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Online-Satsang vom 15. Januar 2026

Deutsch mit deutschen Untertiteln.

Themen: Anushthan: Zeit des Flugmodus. Lass das Leben entscheiden. Glück und Frieden gibt es nicht. Die Frage verschwindet, und du mit ihr. Kümmere dich nicht um das, was du isst. Meine Priorität ist Meditation, nicht Erholung. Das kennenlernen, was mit dem Körper nichts zu tun hat. Zu faul für Affirmation und Manifestation. Was wir nicht wollen, wächst. Meditiere, und nichts schreckt dich mehr. Machtlosigkeit nicht überwinden, sondern annehmen. Einladung statt Widerstand. Fang mit dem Aufräumen innen an. Die Einladung, mit mir in der Hölle zu sein. Zu intelligent für Wünsche und Ziele.

Über dieses Video:

Dieser besondere Satsang war geprägt von der Stille einer besonderen Zeit: dem Anushthan, einer 45tägigen Zeit des inneren Rückzugs von Swamiji, die heuer am 1. Januar begann. Zu Beginn des Satsangs beschreibe ich meinen eigenen ersten Anushthan als eine Art innerer Flugmodus, wie eine praktische Hygiene des Geistes, die Klarheit und Kraft freilegt, und ich lade alle, die möchten, dazu ein, es Swamiji ebenfalls gleichzutun.

Ein zentrales Thema während des Satsangs war der Umgang mit Leben und Entscheidungen. Wie immer lade ich dazu ein, die scheinbare Kontrolle abzugeben, Hingabe zu üben und dem Leben selbst die Führung zu überlassen – sei es bei Arbeit, Prüfungen, Beziehungen oder Zukunftsfragen. Statt zu kämpfen, geht es um ein simples Ja.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Glück, Frieden und Angst. Glück und Frieden sind in Wirklichkeit keine erreichbaren Zustände, sondern einfach das, was bleibt, wenn innerer Widerstand und gedanklicher Kampf wegfallen. Angst verliert ihre Macht nicht durch Verdrängung, sondern durch die simple Bereitschaft, sie einfach zu erleben. Und obwohl es viele nicht gerne hören, spreche ich sie immer wieder aus: die Einladung, nicht vor der eigenen Hölle wegzulaufen, sondern sie anzunehmen – und zu erleben, wie sich dann alles wandelt.

Und natürlich, wie könnte es anders sein, zieht sich Meditation als roter Faden durch alle Antworten. Sie macht das erlebbar, was jenseits von Körper, Psyche und ‚ich‘ liegt. Und alle Veränderungen im Leben – sei es bei Ernährung, Ordnung, Motivation, Belastbarkeit – ergeben sich dann nicht durch inneren Zwang und Disziplin, sondern von selbst, quasi als „Nebenwirkung” wachsender Bewusstheit.

Und dann entdeckt man das Geheimnis eines guten Lebens: nicht das Leben wird anders, sondern man selbst, und plötzlich erscheint dasselbe Leben, was uns früher so schreckte, problemfrei und wundersam.

Danke für diesen wundervollen Abend!

Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:

Anushthan: Zeit des Flugmodus

[Dhyan Mikael:] Guten Abend, herzlich willkommen zum Satsang. Herzlich willkommen im neuen Jahr.

Ich freue mich, dass wir heute wieder zusammen sind. Danke, dass du da bist.

Für mich ist das ein ganz besonderer Satsang, denn jetzt gerade ist die Zeit des Anushthan. Das ist eine Tradition in Indien, die Swamiji, der Guru, der die Samarpan-Meditation bringt, durchführt, und zwar ist das die fünfundvierzigtägige Tiefenmeditation, die dieses Jahr am ersten Januar begann.

In der Zeit hat Swamiji mit keinem anderen Menschen Kontakt, ist nur in sich selbst versunken, um sich zu regenerieren; um die Seele wieder zu stärken; um wieder ganz bei sich anzukommen und das, was wir im Alltag tun, aber nicht merken, diese Verlagerung unserer Aufmerksamkeit nach außen, auf die Gedanken, auf die Welt, das wieder alles gehen zu lassen. Und dann, nach 45 Tagen, gibt es einen Diskurs, da spricht Swamiji dann wieder. Und das ist etwas ganz Besonderes.

Ja, und dieses Jahr hat's mich irgendwie auch erwischt. Ich weiß schon lange von diesem...

Irgendjemand hat hier den Lautsprecher an. Simone, kannst du alle stummschalten bis auf mich, bitte?

[Simone:] Ja, ist erledigt. Danke.

[Dhyan Mikael:] Danke. Ja, ich habe in den letzten Jahren zwar immer von diesem Anushthan gehört und es hat mich immer sehr berührt, aber ich habe es selbst nicht mitgemacht. Aber dieses Jahr hat's mich irgendwie erwischt. Das ist mein erster Anushthan. Und ich ziehe mich nicht komplett von der Welt zurück. Es ist nicht so, dass ich jetzt nicht mehr arbeite und keine Satsang mehr gebe und keine Videos mache für 45 Tage. Das mache ich alles weiterhin.

Aber es ist für mich eine Zeit der inneren Hygiene, eine Zeit des inneren Flugmodus, so will ich es einmal sagen, wo ich meine Aufmerksamkeit auf nichts richte, was nicht einfach praktisch zu dem gehört, was ich gerade tue: keine Nachrichten, kein Social Media, nicht im Internet herumscrollen, sondern einfach immer nur bei mir sein und bei dem, was ich tue. Und das tut so gut, das macht zu still und so kraftvoll und so neu, es ist herrlich.

Das ist mein erster Anushthan. Für mich ist es eine Zeit der inneren Hygiene und des inneren Flugmodus: keine Nachrichten, kein Social Media, nicht im Internet herumscrollen, sondern einfach immer nur bei mir sein und bei dem, was ich tue. Und das tut so gut, das macht zu still und so kraftvoll und so neu.

Ja, und so bin ich jetzt heute in diesem Satsang und fühle mich einfach glücklich. Ja, so viel der Vorrede... In diesem Satsang kannst du mir, wenn du möchtest, wie immer eine Frage stellen zu deinem Leben, zu deiner Stille, zu deinem spirituellen Weg oder auch zu den Dingen, die dich im ganz praktischen, weltlichen Leben bewegen, und ich freue mich, wenn ich dazu etwas sagen kann.

Ich habe auch ein paar E-Mails mit Fragen, die ich zwischendurch immer mal wieder vorlese und beantworte. Das machen wir jetzt bis halb zehn, und ich bin sehr dankbar, dass wir heute wieder zusammen sein können. Danke auch an Devasetu, dass das heute wieder klappt. Simone, grüß dich. Danke, dass du auch dabei bist.

[Simone:] Grüß dich. Ich bin so dankbar, hier zu sein.

Lass das Leben entscheiden

[Dhyan Mikael:] Hast du schon etwas zum Vorlesen?

[Simone:] Ja, habe ich.

[Dhyan Mikael:] Ja, dann schieß doch los.

[Simone:] Eva fragt Folgendes. „Lieber Mikael, ich freue mich, wieder beim Satsang dabei sein zu dürfen. Momentan plagt mich eine Sache. Ich bin seit drei Jahren in Pension, würde gerne arbeiten, aber ich finde nicht das Passende. Ich genieße aber das Zuhause. Finanziell wäre es natürlich besser. Hast du Worte für mich? Danke.”

[Dhyan Mikael:] Danke, Eva. Schön, dass du da bist.

Ja, ich finde, du machst das wunderbar. Du würdest gerne arbeiten, du sagst dem Leben: „hey, ich bin verfügbar. Wenn du es für richtig hältst, dann schick mir etwas, was passt”, und bis dahin genießt du einfach den Rest des Lebens, dein Zuhause, das Nichtstun.

So mache ich das auch.

Ich weiß nie, ob das, was ich mir wünsche oder worauf ich Lust habe, ob das eine gute Idee ist. Das zu entscheiden, das überlasse ich dem Leben. Ich sage dem Leben: „hey, ich habe Lust dazu, ich bin offen dafür – entscheide du.” Und wenn das Leben das für richtig hält, dann wirst du es merken. Das wird dann unübersehbar klar.

Ich weiß nie, ob das, was ich mir wünsche oder worauf ich Lust habe, eine gute Idee ist. Das zu entscheiden überlasse ich dem Leben: „hey, ich habe Lust dazu, ich bin offen dafür – entscheide du.” Und wenn das Leben das für richtig hält, dann wirst du es merken. Das wird dann unübersehbar klar.

Meistens brauchen die Dinge einfach eine Weile, weißt du... Das ist oft so, dass wir merken: „Ah, ich bin jetzt doch wieder bereit zu arbeiten.” Aber dann braucht das Universum ein paar Tage oder Wochen oder Monate, manchmal ein paar Jahre, um das Richtige zu arrangieren.

Lass dich überraschen und genieße dein Leben. Danke, Eva. Schön, dass du da bist.

Meistens brauchen die Dinge einfach eine Weile. Wir merken: „Ah, ich bin wieder bereit zu arbeiten.” Aber dann braucht das Universum ein paar Tage oder Wochen oder Monate, manchmal ein paar Jahre, um das Richtige zu arrangieren. Lass dich überraschen und genieße dein Leben.

Glück und Frieden gibt es nicht

Ich habe noch eine Frage per Email, die möchte ich zwischendurch vorlesen.

„Lieber Mikael, ich wünsche dir innere Glückseligkeit und Frieden. Soweit ich dich verstanden habe, sollten wir nicht danach suchen, sondern sie in uns öffnen und annehmen. Oder habe ich das falsch verstanden?” Danke für deine Email und deine Frage. Nun ist es so, weißt du...

Glückseligkeit und Frieden sind keine Dinge, die man erlangen kann. Glückseligkeit und Frieden sind keine Zustände, die man finden oder herbeiführen kann. Beides ist die Abwesenheit von etwas.

Ich möchte ein Beispiel geben. So etwas wie Dunkelheit gibt es nicht. Dunkelheit ist die Abwesenheit von Licht. Und so ist es mit Glückseligkeit und Frieden auch. Frieden ist die Abwesenheit von Kampf, die Abwesenheit von Widerstand, die Abwesenheit von Gedanken, von „nein, ich will es anders haben”. Wenn diese Dinge weg sind, wenn diesen Dingen keine Beachtung geschenkt wird, dann ist Frieden da.

Und dann fühlt man sich glücklich. Dann ruht man in sich selbst, und das ist einfach das Allerschönste, was es gibt.

Glückseligkeit und Frieden sind keine Zustände, die man herbeiführen kann. Beides ist die Abwesenheit von etwas. So wie Dunkelheit die Abwesenheit von Licht ist, so ist Frieden die Abwesenheit von Kampf, von Widerstand, von Gedanken, von „ich will es anders haben”. Wenn dem keine Beachtung geschenkt wird, ist Frieden da; dann fühlt man sich glücklich.

