German Online Satsang of August 15, 2025
German with German subtitles.
German with German subtitles.
Topics: Only you know how you should live. Meditation is like cleaning the house. You don't know how not to fight. We don't need to do anything - being there is enough. There is no such thing as intuition. The sunshine within. Life makes no mistakes. Longing for true contentment. Without struggle there is no 'I'. When you fight without fighting. Life will tell you. Meditation – time without responsibility. A right to stay for the pain. Meditate every day – no matter how, no matter where. Contentment is always there. Liberation from the Path of the Soul.
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About this Video:
This Online Satsang was about fighting. There are two completely different sides to this topic, which is why there are always questions and misunderstandings. Again and again, I advise you not to fight, but to say 'yes' to how it is for you.
But what if you have to go to court and defend yourself there? Jesus also spoke of this 'yes', but he always spoke of the inner world, the world within you, just like all Gurus. What happens out there in the world, in your life, when you accept what’s inside you and when you stop fighting against yourself, is a completely different matter, and in this profound Satsang, I had several opportunities to talk about this.
And this evening, too, it was repeatedly about feelings and what to do with them. You may be surprised by the answers I gave, but you don't really have to do anything with them – neither analyse nor “feel through” them.
Of course, this evening was also about Samarpan Meditation again and why it becomes so difficult after you have meditated for a while. But meditation is like cleaning the house: first, a lot of dust is stirred up and everything that you would rather not see or feel comes out into the light before the inner house becomes bright and clean.
However, all of this happens by itself. In reality, the half hour of meditation is the time when we don't have to worry about anything and forget about ourselves. All the difficult and unpleasant things take care of themselves.
I thank all the participants for their wonderful, touching questions. Thank you for Satsang.
)
Complete German text:
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Nur du weißt, wie du leben sollst
Link to topic in video at 0m32s
[Dhyan Mikael:] Guten Abend, herzlich willkommen zum Satsang an diesem heißen Sommerabend.
Ich finde es so toll, dass wir jetzt alle zwei Wochen einen Satsang haben. Ich genieße das so sehr. Und wenn du heute zum ersten Mal hier im Online-Satsang mit mir bist, möchte ich dir gerne zwei Sätze dazu sagen, was wir hier machen. Weißt du, Satang ist nicht etwas, wo ich dir sage, wie du deine Dinge machen sollst. Das kann ich nicht – ganz einfach deswegen, weil nur du das weißt.
Das Leben verrät dir, wie du dein Leben leben sollst, und mir verrät es, wie ich mein Leben leben soll. Aber ich kann dir ein wenig davon erzählen, wie ich dem Leben zuhöre und wie ich das Leben machen lasse, wie man die Ohren aufsperrt und zuhört, und was mir dabei geholfen hat, damit du dann auch deinem Leben zuhören kannst – deiner Seele, die in dir die Führung in diesem Leben hat.
Ich sage dir nicht, was du machen sollst. Das kann ich nicht, weil nur du das weißt. Das Leben verrät dir, wie du dein Leben leben sollst, und mir verrät es, wie ich mein Leben leben soll. Aber ich kann dir erzählen, wie ich dem Leben zuhöre und es machen lasse, damit du deinem Leben zuhören kannst – deiner Seele, die die Führung in diesem Leben hat.
Link to quote in video at 1m02s
Ich sage immer wieder, dass das Einzige, was wichtig ist, das ist, dass du dir selbst treu bist. Und darüber spreche ich immer wieder so gerne: wie das geht. Und dann kannst du das selbst machen. Dabei hat mir in diesem Leben mein spiritueller Meister Soham geholfen, das zu lernen, und mein Guru Swamiji. Und Swamiji sagt immer wieder: er ist nicht hier, um dein Guru zu sein. Er ist hier, um deine Seele zu deinem Guru zu machen. Ja, darum geht es, und davon erzähle ich dir so gerne.
Und wenn du Fragen hast, kannst du mir gerne hier im Satsang eine Frage stellen und ich werde versuchen, etwas dazu zu sagen. Das geht schriftlich über den Chat in Zoom oder über YouTube. Du kannst mir deine Frage aber auch in Zoom stellen, indem du zu mir sprichst. Und wenn es von dir, von den anderen Teilnehmern hier, live online keine Frage gibt, dann lese ich auch zwischendurch immer wieder gerne eine E-Mail-Frage vor, damit die auch ihre Antwort bekommen. Ja, und das machen wir jetzt eineinhalb Stunden lang bis um 21 Uhr, und ich freue mich, dass du da bist: ganz herzlich willkommen.
Meditation ist wie ein Hausputz
Link to topic in video at 3m39s
Simone, wie schaut's aus? Guten Abend. Hast du schon etwas zum Vorlesen?
[Simone:] Oh ja. Ja, das habe ich. Ich starte schon. Die erste Frage ist von Eva.
[Dhyan Mikael:] Guten Abend Eva. Grüß dich.
[Simone:] „Lieber Mikael, momentan fällt mir die Meditation schwer. Was kann ich tun? Ich fühle mich verlassen – oder habe ich mich verlassen? Danke.”
[Dhyan Mikael:] Danke für deine Frage.
Es ist interessant. Viele Menschen erzählen das, dass sie an einen Punkt kommen, wo das Meditieren schwer wird. Dabei kann es an der Meditation selbst nicht liegen, denn die ist wirklich leicht. Ich meine, du kannst deine Aufmerksamkeit ganz leicht an irgendeine Stelle deines Körpers richten, zum Beispiel auf deinen großen Zeh oder auf deine Nasenspitze oder eben aufs Kronenchakra. Das ist gar kein Problem.
Aber wir können uns nicht vorstellen, dass es so einfach ist. In allen Bereichen unseres Lebens, den ganzen Tag, setzen wir uns selbst unter Druck und haben Erwartungen an uns selbst und erwarten bestimmte Resultate von allem, was wir tun. Und genau so, wie wir leben, meditieren wir natürlich auch. Und dann setzen wir uns beim Meditieren unter Druck, und wir glauben zu wissen, was passieren würde, wenn ich es nur richtig mache – und das passiert natürlich nicht. Die Meditation macht, was sie will, nicht das, was du willst, und dann glaubst du, es ist schwer.
Es ist ganz wichtig, wenn man meditiert, dass man keinerlei Erwartungen an die Meditation hat; dass man das alles komplett vergisst; und dass man auch keine Erwartungen an sich selbst hat, was man da tut oder nicht tut; wie man es hinbekommt.
Den ganzen Tag setzen wir uns selbst unter Druck und haben Erwartungen an uns selbst. Und so, wie wir leben, meditieren wir auch, und wir glauben zu wissen, was passieren würde, wenn ich es nur richtig mache. Aber die Meditation macht, was sie will, nicht das, was du willst, und dann glaubst du, es ist schwer.
Link to quote in video at 4m56s
Du kannst dir das so vorstellen. Stell dir vor, du hast eine halbe Stunde Pause. Du legst dich in den Garten in die Hängematte und ruhst dich einfach aus und tust nichts. Du denkst nicht nach, du grübelst nicht, du machst dir keine Sorgen. Du liegst einfach da, schaust in den blauen Himmel und genießt diese halbe Stunde.
Dann gehst du auch nicht zurück ins Haus und sagst deinem Partner: „Du, ich war in der Hängematte... Ich habe es total falsch gemacht. Ich kriege das nicht hin. Es war total schwer.” Nein. Du liegst da einfach drin – ganz egal, wie es ist, es spielt keine Runde. Du hast keinerlei Erwartungen an diese Zeit. Keiner hat dir gesagt, dass es etwas Gutes ist und etwas Wichtiges. Und so kann man meditieren. Swamiji sagt immer wieder: meditiere als Hobby, als etwas Angenehmes.
Und das Zweite, was da eine Rolle spielt, ist: wenn du meditierst und du dich nach innen wendest, dann nimmst du Dinge in dir wahr, die du sonst nicht wahrnimmst, weil du so sehr beschäftigt bist; weil du die ganze Zeit deinen Gedanken zuhörst oder irgendeine Tätigkeit ausübst und deine Aufmerksamkeit dort ist. Aber wenn du nichts tust und die Augen schließt und deine Aufmerksamkeit in dir ruht, im Kronenchakra, dann fallen dir plötzlich Gefühle in dir auf und Gedanken, und viele davon magst du nicht.
Und deswegen ist es fürs Meditieren so hilfreich, wenn man sich einfach so akzeptiert, wie man ist – mit den Gefühlen, die man hat, mit der Schwere, die man spürt. Egal, was es ist, lass es alles mitmeditieren.
Wenn du meditierst und dich nach innen wendest, nimmst du Dinge wahr, die du sonst nicht wahrnimmst, Gefühle und Gedanken, und viele magst du nicht. Deswegen ist es fürs Meditieren so hilfreich, wenn man sich einfach so akzeptiert, wie man ist – mit den Gefühlen, die man hat, mit der Schwere, die man spürt. Egal, was es ist, lass es alles mitmeditieren.
Link to quote in video at 7m16s
Manchmal, wenn ich ein Gefühl habe, was mir in der Meditation so präsent ist, dass ich das Gefühl habe, ich kann nicht meditieren, dann nehme ich es mit ins Kronenchakra.
Ich fühle mich dann, als würde ich das Gott zeigen. Ich hebe dieses Gefühl mit meiner Aufmerksamkeit ins Kronenchakra hoch und sage: „Hey, Gott, schau: so fühle ich mich, so verkehrt, so schwer, so traurig. Schau, so fühle ich mich. Und so meditiere ich jetzt.” Und dann kann ich meditieren.
Manchmal habe ich ein Gefühl und glaube, ich kann damit nicht meditieren. Dann nehme ich es mit ins Kronenchakra, als würde ich das Gott zeigen: „Hey, Gott, schau: so fühle ich mich, so verkehrt, so schwer, so traurig. Schau, so fühle ich mich. Und so meditiere ich jetzt.” Und dann kann ich meditieren.
Link to quote in video at 8m20s
Ich habe heute hier im Haus einen kleinen Großputz gemacht.
Ich putze gern. Ich liebe Staubsaugen. Ich mag es gerne sauber. Aber wenn ich putze, dann staubt es erst einmal, und überall finde ich den Dreck. Es sieht nicht schön aus, was man da so findet, aber es macht mir Spaß, weil es danach so schön ist und so frisch. Und so ist es mit dem Meditieren auch: das Meditieren ist ein Großreinemachen in dir drin – ein Großreinemachen, das sich über viele Jahre erstreckt, ganz langsam.
Und es ist gut, dass es langsam geht, weil du dich daran gewöhnen musst, an das Saubere, an das Helle. Du bist es nicht gewöhnt. Also wundere dich nicht, wenn der Staub aufgewirbelt wird, wenn der Dreck aufgewirbelt wird. Wie beim Putzen beginnst du zu sehen, wie dreckig es in deinem Haus ist. Und so ist es auch mit meditieren. Du wendest dich nach innen, und das Erste, was du die ersten paar Jahre da siehst, ist: „Wow, so sieht es in mir aus! Oh Gott.” Und es ist wunderbar, wenn du das wahrnimmst.
Mehr ist nicht notwendig. Du brauchst nichts damit tun. Du musst das jetzt nicht hinkriegen, dass es da jetzt sauber ist, da drinnen. Das Reinigen passiert von selbst, einfach, indem du jeden Tag meditierst und einfach so bist, wie du bist. Aber das können wir uns normalerweise nicht vorstellen. Wir glauben: so kann ich nicht meditieren, das ist verkehrt, oder wir glauben, ich muss das ändern. Aber das geht nicht, und es ist auch nicht unsere Aufgabe.
Meditieren ist ein Großreinemachen in dir drin, das sich über Jahre erstreckt. Und wie beim Putzen beginnst du zu sehen, wie dreckig es in dir ist. Und es ist wunderbar, wenn du das wahrnimmst. Du brauchst nichts damit tun. Das Reinigen passiert von selbst. Wir glauben: ich muss das ändern. Aber das geht nicht und es ist auch nicht unsere Aufgabe.
Link to quote in video at 9m45s
Danke, Eva. Ganz herzlichen Dank.
