Weiter zum Hauptinhalt Weiter zum Fußbereich

Vatertags-Intensive: Online-Satsang vom 9. Mai 2024

Deutsch mit deutschen und englischen Untertiteln.

Themen: Was ist jetzt das Richtige? Trägheit, Faulheit und Disziplin. Wenn der Partner mit dir ein Problem hat. Ein Stein auf dem Kronenchakra? Meditation und Antidepressiva. Beim Meditieren den Atem zählen. Alte, tiefe Seelenangst. Gefühle ohne Grund. Ein Kurs in Wundern. Abhängigkeiten und Sucht. Wer entscheidet über Beziehungen? Worte der Liebe und Zärtlichkeit. Sind wir fähig zu bedingungsloser Liebe? Nach der Trennung. Hass – Widerstand gegen sich selbst? Die ganze Welt ist gegen mich.

Weiter unten: Links zu den Themen, vollständige Abschrift

Dieses deutsche Video hat sorgfältig editierte deutsche und englische Untertitel. Für weitere Sprachen siehe Automatische Untertitel-Übersetzung.

Dieser Online-Satsang wurde von Jetzt-TV ermöglicht. Im Satsang beantworte ich Fragen der Teilnehmer. Hast auch du Fragen? Ich freue mich über eine Email oder einen Brief von dir! Kontaktinfos hier.

Weitere Videos, in denen ich Fragen beantworte: Online-Satsangs, Video-Satsangs.

Bitte teile dieses Video mit einem Klick:

Über dieses Video:

Dies ist der erste von vier Online-Satsangs im Jubiläums-Monat Mai: Anfang Mai 2023 begann ich, Videos zu machen, und dieser Satsang wurde zu einem ganz besonders tiefen Exkurs durch die Themen des Lebens, die alle bewegen: Beziehung, Trennung, Abhängigkeit, Angst, Liebe.... diese beiden Stunden mit Meditation am Ende waren ein Geschenk auch für mich selbst.

Indem diese Themen wieder und immer wieder berührt werden, wird ganz allmählich klar, wieso es für alle Probleme im Leben stets ein und dieselbe Lösung gibt. Man muss vielleicht ein paar Monate lang zuhören, aber dann versteht man, warum ich immer wieder sage: das Leben ist einfach.

Dieser Satsang ist eine Einladung an dich, dies für dich selbst zu entdecken. Jeder kann es, es ist nicht schwierig. Man braucht nur ein wenig Geduld.

Links zu den Themen in diesem Video:

(weiter unten gibt es die vollständige Abschrift).

  1. Was ist jetzt das Richtige?

  2. Trägheit, Faulheit und Disziplin

  3. Wenn der Partner mit dir ein Problem hat

  4. Ein Stein auf dem Kronenchakra?

  5. Meditation und Antidepressiva

  6. Beim Meditieren den Atem zählen

  7. Alte, tiefe Seelenangst

  8. Gefühle ohne Grund

  9. Ein Kurs in Wundern

  10. Abhängigkeiten und Sucht

  11. Wer entscheidet über Beziehungen?

  12. Worte der Liebe und Zärtlichkeit

  13. Sind wir fähig zu bedingungsloser Liebe?

  14. Nach der Trennung

  15. Hass – Widerstand gegen sich selbst?

  16. Die ganze Welt ist gegen mich

  17. Schreib mir, wenn Du eine Frage hast

  18. Über die Meditation

  19. Meditation

Vollständiger Text zum Mitlesen:

[Dhyan Mikael:] Herzlich Willkommen. Schön, dass du da bist, an diesem wunderschönen Vatertagsnachmittag. Christi Himmelfahrt.

Hier in dem Dorf, in dem ich lebe, ist unten am Fluss gerade das Dorffest mit Kapelle und Bier, und die Menschen lieben es, da zusammenzukommen und diesen Feiertag zum Anlass zu nehmen, mal wieder zusammenzusitzen und zu reden und zu trinken – ein Tag der Gemeinschaft. Und für mich gibt es nichts Schöneres, als so einen besonderen Tag im Satsang, in dieser Art Gemeinschaft mit dir und allen anderen, zu verbringen. Ich möchte kurz, zu Beginn des Satsangs, für all diejenigen, die nicht wissen, worum es hier geht, zwei Sätze dazu sagen, was wir hier überhaupt machen.

