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Christmas Intensive: German Online Satsang of December 26, 2025

German with German subtitles.

German with automatic subtitles.

Topics: You have to do it yourself. It's okay to feel overwhelmed. Ignore thoughts like drunks. When an elephant steps into a hut. You can always be with yourself. The learning has already happened. Grief takes time. It's not about not being wrong. What to do when someone seeks closeness? Don't judge what happened. What is, needs no thought. Freedom from thoughts. Dealing with addiction. Let life be as it is. Rediscover enlightenment every day. Don't judge how well you meditate. A genuine yes, and the mind is unemployed. Invite feelings into your stillness. Don't take feelings seriously. Simple is right.

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About this Video:

This second Satsang of the Christmas Intensive was another profound experience for me, and the questions touched on the core issues of human struggle and searching – above all, the question of how to stem the flood of thoughts that reigns in our minds.

Actually, the question itself is the already problem, because it means taking thoughts seriously. Quote from the video: “You say that thoughts are so powerful and you can't manage to restrain them. You take your thoughts far too seriously. You don't need to do anything with them. You don't need to restrain them either. You don't need to turn them off. You don't need to make them less. By doing all of that, you are taking your thoughts far too seriously. Just don't pay any attention to them.”

To illustrate how this works in practice, I went on to tell a story that I had often heard from my master Soham. Quote:

“Imagine you see a drunk on your way home, and as drunks do, he is talking to himself and babbling. You don't stop and listen to this drunk person. No – you don't waste a second of your attention on them. And that's the way to deal with thoughts. You simply don't pay any attention to them.”

Fitting with the Christmas season, there were also various questions about the often difficult task of dealing with other people and how to feel connected and be part of the community. Here's another quote:

“Forget about others, at least for the moment, and connect with yourself. Close your eyes. Fall inward. Become still. Be calm within yourself. Get very close to yourself. Very still, very close, and even stiller, even closer. That's the direction. That's where the connection to yourself is; that's where the connection to everyone else is. When you're there... what more could you want?”

However, life is easiest without all the questions and expectations. I always turn to what is there. And one thing that is always there is me. That's why my favorite thing to do is to rest within myself. It always works, and it's always beautiful.

In this Satsang, I also spoke about how life is easy and simple – if you learn to say ‚'yes' to life. And this time, too, there were various questions about this, because the mind does not want to say 'yes', and for good reason: because with a 100% 'yes', your mind becomes unemployed. It brings you to yourself. That is the blessing. The situation is still the same: whether you say 'yes' half-heartedly or 'no' or 'yes' wholeheartedly, the situation remains the same. But when you say 'yes' wholeheartedly, you change—and everything is different.

Thank you for this wonderful, blessed Satsang. The magic that happens when people come together in truth touches and amazes me again and again. Thank you!

Complete German text:

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Tun musst du es selbst

[Dhyan Mikael:] Hallo. Herzlich willkommen zum Satsang. Ich freue mich, dass du da bist. Ich freue mich, dass ich da bin. Ich freue mich, dass wieder Satsang ist an diesem schönen Feiertagnachmittag.

Ja, heute ist der zweite Satsang vom Weihnachts-Intensive, und wie in jedem Satsang kannst du mich hier alles fragen, was dich interessiert zu deinem Leben, zu deinem spirituellen Weg. Es müssen keine heiligen Fragen sein, es können auch ganz normale Fragen sein.

Und zu Beginn dieses Satsangs möchte ich etwas dazu sagen, was ich hier überhaupt mache.

Ich kann dir nichts geben und ich kann auch deine Probleme nicht lösen. Das will ich auch gar nicht. Und es ist auch gar nicht notwendig. Alles, was ich tun kann, ist, dir von einer Richtung erzählen, von einer Richtung, die ich kennengelernt habe und von der ich weiß, dass sie funktioniert. Normalerweise schauen wir in die Welt. Wir schauen nach draußen.

Wir glauben, wir sind dieser Körper, und wir glauben, es ist wichtig, dass wir ein gutes Leben haben; dass im Leben bestimmte Dinge geschehen; dass im Leben bestimmte Dinge nicht geschehen – und dann bin ich glücklich. Aber so funktioniert es nicht, bei keinem Menschen. Und es gibt eine andere Richtung. Eine Richtung in die entgegengesetzte Richtung – nicht nach draußen, sondern nach innen.

Deswegen erzähle ich so oft von der Samarpan-Meditation. Das ist die Übung, bei der wir lernen, was das überhaupt bedeutet: nach innen gehen. Denn wir wissen das nicht.

Alles, was ich tun kann, ist, dir davon zu erzählen. Alles, was ich tun kann, ist, mit dir gelegentlich Zeit zu verbringen in einem Video, in einem Satsang, damit du spüren kannst, ob das etwas für dich ist; damit du spüren kannst: „Ah, das interessiert mich.” Aber tun musst du es selbst. Ich bin immer für dich da, du kannst mich immer fragen. Ich werde immer antworten – manchmal dauert das eine Weile – aber tun, das musst du selbst.

Ich bin unendlich geduldig. Ich werde gerne dieselbe Frage von dir immer und immer noch einmal beantworten. Aber das ist nicht gut. Wenn du einmal hörst, wie es geht, dann musst du es tun. Ich erinnere dich gerne, wenn du es vergessen hast – aber dann musst du es wieder tun.

Das kann keiner für dich machen. Deswegen bist du hier.

Und ich erzähle das heute deswegen, weil mir manche Menschen immer wieder das Gleiche schreiben und mir immer wieder das gleiche Leid klagen. Und ich habe damit überhaupt kein Problem. Mich dauert es für den Menschen, aber mich betrübt es nicht. Ich bin gerne für dich da. Aber es ist nicht gut für dich, wenn du das tust.

Wenn du einmal hörst, wie es geht, nimm das, nimm dieses Wissen, und tu es, so gut du kannst. Natürlich machst du es immer verkehrt. Du vergisst es wieder. Du weißt überhaupt nicht, wie das funktionieren soll – aber fang an, mach's, egal wie. Natürlich machst du es verkehrt, aber das ist egal.

Keiner kann dieses Wollen ersetzen. Swamiji, das ist der Guru, der die Samarpan-Meditation aus dem Himalaya in die Gesellschaft bringt, der sagt: der Guru kann alles tun, er kann alle deine Probleme lösen – aber du machst natürlich neue –, aber eines kann er nicht: er kann nicht machen, dass du meditieren willst.

Wenn du in seine Nähe kommst, dann wendest du dich automatisch nach innen. Wenn du beginnst zu meditieren, dann bringt dich das nach innen. Aber das Wollen, das muss von dir kommen. Dieser Hunger, diese Entschlossenheit, diese Sturheit, „ich will es wissen, obwohl ich überhaupt nicht weiß, was das alles soll”, dieser Hunger, den kann dir keiner geben. Den musst du mitbringen an dem Tisch.

Das heißt: ich bin völlig hilflos. Ich erzähle dir gerne, wie es funktioniert. Ich erzähle dir gerne, wie es für mich war und ist. Und ich mache das gerne immer wieder, immer wieder. Aber für dich ist es wichtig, dass du dieses Wollen hast – und es dann auch tust.

Sonst entwickelt sich eine Gewohnheit, etwas Wertvolles zu hören und dann doch wieder mit dem Alten weiterzumachen. Und wenn man das drei-, vier-, fünfmal so macht, dann wird es zur Gewohnheit, und dann spürst du die Wahrheit nicht mehr, und dann reicht dich keiner mehr. Und das wäre schade.

Es ist in Ordnung, überfordert zu sein

Ja, so viel als kleine Einleitung. Simone, grüß dich. Ich freue mich, dass du dabei bist. Hast du Fragen?

[Simone:] Ja, ich freue mich auch sehr. Danke dafür. Ja, ich habe viele Fragen.

[Dhyan Mikael:] Ah, wie schön, das freut mich sehr. Dann schieß doch los.

[Simone:] Gerne. Die erste Frage ist von Yoyo. Er hatte sich gestern schon gemeldet.

[Dhyan Mikael:] Ja, ich erinnere mich.

[Simone:] Genau. Und jetzt schreibt sie oder er, dass der zweite Teil der Frage nicht übertragen wurde.

[Dhyan Mikael:] Bitte.

[Simone:] „Hallo Mikael. Ich hatte gestern schon einmal zu meinem dementen Vater etwas gefragt, leider wurde der zweite Teil meiner Frage nicht übertragen. Ich hatte gesagt, wie schwer es mir fällt, ihn so zu sehen. Jetzt kamen sogar Gedanken, ob er bald stirbt. Will ich ihm mit solchen Gedanken Leid sparen – oder mir? Was bedeutet das? Mich schmerzt es, so etwas Schlimmes zu denken, zu wünschen.”

[Dhyan Mikael:] Danke, Yoyo. Ja, du bist hilflos. Es ist nichts verkehrt daran, sich überfordert zu fühlen mit deinen Gefühlen oder mit dem, was du da siehst. Ich sagte dir gestern: kümmere dich gut um dich selbst, auch wenn es sich verkehrt anfühlt.

Das ist das Erste, was du tun musst – immer das Erste. Kümmere dich um dich selbst, sonst bist du für niemanden eine Hilfe, auch nicht für deinen dementen Vater. Gib dir die Erlaubnis, dich so gut, wie du nur kannst, um dich selbst zu kümmern. Das ist eine allererste Aufgabe.

Kümmere dich gut um dich selbst, auch wenn es sich verkehrt anfühlt. Das ist das Erste, was du tun musst – immer das Erste. Sonst bist du für niemanden eine Hilfe, auch nicht für deinen dementen Vater. Gib dir die Erlaubnis, dich so gut, wie du nur kannst, um dich selbst zu kümmern. Das ist eine allererste Aufgabe.

Und mach dir keine Sorgen wegen deinen Gedanken. Die brauchst du nicht ernst nehmen. Man denkt allen möglichen Müll, wenn der Tag lang ist. Und dein Vater wird sterben, früher oder später, so wie du, so wie ich, so wie wir alle.

Und er wird nicht früher sterben, weil du einmal solch einen Gedanken gehabt hast. Mach dir keine Sorgen.

Es ist in Ordnung, sich total überfordert und hilflos zu fühlen. Es ist völlig in Ordnung.

Du brauchst nicht stark sein. Du brauchst nicht fähig sein, damit umzugehen. Aber es ist hilfreich, wenn du damit, wie du bist und wie es für dich ist, einfach Frieden schließt: „Okay, so bin ich. Ich bin nicht so, wie ich sein sollte – ich bin so.” Natürlich solltest du nicht auf eine bestimmte Weise sein, aber ganz tief unten drinnen, da denken wir so etwas, und das plagt uns dann.

Es ist in Ordnung, sich überfordert und hilflos zu fühlen. Du brauchst nicht stark sein. Aber es ist hilfreich, wenn du damit einfach Frieden schließt: „Okay, so bin ich. Ich bin nicht so, wie ich sein sollte.” Natürlich solltest du nicht auf eine bestimmte Weise sein, aber ganz tief unten drinnen, da denken wir so etwas, und das plagt uns dann.

Manchmal ist es einfacher, jemanden zu lieben, wenn man Abstand hat. Dieses Recht nehme ich mir auch heraus.

Manchmal ist es einfacher, jemanden zu lieben, wenn man Abstand hat.

Dazu ermutige ich dich: sorge für dich. Und dann, wenn du das gut kannst und dann noch etwas übrig ist von deiner Kraft, von deiner Liebe, von deiner Zeit, von deinem Enthusiasmus, von deiner Lebenslust, dann kannst du das mit anderen teilen. Aber fang bei dir an. Nimm dir Zeit zu meditieren. Nimm dir Zeit, diese Verbindung zu deiner Seele zu pflegen.

Der Rest ergibt sich dann von selbst.

Dazu ermutige ich dich: sorge für dich. Wenn dann noch etwas übrig ist von deiner Kraft, deiner Liebe, deiner Zeit, von deinem Enthusiasmus und deiner Lebenslust, dann kannst du das mit anderen teilen. Aber fang bei dir an. Nimm dir Zeit zu meditieren. Nimm dir Zeit, diese Verbindung zu deiner Seele zu pflegen. Der Rest ergibt sich dann von selbst.

Danke, dass du noch einmal gefragt bist. Frohe Weihnachten, an dich und auch an alle anderen hier.

Gedanken wie Betrunkene ignorieren

Simone, magst du weiter vorlesen?

[Simone:] Ja, gerne. Die nächste Frage ist von Sabine.

[Dhyan Mikael:] Hallo Sabine. Schön, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich hatte gestern geschrieben, wie sehr meine Gedanken mich stressen und wie mein Körper mit Enge, Unruhe, Anspannung und so weiter reagiert. Es ist so, dass es nicht nur manchmal so ist, sondern fast ständig. Ich habe so Angst, dass mein Körper es bald nicht mehr aushalten kann und ich vielleicht einen Herzinfarkt bekomme, weil die Anspannung so groß ist. Ich schaffe es nicht, meine Gedanken einzuschränken. Sie sind so mächtig.”

[Dhyan Mikael:] Danke.

Weißt du... Ich sagte dir das ja gestern schon. Du brauchst dir keine Sorgen wegen deinem Körper machen. Der kümmert sich ganz gut um sich selbst. Wenn es dem zu viel wird, dann weiß der sich zu helfen. Aber du sagst, die Gedanken sind so mächtig, und es gelingt dir nicht, sie einzuschränken.

Da nimmst du die Gedanken viel zu ernst. Du brauchst mit den Gedanken nichts zu tun. Du brauchst sie auch nicht einschränken. Du brauchst sie nicht abstellen. Du brauchst sie nicht weniger machen. Mit all dem nimmst du die Gedanken viel zu wichtig. Schenke ihnen einfach keine Beachtung.

Du sagst, die Gedanken sind so mächtig, und es gelingt dir nicht, sie einzuschränken. Da nimmst du die Gedanken viel zu ernst. Du brauchst mit ihnen nichts zu tun, sie nicht einschränken und nicht abstellen. Du brauchst sie nicht weniger machen. Mit all dem nimmst du die Gedanken viel zu wichtig. Schenke ihnen einfach keine Beachtung.

Soham, mein Meister, hat einmal folgendes Bild genommen. Stell dir vor, du bist abends aus, essen, mit deinem Freund, und dann gehst du nach Hause, und auf dem Nachhauseweg siehst du, wie irgendwo ein Betrunkener herumsteht. Und wie es manche Betrunkene so machen: die reden dann mit sich selbst und brabbeln vor sich hin. Du bleibst nicht stehen und hörst diesem Betrunkenen zu, um herauszufinden, was der da sagt.