Du weißt nicht, wie man nicht kämpft
Link to topic in video at 11m35s
Und ich möchte gerne eine E-Mail-Frage vorlesen, die nämlich wunderbar dazu passt. Ich sagte dir ja: viele Menschen haben diese Erfahrung, die du berichtest; wirklich viele. Ich habe hier eine E-Mail, die ist etwas länger, und ich lese einen Auszug daraus vor.
„Jetzt, nach fast fünf Monaten Meditation, wird es langsam zäh, da es so gut wie keinen Fortschritt gibt. Nach der Meditation ist jetzt noch oft lange eine drückende Traurigkeit in mir, weil ich den Kampf in mir sehe und spüre. Der war auch schon vorher da, nur kann man es außerhalb der Meditation besser vermeiden, so etwas Aussichtsloses spüren zu müssen.
Und so fühle ich mich hilflos, weil ohne Kampf geht es scheinbar auch nicht. Ich weiß überhaupt nicht, wie man nicht kämpft. Ohne Kampf und Anstrengung zu sein, ist physisch und psychisch für die meisten Menschen, denke ich, einfach kaum noch ansteuerbar. Meine Angst ist, dass die göttliche Intelligenz mir auch nicht wirklich helfen kann, wenn ich nicht wirklich ruhig werde und meditiere.” Ja... danke für die Email.
Ja, so meditieren wir.
Zwei Sachen möchte ich hier ansprechen in deiner Email. Wir haben Erwartungen an die Meditation, ob wir es wissen oder nicht. Wir meditieren und wir glauben: wenn alles gut läuft und wenn die Meditation wirklich etwas taugt, dann werde ich Veränderungen feststellen. Und die wirst du auch feststellen – aber warte nicht darauf. Lass dich überraschen.
Weißt du, wir haben es wirklich eilig. Du bist wie... Du bist in die Schule gegangen. Wenn du auf der Realschule warst, dann warst du 10 Jahre in der Schule; auf dem Gymnasium warst du 13 Jahre in der Schule; danach hast du womöglich studiert.
Und so verbringt man 10, 15, 18 Jahre in der Schule und in der Uni, um ganz, ganz langsam, ganz allmählich, zu lernen, wie man bestimmte Dinge tut und wie man den Beruf, den man machen möchte, ausüben kann.
Dabei ist das, worum es da geht, das, was wir dort in der Schule und an der Uni lernen, total trivial.
Jetzt, in der Lebensphase, in der du dich jetzt befindest, lernst du das Eine, worum es im ganzen Leben geht, das, wovon alle Gurus sprechen, das, wovon Jesus spricht, das, wovon alle heiligen Schriften sprechen – und du setzt dich in die erste Klasse, und nach einem halben Jahr bist du noch nicht am Ziel, und dann zweifelst du.
Wir sind einfach ungeduldig.
Man verbringt so viele Jahre in der Schule und in der Uni, dabei ist das, was wir dort lernen, trivial. Jetzt lernst du das Eine, worum es im Leben geht, das, wovon alle Gurus, Jesus und alle heiligen Schriften sprechen – und du setzt dich in die erste Klasse, und nach einem halben Jahr bist du noch nicht am Ziel, und dann zweifelst du. Wir sind einfach ungeduldig.
Link to quote in video at 14m05s
Mein Rat an dich ist: meditiere, und warte auf nichts. Meditiere jeden Tag, egal, was kommt, und noch wichtiger, egal, was nicht kommt. So meditiere ich. Als ich vor 8 Jahren mit dieser Meditation begonnen habe, da wusste ich: das ist es. Und seitdem meditiere ich jeden Tag. Egal was kommt, ich werde diese Meditation machen, so lange, bis dieser Körper nicht mehr hier ist, egal was passiert. Und ich verrate dir etwas: das, was wirklich passiert, das kannst du nicht sehen.
Ist wie in der Schule. Dem Schüler wird irgendwann einmal schon bewusst, dass er bestimmte Sachen gelernt hat. Er kann plötzlich Zahlen addieren oder weiß, wie man manche Wörter schreibt, und so weiter und so fort. Aber das, was eigentlich passiert, das Wachstum seiner Persönlichkeit, die Reifung, das große Bild, „the big picture”, wie man auf Amerikanisch sagt, das sieht man nicht. Wir sehen nur ganz, ganz kleine Details, völlig unwichtig.
Und so ist es bei der Meditation auch. Was da geschieht, ist ganz grundlegend, ganz tief unten drin im Fundament deines Wesens. Da geschieht die Arbeit – und du weißt nichts davon. Swamiji beschreibt es so, dass es ist, als würde ein Samen in die Erde gepflanzt werden, tief in der Erde; da ist kein Licht. Irgendwann, nach langer Zeit, sieht man, wie ein kleiner grüner Spross aus der Erde sprießt. Aber wenn es so weit ist, ist schon ganz, ganz lange Zeit ganz viel und ganz Entscheidendes und ganz Grundlegendes da unten in der Erde geschehen, mit dem Samen, mit dem Spross.
Und all das ist unsichtbar. Weißt du, deswegen rede ich mehrmals im Monat in Videos darüber, und immer wieder im Satsang. Ich sage ja eigentlich immer wieder das Gleiche, aber im Grunde möchte ich dich immer wieder dazu ermutigen und auch daran erinnern: mach einfach weiter. Du hast die Energie dafür. Du spürst irgendwie: „Ja, das ist gut für mich.” Du spürst es. Vertrau darauf und warte nicht auf Ergebnisse, sonst bist du wie ein Zweitklässler, der nach Hause rennt und sagt, Mama, die Schule taugt nichts, ich lerne nicht genug. Geduld.
So ist es bei der Meditation auch. Was da geschieht, ist ganz grundlegend – und du weißt nichts davon. Swamiji beschreibt es so, dass es ist, als würde ein Samen in die Erde gepflanzt werden. Wenn ein kleiner Spross sprießt, ist schon lange Zeit ganz Grundlegendes da unten in der Erde geschehen, mit dem Samen, mit dem Spross. Und all das ist unsichtbar.
Link to quote in video at 16m50s
Der Weg, auf dem du bist, erstreckt sich über viele Leben.
Ich möchte dich ermutigen und erinnern: mach einfach weiter. Du hast die Energie dafür. Du spürst: „Ja, das ist gut für mich.” Vertrau darauf und warte nicht auf Ergebnisse, sonst bist du wie ein Zweitklässler, der sagt, „Mama, die Schule taugt nichts, ich lerne nicht genug.” Geduld. Der Weg, auf dem du bist, erstreckt sich über viele Leben.
Link to quote in video at 17m57s
Swamiji hat neulich gesagt, der Weg von Unwissenheit vor der ersten Erleuchtung bis hin zur letztendlichen Befreiung dauert 8 Leben, und irgendwo auf diesem Weg bist du gerade, wahrscheinlich schon eher am Ende – vielleicht im achten Leben, wer weiß.
Aber ich sage dir das, weil das keine Sache ist, die wir in einem halben Jahr abhaken, um dann was anderes zu machen, was Spaß macht. Nein – das hier ist wirklich... that's it. Das ist das, worum es geht im Leben.
Ja, und du sprichst in deiner Email an, dass du nicht weißt, wie man nicht kämpft. Ich sagte vorhin zu Eva, dass dieses „keine Erwartungen haben”, dieses „nichts von sich erwarten” – das ist „nicht kämpfen”. Wenn du auf irgendetwas wartest, dass etwas passiert in der Meditation, wenn du erwartest, dass etwas mit dir passiert, wenn du willst, dass du anders bist, wenn du willst, dass du etwas besser kannst, dann kämpfst du. Das ist alles das Gleiche, und wir kennen nichts anderes. Es ist genau, wie du es sagst. Wir kennen nichts anderes.
Wir wissen nicht, wie man einfach jeden Tag lebt, dankbar ist und neugierig wartet, was geschehen mag.
Aber das lernen wir hier, durch die Meditation, durchs Leben, jeden Tag. Danke für deine Email.
Keine Erwartungen haben – das ist „nicht kämpfen”. Wenn du erwartest, dass in der Meditation etwas mit dir passiert, oder willst, dass du anders bist, kämpfst du. Wir kennen nichts anderes. Wir wissen nicht, wie man einfach lebt, dankbar ist und wartet, was geschehen mag. Aber das lernen wir hier, durch die Meditation, durchs Leben, jeden Tag.
Link to quote in video at 20m10s
Wir brauchen nichts tun – dabei sein reicht
Link to topic in video at 21m15s
[Simone:] Mikael, Christopher möchte gerne eine Frage stellen.
[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne.
[Simone:] Dann schalte ich dich frei, Christopher. Du kannst den Ton jetzt einschalten.
[Christopher:] Ja, hallo Simone, hallo Sahajo, und hallo Mikael.
[Dhyan Mikael:] Hallo. Grüß dich, Christopher. Wie schön, dass du da bist. Hallo.
[Christopher:] Ja, ich freu mich.
[Dhyan Mikael:] Ja, ich auch. Klasse.
[Christopher:] Ja, schön.
[Dhyan Mikael:] Du hast ein Bild vom schönen Bodensee hinter dir. Bist du da, oder ist das nur ein Hintergrund?
[Christopher:] Das ist leider nur der Hintergrund, aber gestern war ich noch da.
[Dhyan Mikael:] Ah ja... der Hafen von Lindau ist das, nicht wahr?
[Christopher:] Genau.
[Dhyan Mikael:] Ja.
[Christopher:] Ja, meine Frage. Ich habe mal wieder eine Frage. Ich hatte ja einige Traumatisierungen, würde man heute sagen, in der Kindheit. Und ein Traum... Also, ich hatte eigentlich in letzter Zeit, in den letzten Monaten, das Gefühl, meine Träume sind, wenn sie da sind, eigentlich nicht dramatisch irgendwie. Aber ein Traum erscheint immer wieder, so alle paar Wochen, spätestens alle 2 Monate oder so. Und es geht immer um die Schule und meinen Vater, was damit im Hintergrund zusammenhängt, dieser Druck.
Und das kommt immer wieder, in verschiedensten Variationen. Und die Traumatherapeuten sagen ja, der Körper verarbeitet das dann irgendwann, was man als Kind einfach nicht beherrschen oder verarbeiten konnte, und es lebt dann in den Zellen weiter, oder wo auch immer. Es ist natürlich auch nur ein Traum, aber... Ja, meine Frage ist: warum erscheint dieser Traum immer wieder? Will er mich auf etwas aufmerksam machen?
[Dhyan Mikael:] Ja, danke. Danke für die Fragen.
Weißt du, wir machen es uns normalerweise viel zu kompliziert.
Der Traumatherapeut hat dir erklärt, wie das funktioniert, und das ist wunderbar. Diese Körper sind Wunderwerke der Natur. Alles, was wir nicht verkraften können, nehmen wir nicht wahr. Du brauchst dir keinerlei Sorgen machen, dass du je irgendetwas erleben wirst, womit du nicht zurechtkommst, denn wenn das passiert, wirst du es nicht merken.
Stattdessen wird es gespeichert, und ganz langsam, häppchenweise, in dem Maße, wie wir reifer werden, wie wir stärker werden, wie wir standfester werden, kommt es ganz langsam ans Licht und wird verdaut und verarbeitet, Schritt für Schritt, ganz allmählich. Das ist wirklich genial.
Diese Körper sind Wunderwerke der Natur: was wir nicht verkraften können, nehmen wir nicht wahr. Stattdessen wird es gespeichert, und langsam, in dem Maße, wie wir reifer, stärker, standfester werden, kommt es ganz langsam ans Licht und wird verdaut und verarbeitet, Schritt für Schritt, ganz allmählich. Das ist wirklich genial.
Link to quote in video at 23m20s
Alles, was wir tun müssen, ist, das, was uns dann so häppchenweise passiert, diese Träume, wahrzunehmen, zu fühlen. Wir lernen, für diese Gefühle bereit zu sein, die wir da erleben; die sind ja meistens unangenehm. Meistens ängstigen sie uns und bringen uns total durcheinander. Und ganz allmählich werden wir jetzt, wo wir groß sind und mehr Kraft haben und standfester sind in uns, bereit, diese Dinge zu fühlen, immer wieder, immer wieder.
