German Online Satsang of July 19, 2026
German with German subtitles.
German with automatic subtitles.
Topics: There are two worlds. How I pray. You exist only in thought. To yourself, you’re never enough. The Guru is just the waiter. The prison is made of thoughts. Strip the thoughts of their power. The Guru is just the excuse for surrender. When you open up, everything comes. Meditation grows through everyday life.
Auto-translate the German transcript below
Below you find the German transcript, complete with links to individual chapters and quotes in the video. Use your browser's auto-translate feature to read the transcript in your prefered language. Please do a browser search for “browser auto translate” to find information on how to enable this feature in your browser.
About this Video:
This Satsang took place while half of Germany was watching the World Cup final – and yet they came, the people, with their questions, and every single one touched me. For behind all the different concerns of that evening lay one and the same distress: that we are not welcome within ourselves.
There was a woman who was so sad because it seemed to her that meditation was only for the chosen few. “Aren’t we all equal before God?” she asked. Yes – before God, we are all equal, but not before yourself. God has no opinion of you; with Him, you are completely welcome – only not with yourself. Ever since Adam hid behind the bush because he suddenly felt wrong, this has been our legacy: we judge ourselves – and to this day, God asks: “Who told you that you’re wrong?”
And as different as the people were that evening, I recognized the same longing in each of them. Someone wrote about a deep fear of not belonging, and that he can only relax when he’s alone. A woman has recently been having panic attacks while meditating. Another is put off by the guru, and yet another doesn’t want to get up from meditation at all and, as a result, neglects her beloved family.
And the answer was always the same: “Yes.” Invite the panic to sit with you and meditate alongside you – there’s room for everyone in the crown chakra. Say “Yes” to your being “upside down,” and then your thoughts will no longer have power over you. My master Soham once told of a dream in which a tiger chased him, night after night – until he stopped and was ready to die. Then the tiger stopped and laughed. That’s how life is: it laughs as soon as we stop running away.
And the guru? He’s simply the waiter who serves you your meal. You don’t have to throw your arms around his neck to enjoy it. What matters is what he brings: meditation. But there’s one thing I remind you of again and again: Go where you’re drawn; your openness will guide you.
A man asked me if I pray. Yes: “Lord, thy will be done” – that is my entire prayer. And basically, that’s all I said that evening, in every answer, to every person.
I’m always amazed at how close we come to one another as soon as each individual begins to say “yes” to themselves. Thank you for this wonderful evening!
Complete German text:
Auto-translate for reading along: this German transcript has links to individual chapters and quotes in the video. Use your browsers auto-translate feature to read the transcript in your prefered language. Please do a browser search for “browser auto translate” to find information on how to enable this feature in your browser.
Es gibt zwei Welten
Link to topic in video at 2m02s
[Dhyan Mikael:] Guten Abend, ganz herzlich willkommen zum Satsang.
Ich freue mich, dass du da bist und mir hier zur ersten Halbzeit Gesellschaft leistest.
Ja, was machen wir hier im Satsang?
Es gibt zwei Welten. Es gibt die äußere Welt, und zu dieser äußeren Welt gehört dieser Körper, und alles, was zum Körper gehört. Die Gedanken, die Gefühle, all das ist die äußere Welt, und wir sind ständig nach außen gewandt.
Wir schauen auf diesen Körper und auf das, was um uns herum passiert, auf uns und auf die Mitmenschen.
Aber es gibt noch eine andere Welt, das ist die innere Welt. Die hat nichts mit Gedanken und Gefühlen zu tun. Dieses Innen meine ich nicht.
Diese innere Welt beginnt, wo das, was du kennst und was du wissen kannst und was du wahrnehmen kannst mit deinem körperlichen Sinnen, aufhört.
Und das, was du wirklich bist, ist nicht dieser Körper.
Und das, was du wirklich bist, ist nicht dieser Körper. Dieser Körper, den gab es bis vor kurzem noch gar nicht, und in kurzer Zeit wird es ihn auch nicht mehr geben. Dieser Körper ist eine ganz vorübergehende Erscheinung, wie alles andere in dieser Welt auch. Aber das, was in der inneren Welt ist, das ist zeitlos. Da findest du das, was du wirklich bist.
Link to quote in video at 3m41s
Dieser Körper, den gab es bis vor kurzem noch gar nicht, und in kurzer Zeit wird es ihn auch nicht mehr geben. Dieser Körper ist eine ganz vorübergehende Erscheinung, wie alles andere in dieser Welt auch.
Aber das, was in der inneren Welt ist, das ist zeitlos.
Da findest du das, was du wirklich bist.
Die meisten Menschen wissen davon nichts.
Darum geht es im Satsang: das kennenzulernen; die Richtung dafür wahrzunehmen und zu lernen, in diese Richtung zu schauen.
Und warum sollte man das tun?
Nun, alles in dieser äußeren Welt ist vergänglich, und wir wissen das.
Aber wenn du nur nach außen gewandt lebst, lebst du in permanenter Angst und Sorge, weil du weißt: alles verändert sich die ganze Zeit, alles vergeht. Und wenn du glaubst, dass du dieser Körper bist, ganz gleich wie gesund er sein mag, dann würdest du auch bald vergehen.
Alles in dieser Welt ist unvorhersehbar und vergänglich.
Aber das, was du wirklich bist, ist nicht vergänglich.
Du machst dir also vollkommen unnötig Sorgen.
Und deswegen lohnt es sich, diese neue Richtung – oder ich sollte vielmehr sagen: diese uralte Richtung, die älter ist als alles, was du kennst – kennenzulernen.
Wenn du diese Richtung kennst, dann kannst du entspannen.
Ja, und darum geht es hier im Satsang. Man kann darüber nichts erklären, aber man kann es erleben.
Und manchmal, wenn du einem Menschen nahekommst, der von diesem Innen weiß und der dort hingewandt lebt, dann , obwohl du überhaupt nicht weißt, wie das möglich ist, kannst du das auch.
Und dann weißt du: „Ah, wow, da gibt es tatsächlich etwas vollkommen anderes.”
Und wenn du das einmal gekostet hast, hast du keine Fragen mehr; dann weißt du, in welche Richtung es sich zu schauen lohnt.
Man muss es üben, denn die Welt ist sehr anziehend für unsere Sinne und für unsere Aufmerksamkeit. Man muss es lernen, dieses höchst subtile Innen wahrzunehmen.
Aber dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, keine große Sache.
Ja, und deswegen bin ich hier: um dir Gelegenheit zu geben, in erster Linie das zu erleben, in dir.
Und ich freue mich, deine Fragen zu beantworten, wenn du Fragen zu deinem spirituellen Weg oder zu deinem Leben hast.
Aber im Grunde geht es gar nicht um die Antworten. Im Grunde geht es um dieses Zusammensein, um diese Zeit, die wir miteinander verbringen, und um das, was mit dir geschieht, wenn du einfach hier zusammen bist.
Herzlich willkommen!
Wenn du Fragen hast, schreib sie gern in den Chat, auf YouTube oder hier im Zoom. Simone wird sie dann vorlesen, und dann versuche ich, ein wenig dazu zu sagen. Und zwischendurch lese ich auch immer wieder Fragen vor, die mich als E-Mail oder als Kommentar erreicht haben, und sage dazu etwas. Und das machen wir einfach bis halb zehn.
Und falls du Fußballfan bist, ist dann gerade die Zeit, dass du noch zur zweiten Halbzeit rüberhüpfen kannst.
Wie ich bete
Link to topic in video at 8m30s
Simone, danke, dass du da bist. Gibt es denn schon eine Frage, die du vorlesen kannst?
[Simone:] Guten Abend, geliebter Mikael. Ich bin so froh, bei Dir zu sein. Ja, ich habe Fragen.
[Dhyan Mikael:] Oh, wie schön. Bitte, schieß los.
[Simone:] John hat zwei Fragen an dich.
[Dhyan Mikael:] Lass uns mit der ersten anfangen.
[Simone:] „Meine Frage für heute: Lieber Mikael, betest auch du regelmäßig zu Gott? Falls ja, wie?”
[Dhyan Mikael:] Wow. Was für eine schöne Frage.
„Herr, dein Wille geschehe.”
„Herr, dein Wille geschehe” – so bete ich, immer wieder. Ich muss das Gott nicht sagen; das Leben macht eh, was es will. Aber ich erinnere mich mit diesem Gebet. Diese Hingabe ist mein Gebet. Wenn du so betest, ist alles einfach. Dann wird alles für dich gemacht. Aber das Eine, was alles möglich und einfach macht, das wollen die meisten Menschen nicht.
