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Online-Satsang vom 14. Mai 2024

Deutsch mit deutschen und englischen Untertiteln.

Themen: Das Wichtigste und Wertvollste. Was unterscheidet Meister und Guru? Was ist Einfachheit? Umgang mit Eifersucht. "Hast du noch unerwünschte Gedanken?" Den eigenen Vater lieben. Schlüssel für eine glückliche Beziehung. Dem Ego auf den Leim gegangen. Soll man beim Guru leben? Zwei Meditationsformen praktizieren.

Weiter unten: Links zu den Themen, vollständige Abschrift

Dieses deutsche Video hat sorgfältig editierte deutsche und englische Untertitel. Für weitere Sprachen siehe Automatische Untertitel-Übersetzung.

Dieser Online-Satsang wurde von Jetzt-TV ermöglicht. Im Satsang beantworte ich Fragen der Teilnehmer. Hast auch du Fragen? Ich freue mich über eine Email oder einen Brief von dir! Kontaktinfos hier.

Weitere Videos, in denen ich Fragen beantworte: Online-Satsangs, Video-Satsangs.

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Über dieses Video:

Dies ist der zweite  von vier Online-Satsangs im Jubiläums-Monat Mai: vor einem Jahr begann ich, Videos zu machen. Der Schwerpunkt dieses Satsangs wurde richtig spirituell: es begann mit der Frage nach dem Wichtigsten im Leben, und danach ging es immer wieder um Meister, Gurus, Gedanken, das Ego und die Samarpan-Meditation.

In der westlichen Welt haben die Menschen keine unmittelbare praktische Erfahrung mit spirituellen Themen. Für sie ist das Ganze eher abstrakt. Dabei sind wir Menschen emotionale Wesen, und das Abstrakte hilft uns nicht – nur das, was wir innerlich selbst erleben, ist hilfreich.

Dazu ist ein Guru oder ein Heiliger gut: er macht Gott erlebbar, solange man ihn noch nicht direkt erleben kann. Viele kennen das von Jesus: manchmal reicht ein Gedanke an ihn, und man fühlt sich Gott auf unerklärliche Weise nahe. Deswegen sagte Jesus: ich bin die Brücke, ich bin der Weg. Und deswegen spreche ich so gerne über diese Themen: um sie greifbar zu machen, und um aufzuzeigen, dass wir Gott sehr wohl erleben – ohne ihn zu erkennen.

Aber auch das Weltliche kam in diesem Satsang keineswegs zu kurz: wieder ging es auch um Beziehung, um Eifersucht und um Liebe. So ein reicher Satsang! Ich danke allen, die dabei waren und ihn durch die wundervollen Fragen und durch ihr Vertrauen möglich gemacht haben.

Links zu den Themen in diesem Video:

(weiter unten gibt es die vollständige Abschrift).

  1. Das Wichtigste und Wertvollste

  2. Was unterscheidet Meister und Guru?

  3. Was ist Einfachheit?

  4. Umgang mit Eifersucht

  5. "Hast du noch unerwünschte Gedanken?"

  6. Den eigenen Vater lieben

  7. Schlüssel für eine glückliche Beziehung

  8. Dem Ego auf den Leim gegangen

  9. Soll man beim Guru leben?

  10. Zwei Meditationsformen praktizieren

  11. Unterstütze mich, wenn es Dir Freude macht

Vollständiger Text zum Mitlesen:

[Dhyan Mikael:] Guten Abend. Herzlich Willkommen zum Satsang heute Abend. Ich freue mich, dass du da bist, und dass du bei diesem wunderschönen Wetter da draußen den Weg zu deinem Computer gefunden hast. Falls das das erste Mal ist, dass du hier mitmachst, möchte ich ganz kurz ein paar Worte dazu sagen, was wir hier machen. Hier im Online-Satsang kannst du, wenn du möchtest, mir eine Frage stellen – entweder über den Chat in YouTube oder über den Chat in Zoom.

Du kannst aber auch direkt in Zoom mit mir sprechen, dann kannst du ein Handzeichen geben, und Simone wird sich darum kümmern, dass du dann drankommst, und ich werde dann versuchen, etwas zu deiner Frage zu sagen. Ja, und das machen wir einfach eineinhalb Stunden lang heute Abend. Und das ist eigentlich schon alles, ganz einfach. Simone, hast du schon etwas vorzulesen?

Das Wichtigste und Wertvollste

[Simone:] Ja, Mikael, ich habe schon eine Frage für dich.

[Dhyan Mikael:] Wie schön, danke.

[Simone:] Sie ist von Sandra. Sandra fragt: "Was würdest du sagen? Was ist das Wichtigste und Wertvollste im Leben des menschlichen Daseins?"

[Dhyan Mikael:] Danke.

Das Wichtigste und Wertvollste in diesem menschlichen Leben, das du hier hast in diesem Körper auf dieser Welt, das ist deine Zeit. Die meisten Menschen wissen nicht, wie unendlich wertvoll ihre Zeit ist und wie schnell sie verrinnt. Du hast keine Zeit zu verlieren. Wir sind in dieses Leben gekommen mit einer bestimmten Aufgabe – keine Aufgabe, die uns von außen aufoktroyiert wird, sondern etwas, das wir möchten; das unsere Seele möchte: den Weg zurück nach innen finden, zurück zu sich selbst; die wahre Existenz zu entdecken.

Die meisten Menschen wissen nicht, wie unendlich wertvoll ihre Zeit ist und wie schnell sie verrinnt.

Du hast keine Zeit zu verlieren.

Und das geht. Deswegen mache ich Videos, deswegen mache ich Satsangs, jedem zu erzählen, dass das tatsächlich möglich ist, und zwar für uns normale Menschen.

Wir sind in dieses Leben gekommen mit einer bestimmten Aufgabe – keine Aufgabe, die uns von außen aufoktroyiert wird, sondern etwas, das wir möchten; das unsere Seele möchte:

den Weg zurück nach innen finden, zurück zu sich selbst; die wahre Existenz zu entdecken.

Und das geht.

Und es ist einfach. Es braucht kein Wunder, es braucht keinen Lotteriegewinn, es ist wirklich jedem Menschen möglich, aber es ist nur möglich, wenn das zum Wichtigsten in deinem Leben geworden ist. Und das bedeutet, wenn du dich, irgendwie, daran erinnert hast: da geht es lang, das ist mein Weg. Du weißt nicht, was das bedeutet. Du hast keine Ahnung, warum du dich so fühlst. Du bekommst nur irgendwann in Deinem Leben eine Ahnung von dieser Richtung. Deswegen landest du im Satsang an. Deswegen liest du vielleicht Bücher, die andere Menschen nicht lesen würden.

Und das Einzige, was man dann tun muss, ist, die Zeit, die man hat in diesem Leben, dafür zu nutzen. Ich sage damit jetzt nicht, dass man das Leben hinschmeißt und in eine Höhle geht und nur noch meditiert. Das meine ich nicht. Wir sind in diesem menschlichen Leben nicht, um davor davon zu laufen. Aber wenn ich sage: " Du musst die Zeit nutzen, die du hast in diesem Leben. Das ist das Allerwichtigste, was wir haben, das Wertvollste: die uns verbleibende Zeit."

Dann meine ich damit, die zu nutzen, in die richtige Richtung zu schauen; das wichtig zu nehmen, was uns wirklich wichtig ist, und die Zeit nicht zu vergeuden mit anderen Sachen, von denen wir ganz genau wissen, dass sie in Wirklichkeit nicht wichtig sind... schön vielleicht, angenehm, aber nicht wirklich wichtig. Jesus sprach davon, alle Heiligen sprechen davon. Die sagen: Wenn deine Zeit hier vorbei ist, bleibt nichts von dem, was du hier hast, bis auf eines: diesen inneren Schatz, den du gefunden hast – oder auch nicht.

Du musst die Zeit nutzen, die du hast in diesem Leben. Das ist das Allerwichtigste, was wir haben, das Wertvollste: die uns verbleibende Zeit.

Alles, was du dafür tust... das, was du im Inneren entdeckst, das ist das Dauerhafte. Dafür sind wir hier: das zu entdecken. Zu entdecken, was immer da ist; was wir sind.

Wenn deine Zeit hier vorbei ist, bleibt nichts von dem, was du hier hast, bis auf eines: diesen inneren Schatz, den du gefunden hast – oder auch nicht.

Alles, was du dafür tust... das, was du im Inneren entdeckst, das ist das Dauerhafte.

Dafür sind wir hier: das zu entdecken.

Und das braucht viel Zeit. Erleuchtung ist einfach. Die geht in einem Augenblick, dieses erste Erkennen: Wow, da gibt es da noch etwas ganz anderes als das, was ich bisher gelebt habe. Aber dann geht die eigentliche Aufgabe erst los; dieses Üben, dann das, was man da entdeckt, an erste Stelle zu setzen. Und das beschäftigt uns für den Rest des Lebens. Es ist nicht schwierig, aber es kommt darauf an, in diese richtige Richtung zu schauen, das Eine wichtig zu nehmen, und damit das Leben zu leben, so wie es ist – das normale Leben, mit Arbeit, mit Familie, mit Beziehung, mit Kindern.

Und das braucht viel Zeit.

Erleuchtung ist einfach. Die geht in einem Augenblick, dieses erste Erkennen.

Aber dann geht die eigentliche Aufgabe erst los; dieses Üben, dann das, was man da entdeckt, an erste Stelle zu setzen. Und das beschäftigt uns für den Rest des Lebens.

Das ist das Wichtigste, das Eine, das einzig Wichtige in diesem Leben. Alles andere, alles, was wir so unendlich wichtig nehmen: Partnerschaft, Liebe, Sex, Geld, Erfolg, Gesundheit, Frieden... alles nebensächlich.

Das ist das Wichtigste, das Eine, das einzig Wichtige in diesem Leben.

Alles andere, alles, was wir so unendlich wichtig nehmen: Partnerschaft, Liebe, Sex, Geld, Erfolg, Gesundheit, Frieden... alles nebensächlich.

Ja, und wenn du fragst: wie macht man das? Wie sollte das funktionieren? Darüber spreche ich die ganze Zeit in meinen Videos und auch oft in Satsangs. Dieses nach Innen schauen, das übt man durchs Meditieren. Das übt man, indem man einfach jeden Morgen eine halbe Stunde meditiert. Ich spreche immer von einer Samarpan-Meditation. Ich möchte nicht behaupten, dass das der einzige Weg ist, aber das ist der Weg, den ich in diesem Leben kennengelernt habe, und der mich auf diesen Weg gebracht hat.

