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Easter Intensive: German Online Satsang of April 6, 2026

German with German subtitles.

German with automatic subtitles.

Topics: Saying yes without knowing why. Staying, even though it’s painful. Feeling emotions without the story. Disappointment is healing. Thoughts – the source of stress. The secret to a good life. It doesn’t matter whether you trust life. The magic of Himalayan Samarpan Meditation. Expectations are a form of madness. This is how manifestation works. We grow even in dead ends. Don’t fight against yourself. Enlightenment is completely unimportant. A person exists only as a package. Listen closely to what the Guru really says. In the emptiness, everything becomes clear. One with the energy flowing through the Guru. Learning to feel the Soul. Discovering what is eternal.

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About this Video:

This Satsang was the second evening of our Easter Intensive, and as I was working on the recording, I felt once again that special energy of the Easter season: yesterday I was still deeply stirred up, but this morning a deep stillness settled within me.
 It is this back-and-forth between intensity and letting go, in which something is at work within you that you often don’t even know what it is – and in which you can really only do one thing: say “yes” without knowing to what.

That is exactly what became the leitmotif of this evening. Saying “yes” does not mean enduring something you don’t want. It means being true to what you’re really feeling in the moment – even if you don’t understand it. And the more questions arose, the clearer it became that what we call acceptance doesn’t actually have two sides: you don’t accept other people’s behavior, but rather how it is for you, right now, in this moment.

I was particularly moved by an email from a mother whose children hadn’t called at all or had only called briefly over Easter. We often believe that suffering comes from others, but it actually stems from our expectations – and so that evening I was able to speak about something I love so much about the German word “Ent-Täuschung” (disappointment): the illusion is exposed, and that hurts, but it forces us to turn inward – and there is nothing which is more healing than that.

Then there was the question from a woman who, due to early traumatic experiences, still cannot be alone today without falling into an existential void – a topic that is particularly close to my heart. But what I was able to tell her applies, in essence, to all people: no one has to be able to do what they cannot do today, and whether you trust life or not doesn’t matter – life takes care of you anyway.

Another question revolved around manifestation, a topic that moves me time and again because so many people fall for it. Yes, it works – but in a completely different way than most people think. Life is a mirror of your inner self, and those who live in lack will be given opportunities for lack by life. Those who are grateful will be given more to be grateful for. And so I haven’t manifested this way for a long time: I wouldn’t even know what to wish for.

Someone asked how to get rid of bad habits, and here, too, I was able to share something I myself learned from Soham: you can’t get rid of them by fighting them – but when you stop fighting and instead enjoy what is here, the whole thing gradually loses its energy.

And at the end of the evening, the touching question from a woman who has lost her oldest friends to death led us to what it all comes down to: to the place within us that remains when everything else is gone. Discovering this place is the true task of this life.

I love the Easter season – intense, terrible, wonderful. Thank you for this Satsang. Thank you for being there.

Complete German text:

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Ja sagen ohne zu wissen, wozu

[Dhyan Mikael:] Guten Abend. Herzlich willkommen zum Satsang. Ich freue mich, dass du da bist. Willkommen an diesem schönen Ostermontagabend.

Das hier heißt ja das Osterintensive, und zumindest bei mir haben die Tage ihrem Namen alle Ehre gemacht. Für mich war der Satsang gestern sehr schön und sehr intensiv, und heute, am zweiten Osterfeiertag am Morgen hat sich die Energie total gewandelt, und es kehrte eine tiefe Ruhe ein in mir.

Und ich erlebe immer wieder dieses Hin und Her von Intensität und einer gewissen Aufgewühltheit, so als würde es in einem arbeiten, und man weiß oft gar nicht, was es ist. Man merkt nur: da ist richtig was los, und man ist einfach damit beschäftigt, 'ja' zu sagen und die Gefühle willkommen zu heißen, obwohl man oft gar nicht weiß, wozu man 'ja' sagt, und man auch gar nicht weiß, was man da eigentlich fühlt – aber man sagt einfach 'ja'.

Und dann wieder wird es wie von selbst, ganz leicht und leer. Und das Geheimnis besteht darin, zu allem bereit zu sein: an dem, was man als schön empfindet und als richtig, nicht festzuhalten, und das, was einem schwierig vorkommt und vielleicht nicht so erwünscht, das immer willkommen zu heißen, wenn es da ist. Und dann passiert das alles von selbst.

Das Geheimnis besteht darin, zu allem bereit zu sein: an dem, was man als schön empfindet und als richtig, nicht festzuhalten, und das, was einem schwierig vorkommt und vielleicht nicht so erwünscht, das immer willkommen zu heißen, wenn es da ist. Und dann passiert das alles von selbst.

Ich habe das bei meinem spirituellen Meister Soham oft erlebt in seinen Retreats. Ganz gleich wie lang ein Retreat ging – jeder Retreat hat energetisch eine gewisse Dynamik. Am Anfang ist es noch ganz harmlos, und dann wird es sehr intensiv und sehr dicht, und so gegen Ende wird es dann wie zu einer Erlösung. Und ich habe die Erfahrung gemacht in seinen Retreats: das passiert immer. Und bei ganz kurzen Retreats passiert es auch, nur zeitlich komprimiert. So erlebe ich das bei diesem Intensive diesmal an Ostern auch. All das ist in zwei Tage, in zwei Satsangs, hineingepackt.

Ich freue mich auf diese Zeit heute Abend mit dir, mit euch. Wenn du Fragen hast zu deinem Leben, zu deinem spirituellen Weg oder zur Samarpan-Meditation, dann freue ich mich, von dir zu hören. Du kannst sie in den Chat schreiben auf Zoom oder auf YouTube, und Simone wird sie vorlesen und ich werde versuchen, etwas dazu zu sagen. Und zwischendurch habe ich auch die eine oder andere Frage, die mich per Email erreicht hat und die ich dann vorlese und beantworte. Das machen wir jetzt, da es ein Intensive ist, zwei Stunden lang bis 10 Uhr heute Abend.

Bleiben, obwohl es schmerzhaft ist

Ja... Simone, magst du anfangen? Gibt es schon eine Frage, die du vorlesen magst?

[Simone:] Ja, sehr gerne mag ich anfangen. Die erste Frage ist von Nadine.

[Dhyan Mikael:] Nadine, guten Abend. Hallo. Ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] „Geliebter Mikael, ich schaffe es nicht, liebevoll auf meine vulnerable, narzisstische Mutter zu schauen. Ich schaffe es nicht, mich dem Leben hinzugeben und 'ja' zu dem Erleben meiner Mutter zu sagen. Die Erniedrigungen sind kaum auszuhalten. Hast du ein paar Worte für mich? Danke von Herzen, Nadine.”

[Dhyan Mikael:] Ja, ich sage sehr gerne etwas dazu.

'Ja' sagen bedeutet nicht, etwas zu ertragen, was du nicht willst.

'Ja' sagen heißt: 'ja' sagen zu dem, wie es für dich ist. Du bist in einer bestimmten Situation, wo du merkst: „ich will hier weg”. 'Ja' sagen bedeutet jetzt nicht dableiben, sondern 'ja' sagen bedeutet, wegzugehen.

Manchmal ist man in einer wirklich schwierigen Situation und will eigentlich weggehen, aber man spürt genau: „Ich kann nicht gehen. Es ist nicht dran für mich, zu gehen. Jetzt ist es für mich dran, hier zu bleiben, obwohl ich eigentlich gar nicht will” – aber man spürt es ganz genau. Und dann heißt 'ja' sagen, dort zu bleiben, und dann deine Gefühle zu fühlen. Was es für dich konkret bedeutet, kannst du nur im jeweiligen Augenblick erfühlen und wahrnehmen. Dann bist du dem einfach treu. So einfach ist es.

Wenn du dich nicht erniedrigen lassen möchtest, dann brauchst du das nicht zulassen: du kannst einfach gehen. Oder du kannst ihr sagen: „Hör mal, so lasse ich mit mir nicht sprechen. Wenn du so weiter machst: noch ein solcher Satz, und ich komme nicht wieder.” Aber das hängt davon ab, wie du dich fühlst. Wie gesagt: es gibt Situationen, da will man bleiben. Man versteht es selbst gar nicht. Und dann auch 'ja' zu dem zu sagen, was du in dir fühlst, zu dem Impuls zu bleiben und zu den Gefühlen, die du fühlst. Und dann ist da kein Kampf. Dann bist du dir treu.

Schlimm wird es immer dann, wenn du das Gefühl hast, du bist dir selbst nicht treu. Ich hatte heute Morgen eine Situation. Ich saß in der Küche, und da saß ein anderer Mensch mit mir, und dieser andere Mensch hat mir etwas gesagt, scheinbar ganz harmlos, aber das hatte es in sich. Und es hat mir überhaupt nicht gefallen.

Ich hätte einfach aufstehen können und weggehen – aber ich wollte nicht: also blieb ich da. Ich habe auch nichts gesagt. Ich wollte auch nichts sagen. Ich bin einfach dageblieben, wo ich bin, dageblieben, wo ich war, in der Situation, auf dem Platz, auf dem ich saß, in meinen Gefühlen, in mir, und ich habe gefühlt – lange Zeit.

Und das war gut – aber ich habe mich nicht als Opfer gefühlt. Ich habe mich frei gefühlt. Ich hätte in jedem Moment tun können, was ich wollte – und das habe ich getan: ich bin dageblieben. Das war das, was ich da wollte. Und wenn du das tust, dann gibt es kein Problem; dann bist du vielleicht in einer Situation, die ist wirklich heftig – aber es ist gut.

Aber oft haben wir so spirituelle Vorstellungen: „Jetzt wäre es das Richtige, das zu ertragen”, obwohl dir überhaupt nicht danach ist. Aber dann folgst du deinen Gedanken.

Weißt du, du kannst vorher nie wissen, was das Richtige ist. Keiner kann dir sagen: „In so und so einer Situation verhältst du dich so und so richtig”.

Was für dich das Richtige ist, erfährst du immer nur ganz konkret in einem bestimmten Augenblick. Und du erlebst vielleicht ein und dieselbe Situation, dieselben Gefühle, derselbe Mensch dir gegenüber – aber du reagierst völlig anders, weil du in dem anderen Augenblick ganz andere Energien in dir spürst, eine andere Bereitschaft, ein Impuls für etwas ganz anderes als beim letzten Mal. Das macht es so spannend.

Du kannst vorher nie wissen, was richtig ist. Das erfährst du im Augenblick. Du erlebst ein und dieselbe Situation, dieselben Gefühle, derselbe Mensch dir gegenüber – aber du reagierst völlig anders, weil du ganz andere Energien in dir spürst, eine andere Bereitschaft, ein Impuls für etwas ganz anderes als beim letzten Mal. Das macht es so spannend.

Danke, Nadine, dass du da bist.

Gefühle ohne die Geschichte fühlen

Ich werde eine Email vorlesen, die mich heute für diesen Satsang erreicht hat.

„Lieber Dhyan Mikael, mein Wochenende war furchtbar, und zwar deswegen, weil meine Erwartungen enttäuscht wurden, dass meine Kinder bei mir anrufen und mir frohe Ostern wünschen. Die eine hat überhaupt nicht angerufen, und die andere einfach früher, weil sich wahrscheinlich am Sonntag für die zwei Minuten für einen persönlichen Anruf keine Zeit hatte.

Ich war so enttäuscht, dass ich zum ersten Mal geantwortet habe, dass mir solche Wünsche eher wehtun und mich traurig machen und ich sie in Zukunft nicht mehr haben möchte. Nun sitze ich hier. Ich habe mich danach dafür entschuldigt in einer zweiten Email, in der ich so offen war, wie ich es sonst noch nie gewesen bin. Jetzt sitze ich hier mit meinen Ängsten und mit meinem schlechten Gewissen. Es wäre furchtbar, wenn sie die Kontakte noch mehr reduzieren würden und ich noch mehr in die Isolation geraten würde.

Seit ich von der Samarpan-Meditation gehört habe, stehe ich morgens automatisch auf. Ich kann gar nicht anders: ich versuche zu meditieren. Alles zu akzeptieren scheint also zwei Seiten zu haben. Wie gehe ich mit diesen beiden Seiten um? Wie wehre ich mich auf der einen Seite, und auf der anderen Seite sage ich 'ja' zu allem, was aus Gottes Segen kommt. Und es kommt ja nur alles aus Gottes Segen...” Danke für deinen Brief.

Du sagst, dass das Akzeptieren zwei Seiten hat: einerseits sich wehren, und andererseits 'ja' sagen.

Das Akzeptieren hat keine zwei Seiten.

Du akzeptierst das, wie es für dich ist. In deiner Situation heißt Akzeptanz, deine Gefühle zu akzeptieren, deine Einsamkeit, deine Enttäuschung, vielleicht Wut – und diese Gefühle zu fühlen, aber ohne Gedanken, ohne die Geschichte: ohne daran zu denken, was dieses Gefühl ausgelöst hat und dass das doch verkehrt ist: dass dieser Mensch sich hätte anders verhalten sollen.

Wenn du das weglässt – die Geschichte –, und einfach nur die Gefühle akzeptierst, da sein lässt und fühlst und willkommen heißt, dann passiert etwas ganz Unerwartetes: diese Gefühle, die du eigentlich gar nicht haben möchtest, die – wenn du sie kommen lässt, ohne Geschichte, ohne Gedanken – bringen dir deinen Frieden. Wenn du mit diesen Gefühlen Frieden schließt und sie kommen lässt, bringen die dir deinen Frieden. Dann wirst du ganz erstaunliche Entdeckungen machen.

In deiner Situation heißt Akzeptanz, deine Gefühle zu akzeptieren und zu fühlen, aber ohne Gedanken, ohne die Geschichte: ohne daran zu denken, was dieses Gefühl ausgelöst hat und dass dieser Mensch sich anders hätte verhalten sollen. Dann passiert etwas Unerwartetes: diese Gefühle, die du gar nicht haben möchtest, bringen dir deinen Frieden.