Nein – du verschwendest nicht eine Sekunde deiner Aufmerksamkeit an das, was der da vor sich hin brabbelt. Du gehst einfach weiter. Und das ist die Art und Weise, wie man mit den Gedanken umgeht. Du schenkst ihnen einfach keine Beachtung. Wir sind es gewohnt, die Gedanken unglaublich ernst zu nehmen, als wären sie richtig und wichtig. Wir verhalten uns fast so, als dürften wir auf keinen Fall einen Gedanken verpassen – es könnte ja etwas Wichtiges dabei sein. Aber das ist alles unnötig. Ignoriere sie einfach.

Auf dem Nachhauseweg siehst du einen Betrunkenen, und der redet mit sich selbst und brabbelt vor sich hin. Du bleibst nicht stehen und hörst diesem Betrunkenen zu. Nein – du verschwendest nicht eine Sekunde deiner Aufmerksamkeit daran. Und das ist die Art und Weise, wie man mit den Gedanken umgeht. Du schenkst ihnen einfach keine Beachtung.

Das kann jeder.

Und dann wird es leichter.

Wir sind es gewohnt, die Gedanken unglaublich ernst zu nehmen, als wären sie richtig und wichtig. Wir verhalten uns fast so, als dürften wir auf keinen Fall einen Gedanken verpassen – es könnte ja etwas Wichtiges dabei sein. Aber das ist alles unnötig. Ignoriere sie einfach. Das kann jeder. Und dann wird es leichter.

Und dann ignorierst du auch den Gedanken, der dir ständig einreden will...

Die Gedanken sagen dir: wenn du weiterhin so viel denkst, dann schadet es dem Körper. Und diese Gedanken ignorierst du auch. Und dann steigst du lieber in eine heiße Badewanne und entspannt den armen, gestressten Körper. Und das, was ich dir hier sage, das ist nichts, was man einmal macht und dann ist es erledigt. Weißt du... Wir haben eine lebenslange Angewohnheit – es ist nichts Schlimmes, es ist einfach nur eine Angewohnheit –, unsere Aufmerksamkeit den Gedanken zu schenken.

Wir haben die Angewohnheit, das, was diese Gedanken da sagen, dieser Betrunkene, ihm zuzuhören. Das ist einfach eine Angewohnheit. Und da wir das ein Leben lang schon tun und unsere Eltern das Gleiche gemacht haben und wir in unserem letzten Leben auch, deswegen ist es für uns so normal, dass wir gar nicht wissen, dass es auch anders geht. Wir haben es vergessen. Und deswegen braucht es eine Weile, um sich etwas anderes anzugewöhnen. Deswegen ist die Meditation so hilfreich.

Dann setzt du dich hin und übst eine halbe Stunde lang jeden Morgen etwas anderes, nämlich, deine Aufmerksamkeit nicht auf die Gedanken, sondern ein Stockwerk höher aufs Kronenchakra zu richten. Und das klappt natürlich nicht, weil du es nie geübt hast, aber das ist völlig egal. Du übst es einfach, immer wieder, immer wieder, jeden Tag aufs Neue.

Wir haben eine lebenslange Angewohnheit, unsere Aufmerksamkeit den Gedanken zu schenken. Und da wir das schon ein Leben lang tun, ist es für uns so normal, dass wir vergessen haben, dass es auch anders geht. Und deswegen braucht es eine Weile, um sich etwas anderes anzugewöhnen. Deswegen ist die Meditation so hilfreich.

Also: nimm deine Gedanken nicht ernst, und nimm auch dieses neue Vorhaben, dieses neue Hobby, jetzt nicht auf die Gedanken zu achten, sondern auf etwas Neues, auf diesen Punkt in deinem Körper, wo keine Gedanken sind, hier aufs Kronenchakra... Nimm auch das nicht ernst. Es ist einfach ein neues Spiel, das du spielst.

Das ist das Allerhilfreichste: wenn du es nicht ernst nimmst. Und ich sagte dir ja gestern schon: dieser Körper ist so angespannt, schon sein Leben lang. Warum? Ich weiß es nicht. Und ich kümmere mich, so gut ich kann, um den Körper, und ich kümmere mich auch, so gut ich kann, darum, die Gedanken, die da sind, überhaupt nicht ernst zu nehmen.

Aber was weiß ich, wo die herkommt, die Anspannung... Sie ist einfach da. Und je weniger ich sie ernst nehme, je weniger Gedanken ich mir darum mache, desto leichter hat es mein Körper damit. Sei geduldig mit dir. Sei ganz geduldig mit dir. Es ist alles in Ordnung.

Nimm deine Gedanken nicht ernst, und nimm auch dieses neue Vorhaben, dieses neue Hobby, nicht mehr auf sie zu achten, sondern auf diesen Punkt in deinem Körper, wo keine Gedanken sind, hier aufs Kronenchakra... Nimm auch das nicht ernst. Es ist einfach ein neues Spiel, das du spielst. Das ist das Allerhilfreichste: wenn du es nicht ernst nimmst.

Ich freue mich, dass du da bist. Danke, dass du dich heute noch einmal gemeldet hast.

Wenn ein Elefant in eine Hütte tritt

Ja, wir haben so ein... Meistens wissen wir das überhaupt nicht, aber wir haben eine Art spirituelles Idealbild in uns drin. Wir glauben: „Okay, wenn ich es richtig anstelle, dann ist mein Körper gesund, dann habe ich keine Anspannung mehr, ich bin super entspannt, alles ist einfach.” Aber so ist es nicht.

Nimm dich so an, wie du bist. Mehr brauchst du nicht tun.

Vergleich dich nicht mit irgendeinem Idealbild, das du im Kopf hast. Vergleich dich auch nicht mit anderen Menschen, sondern sei so, wie du bist. Angespannt? Okay! Dieser Körper ist so angespannt. Der ist so verdreht, der ist so krumm und schief und... So ist er halt. Ich bin froh, dass ich ihn habe. Ich bin dankbar, unendlich dankbar. Und ich möchte dir am Schluss noch ein Letztes sagen. Weißt du, es ist dir vielleicht nicht bewusst, aber was du in diesem Leben vorhast – und ich weiß, dass du das vorhast, sonst wärst du nicht hier im Satsang...

Es gibt nur sehr, sehr wenige Menschen, die sich in einen Satsang verirren. Und Menschen verirren sich in einen Satsang – manche verstehen überhaupt nicht, was sie hier überhaupt wollen – weil die Seele dorthin will; weil die Seele für dieses Leben den Entschluss gefasst hat: „Jetzt will ich es wissen. Jetzt will ich wissen, was das hier alles soll. Ich will nach Hause.” Und dieses Vorhaben, das hat es in sich. Und um das zu erreichen, um nach Hause zu kommen, dazu ist einiges notwendig – und das passiert alles von selbst.

Wir haben ein spirituelles Idealbild. Wir glauben: „Wenn ich es richtig anstelle, dann ist mein Körper gesund, ich bin super entspannt, alles ist einfach.” Aber so ist es nicht. Nimm dich so an, wie du bist. Mehr brauchst du nicht tun. Vergleiche dich nicht mit irgendeinem Idealbild und auch nicht mit anderen, sondern sei so, wie du bist. Angespannt? Okay!

Aber deswegen haben gerade die Menschen, die auf dem spirituellen Weg sind und die am Erwachen sind, oft ein sehr intensives Leben. Es ist, als müssten da noch ganz viele Altlasten durchlebt werden – fast möchte man meinen, im Turbogang. Und irgendwo stimmt das auch. Und es ist einfach intensiv. Und diese armen Körper, die machen mit, so gut sie können. Und sie sind so treu und so willig. Deswegen ist es kein Wunder, dass wir angespannt sind und schief und krumm und verspannt.

Um nach Hause zu kommen, ist einiges notwendig – und das passiert alles von selbst. Deswegen haben Menschen, die auf dem spirituellen Weg sind, oft ein sehr intensives Leben. Es ist, als müssten viele Altlasten durchlebt werden. Und diese Körper machen mit, so gut sie können. Deswegen ist es kein Wunder, dass wir schief und krumm sind und verspannt.

Ich glaube es war bei Papaji, wo jemand... Papaji war auch ein indischer Meister, ein ganz, ganz toller Mensch. Und ein Schüler fragte ihn einmal genau zu diesem Thema: „Warum ist der Körper überhaupt nicht perfekt, sondern im Gegenteil krumm und schief und belastet und verspannt?” Und dieser Meister, ich bin mir nicht ganz sicher, ob es Papaji war, der sagte: „Wenn ein Elefant in eine kleine Hütte tritt, dann ist diese kleine Hütte nie wieder dieselbe.” Und so ist es mit diesen Körpern. Gott kommt in diese Körper. Du bist dabei, zu entdecken, wer du wirklich bist.

Und da wird Platz gemacht in alle Richtungen, und da wird sauber gemacht und ausgemistet. Ja, und diese armen Körper, diese Hütten, die platzen aus allen Nähten, und so ist es einfach.

Ein Schüler fragte diesen Meister: „Warum ist der Körper nicht perfekt, sondern im Gegenteil krumm, schief, belastet und verspannt?” Und er sagte: „Wenn ein Elefant in eine kleine Hütte tritt, dann ist sie nie wieder dieselbe.” Und so ist es mit diesen Körpern. Gott kommt in diese Körper, und diese armen Körper platzen aus allen Nähten.

Danke, dass du da bist.

Simone, fahr gerne fort, wenn du noch eine Frage hast.

[Simone:] Ja, das hat mir sehr gut gefallen mit der Hütte.

[Dhyan Mikael:] Ja, es geht uns allen so.

Mein Meister Soham, ich kenne ihn ganz intim. Ich habe mit ihm gelebt. Ich weiß, wie er als Mensch und als Körper ist. Da ist nichts perfekt. Aber der Gott, der durch ihn durchkommt, der ist gigantisch. Und der Körper, der schafft es gerade so, sich zusammenzuhalten und auf den Beinen zu bleiben. Das ist alles, was wir brauchen: dass sie gerade noch so mitmachen.

Du kannst immer bei dir sein

So, bitte, Simone. Fahre fort.

[Simone:] die nächste Frage ist von Nadine.

[Dhyan Mikael:] Nadine, hallo. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Geliebter Mikael. Weihnachtszeit, Erwartungszeit – zumindest für mich, und ich spüre dieses Jahr besonders heftig, wie schwer es mir fällt, mir treu zu sein. Ich habe das Gefühl, das Gefühl nicht aushalten zu können, wenn andere von mir enttäuscht sind. Es ist so anstrengend. Hast du ein paar Worte für dich? Danke, Nadine. P.S.: ich freue mich schon sehr aufs Neujahrsretreat.”

[Dhyan Mikael:] Mhm. Ich auch. Ich freue mich so sehr. Am Dienstag sitze ich im Zug. Ich komm schon zwei Nächte vorher an in dem Örtchen dort oben im Taunus, damit ich da ankommen kann und dann ganz entspannt am Donnerstag den Retreat beginnen kann. Und ich freue mich total drauf. Was für eine schöne Art und Weise, den Jahreswechsel zu begehen.

Ja, ich erzähle dir gerne, wie ich das mache mit den Erwartungen der anderen. Ich habe das hier natürlich auch.

Ich lebe gern mit meiner Partnerin und den Kindern zusammen. Ich mag das. Aber mir reicht der ganz normale Alltag. Das ist für mich eine ganz innige und liebevolle und bereichernde Art des Zusammenseins. Ich brauche nichts extra. Allein, dass wir im selben Haus sind und Mahlzeiten zusammen einnehmen, ab und zu einmal zusammen kochen, das ist für mich schon genug. Aber dann gibt es von anderen Menschen oft diese Extraerwartungen, etwas zusammen zu machen, dies und jenes, und dann natürlich gerade an Weihnachten.

Das hatte ich heute und gestern auch. Und ich mache das so... Ich mache das, was für mich am einfachsten ist. Vorhin zum Beispiel haben wir einen gemeinsamen Spaziergang gemacht nach dem gemeinsamen Frühstück. Das ist mir eigentlich zu viel Gemeinsamkeit, aber ich bin mit diesen Menschen verbunden. Die sind mir nicht Einerlei. Das heißt: wenn die enttäuscht sind von mir, dann spüre ich das, und dann ist mir das auch nicht angenehm.

Mir ist es natürlich auch nicht angenehm, wenn ich das tue, was ich nicht wirklich will, aber es ist auch nicht schlimm, so ein Spaziergang. Er war wirklich schön, die Sonne strahlte... Es war ein schöner Spaziergang. Und ich mache es dann einfach so... Ich schaue in jeder Situation: was ist für mich gerade das Beste und Einfachste? Ich versuche nicht, sozusagen „spirituell korrekt” zu handeln, sozusagen, „ich muss mir jetzt treu sein; ich muss das machen, was ich will.” Nein; überhaupt nicht.

Ich schaue: wo fließt dieser Fluss jetzt gerade hin? Der Fluss fließt immer dem Flussbett entlang. Das ist der einfachste Weg. Wasser fließt immer den einfachsten Weg. Da, wo es am leichtesten nach unten geht, da fließt das Wasser. Und manchmal ist es gar nicht im Flussbett, sondern woanders, weil es da leichter geht. Und so mache ich das. Und dann merke ich: also, jetzt zu sagen, „nein, ich mache nicht mit, ich gehe in mein Büro und mache meinen eigenen Stiefel”... Dann merke ich: das kann ich gerade nicht.

Das macht mir jetzt gerade keine Freude. Ja, ich würde es schon wollen. Wenn ich mich ganz frei fühlen würde, würde ich das wahrscheinlich tun – aber es macht mir keine Freunde. Also geh ich mit, und dann bin ich ganz da dabei, und dann genieße ich das. Im Grunde ist es egal, was ich mache. Weißt du, ob ich jetzt im Büro sitze oder mit anderen Menschen spazieren gehe, es ist einerlei – ich ruhe in mir, und das kann ich überall tun. Und das ist das Allerwichtigste. Du kannst in dir ruhen, egal was passiert, egal was die Leute von dir wollen.

Im Grunde ist es egal, was ich mache. Weißt du, ob ich jetzt im Büro sitze oder mit anderen Menschen spazieren gehe, es ist einerlei – ich ruhe in mir, und das kann ich überall tun. Und das ist das Allerwichtigste. Du kannst in dir ruhen, egal was passiert, egal was die Leute von dir wollen.

Und so mache ich das. Und deswegen weiß ich auch nie, was es bedeutet, mir treu zu sein. Ich weiß eigentlich ziemlich genau, was ich will. Das kann ich recht gut vorhersagen. Aber was dann in einer Situation wirklich das ist, was meine Seele will – so sage ich es einmal; was das Einfachste, das Angenehmste ist; das, was mir in dem Moment Freude macht –, das sagt mir immer erst die Situation, immer erst der Moment.

Und deswegen weiß ich nie, was es bedeutet, mir treu zu sein. Ich weiß ziemlich genau, was ich will. Aber was in einer Situation das ist, was meine Seele will, das sagt mir immer erst die Situation, immer erst der Moment.