Du hast also recht: man kann diese Dinge nicht suchen, weil es sie gar nicht gibt. Kümmere du dich um die Dinge, die den Unfrieden herbeiführen, das Unglücklichsein.

Kümmere dich darum, worauf deine Aufmerksamkeit gerichtet wird; in welche Richtung deine Aufmerksamkeit geht. Ist sie nach außen gerichtet, in die Welt?

Schaust du die anderen Leute an und schaust, was die von dir denken oder ob die richtig oder falsch sind, oder hörst auf deine Gedanken? All diese Dinge kannst du abstellen. Du kannst lernen, auf diese Dinge nicht zu achten, und stattdessen dich nach innen zu wenden. Und dann wirst du Frieden erleben, weil dann diese anderen Dinge, die sonst deine Aufmerksamkeit voll und ganz absorbieren, nicht da sind. Dann bist du automatisch in Frieden, und dann denkst du: „wo kommt denn dieser Frieden her?” Du bist ganz überrascht.

Diese Glückseligkeit, von der du sprichst und dieser Friede ist eigentlich unser Normalzustand. Für den brauchen wir gar nichts tun.

Wenn wir nicht denken, wenn wir uns keine Sorgen wegen der Welt, wegen der Zukunft, wegen der Vergangenheit machen, wenn wir keine Wünsche und Träume haben, die sich gegen das Leben stemmen, dann ist dies das Natürlichste von der Welt. Deswegen ist es so einfach.

Glückseligkeit und Friede ist unser Normalzustand. Für den brauchen wir gar nichts tun. Wenn wir nicht denken, wenn wir uns keine Sorgen wegen der Welt, der Zukunft und der Vergangenheit machen, wenn wir keine Wünsche und Träume haben, die sich gegen das Leben stemmen, dann ist dies das Natürlichste der Welt. Deswegen ist es so einfach.

Manchmal sagen mir die Leute: es ist aber so schwer, nicht zu denken und zu meditieren. Und ich sage: das stimmt überhaupt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist wirklich harte Arbeit, zu denken. In sich ruhen ist einfach.

Manchmal sagen mir die Leute: es ist aber so schwer, nicht zu denken und zu meditieren. Und ich sage: das stimmt überhaupt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist wirklich harte Arbeit, zu denken. In sich ruhen ist einfach.

Danke für deine Frage, und verzeih, dass du so lange auf deine Antwort warten musstest, aber jetzt ist es endlich so weit. Danke. Ich freue mich, dass du da bist.

Die Frage verschwindet, und du mit ihr

Simone, magst du fortfahren?

[Simone:] Sehr gerne. Eine Frage von Nadine.

[Dhyan Mikael:] Nadine, guten Abend, hallo. Grüß dich.

[Simone:] „Geliebter Mikael. Heute ist ganz viel Traurigkeit und Einsamkeit in mir. Der Weg nach innen scheint mir gerade ein einsamer Weg zu sein. Es gibt in meinem Leben niemanden, mit dem ich das, was mich bewegt, teilen kann. Was ist es denn, was mich bewegt? Seitdem ich vor über einem Jahr mit der Frage, 'wer bin ich ohne die Gedanken' aufgewacht bin, lässt mich das Thema nicht mehr los.

Es ist schon sehr viel ruhiger in mir geworden, seitdem ich diese Gedanken im Alltag nicht mehr so ernst nehme. Aber es ist da niemand in meinem Leben, mit dem ich das teilen kann. Es gibt Menschen, die hören mir zu und finden es spannend und stimmig, was ich sage. Aber mehr nicht. Ich erfahre: im Außen gibt es einfach überhaupt gar nichts zu holen. Ach herrje, jetzt beim Schreiben merke ich: das sind auch alles nur Gedanken. Hast du trotzdem ein paar Worte für mich? Danke von Herzen, Nadine.”

[Dhyan Mikael:] Ja, da draußen ist wirklich nichts zu holen.

Du bist auf dem richtigen Weg. Mach dir keine Gedanken wegen anderer Menschen. Mach dir überhaupt keine Gedanken darüber, das zu teilen. Wenn das Teilen geschieht, dann geschieht es, wenn nicht, dann nicht.

Ganz selten mal hat man Gelegenheit, das, was einen da drinnen so bewegt und berührt, mit jemand anderem zu teilen, aber das sind seltene Momente. Aber dich hast du immer.

Mach Satsang mit dir selbst, den ganzen Tag.

Mach dir überhaupt keine Gedanken darüber, das zu teilen. Wenn Teilen geschieht, dann geschieht es, wenn nicht, dann nicht. Ganz selten hat man Gelegenheit, das, was einen da drinnen so bewegt und berührt, mit jemand anderem zu teilen, aber das sind seltene Momente. Aber dich hast du immer. Mach Satsang mit dir selbst, den ganzen Tag.

Und du sprichst von dieser Frage, „wer bin ich ohne meine Gedanken?” Weißt du, das ist eine magische Frage, denn die Antwort besteht darin, dass, wenn man sich diese Frage stellt, aufrichtig, und dann im Innern die... Man stellt sich im Innern diese Frage, und die Antwort besteht darin, dass man den Fragenden nicht finden kann – mal ganz abgesehen von der Antwort... Man wird einfach still. Die Frage verschwindet, und mit der Frage alles Mögliche andere. Das ist die Antwort, und die muss man immer und immer und immer noch einmal erleben: wenn die Frage verschwindet, und ich mit ihr.

Und darüber kannst du mit keinem Menschen sprechen, noch nicht einmal mit dir selbst.

Du sprichst von dieser Frage, „wer bin ich ohne meine Gedanken?” Das ist eine magische Frage, denn die Antwort besteht darin, dass man den Fragenden nicht finden kann. Man wird einfach still. Die Frage verschwindet, und ich mit ihr. Und darüber kannst du mit keinem Menschen sprechen, noch nicht einmal mit dir selbst.

Ich freue mich, dass du da bist, Nadine.

Kümmere dich nicht um das, was du isst

Simone, magst du weitermachen?

[Simone:] Ja, sehr gerne. Die nächste Frage ist von jemandem, der sich LP abkürzt.

[Dhyan Mikael:] Guten Abend LP. Hallo, schön, dass du da bist.

[Simone:] „Guten Abend, Mikael. Was sagst du zum Fleischverzehr, bitte?”

[Dhyan Mikael:] Ja, danke für deine Frage. Ich habe eine E-Mail-Frage, die wollte ich eh vorlesen, dann lese ich die gerade dazu auch vor: „Lieber Mikael, was hältst du von satvischer Ernährung, beziehungsweise, isst du aktuell Fleisch, Eier, Milch oder Käse?” Ich kann dir dazu zwei Sachen sagen. Das eine ist, dass Fleischverzehr nicht förderlich ist für die spirituelle Entwicklung, und Sachen wie Käse und Milch sind nicht gut für die Körpergesundheit. Und das kannst du überall lesen, und das ist keine große Überraschung.

Aber das zu wissen, nützt nichts. Ich bin Pragmatiker, ich bin Ingenieur, ich will wissen, wie es praktisch funktioniert. Ich brauche immer Dinge, die ich wirklich direkt umsetzen kann. Ein theoretisches Wissen, was für mich gut wäre und was für mich nicht gut wäre, was ich vermeiden sollte, das nützt mir nichts, weil ich aus Erfahrung weiß, dass ich das, was ich dann letztlich wirklich tue, nicht wirklich kontrollieren kann.

Ja, man hört dann irgendetwas über Fleisch und die Auswirkungen im Körper, und dann ist man total motiviert, kein Fleisch zu essen, aber nach ein paar Wochen ist das vergessen, und dann fängt man wieder an. Deswegen mache ich das ganz anders.

Ich kümmere mich überhaupt nicht darum, was ich esse. Ich kümmere mich um etwas ganz anderes. Ich kümmere mich darum, dass ich lerne, bewusst zu sein bei allem, was ich tue. Anstatt darüber nachzudenken, ob ich das Richtige tue, bringe ich mehr Bewusstheit zu dem, was ich tue, egal, was es ist.

Und dann passiert etwas total Interessantes. Einfach dadurch, dass ich das, was ich tue oder nicht tue, wirklich bewusst miterlebe, dadurch, dass ich dabei bin, dadurch kommen Sachen, die nicht gut für mich sind, von selbst ins rechte Lot – ohne, dass ich dagegen kämpfe, ohne dass ich mich anstrengen muss, etwas zu vermeiden oder etwas nicht mehr zu machen. Denn das funktioniert nicht.

Ich kümmere nicht darum, was ich esse. Ich lerne, bewusst zu sein bei allem, was ich tue. Anstatt darüber nachzudenken, ob ich das Richtige tue, bringe ich mehr Bewusstheit zu dem, was ich tue, egal, was es ist. Dadurch kommt alles von selbst ins rechte Lot – ohne, dass ich kämpfe; ohne, dass ich etwas vermeide. Denn das funktioniert nicht.

Das weiß ich aus jahrelanger Erfahrung.

Wenn du gerne Fleisch isst, wenn du Lust darauf hast, wenn dein Körper Appetit darauf hat und du dann sagst, „ja, aber das ist nicht gut, es ist ungesund” oder „es ist nicht gut für die Umwelt” oder „es ist nicht fair den Tieren gegenüber, das ist unmenschlich”, dann beginnst du einen Kampf gegen dich selbst.

Die eine Hälfte von dir möchte Fleisch essen, dein Körper, deine Gelüste, die andere Hälfte, dein Kopf, sagt, „ja Moment, das geht aber gar nicht”. Und damit kannst du viele Jahre des inneren Kampfes zubringen. Und das gilt für alle diese gut gemeinten Ratschläge, und das gilt auch für alle Süchte wie Alkoholkonsum oder Rauchen oder Kaffee oder auch Drogen.

Aber wenn du aufhörst zu versuchen, dich zu ändern, und einfach bewusster wirst bei dem, was du tust, und bei dem, wie du bist, kommt alles von selbst ins Gleichgewicht. Deswegen sagt Swamiji: „Ändere dich nicht – aber meditiere.” Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, aus jahrzehntelanger Erfahrung mit diesem Thema, dass das funktioniert, und dass das Einzige ist, was wirklich funktioniert.

Bei mir war das so mit dem Fleischessen... Früher war mir Fleisch eigentlich einerlei. Bei uns zu Hause gab es gelegentlich Fleisch, ich habe das als Kind und Jugendlicher ganz gern gegessen und habe mir nichts dabei gedacht, auch als junger Erwachsener.

Und dann gab es eine Zeit, da lebte ich in den Vereinigten Staaten, und da habe ich gelernt, Steaks zu schätzen und zu braten. Da habe ich viel, viel Fleisch gegessen. Das ist jetzt 30 Jahre her. Und dann änderte sich mein Leben und ich hatte eine Beziehung mit einer Frau, die das Gegenteil war. Die war auf dem Gesundheitstrip.