Und da lernt man dieses sich nach Innen wenden trotz all der Dinge, die wir für so wichtig nehmen, trotz all der Ablenkungen, obwohl unsere Aufmerksamkeit immer wieder mit aller Macht nach draußen gezogen wird, durch unsere Gedanken, durch unsere Wünsche und durch unsere Sorgen und durch unsere Ängste.

Dann lernen wir ganz allmählich, das zu unserer Gewohnheit werden zu lassen; zu etwas Selbstverständlichem werden zu lassen; dieses das Innere, Gott, unsere Seele, wichtig zu nehmen. Und dann verändert sich alles. Und dann verändern sich auch die ganzen anderen Sachen, die uns immer so wichtig waren: Liebe, Beziehung, Sicherheit, Gesundheit, all die Dinge.

Aber die Reihenfolge muss stimmen, dann funktioniert das Leben, dann blüht es auf. Das ist das einzig Wichtige im Leben. Alles andere ist unwichtig. Danke für diese wunderbare Frage, was für ein schöner Anfang eines Satsangs! Danke.

Was unterscheidet Meister und Guru?

[Simone:] Gerade gibt es keine Frage, Mikael.

[Dhyan Mikael:] Danke, Simone, dann lese ich eine kurze E-Mail vor, die mich erreicht hat.

"Du sprichst immer wieder von Deinem Meister und von Deinem Guru. Was ist der Unterschied, und ab wann betrachtet man einen Lehrer als eigenen Meister oder Guru?"

Die Frage ist: was ist der Unterschied zwischen Meister und Guru? Aber bevor ich darüber spreche, möchte ich noch einen Satz dazu sagen, was der Unterschied zwischen einem Lehrer und einem Meister ist. Ein Lehrer bringt dir etwas bei: Wissen.

Ein Meister bringt dir nichts bei. Er lockt dich in eine neue Richtung.

Ein Lehrer bringt dir etwas bei:
Wissen.

Ein Meister bringt dir nichts bei. Er lockt dich in eine neue Richtung.

Was ich jetzt dazu sage, ist meine ganz persönliche Art, das auszudrücken. Wenn du jemand anderen fragst, wird die Antwort wahrscheinlich ganz anders sein.

Als ich zu meinem Meister kam, zu Soham, meinem spiritueller Meister, vor vierundzwanzig Jahren... damals hat sich dann mein Leben komplett verändert, weil er begann, mir das beizubringen, wovon ich eben bei der ersten Frage, die Simone vorgelesen hat, gesprochen habe. Er hat mir diesen Weg nach innen gezeigt.

Ich begann, zum ersten Mal in meinem Leben zu entdecken, dass es mich überhaupt gibt. Bis dahin habe ich nur in die Welt geschaut und habe versucht, das, was von mir verlangt wird, zu erfüllen, das, was von mir erwartet wird zu erfüllen, geliebt zu werden, gut genug zu sein. Und er hat mir beigebracht, mich selbst zu fühlen, mich selbst wahrzunehmen, mich selbst kennenzulernen und in mir zu leben und nicht mehr da draußen in der Welt.

Er hat mir beigebracht, glücklich zu werden, in Frieden zu sein, mit allem, und ich dachte, das ist alles. Er dachte auch, das sei alles. Das ist ein Meister. Ein Meister dreht dich um, sodass du nicht mehr nach draußen, sondern nach innen schaust.

Ein Meister dreht dich um, sodass du nicht mehr nach draußen, sondern nach innen schaust.

Ein Guru ist etwas anderes. Vielleicht kennst du die Geschichte aus der Bibel. Da gab es Johannes den Täufer. Johannes der Täufer war ein Meister, ein großer, spiritueller Meister, so wie meiner. Er hat den Menschen das wahre Leben gezeigt, was in ihnen wohnt. Er hat sie getauft, was bedeutet: er hat sie geöffnet für das Innere, für das, wovon normale Menschen überhaupt nichts wissen.

Eines Tages kam Jesus an den Fluss Jordan, an dem Johannes der Täufer lebte und predigte, und als Johannes der Täufer Jesus sah, legte er sich ihm zu Füßen, und er sagte zu seinen Schülern, zu seinen eigenen Jüngern: "Geht! Geht zu ihm. Ich bin noch nicht mal wert, ihm seine Füße zu berühren. Ich weiß nichts. Folgt ihm." Das ist der Unterschied zwischen einem Meister und einem Guru.

Wenn man zu einem Meister kommt, denkt man, man entdeckt eine neue Welt. Und dann, irgendwann, kommt ein Guru ins Leben, und dann erfährt man, dass das, was man bisher gelernt hat, nichts war. So ging es mir mit Soham und mit meinem Guru Swamiji. Ich dachte, ich hatte von meinem Meister alles gelernt.

Da gab es einen Punkt vor etwa sieben Jahren, da spürte ich: ich werde von ihm nichts mehr lernen. Und er spürte das auch. Und wir beide sprachen einmal darüber und wir haben uns gewundert, als würden wir beide fühlen, dass das noch nicht alles gewesen war. Aber wir hatten keine Ahnung, was wir da fühlten. Ich war glücklich. Ich suchte nichts mehr. Ich war angekommen. Nach allem, was ich wusste, hatte ich alles entdeckt, was es zu entdecken gab.

Und dann trat dieser Guru, Swamiji, in unser Leben, und von einem Tag auf den anderen... das stimmt nicht, nicht 'von einem Tag auf den anderen'... von einem Augenblick zum anderen war klar: was wir bisher und gelernt hatten, ist nichts im Vergleich zu dem, was sich jetzt gerade öffnet. Einfach dadurch, dass dieser Guru ins Leben tritt; einfach dadurch; in einem Augenblick.

Ich war glücklich. Ich suchte nichts mehr. Ich war angekommen.

Und dann trat dieser Guru, Swamiji, in unser Leben, und von einem Augenblick zum anderen war klar: was wir bisher hatten, ist nichts im Vergleich zu dem, was sich jetzt gerade öffnet.

Und dann tat mein Meister Soham das, was Johannes der Täufer vor zweitausend Jahren tat.

Soham sagte zu allen seinen Schülern: ich habe einen Guru getroffen. Alles ist anders. Von einem Tag auf den anderen hat sich der Satsang meines spirituellen Meisters komplett verändert. Er sprach nur noch von diesem Neuen, was da von diesem Guru kam, und viele von seinen Schülern verstanden ihn nicht. Aber er konnte nicht anders, weil er wusste: der, der da kommt, ist umso viel ist grösser: ich bin nicht wert, seine Füße zu berühren. Und so ist es wirklich.

Und dann tat mein Meister Soham das, was Johannes der Täufer vor zweitausend Jahren tat.

Soham sagte zu allen seinen Schülern: ich habe einen Guru getroffen. Alles ist anders.

Ein Meister wendet dich nach innen und bringt dir bei, dir selbst zu begegnen. Ein Guru bringt dich zu Gott, zum Unendlich.

Und die Worte, die bedeuten natürlich überhaupt nichts, wenn ich die jetzt so sage: ich weiß schon, das klingt alles ein bisschen komisch. Man muss es selbst erleben.

Man braucht auch keinen Meister und auch keinen Guru zu suchen. Sowas passiert von selbst. Genau wie du keinen Mann oder keine Frau oder keinen Freund suchen musst. Plötzlich verliebst du dich. Und so ist es mit einem Guru auch: wenn deine Seele bereit ist, dann geschieht es einfach, und dann wirst du es wissen.

Man braucht keinen Meister und keinen Guru zu suchen.

Sowas passiert von selbst. Genau wie du keinen Mann oder keine Frau oder keinen Freund suchen musst. Plötzlich verliebst du dich.

Und so ist es mit einem Guru auch: wenn deine Seele bereit ist, dann geschieht es, und dann wirst du es wissen.

Danke für diese Frage, ich spreche so gern darüber.

Was ist Einfachheit?

Simone, darf ich weitermachen oder hast du was?

[Simone:] ich habe was für dich.

[Dhyan Mikael:] Ja, sehr schön.

[Simone:] Sandra hat noch eine Frage, und zwar bittet sie darum: "Magst du etwas über Einfachheit sagen? Wodurch wird die Einfachheit überdeckt, dass sie nicht mehr erkannt und gelebt werden kann. Was ist Einfachheit? Wie kann der Mensch wieder in Einfachheit leben?"

[Dhyan Mikael:] Danke. So schöne Fragen, danke... eine Freude. Das geht ganz einfach, mit der Einfachheit. In der ersten Frage ging es ja darum: was ist das Eine, was ist das Wichtige im Leben? Was ist das Wertvollste im Leben? Wenn du das weißt... wenn dir klar geworden ist, was für dich das Eine ist, was wichtig ist... wenn du nur Eines hast, was dir wichtig ist, dann ist das Leben für dich einfach.

Und dann geht deine ganze Aufmerksamkeit in eine Richtung. Deine ganze Energie geht in eine Richtung. Wie gesagt, das heißt nicht, dass du dann dein Leben aufgibst. Du lebst dein Leben weiter wie bisher, aber deine innere Ausrichtung, von der spreche ich, die ist in eine Richtung ausgerichtet. Und dann ist dein Leben einfach. Das ist alles. Die meisten Menschen leben nicht einfach.

Wenn dir klar geworden ist, was für dich das Eine ist, was wichtig ist... wenn du nur Eines hast, was dir wichtig ist, dann ist das Leben für dich einfach.

Und dann geht deine ganze Aufmerksamkeit in eine Richtung. Deine ganze Energie geht in eine Richtung.

Die meisten Menschen haben viele Dinge, die ihnen wichtig sind; und nicht nur zwei... zehn, zwanzig, unendlich.

Deine innere Ausrichtung, von der spreche ich, die ist in eine Richtung ausgerichtet. Und dann ist dein Leben einfach. Das ist alles.

Die meisten Menschen leben nicht einfach. Die meisten Menschen haben viele Dinge, die ihnen wichtig sind; und nicht nur zwei... zehn, zwanzig, unendlich.