Und irgendwann stellst du fest: „Komisch, diesen Traum, von dem ich dem Mikael da im Satsang erzählt habe, den hatte ich jetzt seit 8 Jahren nicht mehr. Ist mir gar nicht aufgefallen.” Irgendwann ist er weg. Aber solange er da ist, nimm ihn einfach als Gelegenheit – ich könnte auch sagen: als Geschenk. Ich hatte auch solch einen Traum. Natürlich bin ich auch traumatisiert.
Ich bin in meiner Kindheit auch gründlich traumatisiert worden, und ich hatte einen Traum, der hat mich als Kind und als Jugendlicher und auch als junger Erwachsener im Grunde jede Nacht besucht, ein Albtraum, jede Nacht. Und dann, irgendwann, kam ich in das Alter, wo ich anfing, meine ersten Therapien zu machen, und ich kam mir langsam näher, und dann, irgendwann, nach vielen Jahrzehnten, kam ich zu Soham im Satsang, und ich schloss mit mir Freundschaft, und so weiter.
Und irgendwann war der Traum weg.
Ich weiß nicht... Ich habe vergessen, wann er wegging – ob ich 40 war oder 45 oder 50, ich weiß es nicht mehr. Aber dann war gut. Er ist einfach verschwunden. Er braucht mich nicht mehr. Und jetzt habe ich immer noch einen Traum, ein ganz anderen. Ich träume oft, und das hat immer mit Höhen zu tun. Ich bin immer irgendwo, sitze in einem hohen Gebäude am Fensterbrett oder irgendwie so völlig absurde Situationen, und...
Vielleicht kennst du ja diese Traumsituationen; dann spürt man: man fängt an, herunterzurutschen, und man will sich festhalten, kann aber nicht... Und was ich dann mache, ist: ich übe, bereit zu sein, diesen Traum zu erleben. Ich übe, bereit zu sein, loszulassen und da hinunter zu stürzen, in dieses da unten, von dem ich überzeugt bin, dass es schlimm ist. Dabei weiß ich das gar nicht. Und das übe ich dann, immer wieder. Manchmal merke ich es im Traum. Im Traum merke ich: ah, da ist er wieder. Aber es ist trotzdem beängstigend.
Und bei dem Albtraum, den ich als Kind und als Jugendlicher hatte, war es so. Irgendwann, nachdem ich bereits mich selbst besser kennengelernt hatte und nicht mehr da draußen in der Welt lebte, sondern in mir, da habe ich dann gemerkt: dieser Traum bringt mir nicht Horror, sondern mich selbst. Ich kann es gar nicht richtig erklären. Dieser Traum hat mir mich selbst gebracht.
Er hat mir die Gelegenheit gegeben, einen ganz wesentlichen Teil von mir, den ich natürlich immer weggesperrt hatte, –und das musste ja auch so sein –, den wieder willkommen zu heißen. Und das hat mich ganz gemacht. Das konnte ich dann sehen – nachdem ich mit ihm Frieden geschlossen hatte. Also, es ist alles ganz unkompliziert. Wir brauchen eigentlich nur Geduld.
[Christopher:] Ich habe gedacht, ich mache jetzt die Meditation seit zwei Jahren, und dass er jetzt so intensiv, also, der hat sich so real und auch wirklich dramatisch angefühlt, dass sich da jetzt irgendetwas löst. Und ja, irgendetwas kommt jetzt da zum Vorschein, das merke ich halt irgendwie.
[Dhyan Mikael:] Genau. Und es ist so: immer, wenn wir wieder ein kleines bisschen gewachsen sind in uns, können weitere alte Lasten behandelt und verdaut werden. Das ist ganz spannend. Ich muss gerade daran denken, wie das mit Kindern ist. Ich erlebe das mit unserer jüngeren Tochter. Bei Kindern ist die Entwicklung so: die machen einen bestimmten Wachstumsschub durch, und ich meine, das ist jetzt nicht nur körperlich, sondern auch innerlich, seelisch, charakterlich. Da verändert sich etwas, die werden innerlich größer, und dann haben sie erst einmal eine richtig schwere Zeit.
Das ist die Zeit, wo Kinder unausstehlich sind, wo sie nerven, wo sie die ganze Zeit nur Unsinn machen und nichts auf die Reihe kriegen, weil die so irritiert mit sich selbst sind, die sind total orientierungslos. Und dann, nach einigen Monaten, haben sie gelernt, in diesem Neuen zu sein, und dann wird es besser, und dann sind sie groß und können damit umgehen, und dann kommt eine tolle Zeit. Dann sind sie ein halbes Jahr oder ein Jahr richtig gut drauf – und dann kommt der nächste Wachstumsschub. Dann geht das Spiel von vorne los.
Dann sitzt man in diesem Schweren, Neuen, und weiß nicht, was man tun soll. Man braucht es auch nicht wissen. Es reicht, einfach da zu sein. Das ist das Geheimnis des Lebens: unsere Aufgabe ist es, einfach dabei zu sein. Wir müssen nichts damit tun. Und nach ein paar Wochen ist es wie weggeblasen, aber ich bin neu. Ich bin größer geworden.
Link to quote in video at 30m39s
Dann kommt die Zeit, wo sie es richtig schwer mit sich selbst haben, und andere Menschen haben es mit dem Kind dann auch schwer. Die Pubertät ist auch so eine Zeit, nur noch einmal viel massiver und grundlegender. Und so ist es mit uns im spirituellen Bereich auch. Wir wachsen ein Stück, und das erkennen wir daran, dass wir es wirklich schwer haben für eine gewisse Zeit. Dann müssen wir mit all diesen Dingen umgehen, die sich da zeigen. Dann lernen wir, damit umzugehen, ganz langsam. Dann wird es wieder leichter – bis zum nächsten Wachstumsschub.
Ich habe ja in den letzten Wochen berichtet von meinen Erfahrungen in den letzten Monaten mit Swamiji. Ich war bei ihm bei drei Retreats und einer weiteren Veranstaltung, und ich hatte meinen ersten eigenen Retreat, und das war solch ein Wachstumsschub in diesem Frühjahr... Ich habe solch einen „Wachstums-Booster” bekommen von Swamiji und vom Leben, und deswegen hatte ich es danach richtig schwer. Und dann sitzt man in diesem Schweren. Dann sitzt man ganz geduldig und hilflos in diesen Neuen, und man weiß überhaupt nicht, was man tun soll.
Man braucht auch nicht wissen, was man tun soll. Es reicht, einfach da zu sein: mehr brauchen wir nicht tun. Das ist das Geheimnis des Lebens, was sich der Kopf nicht vorstellen kann. Unsere Aufgabe ist es, einfach dabei zu sein. Wir müssen nichts damit tun. Und dann, nach ein paar Wochen, nach ein paar Monaten, bei mir hat es einige Monate gedauert, dann, plötzlich, ist es wie weggeblasen, und dann bin ich wieder am Licht, aber nicht wie vorher. Ich bin neu, ich bin größer geworden.
Das Leben ist wie eine Spirale. Wir begegnen immer wieder ähnlichen Herausforderungen auf einer tieferen Ebene. Das heißt: warte nicht darauf, dass irgendetwas vorbei ist. Das hier ist die Schule des Lebens. Die ist noch nicht vorbei.
Link to quote in video at 31m44s
Und das freut mich, das ist eine schöne Zeit. Aber der nächste Wachstumsschub kommt bestimmt. Und weißt du, das Leben ist wie eine Spirale. Dieser Zyklus, den ich gerade bei den Kindern beschrieben habe und bei mir, den machen wir die ganze Zeit durch. Und wir begegnen immer wieder ähnlichen Herausforderungen auf einer tieferen Ebene – oder auf einer höheren, je nachdem, wie du es ausdrücken möchtest. Das heißt: warte nicht darauf, dass irgendetwas vorbei ist. Das hier ist die Schule des Lebens. Die ist noch nicht vorbei.
Das spirituelle Ego ist ganz besonders raffiniert. Und Sachen wie Intuition, dem Herz folgen und herausfinden, was das Leben von mir will, das ist schick und total „in”, und das will man und an das glaubt man. Es fühlt sich gut an: dann hast du die Kontrolle – aber es ist halt ein Irrweg.
Link to quote in video at 32m47s
[Simone:] Vielen Dank, Mikael.
[Dhyan Mikael:] Oh, gerne. Ich freue mich, dass du da bist, Christopher. Danke.
Intuition gibt es nicht
Link to topic in video at 33m30s
[Simone:] Soll ich die nächste Frage vorlesen?
[Dhyan Mikael:] Ja, lies doch eine Frage vor. Danke.
[Simone:] Sie kommt von Steffi.
[Dhyan Mikael:] Guten Abend Steffi. Hallo.
[Simone:] Lieber „Mikael, ich hänge noch sehr an deinen Worten über Intuition aus dem Newsletter. Das hat mich total getroffen, weil ich immer viel auf meine Intuition gegeben habe. Nun fühle ich mich entlarvt – alles Ego. Das fühlt sich auch befreiend an, wenn ich es erkenne.”
[Dhyan Mikael:] Wow, danke.
Ja, ich habe das geschrieben in meinem Newsletter heute, weil ich dieses Gespräch hatte und da gesehen habe, wie unser Verstand uns an der Nase herumführt. Und das spirituelle Ego ist ganz besonders raffiniert und ganz besonders gewieft. Und so Sachen wie Intuition und dem Herz folgen und lauter so Sachen, und rauskriegen, was das Leben von mir will und so... Das ist total schick und total „in”, und das will man und an das glaubt man.
Es fühlt sich gut an: dann hast du die Kontrolle – aber es ist halt ein Irrweg. Mein Gott... Du hast recht: wenn man das entlarvt...
Das spirituelle Ego ist ganz besonders raffiniert und ganz besonders gewieft. Und so Sachen wie Intuition und dem Herz folgen und lauter so Sachen, und rauskriegen, was das Leben von mir will und so... Das ist total schick und total „in”, und das will man und an das glaubt man. Es fühlt sich gut an: dann hast du die Kontrolle – aber es ist halt ein Irrweg.
Link to quote in video at 34m28s
Es tut weh – natürlich, es ist ein Ego-Killer –, aber es ist solch eine Befreiung: ich muss nicht wissen, wo es langgeht.
Ich muss nicht herauskriegen: ist das meine Intuition oder ist es mein Verstand?
Ich kann einfach nichts wissen und schauen, was passiert. Dann habe ich für irgendetwas Energie – ja gut, dann mache ich es. Ich habe für irgendetwas keine Energie, gut, dann mache ich es halt nicht. Das ist alles die Angelegenheit vom Leben. Ich brauche nichts herausfinden, ich brauche nichts ergründen – so eine Befreiung.
Es tut weh – natürlich, es ist ein Ego-Killer –, aber es ist solch eine Befreiung: ich muss nicht wissen, wo es langgeht. Ich kann einfach nichts wissen und schauen, was passiert. Habe ich für etwas Energie, mache ich es, habe ich keine, mache ich es nicht. Das ist alles die Angelegenheit des Lebens. Ich brauche nichts ergründen – so eine Befreiung.
Link to quote in video at 35m19s
Das spirituelle Ego ist das schlimmste Ego von allen, aber das hat gerade Hochsaison.
Ja, und ich freue mich – genau deswegen habe ich die Zeilen heute geschrieben –, das zu entlarven, denn oft wissen wir das gar nicht, wem wir da hinterherlaufen.
Danke, dass du das geteilt hast. Vielen Dank.
Ja, und wenn jemand anders zuhört und meinen Newsletter noch nicht bekommt und jetzt neugierig ist, was ich da geschrieben habe: wenn du auf meine Website gehst und meinen Newsletter abonnierst, dann bekommst du den letzten Newsletter automatisch zugeschickt, und dann kannst du den lesen.
Der Sonnenschein im Innern
Link to topic in video at 37m01s
Ja... Weißt du was, Simone? Jetzt lese ich mal zwischendurch hier eine E-Mail-Frage vor.
Es ist auch wieder ein Auszug aus einer etwas längeren Email. „Manchmal ist es die Hölle, dieser Weg. Aber wenn dann die Wolken abziehen, wenn ich mir treu war und die Gefühle gefühlt habe, dann ist der Sonnenschein nicht im Außen, sondern in mir drin. Und dieser Sonnenschein ist Liebe und Mitgefühl und alles.” Ja, so ist es.