Enttäuschung ist heilsam

Aber in deiner Situation geht es gar nicht so sehr ums Akzeptieren. In deiner Situation geht es darum, dass du den Gedanken Aufmerksamkeit gegeben hast – und wenn du das tust, dann tut es immer weh. Du schreibst: deine Erwartungen wurden enttäuscht. Natürlich wurden deine Erwartungen enttäuscht. Die anderen Menschen sind nicht dazu da, deine Erwartungen zu erfüllen.

Die anderen Menschen sind dazu da, dich zu enttäuschen.

Ich mag dieses deutsche Wort „ent-täuschen”: die Täuschung wird entlarvt.

Du hast den Gedanken Aufmerksamkeit gegeben – und natürlich wurden deine Erwartungen enttäuscht. Die anderen Menschen sind nicht dazu da, deine Erwartungen zu erfüllen. Die anderen Menschen sind dazu da, dich zu enttäuschen. Ich mag dieses deutsche Wort „ent-täuschen”: die Täuschung wird entlarvt.

Du hattest Erwartungen. Du wolltest, dass sie sich auf eine ganz bestimmte Weise verhalten – ob sie wollen oder nicht. Du willst, dass sie etwas Bestimmtes tun wollen. Das geht einfach schief. So funktioniert das Leben nicht.

Und das zu erkennen, ist heilsam. Es tut weh – aber es ist heilsam, denn es bringt dich zu dir selbst zurück. Es wirft dich auf dich selbst zurück.

Du hattest Erwartungen. Du wolltest, dass sie sich auf eine ganz bestimmte Weise verhalten oder etwas Bestimmtes tun wollen – ob sie wollen oder nicht. Das geht einfach schief. So funktioniert das Leben nicht. Und das zu erkennen, tut weh – aber es ist heilsam, denn es bringt dich zu dir selbst zurück. Es wirft dich auf dich selbst zurück.

Du bist in einer Situation, in der du Angst vor bestimmten Dingen hast – vor Einsamkeit, vor Isolation – und Du erwartest, dass bestimmte Menschen dich davor bewahren. Aber das funktioniert nicht.

Und das ist gut so, denn jetzt bist du durch diese Situation dazu gezwungen, mit deiner Situation Frieden zu schließen. Das ist unendlich hilfreich.

Du hast Angst vor Einsamkeit, vor Isolation, und Du erwartest, dass bestimmte Menschen dich davor bewahren. Aber das funktioniert nicht. Und das ist gut so, denn jetzt bist du durch diese Situation dazu gezwungen, mit deiner Situation Frieden zu schließen. Das ist unendlich hilfreich.

Ich möchte dir ein Geheimnis des Lebens verraten. Es kommt nicht darauf an, dass du weißt, wie man ein Problem löst. Du musst nicht wissen, was du tun musst, damit du nicht in Isolation gerätst oder nicht einsam wirst.

Deine einzige Aufgabe ist es, deine Situation, so wie sie ist, anzunehmen – 'ja' dazu zu sagen, zu den Gefühlen und zur Situation, ohne darüber nachzudenken.

Wenn du das tust, wenn du die Gedanken beiseite lässt und einfach nur hier bist mit deiner Situation, dann wirst du entdecken, dass diese Situation, die das Leben dir beschert, dir die Lösung bringt – wenn du sie akzeptierst.

Ich möchte dir ein Geheimnis des Lebens verraten. Es kommt nicht darauf an, dass du weißt, wie man ein Problem löst. Deine einzige Aufgabe ist es, die Situation und die Gefühle anzunehmen – ohne darüber nachzudenken. Dann wirst du entdecken, dass diese Situation dir die Lösung bringt – wenn du sie akzeptierst.

Das ist das, was die Menschen dann „Wunder” nennen, aber es ist kein Wunder. So funktioniert das Leben. Und ich erlebe das jeden Tag aufs Neue – gerade heute wieder, an diesem intensiven Ostermontag.

Und du hast recht. Du sagst: alles, was geschieht, ist Gottes Gnade. Alles, was geschieht, ist ein Geschenk für dich. Und das entdeckst du, wenn du 'ja' dazu sagst.

Das, was die Menschen „Wunder” nennen, ist kein Wunder. So funktioniert das Leben. Und ich erlebe das jeden Tag aufs Neue. Alles, was geschieht, ist Gottes Gnade. Alles, was geschieht, ist ein Geschenk für dich. Und das entdeckst du, wenn du 'ja' dazu sagst.

Ich würde dir gerne etwas nahelegen. Ich würde dir gerne nahelegen, es einmal zu versuchen, ohne Erwartungen zu leben.

Vielleicht klingt es für dich befremdlich, aber das wird in deinem Leben eine Revolution auslösen. Erwarte nichts von anderen Menschen. Liebe sie so, wie sie sind. und erkenne, dass du von ihnen in Wirklichkeit nichts brauchst. Das, was du brauchst, dafür ist jemand anders zuständig: das Leben. Und das kümmert sich gut.

Versuche, ohne Erwartungen zu leben. Das wird in deinem Leben eine Revolution auslösen. Erwarte nichts von anderen Menschen. Liebe sie so, wie sie sind. und erkenne, dass du von ihnen in Wirklichkeit nichts brauchst. Für das, was du brauchst, ist jemand anders zuständig: das Leben. Und das kümmert sich gut.

Und wenn du die Samarpan-Meditation machst, dann wirst du das entdecken.

Ich freue mich, dass du nicht anders kannst, also morgens aufzustehen und zu meditieren. Diese Meditation ist wirklich magisch.

Ich freue mich so sehr, dass du da bist.

Gedanken – Quelle des Stresses

Simone, magst du fortfahren?

[Simone:] Sehr gerne. Die nächste Frage ist von Sunny Shining.

[Dhyan Mikael:] Sunny Shining, guten Abend. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, danke fürs Satsang. Mein Nervensystem kann sich derzeit nicht beruhigen. Ich habe viele Ressourcen und nichts wirkt. Hier sind starke, familiäre und andere Belastungen. Hast du einen Tipp?”

[Dhyan Mikael:] Ja, den habe ich.

Achte darauf, wo deine Aufmerksamkeit ist. Und ich will dir ganz konkret sagen, was ich damit meine. Normalerweise haben wir unsere Aufmerksamkeit bei unseren Gedanken, und da draußen, bei den anderen Menschen – genau das, was ich eben zu der Briefeschreiberin von eben gesagt habe. Wir erwarten etwas von anderen Leuten, oder wir haben Angst, dass andere Menschen etwas tun, was wir nicht wollen.

Wir haben Angst vor dem, was sie über uns denken. Oder wir bewerten sie, wir finden sie verkehrt, oder wir haben Angst, dass sie uns bewerten und uns für verkehrt und falsch halten.

Und wenn wir die Aufmerksamkeit da draußen haben bei den anderen Menschen, bei der Welt – und vor allen Dingen: bei unseren Gedanken –, das ist ein ungeheurer Stress. Die meisten Menschen wissen das nicht, aus dem ganz einfachen Grund, weil sie schon immer so gelebt haben und es gar nicht anders kennen.

Deswegen sagen die Gurus: 90 Prozent aller Krankheiten kommen vom Denken – weil es den Körper unendlich stresst. Dabei geht so viel Energie verloren, das ist unvorstellbar. Aber das entdeckt man erst, wenn man entdeckt, dass man den Gedanken gar keine Aufmerksamkeit geben muss; dass es ganz anders geht. Aber für die meisten Menschen ist das, was ich eben gesagt habe, völlig unvorstellbar und unbekannt.

Wenn wir die Aufmerksamkeit da draußen haben bei den anderen Menschen, bei der Welt – und vor allen Dingen: bei unseren Gedanken –, ist das ein ungeheurer Stress. Deswegen sagen die Gurus: 90 Prozent aller Krankheiten kommen vom Denken – weil es den Körper unendlich stresst.

Wenn du Lust hast: meditiere. Wenn ich „meditiere” sage, dann meine ich eigentlich immer die Samarpan-Meditation, aber du kannst natürlich machen, was du willst. Das ist einfach die Meditation, die ich jeden Tag praktiziere, die ganz einfach ist und doch unglaublich. Und in dieser Meditation, da praktiziert man genau das: den Gedanken für eine gewisse Zeit keine Aufmerksamkeit zu geben – und das ändert alles. Es ändert nicht nur dein Nervensystem, sondern dein ganzes Leben. Es ist eine Revolution, eine ganz stille, heimliche Revolution, die ganz von alleine geschieht.

Wenn du Lust hast: meditiere. Praktiziere, den Gedanken für eine gewisse Zeit keine Aufmerksamkeit zu geben – und das ändert alles. Es ändert nicht nur dein Nervensystem, sondern dein ganzes Leben. Es ist eine Revolution, eine ganz stille, heimliche Revolution, die ganz von alleine geschieht.

Danke, dass du geschrieben hast. Ich freue mich, dass du da bist.

Das Geheimnis eines guten Lebens

Bitte fahre fort, Simone, falls du noch eine Frage hast.

[Simone:] Ja, die nächste Frage ist von Knisterkeule.

[Dhyan Mikael:] Hallo, Knisterkeule.

[Simone:] „Hallo, Mikael. So viel Wutkraft in mir, und eigentlich auch eine Unzufriedenheit mit meinen Lebensumständen, meinem Wohnort. Gleichzeitig sehe ich einfach noch keine Tür, durch die ich gehen kann, oder die Energie ist einfach noch nicht da, den Schritt zu tun. Also eben hier, jetzt, im unausweichlichen Sein. Vielleicht magst du ja noch ein bisschen darüber sprechen. Danke – und schön, hier zu sein.”

[Dhyan Mikael:] Oh, so schön, dass du da bist. Ja, ich sage dir gerne noch ein paar Sachen dazu.

Weißt du, es ist oft so, dass wir irgendwo spüren, dass Veränderung ansteht – aber wir wissen nicht, wann, und wir wissen auch nicht, wohin. Wir wissen nicht, in welcher Form die Veränderung stattfinden soll oder wird.

Und das Schöne ist, dass wir uns darum auch überhaupt nicht kümmern brauchen. Ich will das einmal so erklären...

Wenn eine Veränderung stattfindet, dann findet sie hier statt, jetzt. Damit meine ich nicht, dass du jetzt etwas verändern solltest. Das meine ich nicht. Du lebst jeden Tag, jede Stunde, du lebst jeden Augenblick, einen nach dem anderen. Und irgendwann kommt der Augenblick, wo die Veränderung geschieht. Das meine ich damit.

Und wenn du es übst, hier zu sein, hier mit dem, was jetzt da ist, anstatt an die Zukunft zu denken, wenn du mit dem lebst, was jetzt da ist, anstatt darüber nachzudenken, wie du es gerne anders hättest, dann wirst du jetzt hier sein, wenn es so weit ist. Dann wirst du spüren, was dran ist – wenn es so weit ist, dass was dran ist. Und dann geht alles von selbst.

Wenn eine Veränderung stattfindet, dann findet sie hier statt, jetzt. Und wenn du es übst, hier zu sein, anstatt an die Zukunft zu denken oder daran, wie du es gerne anders hättest, dann wirst du jetzt hier sein, wenn es so weit ist. Dann wirst du spüren, was dran ist – wenn es so weit ist. Und dann geht alles von selbst.

Du lebst dann jeden Tag und hast Energie für manche Sachen, und die tust du dann. Aber du denkst nicht über die Dinge nach, für die du jetzt noch gar keine Energie hast. Und dann geht das Leben so einfach.

Ich erzähle sehr gerne das Beispiel von meinem Meister Soham. Der hat das auch erlebt, weißt du? Der lebte viele, viele Jahre in Frankfurt in einer ganz einfachen, winzigen Wohnung, zusammen mit seiner Frau. Das war ein ziemlich schäbiger Altbau und nicht isoliert, kalt, laut. Und er wusste: das muss sich ändern. Aber er hat nicht darüber nachgedacht. Er wusste: das muss sich ändern. Er wusste, das wird sich ändern.

Und er hat einmal zu Gott gebetet und hat gesagt: „Hey Gott, also tu was” – und dann hat er nicht mehr darüber nachgedacht. Er hat das gemacht, wovon er auch jeden Tag im Satsang spricht: er war einfach immer im Moment und hat das getan, was jetzt dran ist. Er hat weiterhin die Wohnung instand gehalten. Er hat weiterhin die Wohnung verschönert. Er hat weiterhin nicht darüber nachgedacht, sondern einfach nur in jedem Moment das getan, was jetzt gerade dran ist und nötig ist.

Und dann ging es so 10 Jahre weiter. Er hat nicht drüber nachgedacht, er hat nicht gehadert. Er ist ein lebendiges 'ja' auf zwei Beinen. Und dann, eines Tages, war es so weit. Und dann geschah alles von selbst. Es hat dann immer noch ein, zwei Jahre gedauert, bis der Umzug wirklich stattfinden konnte, aber da geschieht alles von selbst – ohne dass man kämpft, ohne dass man verzweifelt nach Wegen sucht, ohne dass man wartet.

Ich habe auch so ein paar Dinge in meinem Leben, da bin ich wirklich neugierig. Ich habe das Gefühl, da wird sich noch etwas ändern, ganz grundlegend – aber wann und in welche Richtung, das weiß ich nicht. Und ich warte auf nichts. Ich bin hier und ich richte es mir hier, wo ich jetzt bin, so gut ein, wie ich nur kann. Mit all meiner Aufmerksamkeit, mit all meiner Kraft bin ich hier. Und dann bin ich hier, wenn morgen etwas Neues geschehen will. Das ist das Geheimnis eines guten Lebens.

