollte, und ich erlebe: „Oh wow, das ist ja gar nicht so schön, wie ich dachte; es ist ja nichts.”

Du entdeckst, dass die Dinge weder ein Problem sind noch schön, noch wichtig.

Du entdeckst, dass die Dinge weder ein Problem sind noch schön noch wichtig. Du entdeckst, dass es nichts gibt, was du vermeiden musst, und nichts, was du bekommen oder erleben musst. Dieses Hiersein, dieses immer mehr dir selbst Näherkommen, das ist es, was zufrieden macht, das ist Nachhausekommen. Dann wird das Leben einfach.

Du entdeckst, dass es nichts gibt, was du vermeiden musst. Du entdeckst, dass es nichts gibt, was du bekommen oder erleben musst. Dieses Hiersein, dieses immer mehr dir selbst näher kommen, das ist es, was zufrieden macht. Das ist es, was glücklich macht.

Das ist das Nachhausekommen. Alles andere wird unwichtig.

Und dann wird das praktische Leben da draußen problemfrei und einfach.

Ich weiß nicht, ob das, was ich hier sage, für dich Sinn macht, aber das ist mein Erleben. Ich erlebe es immer wieder, ganz praktisch, seit Jahrzehnten, und vielleicht bekommst du einen kleinen Geschmack davon, was ich meine.

Aber letztlich wirst du es selbst ausprobieren und erleben müssen. Daran führt kein Weg vorbei.

Gedanken können das Leben nicht verstehen

Und du hattest noch einen letzten Satz, den ich beantworten möchte: „Und ist das bewusste Denken und die Vorstellungskraft nicht auch ein Geschenk Gottes, dessen Ebenbild der Mensch darstellen sollte?”

Die Gedanken und die Vorstellungskraft sind, in dem, wie ich das Leben erlebe, ein ganz armseliger Ersatz für das, was geschieht, wenn man sich dem Leben hingibt; für das, was geschieht, wenn man sich nach innen wendet und sich von den Flussufern führen lässt.

Die Gedanken sind nichts Schlechtes, sie sind praktische Hilfsmittel. Wenn du einen Nagel in die Wand schlagen willst, dann ist es gut zu wissen, wie man das macht, welche Werkzeuge man braucht. Die Gedanken sind eine ganz praktische Angelegenheit, ein Analysewerkzeug des Gehirns.

Die Gedanken sind nichts Schlechtes, sie sind praktische Hilfsmittel. Wenn du einen Nagel in die Wand schlagen willst, ist es gut zu wissen, wie man das macht, welche Werkzeuge man braucht. Die Gedanken sind ein Analysewerkzeug des Gehirns. Aber sie sind nicht dafür da, das Leben zu verstehen. Sie sind ein Teil im Leben.

Aber sie sind nicht dafür da, das Leben zu verstehen. Sie sind ein Teil im Leben.

Die Gedanken sind ein Teil dieser unglaublichen Maschine. Die Gedanken können die Maschine nicht verstehen. Die Gedanken können das Leben nicht verstehen – Gott.

Aber wenn du außerhalb der Gedanken lebst, dann bist du mit dem verbunden in dir, was das Leben ist, das Ganze.

Dann bist du mit dem verbunden, was das Leben versteht, ohne dass da für dich wahrnehmbar Verstehen stattfinden würde.

Man wird einfach geleitet auf mysteriöse Weise, auf unendlich passende, höchst intelligente Weise, ohne dass man selbst daran beteiligt ist und ohne dass die Gedanken daran beteiligt sind.

Probiere es aus: wage es, die Gedanken und die Vorstellungskraft einmal beiseite zu lassen und in dem zu ruhen, was sich im Vergleich dazu leer und nackt und völlig unbekannt anfühlt.

Die Wissenschaftler erleben das öfters.

Sie arbeiten mit ihrem Intellekt und mit ihrer Vorstellungskraft an diffizilen Problemen.

Sie wollen irgendetwas verstehen, was bisher noch kein Mensch verstanden hat, und sie kommen einfach nicht weiter.

Und sie geben alles. All ihre Energie, all ihre Weisheit wenden sie auf, all ihr Verstehen, und sie kommen nicht weiter.