Wenn wir in der Dunkelheit stecken, wenn wir meditieren und überhaupt nicht verstehen, warum wir überhaupt meditieren, weil man plötzlich all diese unangenehmen Sachen fühlt, und trotzdem dranbleibt, dann erlebt man unvermeidlich, das kommt so sicher wie das Amen in der Kirche, die Zeit, wo die Wolken weg sind und wo die Sonne kommt. Und das fühlt sich so richtig an und das ist so eine wundervolle Bestärkung.
Und wenn man diese Zyklen ein paarmal erlebt hat auf seinem spirituellen Weg, dann weiß man: „Ah, es ist alles gut; es ist nichts verkehrt.” Wenn man das die ersten paar Male erlebt hat, ist man total verunsichert und man ist sich absolut sicher, dass man etwas falsch macht, und manche Leute schreiben mir dann: „Ich kann das nicht” und „ich bin halt nicht geeignet dafür” – das denkt jeder. Und dann weiß man allmählich: „Okay. Das gehört halt dazu. So ist es einfach.” Danke, dass du das geteilt hast. Vielen Dank.
Simone, magst du wieder?
[Simone:] Gerne. Ich habe eine Frage von Doris.
[Dhyan Mikael:] Doris, guten Abend.
[Simone:] „ich freu mich, wieder dabei zu sein. Wie gehe ich mit Kämpfen um, wenn ich kämpfen muss?”
[Dhyan Mikael:] Also, das ist eine wirklich interessante Frage. Ich meine, ich hätte von dir hier auch eine Email, die wartet. Mal gucken... vielleicht doch nicht; nein. Doch, da ist sie. Ja, da ist sie. Ich hätte deine Email zum Teil nachher vorgelesen, aber jetzt, wo du gerade fragst, passt es ja ganz toll. Ich nehme einmal an, du bist die gleiche Doris, die mir die Email geschrieben hat, in der sie schreibt, dass du von offizieller Stelle im Grunde dazu gezwungen wurdest, vor Gericht zu ziehen, um für dein Recht zu kämpfen.
Ich möchte gerne dazu zwei Sachen sagen. Das eine ist: kämpfen musst du nie. Es gibt keine Situation im Leben, wo du kämpfen musst. So etwas gibt es nicht. Jesus hat es dir vorgemacht. Er hat nie gekämpft. Kämpfen ist nicht notwendig – nie. Aber manchmal willst du kämpfen, und das ist natürlich in Ordnung.
Aber das ist ein Unterschied, okay? Wenn du weißt: „ich muss nicht kämpfen; ich könnte es alles einfach gehen lassen”, dann hast du deine Ruhe. Aber wenn du kämpfen willst und dann kämpfst, dann ist das eine ganz andere Geschichte, als wenn du sagst: „Ich muss kämpfen”. Wenn du kämpfen musst, bist du ein Opfer. Das ist eine sehr schwache und sehr unangenehme Angelegenheit. Aber wenn du kämpfen willst – das ist eine ganz andere Energie.
Also belüge dich nicht. Du musst nie kämpfen.
Kämpfen musst du nie. Es gibt keine Situation im Leben, wo du kämpfen musst. Aber wenn du kämpfen willst, dann ist das natürlich in Ordnung und eine andere Geschichte, als wenn du sagst: „Ich muss kämpfen” – dann bist du ein Opfer. Aber wenn du kämpfen willst – das ist eine ganz andere Energie. Also belüge dich nicht. Du musst nie kämpfen.
Link to quote in video at 40m22s
Aber manchmal sagt dir dein Kopf, du musst kämpfen, obwohl du nicht willst oder obwohl du nicht kannst.
Also das ist das eine. Und wenn du kämpfen willst, dann geh dafür – dann mach's einfach, solange du Spaß daran hast.
Das Leben macht keine Fehler
Link to topic in video at 42m04s
Und das Zweite, was ich dir dazu sagen möchte, ist: das Leben weiß es besser als du. Wir sind davon überzeugt, dass das Leben besser wäre, wenn mich das Leben nicht in so eine unmögliche Situation gebracht hätte, wo ich das Gefühl habe, ich muss kämpfen.
In deiner Email beschreibst du, wie herausfordernd das für dich ist, dass du jetzt plötzlich vor Gericht ziehen musst; dass du Beweise sammeln musst; dass du dich dieser Situation aussetzen musst, obwohl du ja nichts falsch gemacht hast und du nur um dein gutes Recht kämpfen musst. Und wir sind uns sicher: hier hat das Leben einen Fehler gemacht.
Ich habe das vor einiger Zeit bei einer mir sehr nahestehenden Person erlebt, die etwas ganz Ähnliches erlebt hat. wahrscheinlich noch viel persönlicher als das, was du erlebst. Die musste nämlich vor Gericht wegen ihrer Kinder kämpfen.
Da ging es um das Wohl ihrer Kinder, und sie musste, um das sicherzustellen, dass diesen Kindern im Umgang mit anderen Menschen, die dieses Besuchsrecht hatten, ein Umgangsrecht... Sie musste vor Gericht ziehen, um als Mutter sicherzustellen, dass es diesen Kindern gut geht. Und das war für sie eine enorme Herausforderung und mit ganz viel Angst besetzt, weil es das Wohl ihrer Kinder ging.
Und sie war kein Kämpfer. Das war das Letzte, was dieser Mensch tun wollte, das Allerletzte: sich mit anderen Menschen auseinandersetzen müssen; vor Gericht gehen müssen. Das hat Jahre gedauert; Jahre ging es. Und dieser Mensch ist daran so gewachsen. Diese Situation hat die ältesten Traumata in ihr berührt, zum Vorschein gebracht, ans Licht gebracht und zur Heilung geführt.
Und heute ist sie einfach nur dankbar für die Zeit, die sie da erlebt hat. Jetzt ist sie stark und kampfbereit. Jetzt weiß sie, was sie kann; jetzt weiß sie, wozu sie fähig ist. Und dieses alte Trauma ist geheilt.
Und das ist das Wichtigste in der Situation, die du gerade erlebst. Wir sind davon überzeugt: das Leben läuft hier schief. Aber ich sage dir eines, und ich sage es dir heute, weil du natürlich, und ich verstehe das auch, jetzt gerade in der Situation bist, wo du es selbst nicht sehen kannst: alles, was das Leben dir bringt, ist gut – alles. Manchmal dauert es sehr lange, bis wir das sehen können, aber alles ist gut.
Wir sind davon überzeugt: das Leben läuft hier schief. Jetzt gerade bist du in der Situation, wo du es selbst nicht sehen kannst: alles, was das Leben dir bringt, ist gut – alles. Manchmal dauert es sehr lange, bis wir das sehen können, aber alles ist gut.
Link to quote in video at 45m07s
Ich habe neulich in dem Video einmal etwas erzählt, das möchte ich hier gerne noch mit dir teilen. Es gab einmal eine Begebenheit im Satsang mit Soham zu der Zeit, als ich in seinem Team war und in jedem Satsang die Technik gemacht habe. Und da kam ein Mann nach vorne zu Soham und hat ihm sein Leid geklagt über sein Leben und über dieses Drama, das er da erlebt, dieses Trauma und diese unmögliche Situation, und er fragt ihn: „Warum ist das passiert?
Was ist hier los? Wieso?” Und Soham schaute ihn an und sagte nur: „wärst du hier im Satsang, wenn das nicht in deinem Leben wäre?” Und dann guckte der Mann ihn ganz groß an und sagte: „Nein”. Das hat diesen Menschen zum Satsang gebracht; das hat diesen Menschen dazu gebracht, zu beginnen, nach innen zu gehen.
Das ist das einzige Bestreben deines Lebens: dich reif dafür zu machen, nach innen zu gehen; dich reif dafür zu machen, loszulassen und zu erkennen, wie das Leben wirklich funktioniert. Und dafür ist dem Leben alles recht – weil es dich so liebt. Aber, da sagte ich dir ja eben, oft können wir es nicht wirklich sehen. Aber ich mache eine Wette mit dir.
Das ist das einzige Bestreben deines Lebens: dich reif dafür zu machen, nach innen zu gehen; dich reif dafür zu machen, loszulassen und zu erkennen, wie das Leben wirklich funktioniert. Und dafür ist dem Leben alles recht – weil es dich so liebt. Aber oft können wir es nicht sehen.
Link to quote in video at 47m05s
In ein paar Jahren wirst du mir sagen: „Mikael, ich habe es dir damals nicht geglaubt; ich habe es mir nicht vorstellen können. Ich habe nur mit dem Kopf geschüttelt, als du das gesagt hast, aber heute muss ich sagen: du hattest recht.” Und ich sage das mit vollkommener Sicherheit, weil ich das Gleiche von so vielen Menschen gehört habe, im Satsang mit Soham und mit den Menschen, die mit mir kommunizieren. Das Leben ist einfach so.
Also: du musst nicht kämpfen – aber wenn du kämpfen willst, dann kämpfe. Egal, was du tust, es ist gut. Das Leben wird dich groß machen, stark machen, reif machen dadurch, durch diese Herausforderung.
Weißt du, wir wissen nicht, warum wir hier sind. Wir glauben, wir sind hier, um Urlaub zu machen. Wir glauben, wenn alles gut läuft, dann haben wir es leicht, wie ein Urlaub am Strand. Aber das ist kein Urlaub. Das hier ist ein Intensiv-Workshop, und da geht es zur Sache, damit du das, was du von diesem Workshop haben möchtest, auch wirklich bekommst: den Weg in den Himmel, die Entdeckung deiner Seele – nichts weniger als das.
Wir glauben, wir sind hier, um Urlaub zu machen. Wir glauben, wenn alles gut läuft, haben wir es leicht, wie ein Urlaub am Strand. Aber das ist kein Urlaub. Das hier ist ein Intensiv-Workshop, und da geht es zur Sache, damit du das, was du möchtest, auch wirklich bekommst: den Weg in den Himmel, die Entdeckung deiner Seele – nichts weniger als das.
Link to quote in video at 48m54s
Weißt du, als du dein letztes Leben verlassen hast und bevor du in dieses Leben gekommen bist, hast du gesagt: „Okay, ich habe es wieder vergessen. Ich war in diesem Leben und ich habe wieder vergessen, worum es geht. Im nächsten Leben passiert mir das nicht. Jetzt will ich es wissen.” Und Gott sagt: „Okay, kein Problem. Bist du dir sicher?” „Ja”, sagst du. „Okay, kein Problem. Los geht's.” Und jetzt bist du hier.
Ja. Und es ist wirklich, wirklich gut.
Danke, Doris. Ich freu mich so sehr, dass du da bist, und danke für deine Email. Und falls es nicht deine Email war, dann schreibe es doch noch kurz in den Kommentar, damit ich nicht eine andere Doris warten lasse auf eine Antwort. Vielen Dank.
Ja, Simone, da ich jetzt offensichtlich gleich auch eine Email beantwortet habe, kannst du gerne noch eine Frage vorlesen, wenn du eine hast.
[Simone:] Doris hat zurückgeschrieben: „Großartig, herzlichen Dank. Ich habe alles verstanden.”
[Dhyan Mikael:] Toll. Danke, Doris.
Sehnsucht nach wahrer Zufriedenheit
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[Simone:] Dann lese ich doch gerne eine Nachricht von Nadine vor.
[Dhyan Mikael:] Von wem?
[Simone:] Nadine.
[Dhyan Mikael:] Nadine, guten Abend. Hallo.
[Simone:] „Geliebter Mikael, was genau ist Sehnsucht? Ist es ein Streben des Körpers, ein Gefühl, wieder bekommen zu wollen, welches in Verbindung mit einem anderen Menschen erlebt wurde? Ein Suchen im Außen nach einem guten Gefühl? Gerade beim Schreiben höre ich dich in meinem Ohr sagen: daran ist nichts verkehrt. Sehnsucht kann wohl auch wieder ein Hinweis sein, mich besser wieder nach innen zu wenden, oder?”
[Dhyan Mikael:] Danke, Nadine. So schöne Fragen.