Ich warte auf nichts. Ich bin hier und ich richte es mir hier, wo ich jetzt bin, so gut ein, wie ich nur kann. Mit all meiner Aufmerksamkeit, mit all meiner Kraft bin ich hier. Und dann bin ich hier, wenn morgen etwas Neues geschehen will. Das ist das Geheimnis eines guten Lebens.

Wir glauben gerne – und es wird uns von vielen Menschen gesagt und beigebracht, und da gibt's auch ganz tolle Workshops dazu... Wir glauben, wir müssten uns klar darüber werden, was wir wollen, und das dann auch visualisieren oder... da gibt es alle möglichen wohlklingenden Ausdrücke dafür: das eigene Leben manifestieren, das eigene Leben kreieren, durch unsere Vorstellungskraft, durch unsere Wünsche...

Ich kann so nicht leben. Erstens ist es viel zu viel Arbeit, und zweitens weiß ich gar nicht, was richtig für mich ist. Ich weiß, was ich will – aber das sind nur meine Gedanken. Die haben keinerlei Substanz.

Aber wenn du einfach im Moment lebst und dich davon überraschen lässt, was das Leben für dich plant... wow. Du wirst so überrascht werden.

Wir glauben, wir müssten uns klar werden, was wir wollen, und dann manifestieren. Ich kann so nicht leben. Ich weiß, was ich will – aber das sind nur meine Gedanken. Die haben keinerlei Substanz. Aber wenn du einfach im Moment lebst und dich davon überraschen lässt, was das Leben für dich plant... wow. Du wirst so überrascht werden.

Ich spreche nicht davon, untätig in der Ecke herumzusitzen und zu sagen: „Okay, Mikael sagt, ich soll nichts tun, dann tue ich jetzt nichts mehr.” Davon spreche ich natürlich nicht. Ich spreche davon, nicht über das Leben nachzudenken, sondern all deine Kraft und Energie dahin zu richten, wo du jetzt gerade bist. Und da gibt es immer etwas zu tun, immer etwas zu arbeiten, immer etwas zu helfen, immer etwas zu verschönern, immer etwas zu verbessern, immer etwas, woran man Freude hat. Schau auf das, was jetzt hier ist. Denk nicht an das, was nicht da ist. Das ist mein Rat an dich.

Ich spreche nicht davon, untätig herumzusitzen. Ich spreche davon, nicht über das Leben nachzudenken, sondern all deine Energie dahin zu richten, wo du jetzt bist. Da gibt es immer etwas zu tun, zu arbeiten, zu helfen, zu verschönern, immer etwas, woran man Freude hat. Schau auf das, was jetzt hier ist. Denk nicht an das, was nicht da ist.

Und ich lade dich dazu ein, das einmal auszuprobieren. Du wirst wirklich überrascht werden. Du wirst erkennen, dass das Leben in Wirklichkeit ganz anders funktioniert, als wir uns das normalerweise so vorstellen, und auch ganz anders funktioniert, als die meisten Leute es behaupten.

Danke, dass du da bist. Ich kann deinen Namen nicht aussprechen. Ich habe ihn nicht richtig kapiert, aber ich freue mich, dass du da bist.

Ob Du dem Leben vertraust, spielt keine Rolle

Simone, bitte lies noch eine Frage vor.

[Simone:] Ja. Die nächste Frage ist von Miriam.

[Dhyan Mikael:] Miriam, guten Abend. Ich freue mich, dass du da bist. Hallo.

[Simone:] „Durch dramatische Erfahrungen bereits als Baby kann ich bis heute, auch nach über 20 Jahren Therapien und seit vielen Jahren auch Vertiefung und Ausbildung in spirituellen Bereichen, nicht alleine sein, ohne in eine existenziell bedrohliche Leere und Dissoziation zu fallen und nicht mehr handlungsfähig zu sein. Was sagst du dazu? Herzlich, Miriam.”

[Dhyan Mikael:] Musst du denn allein sein? Zwingt dich das Leben dazu, allein zu sein, oder geht es auch anders? Weißt du, wir müssen immer nur mit dem umgehen, was jetzt gerade wirklich dran ist. Wir brauchen nicht etwas tun, was eigentlich noch gar nicht nötig ist.

Ich verstehe dich gut.

Das Leben liebt dich, weißt du... obwohl ich dich verstehe und weiß, dass du dir das nicht vorstellen kannst. Ich weiß, dass du das nicht kannst. Das ist auch kein Wunder. Es ist okay. Aber ich sage dir das heute Abend deswegen, weil ich dir sagen möchte, dass du nichts können musst, was du heute nicht kannst. Und deswegen frage ich dich, ob du wirklich allein sein musst.

Meine Erfahrung ist: das, was ich wirklich können muss, das kann ich. Der ganze Rest ist nicht notwendig. Ich glaube vielleicht, es wäre wichtig oder nötig, aber das stimmt nicht.

Wenn du so ein Mensch bist, wie du ihn beschreibst, dann gibt es vielleicht Möglichkeiten für dich, zu leben, wo du nicht in so eine existenziell bedrohliche Situation gerätst; wo du auf eine Art und Weise arbeiten und leben kannst, wo du nicht alleine bist. Ich weiß nicht, wie das für dich ist. Ich weiß nicht, ob das möglich ist, aber eines weiß ich: wir brauchen nie etwas sein, was wir nicht sind.

Wir brauchen nie etwas sein, was wir nicht sind.

Das ist das eine. Und ich möchte dir noch was Zweites sagen.

Wenn wir wissen, dass wir nie auf eine Art und Weise sein müssen, obwohl wir so gar nicht sind, dann... Ich will es einmal so sagen: um das zu entdecken – um zu entdecken, dass das, was ich sage, stimmt –, musst du bereit sein... ja, wie sage ich das jetzt am Verdaulichsten? Du muss bereit sein, zu sterben.

Du wirst nicht sterben– aber es fühlt sich so an.

So mache ich das. Ich habe auch einen verrückten Verstand, weißt du – genau wie du, –, nur dass mein Trauma schon seit vielen, vielen Jahren befriedet ist und ich schon Übung habe im Sterben.

Und das macht es mir leicht, mit den Gedanken umzugehen. Wenn die mir sagen: „Das und das geht gar nicht. Wenn hier nicht etwas anders wird, dann werden wir verhungern”...

Und wenn ich dann sagen kann: „Okay, ich bin bereit, kein Problem”... Nicht, dass ich verhungern will; ich liebe dieses Leben. Ich möchte noch viele Satsangs erleben, viele Videos machen, viele Fragen beantworten. Aber hey... wenn das Leben beschließt, dass ich morgen verhungere – ich werde 'ja' sagen.

Das ändert alles.

Wenn du diese Bereitschaft haben kannst, dann wirst du erleben, dass alles, was im Leben zu dir kommt, entweder überhaupt kein Problem ist, oder das Leben sich darum kümmert, auf die eine oder andere Weise – aber du rennst nicht mehr davor weg.

Dann lebst du mit anderen Menschen zusammen, arbeitest mit anderen Menschen zusammen – du brauchst nicht allein send – und wenn deine Gedanken dir sagen, dass das auf keinen Fall passieren darf und dich tyrannisieren und dir dein Leben zur Hölle machen, obwohl eigentlich alles in Ordnung ist, dann kannst du sagen: „Okay, ich bin bereit. Lasst mich in Ruhe. Was ihr mir sagt, ihr Gedanken, interessiert mich nicht.

Ich bin zu allem bereit.” Und diese Herausforderung, von der ich gerade spreche, die haben nicht nur Menschen mit einem Trauma, wie du es erlebt hast. Diese Herausforderung haben alle Menschen – nur, dass du mit deiner Lebensgeschichte nicht drumherum kommst. Andere Menschen können sich da viele Jahrzehnte darum herum mogeln, um diese Wahrheit des Lebens: dass ich bereit sein muss, zu sterben – jetzt. Erst dann kann ich leben.

Aber du kannst dich nicht darum herum mogeln – und das ist gut.

Und noch etwas Drittes möchte ich dir sagen: die Grundherausforderung in diesem Leben besteht darin, dass wir kein Vertrauen ins Leben haben – dass wir glauben: „Ich muss es können, ich muss das Leben hinbiegen. Ich muss in der Lage sein, dieses Leben so hinzubiegen, dass alles gut ist.” Das glauben wir, mit jeder Faser. Wir haben kein Vertrauen ins Leben. Wir glauben: wenn ich es nicht tue, wenn ich nicht aufpasse, dann geht alles schief.

Und die meisten Menschen leben auf diese Art und Weise, bis sie sterben.

Und das ist auch kein Wunder, denn: alle Menschen leben so – keiner hat Vertrauen ins Leben.

Von wo sollen wir es also lernen?

Die Grundherausforderung besteht darin, dass wir kein Vertrauen ins Leben haben. Wir glauben: wenn ich es nicht tue, wenn ich nicht aufpasse, geht alles schief. Die meisten leben so, bis sie sterben. Und das ist auch kein Wunder, denn: alle Menschen leben so – keiner hat Vertrauen ins Leben. Von wo sollen wir es also lernen?

Aber manchmal, manchmal gibt es einen Menschen, der ist Vertrauen pur. Zu sagen, „der vertraut”, reicht nicht: jede Zelle strömt dieses Vertrauen ins Leben aus.

Und wenn man solch einem Menschen nahe kommt, durch die Gnade des Lebens, dann spürt man zum ersten Mal im Leben selbst – obwohl man dazu überhaupt nicht fähig ist – einen Hauch von Vertrauen. Plötzlich vertraut man auch. Plötzlich macht man ein oder zwei Augenblicke lang die Erfahrung: „Oh! Das Leben ist ganz anders, als ich dachte”.

Und dann verschwindet die Erfahrung wieder, aber man vergisst sie nie. Dann weiß man, was möglich ist. Dann geht ein neuer Weg los.

Aber manchmal, durch die Gnade des Lebens, kommt man einem Menschen nahe, der ist Vertrauen pur, und man spürt zum ersten Mal selbst – obwohl man dazu überhaupt nicht fähig ist – einen Hauch von Vertrauen. Und dann verschwindet die Erfahrung wieder, aber man vergisst sie nie. Dann weiß man, was möglich ist. Dann beginnt ein neuer Weg.

Und die Grundmechanik von Trauma ist die, dass wir nicht mehr vertrauen können.

Aber wir können es wieder lernen – nicht selbst... Wir können es selbst nicht tun, aber das Vertrauen wird kommen. Verlass dich drauf.

Ich will es einmal so ausdrücken, für dich ganz speziell: ob du dem Leben vertraust oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle. Das Leben kümmert sich trotzdem um dich.

Ob du dem Leben vertraust oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle. Das Leben kümmert sich trotzdem um dich.

So schön, dass du da bist.

Die Magie der Himalaya-Samarpan-Meditation

Ich lese noch eine Email vor... und wenn dir meine Antwort noch nicht reicht oder ich dich nicht gesehen habe: du kannst gerne noch einmal fragen, gerne noch einmal schreiben.

„Lieber Mikael, seit Februar meditiere ich regelmäßig und stelle eine wirkliche Veränderung in mir und in meinem Umfeld fest. Es ist fast magisch. Aber worin genau liegt der Zauber dieser Meditation im Vergleich zu anderen? Du sprachst in einem deiner Beiträge über Kundalini-Energie, die direkt durch den Körper strömt und alle Chakren reinigt.

Was bedeutet das genau? Was liegt darunter? Es ist nicht das bloße Sitzen und in die Krone denken. Was passiert im Körper, im Energiefeld? Und was ist damit das Neue an der Samarpan-Meditation?” Danke für deine Email. Ich habe mich sehr gefreut, dass du geschrieben hast.

Bevor ich dazu meine Erfahrungen teile mit dir, möchte ich gerne ein wenig über die Samarpan-Meditation sprechen. Die ist nicht von mir. Ich habe mit ihr eigentlich gar nichts zu tun. Ich bin ein Meditierender, genau wie du. Ich bin nicht derjenige, der diese Meditation erfunden hat oder zu dir bringt. Ich bin einfach nur ein Meditierender, genau wie du.

Diese Meditation wird von Swamiji, einem indischen Meditationsmeister, aus dem Himalaya in die Gesellschaft gebracht, und Swamiji ist die Kompetenz, die Quelle aller Antworten, für die Samarpan-Meditation. Hier in Deutschland gibt es einen wundervollen Verein, der Samarpan-Meditation e.V., ein gemeinnütziger Verein – der hat in der Nähe von Frankfurt auch einen wunderbaren Ort, wir nennen ihn „Ort der Meditation” –, und man kann sich an diesen Verein wenden mit Fragen zur Meditation, und man kann sich auch ans Swamiji wenden mit Fragen zur Meditation.

Wie das geht? Ich habe auf meiner Website auf der „Himalaya-Samarpan-Meditation-Seite” die Kontaktinfos für diesen Verein und für Swamiji aufgeschrieben, damit du es leichter hast, dorthin zu schreiben, fall dir danach ist. Und wenn du das tust, dann bekommst du Antworten aus erster Hand. Ich teile sehr gerne meine Erfahrungen mit der Meditation, aber ich bin nicht die ursprüngliche Quelle.

Was Swamiji dazu sagt oder ein Vertreter von ihm durch den Verein, ist wahrscheinlich was vollkommen anderes als das, was ich dazu sagen kann.

Ja, das vorausgeschickt sage ich dir gerne noch ein wenig von mir dazu.

Für mich ist die Samarpan-Meditation absolut einzigartig, und worin dieses Einzigartige besteht, entdeckt man erst mit der Zeit. Am Anfang merkt man das gar nicht so sehr, weil sie so unscheinbar ist, so einfach, und kosten tut sie auch nichts... es gibt Meditationen, da muss man Tausende von Euro bezahlen, um irgendwelche Kurse mitzumachen. Diese kostet nichts, jeder kann sie machen, es ist supereinfach, ist in 5 Minuten erklärt – und doch ist diese Meditation grundlegender, revolutionärer als alles andere, was ich jemals kennengelernt habe.