Die hat mir ganz viel beigebracht über wirklich gesunde Ernährung. Ich habe dann kein Fleisch mehr angerührt. Ich habe Gerstengrassaft selbst gemacht und Smoothies kennengelernt und Darmspülungen und alle möglichen supergesunden Sachen, und das hat mir auch sehr gut getan. Aber das war alles kopfgesteuert.

Zwei Jahre später bin ich auf meinen Meister Soham gestoßen in Deutschland, aber der ist Amerikaner und der hat damals sehr gern ein Steak gegessen. Und dann habe ich damit wieder angefangen – weil ich nicht wirklich damit durch war. Und dann hat Soham mir etwas ganz Neues beigebracht. Er hat mir genau das beigebracht, was ich dir vorhin erzählt habe.

Er hat gesagt: „versuche nicht, mit irgendetwas aufzuhören. Das funktioniert nicht. Damit gibst du dem in Wirklichkeit nur noch mehr Energie. Aber wenn du das, was du tust, so bewusst wie möglich machst, dann geht es seinen eigenen Weg, und irgendwann ist es einfach weg.” Und so war es dann. Ich habe jahrelang Fleisch gegessen mit ihm, und eines Tages, einfach so, war es vorbei.

Und dann hat Soham mir etwas ganz Neues beigebracht: „versuche nicht, mit irgendetwas aufzuhören. Das funktioniert nicht. Damit gibst du dem in Wirklichkeit nur noch mehr Energie. Aber wenn du das, was du tust, so bewusst wie möglich machst, dann geht es seinen eigenen Weg, und irgendwann ist es einfach weg.” Und so war es.

Wenn ich also innerlich, auf der Seelenebene, gesunde, wenn ich bewusster werde, wenn ich auf der Bewusstseinsebene sauber werde, durchlässiger, feiner, empfindsamer, dann regeln sich diese ganzen Dinge von selbst, ganz gleich, was es ist. Und dann geht es auf eine ganz natürliche Weise, eine Weise, die trägt, die echt ist, weil da kein Kampf stattfindet.

Ja, das ist der Weg, den ich empfehlen kann. Und wenn du dann an den Punkt kommst, wo diese Dinge von selbst wegfallen, dann erlebst du, warum manche Menschen sagen, dass es besser ist, kein Fleisch zu essen.

Aber diese Information, „es ist besser, kein Fleisch zu essen”, die nützt dir nichts, solange du noch Fleisch gerne hast. Deswegen mein Rat: kümmere dich nicht darum. Kümmere dich nur um eine einzige Sache: kümmere dich um deinen inneren Zustand. Meditiere. Lerne, bewusster zu werden. Lerne, den Gedanken keine Beachtung zu schenken.

Lerne, all diesen guten Ideen – keinen Alkohol mehr zu trinken, nicht mehr zu rauchen, kein Fleisch mehr zu essen – keine Beachtung zu schenken, sondern nur zu lernen, bewusster zu werden. Meditiere, und du wirst erleben – es ist unvermeidlich –, wie sich diese Dinge alle von selbst regeln.

Diese Information, „es ist besser, kein Fleisch zu essen”, die nützt dir nichts, solange du Fleisch noch gerne hast. Kümmere dich nur um deinen inneren Zustand. Meditiere. Lerne, all diesen guten Ideen keine Beachtung zu schenken. Lerne einfach nur, bewusster zu werden. Meditiere, und du wirst erleben, wie sich diese Dinge alle von selbst regeln.

Danke für deine Frage. Tolles Thema. Danke.

Meine Priorität ist Meditation, nicht Erholung

Simone, bitte fahre fort, falls du noch eine Frage hast.

[Simone:] Sehr gerne. Die nächste Frage ist von Nandin.

[Dhyan Mikael:] Nandin, hallo.

[Simone:] „Hallo, ich bin's, Nandin, und ich habe eine Frage, weil jeden Morgen ringe ich mit mir, ob ich das warme Bett verlasse und zum Meditieren aufstehe, oder ob ich dem momentan deutlichen Bedarf an Erholung und Regeneration folgen kann – mit friedlichem Gewissen? Was sagst du dazu? Liebe Grüße.”

[Dhyan Mikael:] Hatten wir nicht gerade eben schon einmal eine Nandin?

[Simone:] Das war eine Nadine.

[Dhyan Mikael:] Ah, jetzt... und das ist eine Nandin, okay, okay. Alles klar.

Ich möchte gerne zwei Sachen dazu sagen.

Ich versuche, nicht gegen mich selbst zu kämpfen.

Ich meditiere gerne so früh wie möglich, weil das einfach wunderbar ist, je früher, desto schöner für mich. Und je früher ich meditiere, desto schöner und länger sind die Auswirkungen der Meditation durch den ganzen Tag hindurch.

Aber deswegen möchte ich nicht morgens anfangen, gegen mich selbst zu kämpfen. Dann mache ich das, was in dem Moment für mich am einfachsten ist. Manchmal bleibe ich liegen, aber es kommt sehr, sehr selten vor.

Aber ich möchte dir zwei praktische Ratschläge geben. Das ist das Zweite, was ich dir gerne sagen möchte. Das eine ist... Ich verstehe, dass du Erholung brauchst, aber die Erholung bekommst du nicht morgens im Bett. Die Erholung bekommst du, indem du früher ins Bett gehst und dann auch wirklich schläfst.

Wenn du morgens nicht aus dem Bett kommst, dann heißt das, dass du dir abends nicht die Erholung gegeben hast, die du brauchst.

Wenn du um neun ins Bett gehst und das Licht ausmachst und davor nichts getan hast, was deinen Verstand füttert, sondern du bist still geworden und du schläfst neun, dann wachst du morgens auf und hast wahrscheinlich einiges an Erholung bekommen. Aber wir werden oft abends unbewusst, und bekommen dann morgens die Quittung dafür.

Und wenn du ehrlich bist, kannst du morgens noch eine Stunde im Bett liegen bleiben, aber es bringt nicht mehr wirklich etwas. Selbst wenn du dann noch eine Stunde schlägst bis um acht oder um neun: wirklich erholt bist du dann nicht mehr. Die Erholung, die bekommst du nur, wenn du früher ins Bett gehst.

Das ist der eine praktische Rat, und den zweiten, den ich dir gerne geben möchte, ist... kein Rat, aber ich erzähle dir gerne, wie ich das mache: wenn ich morgens aufwache, stehe ich auf.

Ich habe mir da eine Regel gemacht, und die habe ich von Swamiji. Der hat mir den Tipp gegeben. Er hat gesagt: „Wenn ich dich aufwecke zwischen halb vier und halb sechs morgens, dann stehe auf und meditiere. Das ist die goldene Zeit, und manchmal komme ich zu dir und wecke dich auf, damit du da meditieren kannst.” Und ich habe mir das zur Regel gemacht. Wenn ich morgens aufwache und es ist schon halb vier Uhr morgens oder später, dann stehe ich auf.

Und das ist toll. Und dann passiert Folgendes. Wenn ich nicht genug Schlaf bekomme auf diese Art und Weise, dann gehe ich automatisch am Abend früher ins Bett. Und wenn ich um neun im Bett liege oder halb neun, dann könnte ich jeden Tag um halb vier aufstehen. Das passiert nicht. Normalerweise wache ich so kurz vor fünf auf, zwischen halb fünf und fünf.

Das heißt, wenn ich um halb zehn ins Bett gehe, dann bekomme ich siebeneinhalb Stunden Schlaf, das ist mehr als genug für mich. Also, die Lösung für mich ist: ich denke überhaupt nicht darüber nach. Wenn ich morgens aufwache, stehe ich einfach auf, und ich hole mir die Erholung abends, nicht morgens. Ich hole sie mir abends, indem ich früh ins Bett gehe; indem ich abends nur noch Dinge mache, die den Körper langsam runterbringen, ruhiger machen, schlaf und nachtbereit machen.

Dazu gehört zum Beispiel, dass ich sehr früh esse, so gegen sechs Uhr abends. Wenn ich dann um neun ins Bett gehe oder halb zehn, ist der Bauch vollkommen leer und dann schlafe ich gut. Dazu gehört, sich keine Nachrichten, keine Neuigkeiten, kein Social Media reinzuziehen abends, weil dies das Nervensystem, oft ohne, dass man es merkt, in Stress versetzt. Und dann schläft man danach wunderbar.

Das wären also meine ganz praktischen Hinweise dafür.

Und ich habe das oft erlebt... Ich kann total müde sein, aber wenn ich mich hinsetze und meditiere, dann kommt eine Energie, die ist von der anderen Qualität. Ja, so mache ich das.

Für mich ist einfach die Meditation die Priorität, nicht die Erholung des Körpers. Der braucht Erholung, die soll er auch kriegen, aber meine erste Priorität ist die Meditation.

Dann habe ich keine Konflikte.

Ich war jetzt krank, ich war eine Woche lang im Bett, ich habe jede Nacht fast zehn Stunden geschlafen, bis vor ein paar Tagen. Mein Körper war wirklich beschäftigt.

Und ich bin meistens um neun im Bett gewesen oder schon vor neun und habe teilweise bis acht geschlafen, also richtig, richtig lange – und dann habe ich sofort meditiert. Und dann wurde der Körper langsam wieder gesund, und jeden Morgen wachte ich von selbst ein bisschen früher auf. Ich bin gestern um 6 Uhr morgens aufgewacht, von selbst, heute früh um 5 Uhr, und das hat mich total gefreut. Das ist herrlich. Ja, so mache ich das.

Danke, Nandin. Schön, dass du da bist. Ich freue mich sehr. Willkommen.

Das kennenlernen, was mit dem Körper nichts zu tun hat

Ich möchte zwischendurch gerne noch eine Email vorlesen.

„Ich möchte mir gerne vorausschicken, dass mein Gehirn neurodivergent ist. Die Diagnose lautet ADHS, aber das finde ich eher verwirrend, da so viele unsinnige Dinge darüber im Umlauf sind, was das ist. Es bedeutet einfach nur, dass mein Gehirn etwas anders funktioniert und mir Dinge leichtfallen, die neurotypische Menschen schwer oder sehr schwer finden, zum Beispiel simultan Dolmetschen oder den Hyperfokus für einen nahezu unbegrenzten Zeitraum auf etwas zu richten, während mir Dinge große Probleme bereiten, die neurotypische Menschen in der Regel für einfach erachten.

So habe ich zum Beispiel kein Kurzzeitgedächtnis. Das ist sehr unpraktisch und wird üblicherweise als Schusseligkeit oder mangelnde Achtsamkeit bezeichnet. Ich muss mich an alles bewusst erinnern, was nicht direkt in meinem Blickfeld ist. So vermisse ich beispielsweise Menschen nicht, die nicht da sind, weil sie für mein Gehirn schlicht nicht existieren. Ich muss immer gegen etwas sein, was ein anderer sagt, auch wenn ich weiß, dass es richtig ist. Ich habe ein sehr ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken. Auch damit kann ich heute besser umgehen als früher.