Swamiji sagte: es gibt eine Sehnsucht, die wir haben sollten, die Sehnsucht nach Befreiung, die Sehnsucht nach der Erfüllung des Zwecks dieses Lebens.
Denn das gibt uns die Orientierung: dann wissen wir, was uns wirklich wichtig ist, und dann nehmen wir dafür alles in Kauf, wenn wir wissen, warum.
Swamiji sagte: es gibt eine Sehnsucht, die wir haben sollten, die Sehnsucht nach Befreiung, die Sehnsucht nach der Erfüllung des Zwecks dieses Lebens. Denn das gibt uns die Orientierung: dann wissen wir, was uns wirklich wichtig ist, und dann nehmen wir dafür alles in Kauf, wenn wir wissen, warum.
Link to quote in video at 52m25s
Aber das ist eine Sehnsucht, die ist nicht emotional, und ich glaube, du sprichst von emotionaler Sehnsucht. Diese Sehnsucht ist eher so etwas wie: „Okay, ich weiß, warum ich hier bin, und diesmal will ich es nicht verpassen. Ich werde alles in Kauf nehmen, weil das will ich.” Das ist keine Sehnsucht, wo man auf etwas wartet oder auf etwas hofft, sondern eher eine Art Entschlossenheit, eine Gewissheit. Man weiß zwar überhaupt nichts, und doch ist da eine Sicherheit: da geht es lang; wie ein Kompass, dem man folgt. Man weiß es einfach.
Und das dann an erste Stelle zu setzen... Und das ist dann nicht so, dass man da ständig daran denkt. Es ist nicht so, dass man dann abends im Bett liegt und dieses Sehnsuchtsgefühl hat: „Ah, ich hoffe, es wird geschehen; hoffentlich finde ich das” und so. Das ist überhaupt nicht so, im Gegenteil. Das ist etwas, was man einmal spürt, und dann weiß man es, und im Grunde vergisst man es dann und denkt fast nie darüber nach, weil einfach das gesamte Leben und der gesamte innere Fokus Ausdruck dieser Ausrichtung im Leben ist.
So geht es mir. Ich könnte sagen: ich habe diese Sehnsucht nicht, nach Befreiung. Mir ist das alles völlig egal. Ich weiß, wo es langgeht, und was dann dabei passiert, das werde ich sehen. Aber das ist meine Seele, die mich in Richtung Befreiung zieht, unaufhaltsam, und der folge ich einfach. Das ist die eine Sehnsucht. Und ich finde, das Wort Sehnsucht ist da eigentlich gar nicht das richtige Wort dafür.
Das ist für mich eher eine Art Gewissheit: das ist der Weg meines Lebens, und dem folge ich einfach – komme, was wolle.
Aber du sprichst von einer Sehnsucht, die klingt nach Schmerz, nach Verlust, nach haben wollen oder wiederhaben wollen.
Und, ja, ich gebe dir recht: es macht mehr Spaß, sich einfach nach innen zu wenden.
Weißt du, es ist so... Und ich bin mir wirklich sicher, dass du diese Erfahrung schon gemacht hast in deinem Leben: wenn du das bekommst, wonach du dich so sehr gesehnt hast, dann stellst du fest, dass es nichts ist. Die Sehnsucht wurde erfüllt, aber das, was du eigentlich haben wolltest, und das war dir gar nicht so klar, nämlich Zufriedenheit, das Ende der Sehnsucht, das hat sich nicht eingestellt.
Du sehnst dich vielleicht nach einem Menschen, nach einem Mann, und irgendwann bist du dann endlich bei ihm und es ist so schön. Aber dann liegst du da nachts und spürst dich, nichts ist verkehrt, alles ist perfekt, aber irgendwie ist es nicht das, was du eigentlich wolltest.
Und dann kommt die nächste Sehnsucht.
Aber wenn wir uns nach innen wenden...
Es ist nicht so, dass wir da irgendetwas bekommen, was wir haben wollen. Wir werden da einfach zufrieden.
Wenn du das bekommst, wonach du dich so sehr gesehnt hast, dann stellst du fest, dass es nichts ist. Die Sehnsucht wurde erfüllt, aber Zufriedenheit, das Ende der Sehnsucht, hat sich nicht eingestellt. Aber wenn wir uns nach innen wenden... Es ist nicht so, dass wir da irgendetwas bekommen, was wir haben wollen. Wir werden da einfach zufrieden.
Link to quote in video at 56m17s
Da draußen finden wir alles Mögliche – Ekstase, schöne Gefühle, Schmerz, Erfolg, Scheitern –, aber nie Zufriedenheit. Ich spreche von einer Zufriedenheit, die bleibt: etwas, was du erlangst, und das ist es dann – dann bist du für immer zufrieden. Das gibt es dort draußen nicht. Aber wenn du dich nach innen wendest...
Immer, wenn du dich nach innen wendest, egal wie du dich fühlst, egal wie die Lebensumstände sind: du wendest dich nach innen, und da findest du immer das Gleiche. Ich spreche von dem Innen, was jenseits des Verstandes ist, jenseits der Gedanken, jenseits der Wünsche, jenseits des Körpers. Wenn du da ruhst, dann bist du einfach zufrieden. Du hast nichts bekommen, es ist nichts geschehen, aber bist du einfach zufrieden – weil du dir selbst nahe bist. Du bist zu Hause.
Da draußen finden wir alles Mögliche – Ekstase, schöne Gefühle, Schmerz, Erfolg, Scheitern –, aber nie Zufriedenheit, die bleibt. Aber wenn du dich nach innen wendest und da ruhst, bist du einfach zufrieden. Du hast nichts bekommen, es ist nichts geschehen, aber du bist einfach zufrieden – weil du dir selbst nahe bist. Du bist zu Hause.
Link to quote in video at 57m59s
Ja.
Also, das ist eine wirklich schöne Beobachtung von dir, und deswegen freue ich mich über deinen Beitrag, über deine Frage. Wenn du Sehnsucht spürst, dann weißt du, was sie dir sagen will: „Hallo! Komm zurück.” Und du weißt, wo du Zufriedenheit findest. Du weißt es.
Und weißt du, es ist so... Das ist nichts, was wir einmal wissen, und dann ist gut. Es ist nicht so, dass wir einmal begreifen: „Ach, da ist es! Dann brauche ich ja gar nicht mehr da draußen in der Welt suchen.” Wir haben diese Momente, wir haben dieses Erleben, dieses Erkennen: „Ah, so ist es!” Aber trotzdem gehen wir immer wieder zurück, immer wieder, immer wieder.
Jahrelang, jahrzehntelang erwischen wir uns immer wieder dabei, doch wieder irgendwie da draußen zu hoffen und zu suchen, aber es wird immer schwächer, es wird immer weniger, und irgendwann kommst du an den Punkt, wo du das zwar noch tust, aber wo du eigentlich nur noch über dich selbst schmunzeln kannst, weil du ganz genau weißt, dass es zu nichts führt. Du weißt genau, was passieren wird. Aber es passiert halt trotzdem immer noch, bis dann auch das irgendwann einmal einfach aufhört.
Du weißt, wo du Zufriedenheit findest, und trotzdem erwischen wir uns immer wieder dabei, doch wieder irgendwie da draußen zu hoffen und zu suchen. Aber es wird immer schwächer, es wird immer weniger, und irgendwann kommst du an den Punkt, wo du das zwar noch tust, aber eigentlich nur noch über dich selbst schmunzeln kannst.
Link to quote in video at 59m42s
Meditiere jeden Tag. Und jedes Mal, wenn du meditierst, erlebst du für ein paar Sekunden – oder vielleicht sogar für ein paar Minuten, wer weiß – Zufriedenheit. Jeden Tag, wenn du meditierst, erlebst du wieder ganz kurz, wo du zu Hause bist. Mehr ist nicht notwendig. Und dann wird ganz allmählich diese Sehnsucht, die uns da hinaus zieht, schwächer; diese tief sitzende Überzeugung, dass da draußen irgendetwas ist, was mir wirklich etwas geben würde. Die wird dann ganz, ganz, ganz langsam schwächer – aber sei geduldig mit dir selbst.
Meditiere jeden Tag. Und jedes Mal, wenn du meditierst, erlebst du für ein paar Sekunden oder Minuten Zufriedenheit. Jeden Tag, wenn du meditierst, erlebst du, wo du zu Hause bist. Mehr ist nicht notwendig. Dann wird diese Sehnsucht, die uns da hinaus zieht, schwächer – aber sei geduldig mit dir selbst.
Link to quote in video at 1h01m04s
Wir haben in diesem Leben viel Jahrzehnte lang und in allen Leben davor geübt, hartnäckig da draußen unser Glück zu vermuten, und jetzt dauert es halt eine Weile, bis wir uns etwas Neues angewöhnen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit. Wenn man jeden Tag meditiert, ist es wirklich nur eine Frage der Zeit. Das erlebe ich in meinem Leben. Es ist wirklich spannend, das mit anzusehen, wie das ganz allmählich einfach seinen Gang geht, ohne dass ich irgendetwas tue, außer einfach jeden Tag ein bisserl zu meditieren, die halbe Stunde. Danke, Nadine. Wie schön, dass du da bist.
Ohne Kampf ist da kein 'ich'
Link to topic in video at 1h02m57s
Simone, ich schaue einmal, ob ich noch eine Email habe, die ich vorlesen mag.
„Immer und immer wieder verliere ich mich in der Illusion. Das ist unendlich schmerzhaft. Mit allem, was das Leben präsentiert, bin ich im Widerstand. Das 'ich' will alles anders haben. Es ist eine sehr herausfordernde Zeit.” Ja, genau so ist es. Das 'ich' will alles anders haben – egal wie, Hauptsache anders, nur nicht so, wie es ist. Und sobald du 'ja' sagst dazu, wie es ist, ist es ein Ego-Killer.
Es ist wirklich so: wenn du radikal mit allem einverstanden bist, wie es ist, wenn du nicht kämpfst, dann gibt es dich gar nicht.
Dann ist da einfach dieser Körper, der durchs Leben getragen wird, der bestimmte Sachen macht oder auch nicht, je nachdem, wie die Energie da ist, aber da ist kein 'ich' mit irgendwelchen Präferenzen und irgendwelchen Dingen, für die man kämpfen muss.
Das 'ich' will alles anders haben – egal wie, nur nicht so, wie es ist. Und sobald du 'ja' sagst dazu, wie es ist, ist es ein Ego-Killer. Wenn du nicht kämpfst, dann gibt es dich gar nicht. Dann ist da einfach dieser Körper, der durchs Leben getragen wird und bestimmte Sachen macht, aber da ist kein 'ich' mit Präferenzen und Dingen, für die man kämpfen muss.
Link to quote in video at 1h03m56s
Und das Leben ist wirklich sehr, sehr hilfreich. Es geht ganz leicht, weißt du? Wenn du kämpfst, tut es wirklich weh.
Wenn du nicht kämpfst und 'ja' sagst, ist es einfach und leicht, und man ist glücklich. Und dann kämpfst du wieder, und dann tut es verdammt weh.
Und ganz gleich wie hirnverbrannt wir sind, ganz gleich wie dumm wir sind, ganz gleich wie verbohrt wir sind: irgendwann dämmert es uns: „Ah, es macht mehr Spaß, 'ja' zu sagen.” Und bis wir das gelernt haben, ist das Leben geduldig mit uns und schubst uns ganz langsam in die richtige Richtung.
Das Leben ist sehr hilfreich. Wenn du kämpfst, tut es weh. Wenn du 'ja' sagst, ist es einfach und leicht, und man ist glücklich. Dann kämpfst du wieder und es tut weh. Und ganz gleich wie dumm wir sind, irgendwann dämmert es uns: „es macht mehr Spaß, 'ja' zu sagen.” Und bis wir das gelernt haben, ist das Leben geduldig mit uns.