Link to quote in video at 9m20s
So bete ich, immer wieder.
Ich muss das Gott nicht sagen: das Leben macht eh, was es will. Aber ich erinnere mich mit diesem Gebet, immer wieder.
Diese Hingabe, das ist mein Gebet.
Wenn du das tust, wenn du so betest, dann ist alles einfach. Dann wird alles für dich gemacht, alles im Leben.
Aber die meisten Menschen wollen das nicht.
Das Eine, was alles möglich macht und alles einfach macht, das wollen die meisten Menschen nicht.
Die meisten Menschen möchten wissen: „Wie kann ich es machen? Ich will hier das Sagen haben. Ich will bestimmen, wo es langgeht.”
Und die Vorstellung, die Kontrolle über das Leben loszulassen und mich einfach dem hinzugeben, was das Leben mir serviert, die kommt uns vollkommen absurd vor, fast kindisch.
Die Vorstellung, die Kontrolle über das Leben loszulassen und mich einfach dem hinzugeben, was das Leben mir serviert, kommt uns absurd vor, fast kindisch. Aber es ist genau umgekehrt: Die Vorstellung, dass du irgendeine Art von Kontrolle in diesem Leben hättest, dass du hier irgendetwas zu sagen hast, die ist total kindisch. Es ist einfach dumm.
Link to quote in video at 10m42s
Aber es ist genau umgekehrt. Die Vorstellung, dass du irgendeine Art von Kontrolle in diesem Leben hättest, dass du hier irgendetwas zu sagen hast, die ist total kindisch. Es ist einfach dumm. Wenn du ein wenig näher hinschaust, dann siehst du die Wahrheit.
Aber wir leben in einer Welt, wo alle daran glauben, dass es darauf ankommt, dass ich das Leben im Griff habe; dass ich es kann.
Und deswegen glauben wir das auch.
Und es braucht ein paar Jahre, bis man sich daran gewöhnt hat, zu sagen: „Leben, dein Wille geschehe. Ich sage: Ja.”
Dann wird es immer leichter. Alles wird einfach.
Die gesamte Last des Lebens verschwindet.
Ja, so bete ich, und ich bete so immer wieder.
Dich gibt es nur in den Gedanken
Link to topic in video at 12m47s
Simone, John hatte noch eine zweite Frage?
[Simone:] Ja, genau.
[Dhyan Mikael:] Bitte.
[Simone:] „Und da du ja oft sagst, wir sind nicht dieser Körper, sondern eine Seele: Kann diese mit unseren Liebsten kommunizieren, die nicht mehr in diesem Körper sind, oder können diese uns sehen, deiner Meinung nach – auch wenn diese Frage sehr spirituell ist? Liebe Grüße.”
[Dhyan Mikael:] Schau, John, es ist so: Wenn du ein Körper bist, dann gibt es da draußen andere Körper, und mit denen kommunizierst du, und du hast eine Beziehung mit diesen anderen Körpern, mit diesen Menschen oder Tieren. Du liebst sie oder hasst sie oder was auch immer.
Aber du bist in Wirklichkeit – du hast es selbst gesagt – eine Seele. Wie entdeckst du diese Seele? Der erste Schritt besteht darin, dass du aufhörst, deinen Gedanken die Aufmerksamkeit zu geben, und dich nach innen zu wenden, da, wo nichts ist, keine Gedanken – einfach nur sein.
Und du bist ja schon lange hier bei mir im Satsang, vielleicht meditierst du.
Und wenn du meditierst, kennst du diese Erfahrung: Wenn du die Gedanken ignorierst und wenigstens für kurze Zeit einfach in dir ruhst, ohne dass irgendwelche Gedanken da sind – was ist dann da? Ist da jemand? Ist da etwas?
Nein.
All diese Kategorien, all diese Bezeichnungen, all diese Jemande, all diese Ichs, mit meinem Ich angefangen, verschwinden da.
Wenn du deiner Seele nahekommst, verschwindet alles andere.
Ja, du bist dann eins mit allen anderen, aber das ist nicht Teil deiner Erfahrung.
Wenn du deiner Seele nahekommst, bedeutet es gleichzeitig, dass du den Gedanken fern wirst – und das Ich, dieses Getrennte, dieser John, der lebt in Gedanken. Den gibt es nur dort.
Wenn du deiner Seele nahekommst, bedeutet es gleichzeitig, dass du den Gedanken fern wirst – und das Ich, dieses Getrennte, dieser John, der lebt in Gedanken. Den gibt es nur dort. Auf der Seelenebene gibt es den John nicht.
Link to quote in video at 15m16s
Auf der Seelenebene gibt es den John nicht.
Und diese Menschen, die du liebst und denen du nahe sein möchtest oder mit denen du Kontakt aufnehmen möchtest, die gibt es dort auch nicht.
Aber das, was dich wirklich ausmacht, das ist dort, und das, was die anderen Menschen, die um dich herum sind oder waren, ausmacht, ist auch dort – aber nicht als Ich, sondern als Eins.
Ich erlebe das so: Wenn ich nach innen gewandt lebe, bin ich allen nah, auf eine höchst intime, intensive Art und Weise.
Aber ich weiß nichts von dir.
Das ist einfach nur Einssein, Verbindung.
Aber da ist kein Dhyan Mikael, der dann etwas von jemand anderem sieht.
Ich bin einfach leer, weg. Das, was du hier siehst, ist dann für mich nicht mehr da.
Was da fließt, ist einfach nur dieses Einssein auf dieser Seelenebene.
Aber nicht eins mit diesem, eins mit dem, sondern …
es wäre ja paradox: Wenn wir eins sind, sind wir eins. Da gibt es keine zwei, die sich nahe sein können. Verstehst du, was ich meine?
Der Verstand, die Gedanken, die in der Vielfalt existieren, in der Vielfalt der Gedanken, die können das nicht begreifen.
Also meditiere, vergiss dich selbst und deine Gedanken, dann gibt es dieses Problem der Trennung von anderen Menschen überhaupt nicht mehr.
Das ist das Geheimnis von Satsang, weißt du?
Ich meine, die Menschen, die hier zum Satsang kommen, kommen nicht hierher, weil ich so tolle Sachen sage. Ich sage jeden Abend das Gleiche, eigentlich total langweilig. Manche Leute sagen mir das auch. Die sagen: „Du sagst doch jeden Abend das Gleiche. Was soll denn das?”
Aber da ist diese Anziehung, da ist diese seltsame Energie, die man sich nicht erklären kann, und die kommt aus dieser Sphäre, aus diesem Einssein.
Aber verstehen kann man das nicht, nur erleben.
Danke, John.
Für dich bist du nie genug
Link to topic in video at 19m20s
Bitte, Simone.
[Simone:] Die nächste Frage ist von einer Nadine. Es kommt dann noch eine Frage von einer anderen Nadine.
[Dhyan Mikael:] Nadine?
[Simone:] Ja, Nadine.
[Dhyan Mikael:] Ich muss hier mal den Lautsprecher lauter machen, ich höre nicht genug. Moment.
So, bitte.
[Simone:] „Lieber Mikael, ich bin so traurig, weil es mir scheint, dass die Meditation nur für Auserwählte ist. Ich komme nicht klar damit. Sind nicht alle gleich vor Gott?”
[Dhyan Mikael:] Was für eine schöne Frage.
Ja, vor Gott sind alle gleich – aber nicht vor dir. Das ist das Problem.
Vor Gott sind alle gleich, aber nicht vor dir. Das ist das Problem. Gott hat keine Meinung über dich. Du bist total willkommen bei Gott, aber nicht bei dir. So wie du bist, bist du bei dir nicht willkommen. So wie du meditierst, bist du bei dir nicht willkommen. Das ist das einzige Problem.
Link to quote in video at 20m06s
Gott hat keine Meinung über dich.
Du bist total willkommen bei Gott – aber nicht bei dir.
So wie du bist, bist du bei dir nicht willkommen. So wie du meditierst, bist du bei dir nicht willkommen.
So wie es für dich ist, das ist bei dir nicht willkommen. Das ist das einzige Problem.
Schau...
Meditieren, wahres Meditieren, das, was wir bei der Samarpan-Meditation machen, ist das Gegenteil von „es richtig machen”. Es ist das Gegenteil von „etwas erreichen”.
Wenn du diese Meditation machst, dann lässt du all diese Gedanken darüber, wie du bist, wie du meditierst, und all die Bewertungen über dich und die Meditation und über alles andere einfach los, für eine halbe Stunde.
In dieser halben Stunde darfst du einfach so sein, wie du bist, und du meditierst einfach. Und das heißt: du ignorierst die Gedanken, so gut du halt kannst.