Worin die Einzigartigkeit der Samarpan-Meditation besteht, entdeckt man erst mit der Zeit. Am Anfang merkt man das gar nicht so sehr, weil sie so unscheinbar ist, so einfach, und kosten tut sie auch nichts – und doch ist diese Meditation grundlegender, revolutionärer, als alles andere, was ich jemals kennengelernt habe.

Zwei Sachen möchte ich aus meiner Sicht, aus meiner Erfahrung dazu sagen – und wie gesagt: dies ist nur meine Sicht, meine Erfahrung und die ist ganz klein. Das eine ist, dass wir in dieser Meditation etwas Unerhörtes tun: wir wenden unsere Aufmerksamkeit weg von den Gedanken – und das zu tun, ändert alles.

Wir wissen gar nicht, wie das geht. Wir sind dazu gar nicht fähig. Trotzdem probieren wir es jeden Morgen eine halbe Stunde. Und obwohl wir dazu nicht fähig sind, und obwohl wir das nicht können, ändert sich alles – einfach, indem wir es jeden Morgen aufs Neue probieren, immer wieder, immer wieder.

In dieser Meditation tun wir etwas Unerhörtes: wir wenden unsere Aufmerksamkeit weg von den Gedanken – und das ändert alles. Wir sind dazu gar nicht fähig. Trotzdem probieren wir es jeden Morgen eine halbe Stunde. Und obwohl wir das nicht können, ändert sich alles – einfach, indem wir es jeden Morgen aufs Neue probieren, immer wieder.

Und wenn wir uns von den Gedanken abwenden – und die Gedanken, das sind die Wünsche, die Ängste, die Träume, die Vergangenheit, die Zukunft... all das sind Gedanken. Wenn wir die Gedanken ignorieren, dann sind wir einfach hier – da, wo das Leben wirklich stattfindet – und alles ändert sich.

Wenn wir uns von den Gedanken abwenden – und die Gedanken, das sind die Wünsche, die Ängste, die Träume, die Vergangenheit, die Zukunft... all das sind Gedanken –, wenn wir die Gedanken ignorieren, dann sind wir einfach hier – da, wo das Leben wirklich stattfindet – und alles ändert sich.

Und diese Meditation macht das möglich. Wie sie das möglich macht, dieses Wunder, das ist ein Mysterium. Es hat mit dem Kronenchakra zu tun. Ich empfinde das Kronenchakra als den einen Punkt in meinem Körper, an dem ich nicht denken kann, wenn meine Aufmerksamkeit dort ruht. Es geht einfach nicht. Wenn ich trotzdem denke, bin ich mit meiner Aufmerksamkeit woanders.

Und das liegt daran, dass dieser Punkt – so empfinde ich das – sowohl Teil dieser körperlichen Ebene des Lebens ist, als auch Teil der seelischen Ebene. Mit „seelische Ebene” meine ich jetzt nicht das, was die Psychologen als seelisch bezeichne, sondern das, was Swamiji als die Seele bezeichnet: dein wahres Wesen; das, was du wirklich bist – das, was unabhängig ist vom Körper; das, was war, bevor der Körper geboren wurde, und das, was sein wird, wenn dieser Körper längst gestorben ist. Aber wir können das nicht direkt wahrnehmen.

Wir wissen darüber nichts. Und doch... wenn wir dort mit unserer Aufmerksamkeit ruhen, am Kronenchakra, treten wir damit in Verbindung, obwohl wir nichts darüber wissen. Und das hilft uns hier, auf dieser körperlichen Ebene, auf ganz magischer Weise. Aber all das wäre nicht möglich, wenn hinter dieser Meditation nicht Seelen stehen würden, die diese Meditation seit Jahrhunderten vorbereitet und meditiert haben. All das ist für uns nicht begreiflich. Es ist mit dem Verstand nicht zugänglich. Aber ich spüre das.

Es ist, als wärst du nicht allein, wenn du meditierst auf diese Weise. Es ist, als müsstest du nichts können: es wird für dich getan. Das Einzige, was du tun musst, ist, die Bereitschaft zu haben, die Gedanken zu ignorieren, dich hinzusetzen und loszulassen. Und deswegen heißt übrigens diese Meditation auch Samarpan-Meditation. Mittlerweile wird sie Samarpan-Meditation genannt, aber der ursprüngliche Name war Samarpan-Meditation, und Samarpan ist ein Sanskrit-Wort und bedeutet Hingabe – nicht Hingabe an etwas Bestimmtes, nicht Hingabe an einen Menschen oder an bestimmte Umstände...

Es ist, als wärst du nicht allein, wenn du meditierst auf diese Weise. Es ist, als müsstest du nichts können: es wird für dich getan. Das Einzige, was du tun musst, ist, die Bereitschaft zu haben, die Gedanken zu ignorieren, dich hinzusetzen und loszulassen.

Dieser Akt, den Gedanken die Aufmerksamkeit zu entziehen, ist nur möglich, wenn ich alles, wie es jetzt ist, durch und durch akzeptiere; wenn ich mich dem, was das Leben hier serviert hat, hingebe. Wenn ich das tue, dann werden die Gedanken unwichtig, weil ich mich weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft flüchten muss. Ich kann hier sein, weil ich 'ja' gesagt habe; weil ich mich hingegeben habe.

Dieser Akt, den Gedanken die Aufmerksamkeit zu entziehen, ist nur möglich, wenn ich alles, wie es ist, akzeptiere; wenn ich mich dem, was das Leben serviert, hingebe. Dann werden die Gedanken unwichtig, weil ich mich weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft flüchten muss. Ich kann hier sein, weil ich 'ja' gesagt habe.

Wir lernen also durch diese simple, unscheinbare Meditation das große Geheimnis des Lebens.

Und es ist einfach magisch.

Das Beste ist: du brauchst nichts darüber wissen. Du brauchst es nicht verstehen. Meditieren reicht. Jeder kann es tun.

Danke für deine Frage.

Ich freue mich, dass du da bist.

Erwartungen sind eine Form des Wahnsinns

Simone, bitte fahre fort, wenn du möchtest.

[Simone:] Ja, ich lese erst einen Kommentar vor von Schmetterling.

[Dhyan Mikael:] Schmetterling, hallo.

[Simone:] „Lieber Mikael, danke für den Satsang gestern. Das Thema Akzeptanz hat mir so gut getan und mir einiges bewusster gemacht. Ich möchte dir noch einmal Danke sagen für die Antwort an die Schreiberin – das war zu Beginn des heutigen Satsangs... Ja, das ist das Thema, was viele von uns haben: all diese Enttäuschungen.”

[Dhyan Mikael:] Ja...

[Simone:] Jetzt lese ich die Frage von...

[Dhyan Mikael:] Einen Moment bitte, Simone – danke.

Ich spreche so gern über Akzeptanz, immer wieder – ich freue mich über jede einzelne Frage –, denn wir verstehen das nicht. Wir haben so viele Missverständnisse. Wir wurden so oft manipuliert und in die falsche Richtung geleitet, und was Akzeptanz wirklich bedeutet, ist so einfach – aber irgendwie zunächst einmal unbegreiflich.

Und, ja, ich habe mich auch sehr über diese Email gefreut am Anfang des Satsangs, denn das eine, was uns das Leben total zur Hölle macht, sind unsere Erwartungen – nicht nur die Erwartungen an andere Menschen: die Erwartungen ans Leben. Wenn ich etwas erwarte, lebe ich im Verstand; dann bin ich nicht hier. Das Leben ist reich, überall warten Dinge auf uns, aber die sehen wir nicht: wir erwarten etwas anderes, etwas, was nicht da ist.

Was uns das Leben zur Hölle macht, sind unsere Erwartungen an andere Menschen und ans Leben. Wenn ich etwas erwarte, lebe ich im Verstand. Das Leben ist reich, aber das sehen wir nicht: wir erwarten etwas anderes, etwas, was nicht da ist. Das ist eigentlich Irrsinn.

Das ist Irrsinn. Eigentlich ist es eine Geisteskrankheit, wenn man Erwartungen hat – aber da das so normal ist, und nicht nur normal, sondern sogar oft als gut und notwendig angesehen wird, merkt es keiner, was das für ein Wahnsinn ist. Danke für deinen Kommentar. Danke, Schmetterling. Ich freue mich, dass du da bist.

Eigentlich ist es eine Geisteskrankheit, wenn man Erwartungen hat – aber da das so normal ist, und nicht nur normal, sondern sogar oft als gut und notwendig angesehen wird, merkt es keiner, was das für ein Wahnsinn ist.

So funktioniert Manifestieren

[Simone:] Vyeri hat eine Frage.

[Dhyan Mikael:] Wie war der Name?

[Simone:] Vyeri.

[Dhyan Mikael:] Vyeri, guten Abend. Hallo.

[Simone:] „Hallo Mikael, ich habe eine Frage. Was hältst du von Manifestationen? Funktioniert das?”

[Dhyan Mikael:] Ja, das funktioniert – aber ganz anders, als du dir das vorstellst.

Und deswegen halte ich nichts davon. Es ist mir zu anstrengend, aber dazu sage ich am Schluss etwas. Am Schluss sage ich dir, warum ich nicht mehr manifestiere.

Es ist so: das Leben, die Welt, ist ein Spiegelbild deines Inneren.

Deswegen sagen die großen Meister, wie Swamiji zum Beispiel: „Sorge dich nicht um die Welt; kümmere dich um deinen inneren Zustand. Wenn du das tust, wird sich alles da draußen verändern.” Und das ist meine Erfahrung, und zwar im Großen und im Kleinen. Jeden Tag erlebe ich das... heute wieder. Und...

wenn du das Gefühl hast, dass du das, was du brauchst, nicht hast, wenn du dir etwas anderes wünschst und dir jetzt überlegst: „Wie kann ich das herbeiführen? Wie kann ich das manifestieren, dass ich... All das, was ich hier habe, taugt mir nicht, ich will etwas anderes. Wie schaffe ich das? Jetzt frage ich den Mikael.” Und diese Geisteshaltung, diese innere Ausrichtung, „ich habe nichts das, was ich brauche, ich will etwas anderes”, damit manifestierst du.

Und dann sieht das Leben das – so funktioniert das Leben, so funktioniert die Welt – und sagt: „Ah, da ist jemand, die die hat das Gefühl, sie hat nicht das, was sie braucht. Die schätzt nicht das, was man ihr gibt, sondern die hat lieber Wünsche. Die wünscht sich lieber etwas anderes – dann geben wir ihr jetzt noch mehr Gelegenheit dazu, das zu tun, was sie so gerne macht, nämlich: Dinge zu vermissen; sich etwas anderes zu wünschen.” Und dann nimmt dir das Leben noch mehr von dem, was du eigentlich haben möchtest, damit du dein Hobby noch weiter vorantreiben kannst.

Das Leben macht einfach mit. Das Leben passt sich da deiner inneren Haltung an. Wenn du das Gefühl hast: „ich bin eine Bettlerin. Ich habe nicht das, was ich brauche”, dann gibt dir das Leben Gelegenheit dazu, Bettlerin zu sein. Das Leben spielt einfach mit.

So funktioniert Manifestieren. Wenn du jetzt ein Mensch bist, der nicht an morgen denkt oder an gestern, der nicht darüber nachdenkt, was er will... du bist viel zu sehr damit beschäftigt, zu sehen, was da ist, diese unglaubliche Schönheit, die uns umgibt, das Wunder dieser Welt, der Atem, die Sonne, die Vögel, das Grün des Grases... man weiß gar nicht, wo man anfangen soll mit der Dankbarkeit. Ich meine, es ist ein Wunder, dass wir überhaupt zu irgendetwas anderes kommen, außer nur dankbar zu sein den ganzen Tag.

Und wenn das Leben solch einen Menschen sieht, mit dieser inneren Haltung, dann spielt das Leben da mit: „Ah, da ist jemand, der ist gerne dankbar. Dann geben wir dem Menschen jetzt noch viel mehr Gelegenheit, dankbar zu sein. Da machen wir mit!” Das Leben macht immer bei dem mit, wie du da drinnen bist. Wenn du gerne leidest, gibt dir das Leben Gelegenheit zu leiden. Wenn du dich gerne freust, dann gibt dir das Leben Gelegenheit zur Freude.

Aber du kannst das Leben nicht übers Ohr hauen. Du kannst nicht sagen: „Okay, dann freue ich mich jetzt – dann bekomme ich das, was ich will”... Das geht natürlich nicht.

Es geht um dein echtes authentisches innere Fundament: so wie das gemacht ist, das kannst du nicht manipulieren: So wie du wirklich tickst, darauf reagiert das Leben.

Das Leben macht immer bei dem mit, wie du innen bist. Wenn du gerne leidest, gibt dir das Leben Gelegenheit zu leiden. Wenn du dich gerne freust, dann gibt es dir Gelegenheit zur Freude. Aber du kannst das Leben nicht übers Ohr hauen. Dein inneres Fundament kannst du nicht manipulieren: so wie du wirklich tickst, darauf reagiert das Leben.

Und all das andere, was wir da an der Oberfläche dazuzaubern mit dem sogenannten Manifestieren, funktioniert nicht: wenn du glaubst, du müsstest etwas manifestieren, dann bist du in Wirklichkeit ein Bettler; dann bist du jemand, der das Leben nicht schätzt. Und früher oder später wirst du Gelegenheit dazu bekommen, das zu vertiefen.

Das Leben hilft dir dabei. Und deswegen manifestiere ich nicht. Ich brauche das nicht. Ich habe alles, was ich brauche. Ich bin damit beschäftigt, 'ja' zu dem zu sagen, was da ist. Ich habe gar keine Zeit dazu, mir etwas anderes zu wünschen. Ich wüsste auch gar nicht, warum.