Link to quote in video at 1h04m57s
Und da gibt es ein Trick. Wenn du den Schmerz annimmst... Weißt du, du kämpfst gegen das Leben, und dann hast du Schmerz. Aber natürlich kämpfst du auch gegen den Schmerz, den willst du auch nicht haben – schon klar. Aber wenn du die Gefühle einlädst, dann geht dieses Lernen schneller; dann kommst du aus dieser Hölle schneller heraus. Deswegen ist das so hilfreich. Wenn du merkst, wie weh das tut und wenn du zwar nicht zum Leben 'ja 'sagen kannst, aber wenigstens zu diesem Schmerz, der so nah an dir dran ist...
Du brauchst mit dem nichts machen: einfach da sein lassen, einfach fühlen – dann hilft es dir dabei, schneller zu lernen. Das Lernen geschieht von selbst, das kann man nicht machen. Aber je mehr du erlebst, wie du bist, je mehr du erlebst, wie es für dich ist, das Kämpfen, der Schmerz, desto schneller lernen wir. Es ist gar nicht kompliziert. Sei einfach da, wo du bist, und erlebe das, so gut du kannst. Und dann dauert es nicht lang.
Wenn du kämpfst, ohne zu kämpfen
Link to topic in video at 1h07m22s
Ich möchte gerne noch eine Bemerkung machen zum Kämpfen, weil vorhin Doris zum Kämpfen was fragte. Weißt du, es ist so: wenn ich von „nicht kämpfen” rede, dann rede ich immer von etwas Innerem. Jesus sprach auch immer vom Inneren. Was dann im Außen, in der Welt, in deinem äußeren Leben, daraus passiert, ist eine völlig andere Geschichte. Wenn ich sage, „kämpfe nicht; sage zu allem 'ja'”, dann heißt das nicht, dass du nicht vor Gericht ziehen kannst. Das heißt: kämpfe nicht gegen dich selbst.
Wenn ich von „nicht kämpfen” rede, dann rede ich immer von etwas Innerem. Was daraus im Außen, in der Welt, in deinem äußeren Leben, passiert, ist eine andere Geschichte. Wenn ich sage, „kämpfe nicht; sage zu allem 'ja'”, dann heißt das nicht, dass du nicht vor Gericht ziehen kannst. Das heißt: kämpfe nicht gegen dich selbst.
Link to quote in video at 1h07m26s
Kämpfe nicht gegen das, was ist. Und, Doris, wenn du dich in dieser Situation mit diesem Gerichtsverfahren wiederfindest und du merkst, „ich kann nicht kämpfen, ich will nicht kämpfen, ich habe damit überhaupt nichts zu tun”, dann 'ja 'zu sagen heißt... Wenn du dann nicht gegen dich kämpfst, heißt das: dann kämpfst du auch da im Außen nicht. Du hast einfach dafür keine Energie. Du willst nicht. Und dann bist du dir treu, und dann kämpfst du nicht.
Aber es kann auch sein, dass du merkst: wow... Das bringt die Löwin in dir zum Vorschein. Du sagst: „Das lasse ich mir nicht gefallen. Ich weiß zwar überhaupt nicht, wie das geht, aber denen zeige ich's.” Dann heißt „nicht kämpfen”, dass du kämpfst. Dann heißt nicht gegen dich kämpfen, nicht gegen deine Energie kämpfen... Nicht gegen das kämpfen, was ist, heißt dann, diese Energie da sein zu lassen – und die erledigt dann die ganze Arbeit.
Dann heißt „nicht kämpfen”, dass du kämpfst. Dann heißt nicht gegen dich kämpfen, nicht gegen deine Energie kämpfen... Nicht gegen das kämpfen, was ist, heißt dann, diese Energie da sein zu lassen – und die erledigt dann die ganze Arbeit.
Link to quote in video at 1h08m53s
So wie bei der Frau, von der ich vorhin sprach, die für ihre Kinder vor Gericht gekämpft hat. Eigentlich war Kämpfen das Letzte, was sie wollte, aber sie hatte keine Wahl. Sie hatte so eine Mutterenergie; es war so klar: lieber würde sie sich von Löwen zerreißen lassen, als zuzulassen, dass diesen Kindern etwas geschieht, was nicht gut für sie ist, und es war völlig klar für sie: sie muss das machen; sie will das machen. Und dann hat sie das Unmögliche gelernt, was sie früher nie konnte. Und das heißt: sich treu sein. Und dann ist es, als würdest du kämpfen, aber das bist nicht du, die kämpft.
Du bist einfach deiner Energie treu. Du bist der Situation treu, in die dich das Leben gesetzt hat, und diese Situation ruft nach Kampf im Außen, und dann kämpfst du einfach mit. Da gibt es überhaupt keinen Widerspruch. Deswegen gibt es auch in diesen alten religiösen Schriften immer wieder diese Beispiele von Kriegern, die in den Krieg ziehen und auch so richtig heftige Sachen machen, aber es sind nicht sie, die das tun. Es geschieht. Es gehört einfach dazu. Es geschieht durch sie durch. Es ist nicht, weil dieser Protagonist der Alten Sage jetzt unbedingt etwas erreichen will. Nein.
Und das heißt: sich treu sein. Und dann ist es, als würdest du kämpfen, aber das bist nicht du, die kämpft. Du bist einfach deiner Energie treu. Du bist der Situation treu, in die dich das Leben gesetzt hat, und diese Situation ruft nach Kampf im Außen, und dann kämpfst du einfach mit.
Link to quote in video at 1h09m56s
Er schwimmt einfach mit der Energie, mit dem Leben, mit. Auch bei Hermann Hesse gibt es eine schöne Geschichte. Hermann Hesse ist auch so ein Glücksfall, so ein lebendiger Jesus gewesen. Da gibt es diese eine Geschichte – ich meine, es war Demian, ich bin mir nicht ganz sicher –, wo dieser junge Mann diesen älteren Mentor hat, wie ein Guru: der lebt so; der lebt im Einklang mit sich selbst – und der zieht in den Krieg. Die Geschichte spielt Anfang des letzten Jahrhunderts.
Wahrscheinlich hat Hermann Hesse die Geschichte in die Zeit des Ersten Weltkrieges gesetzt, nehme ich einmal an; ich weiß es nicht genau. Und dann kam die Zeit, wo dieser Guru-Junge als Offizier eingezogen wurde zur Armee und an die Front ging, und er hat sich nicht dagegen gesträubt. Das war das, was das Leben verlangt hat. Das ist das, was das Leben arrangiert hat. Und dann ist er an die Front gegangen und hat gekämpft – aber er hat nicht gekämpft. Er war in Frieden.
Er war einfach da, wo er ist, und wollte nichts und war zu allen bereit. Und so ist es in deinem Leben auch. Wenn das Leben dich in eine Kampfsituation bringt, ja gut, dann kämpfst du halt – aber das ist nicht das Kämpfen, wovon ich spreche. Wenn ich sage, „kämpfe nicht, akzeptiere”, dann rede ich von dem, wie es in dir ist, und davon, wie das Leben dein Leben arrangiert – und dazu einfach 'ja' sagen, und sehen, was passiert.
Wenn das Leben dich in eine Kampfsituation bringt, ja gut, dann kämpfst du halt – aber das ist nicht das Kämpfen, wovon ich spreche. Wenn ich sage, „kämpfe nicht, akzeptiere”, dann rede ich von dem, wie es in dir ist, und davon, wie das Leben dein Leben arrangiert – und dazu einfach 'ja' sagen, und sehen, was passiert.
Link to quote in video at 1h12m12s
Ja. Simone, magst du noch einmal?
[Simone:] Ja, ich habe noch zwei Fragen.
[Dhyan Mikael:] Oh, wie schön. Gerne.
Das Leben wird es dir verraten
Link to topic in video at 1h13m02s
[Simone:] Ich möchte noch kurz von Doris vorlesen: „Doch, ich glaube dir. Du hast recht. Ja, ich will.”
[Dhyan Mikael:] Ja, ich weiß – ich weiß, dass du willst, klar. Ja, und daran ist auch nichts verkehrt. Weißt du, ich bin so froh für diese wunderbaren Fragen, weil wir solche Vorstellungen haben, wie das Leben da draußen aussähe, wenn ich spirituell wäre. Aber das wissen wir nicht. Wir wissen nichts darüber, wie das Leben da draußen aussieht.
Das Leben wird es dir verraten. Für den einen bedeutet es ein friedliches Leben, für den anderen bedeutet es Kampf und Krieg – aber man ist in Frieden. Man hat damit nichts zu tun. Das Leben sagt dir, was jetzt dran ist, und das tust du. Bei Jesus war es die Kreuzigung. Jesus wusste genau: „Ah, das ist das, was jetzt kommt.” Das Leben ruft danach. Es war eindeutig, und da hat er halt mitgemacht.
Glücklicherweise gehört Kreuzigung jetzt nicht mehr zum Repertoire unseres Lebens, da brauchen wir uns keine Sorgen machen. Aber ich erzähle das, weil wir nicht wissen, was es bedeutet, ein spirituelles Leben zu führen, was das praktische Leben anbelangt. Das bestimmt das Leben. Und in deinem Fall ist es eindeutig: das Leben will, dass du jetzt ein Abenteuer vor Gericht hast, und dann machst du einfach mit. Ich wünsche dir viel Spaß dabei.
Wir haben Vorstellungen, wie das Leben aussähe, wenn ich spirituell wäre. Aber das wissen wir nicht. Das Leben wird es dir verraten. Für den einen bedeutet es ein friedliches Leben, für den anderen bedeutet es Kampf und Krieg – aber man ist in Frieden. Man hat damit nichts zu tun. Was das praktische Leben anbelangt – das bestimmt das Leben.
Link to quote in video at 1h13m15s
Meditation – Zeit ohne Verantwortung
Link to topic in video at 1h14m48s
[Simone:] Dann lese ich jetzt die Frage vor von Merle.
[Dhyan Mikael:] Merle, guten Abend. Ich freu mich, dass du hier im Satsang bist.
[Simone:] „Lieber Mikael, ich habe viele Ängste und bin ständig traurig und fühle mich einsam. Ich habe eine Frage zum Meditieren. Während ich meditiere, kommen Ängste und Traurigkeit und Körperempfinden wie Unruhen auf. Wie gehe ich denn damit um? Fühle ich alles, oder was kann ich dann tun?”
[Dhyan Mikael:] Oh, danke, Merle.
Die Zeit der Samarpan-Meditation, diese halbe Stunde ist die Zeit, wo du all diese Dinge vergessen kannst.
Und mach dir keine Sorgen – die warten auf dich. Es ist nicht so, dass du da etwas Schlechtes tust und irgendetwas Wichtiges ignorierst. Die Ängste, die Gefühle, alles, was deine Aufmerksamkeit noch braucht, das wartet auf dich. Aber in dieser halben Stunde kannst du vergessen, wer du bist. Du kannst deine Vergangenheit vergessen, du kannst dein Leben vergessen, und du wendest dich nach innen an eine Stelle, die mit all dem überhaupt nichts zu tun hat.
Und wenn du diese halbe Stunde gut nutzt, so gut du eben kannst, dann gibt dir das ein Fundament und die Kraft dafür, danach wieder mit diesen Dingen ein kleines bisschen besser umzugehen als vorher. Und so wird es jeden Tag ein ganz kleines bisschen leichter.
Die Samarpan-Meditation ist die Zeit, wo du all diese Dinge vergessen kannst – wer du bist, deine Vergangenheit, dein Leben –, und du wendest dich nach innen an eine Stelle, die mit all dem nichts zu tun hat. Das gibt dir die Kraft, danach mit diesen Dingen ein bisschen besser umzugehen, und so wird es jeden Tag ein ganz kleines bisschen leichter.
Link to quote in video at 1h15m25s
Ich hatte neulich, ich weiß nicht, vor einer Woche oder vor fünf Tagen, eine ganz erstaunliche Erfahrung in der Meditation: ich habe mich vergessen. Ich habe gemerkt, wie ich eine Sache über mich nach der anderen vergessen habe. Ich habe vergessen, dass ich Videos mache. Ich habe vergessen, wie ich heiße. Ich habe vergessen, was für einen Beruf ich habe. Ich habe vergessen, wo ich wohne. Immer mehr habe ich einfach vergessen – und dann habe ich einfach meditiert. Das war wow.
Und so können wir meditieren: vergiss dich. Ich glaube, darüber muss ich demnächst einmal ein Video machen.