Ja... Aber das Wichtigste ist, dass du entdecken kannst, dass du immer bei dir sein kannst; dass das vollkommen unabhängig ist von dem, was du tust und wo du bist und ob du alleine bist, ob du mit anderen Menschen zusammen bist.

Das heißt aber auch nicht, dass ich jetzt ständig das mache, was andere Leute wollen. Wie gesagt: da gibt es keine Regeln. Das entdecke ich in jedem Moment immer wieder neu.

Das Wichtigste ist, zu entdecken, dass du immer bei dir sein kannst; dass das vollkommen unabhängig ist davon, was du tust und wo du bist, ob du alleine bist, ob du mit anderen zusammen bist. Das heißt aber auch nicht, dass ich ständig das mache, was andere wollen. Da gibt es keine Regeln. Das entdecke ich in jedem Moment immer wieder neu.

Manchmal entdecke ich dann: „Oh wow, ich muss mich wirklich besser um mich kümmern. Ich muss da ein bisschen sturer sein.” Manchmal entdecke ich: „Hey, ich vertrage ja viel mehr an Mitmachen, als ich eigentlich wusste.” Mal lerne ich das in diese Richtung, mal in diese. Es ist immer neu. Deswegen ist es das Beste, du machst keine Regeln für dich, sondern spielst damit in jeder Situation. Und noch einmal: du kannst immer bei dir sein, egal wo du bist.

Das ist das Einzige, was wirklich wichtig ist.

Du kannst immer bei dir sein, egal wo du bist. Das ist das Einzige, was wirklich wichtig ist.

Ja, so mache ich das. Vielleicht hilft es dir ja beim nächsten Familiennachmittag. Danke, Nadine. Und wenn du dazu noch eine Frage hast, falls da noch irgendetwas unklar geblieben ist für dich oder du noch etwas ganz Konkretes hast, ein ganz konkretes Beispiel, was dir vorschwebt, wo du nicht weißt, was du tun sollst, dann frag gerne noch einmal. Ich freue mich, dass du da bist. Danke.

Das Lernen ist bereits geschehen

Simone?

[Simone:] Ja. Die nächste Frage ist von Hayam.

[Dhyan Mikael:] Hallo, Hayam. Schön, dass du da bist. Grüß dich.

[Simone:] „Lieber Mikael, danke dir von Herzen für die Weihnachtsintensives und dafür, dass du da bist. Unsere geliebte Katze ist vor zwei Wochen nach sehr langer Krankheit Gott sei Dank auf natürlichem Wege gestorben und wir sind tieftraurig, aber auch unglaublich dankbar für die wundervollen Jahre mit ihr. Gleichzeitig quälen uns jetzt massive Schuldgefühle, ob wir ihr in den letzten Monaten zu viele Arztbesuche und Medikamente zugemutet haben.

Sie hatte die Maßnahmen vehement abgelehnt und wir denken, dass wir damit gegen ihren Willen und ihr Wohlergehen gehandelt haben, denn sie schien viel zufriedener, als wir sie in den letzten Tagen ihren eigenen Weg gehen ließen. Zusätzlich wirkt ihr Katzenbruder einsam und klagt seitdem maunzend, und in einer Tierkommunikation zeigte sich sein Wunsch nach einem jungen Kätzchen.

Das jedoch wollen wir nicht, aber sein Zustand macht uns wirklich zu schaffen. Wir geben ihm größtmögliche Aufmerksamkeit und Liebe. Es scheint nicht das Richtige zu sein. Lieber Mikael, kannst du uns bitte helfen, wie wir uns selbst liebevoll unterstützen können, ohne uns von den quälenden Schuldgefühlen, Zweifeln und dem Entscheidungsdruck Thema 'Neues Kätzchen' leiten zu lassen? Danke dir.”

[Dhyan Mikael:] Ah, danke, Hayam. Ich mag diese praktischen Fragen sehr. Das ist überhaupt gar kein Problem. Schau, es ist so. Du bist in einer Situation, und in der Situation tust du das Beste, was du kannst – immer. Hinterher, 5 Minuten später schon, bist du schlauer, und wenn du dann mit diesen neuen Augen in die Vergangenheit schaust, siehst du natürlich, dass du es hättest anders machen können.

Aber als du in der Situation warst, hast du das getan, was du konntest. Und deswegen mache ich mir niemals Gedanken darüber, was ich falsch gemacht habe. Ich lerne natürlich aus allem, was ich tue, aber ich schaue nicht zurück und denke, „warum habe ich das nur gemacht?” Nein. Ich weiß: damals habe ich genau das gemacht, was ich konnte.

Du tust immer das Beste, was du kannst. Hinterher bist du schlauer, und wenn du mit diesen neuen Augen in die Vergangenheit schaust, siehst du, dass du es hättest anders machen können. Aber als du in der Situation warst, hast du getan, was du konntest. Deswegen mache ich mir niemals Gedanken darüber, was ich falsch gemacht habe.

Mehr geht nicht.

Deswegen mache dir niemals auch nur einen einzigen Gedanken über die Vergangenheit. Vergiss sie – radikal: basta, weg.

Und du hast gelernt. Du hast gelernt. Am Schluss hat dir die Katze gezeigt, was sie lieber mag, und jetzt weißt du es. Und falls du jemals wieder in solch einer Situation sein solltest mit einer schwerkranken Katze, dann weißt du mehr, und dann wirst du wahrscheinlich neue Wege gehen. Aber vergiss die Vergangenheit. Und du brauchst dir keine Sorgen machen. Das Lernen geschieht trotzdem: das Lernen ist bereits geschehen, während du das damals erlebt hast.

Du brauchst dich nicht daran erinnern und jetzt im Nachhinein dein Verhalten analysieren und kritisieren, um daraus zu lernen. Das Lernen ist bereits geschehen. Also vergiss die Vergangenheit. Ich bin da radikal. Und ich habe es von meinem Meister Soham gelernt. Alle um ihn herum haben sich natürlich ständig Gedanken gemacht über das, was sie einmal gemacht haben und auch über das, was er gemacht hat. Und er wollte davon nie auch nur einen Ton hören. Und es ist so eine Erleichterung, so eine Entlastung.

Vergiss die Vergangenheit. Das Lernen geschieht trotzdem: es ist bereits geschehen, während du es damals erlebt hast. Du brauchst dich nicht daran erinnern und im Nachhinein dein Verhalten analysieren und kritisieren, um daraus zu lernen. Das Lernen ist bereits geschehen. Also vergiss die Vergangenheit. Ich bin da radikal.

Und dann kann man nämlich jetzt hier sein und jetzt noch besser das Richtige tun, anstatt über die Vergangenheit nachzudenken und jetzt wieder irgendetwas falsch zu machen. Also: vergiss die Vergangenheit. Denk nicht darüber nach, was du getan hast. Und wenn du es trotzdem tust, ist das Resultat immer das, was du erlebst. Das ist immer das Gleiche: „Ich hätte es doch anders machen können. Warum habe ich das nur so gemacht?” Aber es stimmt nicht. Es ist eine Lüge. Du hättest es nicht anders machen können. Du wusstest es nicht besser.

Vergiss die Vergangenheit. Denke nicht darüber nach, was du getan hast. Und wenn du es trotzdem tust, ist das Resultat immer dasselbe: „Ich hätte es doch anders machen können. Warum habe ich das nur so gemacht?” Aber es stimmt nicht. Es ist eine Lüge. Du hättest es nicht anders machen können. Du wusstest es nicht besser.

Und das ist eine Wahrheit, die uns sehr fremd vorkommt, weil es in der Welt, in unserer Gesellschaft, ganz normal ist und ganz üblich ist, alles zu hinterfragen. Und jeder hinterfragt jeden, jeder kritisiert das, was andere Menschen in der Vergangenheit gemacht haben – hier in Deutschland ganz besonders. Und es führt zu nichts.

Vergiss die Vergangenheit – radikal. Wirklich: du musst da radikal sein, sonst erwischen dich deine Gedanken immer wieder.

Und das ist eine Wahrheit, die uns sehr fremd vorkommt, weil es so normal und üblich ist, alles zu hinterfragen. Jeder hinterfragt jeden, jeder kritisiert das, was andere in der Vergangenheit gemacht haben – hier in Deutschland ganz besonders. Und es führt zu nichts. Vergiss die Vergangenheit – radikal.

Trauern braucht Zeit

Und was das Kätzchen anbelangt, was ihr jetzt habt.. Schau, es ist ganz einfach. Wenn jemand stirbt, dann braucht es eine lange Zeit, bis man... Man nennt es Trauerzeit. Trauerzeit ist ein Neuarrangieren des Innenlebens.

Wenn ein langjähriger Ehepartner stirbt, dann braucht derjenige, der das überlebt, mehr oder weniger ein Jahr – daher kommt dieses alte Trauerjahr –, um sich neu zu sortieren, weil es ist, als würde ein Teil von einem selbst sterben, wenn man mit jemandem zusammenlebte. Und das braucht einfach nur Zeit. Das braucht keinen neuen Partner – das braucht einfach Zeit. Und so ist es mit deinem Kätzchen auch.

Wenn ein langjähriger Ehepartner stirbt, dann braucht derjenige, der das überlebt, mehr oder weniger ein Jahr – daher kommt das Trauerjahr –, um sich neu zu sortieren, weil es ist, als würde ein Teil von dir sterben. Und das braucht einfach nur Zeit. Das braucht keinen neuen Partner – es braucht einfach Zeit. Und so ist es mit deinem Kätzchen auch.

Denk nicht darüber nach. Liebe das Kätzchen, liebe die Katze, so gut du kannst, und lass die Zeit vergehen. Es wird gar kein Jahr dauern. Katzen sind da schneller. In einem halben Jahr ist die wie ausgewechselt, du wirst sehen.

Es ist ganz natürlich, dass die jetzt die verstorbene Katze vermisst. Daran ist nichts verkehrt. Dieses Trauern, dieses Jammern, ist unsere Art und Weise, damit zurechtzukommen und es zu verarbeiten, und alles, was geschehen muss, ist, dass Zeit vergeht. Und dann sind wir wie neu.

Und so ist es mit Katzen auch.

Das Einzige, was überhaupt nicht hilft, ist, sich Gedanken darüber zu machen, aber das weißt du ja.

Ich freu mich, dass du da bist. Schön, dass du gefragt hast. Frohe Weihnachten.

Es geht nicht darum, nicht verkehrt zu sein

[Simone:] Dann gibt es noch eine Frage von Bholenath.

[Dhyan Mikael:] Hallo. Den Namen habe ich nicht verstanden, aber ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] Bholenath

[Dhyan Mikael:] Bholenath, hallo. Grüß dich.

[Simone:] „Wie ist deine Erfahrung mit Scham und Selbstverurteilen?”

[Dhyan Mikael:] Damit habe ich viel Erfahrung.

Sobald wir anfangen zu denken, verurteilen wir uns selbst. Das ist das, was wir Menschen tun.

Es ist so menschlich und so alt, dass es sogar in der Bibel steht. Da ist diese Geschichte –– die kennst du vielleicht, vielleicht hast du von der schon gehört: die Geschichte aus dem Paradies mit Adam und Eva. Und diese Geschichte erzählt die Zeit in der Entwicklung der Menschheit, wo der Mensch sich seiner selbst bewusst wurde. Das ist der Schritt vom Tier zum Menschen. Der Mensch begann, so hoch entwickelt zu werden als Wesen, dass er sich seiner selbst bewusst wurde.

Und was haben wir dann gemacht, als wir uns selbst sehen konnten? Wir haben uns verurteilt.

Sobald wir anfangen zu denken, verurteilen wir uns selbst. Das ist so menschlich und so alt, dass es sogar in der Bibel steht. Da ist diese Geschichte vom Paradies mit Adam und Eva: der Mensch wurde sich seiner selbst bewusst, und was haben wir gemacht, als wir uns selbst sehen konnten? Wir haben uns verurteilt.

Das ging sozusagen einher mit dieser neuen Fähigkeit, uns selbst begreifen zu können. In der Bibel geht die Geschichte so, dass Adam und Eva – das steht für die Menschheit, diese beiden – von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen haben. Und dieser Baum steht für die Fähigkeit des Menschen, bewerten zu können: „Ah, das ist gut. Ah, das ist schlecht.” Im Grunde ist es die Geburtsstunde des Verstandes, die Geburtsstunde des Denkens.

Sie hat natürlich nichts mit einem Apfel und einem Baum und auch nichts mit einer Schlange zu tun. Das ist einfach eine Parabel für die Zeit in der Entwicklung der Menschheit, wo wir begannen, zu denken, uns selbst wahrzunehmen, und automatisch mit dieser Fähigkeit zu denken und zu bewerten ging einher, dass wir begannen, uns selbst zu bewerten. Und das Resultat wird in der Bibelgeschichte beschrieben.

Gott kam jeden Tag zu Adam und Eva ins Paradies, schaute vorbei, hat ein Schwätzchen mit denen gehalten. Aber am Tag, nachdem sie von dieser Frucht gegessen hatten – das heißt, als sie fähig wurden zu denken und sich bewerteten –, an diesem Tag fand Gott den Adam nicht mehr, weil Adam sich versteckt hatte. Und Gott sagte: „Adam, wo steckst du? Warum versteckst du dich?” Und Adam sagte: „Weil ich nackt bin.” Und das heißt: „ich bin verkehrt. Ich schäme mich.

So kann ich mich dir nicht zeigen.” Und dann sagt Gott: „wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?” Das bedeutet: „Wer sagt dir denn, dass du verkehrt bist?” Wer sagt dir denn so einen Unsinn? Unser neues Denken. Und ich mag diese Geschichte, weil sie beschreibt, dass wir dieses Problem als Mensch von Anbeginn haben. Wir haben sozusagen ein neues Werkzeug geschenkt bekommen – die Fähigkeit, uns selbst wahrzunehmen und zu denken –, aber wir haben noch nicht gelernt, mit diesem Werkzeug umzugehen.

Und deswegen hat jeder Mensch Erfahrung mit diesen beiden Dingen, jeder einzelne Mensch.

Und jetzt bist du an einem Punkt, wo du lernen kannst, mit diesem Werkzeug, was du geschenkt bekommen hast als Mensch – Bewusstsein –, umzugehen. Jetzt kannst du lernen, bewusst zu sein, aber den Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben – der Schlange: das ist die Schlange da oben. Jesus nannte es den Teufel.

Und dann ist es wunderbar, ein bewusster Mensch zu sein, ganz wunderbar.

Und das lernen wir gerade. Und dann ist alles einfach.