Wenn du glaubst, du müsstest etwas manifestieren, dann bist du in Wirklichkeit ein Bettler; jemand, der das Leben nicht schätzt. Ich brauche das nicht. Ich bin damit beschäftigt, 'ja' zu dem zu sagen, was da ist. Ich habe gar keine Zeit dazu, mir etwas anderes zu wünschen. Ich wüsste auch gar nicht, warum.

Ich sage viel lieber 'ja' als 'nein'. Wünschen, Manifestieren, ist in Wirklichkeit ein 'nein': „Nein – so, wie es ist, ist es nicht okay. Es sollte anders sein”... aber so lebe ich nicht.

Und ich wüsste auch gar nicht, was ich mir wünschen sollte. Ich weiß ja gar nicht, was gut für mich ist. Weißt du, nichts von dem, was in meinem Leben heute hier ist, hätte ich mir so gewünscht. Ich hätte mir mein Leben, so wie es heute ist, nie manifestiert. Ich hätte es gar nicht manifestieren können – also: wünschen können.

Ich wusste gar nicht, was möglich ist. Ich wusste gar nicht, was gut für mich ist. Das Leben hat mir immer wieder weh getan, hat mir immer wieder Dinge weggenommen, hat mir immer wieder Schmerz geschickt und Freude natürlich und alles mögliche Schöne. Und all das hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Selbst hätte ich mir das nie gewünscht.

Und deswegen vertraue ich dem Leben. Deswegen sage ich zu allem 'ja', was kommt, und ich lasse alles gehen, was geht.

Dann braucht man nicht manifestieren. Dann bist du ein König oder eine Königin.

Das Leben hat mir immer wieder Dinge genommen, Schmerz geschickt und Freude natürlich und Schönes. Das hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Deswegen vertraue ich dem Leben. Deswegen sage ich zu allem 'ja', was kommt, und lasse alles gehen, was geht. Dann braucht man nicht manifestieren. Dann bist du König, Königin.

Manifestieren ist etwas für Menschen, die nicht wissen, wie das Leben funktioniert. Manifestieren ist etwas für Menschen, die dem Leben nicht vertrauen. Und es scheint zu funktionieren... Weißt du, es ist so: wenn du deine ganze Willenskraft in eine ganz bestimmte Richtung lenkst, deine ganze Energie, deine ganze Arbeitskraft, dann wird das natürlich Früchte tragen. Und dann wirst du sagen: „Ah, das funktioniert.” Aber es wird dich nicht glücklich machen.

Es wird dich nicht zu einem Menschen machen, der zufrieden ist und keine Wünsche mehr hat – im Gegenteil. Du kultivierst diese innere Haltung „ich will”, und die wird mehr, und du wirst in 5 Jahren oder in 10 Jahren noch viel mehr Wünsche haben als heute. Du wirst mit dem Manifestieren niemals fertig werden.

Manifestieren ist etwas für Menschen, die nicht wissen, wie das Leben funktioniert; die dem Leben nicht vertrauen. Und es scheint zu funktionieren... aber es wird dich nicht glücklich machen. Es wird dich nicht zu einem Menschen machen, der zufrieden ist und keine Wünsche mehr hat – im Gegenteil.

Ich fange lieber heute an, zufrieden zu sein. Da bin ich angekommen – jetzt.

Danke für deine Frage. Ich freue mich wirklich sehr, darüber etwas zu sagen. Ich weiß, dass das ein Thema ist, was ganz, ganz viele Menschen bewegt. Die meisten trauen sich nicht, dazu etwas zu fragen, aber ich weiß: die meisten Menschen würden gerne etwas darüber hören. Danke für die Gelegenheit, dazu etwas zu sagen.

Wir wachsen auch in Sackgassen

[Simone:] Die nächste Frage ist von Elinor.

[Dhyan Mikael:] Elinor, guten Abend. Wie schön, dass du wieder da bist. Ich freue mich.

[Simone:] „Lieber Mikael, eben kam die Botschaft von Swamiji, dass jede unvollendete Arbeit / Aufgabe die Seele beeinträchtigt. Soham sagt, dass wir der Energie folgen sollen, aber eben nicht den Pfad verfolgen sollten, der sich mühsam oder gezwungen anfühlt. Ich weiß und vertraue darauf, dass es zwischen Soham und Swamiji keine Widersprüche gibt. Aber dieser Satz von Swamiji, wie verstehst du es?

Ich habe mehrere Tausende in den Aufbau von meinem zweiten Standbein investiert, für das ich jedoch nach einem Jahr keine Energie oder keinen Elan mehr verspüre, insbesondere, nachdem ich Soham und den Segen dafür gebeten habe. Da sagte er, ich soll mich quasi stattdessen darauf konzentrieren, was ich schon tue. Nun bleibt eine Sache eben unvollendet. Ich danke dir.”

[Dhyan Mikael:] Danke, Elinor. Und danke für die konkrete Frage. Ich kann immer viel besser antworten, wenn ich weiß, woher die Frage eigentlich kommt. Ja, diese Botschaft von Swamiji hat mich heute auch berührt. Swamiji hat ein unglaubliches Talent, mit ganz einfachen Worten die Wahrheit des Lebens auszudrücken. Und als ich das heute gelesen habe, da habe ich gemerkt: ja, das stimmt.

Ich habe gerade einiges Unvollendete in meiner Arbeit, sowohl was die Videos und Satsangs, als auch meine eigentliche Arbeit, mit der ich noch Geld verdiene, anbelangt – und ich spüre die Last. Ich mag das überhaupt nicht. Aber ich bin langsam. Ich hatte im Januar und Februar eine Phase von viel Inspiration und Kreativität durch den Anushthan, und jetzt sind viele Projekte in den Startlöchern, und es wird noch einige Monate dauern, bis ich da weiterkomme. Und ich spüre die Last – ich mag das nicht.

Und dann meinen Fokus... Ich verstehe, was du sagst. Ich kann nur das tun, was ich tun kann. Ich kann mich nicht hetzen, ich kann nicht mehr arbeiten, als ich kann. Aber dann einfach wahrzunehmen die Wahrheit dessen, was Swamiji dir sagt: das gibt mir eine Ausrichtung; das gibt mir eine gewisse Standhaftigkeit, meine Energie nicht zu verschwenden, sondern auf das zu richten, was wirklich wichtig für das Wohlergehen meiner Seele ist.

Und dann mache ich die Dinge fertig, so schnell ich kann, und das ist solch eine Freude, und solch eine Erleichterung. Die Dinge wollen ja auch fertiggemacht werden.

Und ich kenne das auch, dass ich manchmal Dinge beginne und dann merke: das ist eine Sackgasse. Ich merke: da geht es nicht weiter.

Und dann: es einfach begraben. Da geht es nicht um Geld. Natürlich hat man etwas investiert, und viel mehr als das Geld hat man ja auch Zeit investiert, Energie, aber das ist alles nicht verloren, weißt du? Alles, was wir ausprobieren, immer, wenn wir in die Irre gehen, wachsen wir, lernen wir.

Deswegen stimmt das. Ich mache das genau, wie du das gesagt hast. Ich gehe überall hin, wo ich Energie spüre. Da gehe ich hin. Das probiere ich aus. Das heißt aber nicht, dass dieser Weg jetzt für immer so weitergeht. Das heißt einfach nur: da gibt es etwas für mich zu lernen. Was? Das weiß ich am Anfang nicht.

Das ist ja das Schöne. Manche dieser Wege entwickeln sich zu einem ganz neuen Lebensweg. Andere bereichern mein Leben, wie es ist. Andere entpuppen sich als Irrweg – aber ich lerne unendlich wichtige Lektionen, die ganz wichtig sind für mein Leben, obwohl es da nicht weitergeht. Da gib es also keinen Widerspruch.

Du gehst in eine Richtung, solange du Energie dafür verspürst, und irgendwann wird es klar: „Nein, irgendetwas stimmt nicht”. Dann wartest du und probierst es immer wieder, und dann merkst du immer mehr: „Ich kann nicht, ich will nicht, es geht nicht”. Und dann lässt du es bleiben. Daran ist nichts verkehrt.

Mein Rat an dich wäre: denke nicht ans Geld.

Gedanken helfen uns hier nicht, und Geld ist etwas, was die Gedanken gerne stimuliert. Denke nicht: „Ich habe da jetzt ein paar 1000 Euro investiert – oder Franken –, das kann ich doch jetzt nicht aufgeben. Das bedeutet doch bestimmt, dass ich da weitermachen soll”... Denke nicht ans Geld – und sei geduldig. Du brauchst jetzt keine Entscheidung treffen, dass du da nie wieder etwas tust. Bleib einfach im Moment.

Jetzt gerade merkst du: es geht nicht. Okay. Gut – tu heute das, was heute geht. Mach heute das, wofür du heute Energie hast. Und morgen machst du das, wofür du morgen Energie hast und. Und dadurch entwickelt sich der Weg. So entscheidet das Leben für dich. Jeden Tag gibt es dir Energie, jeden Tag führt es dich weiter auf dem Weg, und später, im Rückblick, da siehst du dann, wie das Leben für dich entschieden hat.

Ja, so ist es für mich.

Sei bereit, alles falsch zu machen. Dann ist es einfach. Und sei bereit, wieder von vorn anzufangen – oder einfach weiterzumachen, was du eh schon tust.

Sei bereit, alles falsch zu machen. Dann ist es einfach.

Und sei bereit, wieder von vorn anzufangen – oder einfach weiterzumachen.

Danke, Elinor. Ich freue mich, dass du da bist. Und wenn du dazu noch eine Frage hast, frag bitte noch einmal oder schreib mir. Danke.

Kämpfe nicht gegen dich selbst

[Simone:] Nächste Frage ist von Maria.

[Dhyan Mikael:] Maria, hallo, guten Abend.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich versuche jeden Tag, von meinen schlechten Gewohnheiten wegzukommen, aber es funktioniert nicht. Ich gehe dann streng mit mir um und beschimpfe mich. Hast du ein paar Worte für mich? Ich meditiere das zweite Jahr. Danke.”

[Dhyan Mikael:] Ja, ich weiß... Wir wissen, wie es besser ginge, aber wir können nicht. Ich bin da ganz bei dir. Mir geht es genauso. Ja: so funktioniert es nicht. Wir wollen schlechte Gewohnheiten ablegen, aber wir haben sie. Und dann sind wir streng mit uns – und das funktioniert überhaupt nicht. Ja, so ist es. Es ist nicht so, dass mit dir was verkehrt ist. Nein! Das, was du da erlebst... genauso ist es. So funktioniert es nicht.

Aber ich weiß, wie es funktioniert, und das hat mir meinen Meister Soham verraten.

Anstatt zu versuchen, deine schlechten Gewohnheiten abzulegen, genießen sie. Ja, du weißt, sie sind nicht gut für dich – natürlich. Aber du hast sie. Und solange sie da sind, genieße sie, so gut du kannst. Kämpfe nicht gegen dich selbst. Das ist das Entscheidende. Ich will ein Beispiel geben. Dieser Körper hier hat zwei Eigenschaften, die wirklich eine ganz gemeine Kombination sind. Dieser Körper liebt Kaffee... Ich liebe einen richtig guten, italienischen Espresso mit ganz wenig aufgeschäumtem Milch drin.

Wow, ich liebe diesen Geschmack. Und ich habe in meinem Leben mehrfach richtig gute Kaffeemaschinen gekauft und den besten Kaffee selbst gemahlen, mit guten Mühlen – ich weiß alles über Kaffeezubereitung –, weil ich das Zeug so liebe. Aber gleichzeitig ist dieser Körper ein ganz spezieller Körper: dem fehlt irgend so ein ganz spezielles Leberenzym, und deswegen baut der Koffein nicht ab. Also, er baut es schon ab, aber es dauert, ich weiß nicht, acht- oder zehnmal länger als bei normalen Menschen.

Normale Menschen können morgens eine Tasse Kaffee trinken, und das Koffein ist am Nachmittag wieder weg. Bei mir dauert es drei Tage, manchmal vier. Und dann trinke ich morgens einen Cappuccino und schlafe drei Nächte nicht, und das ist gemein – aber so ist es. Ich habe also jetzt diese Kaffeesucht. Und ich habe natürlich, genau wie du, immer wieder versucht, mit dem Kaffeetrinken aufzuhören, weil es einfach nicht gut für mich ist.

Ich brauche meinen Schlaf, und wenn ich nicht gut schlafe, dann wird mein gesamtes Leben sabotiert. Aber es hat nicht funktioniert. Und es funktioniert deswegen nicht, weil man dem, gegen das man kämpft, in Wirklichkeit Energie gibt: immer, wenn du gegen etwas kämpfst, gibst du dem Energie, obwohl du eigentlich das Gegenteil möchtest. Du denkst darüber nach, du willst es abstellen, und du gibst dem die ganze Zeit Energie. Es wird immer stärker.

Aber wenn du aufhörst, dagegen zu kämpfen, sondern stattdessen das genießt, was daran für dich schön ist, und das, was daran für dich schlecht ist, akzeptierst, ändert sich alles. Dann ist es, als würde man dem Ganzen die Energie nehmen; das ist ganz faszinierend. Du denkst überhaupt nicht mehr ans Aufhören.

Du denkst überhaupt nicht mehr daran, dich zu ändern. Du denkst überhaupt nicht mehr daran, dass hier irgendetwas nicht gut ist oder verkehrt, sondern... in meinem Fall: wenn mir dann nach einem Kaffee ist, dann trinke ich ihn – und ich genieße jeden einzelnen Schluck. Ich denke nicht darüber nach, dass ich dann die nächsten Nächte nicht schlafen kann – nein: ich genieße diesen Kaffee; jeden Schluck.