Ich hatte neulich eine erstaunliche Erfahrung in der Meditation: ich habe mich vergessen; vergessen, dass ich Videos mache, wie ich heiße, was für einen Beruf ich habe, wo ich wohne. Immer mehr habe ich einfach vergessen – und dann habe ich einfach meditiert. Das war wow. Und so können wir meditieren: vergiss dich.
Link to quote in video at 1h16m43s
In dieser halben Stunde hast du keinerlei Verantwortung – auch nicht deinen Gefühlen gegenüber, auch nicht deinem Körper gegenüber: den kannst du völlig vergessen, ganz gleich, wie der da hockt für die halbe Stunde; der kommt schon irgendwie zurecht, dieser Körper.
Da kannst du dich einfach nach innen wenden und da ruhen, alles andere sein lassen und vergessen, und einfach hier ruhen. Ich rede nicht davon, in irgendeine angenehme Fantasie abzuheben, den Schmerz oder die unangenehmen Gefühle zu vergessen, und stattdessen eine schöne Vorstellung zu gehen. Das meine ich nicht. Ich meine, dahin zu gehen, wo keine Gedanken sind, keine Vorstellungen.
In dieser halben Stunde hast du keinerlei Verantwortung – auch nicht deinen Gefühlen oder deinem Körper gegenüber. Du kannst dich nach innen wenden, alles andere vergessen und einfach hier ruhen. Ich rede nicht davon, in irgendeine Fantasie abzuheben. Ich meine, dahin zu gehen, wo keine Gedanken sind, keine Vorstellungen.
Link to quote in video at 1h17m36s
Dieser körperliche Punkt, dieser Parkplatz hier, das ist für mich wie ein Parkplatz für meine Aufmerksamkeit. Wenn ich dort ruhe während der Meditation, da kann ich ausruhen. Da kannst du Kraft schöpfen. Da kannst du dich erholen.
Wenn du da oben bist, da können deine Gedanken nicht hin. Da können auch deine Gefühle nicht hin. Da kann dir keiner was. Wir fallen mit unserer Aufmerksamkeit da immer wieder heraus, und dann sind wir ein Stockwerk tiefer und denken, oder wir sind noch tiefer und sind im Körper und fühlen, was der Körper so treibt und was unsere Gefühle so machen. Aber du kannst dann immer wieder zurückkehren, und dann bist du all diesen Dingen enthoben.
Das ist eine ganz interessante Erfahrung.
Es ist dann, als würdest du erleben, dass das Leben in Wirklichkeit einfach ist. Und wie gesagt: das gibt dir dann ein neues Fundament, eine neue Art Kraft, die du im Moment noch gar nicht kennst. Und dann kommst du mit den Sachen, die das praktische Leben dir auftischt, viel besser zurecht.
Danke Merle.
Ein Bleiberecht für den Schmerz
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Du hattest noch eine Frage?
[Simone:] Ja, die lese ich auch gerne vor. Sie ist von Ruth.
[Dhyan Mikael:] Hallo Ruth, guten Abend.
[Simone:] „Da ist einfach so viel Schmerz in mir. Ich kann mich anderen Menschen nicht mehr so zeigen, so öffnen, wie früher, und verbringe mein Leben weitgehend alleine. Ich bin so voller Sehnsucht einerseits, so voller Angst, so verletzt andererseits. Es ist fast wie ein Heimweh. Der Schmerz will einfach irgendwie durchgeführt werden. Stimmt's? Liebe, anonyme Grüße.”
[Dhyan Mikael:] Hallo Ruth, danke. Ja, es stimmt. Ich weiß nicht, wie alt du bist, aber irgendwann kommen wir an den Punkt im Leben, wo wir wissen, dass all das Teilen, all das Erzählen, all das Miteinander nichts bringt.
Irgendwann dämmert es uns: „Ich muss es selbst tun.” Unser Leben lang nehmen wir unseren Schmerz und unsere Geschichten und unsere Ängste und tragen sie zu unseren Freunden und in die Welt. Aber sie verändern sich da nicht.
Und irgendwann, wenn wir selbst stark geworden sind, uns diesen Dingen, die da in uns geduldig warten, anzunehmen, dann kommt die Zeit, in der du jetzt bist. Dann merkst du: „Okay – das ist meine Aufgabe.” Und im Grunde ist es gar nicht schwierig, weißt du. Es ist überhaupt nicht kompliziert. Du musst mit diesen alten Dingen, mit diesen Gefühlen, mit diesen Schmerzen, nicht wirklich irgendetwas tun.
Selbst zu sagen, „man muss es durchfühlen”, ist eigentlich schon zu viel gesagt: einfach da sein lassen, einfach dem Schmerz ein 'Wohnrecht' geben in dir: „Ja, okay, du darfst da sein. Keine Sorge, ich wollte dich immer loswerden, aber die Zeiten sind vorbei. Sei einfach da.” Mehr brauchst du damit nicht machen.
Irgendwann kommen wir an den Punkt im Leben, wo wir wissen, dass all das Teilen, Erzählen und Miteinander nichts bringt. Unser Leben lang nehmen wir unseren Schmerz, unsere Geschichten und Ängste und tragen sie zu unseren Freunden. Wenn wir stark genug geworden sind, um uns diesen Dingen zuzuwenden, merkst du: das ist meine Aufgabe.
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Du brauchst ihn jetzt nicht analysieren und ihn ständig angucken. Es reicht, wenn du aufhörst, gegen ihn zu kämpfen und ihn einfach da sein lässt. Und dann, wenn er so ganz gemütlich neben dir sitzen darf, das reicht ihm, und irgendwann ist er weg.
Du musst mit diesen alten Gefühlen und Schmerzen nichts tun. Selbst zu sagen, „man muss es durchfühlen”, ist schon zu viel gesagt: einfach dem Schmerz ein 'Wohnrecht' geben in dir: „ich wollte dich immer loswerden, aber die Zeiten sind vorbei. Sei einfach da.” Du brauchst ihn nicht analysieren. Es reicht, wenn du aufhörst, gegen ihn zu kämpfen.
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Aber das ist ein Wendepunkt. Du merkst: „Ah, okay, ich kann das Zeug nicht loswerden. Jetzt lasse ich es da sein.” Und deswegen hilft die Samarpan-Meditation dir dabei so sehr, weil sie dich selbst stark macht. Weißt du, früher waren wir wie kleine Kinder, die selbst überhaupt keine Kraft haben, und dann kommen diese Gefühle an, und wir sind völlig hilflos. Wir können selbst kaum auf unseren Beinen stehen, und dann kommen diese Gefühle und wollen etwas von uns, und wir sind einfach völlig überfordert.
Aber wenn du die Meditation machst, dann wirst du in dir kräftig. Es ist, als würden dir kräftige Beine wachsen, die bis auf den Boden reichen. Du stehst fest in dir. Und wenn dann diese Gefühle ankommen, die ja ganz natürlich sind und die schon lange warten, dann kannst du einfach da sein und es ist kein Problem mehr.
Früher waren wir wie kleine Kinder, und dann kommen diese Gefühle, und wir sind völlig überfordert. Aber wenn du die Meditation machst, wirst du in dir kräftig. Du stehst fest in dir. Und wenn dann diese Gefühle ankommen, die ja ganz natürlich sind und die schon lange warten, dann kannst du einfach da sein und es ist kein Problem mehr.
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Und deswegen ist es auch natürlich, dass man in dieser Lebensphase immer weniger mit den Mitmenschen anfangen kann, weil einfach jetzt etwas anderes dran ist. Jetzt bist du dran.
Ja, da gibt es einiges in dir, was schon lange auf diese Zeit wartet, und das ist jetzt einfach die Zeit dafür.
Deswegen ist es auch natürlich, dass man in dieser Lebensphase immer weniger mit den Mitmenschen anfangen kann, weil einfach jetzt etwas anderes dran ist. Jetzt bist du dran. Ja, da gibt es einiges in dir, was schon lange auf diese Zeit wartet, und das ist jetzt einfach die Zeit dafür.
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Und meine persönliche Erfahrung in diesem Leben ist: wenn man dann mit diesen Dingen, die so lange warten, die man immer loswerden wollte, wenn man mit denen dann irgendwann einmal seinen Frieden gemacht hat, nach ein paar Jahren oder ein paar Jahrzehnten, dann kann man auch anderen Menschen wieder begegnen, aber auf eine ganz neue Weise – weil man sie dann nicht mehr braucht. Man braucht sie nicht als emotionale Erleichterung, man braucht sie nicht als Rettungsanker oder als emotionale Müllkippe, weil man mit den eigenen Sachen nicht zurechtkommt...
Dann braucht man das nicht mehr. Man ist frei. Ja, man hat immer noch Schmerzen und Gefühle, aber die dürfen einfach da sein; die müssen nicht verschwinden. Und dann kann man anderen Menschen ganz anders begegnen. Aber es wird nie so wie früher, weil man dann wirklich wählerisch wird; weil man die anderen nicht mehr braucht. Dann tut man nur noch, was man wirklich genießen kann. Und, wie gesagt, da wird man sehr, sehr wählerisch. Das ist meine Erfahrung.
Wenn man dann mit diesen Dingen, die so lange warten, die man immer loswerden wollte, seinen Frieden gemacht hat, nach ein paar Jahren oder Jahrzehnten, kann man auch anderen Menschen wieder begegnen, aber auf eine ganz neue Weise – weil man sie nicht mehr als Rettungsanker oder emotionale Müllkippe braucht. Man ist frei.
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Also, genieße die Zeit, die gerade bei dir anbricht. Wende dich nach innen. Nutze die Zeit, die Gelegenheit, den Raum, den du hast, um nach innen zu gehen, und da wird alles geschehen, was für dich wichtig und gut ist. Danke, Ruth. Ich freue mich total, dass du hier bist. Ich bin sehr, sehr berührt. Danke.
Jeden Tag meditieren – egal wie, egal wo
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Es ist ungerecht, aber es ist fast 9 Uhr. Eine ganz kurze E-Mail-Frage möchte ich noch vorlesen.
„Leider lasse ich immer noch ab und zu einen Tag aus bei der Meditation. Ich schaffe es noch nicht, eine Meditationsroutine am Morgen zu finden. Die räumlichen Umstände hier im Heimatland meines Partners sind etwas beengt, und ich kann immer noch nicht richtig bei mir bleiben. Meine Aufmerksamkeit ist zu oft bei meinem Partner.
Die Lösung liegt tatsächlich in der Sturheit, von der du sprichst: stur am Morgen meine Meditation zu machen. Und vielleicht ist es besser, sie im Schlafzimmer zu machen, während mein Partner schläft, als sie gar nicht zu tun.” Danke. Danke für diese Email und diese... Eine Frage hast du ja eigentlich nicht. Du hast sie ja selbst beantwortet.
Aber ich möchte dir gerne noch zwei Dinge dazu sagen. Es ist wirklich genauso, wie du das sagst. Wenn man in einer Partnerschaft lebt, ist die allergrößte Herausforderung die, in der eigenen Energie zu bleiben. Wenn du alleine bist und wenn der Partner überhaupt nicht da ist, wenn der mal zwei Wochen in Urlaub ist oder du ganz woanders, dann ist es ganz leicht, zu spüren, was dir wichtig ist und was jetzt dran ist.
Aber wenn man gemeinsam den Alltag teilt und die Wohnung teilt und sich ständig tagsüber über den Weg läuft, dann ist es erstaunlich schwierig. Es ist, als würde man verschmelzen und es gibt mich nicht mehr, sondern nur noch dieses 'uns' und das ist ein ganz komisches, verwaschenes Konglomerat an Energien.
Und das ist keine gute Sache.
Wenn man in einer Partnerschaft lebt, ist die größte Herausforderung die, in der eigenen Energie zu bleiben. Wenn man den Alltag teilt, ist das erstaunlich schwierig. Es ist, als würde man verschmelzen und es gibt mich nicht mehr, sondern nur noch dieses 'uns' und das ist ein verwaschenes Konglomerat an Energien. Und das ist keine gute Sache.