Und ich habe von meinem Meister gelernt, mit dem, was du ansprichst, umzugehen auf folgende Weise... Dieses Selbstverurteilen, dieses sich selbst für verkehrt halten, das habe ich immer noch. Gerade vorhin beim Nachmittagsspaziergang, von dem ich erzählt habe, da sprach ich mit meiner Partnerin darüber, wie interessant das ist, dass wir das ständig tun.

Und Soham sagte mir: es geht ganz einfach, damit umzugehen. Sei einfach bereit, verkehrt zu sein: „Ja, gut, ich bin nackt. Ja, gut, ich bin verkehrt. Was soll's?” Und so mache ich das. Wenn mir mein Verstand sagt, dass ich verkehrt bin, dann sage ich: „Okay, ich bin so.

Ich kann nichts tun.” Wenn mir der Verstand eines anderen Menschen sagt, dass ich verkehrt sei, dann sage ich: „Ja, du hast recht. Ich bin echt verkehrt. Aber ich bin so – tut mir leid. Ich kann nichts tun, ich bin so. Wenn's dir nicht passt, kann ich nichts daran ändern.” Und plötzlich ist es kein Problem mehr. Dann schämt man sich nicht dafür. Dann liebt man sich, obwohl man so komisch ist.

Es ist einfach, mit diesen Gedanken umzugehen – sei bereit, verkehrt zu sein. Und wenn mir der Verstand eines anderen sagt, ich sei verkehrt, dann sage ich: „Du hast recht. Ich bin verkehrt. Wenn's dir nicht passt, kann ich nichts daran ändern.” Plötzlich ist es kein Problem mehr. Man schämt sich nicht dafür. Dann liebt man sich, obwohl man so komisch ist.

Es geht also überhaupt nicht darum, so zu werden, dass man sich nicht mehr verkehrt fühlt. Das geht nicht. Diesen Punkt wirst du niemals erreichen.

Aber nicht mehr auf die Gedanken hören, das kann man lernen. Und: man kann lernen, sich so zu lieben, wie man ist – so verkehrt, wie man sich vorkommt, so schräg, wie man sich vorkommt: so sich selbst lieben. Und dann ist das alles kein Problem. Und das kann man lernen. Das geht leicht.

Das ist die Richtung. Danke für deine Frage.

Es geht nicht darum, sich nicht mehr verkehrt zu fühlen. Diesen Punkt wirst du niemals erreichen. Aber nicht mehr auf die Gedanken hören, das kann man lernen. Man kann lernen, sich so zu lieben, wie man ist – so verkehrt, wie man sich vorkommt, so schräg, wie man sich vorkommt: so sich selbst lieben. Und dann ist das alles kein Problem.

Und dann, wenn wir das gelernt haben, dann können wir uns Gott wieder zeigen. Solange wir uns schämen, verstecken wir uns – vor uns selbst. Deswegen erzähle ich so gerne von diesen zwei Sachen gleichzeitig. Ich erzähle dir von der Meditation: da lernen wir nicht zu denken und Kontakt mit unserer Seele aufzunehmen, obwohl wir gar nicht wissen, wie das geht. Es geht von selbst, ohne dass wir davon irgendetwas wissen. Aber eigentlich können wir das erst tun, wenn wir Frieden geschlossen haben damit, wie wir sind.

Wenn wir uns für verkehrt halten, wenn wir uns schämen vor uns selbst, dann haben die Gedanken Macht, und dann ist es für die meisten Menschen fast unmöglich, innerlich still zu werden und zu meditieren. Deswegen ist es so hilfreich, vorher zu lernen, sich selbst zu lieben. Und noch einmal: das bedeutet nicht, so zu werden, dass man liebenswert ist, sondern sich so lieben, wie man jetzt gerade ist, so, wie du jetzt gerade bist.

Wenn wir uns für verkehrt halten und wir uns schämen vor uns selbst, dann haben die Gedanken Macht, und dann ist es für die meisten unmöglich, innerlich still zu werden und zu meditieren. Deswegen ist es so hilfreich, vorher zu lernen, sich selbst zu lieben. Das bedeutet nicht, so zu werden, dass man liebenswert ist, sondern sich so lieben, wie man ist.

Und dann geht es einfach. Und kein anderer muss dich lieben. Es ist völlig egal, was die anderen Leute von dir denken. Das einzig wichtig ist, dass du sagen kannst: „Okay, ja, ich bin so. Gott, schau mich an: so bin ich.” Und dann denkst du, Gott liebt dich nicht mehr, aber im Gegenteil: er jauchzt, denn er hatte natürlich nie ein Problem damit. Deine Seele hat kein Problem damit, wie du bist – nur deine Gedanken.

Ja, noch einmal: herzlichen Dank für deine Frage.

[Simone:] Ich möchte noch kurz einen Kommentar von Hayam vorlesen.

[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich möchte dir von ganzem Herzen danke für deine wahren und lieben Worte. Ich bin sehr berührt und fühle mich gesehen, wirklich gesehen, so ein Geschenk. Danke, dass du da bist.”

[Dhyan Mikael:] Ich erzähle dir eigentlich nur davon, wie es ist, Mensch zu sein, weißt du... Es ist alles ganz normal. Das Einzige, was nicht normal ist, ist, dass wir uns ständig verkehrt fühlen. Aber so sind wir halt. Ja...

Was tun, wenn einer Nähe sucht?

[Simone:] Die nächste Frage ist von Rita.

[Dhyan Mikael:] Hallo Rita. Ich freue mich, dass du da bist. Wie schön.

[Simone:] „Lieber Mikael, mich würde es interessieren, wie du zu deiner Frau stehst, wenn sie gerade deine Nähe sucht und braucht. Gibst du ihr das in dem Moment, oder sagst du, nein, es ist allein ihr Mangel?”

[Dhyan Mikael:] Simone, bitte lese das noch einmal vor. Irgendwie gab es da gerade Tonaussetzer, und ich habe es nicht richtig verstanden.

[Simone:] Ja, gerne. ”Lieber Mikael, mich würde es interessieren, wie du zu deiner Frau stehst, wenn sie gerade deine Nähe sucht und braucht. Gibst du ihr das in dem Moment, oder sagst du, nein, es ist allein ihr Mangel?”

[Dhyan Mikael:] Danke für deine Frage, Rita. Ja...

Was ich dazu sagen kann, ist ganz ähnlich wie das, was ich vorhin gesagt habe zu Nadine, als es darum ging, wie man umgeht mit den Erwartungen anderer Menschen. Es geht überhaupt nicht darum, hier eine spirituell korrekte Antwort zu geben. Jeder Moment sagt dir, was richtig ist, und du weißt vorher nicht, was es ist. Ich auch nicht.

Es geht nicht darum, die spirituell korrekte Antwort zu kennen. Jeder Moment sagt dir, was richtig ist, und du weißt vorher nicht, was es ist.

Und für mich... Es ist ganz interessant. Wenn man anfängt zu lernen, sich um sich selbst zu kümmern, wenn man anfängt zu meditieren, wenn man anfängt, das eigene Innen zu entdecken, dann ist das das Einzige, was man tun kann. Und während dieser ersten Schritte in diese Richtung ist man oft sehr radikal und sehr kompromisslos und oft sehr hart und unbeholfen. Und es ist auch ganz natürlich so, daran ist nichts verkehrt. Man kann es einfach nicht anders machen. Alles andere würde einen sofort wieder aus der Bahn werfen.

Aber ich stelle in meinem eigenen Leben mit mir selbst fest: wie die Jahre vergehen und wie es für mich immer natürlicher wird, dass ich ganz und gar bei mir bin, dadurch wird meine Fähigkeit, da zu sein mit anderen Menschen, immer größer, ohne dass es mich in irgendeiner Art und Weise belastet oder stört – weil ich trotzdem in mir ruhe. Und was da jetzt wirklich praktisch geschieht, wird im Grunde allmählich immer unwichtiger.

Und das geschieht, weil diese Verbindung nach innen immer normaler wird. Und dann wird man immer entspannter mit dieser ganzen Angelegenheit, mit diesem Tanz. Man wird immer kräftiger. Und dann kann man jetzt Dinge tun, die man vor Jahren überhaupt noch nicht hätte tun können. Und deswegen sage ich dir keine besonderen Tipps, was du tun sollst, sondern ich sage dir: sei dir treu. Finde heraus, wie es für dich in dem Moment gerade ist.

Denn für mich ist das etwas anderes als für dich. Und für mich ist es heute etwas anderes, als es für mich morgen sein wird. Und so ist es auch mit dem, was du da konkret fragst. Wenn meine Partnerin zu mir kommt und Nähe sucht – ich weiß jetzt nicht genau, was du damit meinst, aber nehmen wir an, sie will einfach Aufmerksamkeit, sie will meine Zeit, sie will, dass ich bei ihr bin, ihr zuhöre oder einfach bei ihr hocke – dann spüre ich das natürlich.

Ich spüre, dass sie dazu Lust hat oder dass sie das grade ersehnt. Und dann kann ich schauen, was jetzt passiert. Ich bin einfach bei mir, ich bin happy, ich bin glücklich... Heutzutage ist es dann oft so, dass ich merke: „Ah, ich bleibe einfach sitzen und schenke ihr diese Zeit.” Vor ein paar Jahren hätte ich das noch ganz anders gemacht.

Aber heute bin ich mir genauso treu wie damals, obwohl das, was ich damals tat, etwas anderes ist als das, was ich heute tue.

Deswegen mein Rat: meditiere – und sei dir selbst treu. Finde heraus, was es für Rita bedeutet, wenn jemand zu ihr kommt, heute, und Nähe möchte – was immer das bedeutet.

Und, weißt du, wenn dann eine Situation ist, wo ich merke: „Nein, das will ich jetzt nicht. Ich will allein sein” oder „ich will das jetzt nicht”, dann würde ich niemals etwas sagen wie, „du, das ist dein Problem, geh mal damit selbst um...” Das würde ich niemals sagen. Nein, ich spreche einfach immer nur von mir.

Ich sage dann: „Du, ich möchte gerade allein sein. Tut mir leid. Ich spüre, dass du jetzt gerne mit mir zusammen wärest, aber ich kann gerade nicht. Ich liebe dich.” Das ist das Einzige, was ich je sagen würde: etwas über mich – weil ich von ihr ja nichts weiß; nicht wirklich. Und dann ist das Zusammenleben eigentlich ganz einfach.

Aber vielleicht hast du noch eine konkrete Situation vor Augen, die dich plagt. Falls dem so ist, kannst du gerne noch einmal rückfragen, Rita. Danke für deine Frage.

[Simone:] Dann ist eine Frage von Andrea im Chat.

[Dhyan Mikael:] Hallo Andrea, grüß dich.

[Simone:] „Lieber Mikael, kannst du etwas zu Lilith sagen? Sie war vor Eva. Danke dir.”

[Dhyan Mikael:] Nein, dazu kann ich nichts sagen. Ich weiß darüber überhaupt nichts.

Aber all diese Figuren in den alten Mythen stehen für uns Menschen. Sie stehen für verschiedene Aspekte des Menschseins: für dich.

Deswegen sind die oft so berührend, diese alte Geschichten, weil sich da jeder Mensch wiederfindet.

Aber die Figur der Lilith, mit der bin ich nicht vertraut. Dazu kann ich leider nichts sagen.

Beurteile nicht, was geschah

[Simone:] Ich habe derzeit keine Fragen, Mikael. Du kannst gerne etwas vorlesen.

[Dhyan Mikael:] Ich lese eine Email vor, ja...

„Ich habe es schon mal gefragt und von dir eine Antwort bekommen. Ich merke immer wieder, dass ich das sozusagen zur Sicherheit wirklich noch einmal hören muss. Grundsätzlich ist es mir klar, dass ich nicht die Handelnde bin, sondern nur die Beobachterin.

Wenn Positives durch meinen Körper geschieht beziehungsweise erfahren wird, dann kann ich damit sehr gut umgehen und bedanke mich aus ganzem Herzen bei Swamiji und den Guru-Energien. Wenn ich vermeintlich etwas falsch mache, ist es doch dasselbe, oder? Da fällt es mir schwerer, Swamiji und den Guru-Energien die Verantwortung dafür in die Schuhe zu schieben. Könntest du darüber noch einmal sprechen?” Danke für deine Email.

Es geht um Folgendes. Solange ich das Gefühl habe, „ich tue etwas, das ist mein Werk, meine Schöpfung” – ob gut oder schlecht, solange kann eigentlich nichts Gutes dabei herauskommen.

Es ist einfach so. Dann steht das Ego im Weg.

Aber wenn es einfach geschieht – es geschieht durch dich hindurch, aber es auf eine seltsame Weise entspringt es nicht dir selbst –, dann kann nichts Schlechtes geschehen.

Und das weißt du dann auch. Du merkst: es hatte mit dir überhaupt nichts zu tun, weder das Gute noch das, was du als falsch empfindest. Du hast einfach überhaupt nichts damit zu tun. Das ist wie hier im Satsang. Nach dem Satsang weiß ich nicht, worüber ich gesprochen habe, und ich weiß überhaupt nicht, ob das ein guter Satsang war oder ein schlechter, ob ich Stuss geredet habe oder ob das toll war. Ich habe keine Ahnung.

Es hat sowas von nichts mit mir zu tun. Und wenn ich dann irgendwie... Hinterher, wenn ich mir das dann anhöre, wenn ich die Aufzeichnung bearbeite und die Untertitel bearbeite, da kommt dann mein Verstand an und sagt: „Ja, das ist doch alles völlig verkehrt. Das hätte man alles ganz anders sagen können.” Aber es ist sowas von klar, dass das mit mir nichts zu tun hat – und dann gibt es keine Frage.

Und solange du das Gefühl hast, dass du das gemacht hast, so lange gibt es natürlich auch diese Gedanken. Es ist einfach so. Hör einfach nicht darauf. Du brauchst es niemandem in die Schuhe schieben: denke einfach nicht über das, was geschieht, nach. Das ist der eigentliche Punkt, so wie ich das sehe. Du kannst auch gerne Swamiji dazu fragen. Ich kann dir nur von meiner eigenen Erfahrung berichten.

Aber du kannst so etwas auch an Samarpan-Meditation Deutschland schreiben, und dann fragen die den Swamiji, und dann sagt er dir seine Guru-Sicht dazu.

Aber mein Weg ist: ich denke einfach nicht darüber nach. Ich höre diesen Gedanken nicht zu. Und weißt du... es ist ganz einfach. Wenn es wirklich mein Fehler war, wenn ich wirklich Stuss gemacht habe, dann ist das schon geschehen. Und wenn ich etwas daraus lernen kann, dann ist das Lernen auch schon geschehen. Das heißt: ich brauche nicht darüber nachdenken. Und wenn es etwas ist, was gar nicht durch mich geschehen ist, dann brauche ich auch nicht darüber nachdenken. Das heißt: denke einfach nicht darüber nach. Das ist das Einfachste. Dann gibt es diese Fragen alle nicht.