In diesem Satsang kannst du, wenn du möchtest, mir eine Frage stellen. Du kannst sie einfach in den Chat von der YouTube-Übertragung oder von Zoom schreiben, und dann wird Simone die Fragen vorlesen, und ich werde dann versuchen, etwas dazu zu sagen. Du kannst aber auch direkt über Zoom mit mir sprechen, wenn du möchtest, und dann kannst du einfach in Zoom ein Handzeichen geben. Das wird Simone dann sehen und wird es arrangieren, dass du dann drankommst und mit mir sprechen kannst.

Und das ist eigentlich schon alles. Wir unterhalten uns hier einfach gemeinsam, und ich versuche ein wenig von dem, was ich so erlebt habe und was ich lernen durfte in meinem Leben, weitergeben und benutzen, um die Fragen zu beantworten. Wir machen das bis um halb vier, bis 15:30 Uhr, und in der letzten halben Stunde dieses Intensives kannst du, wenn du möchtest, mit mir und allen anderen zusammen meditieren, und zwar die Samarpan-Meditation.

Das ist die Meditation, von der ich so oft und gerne spreche. Falls du die noch nicht kennst, macht das überhaupt nichts. Ich werde, bevor wir damit beginnen, ein paar Sätze dazu sagen nachher um halb vier. Das Ganze geht ganz einfach und ist sehr wohltuend, und ich lade dich ein, es einfach auszuprobieren. Ja, das soll schon genug sein an Vorrede. Wir fangen einfach direkt an. Simone, grüß dich! Hast du denn schon etwas, was du mir vorlesen kannst?

[Simone:] Nein, Mikael, wir sind noch keine Fragen da.

Was ist jetzt das Richtige?

[Dhyan Mikael:] Ja, fein. Ich habe hier aber eine. Ich habe gestern eine E-Mail bekommen. Dieser Vatertags-Satsang ist ja eher kurzfristig geplant worden, und ich habe ihn auch erst vor einigen Tagen in meinem Newsletter erwähnt, zum ersten Mal, und so kommt das vielleicht für einige Menschen überraschend. Und so habe ich heute gestern Abend eine E-Mail bekommen von einer Frau, die ich damit offenbar ein wenig in Stress versetzt habe.

Ich habe ihr schon geantwortet, und alles ist gut, aber die Frage, die fand ich so schön, und ich liebe ja diese ganz praktischen Dinge im Leben, die uns dann so leicht verunsichern. Und obwohl ich ihr schon geantwortet habe, möchte ich es gerne vorlesen und für alle etwas dazu sagen. "Du bietest dir gerade recht kurzfristig vier Online-Satsangs an. Der kommende Dienstag war ja schon lange bekannt, aber jetzt plötzlich morgen, am Vatertag, ein Satsang-Intensive. Und da taucht meine Frage auf: Wer entscheidet, ob ich live dabei sein werde?

Mein erster Gedanke war: blöde Uhrzeit. Morgen soll das Wetter gut sein, und ich bin dann lieber mit dem Rad draußen. So einen Termin mitten am Tag ist schwierig, unglücklich. Soll oder darf ich ihn sausen lassen? Mein zweiter Gedanke war dann: okay, Planänderung. Soham hat mir so viele Jahre lang gesagt: setze Gott an erste Stelle. Soham gab mir auch den Namen Sahajo... ich wollte den Namen eigentlich gar nicht sagen, aber nun ist es schon passiert... Sahajo, mit der Bedeutung: spontan. Deswegen: ich bin dabei.

Aber dann mein dritter Gedanke: ganz ehrlich, ich muss dabei sein live, weil ich nur so am schnellsten ins Ziel komme. Ich muss mich anstrengen, um nichts zu verpassen. Und gleichzeitig vermute ich, dass es so nicht funktioniert. Und dann kommt die Traurigkeit. Und dann, zu guter Letzt, mein vierter Gedanke: und was war noch mit der Freude? Mikael sagt doch: Geh mit der Freude. Und jetzt weiß ich gar nichts mehr. Vielleicht kannst du Klarheit in mein Chaos bringen."

Ja, danke noch einmal für diese Frage. Wir alle haben diese Verwirrung, wir alle haben diese Fragen als Mensch. Und jeder fühlt sich normalerweise so, dass er der einzige Mensch ist, der sich derart im eigenen Kopf im Kreise dreht. Und deswegen schätze ich solche Fragen so sehr, weil dann alle anderen hören können: "Ah, dem geht es ja genauso!" Das alleine ist schon sehr, sehr wertvoll.