Aber deine Gedanken, die mögen das nicht. Die sagen: „Moment mal, das geht aber nicht, uns hier einfach ignorieren.” Oder sie sagen: „Moment mal, das kann ich nicht, das ist viel zu schwierig, ich denke ja noch.”
Aber darum geht es nicht.
Bewerte dich nicht.
Du kannst nicht wissen, wie deine Meditation ist. Kein Mensch kann das beurteilen.
Aber die Gedanken beurteilen alles, alles, was wir machen, jeden einzelnen Handgriff, alles, was wir tun.
Gott tut das nicht.
Ich sage manchmal, dass diese Meditation das Einfachste ist, was es gibt auf der ganzen Welt.
Man braucht nichts erreichen.
Man kann nichts falsch machen. Man kann auch nichts richtig machen.
Man setzt sich einfach hin für eine halbe Stunde, ignoriert die Gedanken, so gut man halt kann, ruht mit der Aufmerksamkeit im Kronenchakra, so gut man kann, und braucht sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, wie gut man das kann, wie gut man das macht: darum geht es überhaupt nicht.
Aber das können sich die Gedanken nicht vorstellen.
Und die sagen immer wieder: „Moment mal, ich mache es falsch.”
Aber dieses Gefühl, das du ansprichst, dass das nicht für dich ist, dass du das nicht kannst, dass du hier nicht willkommen bist, so wie du bist in dieser Meditation: dieses Gefühl hat mit der Meditation überhaupt nichts zu tun.
Wenn du ehrlich bist, kennst du dieses Gefühl schon lange. Das ist das Grundgefühl, das wir in unserem Leben mit uns selbst haben.
Unsere Gedanken beurteilen uns selbst die ganze Zeit.
Unsere Gedanken beurteilen uns die ganze Zeit. Du bist nie gut genug – für dich. Beim Meditieren spürst du das noch deutlicher – und das ist ein Segen. Schließ einfach Frieden damit, wie du bist. Bei Gott bist du willkommen. Du kannst alles falsch machen, aber in dieser halben Stunde ist da keiner, der dich beurteilt – wenn du die Gedanken ignorierst.
Link to quote in video at 24m36s
Du bist nie gut genug – für dich.
Und wenn du diese Meditation machst, dann spürst du das noch deutlicher als vorher. Und das ist ein Segen, verstehst du?
In dieser halben Stunde, die du meditierst, kannst du einfach Frieden schließen damit, wie du bist. Bei Gott bist du willkommen.
Du kannst dreiundzwanzigeinhalb Stunden lang, den ganzen Tag über, alles falsch machen, kannst dich verurteilen und denken, du bist eine Versagerin, aber in dieser halben Stunde ist da keiner, der dich beurteilt – wenn du die Gedanken ignorierst.
Vielleicht magst du mir noch konkret sagen, warum du glaubst, dass du bei dieser Meditation nicht willkommen bist; was es ist, was dich davon überzeugt hat. Das würde mich interessieren.
Es gibt diese schöne Geschichte aus der Bibel, die ich oft erzähle. Die passt so gut zu dem, was du gefragt hast.
Das ist die älteste Geschichte in der Bibel, die vom Paradies.
Adam und Eva waren im Paradies, und alles war gut. Es gab überhaupt kein Problem.
Aber eines Tages... Naja, eine Sache gab es: da gab es diesen Baum mit diesem Apfel dran, und Gott sagte zu den beiden: „Hey, ihr könnt hier alles machen, was ihr wollt. Vergnügt euch, genießt alles, aber esst nicht die Frucht von diesem Baum. Wenn ihr das tut, das wäre echt schade.” Und dieser Baum, das war der Baum vom Wissen über Gut und Böse, über Gut und Schlecht. Das war die Fähigkeit zu bewerten.
Irgendwann... in dieser Geschichte... diese mystische Geschichte erzählt von der Menschwerdung: wie wir vom Tier zum Menschen wurden.
Und es beinhaltet, dass wir unser selbst bewusst wurden. Wir konnten beginnen, uns selbst wahrzunehmen.
Und damit – mit dieser Wahrnehmung „ah, das bin ich” –, kommt gleichzeitig das Potenzial dieses Mechanismus, dieses Gehirns, zu bewerten.
Und Gott sagte: „Tut das nicht. Ihr werdet immer schöner, ihr werdet immer fähiger als Menschen, aber fangt nicht an zu bewerten, weil dann wird die Milch sauer.”
Aber wir haben es natürlich getan.
Und seit Anbeginn der Menschheit ist das unser Erbe: dass wir uns selbst bewerten. Und die Geschichte in der Bibel geht weiter: die beiden aßen natürlich von diesem Apfel – das heißt, im übertragenen Sinne: sie begannen zu bewerten. Und das Erste, was man bewertet, ist das, was einem am nächsten ist, was man am meisten wahrnimmt, und das ist man selbst.
Und was kommt bei dieser Bewertung heraus? Nichts Gutes. Und das ist der Kern dieser Geschichte in der Bibel. Am nächsten Tag, so heißt es in dieser mystischen Geschichte, kommt Gott vorbei, wie er es jeden Tag gemacht hat bei den beiden – Gott und die Menschen waren eins –, aber plötzlich war etwas geschehen, und Gott konnte Adam nicht mehr finden. Und Gott sagte: „Hey, Adam, wo steckst du? Ich sehe dich nicht.”
Und Adam lugte hinter einem Busch hervor und sagte: „Ich habe mich versteckt.” „Wieso hast du dich denn versteckt?”, sagt Gott. Und Adam sagt: „Weil ich nackt bin.” Das heißt, im übertragenen Sinne: „Ich kann mich dir nicht zeigen, ich bin verkehrt. So bin ich bei dir nicht willkommen, da bin ich mir sicher.”
Und Gott sagt: „Wer hat dir denn das erzählt, dass du verkehrt bist?”
Aber da war es zu spät. Wir hatten begonnen, uns selbst zu bewerten, und nichts kann uns seitdem davon überzeugen, dass das nicht stimmt.
Aber wenn du beginnst, das, was damals seinen Anfang genommen hat, aufzuhören – bewerten –, und das heißt, wenn du beginnst, den Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben, auch den Gedanken über deine Meditation, auch den Gedanken über dich, auch all den Gedanken über das, was du tust und über das, wie du bist, dann kehrst du zurück ins Paradies; dann kommst du Gott wieder nahe.
Das ist das, was wir hier üben.
Danke.
Der Guru ist nur der Kellner
Link to topic in video at 31m21s
[Simone:] Nadine hat sich noch gemeldet auf deine Frage.
[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.
[Simone:] Zu deiner Frage: „Mich schreckt dieser Swamiji ab. Er wirkt so selbstgefällig. Das passt für mich nicht und bringt Unsicherheit.”
[Dhyan Mikael:] Ja... Ja, so ein Guru hat es echt in sich.
Ich verstehe. Schau nicht auf das Äußere, schaue auf das Innere: was mit dir geschieht. Auch hier im Satsang: ich bin auch ein ganz normaler Mensch, an mir ist nichts Besonderes. Schau immer nur auf das Innere.
Ein Meister drückt uns alle Knöpfe.
Einer wie mein Meister Soham oder einer wie Swamiji: das sind Menschen, die sind mit sich selbst im Reinen.
Das heißt, sie denken nicht mehr über sich selbst nach, aber auch nicht über dich.
Die geben ihren Gedanken keine Aufmerksamkeit mehr.
Und wenn du so lebst, Nadine...
Es ist, als würdest du als Zwerg leben, klein gemacht von dem, was du denkst über dich und über die Welt. Und wenn du damit aufhörst, wirst du so groß.
Es ist, als würdest du als Zwerg leben, klein gemacht von dem, was du denkst. Wenn du damit aufhörst, wirst du so groß. Aber für jemanden, der darauf besteht, dass er klein ist, wirkt so jemand arrogant, verkehrt... Er drückt uns alle Knöpfe, weil wir darauf bestehen, dass wir klein sind, und dieser Mensch uns den Spiegel vorhält.
Link to quote in video at 33m07s
Aber für jemanden, der darauf besteht, dass er klein ist, wirkt so jemand angsteinflößend, arrogant, verkehrt, alles Mögliche...
Er drückt uns alle Knöpfe, weil wir darauf bestehen, dass wir verkehrt sind und klein, und dieser Mensch uns den Spiegel vorhält, weil er anders ist – nicht als Mensch... Als Mensch ist er genauso komisch wie du und wie ich.
Mein Meister Soham ist ein total komischer Kerl.