Das ist dann, als hätte man zehn oder zwanzig Pferde, und die ziehen aber nicht alle in eine Richtung, sondern jedes Pferd rennt in seine eigene Richtung, und du kommst keinen Schritt vorwärts. Und so leben die Menschen ihr Leben, und strengen sich ihr Leben lang an, und dann ist das Leben vorbei, und dann entdecken sie, dass sie keinen Meter weiter gekommen sind in die Richtung, in die sie in diesem Leben eigentlich gehen wollten, aber das haben sie natürlich vergessen.

Aber wenn dein Leben einfach wird, weil du nur noch eine Sache hast, die dir wichtig ist, dann wirst du Erfolg haben. Und jetzt kommt es nur noch darauf an, was das Eine ist, das du dir aussuchst. Es gibt Menschen, die wollen unbedingt erfolgreich werden im Business, mit Geld verdienen, und ein Mensch, dem nichts anderes wichtig ist, sondern nur das, der wird Erfolg haben, ganz gleich, was es ist.... manche Menschen wollen mächtig werden.

Wenn dein Leben einfach wird, weil du nur noch eine Sache hast, die dir wichtig ist, dann wirst du Erfolg haben.

Und jetzt kommt es nur noch darauf an, was das Eine ist, das du dir aussuchst.

Dann ist das Leben einfach.

Und wirklich einfach wird es, wenn du die eine Sache entdeckst, wenn du dich an die eine Sache erinnerst, weswegen du eigentlich in dein Leben gekommen bist. Die meisten Menschen haben davon keine Ahnung.

Und wenn du das ahnst, wenn du das zu dem Einen machst, was dir wichtig ist, dann wird es wirklich einfach, weil dann... Es ist, als würde dann alles von selbst geschehen. Es ist wirklich, als würde das ganze Universum mit dir zusammenarbeiten, weil dieses ganze Leben eigentlich von Anfang an nur dafür da ist, das wurde nur dafür gestaltet, dich auf diesen Weg zu bringen, den du gerade entdeckst. Deswegen bist du auch hier im Satsang.

Es gibt ja diesen schönen Spruch: "Wenn der Mensch einen Schritt auf Gott zu macht, macht Gott neunundneunzig Schritte auf den Menschen zu." Und so fühlt es sich an. Es stimmt natürlich nicht, weil Gott eh schon in uns ist, aber so fühlt es sich an: sobald wir uns in die eine Richtung wenden, die die Richtung ist, weswegen wir hier sind, geht alles fast wie von selbst. Um erfolgreich zu werden, muss man sich sehr anstrengen, und man muss viele Leute übers Ohr hauen.

Sobald wir uns in die eine Richtung wenden, weswegen wir hier sind, geht alles fast wie von selbst.

Um mächtig zu werden, muss man unglaublich viel leisten und viele Menschen vernichten und unterdrücken. Aber um das Eine, die eigene Seele entdecken, den Himmel entdecken, um das zu erreichen, braucht man sich überhaupt nicht anstrengen. Man muss einfach nur wissen, in welche Richtung man schauen mag. Die Entschlossenheit braucht man. Alles andere geht von selbst. Einfach jeden Tag meditieren, jeden Morgen, eine halbe Stunde, und das Leben beginnt, sich zu verändern, und man weiß gar nicht, wie es geschieht.

Aber um das Eine, die eigene Seele entdecken, den Himmel entdecken, um das zu erreichen, braucht man sich überhaupt nicht anstrengen.

Man muss einfach nur wissen, in welche Richtung man schauen mag. Die Entschlossenheit braucht man. Alles andere geht von selbst.

Und es ist meine persönliche Erfahrung: je länger ich meditiere, desto einfacher wird dieses Leben. Es ist unglaublich.

Es ist meine persönliche Erfahrung:
je länger ich meditiere, desto einfacher wird dieses Leben.

Es ist unglaublich.

Wie gesagt, ich möchte diesem stereotypen Bild entgegenwirken, das manche Menschen von einem spirituellen Leben haben, dass man dann nur noch in der Ecke sitzt und 'Om' singt und spirituelle Bücher liest oder faul herumhockt. Ich lebe nicht so. Vielleicht gibt es ja solche Leute, aber ich bin nicht so.

Ich bin eigentlich beschäftigter denn je, aber mein Leben ist einfacher denn je, stiller denn je, friedlicher denn je, stressfreier denn je, aber auch ausgefüllter denn je, reicher denn je. Das muss man erleben. Aber einfach wird es, weil es keine Widersprüche mehr gibt in einem drin, keine Konflikte. Keine Fragen: soll ich jetzt das machen oder das? Ist mir das jetzt wichtig oder das?

Die gesamte Energie geht in eine Richtung, und daraus ergibt sich der ganze Rest von selbst.

Das Leben kann wirklich so einfach sein.

Einfach wird es, weil es keine Widersprüche mehr gibt in einem drin, keine Konflikte.

Keine Fragen: soll ich jetzt das machen oder das? Ist mir das jetzt wichtig oder das?

Die gesamte Energie geht in eine Richtung, und daraus ergibt sich der ganze Rest von selbst.

Das Leben kann wirklich so einfach sein.

Danke für diese wunderschöne Frage. Vielen, vielen Dank.

Umgang mit Eifersucht

[Simone:] ich habe noch eine weitere Frage, Mikael.

[Dhyan Mikael:] Ah, wie schön.

[Simone:] Sie kommt von jemandem, der sich Danke-1-2-3 nennt.

[Dhyan Mikael:] Hallo Danke-1-2-3.

[Simone:] "Lieber Mikael, kannst du mir sagen, wie ich mit meiner Eifersucht umgehen kann? Ich spüre seit einiger Zeit, dass ich Angst habe, dass mein Partner sich nach jemandem anderen umschaut. Danke."

[Dhyan Mikael:] Ich danke dir.

Ich schätze solche Fragen ungemein, weil die Fragen... das kennt jeder. Jeder Mensch hat das schon erlebt und weiß, was es bedeutet, eifersüchtig zu sein.

Ich möchte zwei Sachen dazu sagen. Das eine ist etwas ganz Praktisches. Du fragst: "Was kann ich mit meiner Eifersucht tun?" Fühle sie.

Lass sie zu. Das heißt nicht, dass du deine Eifersucht freien Lauf lassen sollst und sie ausagieren sollst und dich eifersüchtig verhalten sollst. Was meine ich damit nicht. Die Eifersucht ist ein Gefühl. Lass es zu dir kommen. Nimm es an. Lass dich davon berühren, ganz still. Sie ist ein wertvolles Geschenk.

Eifersucht ist ein Gefühl. Lass es zu dir kommen. Nimm es an. Lass dich davon berühren, ganz still.

Sie ist ein wertvolles Geschenk.

Nicht auskotzen, nicht rauswerfen, sondern sich damit zurückziehen, sich dafür Zeit nehmen, um allein damit zu sein. Solche starken Gefühle wie Eifersucht – und darunter liegt normalerweise eine große Angst –, diese Gefühle sind so wertvoll, weil sie in Wirklichkeit eine Einladung sind. Sie laden deine Aufmerksamkeit ein, nach innen zu gehen, in Richtung dieser Gefühle.

Solche starken Gefühle wie Eifersucht – und darunter liegt normalerweise eine große Angst –, diese Gefühle sind so wertvoll, weil sie in Wirklichkeit eine Einladung sind.

Sie laden deine Aufmerksamkeit ein, nach innen zu gehen, in Richtung dieser Gefühle.

Weißt du, mit der Eifersucht ist es so: vielleicht erinnerst du dich noch an die Zeit, als du keinen Partner hattest. Da war die Welt in Ordnung... vielleicht erinnerst du dich. Dir hat nichts gefehlt, dein Leben war voll, du warst beschäftigt, du hattest alles, was du brauchst. Und dann kann dein Partner in dein Leben. Und jetzt hast du Angst, ihn zu verlieren oder sie zu verlieren. Ist das nicht komisch? Bevor er oder sie da war, warst du vollständig, und jetzt hast du einen Partner und hast Angst, dass er wieder geht.

Und ich möchte dir sagen, woran das liegt: Wenn du alleine bist, dann ist deine Aufmerksamkeit bei dir. Du kümmerst dich ganz natürlicherweise um deine Angelegenheiten. Das musst du auch tun. Da ist sonst niemand da, der sich dich kümmert. Du machst es selbst. Deine Aufmerksamkeit ist bei dir. Und alles ist gut. Und dann lernen wir jemanden kennen und wir verlieben uns. Und wir finden diesen Menschen toll, und wir geben diesen Menschen unsere gesamte Aufmerksamkeit.

Das, was vorher immer bei uns war – unsere Aufmerksamkeit –, ist jetzt ständig bei diesem anderen Menschen. Es ist, als würden wir unsere Mitte aus uns selbst heraus in den anderen Menschen verlegen. Da gehört sie natürlich nicht hin. Und sobald es Anzeichen dafür gibt, dass dieser andere Mensch nicht wirklich immer da sein könnte oder vielleicht nicht so ist, wie wir dachten, dass er wäre, wird es plötzlich kritisch, weil jetzt unsere Mitte in Gefahr ist; die ist nämlich da draußen, bei diesem anderen Menschen.

Und Eifersucht, oder das, was jetzt passiert, wenn in der Beziehung Unsicherheit einkehrt, aus irgendwelchen Gründen... Diese Gefühle, die jetzt passieren, sind ein Anzeichen dafür, dass deine Aufmerksamkeit lange Zeit da war, wo sie nicht hingehört; als wäre dein Inneres dadurch instabil geworden. Und diese Gefühle, die helfen dir jetzt, die Aufmerksamkeit wieder dahin zu bringen, wo sie hingehört, nämlich zu dir – in dich selbst hinein.

Diese Gefühle sind ein Anzeichen dafür, dass deine Aufmerksamkeit lange Zeit da war, wo sie nicht hingehört; als wäre dein Inneres dadurch instabil geworden.

Und diese Gefühle helfen dir jetzt, die Aufmerksamkeit wieder dahin zu bringen, wo sie hingehört, nämlich zu dir – in dich selbst hinein.

Wenn du also diesen Gefühlen Aufmerksamkeit schenkst, liebevolle, sanfte Aufmerksamkeit, nicht nur für eine Sekunde oder eine Minute, sondern solange sie da sind, dann heilst du das eigentliche Problem: deine Aufmerksamkeit kehrt zu dir selbst zurück. Und wenn du das tust, dauert es nicht lange, und du wirst dich besser fühlen.