Und ich genieße ihn, solange ich nur kann. Und dann, nachts, wenn ich nicht schlafen kann, dann liege ich da und akzeptiere das, und denke überhaupt nicht darüber nach, dass ich doof bin oder dumm. Ich denke auch nicht daran, dass ich jetzt lieber schlafen würde. Ich liege da und bin damit, ohne dagegen zu kämpfen, ohne darüber nachzudenken.

Und dann passiert etwas ganz Erstaunliches: ganz allmählich hört das Interesse an dem, was so schlecht für einen ist, auf.

Es hört einfach auf, von selbst – ganz allmählich; nicht von heute auf morgen –, aber nur, wenn du es zulässt ohne Bewerten, ohne Gedanken. Das funktioniert. Jetzt habe ich schon seit längerer Zeit keine Kaffeemaschine mehr. Ab und zu trinke ich noch einmal einen Kaffee, wenn mir danach ist. Mittlerweile haben wir hier im nächsten Örtchen eine ganz tolle italienische Kaffeebar.

Die haben einen sehr guten entkoffeinierten Espresso, der hat nur noch 5 Prozent des Koffeins von normalem Espresso – auch die sind für mich ganz schrecklich, ich merke das – aber mit dem Kaffee schlafe ich nur eine Nacht nicht, nicht 3. Und ab und zu trinke ich noch einmal so einen. Aber es hat nicht mehr so die Energie; es zieht mich nicht mehr so. Es ist nicht mehr wichtig.

Mir ist es mittlerweile einerlei, ob ich ein Kaffee bekomme oder nicht, und es ist mir einerlei, ob ich die Nacht schlafe oder nicht. Das ganze Drama ist weg. Es hat keine Energie mehr. Und dann ist das Problem verschwunden. Und das ist das Geheimnis im Umgang mit Sucht. Versuche nicht, dich zu verändern – aber meditiere. Durch Meditieren lernst du, bewusster zu sein. Du lernst, einfach, hier zu sein und nicht zu denken. Und dann erledigt sich die Sucht von selbst.

Und es gilt für jede Art von Sucht: für Drogen, für Alkohol, für Kaffee, für Sex, für Social Media, für alles.

Danke, Maria.

Erleuchtung ist völlig unwichtig

[Simone:] Die nächste Frage ist von Luluelma.

[Dhyan Mikael:] Wie war der Name?

[Simone:] Luluelma.

[Dhyan Mikael:] Luluelma, guten Abend. Hallo. Schön, dass du da bist. Ich freue mich.

[Simone:] Sie fragt: „Ich mag gerne fragen, wie dein Erwachen war.”

[Dhyan Mikael:] Mein Erwachen...

Ja, ich weiß, wir haben eine Vorstellung davon, dass wir unerwachte Menschen sind, und dann passiert irgendetwas – so, zack –, dann geschieht Erwachen, und dann bin ich ein anderer Mensch: ich bin cool, ich weiß alles und mache Videos oder gebe Satsang oder sonst etwas. Aber so ist es nicht.

Du hast in deinem Leben die Pubertät durchgemacht. Du warst Kind, und als Kind wusstest du nichts von sexueller Anziehung, von im Leben stehen und etwas arbeiten und tun. Als Kind hast du einfach gemacht, was du wolltest, ohne das zu wissen; ohne irgendetwas über dich selbst zu wissen.

Dann beginnt die Pubertät, und innerhalb von 5 oder 10 Jahren ändert sich dein gesamtes Leben: die Art und Weise, wie du das Leben erlebst, wie du dich erlebst, ändert sich radikal – und am Ende der Pubertät ist von dem Kind nichts mehr übrig. Aber es ist kein Bruch. Du wachst nicht eines Tages auf und bist erwachsen und das Kind ist plötzlich weg. Das geht ganz allmählich, über Jahre. Der Körper verändert sich, die Erlebnisse verändern sich, man lernt... Man muss alles neu lernen.

Jugendliche sind für 3, 4 Jahre völlig verloren, schlecht gelaunt und unmögliche Menschen, weil sie völlig desorientiert sind und überhaupt nicht wissen, wie das Leben tickt und wie sie selber ticken, aber sie glauben, sie sollten es wissen, und verhalten sich dann entsprechend. Das ist sehr lustig. Aber es ist ein ganz allmählicher Prozess, den wir nicht beschleunigen können. Wir können nichts dafür tun, außer, jeden Morgen aufstehen, weiter atmen, weiterleben.

Und so ist es mit dem, was man Erwachen nennt, auch.

Wenn du Jugendlicher bist, gibt es irgendwann einmal den Moment, wo du den ersten Kuss hast. Und diesen Moment wirst du, wenn du ein normaler Mensch bist, nie vergessen und selbst deinen Kindern und Kindeskindern noch erzählen, so, als wäre das ein dramatisches Ereignis. Aber in Wirklichkeit ist der Kuss völlig bedeutungslos. Der erste Kuss ist die Konsequenz dessen, was da ganz allmählich die Jahre vorher schon passiert ist in dir. Es ist nicht so, dass der Kuss das Erwachsenwerden auslöst. Der Kuss ist einfach nur die Konsequenz dessen, was sich da ganz von selbst geändert hat.

Irgendwann hast du den ersten Sex, aber auch der hat keinerlei Auswirkung auf das Fortkommen der Pubertät. Auch das ist einfach nur die Konsequenz dessen, was da auf ganz natürliche Weise und von selbst geschieht. Und so ist es mit dem, was man Erleuchtung nennt, auch.

Irgendwann beginnt die Zeit in deinem Leben, wo du beginnst, dich nach innen zu wenden, und die ersten Jahre weißt du davon gar nichts. Irgendwann hat das Leben beschlossen, dass jetzt alles anders wird, so wie bei dem Kind, wo die Pubertät beginnt. Das Kind weiß nichts davon. Und die ersten ein, zwei Jahre merkt das Kind nichts davon. Die Erwachsenen merken es, aber das Kind weiß noch nichts.

Aber dann, irgendwann, hast du zum ersten Mal einen Einblick in eine neue Welt in dir. Das ist für dich ein revolutionäres Ereignis. Du denkst: „Wow...”. Aber es ist völlig unwichtig.

Das, was wesentlich ist, geschieht von selbst und war schon am Werke, lange bevor du davon etwas gemerkt hast.

Deswegen ist das, was man Erleuchtungserlebnis nennt, völlig unwichtig. Mein Meister Soham – ich liebe ihn... er ist solch ein Pragmatiker, genau wie ich. Ich bin wie er: mich interessiert das Praktische. Und oft sind Menschen zu ihm gekommen und haben ihm erzählt von ihren fantastischen spirituellen Erleuchtungserlebnissen, und er hat es sich angehört und hat genickt – und dann hat er gesagt: „Okay. Und jetzt vergiss es. Vergiss es. Denke nie wieder daran.” Das ist das Beste.

Wir lernen hier, nichts zu denken, und das Beste ist es, auch nicht über Dinge wie Erleuchtung nachzudenken. Das ist völlig unnötig. Ich hatte in meinem Leben natürlich solche Erfahrungen, aber durch irgendeine Gnade waren sie mir immer egal. Ich habe nicht darüber nachgedacht. Ich habe sie auch niemandem erzählt – nur jetzt, weil ich Satsang gebe, bekomme ich gelegentlich Fragen –, aber ich wusste irgendwie instinktiv damals schon, dass es darum überhaupt nicht geht.

Deswegen ist das, was man Erleuchtungserlebnis nennt, völlig unwichtig. Oft sind Menschen zu Soham gekommen und haben ihm erzählt von ihren fantastischen spirituellen Erleuchtungserlebnissen, und er hat es sich angehört und hat genickt – und dann hat er gesagt: „Okay. Und jetzt vergiss es. Vergiss es. Denke nie wieder daran.”

Es ist eine tolle Story. Die Leute wollen es hören, darüber kann man auch tolle Bücher schreiben, aber es ist völlig unwichtig.

Wir lernen hier, nichts zu denken, und das Beste ist es, auch nicht über Dinge wie Erleuchtung nachzudenken. Ich hatte solche Erfahrungen, aber durch irgendeine Gnade waren sie mir immer egal. Es ist eine tolle Story, die Leute wollen es hören, darüber kann man auch tolle Bücher schreiben, aber es ist völlig unwichtig.

Und es ist auch verwirrend, weil dann andere Menschen auf solche Erlebnisse warten und denken, das sei jetzt wichtig. Dann sagen sie: „ich meditiere schon drei Jahre, aber ich bin immer noch nicht erleuchtet.” Die eigentliche Veränderung, die in dir geschieht auf deinem spirituellen Weg, die kannst du nicht wahrnehmen. Es geht nicht – weil du mittendrin bist. Wie beim Jugendlichen: der weiß überhaupt nicht, wie ihm geschieht.

Der weiß nicht, wie er sich verändert hat. Ja, gut, körperlich kann man bestimmte Dinge sehen, aber das, was mit einem wirklich im Wesen geschieht, kann man nicht erkennen. Und so ist es auch auf dem spirituellen Weg. Du kannst nicht wissen, was wirklich mit dir geschieht. Das brauchst du auch nicht wissen. Je weniger du darüber nachdenkst, desto besser. Übe, nicht zu denken. Übe, nichts zu wollen außer dem, was hier ist. Der Rest geschieht von selbst.

Übe, nicht zu denken. Übe, nichts zu wollen außer dem, was hier ist. Der Rest geschieht von selbst.

Danke für deine Frage. Auch das ist ein Thema, über das ich so gerne spreche.

Einen Menschen gibt's nur als Paket

Bitte, Simone, fahre gerne fort, wenn wir noch Fragen haben.

[Simone:] Diese Frage ist von Tilmann.

[Dhyan Mikael:] Tilmann, hallo, guten Abend. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Ich habe ein Problem, dass meine Freundin Fleisch isst, sich im Wesen verändert und es Zeit braucht, bis sie sich wieder befriedet. Ich möchte deswegen aber die Verbindung nicht aufgeben.

Was meinst du?”

[Dhyan Mikael:] Es ist doch überhaupt nicht deine Angelegenheit, ob deine Freundin Fleisch isst oder nicht. Schau... Du liebst diese Frau, du bist gern mit ihr zusammen – aber das heißt, dass du sie so nehmen musst, wie sie ist. Du kannst nicht die eine Hälfte mögen und zur anderen Hälfte sagen: „ja, das will ich aber nicht haben”. Ein Mensch ist ein Bundle, auf Englisch ausgedrückt; ein Paket. Den bekommt man nur im Paket, diesen Menschen.

Mehr brauchen wir nicht wissen.

Du liebst diese Frau, du bist gern mit ihr zusammen – aber das heißt, dass du sie so nehmen musst, wie sie ist. Du kannst nicht die eine Hälfte mögen und zur anderen Hälfte sagen: „das will ich nicht”. Einen Menschen bekommt man nur im Paket. Mehr brauchen wir nicht wissen.

Und ich will dir ein Geheimnis verraten. Die Freude in der Beziehung kommt nicht daher, dass deine Freundin so ist, wie du sie haben möchtest. Die Freude in der Beziehung kommt daher, dass du deine Freundin so schätzt, wie sie ist.

Und ich will dir ein Geheimnis verraten. Die Freude in der Beziehung kommt nicht daher, dass deine Freundin so ist, wie du sie haben möchtest. Die Freude in der Beziehung kommt daher, dass du deine Freundin so schätzt, wie sie ist.

Du brauchst es nicht mögen, dass sie Fleisch isst, aber – denke nicht darüber nach. Sie ist einfach so.

Mehr gibt es darüber überhaupt nicht zu wissen.

Und du brauchst dir auch nicht überlegen, ob du mit ihr zusammen sein willst oder nicht. Auch das sind Sachen, die entscheiden wir nicht, weißt du. Eines Tages bist du weg, oder sie ist weg. Keiner trifft eine Entscheidung. Du verliebst dich, ohne dass dich jemand um deine Meinung gefragt hat, und Trennung geschieht, ohne dass jemand gefragt wird. Trennung geschieht immer von selbst, nie durch Entscheidung. Menschen entscheiden sich oft, sich zu trennen, aber deswegen sind sie nicht getrennt.

Das heißt, du kannst dir diese ganzen Gedanken sparen; wirklich. Schätze deine Freundin so, wie sie ist. Schau nicht auf das, was dir nicht gefällt. Wenn sie Fleisch brät und du magst den Geruch in der Küche nicht, dann geh hinaus. Wenn du nicht essen kannst mit ihr, wenn sie Fleisch auf dem Teller hat, weil du dann nicht essen kannst, dann essen vorhanden hast. Aber sei vorsichtig. Sei vorsichtig, dass du nicht nachdenkst über diese Dinge. Deine Gedanken werden dich ganz, ganz schnell in Konflikte führen, und das ist schade und völlig unnötig.

Aber sei vorsichtig. Sei vorsichtig, dass du nicht nachdenkst über diese Dinge. Deine Gedanken werden dich ganz, ganz schnell in Konflikte führen, und das ist schade und völlig unnötig.

Ich habe bis vor einigen Jahren auch Fleisch gegessen, und zwar nicht zu knapp: jeden Tag ein Steak. Ich liebte das.

Und dann, eines Tages, hat es aufgehört, einfach so. Irgendwann sagte mein Körper: „Nein, ich will nicht mehr. Aber ich habe nicht damit aufgehört, weil ich dachte, das sei nicht gesund oder das sei nicht spirituell. Nein – ich habe so lange Fleisch gegessen, wie ich wollte. Eines Tages war es vorbei.

Ja, wir haben es viel schöner miteinander, wenn wir den anderen einfach so sein lassen, wie er ist.

Wir haben es viel schöner miteinander, wenn wir den anderen einfach so sein lassen, wie er ist.

Du kannst dir eine tolle Steakpfanne schenken oder irgendetwas, was sie dazu braucht. Das wird dich befrieden.

Ich weiß, ich habe verrückte Ideen. Ich bin bei so etwas radikal, weißt du. Ich bin bei meinem Akzeptieren radikal, einfach, weil das Leben dann so viel einfacher ist, und Beziehung so viel schöner.