Ich glaube, der ist noch komischer als ich, aber darum geht es nicht. Es geht um diese innere Kraft, die da fließt. Die ist unglaublich.
Also lass dich von dem Äußeren nicht verunsichern. Fühle deine Gefühle, wenn du magst. Das ist sehr hilfreich.
Aber weißt du, ich will dir sagen, wie ich zu meinem Meister und wie ich zu Swamiji gekommen bin.
Und ich erzähle dir das nicht, damit du auch zu denen kommst, sondern ich erzähle dir das jetzt, damit du weißt, dass es völlig egal ist, wie das für dich ist. Du brauchst keinen Guru.
Meditiere hier einfach.
Schau, ich bin bei meinem Meister Soham gelandet, nicht weil das klug war, einen spirituellen Meister zu haben, nicht weil das richtig ist oder dazugehört oder notwendig auf diesem Weg. Nein...
Irgendwie bin ich mal bei ihm im Satsang gelandet, ich weiß gar nicht wie, und ich wusste gar nicht, was ich da soll.
Ich habe nichts gesucht, ich war nicht auf der Suche nach Erleuchtung oder irgendwie so etwas.
Und da wollte ich einfach da bleiben. Ich wollte einfach. Ich fand es da total toll, also bin ich geblieben, bis heute.
Und so war es bei Swamiji für mich auch. Als ich vor achteinhalb Jahren zum allerersten Mal von diesem indischen Meister gehört habe, war da sofort in mir eine totale Offenheit, und seit dem Moment bin ich bei ihm.
Ich bin sein Schüler nicht, weil das notwendig ist oder weil man das so tut oder weil das wichtig wäre oder weil das dazugehört. Nein, das könnte ich nicht. Es ist einfach passiert. Weißt du, es ist so, wie wenn du dich in einen Mann verliebst.
Da gibt es keine Fragen, ob das jetzt richtig ist oder falsch oder gut oder schlecht. Du bist verliebt, du willst dahin.
Ein anderer Mann, in den bist du nicht verliebt, und der interessiert dich überhaupt nicht. Es ist nicht so, dass mit dem anderen Mann etwas verkehrt wäre oder mit dir. Nein, da ist einfach keine Offenheit.
Und deswegen spreche ich von Swamiji: nicht weil du auch einen Guru brauchst, sondern weil er in meinem Leben herumspukt.
Dein Leben ist so, wie dein Leben ist.
Geh dahin, wo es dich hinzieht. Folge deiner Offenheit: die führt dich.
Und schau, es ist so: sollte es in deinem Leben irgendwann dran sein, dass du einen Meister hast oder einen Guru oder irgendeine Art von Führer, dann wird es einfach geschehen, und du wirst es wollen. Du wirst Offenheit dafür verspüren. Dann ist es gar keine Frage.
Du brauchst dir dazu überhaupt gar keine Gedanken darüber machen.
Die Meditation aber, die ist davon völlig unabhängig.
Swamiji sagt: „Ich bin nur der Kellner.” Er spricht von der spirituellen Erfahrung, die damit verbunden ist. Die serviert er dir in Form dieser Meditation. Du musst nicht dem Kellner um den Hals fallen, damit du das Essen genießen kannst. Du nickst dem Kellner zu, sagst Danke, und dann beginnst du zu essen. Und so ist das mit der Meditation.
Link to quote in video at 38m30s
Du brauchst Swamiji nicht toll finden, um die Samarpan-Meditation zu machen.
Swamiji sagt es so... Er sagt: „Ich bin nur der Kellner. Ich bringe das Essen, damit du das Essen zu dir nehmen kannst.” Er spricht von der Meditation; er spricht von der spirituellen Erfahrung – von der Energie, die damit verbunden ist.
Die serviert er dir in Form dieser Meditation.
Du musst jetzt nicht dem Kellner um den Hals fallen, damit du das Essen genießen kannst.
Du nickst dem Kellner zu, sagst Danke, und dann beginnst du zu essen.
Und so ist das mit der Meditation.
Diese Meditation ist uralt. Die hat im Grunde mit Swamiji überhaupt nichts zu tun.
Er serviert sie einfach.
Wenn du sie magst, dann mach sie.
Mit Swamiji hat es nichts zu tun.
Er ist nur der Kellner. Und wenn ich meditiere, ist da kein Swamiji.
Das ist einfach alles, nichts...
ich weiß auch nicht – aber kein Guru, kein Meister.
Und Swamiji bringt nicht diese Meditation, damit du zu ihm kommst.
Swamiji bringt diese Meditation nicht, damit du zu ihm kommst. Es ist genau das Gegenteil. Er sagt: „Diese Meditation macht deine Seele zu deinem Guru.” Wenn du meditierst und dich nach innen wendest, dahin, wo die Gedanken aufhören, bringt dich das dem nahe, was dich führt. Der Guru im Außen ist allenfalls der Wegweiser.
Link to quote in video at 40m13s
Es ist genau das Gegenteil, weißt du?
Er sagt: „Diese Meditation macht deine Seele zu deinem Guru.”
Wenn du meditierst und dich nach innen wendest... Dieses Innen, das hier beginnt [am Kronenchakra], da, wo die Gedanken aufhören, das bringt dich dem nahe, was dich in Wirklichkeit führt.
Der Guru im Außen ist allenfalls der Wegweiser.
Aber ich verstehe dich, weißt du. Wir haben es hier im Westen wirklich schwer mit solchen Gestalten: Gurus, Meistern.
Für uns im Westen ist das schräg, aber es besteht überhaupt gar kein Problem. Geh dahin, wo es dich hinzieht.
Sei dir treu, und wenn du meditieren magst, dann meditiere einfach.
Der Rest geschieht von selbst.
Danke.
Und falls du da noch irgendeine Frage hast dazu, bitte frag noch einmal. Dieses Thema ist wirklich, gerade für uns Menschen hier im Westen, sehr heikel.
Es drückt uns alle Knöpfe, solche Meister und solche Gurus, und es wäre schade, wenn dich das von etwas abhält, was du im Grunde gerne machen würdest.
Das Gefängnis besteht aus Gedanken
Link to topic in video at 42m30s
Ich werde jetzt eine E-Mail vorlesen.
„Immer noch trage ich eine große Angst mit mir herum, die auch jetzt in mir auftaucht, in diesem Moment, wo ich dir schreibe. Es fühlt sich an, als wäre es eine große Angst vor Menschen generell, als würde ich nicht dazugehören. Man könnte jederzeit entdecken, dass ich nicht dazugehöre. Es ist sehr anstrengend, so zu leben.
Laut des Kurses in Wundern fühle ich mich nicht verbunden, doch fehlt mir der Zugang.
Ich fühle mich immer getrennt. Richtig entspannt bin ich nur mit mir allein.”
Die Frage geht noch weiter, aber ich möchte an dieser Stelle kurz innehalten: ja, richtig entspannt bist du nur mit dir allein. Ja...
Wenn du dich nach innen wendest und alleine bist, all-eins, da kannst du entspannen.
Mehr brauchst du nicht wissen.
Ich habe einen sehr wohldosierten Kontakt mit anderen Menschen. Für mich gibt es nichts Besseres, als im Inneren zu ruhen, allein, selbst unter den Menschen, die ich liebe.
Wir hatten vorhin hier Abendessen zusammen, meine Partnerin, die beiden Kinder und ich.
Alles schön, alles bestens, und doch... die meiste Zeit über saß ich einfach da, habe gegessen und war allein, ganz allein.
„Trotz dieser Angst gehe ich auf Menschen zu, auch wenn ich mich manchmal dazu zwingen muss. Ich möchte mich nicht ausgeschlossen fühlen und erlebe dann ja auch, dass ich es nicht bin. Doch das schreibe ich meinem guten Anpassungsvermögen zu.
Ich bin schon älter und ich finde es ziemlich traurig, dass ich trotz aller Akzeptanz, die ich für diese Angst empfinde, denn sie gehört ja zu mir, nicht so unbeschwert leben kann, wie ich möchte.”
Ich danke dir für deine E-Mail.
Es gibt überhaupt gar kein Problem.
Alles ist bestens.
Das einzige Problem besteht darin, dass du glaubst, du solltest anders sein, und dass du dich anders fühlen solltest: dass du keine Angst haben solltest, dass du dich nicht ausgeschlossen fühlen solltest, dass du dich nicht verkehrt fühlen solltest.
Aber was ist denn das Problem mit diesen Gefühlen? Ich verstehe das gar nicht.
Tut es weh, sich verkehrt zu fühlen, wenn man nicht dagegen kämpft?
Probiere es doch einmal aus.