Ja, wir hören diese weisen Ratschläge, zum Beispiel von Soham, der mein spiritueller Meister ist. Aber wenn dann so eine Situation auftaucht, wissen wir trotzdem nicht, was wir tun sollen. All diese klugen Dinge widersprechen sich in unserem Kopf.

Die Sache ist die: wir können solche Dinge nicht im Voraus planen. Du kannst heute nicht planen, worauf du morgen Lust hast. Gewisse Dinge plant man natürlich. Ich plane zum Beispiel diese Satsangs, online. Und wenn ich einen Satsang geplant habe, dann bin ich dabei. Ich hatte Lust, diesen Satsang zu planen, das heißt für mich: ich mache ihn. Ich werde da sein. Aber du hast die Freiheit, dich zu entscheiden, wann immer du möchtest. Du musst es nicht im Voraus tun. Aber der Kopf redet uns ganz gerne ein: "Ich muss es wissen, und zwar jetzt. Ich muss eine Entscheidung treffen."

Ich spreche ja gerne davon, dass die Freude, die man empfindet oder die man nicht empfindet, ein guter Führer ist. Dann merkst du: wo zieht es mich jetzt gerade hin, jetzt, vierzehn Uhr, Donnerstagnachmittag? Vielleicht hast du dich schon angezogen für deine Radtour, alles ist bereit, und dann merkst du: "Nein, ich will aber nicht", und dann bist du hier.

Aber das wirst du erst in dem Moment herausfinden, wenn es so weit ist. Oder du hast alles vorbereitet für Satsang und fühlst dich auch ganz spirituell und richtig, und dann merkst du, wie du ständig nach draußen schaust, und die Vögel zwitschern, und du möchtest jetzt halt heraus, in die Natur. Das weißt du erst, wenn es so weit ist.

Und ich möchte dich und alle anderen immer wieder dazu ermutigen, diesem eigenen Empfinden Vertrauen zu schenken.

Das ist dein Führer.

Ich möchte dich und alle anderen immer wieder dazu ermutigen, diesem eigenen Empfinden Vertrauen zu schenken.

Das ist dein Führer.

Und es ist natürlich inspirierend und hilfreich, wenn andere Menschen etwas sagen, ich vielleicht sogar, aber verlassen kannst du dich nur auf dein eigenes Gefühl, und das kann dir immer nur im Augenblick, jetzt, einen Rat geben, nicht im Voraus.

Es gibt also nie ein Problem. Und das ist 'Gott an erste Stelle setzen'. Das, was Soham dir geraten hat; das, was ich manchmal sage; das, was Jesus geraten hat. 'Gott an erste Stelle setzen' ist nichts Feststehendes.

Es ist keine Regel, die besagt: "Wenn Satsang ist, musst du mitmachen", oder, wie es die Kirche früher gesagt hat, oder heute auch noch: "Wenn Sonntag ist, dann geht man in die Kirche, weil Gott das Wichtigste ist." Nein. Gott an erste Stelle setzen heißt: still werden, sich nach innen wenden und schauen, was mich dort führt, und wohin mich das jetzt gerade führen möchte. Das ist Gott.

Verlassen kannst du dich nur auf dein eigenes Gefühl, und das kann dir immer nur im Augenblick, jetzt, einen Rat geben, nicht im Voraus.

Es gibt also nie ein Problem. Und das ist 'Gott an erste Stelle setzen'.

Und der ist nicht vorhersehbar.

Gott an erste Stelle setzen heißt: still werden, sich nach innen wenden und schauen, was mich dort führt, und wohin mich das jetzt gerade führen möchte.

Das ist Gott.
Und der ist nicht vorhersehbar.

Danke für deine Frage.

Trägheit, Faulheit und Disziplin

Simone, soll ich weitermachen oder hast du was?

[Simone:] Barbara möchte gerne mit dir sprechen.

[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne. Hallo Barbara, wie schön.

[Barbara:] Hallo Mikael. Mir ist jetzt etwas gekommen zu dem, was du gesagt hast: immer im Moment entscheiden... [Dhyan Mikael:] Ja.

[Barbara:] Was ist aber dann mit dieser Trägheit, Faulheit, die so oft da ist und die man eigentlich doch loswerden will? Was ist mit einer gewissen Disziplin? Also, wenn ich jeden Tag in der Früh entscheiden sollte, ob jetzt meditieren gehe oder nicht, dann würde ich vielleicht nicht oft gehen, wenn ich im Moment entscheide, denn oftmals sind ja einfach so Stimmungen oder sowas da, die das überlagern, oder wo man nicht so recht weiß... [Dhyan Mikael:] Ja, danke für deine Frage. Tolle Frage. Ich sage sehr gerne etwas dazu.