Ich weiß, ich habe verrückte Ideen. Ich bin bei so etwas radikal, weißt du. Ich bin bei meinem Akzeptieren radikal, einfach, weil das Leben dann so viel einfacher ist, und Beziehung so viel schöner.

Danke. Ich freue mich, dass du da bist.

Genau hinhören, was der Guru wirklich sagt

[Simone:] Ich habe derzeit keine weitere Frage vorzulesen, Mikael.

[Dhyan Mikael:] Okay, danke. Ich schaue einmal, ob ich hier noch eine habe, die ich vorlesen möchte.

„Ich mache jeden Morgen die Samarpan-Meditation, so gegen halb 9. Ist die Uhrzeit okay? Ich frage, weil Swamiji von 4 Uhr spricht. Und nach der Meditation, gibt es da ein Abschlusswort?” Es gibt noch ein paar Fragen in dieser Email, aber ich möchte sie nacheinander beantworten, damit ich keine vergesse. Bevor ich dazu etwas sage, möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich nicht der große Satsang-Meditations-Experte bin.

Wenn du die Autorität fragen willst, dann schreib an Samarpan Mediation e. V. oder an Swamiji. Aber nach allem, was ich von Swamiji darüber gehört habe, ist es so... Das eine Wichtige ist, dass du meditierst. Wie du meditierst, wann du meditierst, ist alles sekundär. Ob du auf dem Kopf stehst beim Meditieren, ob du es nachts um 9 machst oder nachmittags 3 oder morgens um 4, ist alles sekundär – Hauptsache, du meditierst.

Das eine Wichtige ist, dass du meditierst. Wie du meditierst, wann du meditierst, ist alles sekundär. Ob du dabei auf dem Kopf stehst, ob du es abends machst oder nachmittags oder morgens um 4, ist alles sekundär – Hauptsache, du meditierst.

Wir haben die Neigung, etwas, was ganz einfach ist und schön und unkompliziert, schwierig zu machen, weil wir denken: „ich muss es perfekt machen, und ich muss es genauso machen, wie Swamiji es sagt. Aber wenn ich das nicht kann, dann...” Ja, und eh wir uns versehen, hören wir mit dem Meditieren auf, weil es einfach viel zu schwierig und kompliziert ist. Dabei ist es so einfach.

Wir haben die Neigung, etwas, was ganz einfach ist und schön und unkompliziert, schwierig zu machen, weil wir denken: „ich muss es perfekt machen – und wenn ich das nicht kann, dann...” und eh wir uns versehen, hören wir mit dem Meditieren auf, weil es einfach viel zu schwierig und kompliziert ist. Dabei ist es so einfach.

Aber dann spricht Swamiji natürlich auch über seine Erfahrungen mit der Meditation und darüber, wann es am schönsten und am besten ist. Und auch das ist hilfreich. Ich stehe morgens normalerweise um halb 5 auf und meditiere, und wenn ich das tue, ist das einfach für mich das Allerallerbeste. Manchmal schaffe ich das nicht, zum Beispiel, wenn die Satsang 10 Uhr abends gehen...

Bis ich dann im Bett liege und wirklich schlafbereit bin, es ist 11 oder halb 12. Und dann schlafe ich natürlich nicht bis halb 5, sondern dann schlafe ich bis halb 7 oder 7, Dann ist meine Meditation anders, aber auch das ist okay. Aber es ist meine Erfahrung, dass es am schönsten ist, wenn ich sehr früh morgens aufwache, meditiere und dann meinen Tag beginne.

Und deswegen richte ich mein Leben so ein. Wenn kein Online-Satsang ist, dann gehe ich um Uhr ins Bett, und dann wache ich um halb 5 auf, weil ich total ausgeschlafen bin. Und dann meditiert es sich so schön – aber das ist nicht wichtig. Das mache ich nur, weil es so schön ist. Wenn es für mich nicht so möglich wäre, würde ich es anders machen.

Und deswegen muss man ganz genau hinhören, was der Guru sagt – denn unsere Gedanken machen aus allem sofort ein Problem. Dabei sagt der Guru nur ganz wenige Sachen, wo er meint: das ist wirklich wichtig. Alles, was er sagt, alles, was er tut, alles, was er nicht tut, nehmen wir und machen eine Regel daraus und machen unser Leben damit kompliziert – und das ist völlig unnötig.

Und deswegen muss man ganz genau hinhören, was der Guru sagt – denn unsere Gedanken machen aus allem sofort ein Problem. Dabei sagt er nur selten: das ist wirklich wichtig. Alles, was er sagt, alles, was er tut, alles, was er nicht tut, nehmen wir und machen eine Regel daraus und machen unser Leben damit kompliziert – und das ist völlig unnötig.

Und er spricht darüber. Ich habe ihn einmal darüber sprechen hören, und da hat er gesagt: „Eure Gedanken machen das – und halten euch dann vom Meditieren ab.” Die sagen: „So geht es nicht! Wenn, dann müssen wir es perfekt machen – das geht aber nicht... dann können wir es ganz bleiben lassen, das Meditieren.” Und das wollen die Gedanken natürlich: dass du aufhörst, zu meditieren.

Du fragst, ob es da ein Schlusswort gibt. Ich habe die Samarpan-Meditation so gelernt: man sagt am Anfang das Seelenmantra dreimal, und dann meditiert man eine halbe Stunde. Danach gibt es nichts. Ich sage da kein Schlusswort, und ich weiß auch nicht von irgendeinem. So, ich lese jetzt die Email noch weiter.

„Und reicht es, online beim Kollektiv-Meditationsabend dabei zu sein? In meiner Nähe ist keine Meditationsgruppe.” Swamiji spricht immer wieder davon, dass die Meditation aus zwei Teilen besteht: einmal die Meditation, die man jeden Morgen alleine macht, ganz allein, ohne andere Mensch. Aber dann sollte man wenigstens einmal in der Woche, wenn es irgendwie möglich ist, bei einer Gruppenmeditation mitmachen. Da geschehen nämlich andere Dinge – und beides ist wichtig.

Und es gibt die wundervolle Möglichkeit, online mitzumeditieren. Ich nutze das auch sehr gerne, weil hier, wo ich bin, weit und breit keine andere Meditationsgruppe ist. Ich versuche, hier eine Meditationsgruppe aufzubauen, aber hier gibt es fast niemanden, der meditiert, deswegen bin ich und meine Partnerin meistens allein. Und dann meditieren wir halt online irgendwo mit.

Aber manchmal bin ich an anderen Orten, wo wir gemeinsam meditieren –, zum Beispiel am Ort der Meditation, oder nächste Woche bin ich bei Soham und kann da mitmeditieren –, und da merke ich, dass es ein Riesenunterschied ist. Manchmal kommen Menschen hierher und meditieren mit mir und mit Alima zusammen, und das ist so ein Unterschied, so ein Geschenk: dann sind 2, 3, 4 andere Leute dabei, und das ist einfach nur ein Geschenk.

Und auch da: ich mache das so... Ich versuche, mir mit diesen Dingen nicht das Leben schwer zu machen. Ich möchte meinem Verstand nicht erlauben, mein Leben kompliziert zu machen. Aber ich weiß auch: so ist es. Dann bin ich dankbar für jede Gelegenheit, wo ich mit anderen Menschen zusammen in der Gruppe meditieren kann.

Wie du das selbst einrichtest, musst du selbst wissen; das muss jeder selbst wissen. Swamiji sagt: in der Gruppe ist das Beste, kein Vergleich mit online. Und er fördert es ganz bewusst. Er sagt den Leuten immer wieder: „nehmt die Fahrt auf euch. Tut es. Es ist wichtig” – und wir wissen gar nicht, wie wichtig das ist. Ja, das kann ich aus meinen Erfahrungen dazu sagen.

In der Leere wird alles klar

„Bald, Ende April, ziehe ich um. Einerseits ist mein Herz wirklich traurig, denn ich liebe meinen Guru. Doch irgendwie spüre ich, es beginnt ein neuer Weg, warum auch immer. Immer wieder kommen noch Zweifel: „Mache ich das Richtige?” Nur wenn ich in mich hineinspüre, ist das Gefühl, es wird mir alles zu viel hier.

Und dann kommt wieder der Gedanke, hoffentlich vermisse ich nicht alles hier und bin tief traurig.” Du hast es in deinem ersten Satz schon gesagt: das ist einfach dran, dass du weggehst, und du weißt gar nicht so genau, warum. Das ist die Wahrheit. Es zieht dich weg, und du verstehst überhaupt nicht, warum.

Eigentlich ist es gar nicht so schlimm dort, aber es zieht dich weg. Ich verstehe dich. Sei dir treu. Du brauchst es nicht verstehen. Und das Wichtigste: denke nicht darüber nach. Deine Gedanken werden dich immer verwirren. Deine Gedanken machen beides: sie stellen das, was ist, als schlecht hin, aber wenn du es dann sein lassen willst, sähen sie Zweifel, dass du jetzt das Falsche machst.

Die Gedanken führen zu keinen richtigen Antworten. Aber wenn du gedankenlos wirst, wenn du meditierst, wenn du ganz still wirst, dann spürst du die Richtung. Du verstehst die Richtung nicht, du weißt nicht, wozu das gut sein soll, aber du spürst die Richtung. In den Gedanken findest du keine Klarheit, aber in der Leere, da ist alles klar. Und natürlich wirst du dein altes Leben vermissen –natürlich.

Deine Gedanken werden dich verwirren: sie stellen das, was ist, als schlecht hin, aber wenn du es sein lassen willst, sähen sie Zweifel. Gedanken führen zu keinen Antworten. Aber wenn du gedankenlos wirst, meditierst und still wirst, dann spürst du die Richtung. Du verstehst sie nicht, du weißt nicht, wozu das gut sein soll, aber du spürst die Richtung.

Aber auch das ist nicht schlimm. Wenn etwas zu Ende geht, ist man traurig – und: etwas Neues beginnt. Und das ist wunderbar, alles zusammen. Mir ging es übrigens ähnlich vor, ich weiß nicht, das sind jetzt schon sechs Jahre, sechseinhalb, die Zeit vergeht so schnell... Ein halbes Jahr, nachdem Corona begann, da habe ich gespürt: ich kann nicht da wohnen bleiben, wo mein geliebter Meister Soham wohnt.

Ich habe es gar nicht verstanden. Ich habe nur gemerkt: hier ist nicht mein Platz, hier bleibe ich nicht. 20 Jahre lang war ich mit ihm unterwegs gewesen, und dann hörte die Zeit des Herumreisens auf und er blieb zu Hause in seinem schönen Ort Madhubhan, und ich war auch dort, und habe dann gemerkt: „Ich werde hier nicht bleiben”. Ich habe auch nicht verstanden, warum. Ich wusste nicht, wozu das gut sein soll.

Natürlich wirst du dein altes Leben vermissen –natürlich. Aber auch das ist nicht schlimm. Wenn etwas zu Ende geht, ist man traurig – und: etwas Neues beginnt. Und das ist wunderbar, alles zusammen.

Es war mein Leben – aber ich bin gegangen. Ich konnte nicht anders. Ich musste dem folgen. Und erst später hat sich dann nach und nach alles Neue ergeben und entfaltet, und jetzt sitze ich hier und spreche zu dir und ich gebe Satsang und ich mache Videos, und ich kann das alles gar nicht fassen, und ich weiß auch überhaupt nicht, wie das alles möglich ist und wer sich so etwas hat einfallen lassen – aber es geschieht einfach. So ist das.

So, einen Absatz haben wir noch. „Wenn ich die Samarpan-Meditation mache, bin ich dann automatisch mit Swamiji verbunden? Ich finde es so genial, dass man nur eine halbe Stunde meditiert, und alles regelt sich ohne Anstrengungen. Was für ein Geschenk.” Ja, das hast du wirklich toll gesagt. Es ist unglaublich. Man meditiert eine halbe Stunde, und das gesamte Leben ändert sich von selbst. Das ist wirklich magisch. Ich staune immer noch. Ich meditiere jetzt, ich weiß nicht, acht oder jetzt sind es bald neun Jahre, glaube ich, und ich staune immer wieder, wie das möglich ist.

Eins mit der Energie, die durch den Guru fließt

Und du fragst, ob man automatisch mit Swamiji verbunden ist, wenn man meditiert. Ich möchte dir sagen, wie ich das erlebe. Ich erlebe Swamiji nicht als diesen indischen Mann mit weißem Bart. Ich meine, der Bart sieht echt toll aus, aber das ist nicht für mich Swamiji. Swamiji ist für mich die Energie, die durch diesen Menschen fließt.

Wenn ich meditiere, dann bin ich einer Energie in mir nahe, die ich nicht verstehe, die ich nicht begreifen und auch nicht benennen kann. Und wenn ich dieser Energie nahe bin, dann spüre ich, dass ich Swamiji nahe bin – nicht dem Mann, sondern der Energie, die durch ihn fließt. Und ich erlebe das so, als wären wir in dieser Energie alle eins. Wenn ich meditiere, ist für mich Swamiji hier, bei mir.

Danke für deine Email. Ich habe mich sehr gefreut, von dir zu hören. Alles Gute für deinen Umzug.

Lernen, die Seele zu spüren

[Simone:] Eine Frage habe ich noch.

[Dhyan Mikael:] Ja, wie schön. Bitte...

[Simone:] Sie ist von Simi.

[Dhyan Mikael:] Simi, guten Abend. Willkommen. Schön, dass du da bist.

[Simone:] „Wie geht denn 'nicht denken'? Meine Gedanken oszillieren. Wo halte ich mich in der Zwischenzeit auf?”

[Dhyan Mikael:] Wow, was für eine schöne Frage.