Schau, der Trick besteht darin, so zu sein, wie du bist, ohne darüber nachzudenken.
Das Gefängnis, in dem du lebst, besteht aus Gedanken. Das Leben ist wunderschön, und du übrigens auch.
Das Gefängnis, in dem du lebst, besteht aus Gedanken. Das Leben ist wunderschön, du übrigens auch, aber solange du in Gedanken lebst, weißt du davon nichts. Wenn du aufhörst zu bewerten, und mit allem bist, so wie es ist – ohne darüber nachzudenken, ohne es anders haben zu wollen –, dann wird alles anders.
Link to quote in video at 46m38s
Aber solange du in Gedanken lebst, weißt du davon nichts.
Wenn du also aufhörst, die Dinge, die Gefühle und dich zu bewerten, und mit allem da bist, so wie es ist – mit dir selbst, mit deinen Gefühlen und mit deinem Leben –, ohne darüber nachzudenken, ohne es zu bewerten, und das heißt gleichzeitig auch: ohne es anders haben zu wollen, ohne daran zu denken, dass es ja auch anders sein könnte, dann wird alles anders.
Die Gedanken machen alles kaputt in diesem schönen Paradies.
Und all diese Gefühle gehören dazu.
Und es ist ganz erstaunlich, weißt du...
Dieses Leben besteht aus Licht und Schatten, aus Schmerz und Freude, aus schönen und schwierigen Gefühlen, aus Momenten, die wir genießen, und aus Momenten, die schwierig sind und wehtun.
Dieses Leben besteht aus Licht und Schatten, und wenn wir zu allem Ja sagen, dann kommt und geht das alles die ganze Zeit, und es ist ein wunderbarer Mix, überhaupt kein Problem. Aber sobald wir anfangen, etwas abzulehnen, etwas nicht haben zu wollen, etwas vermeiden zu wollen, nimmt es in unserem Leben immer mehr Raum ein.
Link to quote in video at 47m55s
Und wenn wir zu allem Ja sagen, dann kommt und geht das alles die ganze Zeit, und es ist ein wunderbarer Mix, überhaupt kein Problem.
Aber sobald wir anfangen, etwas abzulehnen, sobald wir anfangen, etwas nicht haben zu wollen, sobald wir anfangen, etwas vermeiden zu wollen, nimmt es in unserem Leben immer mehr Raum ein. Und je älter wir werden, desto mehr werden die Dinge, über die wir so fühlen. Dann haben wir das Gefühl, dass unser ganzes Leben nur aus schrecklichen Dingen besteht.
Das stimmt nicht, aber wir nehmen es so wahr, weil wir dagegen kämpfen. Sobald du den Kampf aufhörst, verschwindet das alles.
Dann tut es manchmal weh, aber einen Moment später ist es schon wieder anders.
Das ändert alles.
Ich sagte eingangs, zu Beginn dieses Satsangs, dass das Einzige, was wir zu lernen haben, Hingabe ist, an das, was ist. Und den Gedanken kommt es vollkommen absurd vor.
Die sagen: „Aber ich sehe doch, dass alles verkehrt ist. Es ist doch so.”
Du lernst die Welt erst kennen, wenn du lernst, zu allem Ja zu sagen, und damit musst du mit dir selbst anfangen.
Und solange du dich selbst ablehnst, solange du dich selbst bewertest, als verkehrt natürlich, solange wirst du dich immer ausgeschlossen fühlen.
Du willst ja mit dir selbst nichts zu tun haben.
Aber sobald du anfängst, Ja dazu zu sagen, wie du bist und wie es für dich ist, und zu deinen Gefühlen, bist du nicht mehr allein.
Und das ist paradox, weißt du... Wenn du das lernst, wird es völlig unerheblich, ob dich andere Menschen mögen oder was die von dir denken.
Das bemerkst du gar nicht mehr.
Aber dann kommen sie alle, weil es wunderschön ist, bei einem Menschen zu sein, der mit sich und mit allem in Frieden ist.
Es ist echt lustig, dieses Leben.
Ich danke dir für deine E-Mail. Danke. Ich freue mich so sehr, dass du da bist.
Die Gedanken entmachten
Link to topic in video at 51m19s
Simone, bitte, fahr fort.
[Simone:] Ja. Die nächste Frage kommt auch von einer Nadine.
[Dhyan Mikael:] Nadine, hallo.
[Simone:] „Geliebter Mikael, warum ist es so schwer für mich, mich nicht mit den Gefühlen zu identifizieren? Ins Kronenchakra zu gehen, ist dann unmöglich. Magst du etwas dazu sagen? Danke von Herzen, Nadine.”
[Dhyan Mikael:] Weil du sie wichtig nimmst, weil du sie ernst nimmst, weil du ihnen glaubst, weil sie dich interessieren.
Dann sagen die Gedanken: „Ja, aber das ist ganz wichtig, da musst du aufpassen, da darfst du ja nichts falsch machen.”
Aber wenn du bereit bist, alles falsch zu machen, dann kannst du diese Gedanken einfach gehen lassen.
Dann kommen die Gedanken: „Ja, aber du bist verkehrt, da müssen wir etwas machen.” Und wenn du sagen kannst: „Ja, ich weiß, ich bin verkehrt”, dann haben die Gedanken keine Macht mehr.
Diese scheinbare Macht der Gedanken, diese Identifikation mit den Gedanken kommt daher, dass wir versuchen, die Dinge so zu haben, wie wir sie haben wollen.
Aber wenn du zu allem Ja sagst, wie es ist, haben die Gedanken keine Macht mehr, von heute auf morgen.
Ich zum Beispiel... Ich meine, meine Gedanken sind genau wie deine, weißt du... An deinen Gedanken ist nichts Besonderes. Alle Menschen denken so, mehr oder weniger.
Es gibt nur einen Unterschied: Ich habe geübt, verkehrt zu sein: „Ich bin verkehrt? Okay.”
Und es wird immer schlimmer.
Es besteht keine Hoffnung. Es wird nicht besser, es wird immer schlimmer. Ich bin immer noch verkehrter, aber es ist mir völlig egal.
Mir ist es egal, was ich über mich denke. Mir ist es egal, was andere von mir denken.
Mir ist es einerlei, wie es morgen wird – ich sage eh ja. Verstehst du, was ich meine?
Egal, was morgen geschieht, ich werde Ja sagen.
Dann brauche ich mir keine Gedanken zu machen. Dann haben die Gedanken keine Macht mehr.
Wenn du dieses Ja nicht sagen willst, dann brauchst du die Gedanken.
Wenn du dieses Ja nicht sagen willst, brauchst du die Gedanken. Die machen dir vor, dass du die Macht hast, etwas zu ändern, und dann haben sie dich. Dann haben sie Macht über dich. Wenn du bereit bist, Ja zu sagen zu dir selbst, zu deinem Verkehrssein und zum Verkehrssein deines Lebens, dann ist die Identifikation mit den Gedanken weg.
Link to quote in video at 54m32s
Die machen dir dann vor, dass du die Macht hast, etwas zu ändern, und dann haben sie dich.
Wenn du nicht bereit bist, zu allem Ja zu sagen, haben die Gedanken Macht über dich.
Wenn du bereit bist, Ja zu sagen zu dir selbst, zu deinem Verkehrssein und zum Verkehrssein deines Lebens, dann ist die Identifikation mit den Gedanken weg.
Soham, mein Meister, sagte einmal: „Diese Bereitschaft, dieses Ja, zieht dem Tiger die Zähne.”
Er sagte das im Zusammenhang mit einem Traum, den er früher hatte. Er hatte öfter einen Albtraum, in dem ihn ein Tiger verfolgt hat. Ich weiß nicht, ob das sein Traum war oder ob er den Traum von jemand anderem erzählt hat, aber in diesem Albtraum jagte ihn dieser Tiger, und er hatte eine furchtbare Angst und versuchte wegzulaufen, aber du weißt ja, wie das in Träumen ist. Dann stolpert man, und dann geht das schief, und es wird immer dramatischer, und er ist schweißgebadet aufgewacht, immer wieder, immer wieder.
Und irgendwann hat er gesagt: „Okay, heute Nacht lasse ich mich fressen.
Heute Nacht sage ich Ja zum Sterben.”
Der Traum kam wieder.
Aber während er im Traum wegrannte, hielt er plötzlich an und drehte sich um und wartete auf den Tiger, hörte auf wegzulaufen. Er war zu allem bereit: er war bereit zu sterben. Und im Traum hielt dann der Tiger an und lachte.
Und so ist es im Leben. Wir laufen vor allem davon. Wir haben so viel Angst.