Ich mach das selber so, dass ich das, was jetzt gerade hier ist – du sagtest gerade Trägheit oder Faulheit –, das lasse ich zu. Es fühlt sich ja so an: wenn ich mir jetzt keinen Tritt in den Hintern gebe und mich zwinge zu etwas, dann werde ich hier den ganzen Tag herumsitzen oder womöglich die ganze Woche. So fühlt es sich an, und wir sind überzeugt davon, dass wir das auf keinen Fall zulassen dürfen.

Aber meine Erfahrung ist folgende: wenn ich das, wie ich mich fühle, zulasse – also so richtig zulasse... Wenn ich diese Trägheit fühle, diese Antriebslosigkeit, dann setze ich mich aufs Sofa, aber nicht mit dem Handy, um mich abzulenken, sondern setze ich mich aufs Sofa, ich mache die Augen zu und gebe dieser Trägheit so richtig Raum. Ich gebe ihr meine volle Aufmerksamkeit.

Diese Trägheit, die dann Raum bekommt, die bleibt nicht, wie sie ist. Ich meine, wenn ich mich sechs Monate lang überarbeitet habe, dann wird die Trägheit jetzt sicher Tage oder Wochen brauchen, aber davon sprichst du ja nicht. Du sprichst von dieser Gemütslage, und wenn du der Raum gibst, dann wird sie sich verändern – nach fünf Minuten oder nach einer halben Stunde oder vielleicht nach einer Stunde, obwohl wir vorher das Gefühl haben: "Das darf ich auf keinen Fall zulassen. Ich werde mich den ganzen Tag nicht mehr vom Sofa erheben."

Aber meine persönliche Erfahrung ist: dem ist nicht so. Das ist der Kopf, der immer seinen Senf dazu gibt und sagt: "Das darfst du auf keinen Fall zulassen." Und so geht es den ganzen Tag, mit allen. Und deswegen mein Rat: probiere das mal. Aber dann so richtig... wie gesagt: nicht sich dann ablenken, sondern dem, was da ist, richtig Aufmerksamkeit geben, ganz und gar. Das ist auch Hier sein, im Moment. Und was das Meditieren anbelangt... Ich habe eine einzige Regel in meinem Leben, seit sechseinhalb Jahren.

Und mit Regel meine ich: da frage ich mich nicht jeden Tag. Das Erste, was ich morgens mache, ist, aufs Klo gehen, und dann meditiere ich, immer, egal, wie ich mich fühle. Und diese Entschlossenheit habe ich eigentlich nie gebraucht. Ich hatte nie einen Morgen, wo ich das nicht wollte. Aber wenn ich so einen Morgen hätte, würde ich trotzdem meditieren, weil ich weiß: das ist das eine Fundament, das ich brauche, um den Rest des Tages die gesamte Freiheit zu haben, alles zuzulassen, wie es ist, weil das die Richtung setzt am frühen Morgen.

Und meine Erfahrung ist: wenn das klar ist: ich werde meditieren, dann stellt sich die Frage später gar nicht mehr. Das ist nämlich eine schöne Angelegenheit.

Ich habe in meinem letzten Newsletter geschrieben... ich habe jetzt ganz überraschend, ich habe das auch nicht geplant... Seit über einer Woche oder so meditiere ich jetzt auch jeden Abend noch einmal. nicht nur einmal in der Woche oder so, ab und zu, sondern jeden Tag, und zwar nicht, weil ich denke, das ist für meinen spirituellen Fortschritt gut – ist es sicherlich, aber das ist nicht die Motivation.

Die Motivation ist: ich mag einfach. Und wenn man einmal anfängt mit dieser Meditation, und damit, die jeden Tag zu machen, kommt man ganz schnell an den Punkt, wo das wirklich so ist: wo man das einfach mag. Da stellt sich die Frage gar nicht mehr. Aber dazu muss man sie erst mal eine Weile erlebt haben.

Danke, Barbara.

Wenn der Partner mit dir ein Problem hat

[Simone:] Mikael, ich habe jetzt eine Frage aus dem Chat, die ich gerne vorlesen möchte.

[Dhyan Mikael:] Ja, sehr gerne.

[Simone:] Katharina fragt: "Ich habe das Gefühl, ich weiß überhaupt nichts mehr, aber es fühlt sich irgendwie wunderbar und frei an. Wenn der Partner Probleme mit meiner Spontaneität hat, was kann ich machen?"