Ich habe morgen schon wieder vergessen, worüber wir heute vielleicht heftig gestritten oder uns intensiv spirituell ausgetauscht haben. Das ist im Fall eines Streites ganz praktisch, wird aber in jedem Fall gern als mangelndes Interesse interpretiert. Das sind nur einige Beispiele. Ein weiteres ist, dass ich Wut sehr extrem erlebe, und ich meine: sehr extrem – so stark, dass ich mich zusammenreißen muss, nicht zum Beispiel mein Auto mit Vollgas irgendwo dagegen zu donnern, wenn sich zum Beispiel mein Handy nicht anschließen lässt.

Das ist total übertrieben, das ist mir bewusst, und ich weiß kognitiv auch, was es mit der Wut auf sich hat, aber das hilft alles nichts, wenn sie da ist. Hast du einen Hinweis für mich?” Danke, dass du schreibst. Ganz herzlichen Dank, ich freue mich sehr über deine Email.

Ich möchte gerne zwei Sachen zu dem sagen, was du geschrieben hast. Das eine ist, dass all diese Dinge mit dem, was du wirklich bist, nichts zu tun haben. Ich weiß nicht, ob du die Samarpan-Meditation kennst. Ich weiß nicht, ob du meditierst. Wenn nicht, dann lege ich dir ans Herz, das auszuprobieren. Das geht ganz einfach. Ich könnte mir vorstellen, dass es dir sogar leicht fällt.

Und da lernst du einen Ort in dir kennen, einen Zustand – es ist schwer, zu beschreiben, was es eigentlich ist –, der nichts mit all den Dingen zu tun hat, von denen du gerade gesprochen hast. Da lernst du deine Seele kennen. Da lernst du das kennen, was schon war, bevor dieser Körper geboren wurde. Da lernst du das kennen, was ewig ist – was noch da ist, auch wenn der Körper längst gestorben ist.

Und es ist unendlich hilfreich, das kennenzulernen. Von da bekommen wir eine Energie, die wir in der Welt nicht finden können.

Und: wir bekommen Abstand zu dieser irdischen Existenz, mit der wir normalerweise vollkommen identifiziert sind und die so viele Begrenzungen hat.

Alles, was mit diesem Körper und den Gefühlen und der Psyche und der Welt zu tun hat, ist schwierig, eigentlich unlösbar. Diese Körper sind so zerbrechlich und so seltsam und so leicht durcheinanderzubringen. Aber das, was du kennenlernst, ganz allmählich, wenn du eine Zeit lang meditierst, das ist unzerbrechlich, unzerstörbar. Das ist der Fels, von dem Jesus sprach.

Und dann fällt es dir viel leichter, mit den Dingen umzugehen, die deinen Körper betreffen. Dann nimmst du es nicht mehr so persönlich. Ja, es sind Dinge, die teilweise unpraktisch sind, und dann lernst du, damit zu tanzen, auf die eine oder andere Art und Weise.

Alles, was mit diesem Körper, den Gefühlen, der Psyche und der Welt zu tun hat, ist unlösbar. Diese Körper sind so zerbrechlich. Aber was du kennenlernst, wenn du meditierst, ist unzerstörbar. Das ist der Fels, von dem Jesus sprach. Dann fällt es dir viel leichter, mit deinem Körper umzugehen. Dann nimmst du es nicht mehr so persönlich.

Und dazu möchte ich dich gerne ermutigen: lerne das kennen, was mit diesem Körper nichts zu tun hat. Und das steht jedem einzelnen Menschen offen. Fang einfach an mit der Samarpan-Meditation. Wie das geht? Das geht ganz leicht, ich möchte das jetzt hier nicht erklären, das ist nicht der Ort dafür, aber wenn du dich dafür interessierst: auf meiner Website gibt's die Seite „Samarpan-Meditation”, und dort habe ich Links zusammengetragen, Informationen zusammengetragen über die offiziellen Informationen zur Meditation.

Die kommt ja nicht von mir, die kommt von Swamiji. Swamiji ist ein indischer Guru, der viele, viele Jahre lang in den Tiefen des Himalayas unterwegs war und da elf Gurus getroffen hat, auf ganz abenteuerlichen, abgefahrenen Reisen. Von dort hat er die Samarpan-Meditation mitgebracht.

Ja...Und auf meiner Website findest du die Links zu den Informationen, zu den offiziellen Informationen über diese Meditation, und dann fängst du die einfach an. Die kostet nichts, die kann jeder machen, die geht super leicht – aber sie verändert alles; alles.

Und das zweite, was ich dir sagen möchte, ist... Ich bin kein Psychologe, ich bin kein ADHS-Spezialist, ich kann dir ganz praktisch nichts darüber sagen, was dir da hilft, um dein Leben mit diesem Körper einfacher zu machen. Aber ich kann dir sagen: wenn du beginnst, zu meditieren, und wenn du entdeckst, wer du wirklich bist, dann wird diese Aufgabe, mit diesem Körper umzugehen, viel, viel, viel leichter.

Das ist dann ein ganz anderes Spiel.

Ja...

Vielleicht interessiert's dich ja, das würde mich freuen. Danke für deine Email. Ganz herzlichen Dank. Ich bin sehr berührt.

Zu faul für Affirmation und Manifestation

[Simone:] Dann mache ich weiter.

[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne.

[Simone:] Die nächste Frage ist von John.

[Dhyan Mikael:] John, guten Abend, hallo.

[Simone:] „Was ist für dich, lieber Mikael, der genaue Unterschied zwischen Affirmation und Manifestation? Kann es hilfreich sein, sich durch positive Gedanken oder Vorstellung von gewissen Situationen, welche mit einer gewissen Angst behaftet sind, diese positiv zu verändern?”

[Dhyan Mikael:] Positive Gedanken sind besser als negative Gedanken, aber keine Gedanken sind viel, viel besser.

Ja... Ich kann dir den genauen Unterschied zwischen Affirmationen und Manifestation nicht erklären, weil ich mich mit diesen Dingen überhaupt nicht befasse.

Ich kenne etwas Besseres, ich kenne etwas Einfacheres, ich kenne etwas Direkteres, etwas Schnelleres: ich sage einfach 'ja' zu dem, wie es ist. Dann brauche ich nichts wegtricksen. Dann brauche ich nichts manifestieren. Dann freunde ich mich mit der Angst an, die da ist, oder was auch immer es ist.

Und das ist so einfach und so schnell.

Ich kann dir den Unterschied zwischen Affirmationen und Manifestation nicht erklären. Ich kenne etwas Besseres, Einfacheres, Direkteres, Schnelleres: ich sage einfach 'ja' zu dem, wie es ist. Ich brauche nichts wegtricksen und nichts manifestieren. Dann freunde ich mich mit der Angst an, oder was auch immer es ist. Und das ist so einfach und so schnell.

Ja. Und Affirmationen funktionieren schon bis zu einem gewissen Grad.

Aber das ist eigentlich nur etwas für Menschen, die für die eigentliche Lösung noch nicht bereit sind. Affirmationen lösen das Problem nicht. Sie machen es nur erträglicher. Aber irgendwann bist du alt genug, bist du stark genug innerlich, und dann sagst du einfach 'ja'.

Und dann brauchst du all diese Sachen nicht mehr. So einfach.

Affirmationen sind eigentlich nur etwas für Menschen, die für die eigentliche Lösung noch nicht bereit sind. Affirmationen lösen das Problem nicht, sie machen es nur erträglicher. Aber irgendwann bist du alt genug, stark genug innerlich, und dann sagst du einfach 'ja'. Und dann brauchst du all diese Sachen nicht mehr. So einfach.

[Dhyan Mikael:] Es ist mir einfach zu viel Arbeit, weißt du...

Ich hatte einmal eine Freundin, mit der ich kurze Zeit zusammengelebt habe, und die hat so etwas sehr gerne gemacht. Da habe ich das mal so richtig kennengelernt, solche Dinge.

Aber obwohl ich damals noch ganz unerfahren war – ich kannte die Meditation damals noch nicht, ich hatte auch noch keinen Meister –, habe ich doch gespürt: das interessiert mich nicht. Ich habe gespürt: das ist nur ein Trostpflaster. Das ist Kinderkram. Da muss es noch etwas Besseres geben. Ich mag immer den direkten Weg. Ich bin faul. Ich möchte wissen, wie es wirklich geht, und dann mache ich das. Und der direkte Weg besteht darin, Hingabe zu üben: einfach einverstanden zu sein damit, wie es für mich ist. Und dann gibt es nichts mehr zu tun.

Ich kannte die Meditation damals noch nicht und hatte noch keinen Meister, aber habe doch gespürt: das ist nur ein Trostpflaster, das ist Kinderkram. Da muss es etwas Besseres geben. Ich mag den direkten Weg, und der besteht darin, Hingabe zu üben: einfach einverstanden zu sein damit, wie es für mich ist. Und dann gibt es nichts mehr zu tun.

Danke John. Ich freue mich, dass du da bist.

Was wir nicht wollen, wächst

[Simone:] Die nächste Frage ist von Sofia.

[Dhyan Mikael:] Sofia, guten Abend, hallo. Schön, dass du da bist. Toll.

[Simone:] „Lieber Mikael, seit ich weiß, dass nächste Woche meine praktische Fahrprüfung ansteht, spüre ich beim Gedanken daran starke Nervosität und Angst. Je näher der Termin rückt, desto intensiver werden diese Gefühle. Gleichzeitig reagiert auch mein Körper darauf. Wenn diese Angst stärker wird, bekomme ich Bauchschmerzen. In mir fühlt sich diese Nervosität und auch die Angst sehr überwältigend an, und ich habe die Sorge, dass ich, obwohl ich Auto fahren kann, durch die Angst blockiert werde und deshalb nicht bestehe.

Ich versuche, diese Gefühle anzunehmen und nicht gegen sie anzukämpfen. Trotzdem spüre ich einen starken inneren Drang, die Situation kontrollieren zu wollen, wahrscheinlich, weil sich ein Durchfallen für mich sehr schwer anfühlt. Ich versuche mich immer wieder daran zu erinnern, dass ich auf Gott vertrauen kann. Doch gerade in dieser und auch in anderen Situationen erwische ich mich dabei, Dinge kontrollieren zu wollen, obwohl ich eigentlich weiß, dass ich das nicht kann. Kannst du dazu vielleicht etwas sagen? Ich danke dir von ganzem Herzen. Alles Liebe, Sofia.”

[Dhyan Mikael:] Fang am Ende an. Schließe Frieden mit allem, was geschehen könnte.

Fang am Ende an. Schließe Frieden mit allem, was geschehen könnte.

Es ist völlig unwichtig, ob du den Führerschein bekommst oder nicht.