Und sobald wir irgendwann den Mut entwickeln, innezuhalten und in Gottes Namen dann halt zu sterben, entdecken wir die Wahrheit, und das Leben lacht.
Und zu diesem Ja lade ich dich ein.
Und zu diesem Ja lade ich dich ein: dieses Ja zu allem. Weißt du, wenn du jetzt zu allem Ja sagst, zu allem – zu allem, was jetzt ist, zu allem, was war, und zu allem, was kommen mag, egal was es ist – bist du arbeitslos. Dann ist alles okay. Und wenn du arbeitslos bist, brauchst du die Gedanken nicht mehr. So einfach ist es. Dann beginnt ein neues Leben.
Link to quote in video at 57m17s
Und wenn du die Nadine bist, die mit mir im Retreat war, dann hatten wir diese Unterhaltung ja schon einmal, wir zwei: dieses Ja zu allem.
Weißt du, wenn du jetzt zu allem Ja sagst, zu allem, zu allem, was jetzt ist, zu allem, was war, und zu allem, was kommen mag, egal was es ist – bist du arbeitslos, dann ist alles okay. Und wenn du arbeitslos bist, brauchst du die Gedanken nicht mehr. So einfach ist es.
Dann beginnt ein neues Leben.
Das ist die einzige Art und Weise, wie man leben kann.
Alles andere ist ein Albtraum.
Danke, Nadine.
Der Guru ist nur die Ausrede zur Hingabe
Link to topic in video at 58m36s
Simone, bitte fahr fort, falls du noch eine Frage hast.
[Simone:] Ja. Die nächste Frage ist von jemandem, der anonym bleiben möchte.
[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.
[Simone:] „In der Guru-Diksha-Zeremonie geht es um gegenseitige Hingabe. Irgendetwas blockiert mich in der Richtung. Ich sollte das als Christin nicht tun. Kannst du dazu etwas sagen? Danke.”
[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne. Es geht nicht um gegenseitige Hingabe.
Es geht nicht um gegenseitige Hingabe. Es geht um Hingabe. Da ist kein Gegenseitig. Du gibst dich hin, Punkt – nicht dem Guru... Der Guru ist nur die Ausrede für dich, dich hinzugeben. Uns Menschen fällt es unendlich schwer, uns hinzugeben. Im Grunde gibst du dich dir selbst hin. Wenn du diese Hingabe lernst, wirst du eins mit dir selbst.
Link to quote in video at 59m03s
Das ist verkehrt. Es geht um Hingabe.
Da ist kein Gegenseitig.
Du gibst dich hin, Punkt – nicht dem Guru...
der Guru ist nur die Ausrede für dich, dich hinzugeben.
Uns Menschen fällt es unendlich schwer, uns hinzugeben. Das Leben … Wir sind das Leben. Im Grunde gibst du dich dir selbst hin. Wenn du diese Hingabe lernst, wirst du eins mit dir selbst. Aber wir können es uns nicht vorstellen. Erst wenn wir es tun, erleben wir das. Und da wir es uns nicht vorstellen können, tun wir es nie. Und deswegen brauchen wir jemanden, der uns dazu verführt, uns hinzugeben. Das hat mit dem Guru nichts zu tun, die Hingabe, aber ohne ihn tun wir es nicht. Also schickt uns das Leben halt einen Guru oder einen Meister oder sonst irgendetwas.
Aber die Hingabe hat damit nichts zu tun.
Dem Guru ist es völlig egal, ob du ihn liebst oder nicht, ob du dich ihm hingibst oder nicht. Er hat davon nichts.
Er ist hingegeben, voll und ganz. Er braucht nichts mehr.
Du hast etwas davon.
Jedes Mal, wenn ich Ja sage, jedes Mal, wenn ich mich ganz und gar hingebe, mache ich mir selbst ein Geschenk. Ich komme mir selbst näher, meiner Seele, Gott, dem Gott, der in mir ist.
Jedes Mal, wenn ich Ja sage, jedes Mal, wenn ich mich ganz und gar hingebe, mache ich mir selbst ein Geschenk. Ich komme mir selbst näher, meiner Seele, Gott, dem Gott, der in mir ist.
Link to quote in video at 1h00m41s
Und für die meisten Menschen ist es einfacher, das zunächst einmal mit einem Medium Gottes – so will ich es jetzt einmal ausdrücken – da draußen zu üben und zu erleben, weil sie Gott in sich noch nicht spüren können. Aber der Gott da draußen, das ist einfacher.
Und wenn man dort Hingabe erlebt, dann kommt man sich selbst näher, obwohl man das gar nicht weiß. Und ganz allmählich merkt man es dann. Deswegen sagt der Guru: „Ich mache deine Seele zu deinem Guru.”
Das Ego kann sich selbst nicht abschaffen. Das geht nicht. Das Ego kann nicht beschließen, jetzt Ego loszuwerden. Das geht nicht.
Wir brauchen irgendeine Art von Medium, das uns die Ausrede gibt, uns selbst zu vergessen.
Dann kommen wir uns selbst näher – unserem wahren Selbst, nicht dem Ego.
Das ist wie so ein kleiner Umweg, den wir gehen müssen.
Und dann kommst du zum spirituellen Meister, und du denkst, du bist völlig bekloppt, weil du dich plötzlich diesem Meister hingibst. Du weißt gar nicht, wieso, und du findest es total schräg und bist ja doch eigentlich ein ganz vernünftiger Mensch, aber es passiert trotzdem.
Und dann kommst du dir selbst immer näher. Und nach kurzer Zeit brauchst du den Meister nicht mehr: du lebst in dir.
Aber bevor einem das selbst geschieht, glaubt man, so etwas wäre völlig bescheuert und bekloppt.
Ja, ich verstehe schon.
Danke für deine Frage. Ich freue mich sehr, dass du da bist.
Wenn du offen wirst, kommt alles
Link to topic in video at 1h03m42s
Bitte, fahr fort, Simone.
[Simone:] Die nächste Frage ist von Laura.
[Dhyan Mikael:] Laura, guten Abend. Hallo. Ich freue mich, dass du da bist.
[Simone:] „Hallo, Mikael. Ich bin recht neu bei der Samarpan-Meditation. Die ersten Wochen waren easy, aber nun bekomme ich spätestens nach zehn Minuten eine Panikattacke. Das kenne ich sonst nicht. Was tun?”
[Dhyan Mikael:] Ja, ich weiß. Ich weiß, so ist es. Am Anfang ist es ganz toll, die Flitterwochen, und dann meditierst du, und du bist einfach offen. Du sagst Ja, du lässt die Gedanken gehen, und du ruhst in dir selbst und sagst Ja. Du bist einfach in dieser Hingabe.
Dann sind da all diese alten Gefühle, die seit Jahrzehnten oder vielleicht schon seit vielen Leben auf dein Ja warten.
Und jetzt werden die ganz aufgeregt und denken: „Wow, schaut mal!
Sie sagt Ja, sie wird offen.
Vielleicht kann ich jetzt kommen, vielleicht darf ich jetzt da sein. Das muss ich wissen, das muss ich ausprobieren.”
Ja, so ist es. Sobald wir innehalten, sobald wir anhalten und in uns still werden, lernen wir uns selbst kennen, wie wir wirklich ticken.
Es ist, als müssten wir auf dem Weg zu unserem wahren Selbst, zu unserer Seele, die ja mit dem Körper und der Psyche überhaupt nichts zu tun hat, an uns selbst vorbeikommen.
Das ist der einzige Grund, warum ich immer wieder davon spreche, mit sich selbst und den Gefühlen Frieden zu schließen, denn man kann die Gedanken nur dann ignorieren und still werden und sich nach innen wenden, wenn man mit dem, was zwischen hier und dem Innen ist, nämlich diesem Kerl hier, kein Problem hat, sonst kommt man da nicht vorbei.
Da ist also diese Laura, die sitzt da und meditiert. Und dann kommt da diese Panik...
diese Panik, die schon seit Jahren Angst hat, weil sie keiner haben will.
Und du musst mit dieser Panik jetzt überhaupt nichts Besonderes machen.
Du musst mit dieser Panik überhaupt nichts Besonderes machen. Einfach da sein lassen... Du musst nicht wissen, wie man mit ihr umgeht, nicht wissen, warum sie da ist, noch nicht einmal, was sie will. Du kannst sie einfach mitmeditieren lassen: „Komm, setz dich zu mir, Panik. Hier ist es schön. Wir meditieren jetzt zusammen. Komm!”
Link to quote in video at 1h06m47s
Einfach da sein lassen.