[Dhyan Mikael:] Danke. Danke, Katharina.

Da geht es dir wie mir: ich weiß immer weniger, und das fühlt sich sooo gut an. Früher dachte ich immer, ich muss alles wissen, und ich habe mich für so schlau gehalten. Jetzt weiß ich immer weniger, immer weniger – und es wird alles immer einfacher. Also, ich finde es toll, was du da berichtest. Das freut mich sehr. Das ist eine gute Richtung.

Und du fragst: was kannst du tun, wenn dein Partner mit deiner Spontaneität Probleme hat?

Eigentlich musst du da gar nichts tun. Du hast ja kein Problem, er hat eins. Also, ich will es einmal so ausdrücken: er entscheidet sich, dass er mit deiner Spontaneität ein Problem hat, und dann muss er damit umgehen. Er könnte sie auch mögen, die Spontaneität, oder sogar bewundern, oder von dir lernen, oder einfach mitmachen, wenn er gerade mag, oder dir ansonsten einen schönen Tag wünschen. Aber wenn er sich dazu entscheidet, damit ein Problem zu haben, dann ist es seine Angelegenheit. Das ist mal so die Basis.

Und wenn du das zulassen kannst: dass dein Partner mit dir ein Problem hat... Wenn du nicht versuchst, das zu verhindern, sondern wenn du bereit bist, die Gefühle, die damit einhergehen, zu haben und zu fühlen – vielleicht fühlst du dich dann unsicher oder vollkommen verkehrt –, dann hast auch du kein Problem damit, dass dein Partner ein Problem mit dir hat. Ich weiß, das ist gar nicht so einfach.

Wenn du das zulassen kannst: dass dein Partner mit dir ein Problem hat...

Wenn du nicht versuchst, das zu verhindern, sondern wenn du bereit bist, die Gefühle, die damit einhergehen, zu haben und zu fühlen – vielleicht fühlst du dich dann unsicher oder vollkommen verkehrt –, dann hast auch du kein Problem damit, dass dein Partner ein Problem mit dir hat.

Ein komischer Satz meiner Partnerin, und ich fühle mich total verkehrt, obwohl ich natürlich vom Kopf her weiß, dass das Unsinn ist. Aber so sind wir nun mal, wir Menschen.

Wenn es dir gelingt, mit deinem Partner kein Problem zu haben, wenn er mit dir ein Problem hat, und das heißt: wenn du kein Problem damit hast, wie du dich fühlst, wenn er so reagiert auf dich... wenn diese Gefühle da sein dürfen, diese ganz normalen menschlichen Gefühle, dann wirst du merken, dass die Frage, die du gestellt hast, sich gar nicht mehr stellt. Das regelt sich dann auf eine ganz interessante Weise von selbst, einfach, weil du da nicht mehr kämpfst. Du hast keinen Grund mehr zu kämpfen. Du fühlst dich, wie du dich fühlst.

Das ist nicht immer angenehm, aber dann kannst du ihm nahe sein und ihn lieben, obwohl er gerade so drauf ist wie er drauf ist, und obwohl du dich wegen ihm jetzt so fühlst. Und dann wirst du feststellen, dass da plötzlich ganz neue Möglichkeiten entstehen, miteinander in so einer eigentlich schwierigen Situation zu tanzen. Wie das funktioniert, kann ich dir nicht sagen, aber ich kann dir einen Rat geben – das, was ich gerade sage – wie du mit dir selber umgehen kannst, und der Rest ergibt sich dann auf eine ganz magische Weise von selbst. Das kann man nicht vorhersehen, was dann passiert.

Das Wichtigste, wenn man in einer Partnerschaft lebt, ist die Bereitschaft, den anderen immer wieder loszulassen – in den schönen Momenten und in den schwierigen Momenten, immer. Und dann ist es uns möglich, so zu sein, wie wir wirklich sind. Dann kannst du spontan sein, wenn dir jetzt grad danach ist.

Das Wichtigste, wenn man in einer Partnerschaft lebt, ist die Bereitschaft, den anderen immer wieder loszulassen – in den schönen Momenten und in den schwierigen Momenten, immer.

Und dann ist es uns möglich, so zu sein, wie wir wirklich sind.

Und wenn es ihm nicht passt, und du ihn loslassen kannst, innerlich... das hat nichts damit zu tun, irgendetwas zu sagen. Wenn du innerlich sagen kannst: "Ja, gut, dann hat er halt ein Problem. In Ordnung"... Dann ist da plötzlich keine Schwere mehr.