Schließ Frieden mit allem, was herauskommen könnte: „Okay, durchgefallen. Okay.” Und wenn du dann schon durchgefallen bist, dann gehst du in die Prüfung nächste Woche – du bist schon durchgefallen – und dann ist die Prüfung, die du jetzt machst, sozusagen nur noch zum Spaß. Aber den Albtraum hast du schon durchlebt. Und ich meine es ernst: schließe Frieden mit der Tatsache, dass du durchfallen kannst.

Pack den Stier bei den Hörnern. Alles in dir sagt: „Nein, das darf nicht passieren, daran will ich nicht denken”, und die Angst hilft dir dabei. Nein...

Was ist, wenn du durchfällst? Dann bist du durchgefallen – okay. Kein Problem.

Du wärst nicht die Erste.

Also: falle sozusagen jetzt schon einmal prophylaktisch durch. Durchlebe das. Schließe Frieden damit. Übe das schon einmal.

Freunde dich mit dem, was du da auf jeden Fall vermeiden möchtest, an.

Es ist interessant, weißt du... Wir sprechen ja gelegentlich über Hingabe und über 'ja' sagen zum Leben, und wenn wir uns ganz große Sachen vorstellen, zum Beispiel, wenn es darum geht, zu sterben, da wo wir wirklich wissen, das liegt nicht in unserer Hand, da fällt es erstaunlich leicht, ja zu sagen: „Okay... wer weiß, wie alt ich werde”. Aber bei den ganz unwichtigen Kleinigkeiten, die, die vollkommen unwichtig sind, da haben wir Albträume.

Aber es ist nun einmal so. Ich verstehe dich. Ich will dir diese Panik nicht wegreden. Ich verstehe durchaus, was du erlebst. Deswegen mein Rat: durchlebe es jetzt. Warte nicht bis nächste Woche. Und nimm dir Zeit dafür. Nimm dir nicht Zeit dafür, dagegen zu kämpfen, nimm dir nicht Zeit dafür, davor wegzulaufen, sondern nimm dir Zeit dafür, damit Frieden zu schließen – mit dem, was geschehen könnte –, heimlich, ganz allein, das braucht keiner wissen.

Du kannst dich in deinem Zimmer einsperren und du holst dir ein Kuscheltier und eine Wärmflasche, und legst dich ins Bett und machst es dir gemütlich, etwas zu trinken, damit du ein paar Stunden allein sein kannst. Und dann kannst du einmal den Nervenzusammenbruch haben, den du glaubst zu haben, wenn du durchgefallen bist. Erlebe das einfach einmal, zu sehen, wie es ist: ob du dann wirklich gestorben bist; ob dann wirklich die Welt untergegangen ist. Wirklich – probiere es aus.

Und wenn du das gemacht hast, mach es am nächsten Tag noch einmal; vielleicht so zwei-, dreimal. Dann gewöhnst du dich daran, an diesen Albtraum. Ich kenne das aus meiner eigenen Erfahrung, aus meinem eigenen Leben. Und das ist ganz erstaunlich: solange wir Angst davor haben und es so weghalten, hat es unglaubliche Macht.

Aber wenn du wirklich bereit bist, das zu erleben – und dazu brauchst du keine echte Fahrprüfung; das ist eine innerliche Geschichte, weißt du –, dann wirst du etwas ganz anderes erleben. Probiere es aus. Das ist eine gute Vorbereitung für die Fahrerprüfung: jetzt schon einmal durchfallen.

Und das ist ganz erstaunlich: solange wir Angst davor haben und es von uns weghalten, hat es unglaubliche Macht. Aber wenn du wirklich bereit bist, das zu erleben – und dazu brauchst du keine echte Fahrprüfung; das ist eine innerliche Geschichte, weißt du –, dann wirst du etwas ganz anderes erleben.

Ich bin gerne dabei, wenn du das übst.

Du kannst mich einfach mitnehmen.

Ich weiß, du bist ja eigentlich eine ganz Mutige, deswegen glaube ich, dass du das gut kannst.

Weißt du, das ist ganz spannend. Wir glauben immer, dass wir nicht so sein sollten. Wir glauben immer: „das ist doch total unnötig, diese Panik, und es ist doch gar nicht so schlimm.” Aber das ist totaler Quatsch.

Du erlebst gerade wirklich einen Albtraum.

Also nutze die Gelegenheit. Stell dich dem.

Es ist eine tolle Gelegenheit, wirklich.

Wir glauben immer, dass wir nicht so sein sollten. Wir glauben immer: „das ist doch total unnötig, diese Panik, und es ist doch gar nicht so schlimm.” Aber das ist totaler Quatsch. Du erlebst gerade wirklich einen Albtraum. Also nutze die Gelegenheit. Stell dich dem. Es ist eine tolle Gelegenheit, wirklich.

Danke, Sofia. Ich freue mich so sehr, dass du da bist.

Und bitte lass mich wissen, wann deine Fahrprüfung ist. Danke. Wenn du mir nicht schreiben willst, schreib Simone, und sie leitet es dann nicht weiter. Danke, Sofia.

Meditiere, und nichts schreckt dich mehr

Ich werde mit einer E-Mail-Frage fortfahren.

„Geliebter Dhyan Mikael, ich hatte gestern einen schönen Heiligabend mit meinen Kindern, meinem Mann, meiner Mutter und meinem Bruder mit seiner Freundin. Ich war entspannt, habe rundum gut auf mich geachtet und bin fast zu meiner gewohnten Zeit schlafgegangen. Ich war oft in der Krone mit meiner Aufmerksamkeit und fühlte mich verbunden und geschützt. Trotzdem konnte ich dann nicht einschlafen.

Ich habe unruhig geschlafen, wirre Träume gehabt und fühlte mich heute Morgen körperlich wie gerädert. Überall zieht und zwickt es und die Gefühle gehen in Richtung Traurigkeit oder mehr in Richtung Kraftlosigkeit. Akzeptanz und Neutralität, es ist nicht so ganz eindeutig. Ehrlich gesagt fühle ich mich, als hätte ich die Nacht durchgemacht und zu viel Alkohol getrunken, aber nichts davon ist der Fall.

Ich kenne diesen Zustand auch von vergangenen Weihnachten und anderen Familienfeiern. Dieses Mal ist es mir alles besonders bewusst. Ich bin vielleicht zum ersten Mal nicht im Widerstand mit dem heutigen Zustand. Kannst du bitte etwas dazu sagen? Danke von Herzen.” Wow, was für ein schöner Bericht. Danke.

Ja, du erlebst das, was du schon immer erlebt hast, und zum ersten Mal hast du keinen Widerstand dagegen. Ja.

Jetzt beginnt der Segen. Weißt du, wir haben eine ganz lustige Vorstellung vom Leben. Wir glauben, wenn wir alles richtig machen und bewusst genug sind, dann ist alles problemfrei, stressfrei, einfach und angenehm. Aber so ist es nicht. So ist es überhaupt nicht. Aber wenn du meditierst und langsam bewusster wirst und in dir kräftiger wirst, dann passiert etwas anderes: du wirst stabiler in dir selbst.

Du stehst immer mehr auf einem ganz festen, tiefen Fundament in dir drin, und dann machen dir die Dinge, die dich ein Leben lang geschreckt haben, plötzlich nichts mehr aus. Ja, du fühlst dich noch gerädert, aber du kannst sogar bewusst dabei bleiben. Und vielleicht noch ein, zwei Weihnachten, und du kannst ein bisschen darüber schmunzeln.

Wir glauben, wenn wir alles richtig machen und bewusst sind, ist alles problemfrei, einfach und angenehm. Aber so ist es nicht. Doch wenn du meditierst und bewusster wirst, wirst du stabiler in dir selbst. Du stehst auf einem tiefen Fundament in dir, und dann machen dir Dinge, die dich ein Leben lang geschreckt haben, plötzlich nichts mehr aus.

Das sind gute Nachrichten.

Und es ist schön, dass du die Dinge nicht mehr bewertest, sondern einfach erlebst. Mir geht es genauso, weißt du... Nach einem Satsang... Das ist wie ein Familienfest, nur mit sehr vielen Menschen, und da geht so viel durch mich durch. Normalerweise bin ich in der Nacht und den gesamten nächsten Tag vollkommen damit beschäftigt.

Ich weiß nicht, mit was – ich denke nicht darüber nach, ich habe keine konkreten Gedanken oder so. Ich merke das nur energetisch. Das ist, obwohl ich nur Freude daran habe und es unglaublich gern mache, auf einer gewissen Ebene schwere Arbeit. Ich bin da immer wieder erstaunt.

Aber es ist vollkommen in Ordnung. Das ist überhaupt gar kein Problem. Das ist normal. Es ist halt so. Und deswegen ist es gut, wenn wir uns darüber überhaupt keine Gedanken machen. Meditiere weiter, kümmere dich um deinen inneren Zustand, und all diese Dinge da draußen werden immer einfacher für dich werden, obwohl sie sich nicht wirklich ändern. Swamiji hat das einmal so beschrieben, als er über diesen spirituellen Weg sprach. Er sagt: das ist wie ein Samenkorn, das in uns gepflanzt wird.

Du beginnst zu meditieren, du triffst einen Guru, du erlangst Selbsterkenntnis, ohne davon irgendetwas zu wissen, aber in dir beginnt etwas zu wachsen. Und am Anfang... Du beginnst zu wachsen – das heißt: du fängst an, ein bisschen bewusst zu werden. Du fängst an zu merken, was da alles passiert und wie schwierig das eigentlich alles ist. Und er beschreibt es ganz schön.

Dieser Same, der wurde auf den Boden geworfen, wo er wachsen soll, aber da sind überhaupt keine idealen Bedingungen, sondern der Samen landet irgendwo, und dann liegen da Steine über ihm drüber und auf ihm drauf und er weiß gar nicht, wie ihm geschieht. Er kann das Licht der Sonne kaum sehen. Und er macht sich unglaubliche Gedanken über die Steine und wie er die jetzt wegkriegen soll, was unmöglich ist. Er ist dieser kleine Same und hat überhaupt gar keine Möglichkeit, da irgendetwas zu ändern, und er sorgt sich und sorgt sich.

Aber dann fängt der Same trotzdem, ohne, dass er weiß, wie es möglich ist, an, zu wachsen, und er wächst und wächst. Und dieser Sprössling, der da wächst aus dem Samenkorn heraus, der wächst um die Steine herum und wird langsam größer, und dann wird es ein kleines Bäumchen, und aus dem kleinen Bäumchen wird ein Baum, und aus dem Baum wird ein großer Baum. Die Steine sind immer noch da, wo sie immer gelegen haben, nichts hat sich verändert, aber schon lange denkt das Samenkorn nicht mehr an die Steine. Es ist so groß geworden, so kräftig. Und das ist das, was mit uns im Leben passiert.