Es ist ganz einfach. Wenn ich Stuss gemacht habe, dann ist das schon geschehen. Und wenn ich etwas daraus lernen kann, dann ist das Lernen auch schon geschehen. Das heißt: ich brauche nicht darüber nachdenken. Also denke einfach nicht darüber nach. Das ist das Einfachste. Dann gibt es all diese Fragen nicht.

So mache ich das. Ich nehme diese Fragen nicht mehr ernst. Mein Kopf kommt natürlich auch immer wieder mit Fragen daher, aber ich nehme die Fragen nicht mehr ernst. Ich nehme die Gedanken, die hinter den Fragen stehen, nicht mehr ernst. Ich weiß nicht, ob das, was ich tue, richtig oder falsch ist. Ich weiß es einfach nicht. Und ich weiß es nicht, weil ich nicht darüber nachdenke. Wenn das, was ich tue, verkehrt ist, dann muss Gott mich daran hindern. Und ich weiß: das kann er sehr gut. Danke für deine Frage.

Für das, was ist, braucht es keine Gedanken

Simone, hast du eine Frage oder soll ich hier weiter vorlesen?

[Simone:] Ich habe zwei Fragen.

[Dhyan Mikael:] Ah, wie schön. Bitte, fahr fort.

[Simone:] Die erste Frage ist von Doro.

[Dhyan Mikael:] Hallo Doro. Wie schön, dass du da bist. Hallo.

[Simone:] „Hallo Mikael. Ich fühle gerade unangenehme Gefühle und fühle mich von allem hier so weit weg. Ich wäre gern verbunden, ein Teil der heutigen Gemeinschaft. Danke für das, was du dazu sagst.”

[Dhyan Mikael:] Ich schlage dir vor, dass du stattdessen etwas anderes anstrebst. Vergiss die anderen, jedenfalls für den Moment, und nimm Verbindung mit dir selbst auf. Schließ die Augen. Falle nach innen. Werde still. Ruhe in dir. Komm dir selbst ganz, ganz, ganz nah.

Ganz still, ganz nah, und noch stiller, und noch näher.

Das ist die Richtung.

Da ist die Verbindung zu dir; da ist die Verbindung zu allen anderen. Wenn du da bist...

Was will man mehr?

Vergiss die anderen, jedenfalls für den Moment, und nimm Verbindung mit dir selbst auf. Schließ die Augen. Falle nach innen. Werde still. Ruhe in dir. Komm dir selbst ganz nah. Ganz still, ganz nah, und noch stiller, noch näher. Das ist die Richtung. Da ist die Verbindung zu dir; da ist die Verbindung zu allen anderen. Wenn du da bist... Was will man mehr?

Und weißt du, das Schöne ist, dass du dich immer dabei hast. Das, was ich dir gerade gezeigt habe, kannst du immer machen, egal, wo du bist. Manchmal sind andere Menschen da, und dann kann es sein, dass du sogar Lust hast, mit denen zusammen zu sein. Und dann kann es sogar sein, manchmal, für Momente, dass es schön ist. Und dann ist es wunderbar.

Aber mit dir selbst kannst du immer sein, und es ist immer schön – wenn du bereit bist, die Gefühle einzuladen. Das ist die Geschichte aus dem Paradies: wenn du bereit bist, dich so zu fühlen, wie du wirklich fühlst, dann kannst du dir nahe sein, dann kannst du Gott nahe sein. Dann gibt es kein Problem mehr.

Das Schöne ist, dass du dich immer dabei hast, egal, wo du bist. Manchmal sind andere Menschen da, und dann kann es sein, dass es manchmal, für Momente, schön ist. Und dann ist es wunderbar. Aber mit dir selbst kannst du immer sein, und es ist immer schön – wenn du bereit bist, die Gefühle einzuladen.

Aber wenn du etwas möchtest, was nicht da ist – du bist gerade alleine, es sind keine anderen Leute da, du hockst irgendwo alleine und stellst dir vor, wie alle anderen an Weihnachten fröhlich und total glücklich und natürlich ohne jedes Problem zusammen sind –, dann hast du ein Problem, weil du dir etwas vorstellst, was nicht da ist. Das ist unsinnig.

Wenn du bereit bist, dich so zu fühlen, dann kannst du dir nahe sein, dann kannst du Gott nahe sein. Dann gibt es kein Problem mehr. Aber wenn du etwas möchtest, was nicht da ist – du bist alleine und stellst dir vor, wie alle anderen an Weihnachten zusammen sind –, dann hast du ein Problem, weil du dir etwas vorstellst, was nicht da ist. Das ist unsinnig.

Ich wende mich immer dem zu, was da ist. Und eines, was immer da ist, das bin ich. Deswegen ist das meine Lieblingsbeschäftigung: in mir ruhen. Das geht immer, und das ist immer schön.

Ich wende mich immer dem zu, was da ist. Und eines, was immer da ist, das bin ich. Deswegen ist das meine Lieblingsbeschäftigung: in mir ruhen. Das geht immer, und das ist immer schön.

Das ist der Grund, warum Weihnachten für manche Menschen wirklich eine große Herausforderung ist: weil wir uns da vorstellen, wie unendlich glücklich andere Menschen sind – nur ich nicht. Aber was dich da quält, sind deine Gedanken, nichts anderes.

Wenn du stattdessen mit dem bist, was ist, dann stellst du fest: „Boah, ist das hier schön. Ich bin allein, ich habe Zeit, die Natur mich herum, wunderschön. Keiner will etwas von mir. Ich bin so beschenkt....” Egal, wo du bist: wenn du das akzeptierst, was da ist, dann entdeckst du Geschenke. Wenn du etwas willst, was nicht da ist, hast du immer ein Problem. Aber das machen viele Menschen.

Es ist Unsinn.

Das ist der Grund, warum Weihnachten für manche eine Herausforderung ist: weil wir uns vorstellen, wie glücklich andere Menschen sind – nur ich nicht. Aber was dich da quält, sind deine Gedanken, nichts anderes. Wenn du akzeptierst, was da ist, entdeckst du Geschenke. Wenn du etwas willst, was nicht da ist, hast du immer ein Problem. Es ist Unsinn.

Und es ist wichtig, zu wissen, wie Gedanken funktionieren. Gedanken beschäftigen sich immer mit dem, was nicht da ist. Für das, was da ist, brauchst du keine Gedanken. Das ist unmittelbar, das ist existenziell. Darüber denkt man nicht nach. Du bist einfach dabei. Die Gedanken, die drehen sich immer um etwas, was nicht da ist. Deswegen führen sie sich in Schwierigkeiten.

Gedanken beschäftigen sich immer mit dem, was nicht da ist. Für das, was da ist, brauchst du keine Gedanken.

Sie drehen sich entweder um die Vergangenheit – was du gestern falsch gemacht hast oder vor zwei Monaten –, oder um die Zukunft – was Schreckliches geschehen könnte – oder um das, was hier gerade verkehrt ist.

Aber wenn du das, was hier ist, annimmst – die Gefühle, von denen du sprichst, die schwierigen Gefühle... Wenn du die annimmst, dann kannst du hier sein – einfach so.

Und dann kannst du dich selbst genießen. Ich könnte den ganzen Tag einfach nur alleine dahocken. Ich wäre glücklich. Aber das bin ich auch so.

Gedanken drehen sich immer um etwas, was nicht da ist. Deswegen führen sie sich in Schwierigkeiten. Sie drehen sich entweder um die Vergangenheit oder um die Zukunft oder um das, was hier gerade verkehrt ist. Aber wenn du das, was hier ist, annimmst, dann kannst du hier sein – einfach so. Und dann kannst du dich selbst genießen.

Wenn du noch eine Frage dazu hast, bitte, frag. Danke, dass du da bist. Danke.

Und es ist für mich heute so: auch, wenn ich unter Menschen bin, zum Beispiel hier auf den Weihnachtsspaziergängen oder in der Familie oder auch im Retreat, auch im Satsang... Ich bin ganz bei mir und allein. Und dadurch fühle ich mich verbunden. Ich sitze hier in diesem Zimmer vor einer Kamera und ich bin hier völlig allein; kein Mensch da.

Aber ich fühle mich mit dir und mit euch verbunden, als würdet ihr direkt ganz nah vor mir sitzen, weil ich in mir ruhe. Und auf eine Art und Weise, die man mit dem Kopf nicht verstehen kann, sind wir auf diese Weise miteinander verbunden. Das ist die Wahrheit.

Auch wenn ich unter Menschen bin, bin ich ganz bei mir und allein. Dadurch fühle ich mich verbunden. Ich sitze hier vor einer Kamera und bin allein, aber ich fühle mich mit dir verbunden, als würdest du direkt vor mir sitzen – weil ich in mir ruhe. Auf diese Weise, die man nicht verstehen kann, sind wir miteinander verbunden. Das ist die Wahrheit.

Freiheit von den Gedanken

Simone, hast du noch eine Frage?

[Simone:] Ja. Ich habe erst noch eine Rückmeldung von Rita. „Lieber Mikael, danke. Ich finde deine Einstellung zum Leben und zu dir selbst so wunderbar. Ich meditiere seit kurzer Zeit täglich und wünsche mir, frei zu werden von all den unnötigen Gedanken. Wir sehen uns im Januar. Ich freue mich auf dich und Simone und all die anderen. Lieben Dank.”

[Dhyan Mikael:] Ja, ich freue mich auch. Ja, das ist das Einzige, was wir lernen müssen: frei zu werden von dieser Gewohnheit, die Gedanken ernst zu nehmen und unsere Aufmerksamkeit die ganze Zeit bei den Gedanken zu haben, und die ganze Zeit da draußen.

Wenn wir stattdessen mit unserer Aufmerksamkeit innen ruhen, nicht bei den Gedanken, nicht bei den Gefühlen, sondern innen, in uns – der Weg dazu ist für mich das Kronenchakra –, dann lebt sich alles leicht und alles von selbst, ganz gleich, welche Gefühle da sind, ganz gleich, was die Gedanken sagen oder andere Leute. Und das kann man lernen. Das ist das ist ein unglaubliches Wunder, dass wir das lernen können. Der größte Teil der Welt weiß davon nichts. Die wissen nicht, dass es geht. Die wissen nicht, wie das geht, und die wollen auch gar nichts davon wissen.

Aber dass du das wissen willst, allein das ist ein Gottesgeschenk.

Ich freue mich sehr auf nächste Woche. Danke, Rita.

Umgang mit Sucht

[Simone:] Dann ist da noch einmal eine Frage von Bholenath.

[Dhyan Mikael:] Bholenath, ja bitte.

[Simone:] „Hast du Erfahrung mit Zuckersucht oder Esssucht?”

[Dhyan Mikael:] Ich beantworte deine Frage sehr gerne, aber ich kann dir wahrscheinlich besser antworten, wenn du eine Frage über dich stellst.

Wenn du mit etwas eine Herausforderung hast und du mir beschreibst, was deine Herausforderung mit dir ist, dann ist meine Antwort präziser. Aber bis du das tust, erzähle ich dir gerne, wie ich das mache mit meiner Esssucht und mit meiner Zuckersucht. Es ist so... Ich habe mit Essen nicht wirklich ein Problem. Ich muss meistens darauf achten, dass ich nicht zu dünn werde.

Wenn ich mein Gewicht und meine Körpergröße einem Arzt verrate, dann denkt der Arzt zunächst einmal, dass ich ein Problem hätte und irgendwie Essen verweigere, weil ich immer so dünn bin, obwohl ich wie ein Scheunendrescher esse. Aber so ist mein Körper einfach.

Aber im Subtilen, im ganz Kleinen, kenne auch ich Esssucht und Sucht nach Süßen. Ich kenne das Gefühl, zu essen, obwohl ich keinen Hunger habe – aus Genusssucht, aus irgendeinem Mechanismus in mir, der unzufrieden ist und sich irgendetwas greift, sei es andere Menschen, sei es bestimmte Erfahrungen, sei es Essen, um zufrieden zu werden. Und dann stopft man sich mit irgendetwas voll, und der Mechanismus ist der Gleiche, ob man jetzt unglaublich viel isst oder nur ganz subtil mehr, als man braucht, so wie in meinem Fall. Das ist schmerzhaft, das festzustellen, aber so ist es dann halt manchmal.

Und Süßes tut diesem Körper überhaupt nicht gut – aber ich liebe Süßes. Ich habe in meinem letzten Newsletter das Rezept meiner Großmutter für Vanille-Kipferl geteilt. Die sind natürlich überhaupt nicht gesund, aber total lecker. Und wenn man sie selbst backt, sind sie immer noch viel gesünder als das, was man im Laden bekommt. Und jetzt, hier an Weihnachten, die paar Tage da, da genieße ich die selbst gebackenen Plätzchen und Vanille-Kipferl und alles Mögliche, und dann ist wieder gut.

Ich mache das so... und das habe ich von meinem Meister Soham gelernt: egal, was ich esse – auch, wenn es Dinge sind, von denen ich genau weiß, dass sie überhaupt nicht gut für mich sind –: wenn ich Lust darauf habe, dann esse ich es. Aber: ich mache es so bewusst, wie ich nur kann. Ich denke nicht darüber nach. Ich denke nicht: „Ach, das sollte ich aber jetzt nicht machen”, denn die Lust ist ja da.

Und ich stopfe es nicht in mich hinein, besinnungslos, sondern ich versuche, es so bewusst, wie ich nun mal sein kann – mehr geht nicht –, dabei zu sein, wenn ich das zu mir nehme.

Mehr ist nicht notwendig. Und dann regelt sich das mit der Zeit alles von selbst. Es braucht Zeit, aber es regelt sich von selbst. Wenn man versucht, dagegen zu kämpfen, verlängert man das. Man verhindert das Lernen. Wenn man versucht, es nicht wahrzunehmen, wenn man unbewusst wird, dann verlängert man das auch. Aber wenn man weder dagegen kämpft noch ausblendet, sondern es geschehen lässt, aber dabei ist, ohne Bewerten, so, als hätte es mit einem selbst überhaupt nichts zu tun, dann geht es von selbst seinen Gang.

Das habe ich mit vielen Dingen ausprobiert und erlebt, und das ist der einfachste Weg, den ich kenne. Das gilt für jede Art von Sucht.

Swamiji sagt: „Ändere dich nicht – aber meditiere”. Das ist genau das Gleiche, was mein Meister Soham mir beigebracht hat, nur auf einem noch höheren Niveau. Und er sagte das zu Alkoholikern. Er sprach einmal zu Alkoholikern in einer Klinik und sagte: „Ändert euch nicht...” Er sagte: „Trinkt von mir aus morgen das Doppelte wie sonst – aber meditiert.” Das ist der Weg, und der funktioniert.