Wenn du also diesen Gefühlen Aufmerksamkeit schenkst, liebevolle, sanfte Aufmerksamkeit, nicht nur für eine Sekunde oder eine Minute, sondern solange sie da sind, dann heilst du das eigentliche Problem:

deine Aufmerksamkeit kehrt zu dir selbst zurück.

Das ist das eine. Das ist sozusagen das Unmittelbare, das mit Eifersucht zu tun hat. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt, der ist ein wenig größer, und der hat damit zu tun, dass wir normalerweise im Leben das, was wir brauchen, dort suchen, wo es nicht zu finden ist. Du suchst Sicherheit, du suchst Liebe, Geborgenheit, Angenommensein, Glücklichsein, und wir wissen nicht, wo wir diese Dinge suchen sollen. Wir haben keine Ahnung. Das Einzige, was wir mal gehört haben, ist, dass es offenbar in Beziehung zu finden ist.

Du suchst Sicherheit, du suchst Liebe, Geborgenheit, Angenommensein, Glücklichsein, und wir wissen nicht, wo wir diese Dinge suchen sollen.

Wir haben keine Ahnung.

Deswegen haben wir diese ganzen Liebesgeschichten und dieses Happy End in Filmen und in den Büchern. Aber das ist alles gelogen. Jeder, der eine glückliche Beziehung hat, weiß das. Beziehungen können schön sein, Beziehungen können glücklich sein, aber letztlich geben sie uns nicht das, wonach wir in Wirklichkeit suchen. Und irgendwann merkt man das. Und du hast Glück. Bei dir geschieht jetzt gerade etwas, was dich erschüttert und was dich daran erinnert, dass das, was du da suchst, dort nicht zu finden ist. Deswegen gibt es so etwas wie Satsang, deswegen gibt es so etwas wie Meditation.

Beziehungen können schön sein, Beziehungen können glücklich sein, aber letztlich geben sie uns nicht das, wonach wir in Wirklichkeit suchen.

Und irgendwann merkt man das.

Das sind die Mittel, die uns dabei helfen, zu entdecken, wo diese Dinge wirklich zu finden sind.

Nicht im Partner... da wirst du das niemals finden, ganz gleich wie toll er ist, ganz gleich wie treu er ist, ganz gleich wie schön er ist.

Und das ist der zweite Aspekt von dem, was du jetzt gerade erlebst. Was du gerade erlebst, dieser Schock, diese tiefe Verunsicherung, die erinnert dich daran, was du eigentlich suchst, und stellt dir die Frage: Wo findest du das? Bist du dir sicher, dass du das bei diesem Mann findest? Oder willst du vielleicht auch mal woanders schauen?

Was du gerade erlebst, dieser Schock, diese tiefe Verunsicherung, die erinnert dich daran, was du eigentlich suchst, und stellt dir die Frage:

Wo findest du das? Bist du dir sicher, dass du das bei diesem Mann findest? Oder willst du vielleicht auch mal woanders schauen?

Und das Interessante daran ist: wenn man einmal anfängt, das eine Wichtige im Leben dort zu suchen, wo es wirklich ist – in einem drin –, dann fangen diese ganzen anderen Dinge im Leben plötzlich wieder an zu funktionieren, weil wir dann dort nichts mehr suchen, was da gar nicht ist. Dann wird die Beziehung wieder entlastet.

Wenn man einmal anfängt, das eine Wichtige im Leben dort zu suchen, wo es wirklich ist – in einem drin –, dann fangen diese ganzen anderen Dinge im Leben plötzlich wieder an zu funktionieren, weil wir dann dort nichts mehr suchen, was da gar nicht ist.

Dann ist sie das, was sie sein kann: eine wunderbare Ergänzung, eine wunderbare Hilfe, viel Freude, aber nicht Quelle des Glücks – die ist woanders.

Dann wird die Beziehung entlastet. Dann ist sie das, was sie sein kann: eine wunderbare Ergänzung, eine wunderbare Hilfe, viel Freude, aber nicht Quelle des Glücks –

die ist woanders.

Also, mein Rat an dich ist: lade deine Eifersucht ein, in dir drin. Nimm dir Zeit dafür. Gib dir Raum dafür. Eifersucht ist etwas, was viel Raum und viel Zeit braucht. Ich weiß, wovon du sprichst, ich habe es selber erlebt.

Und frag dich, wo du das, was du wirklich suchst, um glücklich zu sein, wo du das findest. Stell dir diese Frage. Dafür bist du hier in diesem Leben.

Ich danke dir. Danke 1-2-3.

"Hast du noch unerwünschte Gedanken?"

[Simone:] Mikael, ich habe noch eine Frage von Alexandra, die ich gerne vorlesen würde.

[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne. Hallo Alexandra, ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] "Guten Abend und herzlichen Dank! Im Kurs in Wundern steht:...während du lernst, dass du nur ohne die Gedanken zu kommen brauchst, die du nie wolltest und die nicht wahr sind. Hast du noch unerwünschte Gedanken? Ist dein Geist vollständig leer beim Meditieren?"

[Dhyan Mikael:] Danke für deine Frage. Ich freue mich, dass ich darüber reden darf. Nein, der Geist ist nicht leer beim Meditieren, also meiner jedenfalls nicht.

Die Sache mit den Gedanken ist die... Es geht nicht darum, sich hinzusetzen und gedankenfrei zu werden. Das kann man nicht machen.

Aber was man machen kann, ist, den Gedanken, die da sind, keine Aufmerksamkeit zu schenken; sie nicht wichtig zu nehmen; sie nicht ernst zu nehmen; ihnen nicht zu glauben - überhaupt nicht.

Es geht nicht darum, sich hinzusetzen und gedankenfrei zu werden. Das kann man nicht machen.

Aber was man machen kann, ist, den Gedanken, die da sind, keine Aufmerksamkeit zu schenken; sie nicht wichtig zu nehmen; sie nicht ernst zu nehmen; ihnen nicht zu glauben - überhaupt nicht.

Und das kann man nur machen, wenn man für die eigene Aufmerksamkeit ein anderes Ziel hat. Und deswegen ist die Samarpan-Meditation so genial, für mich jedenfalls. Wenn man mit dieser Meditation beginnt, denkt man am Anfang: "Naja, gut und schön"... Es ist so einfach. Man ahnt gar nicht, was da drinsteckt. Aber wenn man sie dann mal ein paar Wochen gemacht hat, entdeckt man etwas ganz Erstaunliches. Ich weiß nicht, ob du die Meditation kennst oder mich schon mal darüber reden hast hören.

Was man in dieser halben Stunde, wenn man da morgens die Samarpan-Meditation macht, tut, ist, dass man mit der Aufmerksamkeit hier oben am Kronenchakra ruht. Das Kronenchakra ist einfach die oberste Stelle des Kopfes, etwas völlig praktisches, unesoterisches; hier, diese Stelle. Und wenn man mit der Aufmerksamkeit da oben ist, an dieser Stelle... Ich weiß nicht, wieso das so ist, aber dann kann man nicht denken. Schau, die Gedanken sind für dich nur da, wenn du in Aufmerksamkeit gibst. Wenn deine Aufmerksamkeit durch etwas anderes gebunden wird, nimmst du keine Gedanken wahr.

Das erleben viele Menschen zum Beispiel in einer plötzlichen Notfallsituation. Dann ist das gesamte System komplett mit etwas beschäftigt und eingenommen, und da sind keine Gedanken, weil die Aufmerksamkeit woanders ist. Oder wenn man in der Küche steht und kocht. Da wird nicht viel gedacht, da schnippelt man gerade das Gemüse. Aber sobald man sich hinsetzt und nichts tut – das ist Meditieren: der Körper sitzt komplett ruhig da und tut nichts, und auch der Geist hat keine Aufgabe... Und jetzt weiß man nicht, wohin mit der Aufmerksamkeit, und dann kommen die Gedanken in den Vordergrund.

Und deswegen meditiert man. Man setzt sich hin und hat nichts zu tun. Und jetzt übt man, mit der Aufmerksamkeit bei sich zu bleiben, obwohl da nichts zu tun ist. Das ist sozusagen die allerschwierigste Situation. Und früher wusste ich nicht wirklich, was ich da tun soll. Aber jetzt, seit ich die Samarpan-Meditation kennengelernt habe, ist es für mich, als wüsste ich, wo ich meine Aufmerksamkeit ruhen lassen kann; als würde sie da aufgetankt werden. Wenn meine Aufmerksamkeit hier oben ruht, nehme ich keine Gedanken wahr. Ich weiß nicht, ob da noch Gedanken da sind oder nicht.

Aber einen Moment später ist meine Aufmerksamkeit nicht mehr da oben. Dann denke ich wieder. Es ist, als wäre meine Aufmerksamkeit, ohne dass ich es gemerkt habe, einfach ein Stockwerk tiefer gerutscht, hier herunter, und da sind die Gedanken. Und dann, einige Momente später, fällt mir auf: "Moment mal, ich denke ja", und dann gehe ich mit der Aufmerksamkeit hier hoch zum Kronen Chakra zurück, und dann wird es sofort wieder still. Und das geht dann hin und her, hin und her.

Und was wir da lernen, ist... Vielleicht machst du körperliche Übungen. Wenn du zum Beispiel mit Gewichten übst oder irgendwelches körperliche Training. Wenn du eine bestimmte Übung eine Weile gemacht hast, dann wirst du feststellen, dass sich gewisse Muskeln bei dir entwickeln, einfach dadurch, dass sie benutzt werden. Und so ist es mit unserer Aufmerksamkeit auch.

Normalerweise ist es so, dass unsere Aufmerksamkeit – und das ist das Wertvollste, was wir haben – von uns nicht gesteuert wird. Wir haben keine Kraft, wir haben keinen Muskel, der uns dazu befähigt, dass wir bestimmen können, wo unsere Aufmerksamkeit hingeht. Die wird einfach da hingezogen, wo es interessant ist. So funktioniert Werbung. So funktioniert Mann und Frau.

Da läuft eine schöne Frau vorbei, und wenn du ein Mann bist, guckst du hin. Deine ganze Aufmerksamkeit ist plötzlich da. Du kennst sie nicht, du wirst sie nie wieder sehen, aber du bist nicht Herr deiner Aufmerksamkeit. Dann kommen Gedanken, und dann ziehen diese Gedanken deine Aufmerksamkeit an sich. Und so ist deine Aufmerksamkeit die gesamte Zeit unterwegs.

Normalerweise ist es so, dass unsere Aufmerksamkeit – und das ist das Wertvollste, was wir haben – von uns nicht gesteuert wird.