Meditiere weiter, kümmere dich um deinen inneren Zustand, und all diese Dinge da draußen werden immer einfacher für dich werden, obwohl sie sich nicht wirklich ändern.

Bevor wir meditieren, als normale Menschen, fühlen wir uns dem Leben total ausgeliefert, und alles schreckt und ängstigt uns.

Dann meditieren wir ein paar Jahre, ein paar Jahrzehnte, das Leben ist genauso wie vorher, aber nichts schreckt uns mehr. Wir können uns gar nicht mehr dran erinnern, wie es früher einmal war. Das ist das Geheimnis. Und aus deinem Bericht sehe ich ganz klar, dass du auf diesem Weg bist, und das ist so schön. Ich freue mich. Danke. Danke für deine Email.

Bevor wir meditieren, als normale Menschen, fühlen wir uns dem Leben total ausgeliefert, und alles schreckt und ängstigt uns. Dann meditieren wir ein paar Jahre, ein paar Jahrzehnte, das Leben ist genauso wie vorher, aber nichts schreckt uns mehr. Wir können uns gar nicht mehr dran erinnern, wie es früher einmal war. Das ist das Geheimnis.

Machtlosigkeit nicht überwinden, sondern annehmen

Simone, bitte fahre fort, falls du noch eine Frage hast.

[Simone:] Ja, habe ich. Die Frage ist von Pati Bonetti.

[Dhyan Mikael:] Hallo, Pati Bonetti. Schön, dass du da bist. Wie schön, ich freue mich.

[Simone:] „Wie kann ich erkennen, ob Machtlosigkeit, die zu überwinden ist, mich eindeutig einlädt zu handeln, über meine Komfortgrenzen zu schreiten, oder mich einlädt, mich tiefer dem Nichtwissen hinzugeben?”

[Dhyan Mikael:] Kannst du mir das noch einmal vorlesen, bitte?

[Simone:] Ja. „Wie kann ich erkennen, ob Machtlosigkeit, die zu überwinden ist, mich eindeutig einlädt zu handeln, über meine Komfortgrenzen zu schreiten, oder mich einlädt, mich tiefer dem Nichtwissen hinzugeben?”

[Dhyan Mikael:] Wenn du machtlos bist, bist du machtlos. Da gibt es nichts zu entscheiden. Da gibt es nichts zu deuteln. Da musst du nichts analysieren. Weißt du, ich mache das ganz einfach. Ich nehme das an, was da ist. Und wenn du das tust... Freunde dich einfach mit der Machtlosigkeit an, mit diesem Gefühl: ich kann nichts tun. „Okay – wenn ich nichts tun kann, das ist einfach."

Und ich habe die Erfahrung in meinem Leben immer und immer und immer wieder gemacht: wenn ich einfach das Offensichtliche, was gerade da ist, annehme, dann, ehe ich mich versehe, ist es weg, und etwas Neues kommt.

Vielleicht will in der Situation etwas geschehen. Das wirst du herausfinden. Nimm einfach die Machtlosigkeit an. Denk an nichts anderes. Denk nicht daran, was danach kommt oder wozu sie dich einlädt. Du bist machtlos, hey... Schließ Frieden damit. Und dann, wenn etwas geschehen soll, wird es von selbst kommen. Es wird von selbst total offensichtlich werden. So funktioniert das. Wir brauchen nichts zu analysieren. Das Leben ist ganz direkt mit uns, weißt du...

Das schickt uns keine eingepackte Botschaften, die wir auspacken und interpretieren und analysieren müssen. Das ist alles ganz direkt. Du bist in einer Situation, du denkst vielleicht, du solltest etwas machen, aber du kannst nicht: „okay”. Zwei Minuten später stellst du fest, dass du sehr wohl etwas tust. Du weißt gar nicht, wie das überhaupt möglich ist. Es passiert einfach. So ist es, wenn man mit dem Frieden schließt, was gerade da ist.

Mehr gibt es da nichts zu tun. Normalerweise ist Machtlosigkeit das Gegenteil. Normalerweise ist Machtlosigkeit nicht die Einladung, etwas zu tun, sondern einfach der Hinweis darauf, dass du gerne etwas tun würdest, aber du kannst es nicht – und dann fühlst du dich machtlos. Wenn du nicht die Vorstellung hast, dass du etwas tun solltest, oder den Wunsch hast, etwas zu tun, was aber nicht geht, dann fühlt man sich auch nicht machtlos.

Deswegen ist Machtlosigkeit für mich die Einladung, einfach das anzuerkennen, was ist: „Ich kann nichts tun – okay”.

Ganz simpel; ganz einfach; ganz direkt.

Danke, Pati. Schön, dass du da bist. Und wenn dir die Antwort noch nicht reicht... Du fragst irgendwie... Ich habe das Gefühl, als würde da noch eine konkrete Situation dahinterstecken, die du im Sinn hast. Falls dem so ist, dann schreib gerne noch einmal, und wir sprechen noch ein bisschen darüber. Danke.

Einladung statt Widerstand

Simone, magst du fortfahren?

[Simone:] Gerne. Die nächste Frage ist von Amala.

[Dhyan Mikael:] Amala, grüß dich. Amana oder Amala?

[Simone:] Amala.

[Dhyan Mikael:] Amala. Guten Abend, hallo. Toll, dass du da bist. Ich freue mich.

[Simone:] „Hallo Mikael. Meine Schulleiterin hat unangekündigte Hospitationen bei mir angekündigt, und jeder Tag ist für mich die Hölle, da ich nicht weiß, wann sie meine Stunden besucht. Lieber Gruß, Amala.”

[Dhyan Mikael:] Das ist doch ein tolles Abenteuer. Soll sie doch kommen.

Wo ist das Problem?

Bei meinen Satsangs hospitieren zwischen 90 und 100 Leute und schauen, was ich hier so treibe. Ich finde es toll. Lass sie doch kommen. Vielleicht hat sie sogar ein paar gute Tipps für dich.

Ich meine es ernst.

Lade sie ein – ich meine, du brauchst sie jetzt nicht als Mensch einladen, sie kommt ja eh –, innerlich, meine ich: „Ah, meine Chefin möchte schauen, was ich da so treibe. Okay. Ja, bitte, komm.” Weißt du, ich rede von einer inneren Offenheit.

Es ist genau die gleiche Situation wie die, die Sofia erlebt mit ihrer Fahrprüfung. Sei bereit für das, was da kommt, bereitwillig: „Okay: ja!” Mach es ihr einfach, zu kommen. Lass die Türe auf – da drin. Das wird alles für dich ändern.

Und dann: schließ Freundschaft mit den Gefühlen, die dann kommen. Und das kannst du jetzt machen, wenn du allein bist und Zeit hast und Muße hast. Lade sie ein: „Ja, Frau Rektorin, kommen Sie rein.” Gib ihr den besten Platz, wo sie alles genau sehen und hören kann. Und dann fühle deine Gefühle.

Es gibt überhaupt keinen Grund, da Widerstand zu leisten. Ich bin bei dir. Ich finde das eine ganz spannende Sache.

Ich freue mich, dass du dabei bist, Amala. Vielen, vielen Dank.

Fang mit dem Aufräumen innen an

[Simone:] Kann ich weitermachen?

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.

[Simone:] Die nächste Frage ist von Katharina.

[Dhyan Mikael:] Katharina, guten Abend, hallo.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich würde mich gerne so akzeptieren, wie ich bin, aber ich schaffe es nicht. Ich bin zum Beispiel ein Chaot. Wenn ich die Wohnung aufräume, liegen nach ein paar Tagen wieder überall Sachen herum, und es stört mich ungemein. Und so geht das schon seit Jahren. Ich komme aus der Spirale nicht heraus.”

[Dhyan Mikael:] Das Problem ist, dass du versuchst, aufzuräumen. Lass das Aufräumen bleiben. Ich lebe hier mit drei Chaoten zusammen. Ich bin ein sehr ordentlicher Mensch, eigentlich, aber hier gebe ich langsam auf. Ich lebe jetzt fast zehn Jahre mit diesen drei Damen, aber mit denen ist es einfach: die die räumen gar nicht auf.

Aufräumen ist nicht so wichtig.

Nimm dich lieber an so wie du bist.

Aufräumen ist nicht so wichtig. Nimm dich lieber an so wie du bist.

Ich habe noch nicht ganz verstanden, worin dein Problem liegt. Du sagst, du hast Schwierigkeiten, dich anzunehmen, so wie du bist, aber das klappt nicht, und dann erzählst du mir, dass du aufräumst, aber dann keine Ordnung halten kannst. Aber wenn du dich annehmen würdest, so wie du bist., dann...

Du bist offensichtlich ein unordentlicher Mensch. Lass es doch gleich unordentlich sein.

Das wäre doch viel einfacher. Ich mag Unordnung nicht. Deswegen räum ich auf. Es ist nicht so, dass bei mir immer alles ordentlich ist, aber ich habe eine sehr niedrige Toleranzschwelle für Unordnung, und wenn es mir zu unordentlich wird, dann räume ich halt auf.

Und dann wird es langsam wieder unordentlich, bis diese Schwelle wieder erreicht wird, und dann räume ich halt wieder auf. Aber ich habe nicht diesen Gedanken, „okay, wenn ich jetzt aufgeräumt habe, dann sollte es ordentlich bleiben.” Ich meine, das Haus hier ist ja kein Museum.

Ich räume auf, wenn ich Lust habe, und dann sehe ich, was passiert. Wenn ich alleine lebe, ist es relativ ordentlich alles und sauber. Mit Mitbewohnern ist das nicht machbar, jedenfalls nicht mit diesen hier, und dann wir leben hier im totalen Chaos. Und das war eine heilsame Erfahrung für mich, weil ich da gelernt habe, dass Ordnung eigentlich gar nicht wichtig ist.

Also: nimm dich an, so wie du bist. Versuche nicht, anders zu sein. Meditiere lieber.

Nutze die Zeit lieber, um zu meditieren. Schaffe da drinnen Ordnung.

Lerne, eine halbe Stunde lang da oben sauber zu machen. Und das heißt: eine halbe Stunde lang zu üben – ganz unernst, nur als Spiel, weißt du; das ist auch nicht ernst, genau wie Aufräumen nicht ernst ist und Unordnung nicht ernst ist, ist das da oben mit dem Meditieren auch überhaupt nicht ernst –einfach probieren, die Aufmerksamkeit nicht auf die Gedanken zu richten, nicht auf die Unordnung im Kopf, sondern auf die Stille – diese Ordnung, die man immer dabei hat.

Nimm dich an, so wie du bist. Versuche nicht, anders zu sein. Meditiere lieber. Nutze die Zeit, um zu meditieren. Schaffe innen Ordnung. Lerne, eine halbe Stunde lang da oben sauber zu machen: die Aufmerksamkeit nicht auf die Gedanken zu richten, nicht auf die Unordnung im Kopf, sondern auf die Stille – diese Ordnung, die man immer dabei hat.