Ja, es ist genau, wie du das sagst. Wir wissen gar nicht, wie das gehen soll. Wir wissen nicht, dass es möglich ist, unsere Aufmerksamkeit zu steuern. Wir sind es so gewohnt, zu denken, wir sind das so gewohnt, dass unsere Aufmerksamkeit in den Gedanken drinsteckt, dass wir überhaupt nicht wissen, dass es da etwas anderes gibt.

Aber du kennst es. Wenn du zum Beispiel arbeitest, dann denkst du normalerweise nicht. Du bist beschäftigt. Wenn du in der Küche stehst und Gemüse schneidest, dann bist du beschäftigt – wenn du denkst, schneidest du dir in den Finger. Aber sobald wir nichts tun, sobald wir entspannen wollen, sobald wir schlafen wollen, sobald wir irgendwo warten, dann denken wir. Und du hast die Herausforderung wirklich toll auf den Punkt gebracht: irgendwo muss diese Aufmerksamkeit sein, und wenn sie nicht bei den Gedanken ist, wo dann?

Es gibt Meditationen, da übt man das, indem man zum Beispiel die Aufmerksamkeit auf dem Atem hat. Das ist eine wunderbare Meditation. Aber bei der Samarpan-Meditation, da richtet man die Aufmerksamkeit aufs Kronenchakra. Das ist hier die oberste Stelle des Kopfes; das ist nichts Esoterisches, sondern etwas ganz Normales – einfach der Scheitel hier oben, da, wo man mit der Hand hinlangen kann.

Und dann diese körperliche Stelle, die du spürst, wenn die Hand sich da darauflegt, an diese Stelle, dahin legst du deine Aufmerksamkeit. Die ruht da einfach aus, wie in einer Hängematte, ganz entspannt, ohne Ziel, ohne Zweck.

Das ist der Ankerpunkt.

Und wenn du diese Meditation machst, gehst du mit deiner Aufmerksamkeit ins Kronenchakra, und dann bist du gedankenlos. Aber einen Moment später stellst du fest: „Oh, ich denke ja an morgen oder an gestern oder an das Problem von eben.” Du merkst: „Ich bin schon wieder in Gedanken”. Dann nimmst du deine Aufmerksamkeit wieder und kehrst hierher zurück.

Und dadurch lernst du diese neue Möglichkeit kennen, aus den Gedanken herauszutreten. Und diese Möglichkeit wird mehr. Diese Fähigkeit wächst und wird mit der Zeit, mit den Jahren, immer selbstverständlicher, und irgendwann kommt der Punkt, wo du überhaupt nicht mehr verstehst, wie du jemals so leben konntest wie früher. Du begreifst gar nicht, wie das möglich war.

Und dieser Punkt hier oben ist... Vorhin wurde gefragt, was denn das Einzigartige an der Samarpan-Meditation sei, und ich sagte eben, es gibt zum Beispiel die Atemmeditation. Du kannst zum Beispiel auch deine Aufmerksamkeit auf deinen großen Zeh richten. Das hilft auch, um nicht zu denken – der kleine Zeh geht natürlich auch...

Aber das Kronenchakra ist ein ganz besonderer Ort. Da geschehen Dinge, wenn unsere Aufmerksamkeit dort ruht, die wir nicht wahrnehmen können, die aber eine ganz dramatische Wirkung haben – aber subtil, ganz allmählich. Es ist, als würdest du etwas in dir, was dir heute vollkommen unbekannt ist, wachsen lassen, wenn deine Aufmerksamkeit dort ruht. Ich erlebe das so...

Das Kronenchakra ist ein besonderer Ort. Wenn unsere Aufmerksamkeit dort ruht, geschehen Dinge, die wir nicht wahrnehmen können, die aber eine ganz dramatische Wirkung haben – aber subtil, ganz allmählich. Es ist, als würdest du etwas in dir, was dir heute vollkommen unbekannt ist, wachsen lassen, wenn deine Aufmerksamkeit dort ruht.

Weißt du, Swamiji sagt: in Wirklichkeit bist du nicht der Körper. Du hast mit diesem Körper nichts zu tun. Wenn dieser Körper stirbt, bist du immer noch da – denn du bist nicht der Körper, und auch nicht deine Gedanken. Du bist das, was er „Seele” nennt. Aber du weißt davon nichts. Du nimmst es nicht wahr. Du kannst es nicht spüren. Du weißt überhaupt nicht, was das sein soll.

Aber wenn man mit der Aufmerksamkeit im Kronenchakra ruht und nicht bei den Gedanken, dann ist es, als würde diese Fähigkeit, die Seele wahrzunehmen, die Empfindsamkeit dafür, ganz allmählich wachsen. Du merkst davon nichts. Es geschieht ganz allmählich – so allmählich, von Tag zu Tag, von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr, dass du davon nichts merkst, wie sie wächst. Aber das ändert das gesamte Leben. Die gesamte Wahrnehmung des Lebens, die Wahrnehmung von dir selbst, ändert sich.

Du bist nicht der Körper. Wenn er stirbt, bist du immer noch da. Du bist das, was Swamiji „Seele” nennt. Aber du weißt davon nichts. Du kannst es nicht spüren. Aber wenn man mit der Aufmerksamkeit im Kronenchakra ruht und nicht bei den Gedanken, dann ist es, als würde diese Fähigkeit, die Seele wahrzunehmen, ganz allmählich wachsen.

Und das Leben funktioniert dann ganz anders. Und das ist ganz abgefahren: wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit hier bin, kann ich nicht denken. Das hindert mich natürlich nicht daran, im nächsten Moment doch wieder zu denken – aber dann bin ich nicht mehr mit der Aufmerksamkeit beim Kronenchakra. Dann gehe ich dahin zurück, immer wieder, es ist egal, wie oft: tausendmal, eine Million Mal, ganz egal.

Danke, dass du da bist. Danke für deine Frage.

Simone, haben wir noch eine Frage oder haben wir alle beantwortet?

[Simone:] Es kommt gerade noch eine Frage herein.

[Dhyan Mikael:] Ja, dann warten wir noch ein Moment.

[Simone:] Ich lese in der Zwischenzeit noch etwas vor, was Elinor noch geteilt hat.

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.

[Simone:] „Ich habe die offizielle Medigruppe in Bern initiiert, auch durch eine sehr entschiedene Aussage von Soham – „Put God first, und wenn ich dich wäre, würde ich es sofort tun” –, als ich noch gezweifelt habe, dass ich einen Klienten-Slot wöchentlich dafür einbüßen würde. Jetzt sind wir schon 11, die interessiert sind, und bis zu 6 haben schon vor Ort meditiert. Und diese sind Montagabende sind ein Highlight der Woche. Und obwohl ich gerade heute alleine war, alle sind über Ostern verreist und als ob umsonst in die Praxis gefahren bin, bin ich sehr glücklich.”

[Dhyan Mikael:] Wow. Wow, was für ein Segen. Danke. Danke, dass du das geteilt hast, Elinor. Das ist wirklich wundervoll.

Entdecken, was ewig ist

[Simone:] Jetzt ist die Frage da.

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.

[Simone:] so, ich kann den Namen nicht sagen. Es ist eine Buchstabenkombination.

[Dhyan Mikael:] Okay, kein Problem. Guten Abend, Buchstabenkombination. Ich freue mich, dass du da bist. Wunderschön.

[Simone:] „Seit einigen Jahren verliere ich meine besten, langjährigsten Freunde durch Tod. Ich fühle gerade heute, nach dem gestrigen Verlust einer meiner längsten Freunde, eine unendliche Leere und Sinnlosigkeit. Im Allgemeinen bin ich gerne alleine in Stille, doch nun ist es fast unerträglich. Gott rufe ich als Trost, doch es ist irgendwie stumm.”

[Dhyan Mikael:] Ja, ich möchte dir gerne zwei Sachen dazu sagen. Ich habe gerade vor zwei Tagen, oder gestern, etwas von Swamiji gelesen, da sagt er: „Je weniger wir mit anderen Menschen verhaftet sind, desto leichter kommen wir weiter auf unserem Weg”. Wir können andere Menschen lieben und sie schätzen und dankbar sein für sie, aber wenn wir mit ihnen so verhaftet sind, wenn wir nicht wollen, dass sie gehen, dann ist das eine schwere Last in unserem Leben – die wir normalerweise nicht spüren; aber wenn der Mensch dann geht, dann spüren wir die Last. Die war aber immer da, auch vorher schon.

Wenn ein geliebter Mensch geht, dann ist es normal, dass man traurig ist und Trauer empfindet. Aber was du beschreibst, ist anders.

Ganz gleich, was ich für Gefühle habe – auch wenn sie stark sind, auch wenn ich heftige Gefühle habe: ich bin mit diesen Gefühlen nicht identifiziert. Ich lebe an einem Ort in mir, der immer da ist. Dort lebe ich. Ich lebe nicht in der Beziehung zu meiner Partnerin, ich lebe nicht in meinen Gefühlen, ich lebe nicht durch die Beziehung zu anderen Menschen. Ich lebe überhaupt nicht in der Welt.

Ich lebe in mir. Und wenn du diesen Ort noch nicht kennst, dann bist du in der Welt verloren, wenn das, woran du hängst, geht. Und alles in dieser Welt wird gehen. Alles, woran du hängst, wird gehen. Und das, woran du am meisten hängst – dieser Körper – der wird auch gehen. Und das ist die Aufgabe in diesem Leben: das zu entdecken, was ewig ist – dich selbst.

Ich lebe an einem Ort in mir, der immer da ist. Dort lebe ich – nicht in den Gefühlen, nicht durch die Beziehung zu anderen, nicht in der Welt. Wenn du diesen Ort nicht kennst, bist du in der Welt verloren, wenn das, woran du hängst, geht. Und alles in dieser Welt wird gehen. Und das ist die Aufgabe in diesem Leben: das zu entdecken, was ewig ist – dich selbst.

Wenn du zurück zu dir selbst gefunden hast, dann werfen dich diese Dinge, die im Leben geschehen, nicht mehr um.

Wenn du diesen Ort nicht gefunden hast, wenn du dich selbst noch nicht entdeckt hast, dann bist du wie ein Blatt im Wind. Deswegen nutze dieses Leben. Das ist es, was Jesus immer gesagt hat: nutze dieses Leben, wach auf, kehr um! Damit meinte er: geh nach innen, und finde Gott. Swami sagt: entdecke deine Seele. Das ist das Gleiche.

Und bevor wir das nicht tun, ist alles da draußen früher oder später Anlass für Verzweiflung.

Wenn du zurück zu dir selbst gefunden hast, werfen dich die Dinge, die im Leben geschehen, nicht mehr um. Wenn nicht, dann bist du wie ein Blatt im Wind. Deswegen nutze dieses Leben. Jesus sagte: kehr um! Geh nach innen! Swami sagt: entdecke deine Seele. Und bevor wir das nicht tun, ist alles da draußen früher oder später Anlass für Verzweiflung.

Ja, danke für deine Frage jetzt am Schluss, denn sie erinnert uns an das, was wirklich wesentlich ist. Wenn du deine Seele entdeckst, wenn du wiederentdeckst, wer du wirklich bist, dann wird alles einfach. Wenn du das nicht entdeckst, ist alles schrecklich, früher oder später. Zwischendurch ist es ganz nett, aber du weißt: früher oder später geht alles. Du lebst in Wirklichkeit immer in Angst, solange, bis du den Weg nach innen beginnst. Und dazu ermutige ich dich – nicht nur dich, der du gerade diese Frage gestellt hast, sondern dich, der du gerade zuhörst.

Deswegen bist du hier in diesem Leben und in diesem Satsang: um daran erinnert zu werden.

Wenn du deine Seele entdeckst, wird alles einfach. Wenn du das nicht entdeckst, ist es schrecklich. Zwischendurch ist es ganz nett, aber du weißt: früher oder später geht alles. Du lebst in ständiger Angst, solange, bis du den Weg nach innen beginnst. Und dazu ermutige ich dich. Deswegen bist du hier: um daran erinnert zu werden.

Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht

Ja, ich danke dir und euch allen für dieses wunderbare Intensive an Ostern. Ich liebe die Osterzeit: heftig, schrecklich, wunderbar.

Wenn du noch nicht genug hast von mir, kannst du dich gerne in meinen Newsletter eintragen, dann erfährst du immer, wenn etwas geschieht, Satsang oder neues Video oder sonst etwas. Wenn du gerne dazu beitragen möchtest, dass Satsangs und Videos geschehen können, dann freue ich mich sehr über deine finanzielle Unterstützung. Es gibt schon einige Menschen, die mich unterstützen, und ich bin so dankbar, und das ist solch ein Segen.

Und je mehr Menschen das tun, desto leichter fällt es mir, mehr Zeit dafür zur Verfügung zu haben. Ich würde am liebsten nur noch Satsang und Videos machen, aber das geht noch nicht. Wenn du Interesse daran hast, mich zu unterstützen, findest du auf meiner Website die Spende-Seite. Da habe ich aufgeschrieben, wie das geht.

Du kannst zum Beispiel bei Steady eine Mitgliedschaft abschließen, und dann bekomme ich jeden Monat einen kleinen Betrag überwiesen, wie eine Art Dauerauftrag. Und wenn das viele Menschen machen, dann habe ich ein Gefühl dafür, wie viel Zeit ich wirklich habe für Satsang, für Videos, für Retreats. Das ist sehr hilfreich für mich. Aber alles andere ist auch hilfreich. Jeder so, wie er mag. Ich sage immer: Freude ist ein guter Kompass. Mach das, was dir Freude macht.

So mach ich es auch. Danke, dass du da bist. Wenn du noch Fragen hast: schreib mir eine Email. Ich freue mich über deine Fragen. Ich beantworte alle Fragen, alle E-Mails. Manchmal dauert es eine Weile, aber ich antworte immer. Danke für Satsang. Danke, danke, danke.

Frohe Ostern.

Ich liebe dich.