Du musst nicht wissen, wie man mit ihr umgeht. Du musst nicht wissen, warum sie da ist. Du musst noch nicht einmal wissen, was sie will: einfach da sein lassen...
Du brauchst dir auch nichts zu sagen, du kannst sie einfach mitmeditieren lassen: „Ja, komm, setz dich zu mir, Panik. Du hast dir einen guten Moment ausgesucht. Hier ist es schön. Komm, setz dich zu mir. Wir meditieren jetzt die restlichen zwanzig Minuten zusammen. Komm...”
Weißt du, wenn du meditierst, ist das die Abwesenheit von Bewertungen und Gedanken. Und was kommt, darf sein.
Du ruhst einfach in dir, in deiner Stille, im Kronenchakra.
Da ist Platz für alle, auch für die Panik.
Manchmal, wenn ich Gefühle habe, die für mich schwierig sind, dann mache ich Folgendes: Innerlich fühlt es sich für mich so an, als würde ich dieses Gefühl mit ins Kronenchakra nehmen, und ich sage dann: „Hey, Gott, schau, so bin ich, so fühle ich mich. Ich bin ein einziges Bündel voller Panik, so bin ich. Wenn du mich hier haben willst, musst du mich so akzeptieren, denn so bin ich.” Und dann meditierst du so. Du hebst die Panik mit da hoch ins Kronenchakra, und du wirst überrascht sein. Da ist sehr, sehr sehr viel Platz.
Das ist meine Erfahrung.
Und weißt du, sobald du anfängst zu meditieren, passieren alle möglichen Sachen, die versuchen, dich vom Meditieren abzuhalten. Erst kommen die Gefühle: das ist immer die erste Ebene.
Dann kommt der Körper, dann juckt es und zwickt es, dann hat er keine Lust, und dann juckt es dort.
Und du lässt den Körper einfach so sein, wie er ist, und du meditierst weiter.
Und irgendwann fängt es mit den Gedanken an: „Ah, Zeitverschwendung, ich komme nicht weiter.” „Ach, ich habe Wichtigeres zu tun. Was könnte ich jetzt nicht alles Schönes machen?”
Aber du ignorierst auch das: du meditierst einfach weiter.
Und so kommst du ganz allmählich etwas nahe, was mit all dem Kram überhaupt nichts zu tun hat und was auf dich wartet.
Danke, Laura, danke.
Ohne Denken geht alles besser
Link to topic in video at 1h10m49s
Ich werde noch eine E-Mail vorlesen.
„Es heißt immer: Lass die Gedanken ziehen wie die Wolken am Himmel. Ist es das tiefe Vertrauen zu sich selbst, wodurch es mit der Zeit leichter wird? Oder wenn es heißt: Du bist nicht deine Gedanken, sondern derjenige, der sie beobachtet und der wahrnimmt. Wenn man das so betrachtet, bräuchte ich überhaupt keine Gedanken in meinem Geist, aber dann ist es ja leer oder tot sogar. Was bleibt denn dann? Nichts. Gedanken sind doch auch hilfreich, um Arbeiten zu erledigen. Kannst du mir das näher erklären?”
Ja, es ist interessant. Ich danke dir für diese schöne Frage.
Wenn du es gewohnt bist, in Gedanken zu leben, und das sind die meisten Menschen, dann fühlt es sich tot und leer an, wenn du einmal für einen Moment nicht denkst. Du weißt gar nicht, wohin mit dir selbst.
Aber sei geduldig.
Meditiere.
Genau das passiert beim Meditieren: Wir beginnen, wenigstens für kurze Momente, zu erleben, wie es ist, wenn ich den Gedanken keine Aufmerksamkeit gebe.
Die Gedanken sagen: „Ja, das ist doch tot, ohne uns, leer, langweilig, nichtssagend, dumm.”
Und das Einzige, was hilft, ist, dass du selbst herausfindest, wie es wirklich ist. Ich kann dir da viel erzählen. Es nützt alles nichts. Finde es selbst heraus.
Was ist, was bleibt übrig, wenn du die Gedanken ignorierst, und zwar dauernd?
Brauchst du die Gedanken zum Arbeiten? Wirklich?
Mach mal ein Experiment.
Wenn du nachher durch die Wohnung läufst, denk mal darüber nach, wie man richtig läuft.
Du wirst sofort stolpern.
Man kann viel besser laufen, wenn man nicht denkt.
Man kann viel besser laufen, wenn man nicht denkt. Man kann viel besser arbeiten, wenn man nicht denkt. Man kann besser lieben, wenn man nicht denkt. Alles geht besser, wenn man nicht denkt, sondern stattdessen einfach hier ist.
Link to quote in video at 1h13m46s
Man kann viel besser arbeiten, wenn man nicht denkt. Man kann besser lieben, wenn man nicht denkt. Alles geht besser, wenn man nicht denkt, sondern stattdessen einfach hier ist.
Wenn du kochst, dann liest du nebenher auch kein Buch, sonst brennt dir das Essen an: Du kochst.
Aber wir denken, während wir leben. Das funktioniert nicht.
Wir kennen nichts anderes.
Ich lade dich dazu ein, selbst herauszufinden, wie das ist, das Undenkbare zu tun und ohne Gedanken zu leben.
Es gibt Heilige, wie zum Beispiel den Swamiji und andere, die leben ohne Gedanken, und die wissen, was andere Menschen denken. Da sie selbst keine Gedanken haben und einfach leer sind, sind die Gedanken anderer Menschen für sie wie große Plakate.
Die nehmen die sofort wahr.
Das, was für uns natürlich ist und normal, nennen diese Heiligen „Gedankenverschmutzung”, wie eine Krankheit.
Es ist eine Last.
Und deswegen gebe ich Satsang. Schau, ich bin ein ganz normaler Mensch. Ich bin Ingenieur, ich arbeite, ich lebe ein ganz normales Leben, ich bin nicht irgendwie so ein seltsamer Freak, der in irgendeiner Höhle lebt.
Und ich erzähle davon, dass es möglich ist, ohne Gedanken zu leben. Nicht, dass ich keine Gedanken mehr hätte, die kommen da ständig, aber ich schenke ihnen keine Beachtung. Ich nehme sie nicht ernst.
Und ich tue es immer wieder, jeden Abend, in jedem Satsang, in jedem Video, um dich daran zu erinnern, dass diese Möglichkeit besteht, und dass es im Grunde keine andere Möglichkeit gibt, zu leben. Alles andere ist im Grunde... Also, wenn du einmal angefangen hast, ohne Gedanken zu leben, dann weißt du überhaupt nicht mehr, wie du früher so leben konntest. Es kommt dir vor, als wärst du den größten Teil deines Lebens im Irrenhaus gewesen.
Das ist ganz seltsam.
Aber das muss jeder für sich selbst entdecken.
Man kann es nicht glauben, bevor man es nicht selbst erlebt.
Ich danke dir für deine E-Mail. Ich freue mich, dass du da bist. Danke.
Am Alltag wächst die Meditation
Link to topic in video at 1h17m28s
Simone, bitte fahr fort.
[Simone:] Die nächste Frage ist von Ursula.
[Dhyan Mikael:] Ursula, hallo. Wie schön, dass du da bist. Hallo.
[Simone:] „Lieber Mikael, hast du einen Tipp? Ich will aus der Meditation gar nicht mehr aufstehen, s o gut geht es mir damit. Aber ich fange an, meine Familie und meinen Alltag zu vernachlässigen.
Dabei liebe ich meine Familie so sehr. So werde ich dadurch noch depressiver, wenn ich so durch den Alltag laufe.”
[Dhyan Mikael:] Was für ein schönes Problem.
Ich will dir etwas erzählen, was ich mit Swamiji erlebt habe.
Es ist schon einige Jahre her, ich weiß nicht, fünf, sechs Jahre. Ich war bei ihm in einem Retreat, und wir meditierten alle zusammen mit ihm. Das waren vielleicht 100 Leute oder so; 120 Leute waren da.
Es war nachmittags, er hat einen Diskurs gegeben und anschließend meditierten wir zusammen. Und es war einfach nur schön.
Und dann war die Meditation vorbei, und die Menschen, die dort saßen, die wollten gar nicht mehr aufstehen; die wollten einfach sitzen bleiben und weiter in diesem schönen Zustand schwelgen. Aber Swamiji hat gesagt: „Auf, aufstehen, weiter geht's!”
Er hat sie weiter gescheucht.
Wir meditieren eine halbe Stunde, und dann leben wir – und beides ist wichtig.
In der Meditation lernst du dein Inneres kennen, und dann lebst du deinen Alltag – mit der Arbeit, mit den anderen Menschen, mit der Familie, mit den Nachbarn.