Und wenn du dich darum kümmerst, dann verspreche ich dir eines: alles, was wirklich wichtig ist in deinem Leben, wird Energie bekommen. Alles, was wirklich wichtig ist in deinem Leben, wird aufgeräumt werden.

Ja... Der Rest ist nicht wichtig.

Danke, Katharina. Danke. Ich liebe diese Alltagsfragen, denn die treffen wirklich den Kern des Lebens. Die zeigen uns, worum es wirklich geht. Kümmere dich deine Seele, und wenn du mit der fertig bist, dann sorg dich ums Aufräumen. Ich meine es ernst, wirklich.

Die Einladung, mit mir in der Hölle zu sein

So, ich möchte gern noch eine Email vorliegen.

Ich habe hier eine Email, die bezieht sich auf die Jahrespostkarte, die ich im Herbst dieses Jahres an alle Menschen verschickt habe, die mich und die Videos finanziell unterstützen. Das mache ich einmal im Jahr so als kleine Dankesaktion, weil es mich so berührt, wenn es Menschen gibt, die meine Videos und die Satsangs finanziell unterstützen, und die es mir ermöglichen, das alles zu machen und so viel Zeit dafür aufzuwenden.

Ja, und dann gestalte ich einmal im Jahr eine Postkarte und verschicke die an die Menschen, die mir da zur Seite stehen. Und die erste Jahrespostkarte, die ich vor eineinhalb Jahren verschickt habe, die ist richtig gut angekommen, aber die, die ich heuer verschickt habe, die hat es in sich. Und ich wusste das auch schon, als ich sie verschickt habe, dass es wohl interessante Reaktionen gibt. Ich lese jetzt einmal diese Email hier vor. „Geliebter Dhyan Mikael.

Alles, was von dir kommt, ist eine so unglaublich große Hilfe für mich, und ich freue mich wirklich sehr, dass ich dich bei dieser Arbeit ein wenig unterstützen kann. Vielen Dank für die Jahrespostkarte. Heuer fällt es mir ein bisschen schwerer, sie an Freunde, Familie und Bekannte weiterzugeben. Ich werde schauen, wie es mir damit geht. Für mich, die ich deine Worte kenne und zu wissen glaube, wie sie gemeint sind, ist es wundersam und wunderbar.

Je länger sie da ist, desto besser scheine ich die Botschaft zu begreifen. Wahrscheinlich kann ich die Karte erst dann weitergeben, wenn ich ihren Inhalt selbst richtig verstanden und verinnerlicht habe, so wie es ja immer ist.” Ja, ich möchte mal kurz diese Karte vorlesen. Wo habe ich sie denn? Jetzt bin ich überhaupt nicht vorbereitet... da ist sie.

Also, auf der Karte steht: „Wenn du stets bereit bist, in der Hölle zu sein, dann bist du im Himmel.” Das ist etwas, das keiner hören will. Alle wollen in den Himmel, um die Hölle zu vermeiden. Aber so funktioniert es nicht. Wenn du vor nichts mehr Angst hast, wenn du zu allem 'ja' sagst, dann verwandelt sich alles in den Himmel. Solange du vor etwas wegläufst, bist du in der Hölle.

Alle wollen in den Himmel, um die Hölle zu vermeiden. Aber so funktioniert es nicht. Wenn du vor nichts mehr Angst hast, wenn du zu allem 'ja' sagst, dann verwandelt sich alles in den Himmel. Solange du vor etwas wegläufst, bist du in der Hölle.

Solange du vor deiner Rektorin wegläufst und vor dem Hospitieren, solange du vor der Fahrprüfung wegläufst... Vor allem, was uns blüht... wenn du davor wegläufst, bist du in der Hölle: du bist in der Hölle.

Aber wenn du bereit bist, in der Hölle zu sein, und sagst, „ja, okay. Ja, ich habe Angst. Ja, ich laufe weg. Ja, ich weiß nicht, wie das werden soll. Ja, ja, ja...”, dann geschieht etwas. Dann veränderst du dich.

Und damit verwandelt sich die Hölle. Ist das große Geheimnis. Das ist das, was keiner wissen, das ist das, was keiner hören will.

Wenn du davor wegläufst, bist du in der Hölle. Aber wenn du bereit bist, in der Hölle zu sein, und sagst, „ja, okay. Ja, ich habe Angst. Ja, ich laufe weg. Ja, ich weiß nicht, wie das werden soll. Ja, ja, ja...”, dann geschieht etwas. Dann veränderst du dich. Und damit verwandelt sich die Hölle. Ist das große Geheimnis.

Alle wollen immer wissen: wie kann ich das transformieren? Wie kann ich meine Angst transformieren? Wie kann ich die Schwierigkeiten wegmachen?

Aber der Weg geht da hinein, nicht heraus.

Und dazu ermutige ich dich immer wieder und immer wieder.

Das ist das, was keiner hören will. Alle wollen wissen: wie kann ich meine Angst transformieren? Wie kann ich die Schwierigkeiten wegmachen? Aber der Weg geht da hinein, nicht heraus. Und dazu ermutige ich dich immer wieder und immer wieder.

Fall durch die Fahrprüfung – nicht nächste Woche, jetzt, da drin. Stell dich der Angst. Habe Angst. Lass dich von der Angst fressen. Lass dich von der Angst verbrennen. Lass das Schlimmste geschehen, was geschehen kann – und dann schau, wer du bist.

Das ist die Einladung dieser Postkarte: die Einladung, mit mir in der Hölle zu sein.

Stell dich der Angst. Habe Angst. Lass dich von der Angst fressen. Lass dich von der Angst verbrennen. Lass das Schlimmste geschehen, was geschehen kann – und dann schau, wer du bist. Das ist die Einladung dieser Postkarte: die Einladung, mit mir in der Hölle zu sein.

Das ist das, was im Christentum das Fegefeuer genannt wird – natürlich völlig missverstanden: man geht durch die Dinge hindurch, vor denen wir Angst haben. Denn dann, wenn wir irgendwann bereit werden, dazu 'ja' zu sagen, dann entdecken wir, wie diese Dinge wirklich sind.

Dann schauen wir uns um und denken: „Wo ist denn die Hölle hin? Hier hat es doch gerade noch überall gebrannt – und jetzt, wo ich bereit bin, ist plötzlich alles anders. Was ist denn hier los?” Aber dazu muss man immer bereit sein, immer wieder, immer wieder aufs Neue.

Das wird im Christentum das Fegefeuer genannt: man geht durch die Dinge hindurch, vor denen wir Angst haben. Wenn wir bereit werden, 'ja' zu sagen, entdecken wir, wie sie wirklich sind. Dann schauen wir uns um: „Wo ist denn die Hölle hin? Hier hat es doch gerade noch überall gebrannt – und jetzt, wo ich bereit bin, ist plötzlich alles anders.”

Und ich verstehe, dass du die Jahrespostkarte dieses Mal nicht so leicht verschenken kannst, denn das ist etwas, was die Menschen normalerweise nicht wollen. Das unterscheidet diejenigen, die wirklich wahrhaftig auf dem Weg nach innen sind. Die sind bereit dazu – irgendwann. Irgendwann wirst du bereit dazu.

Irgendwann weißt du: ich komme da nicht drum herum. Und jeder, der hier im Satsang ist, ist offensichtlich dafür bereit, sonst wärst du nicht hier. Deswegen freue ich mich so über die Fragen. Deswegen freue ich mich, wenn du über die Rektorin schreibst oder über deine Fahrprüfung, weil ich weiß: du bist bereit. Und das ist wunderbar.

Ja...

Ja, danke für die Email, und danke für deinen Bericht über die Postkarte. Du bist nicht die Einzige, die mir diese Art von Feedback gegeben hat, und ich habe jetzt deinen Brief stellvertretend für einige vorgelesen, die ich da bekommen habe, und es lag mir am Herzen, ein paar Worte dazu zu sagen.

Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht

Und ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, dich dazu einzuladen, wenn du möchtest, das, was ich hier tue, finanziell zu unterstützen. Alles, was ich tue, ist kostenlos, und es ist mir auch wichtig, dass du dich nicht verpflichtet fühlst zu irgendetwas. Das, was hier geschieht, ist kostenlos. Es ist keine Vorbereitung auf irgendetwas, was dann später Geld kostet. Ich drehe hier keinen Kurs an oder irgendwelche anderen Sachen. Es ist alles kostenlos: Videos, Satsang, Retreats.

Aber aus ganz praktischen Gründen brauche ich ein wenig Unterstützung dabei, denn es kostet Zeit, es kostet viel Energie und auch Geld. Und wenn es ein paar Menschen gibt, die mich dabei unterstützen, dann ist es für mich um so vieles leichter. Also: wenn du Freude daran hast, mich dabei zu unterstützen, dann bist du ganz, ganz herzlich willkommen. Du kannst auf meiner Webseite, auf der Spende-Seite nachlesen, wie das funktioniert. Das geht ganz leicht.

Was für mich eine ganz wunderbare Unterstützung ist, das ist, wenn Menschen eine Mitgliedschaft auf Steady für mich abschließen, denn dann bekomme ich jeden Monat ein gewissen Betrag als Hilfe, als Spende, und das ist für mich sehr praktisch, weil ich dann weiß, wie viel so etwa jeden Monat hereinkommt, und dann kann ich recht gut planen, wie viel meiner Zeit ich da aufwenden kann und wie viel ich auch an Geld investieren kann, damit es hier weitergeht.

Aber es geht auch anders; es gibt Menschen, denen sind solche Mitgliedschaften suspekt. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Wenn du Lust hast, informiere dich einfach auf meine Website, und ich danke dir sehr. Aber wie gesagt: fühle dich zu nichts verpflichtet. Mir ist es wichtig, dass du es aus Freude machst. Ja... danke, dass du da bist. Und wenn ich schon dabei bin, möchte ich gerne erwähnen, dass auch Devasetu und Jetzt-TV von Spenden leben.

Alles, was Devasetu hier macht und seine Helfer und Helferinnen, ist ehrenamtlich, und Devasetu und Jetzt-TV freuen sich auch sehr über Spenden. Wenn dir danach ist, auch dort mitzuhelfen, findest du auf Jetzt TV überall unübersehbare Hinweise darauf, wie du das machen kannst. Danke, Devasetu, dass das hier möglich ist.

Zu intelligent für Wünsche und Ziele

So, ich glaube, wir haben noch Zeit für eine Frage, Simone – vielleicht sogar zwei, wenn es nicht lange dauert. Hast du denn noch etwas?

[Simone:] Ja, ich habe zwei Fragen.

[Dhyan Mikael:] Oh, das passt ja super.

[Simone:] Die erste Frage ist von Michelle.

[Dhyan Mikael:] Michelle, guten Abend.