Ja, so gehe ich damit um. Und wenn du etwas Konkretes hast über deine Herausforderung, so freue ich mich, gerne noch ein drittes Mal von dir zu hören. Wir haben ja noch bis 17 Uhr Zeit.

Danke.

Das Leben lassen, wie es ist

[Simone:] Sonst habe ich in der Zwischenzeit keine neue Frage erhalten, Mikael.

[Dhyan Mikael:] Ja, dann lese ich noch eine Email vor. Ach, bevor ich das mache, möchte ich gerne zu dem Thema noch weitersprechen. Denn es ist etwas ganz Grundlegendes. Wir haben das Gefühl, wir müssten gegen irgendetwas kämpfen oder irgendetwas abstellen oder irgendetwas herbeiführen, was nicht da ist.

Und dann mühen wir uns ab. Wir kämpfen meistens gegen uns selbst, oder gegen die Welt, oder gegen jemand anderen.

Aber so kann man nicht leben. Das ist endlos. Diese Art zu leben, führt dazu, dass das immer weitergeht. Du stellst vielleicht ein Problem ab, aber durch diese Haltung dem Leben und dir selbst gegenüber erschaffst du gleichzeitig drei neue Probleme.

Aber man kann anders leben – und deswegen bin ich hier: um dir davon zu erzählen. Deswegen war Jesus da. Der sagte das: „Hör auf zu kämpfen. Sage einfach 'ja'. Sag: Herr, dein Wille geschehe. Okay, es ist wie es ist. Jetzt mache ich mit.” Aber ganz dabei sein – nicht dieses „ja, okay, na gut, ich armes Opfer, alles ist schrecklich...” Nein, davon spreche ich nicht.

Ich spreche von: „JA! Okay! Jetzt höre ich auf zu kämpfen. Jetzt bin ich da. Hier bin ich. Ich mache mit.” Und dann wird alles anders. Und mit diesem 'ja', mit dieser Haltung, durchlebst du alles im Leben, und du kommst zu dir selbst; du kommst bei dir an. Aufhören zu kämpfen – und meditieren. Sich selbst nicht mehr ändern – aber meditieren. Nichts mehr ändern – aber meditieren.

Das ist der einfache Weg. Das war die frohe Botschaft von Jesus Christus. Deswegen feiern wir ihn heute noch.

Er sagt: „Es ist einfach! Ihr alle sagt, es ist schwer. Ihr alle kämpft, ihr alle sorgt euch.” Keiner will mit dem Kämpfen aufhören, keiner will mit dem Sorgenmachen aufhören, weil man das Gefühl hat, das sei notwendig. Aber das stimmt nicht.

Es stimmt nicht.

Aber jeder muss selbst das Risiko eingehen, das herauszufinden. Ich kann dir den Mund wässrig machen, ich kann dir erzählen, es ist so, und wenn du mich reden hörst, wenn du mich erlebst, dann spürst du, ob das wahr ist oder nicht. Aber dann... das reicht nicht. Es reicht nicht, wenn du mich erlebst. Wenn du spürst: „Ja, das stimmt!

Verdammt nochmal, das ist wahr!”, dann musst du es selbst herausfinden, und dann weißt du es selbst. Und dann gibt es keine Fragen mehr. Und dann erlebst du es immer noch einmal und immer noch einmal. Dann denkst auch du, so wie ich: „Warum weiß das nicht jeder? Warum lebt nicht jeder so?” Aber da sind wir halt noch.

Ja...

Und der Kopf, der Verstand, die Gedanken, die können das nicht glauben, einfach, weil sie dann arbeitslos sind.

Wenn alles in meinem Leben nicht meiner Intervention bedarf, sondern ich es so lassen kann, wie es ist... Ich mache einfach mein Ding, ich mache meine Arbeit, ich koche, ich putze, ich mach einfach das, was ansteht, aber ich kümmere mich nicht darum, mein Leben zu korrigieren oder mich. Dann haben meine Gedanken nichts zu tun. Dann ist das Ego arbeitslos.

Und die Gedanken sind nicht gerne arbeitslos – und dann kommen sie mit neuen Sachen daher. Deswegen ist es wichtig, zu lernen, die Gedanken einfach nicht ernst zu nehmen. Dann entdeckt man das Leben neu. Und dazu möchte ich dich verführen: das auszuprobieren, damit du herausfindest, ob das wirklich stimmt. Das muss jeder selbst. Ich kann dir nur immer wieder das Gleiche sagen; immer wieder das Gleiche.

Erleuchtung jeden Tag neu entdecken

Ja, dann schaue ich mal, was ich hier als Email habe...

Simone, hast du was gesagt? Ich habe das nicht richtig verstanden.

[Simone:] Ja, ich habe jetzt doch noch eine Frage, habe ich gesagt.

[Dhyan Mikael:] Okay, bitte, schieß los.

[Simone:] „Lieber Mikael, es war so schön und hilfreich, wie du in Kürze gesagt hast, wie man mehr bei sich sein kann. Könntest du das heute oder später einmal etwas länger anleiten, um mir oder vielleicht auch anderen ein wenig Hilfestellung zu geben?”

[Dhyan Mikael:] Von wem ist die Frage? Ich habe den Namen nicht gehört.

[Simone:] Von Sabine Beck. Von ihr kam die erste Frage heute. Und gestern hat sie auch schon.

[Dhyan Mikael:] Ah ja, von Sabine. Danke. Ja, danke Sabine.

Meditiere.

Was du da fragst, ist so einfach und so natürlich, dass man darüber gar nichts sagen kann.

Meditiere einfach.

Und du weißt nicht, wie das geht. Du weißt nicht, wie man richtig meditiert. Du weißt nicht, wie man richtig im Kronenchakra ist. Aber mache dir einfach überhaupt keine Gedanken. Probiere nicht, es richtig zu machen. Probiere nicht, das bei dir sein richtig zu machen. Sei einfach bei dir, so, wie du es gerade kannst. Und mache dir keine Gedanken darüber – das ist der Weg.

Meditiere einfach. Und du weißt nicht, wie das geht. Du weißt nicht, wie man richtig meditiert. Du weißt nicht, wie man richtig im Kronenchakra ist. Mache dir einfach keine Gedanken. Probiere nicht, das bei dir sein richtig zu machen. Sei einfach bei dir, so, wie du es gerade kannst. Und mache dir keine Gedanken darüber – das ist der Weg.

Du brauchst nicht genauer nachfragen, du musst es nicht besser verstehen, du musst es nicht besser beurteilen können, ob du es richtig machst. Im Gegenteil: beurteile es überhaupt nicht, wie du es machst. Sei wie ein Kind, so gut du kannst bei dir, ohne zu wissen, was das bedeutet. Meditiere jeden Tag, ohne zu wissen, was es bedeutet, richtig zu meditieren. Stell dir die Frage gar nicht. Mach's dir leicht.

Ich weiß: wir wollen es richtig machen. Ich weiß, wir wollen es verstehen.

Ich weiß, wir wollen da die Klarheit haben.

Aber die kann dir keiner geben, und die ist auch überhaupt nicht notwendig.

Mach einfach – auf deine Weise.

Du erfindest in diesem Leben Sabines Weg zur Erleuchtung. So ist es, wirklich.

Du bist einfach so, wie du bist. Du bist jetzt bei dir, so wie du es heute sein kannst. Morgen wird es anders sein. Es geht aber alles von selbst.

Ja, einfach jetzt, so, wie du jetzt gerade bist, bei dir sein... genauso. So geht es.

Und beim Meditieren ist es genau das Gleiche. Die Frage, die ich gerade vorlesen wollte, die geht ums Meditieren und wie man das richtig macht. Ich werde sie, wenn wir Gelegenheit dazu haben, noch vorlesen. Aber da ist die Antwort genau die gleiche.

Das Problem ist im Grunde nur die Frage – dass wir es richtig machen wollen. Aber wenn du aufhörst, dir die Frage zu stellen, wenn du aufhörst, dir irgendeine Frage zu stellen, ob du es richtig machst oder ob du richtig bist, dann bist du automatisch bei dir. Aber das ist so einfach und so natürlich, dass man darüber nicht wirklich etwas sagen kann. Dafür kann man auch kein Buch schreiben und keinen Workshop verkaufen. Es ist einfach zu einfach.

Das ist das Schöne an diesem Leben: es ist so einfach.

Das Problem ist nur die Frage – weil wir es richtig machen wollen. Wenn du aufhörst, dich zu fragen, ob du es richtig machst oder richtig bist, bist du automatisch bei dir. Aber das ist so einfach und so natürlich, dass man darüber nicht wirklich etwas sagen kann. Es ist einfach zu einfach. Das ist das Schöne an diesem Leben: es ist so einfach.

Und trotzdem bin ich sehr dankbar, dass du fragst. Es ist nichts verkehrt an deiner Frage. Ich freue mich. Ich danke dir, dass du fragst – denn so sind wir Menschen. Da kommen die nächsten Gedanken und wollen wissen: „Ja, wie geht es denn jetzt richtig? Mach ich es richtig? Wie meinst du das? Soll ich das so machen? Verstehe ich das richtig?” Mach's so, wie du. Mach's einfach so, wie du es tust. Das reicht.

Und morgen wirst du es schon ein kleines bisserl anders machen, und so weiter, und so weiter... learning by doing.

Weißt du, ich erlebe das so, als würde ich jeden Tag neu lernen, wie man ein erleuchtetes Leben führt. Jeden Tag entdecke ich einen neuen Weg, weil es jeden Tag anders ist – nicht ganz anders, dieselbe Richtung, aber jeden Tag setze ich mich hin beim Meditieren, jeden Tag beginne ich den Tag, jeden Tag beginne ich das Mikaelsein, so wie ich heute bin, wie ich es heute mache.

Ich habe vergessen, wie ich es gestern gemacht habe. Ich habe es total vergessen. Dann muss es genügen, so wie ich es heute mache, so wie ich heute bin. Und zu dieser unverschämten Einfachheit, dazu möchte ich dich gerne einladen.

Ich erlebe das so, als würde ich jeden Tag neu lernen, wie man ein erleuchtetes Leben führt. Jeden Tag beginne ich den Tag, das Mikaelsein, so, wie ich heute bin. Ich habe vergessen, wie ich es gestern gemacht habe. Dann muss es genügen so wie ich es heute mache, so wie ich heute bin. Zu dieser unverschämten Einfachheit möchte ich dich einladen.

Danke, Sabine. Danke für diese schöne Frage.

Beurteile nicht, wie gut du meditierst

Ich lese jetzt die Email vor, weil die einfach so schön dazu passt zu dem, was Sabine gerade gesagt hat.

Hier schreibt jemand: „Ich bin spirituell und meditativ vollkommener Anfänger und habe eine Frage zur Samarpan-Meditation. Wie genau ist das 'seine Aufmerksamkeit auf das Kronenchakra richten' zu verstehen beziehungsweise umzusetzen? Was anfangs so banal scheint, erwies sich als Herausforderung.

Um die besagte Örtlichkeit, das Kronenchakra, bei der Aufmerksamkeitsausrichtung nicht zu verfehlen und sie dort zu fokussieren und zu halten, musste ich mir Hilfe kreieren, wie zum Beispiel die Vorstellung meiner selbst als kleiner Junge, der neugierig und aufmerksam wie durch eine Dachluke dort hoch hinausschaut, was es wohl da noch gibt und mich erwartet; später die Vorstellung heilender Hände, die wie segnend über meinem Kronenchakra weilen; oder, dass ich zuerst alles, was mich umgibt und danach all meine Körperteile einfach negiere, ausblende und zuletzt nur ein Lichterschweif übrigbleibt, den ich um diese Kronenchakragegend herum ablege.

Und tatsächlich stehen sich dadurch schon bald viel des ständigen Gedankenkarussells für die Zeit der Meditation ausblenden zu lassen, und ich fühlte mich inspiriert, oft sogar über die Zeit der Meditation hinaus. Zwar erzeugte diese Praxis nach etwa 20 Minuten eine Art Druck im Kopf, sodass ich begann, mich auf das Ende der 30 Minuten zu freuen, was gewiss nicht im Sinne des Erfinders ist. Aber auf jeden Fall schon mal ein Anfang, fand ich.

Doch nun sagtest du in einem weiteren Video, dass solche Visualisierungen gar keine gute Idee sind, weil sie nichts anderes darstellen als das, was man eigentlich vermeiden will: Vorstellungen, sprich Gedanken. Ergo habe ich versucht, auf jegliche bildliche Vorstellungen zu verzichten und meine Aufmerksamkeit dort oben diffuser, einfach als eine Art geistige Wärme, zu platzieren, als nichts Konkretes, möglichst abstrakt.

Damit gelang es auch, jedoch irgendwie nicht so effektiv, das Gedankenkarussell und meine Gedankenstimme zu stoppen. Oder sagen wir, es war oder schien mir dadurch nicht mehr ganz so interessant, was während der Meditation in mir aufkam. Aber das Phänomen des nach etwa 20 Minuten anwachsenden Drucks stellte sich seitdem nicht mehr ein. Wie fokussiert man also Aufmerksamkeit auf etwas, ohne dabei etwas zu visualisieren, sprich, zu denken?

Was meinst du konkret damit, wenn du sagst, man solle seine Aufmerksamkeit dort ablegen? Wie geht das, ohne dabei irgendetwas zu denken?” Ja, danke für diese Email. Diese Email liegt schon seit 10 Monaten bei mir, und jetzt endlich antworte ich. Es gibt noch einige E-Mails, die schon sehr, sehr lange warten. Mit manchen Dingen bin ich leider sehr langsam, aber so bin ich halt, und damit muss auch ich leben – und leider auch du. Aber ich beantworte jede einzelne Email, egal, wie lange ich dafür brauche.

Bevor ich dir sage, was ich dazu sagen möchte, möchte ich gerne darauf hinweisen, dass du solche konkreten Fragen zur Samarpan-Meditation auch direkt ans Swamiji richten kannst. Du kannst ihn nicht direkt persönlich schreiben, aber du kannst an Samarpan-Meditation e.V. schreiben, dieser gemeinnützige Verein hier in Deutschland, der hier die Samarpan-Meditation verbreitet für Swamiji. Und die haben eine E-Mail-Adresse, da kannst du dich hinwenden, und dann bekommst du eine Antwort, die direkt von Swamiji inspiriert ist.

Da gibt es auch jeden Montagabend online eine Veranstaltung, da kann man Fragen stellen, direkt online. Da gibt es auch eine Einführung in die Samarpan-Meditation. Und es ist mir wichtig, dass du weißt, dass ich dir zwar gerne sage, wie es für mich ist, aber dass das nicht das ersetzt, was Swamiji dazu sagen kann. Deswegen: immer, wenn ich eine Frage direkt zu beantwortete, stelle ich diese Information voran, weil es mir wichtig ist, dass du das weißt, dass du dich direkt an diesen fantastischen Guru wenden kannst. Ja...