Wir haben keine Kraft, wir haben keinen Muskel, der uns dazu befähigt, dass wir bestimmen können, wo unsere Aufmerksamkeit hingeht.

Wenn man beginnt zu Meditieren, wenn man die Samarpan-Meditation macht, dann beginnt man, eine neue Kraft zu entwickeln. Man beginnt, einen Muskel zu trainieren – das ist natürlich nicht wirklich ein Muskel, sondern das ist eine innere Kraft... Man beginnt, Herr über die eigene Aufmerksamkeit zu werden. Am Anfang meditiert man, und man ist keine fünf Sekunden im Kronenchakra, und dann ist man wieder in Gedanken. Und so geht es eine halbe Stunde hin und her.

Wenn man beginnt zu Meditieren, wenn man die Samarpan-Meditation macht, dann beginnt man, eine neue Kraft zu entwickeln.

Man beginnt, Herr über die eigene Aufmerksamkeit zu werden.

Und mit den Jahren wird diese innere Kraft immer stärker, und allmählich wird man Herr über die eigene Aufmerksamkeit. Dann sind Gedanken immer noch im Gehirn, aber man weiß davon nichts mehr, weil man die Aufmerksamkeit woanders hat – da, wo man sie selbst haben möchte. Und wenn sie dann doch mal wieder runterrutscht, ein Stockwerk tiefer zu den Gedanken, dann packt man die Aufmerksamkeit und schiebt sie wieder nach oben. Und dann ist wieder Ruhe.

Allmählich wird man Herr über die eigene Aufmerksamkeit. Dann sind Gedanken immer noch im Gehirn, aber man weiß davon nichts mehr, weil man die Aufmerksamkeit woanders hat – da, wo man sie selbst haben möchte.

Und diese innere Kraft... die Inder nennen das Chitta. Chitta ist ein Wort für diese innere Aufmerksamkeit, für das Auge unseres Bewusstseins. Und diese Chitta, diese innere Wahrnehmungsfähigkeit, über die werden wir Herr.

Das klingt jetzt alles ganz einfach und schön, aber was ich da beschreibe, ist eine Revolution. Weißt du, früher war es so, dass die Menschen, die Muskelkraft hatten, die waren der Chef. Der stärkste Mann wurde Stammeshäuptling; alle Frauen fanden den stärksten Mann am tollsten; der hatte die Macht, der hatte das Sagen. Heute ist es nicht mehr so. Heute zählt der Intellekt. Die Gerissenen, die Klugen, die Schlauen, die haben heute das Sagen, die haben heute die Macht; die bestimmen heute, wo es lang geht.

Und diese Chitta, diese innere Wahrnehmungsfähigkeit, über die werden wir Herr.

Das klingt jetzt alles ganz einfach und schön, aber was ich da beschreibe, ist eine Revolution.

Und wir treten gerade in ein neues Zeitalter ein, wir sind gerade am Anfang davon. Wir erleben gerade einen großen Umbruch auf die Welt, aber die meisten Menschen wissen davon nichts. Früher war es das Zeitalter der körperlichen Kraft. Was wir in den letzten paar hundert Jahren erlebt haben, war das Zeitalter der mentalen Kraft. Und jetzt beginnt das Zeitalter der inneren Kraft.

Die Inder nennen es 'Chitta Shakti' – die Kraft, das eigene Bewusstsein zu lenken. Und dann wird dein Bewusstsein nicht mehr von äußeren Einflüssen gesteuert. Dann interessiert dich Werbung nicht mehr oder Facebook oder ein Poster von einer nackten Frau oder deine Gedanken. Du steuerst deine Aufmerksamkeit. Du bestimmst, in welche Richtung sie schaut. Du bestimmst, wo sie ruht.

Jetzt beginnt das Zeitalter der inneren Kraft. Die Inder nennen es 'Chitta Shakti' – die Kraft, das eigene Bewusstsein zu lenken. Und dann wird dein Bewusstsein nicht mehr von äußeren Einflüssen gesteuert.

Du steuerst deine Aufmerksamkeit. Du bestimmst, in welche Richtung sie schaut.

Und dann haben die Gedanken keine Macht mehr. Die sind vielleicht immer noch da, aber vielleicht weißt du es gar nicht mehr, weil du da nicht hinguckst. Die Gedanken sind nur dann so störend, wenn diese 'Chitta Shakti – diese Kraft, das Bewusstsein zu steuern – wenn die nicht trainiert ist. Und die ist bei den Menschen nirgendwo trainiert; keiner hat das je gelernt. Unser Bewusstsein geht immer nach außen, die ganze Zeit.

Aber es muss nicht so sein. Die Samarpan-Meditation ist dafür der Schlüssel, ganz einfach, und doch die totale Revolution. Das entdeckt man aber erst, wenn man es eine Weile macht. Und diese Kraft, das eigene Bewusstsein zu lenken... fähig zu sein, zu bestimmen, worauf meine innere Aufmerksamkeit gerichtet hat, die verändert alles. Das ist die neue Kraft, die die Welt bestimmen wird in Zukunft.

Gedanken sind nur dann so störend, wenn diese 'Chitta Shakti – diese Kraft, das Bewusstsein zu steuern – nicht trainiert ist. Und keiner hat das je gelernt. Unser Bewusstsein geht immer nach außen, die ganze Zeit.

Aber es muss nicht so sein. Die Samarpan-Meditation ist dafür der Schlüssel, ganz einfach, und doch die totale Revolution.

Die ist stärker als alles andere.

Und diese Kraft, das eigene Bewusstsein zu lenken... fähig zu sein, zu bestimmen, worauf meine innere Aufmerksamkeit gerichtet hat, die verändert alles.

Das ist die neue Kraft, die die Welt bestimmen wird in Zukunft. Die ist stärker als alles andere.

Danke für deine Frage. Vielen Dank.

Den eigenen Vater lieben

[Simone:] ich habe jetzt noch eine Frage, die ich gerne vorlesen möchte, sie ist von Michael.

[Dhyan Mikael:] Vielen Dank. Hallo Michael, ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] "Lieber Mikael, meinem Vater geht es immer schlechter, und es kann sein, dass er bald gehen wird. Er hat in den letzten Jahren immer mehr abgebaut und kann kaum noch sprechen, und hat vor langem schon den Sinn am Leben verloren. Er will unter keinen Umständen ins Krankenhaus oder auch zum Arzt. Das ist sehr schwer für meine Mutter. Warum hat er schon immer so Angst vor Ärzten, wo ihm vielleicht auch geholfen wird? Was kann ich als Sohn tun? Ich möchte ihm noch gerne in die Augen schauen und sagen, dass ich ihn liebe, und auch, dass er aufhören kann zu leiden. Alles Liebe."

[Dhyan Mikael:] Oh, danke, danke, danke.

Warum sollte dein Vater zum Arzt gehen? Warum sollte dein Vater ins Krankenhaus gehen, um Gottes Willen?

Dein Vater weiß genau, was passiert. Sein Leben geht zu Ende.

Alle anderen um ihn herum haben damit ein Problem; er offensichtlich nicht, und ich beglückwünsche ihn dazu.

Ich kenne deinen Vater nicht, aber es klingt für mich, als sei er im Frieden, und das ist wunderbar. Du sagst, er hat schon vor langer Zeit den Sinn fürs Leben verloren.

Ich weiß nicht genau, was du damit meinst. Wenn du meinst, dass er nicht mehr kämpft: oh, das ist ein gutes Zeichen!

Man braucht nicht kämpfen. Bereit sein zu sterben, das ist eine wunderbare Sache. Ich bin bereit zu sterben, jetzt, in diesem Moment.

Man braucht nicht kämpfen.

Bereit sein zu sterben, das ist eine wunderbare Sache.

Ich bin bereit zu sterben, jetzt, in diesem Moment.

Ich kämpfe nicht. Ich bin nicht in dem Zustand deines Vaters und auch nicht in seinem Alter, aber ich kämpfe nicht.

Der Tod ist etwas, was die normalen Menschen ignorieren, und wenn er dann nicht mehr zu ignorieren ist, versuchen wir alles zu tun, um ihn hinauszuzögern.

Ich freue mich, dass dein Vater da nicht mitmacht. Ich freue mich sehr. Liebe ihn. Nutze die Zeit, die du hast. Es klingt für mich, als wäre er ein weiser Mensch. Er weiß, dass er stirbt. Er will seine Ruhe. Er will seinen Frieden, das ist das Wichtigste zum Sterben.

Irgendwann merkt man: meine Zeit ist gekommen, und dann lässt man einfach los. Lasst den Mann in Ruhe.

Feiert ihn, genießt ihn, solange noch da ist, liebt ihn, solange noch da ist, und bewundert ihn für seine Sturheit bei diesem kranken Spiel, das wir alle normalerweise mit dem Tod spielen, dass er da nicht mitmacht.

[Simone:] Darf ich dich ganz kurz unterbrechen, Mikael?

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.

[Simone:] Michael hat jetzt nämlich noch geschrieben. "Er wirkt eher verbittert, und dass er sehr wohl große Angst vor dem Sterben hat."

[Dhyan Mikael:] Ja, das mag sein. Danke, Simone.

Weißt du, wenn der Tod kommt, dann beginnt die Zeit, wo man mit sich selbst konfrontiert wird. Dann merkt man, wie man sich wirklich fühlt. Die meisten Menschen ignorieren es ein Leben lang, die Angst, die Enttäuschung übers Leben, dass man nicht das gefunden hat, was man immer gesucht hat, und die Angst vor dem Tod, weil man nicht weiß... Man hat dieses Fundament in sich selbst nicht gefunden. Und wenn es dann ans Sterben geht, dann kommen diese Gefühle.

Und manche Leute, die lenken sich dann davon ab, indem sie ums Leben kämpfen. Manche Menschen versinken in ihren Gefühlen, in ihrer Bitterkeit, in ihrer Depression, was auch immer.

Was du tun kannst, ist: lass ihn wie er ist. Wirklich... lass ihn, wie er ist. Ich meine, wenn du eine Idee hast, dass es etwas gibt, was ihm helfen könnte, kannst du ihm das ja anbieten. Ich weiß es nicht. Als mein Vater starb, ist er in den letzten Monaten im Hospiz gewesen. Das war sehr gut für ihn.

Aber da wurde nicht gekämpft; da wurde er begleitet von Menschen, die wissen, was einer in seinen letzten Tagen und Wochen und Monaten braucht.