Dann vergessen sie das alles, liegen in der Badewanne und entspannen, sinken einfach in sich hinein, vielleicht frustriert, vielleicht traurig, vielleicht einfach nur erschöpft. Und dann, plötzlich, kommt Verstehen.

Und wenn man diesen Weg einmal begonnen hat, wenn man jeden Tag meditiert – ich spreche von der Samarpan-Meditation, wenn ich sage, „wenn man meditiert” –, wo man lernt, eben diese Gedanken, die Vorstellungskraft, die Bilder, die Pläne, zu ignorieren und in dem zu ruhen, was so nichtssagend und wertlos erscheint, dann erlebt man mit den Jahren immer mehr, immer mehr, immer mehr, wie klein und unbedeutend die Gedanken sind. Und man staunt immer mehr über diese Führung, die einfach da ist.

Und in dem Maße, wie man das selbst immer mehr erlebt, wird es immer selbstverständlicher, sich auf diese Art und Weise führen zu lassen.

Dann wird man zu diesem Fluss, der einfach nur fließt und sich überhaupt keine Gedanken macht, wohin er fließen soll, weil er weiß: Er wird geführt durch die Ufer, durch die Erde.

Er kann einfach nur fließen. Er ist einfach nur da und lässt los, und dann geschieht das Fließen von selbst.

Der Weg vom Ego zur Seele

Und ich mache dieses Video und alle anderen Videos auch, um dir dafür Mut zu machen, um dich dazu zu inspirieren, das, was die Gedanken für völlig hirnverbrannt und verkehrt halten, auszuprobieren und das selbst zu erleben.

Dafür sind wir hier: um das selbst zu erleben, und jeder Mensch kann das selbst erleben. Wir leben in einer unglaublichen Zeit. Wir leben in einer Zeit, in der das jeder Mensch entdecken und erleben kann.

Letztlich – ja, die erste Frage, da ging es ums Ego.

Letztlich ist es dieser Weg vom Ego, von den Gedanken, hin zur Seele, hin zu dem, was sich das Ego und die Gedanken überhaupt nicht vorstellen können, als wären es zwei verschiedene Welten.

Und man kann nicht beschließen, jetzt kein Ego mehr zu sein. Man kann nicht beschließen: „Ab heute bin ich Seele, ab heute richte ich mich nur noch nach meinem Inneren”. Das sind auch wieder nur verkappte Gedanken.

Das Einzige, was man tun kann, ist, das, was man weiß und denkt, loszulassen und im Nichtwissen, in der scheinbaren Leere zu ruhen, in der gefühlten Unsicherheit, in dieser gefühlten Nacktheit; immer wieder, jeden Tag aufs Neue, dieses Wagnis einzugehen; jeden Tag, in jedem Augenblick das Ego, das da ist, die Gedanken, die da sind, zu ignorieren, sich von denen abzuwenden und sich dem zuzuwenden, was man nicht begreifen kann.

Das Einzige, was man tun kann, ist, das, was man weiß und denkt, loszulassen und im Nichtwissen ruhen, in der Unsicherheit, in der Nacktheit; immer wieder aufs Neue dieses Wagnis einzugehen, das Ego, die Gedanken zu ignorieren und sich dem zuzuwenden, was man nicht begreifen kann. Und dann, allmählich, erlebt man die Führung der Seele.

Und dann, allmählich, erlebt man die Führung der Seele.

Der Fluss kann die Ufer nicht sehen, aber er wird von ihnen geführt. So ist es für uns auch.

Und durch die Meditation oder durch andere Menschen, die schon Fluss sind, bekommst du den Mut und die Inspiration, das, was deine Gedanken und dein Ego für völligen Schwachsinn halten, doch auch einmal auszuprobieren.

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Und ich mache Videos, weil ich Freude daran habe, und vielleicht hilft es dir.

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Also sei dir treu und lerne dieses Selbst kennen, dem du treu sein kannst.

Es ist eine aufregende Reise, eine, die nie aufhört.

Ich freue mich so sehr, dass du da bist.

Ich liebe dich.