Ja, und jetzt, um konkret noch einmal auf deine Frage einzugehen... Ich kann dir sagen, wie ich das mache.

Wenn ich beginne zu meditieren, habe ich erst einmal meine Hand hier oben, mache diese drei Kreise im Uhrzeigersinn, und dann spüre ich schon mal ganz körperlich diese Stelle da oben. Und so halte ich das dann. Für mich ist das, was meine innere Aktivität anbelangt, eine ganz simple, körperliche Angelegenheit. Ich mache mir überhaupt keine spirituellen Gedanken. Ich mache genau das, was Swamiji sagt: meine Aufmerksamkeit bei dieser Körperstelle halten, die ich spüren kann.

Es gibt Menschen, die legen sich da ein kleines Bohnenkissen auf den Kopf, damit sie diese Stelle körperlich besser spüren, und dann fällt es ganz leicht, die Aufmerksamkeit dort zu lassen. Manche Inder nehmen ein Reiskorn, pieksen sich das da oben rein, und dann spürt man diesen Pieks während der Meditation. Und dann fällt es viel leichter, die Aufmerksamkeit dort zu lassen. Ich brauche das nicht. Ich kann auch damit leben, dass ich das nicht gar so genau spüre. Aber so mache ich das. Ich mache mir überhaupt keine Gedanken darüber, ob das jetzt richtig ist, ob ich genau an der Stelle bin...

Ich nehme die Gedankenaktivität wahr, die mit solchen Fragen einhergeht, und dann ignoriere ich die alle. Und dann habe ich meine Aufmerksamkeit da oben so, wie ich sie halt gerade habe. Ob das richtig ist oder nicht, weiß ich nicht. Swamiji sagt zwei Sachen dazu, das kann ich dir aus meiner Erinnerung sagen, was aber nicht seine Antwort an dich ersetzt. Er hat gesagt: beurteile deine Meditation nicht. Frag dich gar nicht: „Ist sie gut? Ist sie schlecht? Mache ich das richtig? Mache ich das falsch?” Das kannst du gar nicht beurteilen.

Und mir geht es auch so wie dir... Manchmal, wenn ich meditiere, zu Beginn, kommen mir bestimmte Dinge in den Sinn, die mir scheinbar helfen. Ich erinnere mich an irgendeine Szene in Swamiji Autobiografie, die mich sofort ins Kronenchakra transportiert, oder an irgendwelche anderen Erinnerungen. Aber schon im nächsten Moment spüre ich, wie diese Gedankenaktivität im Grunde wieder ein Hindernis ist, und ich vergesse sie sofort wieder.

Und ich versuche, so nackt und so unwissend, wie ich nur kann, zu meditieren. Und ich vertraue darauf, dass es schon irgendwie richtig ist. Ich mache mir einfach keine Gedanken darüber, so wie es Swamiji mir geraten hat, voller Vertrauen, dass es schon richtig sein wird.

Also auch hier: ich vergesse all diese Fragen. Ich höre auf mit den Bewertungen, mit dem „mache ich es wohl richtig?” Ich mache es so, wie ich es kann, irgendwie. Ich bin ein totaler Dilettant, was Meditieren anbelangt, und ich habe auch vor, das so zu lassen.

Ich versuche, so nackt und so unwissend, wie ich nur kann, zu meditieren, und vertraue darauf, dass es schon richtig ist. Ich mache mir einfach keine Gedanken darüber, so wie es Swamiji mir geraten hat, voller Vertrauen, dass es schon richtig sein wird. Ich bin ein totaler Dilettant, was Meditieren anbelangt, und ich habe auch vor, das so zu lassen.

Und es ist interessant, weißt du, Swamiji sagt, du kannst deine Meditation gar nicht bewerten. Du kannst gar nicht beurteilen, ob du das richtig machst, ob du mit deiner Aufmerksamkeit richtig da oben bist oder nicht. Das geht gar nicht. Und mit in den letzten Jahren habe ich mehr und mehr verstanden, was er da überhaupt sagt.

Ich meditiere, und während dieser halben Stunde des Meditierens werde ich innen immer stiller, und ich nehme immer noch mehr wahr in mir. Meine Wahrnehmungen werden immer subtiler und noch subtiler und noch subtiler, und ich nehme jede Störung wahr, die mein Mentalapparat da produziert. Das heißt: irgendetwas, was nicht stimmt, spüre ich immer. Und eigentlich ist das ein gutes Zeichen, weil es mir zeigt, dass ich immer feiner werde in meine Wahrnehmung.

Aber das heißt gleichzeitig auch, dass ich es überhaupt nicht beurteilen kann. Sobald du besser wirst beim Meditieren, wird deine Wahrnehmung subtiler, und es ist wie Augen, die sich an die Dunkelheit gewöhnen: ganz dunkel ist es nie. Du siehst immer noch mehr, je dunkler es wird. Und da oben ist es das Gegenteil: es wird immer heller. Also, ich sehe kein Licht... aber man nimmt immer mehr wahr.

Und irgendetwas nimmt man immer wahr. Man kommt nicht an den Punkt, wo gar nichts mehr ist – aber das stellt sich der Verstand so gerne vor. Deswegen können wir nicht beurteilen, wie die Meditation ist. Und wenn wir es probieren, haben wir ein Problem. Deswegen ermutige ich dich dazu, all diesen Fragen keinerlei Beachtung zu schenken. Mach es so, wie du es kannst – wie du es heute kannst.

Vertraue darauf, dass es passt, und jeden Tag wieder neu. Und stell die Frage auch dem Swamiji, wenn sie dich beschäftigt, denn ich kann dir nur meine kleine Sichtweise sagen und meine Erfahrung, und mehr nicht. Er hingegen ist derjenige, der diese Meditation direkt aus dem Himalaya bringt. Er spricht für die Gurus dort, die diese Meditation erschaffen haben.

Ja... Danke. Danke für deine Email, und verzeihe, dass ich dich so lange habe warten lassen. Aber manche Dinge bei mir brauchen einfach Zeit. Ja, tut mir leid. Danke, dass du da bist. Und wenn ich solche alten E-Mails vorlese, dann bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob der Mensch, der mir diese Email geschrieben hat, überhaupt noch dieses Thema hat.

Oft spüre ich, dass der Mensch, der mir diese Email geschrieben hat, wahrscheinlich seinen Weg schon längst gefunden hat mit dieser Frage. Aber gleichzeitig weiß ich, dass es so viele andere Menschen gibt, die im Grunde genau die gleiche Frage haben. Und deswegen sage ich trotzdem so gerne etwas dazu im Satsang.

Ein echtes Ja, und der Kopf ist arbeitslos

Simone, gibt's von deiner Seite etwas vorzulesen?

[Simone:] Ja, ich habe noch drei Fragen derzeit.

[Dhyan Mikael:] Oh, wie schön. Dann bitte, fahr fort.

[Simone:] Die erste ist von Beate.

[Dhyan Mikael:] Hallo Beate, wie schön, dass du da bist. Toll.

[Simone:] „Ich habe dieses klare 'ja', wie du es ausdrückst, nicht für meine jetzige missliche Wohnsituation. Es geht immer nur bis zu einem lauwarmen 'ja', mehr geht anscheinend gerade nicht. Ist dann nicht der erste Schritt, das so zu akzeptieren?”

[Dhyan Mikael:] Der erste Schritt ist, dass du dich selbst so akzeptierst, wie du bist. Und wenn du nur lauwarm 'ja' sagen kannst, dann sage halt lauwarm 'ja', aber liebe dich so, wie du bist: „Okay, ich bin so, ich kann es nicht besser.” Aber ich will dir etwas zum 'ja' sagen. Es gibt nämlich zwischen einem lauwarmen 'ja' und einem richtigen 'ja' einen ganz interessanten Unterschied. Ein lauwarmes 'ja' ist schwierig. Ein hundertprozentiges 'ja' ist einfach.

Ein lauwarmes 'ja' ist schwierig. Ein hundertprozentiges 'ja' ist einfach.

Wenn du anfängst zu gucken, „ja, okay, ich mag die Situation nicht. Ja, gut, ganz schlecht ist sie nicht, es hat auch sein Gutes”, und dann guckst du: was kann ich akzeptieren, was kann ich nicht akzeptieren? Du kannst es sezieren, auseinander pflücken. Das ist sehr mühsam, und es führt nie zum Ende – niemals. Niemals bist du damit fertig, und du drehst dich im Kreis in deinem Kopf. Aber ein hundertprozentiges 'ja', was das macht, ist, dass es dich arbeitslos macht.

Du hast 'ja' gesagt: alles ist okay. Es ist, wie es ist. Du kannst aufhören, die Gedanken darüber zu machen. Jetzt kannst du anfangen zu leben und Spaß zu haben, mit den Dingen, die dir Freude machen. Das ist das Entscheidende mit einem hundertprozentigen 'ja': es macht deinen Kopf arbeitslos. Es bringt dich zu dir selbst. Das ist der Segen.

Wenn du dich fragst, „was kann ich akzeptieren, was nicht?”, ist das sehr mühsam, und niemals bist du damit fertig. Du drehst dich in deinem Kopf im Kreis. Aber ein hundertprozentiges 'ja' macht dich arbeitslos. Jetzt kannst du anfangen zu leben und Spaß zu haben, mit den Dingen, die dir Freude machen.

Die Situation ist trotzdem so, wie sie ist: ob du lauwarm 'ja' sagst oder 'nein' oder ganz 'ja', die Situation bleibt, wie sie ist. Aber wenn du ganz und gar 'ja' sagst, änderst du dich – und alles ist anders.

Das Entscheidende mit einem hundertprozentigen 'ja' ist: es macht deinen Kopf arbeitslos. Es bringt dich zu dir selbst. Das ist der Segen. Die Situation ist trotzdem so, wie sie ist: ob du lauwarm 'ja' sagst oder 'nein' oder ganz 'ja', die Situation bleibt, wie sie ist. Aber wenn du ganz und gar 'ja' sagst, änderst du dich – und alles ist anders.

Soham sagt: „99 Prozent 'ja' ist unmöglich. 100 Prozent 'ja' ist einfach.” Und das stimmt.

Ein lauwarmes 'ja' ist kein 'ja'. Da drehst du dich immer noch im Kopf. Aber ein hundertprozentiges 'ja' haut dich aus dem Kopf heraus. Der Kopf sagt: „das kannst du doch nicht machen. Das ist doch nicht echt. Ich will gar nicht 'ja' sagen!” Probier's trotzdem: 100 Prozent 'ja' sagen, ohne dass der Kopf einverstanden ist, und alles ist anders.

Soham sagt: „99 Prozent 'ja' ist unmöglich. 100 Prozent 'ja' ist einfach.” Ein lauwarmes 'ja' ist kein 'ja'. Da drehst du dich immer noch im Kopf. Aber ein hundertprozentiges 'ja' haut dich aus dem Kopf heraus. Der Kopf sagt: „Ich will gar nicht 'ja' sagen!” Probier's trotzdem: 100 Prozent 'ja' sagen, ohne dass der Kopf einverstanden ist, und alles ist anders.

Soham, mein Meister, hatte eine schwierige Wohnsituation. Ich war oft bei ihm zu Hause während den 20 Jahren, wo ich mit ihm herumgereist bin. Er lebte in einer ganz einfachen, winzigen Altbauwohnung in Frankfurt, ein altes, heruntergekommenes Haus, laut, ganz viele Sachen überall kaputt im Haus. Man hörte die Nachbarn; man wusste immer genau, was die Nachbarn gerade treiben – im wahrsten Sinne des Wortes. Und er wusste: er muss da raus.

Er wusste: das geht so nicht weiter. Aber ich will dir sagen, wie er das gehandhabt Er hat zu Gott gesagt: „Hör mal, Gott, ich brauche etwas anderes. Ich weiß zwar nicht, wie das gehen soll, ich habe keine Ahnung, aber tu was.” Und dann hat er es vergessen. Er wusste: wenn ich einmal so bete, dann kümmert sich Gott darum. Ich brauche mich nicht mehr darum kümmern; ich brauche nicht mehr darüber nachdenken.

Und er hat nie wieder darüber nachgedacht. Er war da, wo er gelebt hat. Er hat die Wohnung, in der er lebte mit seiner Frau, so gut instand gehalten, wie er konnte. Er hat immer weiter repariert. Er hat alles renoviert, immer wieder, hat so schön gemacht, wie es nur ging, obwohl er wusste, dass er da gar nicht bleiben will und dass es sich ändern muss. Er war da. Er hatte ein 'ja' dafür, obwohl er wusste: das wird sich ändern, irgendwann.

Aber er hat nicht drüber nachgedacht. Er hat nicht damit gehadert. Er hat erkannt: „So taugt es mir nicht. Das geht auch besser. Gott, kümmere dich darum.” Und dann hat er es vergessen. Er weiß: ”Wenn ich das Gott sage, der ist zuverlässig. Das Leben kümmert sich darum.” Und dann hat er da gelebt. Jahrelang habe ich ihn da immer wieder besucht und ihn nach Hause gebracht nach unseren Satsangreisen.

Und mehr als 10 Jahre später hat er sein neues Zuhause gefunden, da, wo er jetzt lebt, und es war perfekt. Und er hat immer wieder im Satsang darüber gesprochen, wenn Leute mit solchen Geschichten, wie du sie hast, zu ihm gekommen sind. Und er sagte: „Ich kann mich aufs Leben verlassen. Ich brauche nicht darüber nachdenken. Ich habe einmal darum gebeten. Ich weiß, es wird kommen. Aber ich weiß auch, dass Gott Zeit braucht, die Dinge zu arrangieren.” Und so war es dann auch.

Aber da muss so viel arrangiert werden im Hintergrund, von dem wir alles nichts wissen. Leute müssen bereit gemacht werden. Menschen in einem anderen Zuhause müssen motiviert werden, das Zuhause zu verlassen, damit du dann dahin kommen kannst, und so weiter. Die Engel haben da so viel Arbeit. Das braucht alles Zeit. Und um all die Sachen brauchst du dich nicht kümmern. So hat er das gemacht. So habe ich es von ihm gelernt. So lebe ich heute.

Vertrau dem Leben. Du kannst dem Leben sagen: „Hey, das ist echt nicht cool hier. Tu was!” Und dann wisse, dass das Leben dich liebt, und sage 'ja': „Okay, Gott, das ist das, was du mir jetzt gegeben hast. Ich sage 'ja' – nicht meine Angelegenheit. Du kümmerst dich darum; ich mache jetzt etwas anderes.” Das ist möglich. Aber ein lauwarmes 'ja' ist Arbeit, viel Arbeit, und führt zu nichts, weil du dich weiter im Kopf drehst. Es ist entsetzlich.