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Es macht viel mehr Spaß und man kann viel besser zusammen sein, wenn jeder es schafft, in der eigenen Energie zu bleiben. Dann begegnen sich da zwei Menschen. Das ist interessant, das ist bereichernd, aber das ist eine Herausforderung – auch für mich. Ich lebe ja hier auch unter einem Dach mit meiner Partnerin und ihren Kindern.
Und es ist für mich eine große Herausforderung, jeden Tag, ganz selbstverständlich in meiner Energie zu bleiben, in meiner Selbstverständlichkeit, in dem, was mir wichtig ist, ganz gleich, was sie denkt. Das hat es wirklich in sich. Aber diese Herausforderung ist gut, denn wegen dieser Herausforderung lernst du, diese innere Kraft zu entwickeln. Das ist ein wirklich gutes Trainingsfeld.
Ich lebe unter einem Dach mit meiner Partnerin und ihren Kindern, und es ist für mich eine Herausforderung, jeden Tag in meiner Energie zu bleiben, in meiner Selbstverständlichkeit, ganz gleich, was sie denkt. Das hat es wirklich in sich. Aber diese Herausforderung ist gut, denn du lernst, diese innere Kraft zu entwickeln. Das ist ein gutes Trainingsfeld.
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Sei einfach stur. Sei stur 'du', egal, was er davon hält. Ja, ich weiß – das hat es in sich, auch für mich.
Die meisten Menschen denken, Partnerschaft wäre dazu da, dich glücklich zu machen, aber das stimmt nicht. Partnerschaft ist dazu da, dich in Schwierigkeiten zu bringen, und dann lernst du, stark zu werden. Dann lernst du, du selbst zu sein. Es gibt nichts Besseres als Partnerschaft, dich dazu zu zwingen. Ja. Und auch das Zweite, was du angesprochen hast, kann ich nur voll und ganz zustimmen. Ja, es ist besser, die Meditation im Schlafzimmer zu machen, während dort dein Partner schläft, als gar nicht.
Das einzig Wichtige ist, dass du meditierst – wie, wo, wann ist nebensächlich. Ja, es ist besser und schöner, wenn du alleine mit viel Platz um dich herum meditieren kannst, aber hey: wenn das nicht geht, meditiere im Schlafzimmer neben ihm. Diese Sturheit.... Ich mache das so: egal, wo ich bin, ich meditiere. Ich war vor einem halben Jahr einmal mit meiner Partnerin unterwegs. Wir waren irgendwo in einem einfachen Hotel, dünne Wände, über uns, unter uns, neben uns, andere Gäste, meine Partnerin im selben Raum.
Da habe ich meditiert. Das war eine völlig andere Meditationserfahrung als sonst – aber es war gut. Es zwingt mich dazu, noch mehr 'hier' zu sein. Es ist also gar kein Problem. Ja: das einzige Wichtige ist, dass du meditierst. Ob du auf dem Kopf stehst beim Meditieren, egal was du tust – Hauptsache du meditierst. Und wenn du es alleine machen kannst, ist es natürlich schön, aber das ist Luxus. Danke. Danke, dass du geschrieben hast, und danke für deine Geduld.
Sei stur 'du', egal, was er davon hält. Ja, das hat es in sich. Die meisten denken, Partnerschaft wäre dazu da, dich glücklich zu machen, aber das stimmt nicht. Partnerschaft ist dazu da, dich in Schwierigkeiten zu bringen, und dann lernst du, stark zu werden und du selbst zu sein. Es gibt nichts Besseres als Partnerschaft, dich dazu zu zwingen.
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Ja, Simone, haben wir bei dir alle Fragen beantwortet?
[Simone:] Nein, ich habe noch zwei neue reinbekommen.
[Dhyan Mikael:] Was machen wir denn jetzt? Komm, wir machen die doch schnell.
Die Zufriedenheit ist immer da
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[Simone:] Ja. Die erste kommt schon einer Person, die sich 'Natur nennt'. Hallo Natur.
[Dhyan Mikael:] Hallo Natur. Schöner Name...
[Simone:] Die grundlegende Zufriedenheit ist doch immer da und auf eine Art auch erlebbar. Sogar mit inneren Kämpfen und Gedankenfolgen, mit haben wollen und ablehnen muss es nicht anders sein, oder? Danke für dieses kostbare Hinweisen auf diese grundlegende Zufriedenheit.”
[Dhyan Mikael:] Ja, die ist immer da. Du hast recht: die ist immer da und sie geht nie weg, und sobald wir uns ihr zuwenden, ist sie da. Wir müssen nicht auf sie warten, wir müssen sie nicht erhoffen, wir müssen nicht darum bitten, wir müssen nur in die richtige Richtung schauen, und dann ist sie da. Genauso ist es. Deswegen ist es so einfach. Deswegen sagte Jesus: der Himmel ist zum Greifen nah – so nah; immer da. Danke.
Diese Zufriedenheit ist immer da. Sie geht nie weg, und sobald wir uns ihr zuwenden, ist sie da. Wir müssen nicht auf sie warten, sie nicht erhoffen, nicht darum bitten. Wir müssen nur in die richtige Richtung schauen, und dann ist sie da. Deswegen ist es so einfach. Deswegen sagte Jesus: der Himmel ist zum Greifen nah – so nah; immer da.
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Befreiung vom Weg der Seele
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[Simone:] Und dann gibt es noch eine Frage von Ornella.
[Dhyan Mikael:] Ornella, guten Abend. Hallo.
[Simone:] „Lieber Mikael, was bedeutet denn eigentlich Befreiung? Befreiung wovon?”
[Dhyan Mikael:] Ja, das ist eine gute Frage. Wenn du das nicht weißt, mach dir keine Gedanken darüber. Es spielt überhaupt keine Rolle. Wenn Swamiji darüber spricht... Er erzählt den Weg der Seele und weswegen wir auf die Erde kommen, und erst während du im Körper bist, beginnst du zu erkennen, dass du nicht der Körper bist, sondern das, was diesen Körper belebt: die Seele. Du beginnst zu erkennen, dass du diese Seele bist, die schon da war, als es diesen Körper noch gar nicht gab.
und die auch da sein wird, wenn dieser Körper verschwunden ist. Aber wir brauchen diesen Körper, um diese Erfahrung zu machen; um diese Reise zu machen. Diese Reise des Bewusstseins, die geht nur, während wir im Körper sind. Und während wir im Körper sind, sind wir auf die eine oder andere Weise mit diesem Körper identifiziert, mit dem, was dieser Körper tut, mit dem, wie sich dieser Körper fühlt, und es geht nie ganz weg, solange wir im Körper sind – es sei denn, wir kommen an den Punkt, wo wir nichts, aber auch gar nichts mehr wollen.
Es ist fast wie die Befreiung von diesem Seelenweg. Da ich da noch nicht bin, kann ich dir aus erster Hand nicht wirklich sagen, was dann da passiert. Ich kann nur das wiederholen, was Swamiji dazu sagt.
Aber wir sprachen eben über Zufriedenheit. Du erlebst diese Zufriedenheit, die immer da ist, und doch bist du immer wieder nicht drin; immer wieder bist du Mensch; immer wieder bist du Körper. Immer wieder... mir geht es so: es fühlt sich so an, als würde man immer wieder von vorne anfangen. Das stimmt nicht, aber so fühlt es sich manchmal an. Und irgendwann ist das alles weg; dann ist man frei davon. Man ist frei von dieser Verbindung mit dem Körper – während man hier ist.
Aber wir brauchen uns darüber überhaupt keine Gedanken machen. Ich bin Pragmatiker, weißt du. Ich spreche am liebsten über das, was ich erlebe.
Und wenn ich Swamiji davon sprechen höre, weiß ich: das stimmt. Ich kann es auch in mir spüren, dass es dorthin geht – aber ich denke nicht darüber nach. Ich lasse mich überraschen. Und jetzt müssen wir schließen. Danke, Ornella. Danke, dass du dich gemeldet hast. Ich freue mich, dass du da bist.
Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht
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Ja... Sorry fürs Überziehen, aber ich genieße es einfach so sehr – und so viele schöne Fragen! Danke, danke, danke. In zwei Wochen etwa gibt es den nächsten Satsang; ich finde es so toll, dass wir jetzt alle zwei Wochen einen haben. Das ist wirklich wunderbar. Du kannst mir auch zwischendurch eine Email schreiben, wenn du noch Fragen hast, und ich beantworte sie im nächsten Satsang oder per Email oder in einem Video. Ich freue mich sehr, von dir zu hören. Es gibt auch bald Gelegenheiten, mich live zu erleben.
Wenn du Lust hast, mir einmal im Satsang so richtig in echt zu begegnen: ich bin Anfang Oktober in Oberösterreich, da werden von Jetzt-TV und Devasetu die Nicht-Dualität-Tage veranstaltet. Das ist eine ganz abgefahrene Veranstaltung, wo, ich glaube, 6 oder 7 Satsanglehrer kommen, und zwei Tage lang gibt jeder Satsanglehrer vier Satsangs. Da kannst du das einmal ausprobieren – oder auch vier Satsangs bei mir: du kannst ein kleines Retreat mit mir machen. Es ist eine schöne Sache und ein wunderbares Retreathaus. Ich mag diesen Ort sehr.
Es ist gut erreichbar, auch aus Deutschland und aus der Schweiz, und wenn du Lust hast, kannst du da hinkommen. Und Anfang Januar ist mein nächster Retreat, da kannst du, wenn du Lust hast, mit mir fünf Tage lang Anfang Januar in der Nähe von Frankfurt mal so richtig alles vergessen, einschließlich dir selbst. Ja... Abgesehen von diesen Retreats, die ich anbietest, mache ich Satsang und Videos die ganze Zeit, das ist alles kostenlos, und wenn du Lust hast, das zu unterstützen, was ich hier die ganze Zeit mache, freue ich mich sehr.
Es ist mir wichtig, dass du weißt, dass das alles nichts kostet. Ich möchte, dass du kein Gefühl der Verpflichtung hast: du kannst einfach genießen, was ich dir anbiete. Aber wenn du Freude daran hast, mir ein wenig beizustehen, weil da meine ganze Zeit und auch Geld und viel, viel Kraft hineingeht, dann freue ich mich sehr, und auf meiner Website, auf der Spende-Seite, da findest du Infos darüber, wie du mir dabei helfen kannst. Am einfachsten geht es, wenn du eine Mitgliedschaft auf Steady machst.
Das ist eine Art Dauerauftrag, da kannst du auswählen zwischen verschiedenen monatlichen Beiträgen, und das hilft mir sehr, weil ich dann ein Gefühl dafür kriege, wie viel Unterstützung ich so bekomme regelmäßig. Und dann kann ich das gut einrichten, wie viel Zeit ich mir für die ganze Sache nehmen kann. Aber du kannst es so machen, wie du magst. Aber das Wichtigste ist, dass du weißt, dass du hier willkommen bist, und dass die Wahrheit und Gott und die Meditation und all das keinen Preis hat und nichts kostet.
Und zum Schluss möchte ich gerne noch betonen, dass die Samarpan-Meditation, von der ich so gerne spreche, nichts mit mir zu tun hat. Das ist nicht meine Meditation, die ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich bin ein Meditierender, genau wie du. Ich habe sie vor acht Jahren kennengelernt, von Swamiji, dieser indische Guru, der diese Meditation aus den Tiefen des Himalayas ja zu uns in die Gesellschaft bringt, bekommen, und ich wusste vom ersten Moment an: das ist es. Und seitdem mache ich das.
Und das hat mein Leben verwandelt, und es hat mich verändert und vollkommen verwandelt. Und deswegen erzähle ich dir aus eigener Erfahrung immer wieder davon und empfehle jedem, der es hören mag, auch damit anzufangen. Aber es hat nichts mit mir zu tun. Ich bin einfach ein Schüler und ein Meditierender, genau wie du.
Die Meditation ist kostenlos, alles, was damit zu tun hat, ist kostenlos, und falls du dich dafür interessierst: auf meiner Website, auf der Seite 'Meditation', habe ich dir alle offiziellen Links, die es dafür gibt, zusammengetragen, dann kannst du dich auch bei den offiziellen Websites dieser Meditation aus erster Hand informieren. Ja, ich glaube, heute habe ich mal ausnahmsweise nichts vergessen. Danke für Satsang. Danke.
Ich liebe dich.