[Simone:] „Mir fällt es schwer, meine Wünsche und somit auch Ziele zu erreichen. Mir fehlen dazu die Energie, der Antrieb und die Motivation. Ich beneide die Menschen in meinem Umfeld, welche ihre Wünsche verfolgen und dadurch an Substanz, Charakter und Selbstvertrauen gewinnen. Meine Schulerfahrung und die darauffolgende Ausbildungszeit haben in mir den Ich gestärkt, dass ich dumm bin, nicht fähig zu lernen.

Nicht einmal meine natürlichen Fähigkeiten zur Kreativität verfolge ich. Ich bin 25 Jahre alt und dennoch merke ich, wie meine kognitiven Fähigkeiten stetig schlechter werden, da ich mich vor geistigen Herausforderungen drücke. Und dieser Glaubenssatz „ich bin dumm” wird mehr und mehr zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Aus eigenem Antrieb geschieht wenig in meinem Leben. Irgendwie werde ich entweder vom Leben zu einer Handlung gezwungen, oder ich lasse mich von meinem Umfeld mitreißen. Auf Erwartungen von außen reagiere ich total allergisch und stur.

Und wenn ich selbst Erwartungen und Wünsche an mich habe, dann verschließt ich mein System ebenfalls. Das ist wohl der Grund, weshalb die Samarpan-Meditation das Einzige in meinem Leben ist, an dem ich täglich dranbleibe, wie ein Anker, weil ich mich ohne total verloren, hilflos und unfähig fühle. Ich fühle die Wahrheit, wenn du sagst, es braucht keine Wünsche und Ziele, und zugleich fühlt es sich an, als wäre dies eine trostlose Ausrede, weil ich in Wahrheit einfach zu unfähig bin, meine Wünsche und Ziele zu erreichen. Andere können es ja auch.

Lieber Mikael, vielleicht magst du einige deine Gedanken dazu mit mir teilen. Das hilft mir bestimmt.”

[Dhyan Mikael:] Danke Michelle. Danke, dass du schreibst.

Alles, was du da sagst, ist Unsinn. Es stimmt alles nicht. Das kannst du alles vergessen. Das, was du ganz direkt erlebst, das ist die Wahrheit. Wenn jemand zu dir kommt mit Wünschen und Erwartungen, verschließt sich alles. Du willst damit nichts zu tun haben. Ja! Wenn du Wünsche und Erwartungen an dich hast, brichst du zusammen. Ja: das ist die Wahrheit. So bin ich auch.

Erst heute... ich hatte heute ein Gespräch mit einem Menschen, der mich schon seit langer Zeit kennt, und wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen, wir hatten heute ein Gespräch. Und dieser Mensch meinte zu mir, dass ich ja eigentlich wirklich ein sehr umgänglicher Mensch sei – es sei denn, man will etwas von mir. Dann wird es mit mir richtig schwierig. Dann wird es mit mir unmöglich – weil ich so nicht funktionieren kann. So war ich schon immer.

Ja, du kannst keine Wünsche und Ziele verfolgen. Natürlich nicht! Du bist viel zu intelligent dafür.

Ja, du kannst keine Wünsche und Ziele verfolgen. Natürlich nicht! Du bist viel zu intelligent dafür.

Ich will dir sagen, wie das im Leben funktioniert. Menschen, die nicht bereit sind, die Wahrheit zu entdecken, die haben ein leichtes Leben: die leben in der Illusion, dass sie das Leben führen. Die leben in der Illusion, dass es ihr Leben ist. Und die leben tatsächlich in der Illusion, dass sie ihre Ziele und Wünsche verfolgen und erreichen, und dass das Leben das tut, was sie wollen.

Das stimmt alles nicht, und diese Menschen leben in einer latenten Unruhe und Nervosität, teilweise auch Angst, meist ohne davon zu wissen. Aber da sie an der Wahrheit nicht interessiert sind und auch noch nicht so weit sind, damit umzugehen, wissen sie von all dem nichts. Und das machen 99 Prozent der Menschen, und deswegen fühlt es sich so normal an.

Aber ab und zu gibt es einen Menschen, der wird bereit dafür, zu entdecken, wie es wirklich funktioniert.: dass es im Leben überhaupt nicht um Wünsche und Ziele geht; dass das nicht funktioniert. Und dann wirst du ein bisschen bewusster und, dann erlebst du so wie du: was du erlebst, ist die Wahrheit. Du erlebst nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Du erlebst, wie das Leben funktioniert.

Und dann gibt es diese Zeit dazwischen: dieser Übergang zwischen dem alten Leben, wo wir tatsächlich geglaubt haben, ich habe alles im Griff...

Diese Zwischenzeit ist geprägt von einem Spannungsfeld, das du gerade so schön beschrieben hast. Du erlebst, dass du das gar nicht in der Hand hast. Du kannst Ziele und Wünsche nicht verfolgen. Es geht einfach nicht – aber du glaubst, du solltest. Und nicht nur, dass du glaubst, du solltest: du glaubst, du musst. Du glaubst immer noch, das Leben funktioniert so: du müsstest es eigentlich können. Aber was du erlebst, ist das Gegenteil. Du erlebst: das geht nicht.

Aber du weißt nicht, dass du da das Leben erlebst. Du glaubst, mit dir stimmt etwas nicht. Und das ist eine sehr unangenehme Zeit, in der befindest du dich gerade. Meditiere einfach weiter, und ganz allmählich dämmert es dir dann, dass das, was du da erlebst, die Wahrheit ist: dass du nicht nur das Leben nicht in der Hand hast, sondern dass du es auch gar nicht in der Hand haben brauchst. Ganz langsam entdeckst du, dass das Leben viel besser funktioniert, wenn du dich nicht einmischst.

Du glaubst, mit dir stimmt etwas nicht. Diese Zeit des Übergangs ist unangenehm. Meditiere einfach weiter, und ganz allmählich dämmert es dir, dass du nicht nur das Leben nicht in der Hand hast, sondern dass du es auch gar nicht in der Hand haben brauchst. Du entdeckst, dass das Leben viel besser funktioniert, wenn du dich nicht einmischst.

Aber das braucht ein bisschen Zeit.

Und deswegen ist die Samarpan-Meditation für dich wie geschaffen. In dieser Meditation gibt es kein Ziel.

Da gibt es keine Wünsche. Swamiji sagt immer wieder: meditiere ohne jede Erwartung. Es geht überhaupt nicht darum, da etwas zu erreichen. Einfach meditieren und loslassen, Hingabe – mehr ist es nicht. Da übst du das, vor dem du dich im Rest des Lebens dauernd sträubst. Und das tut so gut, und du spürst die Wahrheit. Und ich freue mich so für dich, dass du das spüren kannst.

Und deswegen ist die Samarpan-Meditation für dich wie geschaffen. Da gibt es kein Ziel, keine Wünsche. Swamiji sagt: meditiere ohne jede Erwartung. Es geht überhaupt nicht darum, da etwas zu erreichen. Einfach meditieren und loslassen, Hingabe – mehr ist es nicht. Da übst du das, vor dem du dich im Rest des Lebens dauernd sträubst.

Nichts ist an dir verkehrt; gar nichts.

Im Gegenteil: ich freue mich über das, was du da sagst.

Ich bin genau wie du. Als ich Abitur gemacht habe, wussten alle meine Klassenkameraden, was sie tun werden. Sie hatten alle Ziele. Sie hatten ganz klare Pläne für ihr Leben.

Ich hatte das nicht. Nicht nur, dass ich meine Ziele und Wünsche nicht durchsetzen konnte oder verfolgen konnte – ich hatte die gar nicht. Mein Problem war noch viel größer: ich hatte so etwas einfach nicht. Ich war völlig planlos, im wahrsten Sinne des Wortes, und ich dachte, genau wie du: mit mir stimmt etwas nicht. Und genau wie du hatte ich das Gefühl: das kann nicht gut gehen. Und dann, 5 Jahre später, hatten wir das erste Klassentreffen, und die meisten meiner Mitschüler hatten die ersten Etappen ihrer Ziele bereits erreicht.

Und diese Menschen, die ich da getroffen habe... Ich werde das nie vergessen. Ich hatte das Gefühl, ich bin in einem Friedhof: alle tot. Innerhalb 5 Jahren waren die alle erloschen. Nur ein Mädchen war dabei, die war total lebendig. Die war wie ich. Die war verkehrt. Die konnte da überall nicht mitmachen. Die war ganz, ganz komisch in den Augen der anderen, genau wie ich.

Ja... Meditiere einfach weiter. Leb dein Leben, so gut du kannst. Schwimm einfach mit, so gut du kannst. Und experimentiere, wenn du magst, wenn sich Gelegenheit dafür ergibt im Alltag für dich, mal damit, was geschieht, wenn du keine Pläne und Ziele hast, sondern einfach schaust, was von selbst geschehen mag: wo es dich hinzieht, von selbst, ohne dass du darüber nachdenkst; wenn du einfach mal schaust: was interessiert mich? Wo zieht es mich hin? Was macht mich neugierig? Und wenn nichts dich neugierig macht, dann bist du halt faul und genießt den Tag. Schau mal, was dann passiert.

Und wenn das dazu führt, dass du gerade viel Zeit hast... Es gibt ein wunderschönes Buch von Otfried Preußler: „Die Abenteuer des starken Wanja”...

Devasetu, ich bin gleich fertig; noch zwei Minuten. Sorry fürs Überziehen.

Das ist die Nacherzählung eines alten russischen Märchens. Und dieser starke Wanja, der ist wie du: der ist zu nichts gut. Das ist so ein fauler Strick und bekommt ständig Ärger mit seinen Brüdern, denn die, die schaffen an, die schuften, die machen das Richtige. Und das ist so eine schöne Geschichte.

Vielleicht magst du sie lesen. Ich glaube, das wäre etwas für dich. Eigentlich ist es eine Geschichte, die man im Satsang vorlesen sollte. Ich glaube, die ist gut für alle Menschen, die sich in den Satsang verirrt haben, denn dieser Junge, der kommt an. Das ist eine tolle Geschichte.

Danke. Ich bin total berührt, dass du da bist. Ich freue mich sehr. Alles ist in bester Ordnung.

Simone, ich glaube, wir müssen Schluss machen, oder es ist etwas ganz, ganz Kurzes? Dann... ich weiß nicht. Devasetu, dürfen wir noch 5 Minuten, oder sollen wir aufhören? Das ist auch eine unfaire Frage. Lass uns aufhören.

Aber vielleicht magst du mir die Frage per Email schicken, und vielleicht kannst du die Person im Chat noch bitten, falls du die E-Mail-Adresse von ihr oder von ihm nicht hast, die mitzuschicken, damit ich mich dann per Email bei diesen Menschen melden kann.

Ja, am Schluss ist es immer am schönsten. Danke für das Satsang. Danke, danke.

Ich möchte noch einmal meinen letzten Satz wiederholen: alles ist gut; kein Grund zur Sorge. Das gilt für uns alle.

Ich liebe dich.