Ja... Danke für deine Frage. Vielen Dank. Ich freue mich, dass du da bist.

Es ist so schön, dass ich hier bei euch sein darf im Satsang.

Die Gefühle in deine Stille einladen

Simone, zwei Fragen hast du noch, ja?

[Simone:] Genau, zwei Fragen habe ich noch.

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte, fahre fort.

[Simone:] Die erste ist von Cornelia.

[Dhyan Mikael:] Cornelia, hallo, grüß dich. Wie schön, dass du da bist. Ich freue mich.

[Simone:] „Lieber Mikael, als du eben davon gesprochen hast, Gefühle einzuladen, wurde mir wieder einmal bewusst, dass ich oft das Gegenteil herbeisehne. Ich möchte sie weghaben, anstatt sie fühlen zu müssen, weil es unerträglich scheint, zum Beispiel, wenn Angst oder Panik innen hochsteigt, ich keine Ursachen erkennen kann und der Körper anfängt zu zittern und ein sehr großes Unwohlsein zu spüren ist, da möchte ich am liebsten aus diesem Empfinden sofort wieder heraus sein.

Wohingegen ich kürzlich stark Zahn- und Trigeminusschmerzen da sein lassen und fühlen konnte, obwohl ich es natürlich auch lieber schmerzfrei gehabt hätte. Es war aber nicht so sehr das Verlangen da, lieber davor fliehen zu wollen und es nicht fühlen zu wollen. Woher kommt so ein Unterschied? Und was kann ich tun, auch das andere, scheinbar Unerträgliche in Ruhe da sein zu lassen und annehmen zu können? Wie kann ich dem Fliehenwollen aus solch einer Situation begegnen? Vielen Dank von Cornelia.”

[Dhyan Mikael:] Danke, Cornelia.

Schau, stell dir einmal vor, du wärst diese Angst: du zitterst am ganzen Leib und du suchst jemanden, der sich um dich kümmert.

Und diese Angst kommt jetzt zu dir. Und wenn du jetzt Angst vor der Angst hast und die weg haben willst und mit ihr ein Problem hast, dann hat die Angst noch mehr Angst. Weißt du, du musst die Angst ja nicht wollen, darum geht es nicht. Aber sie ist nun mal da. Und wenn du jetzt mit dieser Angst ganz still sein kannst... Wenn du weißt, dass es in Wirklichkeit kein Problem gibt, dann kannst du diese Angst in deinem stillen Raum da sein lassen, und dann entspannt die sich.

Dann wird sie ruhig.

Wenn du Angst vor der Angst hast und sie weghaben willst, hat die Angst noch mehr Angst. Aber wenn du mit dieser Angst ganz still sein kannst... Wenn du weißt, dass es in Wirklichkeit kein Problem gibt, dann kannst du diese Angst in deinem stillen Raum da sein lassen, und dann entspannt die sich. Dann wird sie ruhig.

Aber wenn du auch in Panik gerätst, wenn die Angst kommt, dann hat die doppelt so viel Angst. Dann wird es wirklich interessant. Und deswegen ist es auch so hilfreich, wenn man beides gleichzeitig macht: du beginnst zu meditieren, und gleichzeitig lernst du, die Gefühle, die nun einmal da sind, da sein zu lassen. Und dadurch, dass du jeden Tag meditierst, lernst du dieses Fundament in dir ganz, ganz allmählich kennen: diesen stillen Raum; diese Kraft, die dich trägt.

Und je länger du schon meditierst, desto leichter fällt es dir dann, von diesen Gefühlen nicht umgeblasen zu werden, weil du selbst Angst bekommst, sondern in dir wächst eine gewisse Gelassenheit, eine gewisse... ein Wissen in dir drin, dass alles gut ist, weil du, ohne dass du das so direkt merkst, in Kontakt kommst mit deinem wahren Fundament, mit deiner Seele. Und dann werden diese körperlichen Dinge – und zu denen zählen die Gefühle genauso wie Zahnschmerzen und andere Dinge auch –, dann werden die unwichtig.

Wenn du meditierst, lernst du dieses Fundament in dir kennen: diesen stillen Raum; diese Kraft, die dich trägt. Und desto leichter fällt es dir, von diesen Gefühlen nicht umgeblasen zu werden. In dir wächst eine Gelassenheit, ein Wissen, dass alles gut ist, weil du, ohne dass du das merkst, in Kontakt kommst mit deinem wahren Fundament, mit deiner Seele.

Und dann können die einfach da sein, und die sind nicht mehr so wichtig, wie sie früher waren.

Es ist, als... Wenn du selbst ein Kind bist und ein anderes Kind in Panik gerät, dann flippst du auch aus. Das ist ganz natürlich. Aber wenn du ein Erwachsener bist, 30, 40 Jahre älter als das Kind, dann weißt du, dass es überhaupt keinen Anlass gibt, sich irgendwelche Gedanken zu machen. Da kommt dieses Kind in Panik, weil irgendetwas – ein schlechter Traum, oder ein Hund hat gebellt, oder was auch immer es ist –, und mit einer totalen Selbstverständlichkeit bist du für dieses Kind da. Das Kind badet in deinem Frieden, und nach fünf Minuten ist alles vergessen.

Und am Anfang sind wir als Erwachsene wie kleine Kinder: ohne Fundament, ohne Halt. Wir leben nur im Kopf. Wir wissen überhaupt nicht... Wir haben keine Erde in uns. Und dann beginnen wir zu meditieren. Dann bekommen wir diesen Kontakt zu unserem Fundament, zu unserer Seele, immer mehr, immer mehr. Wir werden immer erwachsener, als Seele, immer fester verwurzelt in uns selbst. Und dann kommen diese Gefühle, und dann können wir einfach für sie da sein. Deswegen ist es schön, wenn man das beides gleichzeitig macht.

Also meditiere. Das ist das, was dies alles verändern wird, mit der Zeit.

Am Anfang sind wir wie kleine Kinder: ohne Fundament, ohne Halt. Wir leben nur im Kopf. Wir haben keine Erde. Dann beginnen wir zu meditieren und werden immer verwurzelter in uns selbst. Und dann kommen diese Gefühle, und dann können wir einfach für sie da sein. Also meditiere. Das ist das, was dies alles verändern wird, mit der Zeit.

Das funktioniert auf Arten und Weisen, die wir uns nicht vorstellen können, aber es ist einfach so. Und dann sind die Gefühle alle immer noch da, so wie früher, und manche Herausforderungen im Leben sind immer noch da, genau wie früher, aber sie sind für uns völlig bedeutungslos geworden, weil sie uns nicht mehr umhauen: weil wir einfach feststehen in uns. Im Gegenteil, es wird alles sehr interessant und überhaupt nicht mehr beängstigend.

Also: meditiere, sei geduldig mit dir, und liebe dich so, wie du bist. Versuche nicht, weiter zu sein, fähiger, damit umzugehen. Meditiere. Das wird das für dich ändern, von selbst, schneller, als du denkst.

Und dann sind die Gefühle immer noch da, so wie früher, und Herausforderungen sind immer noch da, genau wie früher, aber sie sind für uns bedeutungslos geworden, weil wir feststehen in uns. Also: meditiere, sei geduldig mit dir, und liebe dich so, wie du bist. Meditiere. Das wird das für dich ändern, von selbst, schneller, als du denkst.

Danke, Sabine.

[Simone:] Cornelia war das.

[Dhyan Mikael:] Ah, Entschuldigung. Danke für die Korrektur. Cornelia... Bei all den Namen komme ich dann doch mal durcheinander. Aber im Grunde haben wir alle die gleichen Herausforderungen.

Gefühle nicht ernst nehmen

[Simone:] Dann lese ich die letzte Frage vor. Sie ist von John.

[Dhyan Mikael:] Hallo John. Schön, dass du dabei bist.

[Simone:] „Wie kann man seine Emotionen richtig verarbeiten und fließen lassen, wenn ich leide oder Schmerzen habe? Ich habe einmal gelernt, Energie folgt immer der Aufmerksamkeit. Wenn ich nun meinen Fokus auf die negativen Gefühle in meinem Körper richte, verstärke ich diese dadurch dann nicht noch mehr, oder halte damit an Ihnen fest?”

[Dhyan Mikael:] Ja, danke, John. Das ist eine schöne Frage. Deswegen drücke ich das heute anders aus, als ich es früher, vor ein paar Jahren, noch gesagt habe. Heute sage ich: „Lass die Gefühle einfach da sein.” Kümmere dich nicht groß um sie. Du musst mit ihnen nichts machen. Du musst jetzt nicht deine Aufmerksamkeit darauf richten und gucken: „wie löse ich das Gefühl jetzt auf?” Darum geht es nicht. Das Gefühl ist da? Okay, lass es da sein.

Mehr ist nicht notwendig. Das Gefühl ist nicht wichtig. Wenn du dagegen kämpfst, dann machst du es größer, als es sein müsste. Wenn du es wichtig nimmst, wenn du herausfinden willst, was es bedeutet, dann machst du es größer, als es ist. Wenn du es für ein Problem hältst, machst du es größer, als es ist. Aber wenn du es einfach da sein lässt und wieder in dir ruhst, dann gibt es kein Problem, egal, was es für ein Gefühl ist: Panik, Angst, Einsamkeit, Grauen – alles dasselbe.

Lass das Gefühl einfach da sein. Es ist nicht wichtig. Wenn du dagegen kämpfst, machst du es größer, als es sein müsste. Wenn du wissen willst, was es bedeutet, machst du es größer, als es ist. Wenn du es für ein Problem hältst, machst du es größer, als es ist. Aber wenn du es einfach da sein lässt und wieder in dir ruhst, dann gibt es kein Problem.

Wir haben die Neigung, den Dingen Bedeutung beizumessen, Wichtigkeit beizumessen, und das passiert so automatisch, dass wir es oft gar nicht merken. Aber einfach: „Ah, okay, Angst ist da, alles klar. Kein Problem. Bleib ruhig hier” – und du ruhst wieder in dir selbst. Die Angst kann ruhig weiterspielen, sie stört dich überhaupt nicht. Du brauchst sie nicht weiter beachten – nur nicht wegschicken.

Das ist das Einzige, worum es geht: den Dingen keine Bedeutung beizumessen, sondern einfach in sich ruhen. Mehr brauchen wir nicht tun.

Wir haben die Neigung, den Dingen Bedeutung und Wichtigkeit beizumessen. Das passiert so automatisch, dass wir es oft gar nicht merken. Aber einfach: „Ah, Angst ist da. Kein Problem. Bleib hier” – und du ruhst wieder in dir selbst. Das ist das Einzige, worum es geht: den Dingen keine Bedeutung beizumessen, sondern einfach in sich ruhen.

Und am Anfang wissen wir überhaupt nicht, wie das geht und was es bedeutet, aber einfach anfangen, ausprobieren. Und schneller als du denkst, hast du den Bogen raus.

Ja. Danke, John für diese schöne Frage am Schluss.

Einfach ist richtig

Schade, dass die zwei Stunden schon wieder vorbei sind.

Im Satsang vergeht die Zeit so schnell, das ist wirklich ungerecht. Ich komme mir vor wie ein Kind, das spielt und denkt: „Was? Die Zeit schon vorbei? Ich will nicht ins Bett.” Ja...

Wir alle haben dieselben Fragen und Herausforderungen. Deswegen lese ich auch gerne noch Fragen vor, die schon lange bei mir warten, weil ich weiß, dass es immer Menschen gibt, die genau dieselbe Frage haben, genau das gleiche Problem, das sie empfinden. Wir sind alle so gleich. Wir sind alle Brüder und Schwestern.

Ja... Das Leben ist einfach – und das zu entdecken, dafür sind wir hier: zu uns selbst zu finden. Auch das ist einfach. Am Anfang kommt es uns total schwierig vor, und je mehr wir meditieren, desto mehr stellen wir fest: „Ups, das geht ja ganz einfach. Warum habe ich es mir so schwer gemacht?” Aber das ist eben gerade das Lernen.

Deswegen bin ich hier: um dich immer wieder daran zu erinnern, es nicht zu ernst zu nehmen, und es dir zu gestatten, es dir leicht zu machen. Es gab einmal einen indischen Guru, der sagte: „Easy is right” – einfach ist richtig. Da ist wirklich etwas Wahres dran. Ich mache es mir einfach, wann immer ich kann.

Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht

Danke, dass du da bist. Es ist eine Freude, dich hier zu haben. Danke für diese beiden schönen Satsangs. Nächsten Dienstag reise ich in den Taunus zum Retreat. Ich freue mich. Ich freue mich, dass einige von euch auch dabei sind. Und Mitte Januar gibt es den nächsten Online-Satsang. Danke, dass du da bist. Also, wenn du Fragen zur Samarpan-Meditation hast, auf meiner Website findest du die Seite Samarpan-Meditation, da habe ich dir die Links zu den offiziellen Informationen zusammengestellt, die Website von Samarpan Meditation e.V.

zum Beispiel, die Website von Gurutattva, und da findest du die Originalantworten auf deine Fragen. Und noch einmal zum Schluss möchte ich erwähnen, dass du auch dahin schreiben kannst, wenn du konkrete Fragen hast zur Meditation. Ich spreche total gerne über diese Meditation. Ich tue nichts lieber. Aber ich bin nicht derjenige, der diese Meditation bringt. Ich bin einfach ein Mensch wie du, der mit Freude meditiert. Ich bin einer, der weiß: das ist es, es funktioniert. Aber mehr als meine Erfahrung teilen kann ich nicht – aber das tue ich gern.

Und alles, was ich tue, ist kostenlos. Ich möchte, dass du dich hier willkommen fühlst. Ich möchte, dass du weißt, dass ich nichts von dir erwarte. Du bist völlig frei. Aber wenn es Menschen gibt, die Lust haben, mich bei dem, was ich hier tue, finanziell zu unterstützen, freue ich mich sehr, daher gelegentlich meine Einladung. Wenn dir danach ist, wenn es dir Freude macht, dann ist deine Hilfe willkommen. Auf meiner Website, auf der Spende-Seite, da steht, wie es geht. Du kannst zum Beispiel eine Mitgliedschaft bei Steady machen.

Das bringt mir dann jeden Monat kleine Beträge. Und wenn das viele Menschen machen, dann summiert sich das, und das ist eine ganz, ganz große Hilfe für mich. Aber jede Art von Zuwendung ist für mich eine Hilfe und total willkommen. Aber was ich tue, ist kostenlos. Es gehört mir nicht. Ich verkaufe hier nichts. Ich gebe einfach das weiter, was auch mir geschenkt wurde. Ja, in diesem Sinne: danke! Danke für Satsang. Danke, dass ich an deinem Leben teilhaben darf. Danke, dass ich dir immer wieder erzählen darf, dass dieses Leben leicht ist. Danke, dass du zuhörst.

Ich liebe dich.