Und daran wächst die Meditation.
Es ist einfach, sich von der Welt abzuwenden und in einer Höhle zu sitzen – in einer inneren Höhle, auch wenn du da draußen vielleicht keine Höhle hast –, um die Welt zu ignorieren. Aber darum geht es nicht. Das ist nicht das, was dich stark macht.
In dieser halben Stunde Meditation lernst du dein Innen kennen. Das Leben macht dich darin dann stark.
Natürlich magst du das nicht.
Du machst die Augen auf, und keine zwei Minuten später hast du alles vergessen, was du in deiner Meditation spürst und erlebst, weil deine gesamte Aufmerksamkeit da heraus gezogen wird. Und dann kommt dein Mann und spricht mit dir, und du hast alles vergessen darüber, wie gut es dir eigentlich geht. Und dann kommen die Kinder mit ihren Dramen und Problemen und Geschichten, und du bist verloren.
Und das ist gut so. Das ist wichtig. Das ist richtig.
Am nächsten Morgen meditierst du wieder und kommst zurück zu dir selbst.
Und so lebst du jeden Tag, Tag für Tag. Es geht nicht darum, mit geschlossenen Augen dazusitzen, dem Leben zu entsagen und nur noch da innen zu ruhen. Davon hat niemand etwas.
Es geht darum, diese Meditation, diese formelle Meditation am Morgen, zu nutzen, um sich selbst näher zu kommen, aber diese Qualität, die du da kennenlernst, dieser Ort, der wird ganz allmählich größer – durch die Herausforderung.
Ich zum Beispiel, hier... ich lebe mit meiner Partnerin und ihren Kindern zusammen.
Es ist hier ein Irrenhaus.
Es ist hier nicht ruhig. Ich lebe mit drei Chaoten zusammen. Ich bin ganz anders. Bei mir geht es ruhig, geordnet und still zu; bei denen überhaupt nicht.
Drei Mädels, eine verrückter als die andere, drei Katzen, jetzt haben sie auch noch einen Hund. Hier ist das totale Chaos – und es ist so gut für mich.
Es macht es mir schwer, und das ist gut für mich. Ich werde immer stiller, ich werde immer ganzer, ich lebe immer mehr in mir, in diesem Chaos. Da wachsen die Wurzeln in meine Seele.
Das ist ganz wichtig.
Das Leben bringt dir bei, was du wissen musst, was du lernen musst: mit dir in Frieden sein, da draußen, mit deinem Mann in Frieden sein, mit deinen Kindern, mit deinen Gefühlen, mit deinem Unvermögen, mit deinen Begrenzungen als Mensch.
Das Leben lehrt uns diese Hingabe.
Eins möchte ich noch erzählen.
Es gab eine Zeit vor einigen Jahren, da habe ich die Meditation so sehr genossen, dass ich gar nicht genug davon kriegen konnte.
Ich habe nie eine halbe Stunde meditiert, ich habe eine Dreiviertelstunde meditiert oder eine Stunde oder Eineinviertelstunden. Ich wollte gar nicht mehr aufhören.
Und irgendwann habe ich gemerkt, wie ich richtig stolz darauf war, wie lange ich das kann und wie schön das ist.
Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass da irgendetwas nicht stimmt.
Irgendetwas daran stimmte nicht.
Und dann habe ich mich an das erinnert, was Swamiji sagt: Meditiere eine halbe Stunde, mehr ist nicht notwendig, und dann lebe deinen Tag.
Und seitdem mache ich das, und seitdem wachse ich.
Ich stelle mir beim Meditieren keinen Wecker, aber ich habe es ziemlich gut im Gefühl. Mein Kronenchakra weckt mich, und dann sind 31, 32, manchmal 33 Minuten vergangen.
Dann öffne ich die Augen, schaue auf die Uhr und denke: „Okay, okay, ich muss aufhören”.
Und dann nimmst du diese Meditation mit in den Tag.
Am Anfang gelingt dir das fünf Sekunden, und du bist traurig, aber egal.
Aber schon nach ein paar Tagen oder Wochen sind es vielleicht ein paar Minuten, wo du meditativ bleiben kannst, obwohl du mitten im Leben bist, bei deinen Kindern, bei der Arbeit.
Du läufst nicht herum wie so ein Heiliger, der mit nichts zu tun hat, du bist mittendrin – aber du meditierst. Keiner merkt etwas davon. Und es wird immer mehr.
Das wird einfach immer mehr.
Und irgendwann meditierst du den ganzen Tag und lebst den ganzen Tag und bist voll dabei den ganzen Tag.
Das ist echte Meditation. Weißt du, es ist nicht so, dass das Leben das Problem ist und die Meditation ist, wie es eigentlich sein sollte. Diese formelle Meditation ist einfach nur eine Übung, so wie körperliches Yoga. Es geht nicht darum, den ganzen Tag Yoga zu machen. Ein paar Minuten am Tag reichen, oder...
man braucht nicht viel zu machen. Es hilft einfach dem Körper, ab und zu mal ein bisschen gedehnt zu werden, damit der Rest des Lebens besser funktioniert, und so ist es mit der Meditation auch. Die eigentliche Reifung, die eigentliche Vertiefung, das eigentliche Wachsen, das geschieht dann im Leben.
Das Leben ist also nicht das Problem: das Leben ist das Geschenk.
Das Leben ist nicht das Problem, das Leben ist das Geschenk. Alles, was du als Ablenkung oder als Hindernis empfindest, was dich davon abhält, immer so herrlich meditativ zu sein, ist in Wirklichkeit eine Hilfe. Dieses ganze Chaos ist ein Geschenk. Jede Störung, jede Schwierigkeit, jede Herausforderung ist ein Geschenk.
Link to quote in video at 1h27m21s
Alles, was du als Ablenkung oder als Hindernis empfindest, was dich davon abhält, immer so herrlich meditativ zu sein, ist in Wirklichkeit eine Hilfe.
Und jetzt freunde ich mich sogar mit dem Hund an, das ist unglaublich... ja: weil er mich einfach nicht stört.
Dieses ganze Chaos ist ein Geschenk.
Jede Störung, jede Schwierigkeit, jede Herausforderung ist ein Geschenk.
Danke für deine Frage. Ich freue mich sehr, dass du da bist.
Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht
Link to topic in video at 1h28m28s
Ich glaube, wir müssen heute... Ich weiß nicht, ob wir Fußballfans hier haben. Simone, hast du noch eine kurze Frage? Ja, wir haben Fußballfans. Ich glaube, wir müssen heute pünktlich Schluss machen, aber vielleicht geht noch eine kurze Frage. Eine kurze Frage...
Ich glaube, wir machen einfach heute mal pünktlich Schluss – ich will auch noch ein paar Worte sagen –, damit alle zur zweiten Halbzeit dann doch noch kommen.
Meine drei Mädels sitzen bereits vor dem Computer und schauen sich das Spiel an. Ich schaue mir so etwas nicht an, aber ich verstehe, wenn du darauf hinfieberst, deswegen hören wir jetzt auf. Ich danke dir für diesen Satsang. Ich liebe Satsang, und möglich wird es durch dich.
Durch dich gibt es diesen Satsang. Ich danke dir. Das ist so ein Geschenk für mich. Wenn du das hier magst und nichts verpassen möchtest, keinen Satsang, kein neues Video, kannst du dich gerne zu meinem Newsletter anmelden: das geht auf meiner Website. Wenn du das unterstützen möchtest, was ich tue... Es ist ja alles kostenlos, aber ich freue mich sehr, sehr, sehr, wenn es Menschen gibt, die mich dabei finanziell unterstützen möchten.
Wenn du das gerne tun möchtest, findest du auf meiner Spende-Seite auf meiner Website Infos, wie das geht. Es ist alles umsonst, du brauchst dich zu nichts verpflichtet zu fühlen, du bist hier immer willkommen – und ich freue mich, wenn du mich unterstützt. Und wenn dich die Samarpan-Meditation interessiert... Die kommt nicht von mir, die kommt auch nicht von Swamiji, die kommt aus dem Himalaya.
Und wenn du dich dafür interessierst: Auf meiner Website gibt es die Himalaya-Samarpan-Meditation-Seite, und dort habe ich dir Informationen zusammengestellt, wie du an die Informationen zu dieser Meditation kommst. Die kommt nicht von mir, aber da sage ich dir, wo sie herkommt und wohin du dich wenden kannst, wenn du sie lernen möchtest. So, 30 Sekunden bis halb, wir sind pünktlich.
Ach, bis bald.
Danke für Satsang, danke.
Ich liebe dich.