Was deinem Vater... du fragtest, was du tun kannst?

Du möchtest ihm in die Augen schauen können und möchtest ihm sagen können, dass du ihn liebst. Und dazu ist es notwendig, dass du in Frieden bist mit ihm; damit, wie er ist; mit seiner Angst, mit seiner Bitterkeit, mit seiner Enttäuschung.

Zu ihm zu gehen und diese Gefühle bei ihm wahrzunehmen und ihn so zu lieben: das ist Liebe. Da ist ganz viel möglich.

Du möchtest ihm in die Augen schauen und ihm sagen können, dass du ihn liebst. Und dazu ist es notwendig, dass du in Frieden bist mit ihm; mit seiner Angst, mit seiner Bitterkeit, mit seiner Enttäuschung. Zu ihm zu gehen und diese Gefühle bei ihm wahrzunehmen und ihn so zu lieben: das ist Liebe.

Und, weißt du: wenn du ihn so liebst und so sein lässt, wie er wirklich ist, wie du ihn gerade erlebst... Wenn du nicht versuchst, ihn anders zu wollen, weil in Wirklichkeit das, wie er ist, für dich sehr schwierig ist... Wer weiß? Wer weiß, was dann noch möglich wird. Meine Erfahrung ist: sobald ich den anderen Menschen ganz und gar so akzeptiere, wie er wirklich ist, und ihn endlich einmal so sein lasse, und mit meinen Gefühlen, die ich dazu habe, Frieden schließe, dann wird plötzlich alles Mögliche möglich, was ich mir gar nicht vorstellen konnte.

Normalerweise versuchen wir, den anderen Menschen irgendwie zu ändern, weil es für uns wirklich schwierig ist, was wir da erleben mit diesem Menschen, diese Gefühle von diesem Menschen.

Du kannst nicht viel machen als Sohn, aber du kannst ihn lieben, und das bedeutet, dass du deine Gefühle, die du in Bezug auf ihn hast, auch lieben musst. Wenn du das tust – das sind sozusagen deine Hausaufgaben –, dann kannst du ihm begegnen, so wie er ist.

Du kannst nicht viel machen als Sohn, aber du kannst ihn lieben, und das bedeutet, dass du deine Gefühle, die du in Bezug auf ihn hast, auch lieben musst. Wenn du das tust – das sind sozusagen deine Hausaufgaben –, dann kannst du ihm begegnen, so wie er ist.

Ich danke dir für deine Fragen, Michael.

[Simone:] Er schreibt "Vielen Dank".

[Dhyan Mikael:] Ich danke dir.

Schlüssel für eine glückliche Beziehung

[Simone:] Ich habe noch eine Frage von Sandra... [Dhyan Mikael:] Ja, gerne.

[Simone:] ...die lese ich jetzt noch gerne vor. "Was ist der Schlüssel für eine glückliche Beziehung? Was ist der wahre Zugang zueinander, um miteinander wachsen zu können, zu heilen im Miteinander."

[Dhyan Mikael:] Der Schlüssel für dieses Miteinander ist, dass du vom anderen nichts willst, vom anderen nichts brauchst, vom anderen nichts erwartest, sondern alles, was du brauchst, in dir findest. Das ist der Schlüssel. Das sagt dir keiner. Es gibt ganz tolle Workshops, wo du da gemeinsam alles Mögliche erleben und finden und ausprobieren kannst.

Der Schlüssel für dieses Miteinander ist, dass du vom anderen nichts willst, vom anderen nichts brauchst, vom anderen nichts erwartest, sondern alles, was du brauchst, in dir findest.

Das ist der Schlüssel.

Die ganze Welt sucht nach dem, was du gerade beschrieben hast – deswegen freue ich mich so über deine Frage –, weil alle Menschen versuchen, es miteinander zu machen. Aber ich sage dir: das, weswegen du hier bist, kannst du nur alleine machen.

Glücklich werden muss jeder selbst. Glücklich werden ist eine ganz intime, private Angelegenheit jeder Seele für sich.

Ich sage dir: das, weswegen du hier bist, kannst du nur alleine machen.

Glücklich werden muss jeder selbst.

Glücklich werden ist eine ganz intime, private Angelegenheit jeder Seele für sich.

Und wer das entdeckt, diesen Weg zum eigenen Glück, der wird dann plötzlich fähig, mit anderen Menschen zusammen zu sein, aber wahrhaftig zusammen zu sein.

Du fragst: was ist da der Zugang dazu, dass man das zusammen kann? Ich habe das in meinem Leben erlebt.

Früher war mein Fokus, war meine Aufmerksamkeit immer bei meiner Partnerin. Ich wollte genau das, was du auch gerade fragst: zusammen sein, zusammen verschmelzen, zusammen glücklich werden. Aber ich habe den Meister, der wusste es zum Glück besser, und der hat mich immer mehr auf mich selbst zurückgeworfen, und ich habe ganz allmählich gelernt, in mir drin Glück und Boden zu finden; das Fundament meines Lebens in mir zu finden.

Und dann habe ich den anderen Menschen nicht mehr gebraucht. Also, praktisch gesehen brauchen wir uns natürlich alle miteinander, das ist ja klar – fürs praktische Leben. Aber wir sprechen hier über dieses Innere, diese innere Erfüllung, dieses glücklich werden.

Und dann habe ich erlebt... Als ich in mir drin angekommen war und feststellte: ich brauche den anderen nicht mehr, ich bin glücklich, ich habe alles, was ich brauche... da habe ich etwas total Interessantes festgestellt: Je mehr ich mich selbst gefühlt habe, je mehr ich bei mir war, je mehr ich in mir schaute, desto mehr war ich mit dem anderen verbunden. So ist es heute noch. Mehr und mehr.

Es ist, als ob die wahre Verbindung zu anderen Menschen durch das eigene Innere geht.

Je mehr ich mich selbst gefühlt habe, je mehr ich bei mir war, je mehr ich in mir schaute, desto mehr war ich mit dem anderen verbunden. So ist es heute noch. Mehr und mehr.

Es ist, als ob die wahre Verbindung zu anderen Menschen durch das eigene Innere geht.

Eine normale Beziehung ist geprägt – ich weiß, das will keiner hören, aber es ist trotzdem so – von Bedürftigkeit. Du willst glücklich sein. Du hast keine Ahnung, wie das gehen soll. Du bist überzeugt davon: mit dem anderen Menschen geht es. Du willst, dass der dich glücklich macht. Wir wollen nicht alleine sein, wir wollen geliebt werden, wir wollen Bestätigung.

Wir lieben uns selbst nicht, aber wir wollen, dass jemand anders uns liebt. Wir fühlen uns verkehrt, aber wir wollen, dass jemand anders uns richtig findet. Das ist das, was ich 'Bedürftigkeit' nenne. Und auf Basis dieser Bedürftigkeit, die alle Menschen haben – das ist nichts Verwerfliches, so sind wir einfach – geht keine gesunde Beziehung. Es geht einfach nicht.

Wir lieben uns selbst nicht, aber wir wollen, dass jemand anders uns liebt. Wir fühlen uns verkehrt, aber wir wollen, dass jemand anders uns richtig findet. Das ist das, was ich 'Bedürftigkeit' nenne. Und auf Basis dieser Bedürftigkeit geht keine gesunde Beziehung. Es geht einfach nicht.

Und irgendwann findet das ein Mensch heraus. Irgendwann merkt man, nachdem man... Ich war dreimal verheiratet, ich hatte x Beziehungen. Ich habe es wirklich gründlich probiert, immer wieder, mit allem Drum und Dran, mit Therapie und Workshops und alles, was man so machen kann. Irgendwann habe ich gemerkt: "Da stimmt etwas nicht.

Da stimmt etwas nicht, das kann nicht nur an mir liegen. Ich glaube, ich suche an der falschen Stelle." Und jetzt, wo ich glücklich geworden bin; wo ich beginne, meine Seele zu entdecken; wo ich in mir lebe, in mir ruhe; jetzt, wo ich die anderen Menschen nicht mehr brauche: jetzt fühle ich mich mit ihnen verbunden. Jetzt fließt da Liebe, einfach so. Jetzt ist da Offenheit.

Jetzt, wo ich glücklich geworden bin; wo ich beginne, meine Seele zu entdecken; wo ich in mir lebe, in mir ruhe; jetzt, wo ich die anderen Menschen nicht mehr brauche: jetzt fühle ich mich mit ihnen verbunden.

Jetzt fließt da Liebe, einfach so. Jetzt ist da Offenheit.

Und jetzt ist da auch ein sich gegenseitig unterstützen, als wäre es der Sinn, dass wir alle zusammen auf diesem Planeten sind. Aber all das erlebe ich erst, seit ich in mir lebe. Es geht alles durch mich selbst hindurch. Es geschieht nicht, indem ich versuche, mit jemand anderem etwas möglich zu machen, gemeinsam glücklich zu werden. Wenn man in die Richtung schaut, funktioniert das nie.

Und das ist ein bisschen wie eine Hemmschwelle. Am Anfang fühlt es sich an, als würde man fast lieblos werden den anderen Menschen gegenüber, weil man zum ersten Mal im Leben beginnt, nur noch auf sich zu schauen und sich selbst kennenzulernen und sich um die eigenen Gefühle schert und um die eigenen Bedürfnisse und nicht mehr um die der anderen.

Aber nur, wenn man das macht und da hartnäckig dranbleibt, dann beginnt man zu entdecken: "Wow, hier durch, durch mein Inneres, durch meine eigene Seele hindurch, hier, durchs Kronenchakra, da, da sind wir wirklich verbunden."

Das die eine wahre Verbindung, die bleibt. Die geht über alles hinaus, was man normalerweise in einer Partnerschaft erlebt, aber ganz praktisch. Man erlebt es dann einfach. Es ist dann ganz selbstverständlich.

Also, fang bei dir selbst an! Fang an, dich selbst zu lieben. Sei du dein eigener bester Partner. Lerne dich richtig gut kennen. Lerne deine ganzen Gefühle kennen. Lerne deine ganzen Gefühle schätzen. Akzeptiere dich so, wie du bist, ganz und gar. Und wenn du dich einsam fühlst, akzeptiere das. Wenn du dich unzulänglich fühlst, akzeptiere das. Wenn du dich verkehrt fühlst, liebe dich so, wie du bist. Das sind die Hausaufgaben.

Fang bei dir selbst an! Fang an, dich selbst zu lieben. Sei du dein eigener bester Partner.

Und wenn du dich einsam fühlst, akzeptiere das. Wenn du dich unzulänglich fühlst, akzeptiere das. Wenn du dich verkehrt fühlst, liebe dich so, wie du bist.

Das sind die Hausaufgaben.

Und wenn du das machst, immer wieder, immer wieder, dann beginnst du allmählich, dir selbst nahe zu sein. Und das ist der Schlüssel: dir selbst nahekommen. Und dann entdeckst du auch die Nähe zu anderen. Vorher nicht. Alles, was wir vorher erleben, ist alles nur an der Oberfläche, auch wenn es sich ganz toll anfühlt für kurze Zeit. Ich danke dir für deine Frage. Das ist ein tolles Thema, weil es uns alle so sehr beschäftigt. Vielen Dank.

Das ist der Schlüssel: dir selbst nahekommen.

Und dann entdeckst du auch die Nähe zu anderen. Vorher nicht.

Dem Ego auf den Leim gegangen

[Simone:] Ich habe zurzeit keine Fragen vorzulesen.

[Dhyan Mikael:] Ah, fein. Dann möchte ich gern einen Brief vorlesen, den ich bekommen habe.

Ich lade ja alle Menschen ein, mir auch handschriftliche Briefe zu schreiben. Ich schätze das sehr. Ich antworte dann auch immer handschriftlich, aber die Antwort auf die eigentliche Frage, auf das Thema des Briefes, die darüber spreche ich dann immer in einem Video oder in einem Satsang, damit es alle hören können.

"Ich bin jetzt sechsundvierzig Jahre alt. Vor etwa zehn Jahren las ich ein Buch von Eckart Tolle und meine spirituelle Reise begann. Trotzdem stelle ich fest, dass ich dem Ego auf den Leim gegangen bin. Mein Leben war und ist geprägt und geführt von der Stimme in meinem Kopf. Seit ich den Machenschaften des Egos auf der Spur bin, geht es mir massiv schlechter.

Die Stimme ist sehr negativ und sehr überzeugend geworden. Durchschaue ich seine Strategie, lässt es sich etwas Neues einfallen. Schreibt das Ego jetzt diesen Brief? Werde ich verrückt? Die Samarpan-Meditation, die ich seit ein paar Wochen mache, hilft sehr, die Dominanz des Egos zu lindern. Dennoch sehe ich im Alltag nur das Ego. Ich weiß nicht mehr, was echt ist. Ich danke dir für eine Antwort."

Also, das ist wirklich so ein schöner Brief. Er bringt es einfach auf den Punkt. Ja, so ist es. Irgendwann kommen wir dem Ego auf die Schliche. Irgendwann merken wir, dass das, was wir da in uns fühlen und hören, die ganzen Gedanken, und auch die Gefühle, dass wir dem nicht trauen können, und wir wissen... Wenn diese Zeit im Leben beginnt, dann beginnt die große Unsicherheit, weil wir nicht mehr wissen: Wem oder was kann ich überhaupt noch glauben? Alles, was ich da in mir spüre, ist nicht vertrauenswürdig. Es ist alles das Ego. Genau so ist es.

Wenn diese Zeit im Leben beginnt, dann beginnt die große Unsicherheit, weil wir nicht mehr wissen:

Wem oder was kann ich überhaupt noch glauben? Alles, was ich da in mir spüre, ist nicht vertrauenswürdig. Es ist alles das Ego.

Genau so ist es.

Wenn man mit der Samarpan-Meditation beginnt, dann ruht man ja mit der Aufmerksamkeit hier oben im Kronenchakra. Und wenn ich dort ruhe mit meiner Aufmerksamkeit, dann weiß ich gar nichts mehr, und meine Gedanken, die wissen natürlich bestens Bescheid, aber den glaube ich ja nicht mehr. Von den wende ich mich ja ab. Und immer wenn ich im Kronenchakra ruhe, immer, wenn ich meditiere, weiß ich nichts mehr. Und sobald ich etwas weiß, lass ich es wieder los und weiß nichts mehr.

Es klingt für Ungeübte ein wenig seltsam, aber die Sicherheit, nach der du suchst, liegt im Nichtwissen verborgen.

Es klingt für Ungeübte ein wenig seltsam, aber die Sicherheit, nach der du suchst, liegt im Nichtwissen verborgen.

Am Anfang ist es so: du hast lauter Fragen, du möchtest wissen, wie's Leben funktioniert, du möchtest wissen, was du tun sollst, du möchtest wissen, wo es lang geht, du möchtest wissen, was jetzt richtig und was falsch ist, aber du weißt: deinem Kopf kannst du nicht trauen. Und jetzt fragst du dich, wo du die Antworten auf deine ganzen Fragen herbekommst. Woher weißt du jetzt, was Sache ist? Und du hast festgestellt – und das ist ein ganz entscheidender Punkt und ein guter Punkt, an dem du bist –, du hast festgestellt, dass nichts von dem, was du da in dir findest, vertrauenswürdig ist.

Die Antwort liegt im Meditieren, und aus folgendem Grund. Wenn du meditierst – die Samarpan-Meditation, wohlgemerkt –, dann ist es nicht so, dass du da Antworten findest. Aber die Fragen verschwinden.

Du weißt nichts mehr, aber du hast auch keine Fragen mehr.

Das ist eine ganz andere Art zu leben.

Wenn du meditierst, dann ist es nicht so, dass du da Antworten findest.

Aber die Fragen verschwinden.

Du weißt nichts mehr, aber du hast auch keine Fragen mehr.

Das ist eine ganz andere Art zu leben.

Und natürlich kommen die Gedanken wieder. Natürlich kommen die Fragen wieder. Natürlich kommt die Unsicherheit wieder. Aber jetzt kennst du eine Richtung, in die du jederzeit zurückkehren kannst. Auch tagsüber... du brauchst dich dafür nicht hinsetzen, formell, um zu meditieren. Das kannst du beim Arbeiten, beim Kochen, beim Spazierengehen, beim Autofahren machen. Du ruhst einfach hier oben, und die Fragen verschwinden.

Natürlich kommen die Gedanken wieder. Natürlich kommen die Fragen wieder. Natürlich kommt die Unsicherheit wieder.

Aber jetzt kennst du eine Richtung, in die du jederzeit zurückkehren kannst.

Am Anfang denkt man: "Moment, das kann ja nicht sein, ich muss doch Bescheid wissen". Aber allmählich merkt man: dem kann ich vertrauen. Wenn ich mich raushalte, wenn ich nichts weiß, wenn ich einfach nur hier ruhe, dann funktioniert irgendwie alles, aber ich habe keine Ahnung wie. Das Leben funktioniert besser als vorher, immer besser, und man hat überhaupt keine Vorstellung, wie das jetzt möglich ist. Und dem vertraut man dann allmählich immer mehr, weil man es immer wieder erlebt.

Ich habe in einem meiner letzten Videos gesagt: Wenn man weise wird... Es ist nicht so, dass der weise Mensch mehr weiß als andere und die richtigen Antworten hat. Der Weise weiß, dass er nichts wissen muss, und er vertraut einfach aufs Leben. Er weiß: ich muss nichts wissen. Das ist loslassen: ich muss nichts wissen.

Es ist nicht so, dass der weise Mensch mehr weiß als andere und die richtigen Antworten hat.

Der Weise weiß, dass er nichts wissen muss, und er vertraut einfach aufs Leben. Er weiß: ich muss nichts wissen.

Das ist loslassen:
ich muss nichts wissen.

Und dann, das, was du da erlebst, der Sturm des Egos, der Sturm der Gedanken, dann beruhigt der sich: wenn du bereit bist, ohne Antworten zu leben und ohne Fragen.

Das, was du da erlebst, der Sturm des Egos, der Sturm der Gedanken, dann beruhigt der sich:

wenn du bereit bist, ohne Antworten zu leben
und ohne Fragen.

Und ich freue mich, dass du die Samarpan-Meditation begonnen hast. Sei geduldig. Du schreibst, du machst sie seit einigen Wochen. Der Brief ist jetzt schon auch schon etliche Wochen alt, also mittlerweile machst du sie ja vielleicht schon seit einigen Monaten. Sei geduldig.

So ging der Satsang ja los, mit der Frage: "Was ist das Wichtigste im Leben?" Und ich sagte: dieses ganze Leben ist dafür da, dass wir das Eine lernen – das, wovon du gerade sprichst in deinem Brief. Das lernen wir. Für den Rest des Lebens, das lernen: hier ruhen und ohne Fragen und ohne Antworten leben. Und du wirst Dinge entdecken, die du dir nicht vorstellen kannst. Es ist eine völlig andere Art zu leben. Da entdeckst du, wer du wirklich bist. Das hat nichts mit Wissen zu tun. Da ist kein Platz fürs Ego.

Dieses ganze Leben ist dafür da, dass wir das Eine lernen: hier ruhen und ohne Fragen und ohne Antworten leben.

Und du wirst Dinge entdecken, die du dir nicht vorstellen kannst. Es ist eine völlig andere Art zu leben.

Aber sei geduldig. Das ist das, was das Ego überhaupt nicht mag: Geduld.

Das ist das, was das Ego überhaupt nicht mag:

Geduld.

Ich danke dir. Danke für deinen Brief. Er hat mich total berührt.

[Simone:] ich habe keine neue Frage, Mikael, aber ich möchte kurz vorlesen, was Sandra für eine Rückmeldung hat. Sie schreibt: "Antworten aus der Quelle. Es ist wie frisches, klares Wasser, das aus dir fließt. Danke sehr dafür, Namaste."

[Dhyan Mikael:] Ich danke dir, Sandra. Weißt du, ich habe so was von keine Ahnung, ob das, was ich hier sage, total genial oder totaler Unsinn ist. Es ist genauso wie meine Antwort auf den Brief eben. Ich weiß nichts, ich habe echt keine Ahnung. Ich staune selber und hoffe einfach, dass es nützlich ist. Und deswegen freue ich mich so, wenn es dir irgendwie hilfreich ist. Ja.

Soll man beim Guru leben?

Danke. Ich habe noch einen Brief. Wenn du nichts hast, Simone, dann lese ich noch einen Brief vor.

"Seit nun sechs Jahren wohne ich in der Nähe meines Gurus. Ich bin aus meiner Heimatgegend hierhergezogen, in eine andere Ecke von Deutschland. Regelmäßig besuche ich Meditationsabende, Darshan und manchmal angebotene Seminare. Trotz der Nähe fühle ich mich hier nicht heimisch, sondern eher heimatlos, fremd und allein. Ich lebe in einem ruhigen Dorf eher ein zurückgezogenes Leben. Außerhalb der Veranstaltungen geht jeder seinen eigenen Weg.

Zweimal im Monat etwa trifft man sich für ein paar Stunden privat. In mir kommt immer mehr der Wunsch auf, wieder zurück in meine Heimatgegend zu ziehen. Mein Guru sagte mir, dass er dann sehr traurig wäre. Was mache ich nun? An diesem Wochenende war mein Heimweh und mein Gefühl des Alleinseins und der Hilflosigkeit besonders stark. Es hat in mir richtig weh getan. Da kam das Video von dir, das ich heute gesehen habe, gerade recht. Kannst du mir bitte dazu noch einen Rat geben?"

Danke.

Ich bin sehr berührt, dass du mich das fragst. Ich möchte gern zwei Sachen dazu sagen. Das eine ist: wir sind nicht aus Versehen in diesem Leben, in diesem normalen, alltäglichen menschlichen Leben. Und wir haben gerade in spirituellen Kreisen gerne die Vorstellung, dass es richtiger wäre, ein spirituelles Leben nur zu Füssen des Gurus zu leben.

Ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt. Wir sind in dieses Leben gekommen, in dieses praktische Leben mit allem Drum und Dran, weil es genau dieses Leben ist, was für uns so hilfreich ist: in der Gesellschaft sein, mit Familie, mit Beruf, Geld verdienen, mit Schwierigkeiten, mit dem Partner, den Kollegen, mit den Mitmenschen. Uns werden so viele Knöpfe gedrückt, es ist so schwierig: da lernen wir das, was wir zu lernen haben. Und dann haben wir einen spirituellen Meister oder einen Guru, der uns die richtige Richtung weist, wie wir dieses Leben, was wir haben, optimal nutzen.

Das heißt aber nicht, dass wir beim Guru leben müssen. Für mich ist Swamiji, mein Guru, der größte Guru, den es gibt. Es geht wahrscheinlich jedem Schüler so: sein Guru ist der Größte. Aber niemand lebt bei ihm. Alle seine Schüler leben ihr Leben, und er gibt ihnen das Werkzeug in Form der Samarpan-Meditation und dadurch die Energie, die sie brauchen, um in diesem Leben voller Ablenkung und voller Schwierigkeiten zu lernen, den Fokus aufs Innere und auf die Seele zu richten. Dadurch wird diese Fähigkeit stark; dadurch wird diese Fähigkeit erst entwickelt.

Wir sind nicht aus Versehen in diesem Leben, in diesem normalen, alltäglichen menschlichen Leben. Und wir haben gerade in spirituellen Kreisen gerne die Vorstellung, dass es richtiger wäre, ein spirituelles Leben nur zu Füssen des Gurus zu leben.

Ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt.

Es ist also nicht notwendig, ständig beim Guru zu leben. Wenn man es möchte und der Guru das erlaubt, kann man das natürlich machen. Ich wollte das nie. Mein Guru erlaubt es gar nicht. Mein spiritueller Meister, Soham, hat es auch immer verhindert. Die Leute wollten auch immer so eine Community bilden, wo man sich zusammenrottet und zusammen lebt in diesem spirituellen Geist.

Aber dafür ist das Leben nicht gemacht. Wir leben unser praktisches Leben, aber werden in dem praktischen Leben geführt durch unseren spirituellen Führer, durch unseren Meister oder durch unseren Guru. Und dann können wir das Leben wirklich optimal nutzen. Mein Rat an dich ist: vertraue deiner Seele.

Wo findest du den Guru? Mein Guru sagt: Die Verbindung zum Guru ist in dir. Mein Guru sagt, Swamiji sagt immer wieder: Es kommt überhaupt nicht darauf an, ihm körperlich nahe zu sein, im Gegenteil. Er sagt, das macht es meistens schwieriger für den Menschen. Er sagt: worauf es ankommt, ist deine innere Offenheit für das, was der Guru bringt. Dazu musst du nicht bei ihm leben. Dazu musst du nicht bei ihm wohnen.

Deine innere Offenheit, das ist das, was zählt. Vertraue deiner Seele, gehe deinen Weg. Ich habe es übrigens immer genauso gemacht wie du. Ich muss kurz auf die Uhr schauen, damit ich nicht überziehe. Entschuldigung. Ich kann dich nur ermutigen, dir selbst treu zu sein.

Weißt du, bei mir war es so... Ich erzählte ja zu Beginn des Satsang, wie das bei mir war, als nach vielen Jahren des Zusammenseins mit meinem spirituellen Meister... Siebzehn Jahre waren wir schon zusammen gewesen, dann kam Swamiji, ein Guru, in unser Leben. Und ich erzählte ja vorhin, was das für ein Umbruch in meinem Leben war. Ich wusste: von diesem Medium, von diesem Guru kommt alles, weswegen ich in diesem Leben bin.

Worauf es ankommt, ist deine innere Offenheit für das, was der Guru bringt.

Dazu musst du nicht bei ihm leben. Dazu musst du nicht bei ihm wohnen.

Deine innere Offenheit, das ist das, was zählt.

Aber ich bin nie nach Indien gefahren. Mein Meister ist nach Indien gefahren. Viele andere sind nach Indien gefahren. Ich weiß nicht, warum ich nicht hinwollte, aber ich hatte ihn gehört. Er hat gesagt: die wahre Verbindung ist innen, und innen habe ich ihn gespürt, immer; auch jetzt.

Ich hatte nie das Bedürfnis, nach Indien zu reisen. Wenn er in Deutschland ist und einen Darshan gibt, dann fahre ich da hin. Das finde ich total toll und unendlich bereichernd. Und nach diesem Tag oder nach so einem Wochenende, dann gehe ich wieder nach Hause und sehe ihn für ein Jahr nicht mehr, oder noch länger.

Die wahre Verbindung ist innen. Und ich war da immer radikal. Ich konnte nicht anders. Ich fühlte mich zwar oft verkehrt; dann dachte ich: "Alle fahren nach Indien, alle wollen jetzt in seiner Nähe sein, mir ist aber nicht danach." Und ich bin da geblieben, wo ich war. Ich habe immer auf meine eigene Seele gehört. Und mein Leben wird immer besser, immer schöner. Ich fühle mich so verbunden mit diesem Guru, der in Wirklichkeit in dir selber wohnt. Da ist der wahre Guru. Der Guru im Außen ist nur die Initialzündung dafür. Ja, sei dir treu.

Zwei Meditationsformen praktizieren

Und ich weiß, wir haben jetzt halb zehn, aber eine Frage habe ich noch, die geht ganz schnell. Die möchte ich gerne noch beantworten.

"Ich mache seit zwölf Jahren eine Lichtmeditation, gelernt von meinem Guru. Nun finde ich die Samarpan-Meditation auch sehr interessant, und etwas in mir möchte sie gerne erlernen. Wie kann ich diese beiden Meditationsformen nun praktizieren, lieber Mikael?"

Das ist gar kein Problem. Die Samarpan-Meditation ist keine Religion, es ist keine Doktrin, es geht nicht darum, dass du jetzt nur noch diese Meditation machst. Es geht ganz einfach: lebe dein Leben weiter wie bisher. Liebe deinen Guru, wenn du möchtest. Mache die Meditation, die du möchtest. Mach all die Dinge, die du gerne tust, mach all die Dinge nicht, die du nicht gerne tust, und füge einfach die Samarpan-Meditation Deinem Leben hinzu. Da gibt es überhaupt kein Problem. Ich danke dir sehr für deinen Brief. Danke.

Unterstütze mich, wenn es Dir Freude macht

Und ich danke Euch allen für diesen wunderschönen Abend, für diesen wunderschönen Satsang an. Ich danke Euch für die Gelegenheit, eure Fragen zu hören und beantworten zu dürfen. Ich weiß selber auch nichts und bin jedes Mal wieder ganz aufs Neue erstaunt, was da so alles erzählt wird, und ich freue mich, wenn es hilfreich ist. Ich möchte am Schluss, das vergesse ich sonst immer... Eigentlich will ich es immer am Anfang sage, aber da vergesse ich es.

Ich möchte euch, wenn euch das gefällt, was ich hier mache, und falls ihr Lust habt, mich dabei zu unterstützen... Ich freue mich sehr über Hilfe, über finanzielle Unterstützung, und ganz gleich wie viel: ein paar Euro im Monat sind für mich schon unendlich wertvoll. Falls du Lust verspürst und Freude daran, mir dabei zu helfen, diese Satsangs und Videos zu machen: auf meiner Webseite gibt es eine Seite, die heißt Spenden, und da kannst du dich informieren, wie es geht. Und wie gesagt, ich drücke das ganz absichtlich so aus: "Wenn es dir Freude macht"... nur dann.

Alles, was ich tue, ist kostenlos, und es wird auch immer so bleiben. Das wird sich nie ändern, das verspreche ich. Und es geht irgendwie. Wenn die Leute, die die Lust dafür verspüren, und die Freude, wenn die mich unterstützen, dann habe ich alles, was ich brauche. Und wenn du Fragen hast: du kannst mir gerne schreiben per E-Mail oder gerne per handschriftlichen Brief – ich liebe das. Auf meiner Website gibt es eine Seite, die heißt 'Frag mich', da findest du die Kontaktmöglichkeiten, wie du mir schreiben kannst. Ich freue mich sehr, von dir zu hören. Vielen Dank. Danke fürs Satsang.

[Devasetu:] Ja, und wer Freude hat, an Jetzt-TV zu spenden, der ist natürlich auch herzlich dazu eingeladen.

[Dhyan Mikael:] Oh ja, danke, Devasetu, dass du uns daran erinnerst. Danke, dass dieser Satsang hier möglich ist bei dir. Und Jetzt-TV braucht wirklich Spenden. Jetzt-TV unterstützt so viele Satsanglehrer und so viele Menschen, Tausende von Menschen, und alle finden die Satsanglehrer toll, und ihr ahnt gar nicht, was Devasetu seit Jahren, seit Jahrzehnten, macht. Sein ganzes Leben ist nur dafür da, es ist unglaublich. Bitte, denkt auch an Jetzt-TV und an Devasetu. Danke