Spiel mal damit. Du wirst erstaunliche, ganz erstaunliche Erfahrungen machen, wenn du nicht versuchst, es zu verhindern, so eine Situation.

Danke, Katharina. Danke.

Ein Stein auf dem Kronenchakra?

[Simone:] Mikael, momentan sind keine weiteren Fragen da.

[Dhyan Mikael:] Alles klar. Dann lese ich noch eine E-Mail vor.

"Ich lebe seit etwa zwei Monaten – so lange meditiere ich schon morgens und abends die Samarpan-Meditation –, in dem Glauben: wenn jemand meine von Traumata aus der Kindheit stammenden Depressionen und Ängste noch heilen könne, dann bist du das. Und deswegen bin ich natürlich momentan etwas hoffnungsvoll. Ich hatte in den letzten Wochen hin und wieder das Gefühl: etwas ist anders. Ich fühle mich gefühlsmäßig etwas gesünder, etwas froher.

Zur Illustration eine Kleinigkeit. Ich habe heute beim Putzen eine bestimmte Stelle eines Schweizer Musikstücks so wunderschön gehört und empfunden wie nie in den letzten Jahrzehnten, und ich vermute, da ist das Kronenchakra mit im Spiel." Ja das vermute ich auch. "Jetzt meine Fragen: ich habe als Versuch nach dem Handkreisen oder als Ersatz dafür einen kleinen Stein auf das Kronenchakra gelegt. Damit spüre ich die Stelle des Chakras klarer. Kannst du mir dazu etwas sagen?"

Ja, das ist ein toller Trick. Zu Beginn der Samarpan-Meditation nimmt man ja die flache Hand und legt sie hier oben auf das Kronenchakra. Das Kronenchakra ist einfach die oberste Stelle des Kopfes hier oben. Dann macht man drei Kreise im Uhrzeigersinn, und dadurch wird diese körperliche Stelle da oben ein bisschen aktiviert, und dann spürt man sie besser, und dann fällt es uns leichter, mit der Aufmerksamkeit dort oben an dieser Stelle zu sein, am Anfang der Meditation.

Und da gibt es viele Tricks, wie die Menschen sich die Sache leichter machen, wenn es für sie nicht ganz so leicht ist, mit der Aufmerksamkeit da oben zu bleiben. Ich kenne zum Beispiel Menschen – in Indien machen die das gerne, die Inder, die die Samarpan-Meditation machen –, die nehmen ein Reiskorn und piksen es da oben rein in die Haut, und dann bleibt es da oben stecken, und dann spürt man diesen kleinen Pikser, und dann fällt es leichter, mit der Aufmerksamkeit da zu sein.

Oder ich kenne hier in Deutschland eine Frau, die ganz schöne, kleine, mit Bohnen gefüllte Säckchen näht, wunderschön verziert, für Menschen, die die Samarpan-Meditation machen. Die Menschen legen sich dann das Säckchen hier oben drauf, und dieses leichte Gewicht da oben an der Stelle, das macht es den Leuten leichter, diese Stelle zu spüren. Ich verwende so etwas nicht. Ich spüre es auch so irgendwie, aber das kann man natürlich machen, da gibt es überhaupt kein Problem.

Meditation und Antidepressiva

Die zweite Frage: "Ich nehme seit über vierzig Jahren ein Antidepressivum. Im Laufe der Zeit bin ich körperlich und wahrscheinlich auch psychisch davon abhängig geworden, so dass es jetzt kaum mehr abgesetzt werden kann. Was meinst du zu diesem Dilemma?"

Also, ich sehe da kein Dilemma.

Ich gebe dir den Rat, weiter zu meditieren, und dir wegen dem Antidepressivum, das du nimmst, keine Gedanken zu machen. Nimm es einfach weiter.

Ein Dilemma entsteht nur, wenn du jetzt entschließt, dass es schlecht sei, dieses Medikament zu nehmen, und dass es jetzt möglichst abgesetzt werden muss, aber das nicht geht, und dann hast du natürlich ein Problem. Aber das Problem gibt es nicht. Das Medikament hält dich stabil, du lebst gut, und du hast jetzt angefangen zu meditieren.

Es besteht überhaupt kein Grund, irgendetwas übers Knie zu brechen oder sich irgendwie zu beeilen. Im Gegenteil. Wenn du mit der Meditation beginnst, beginnt ein neues Leben. Und in diesem Leben, in diesem neuen Leben, wirst du ganz von allein und ganz allmählich ganz neue Sachen lernen.

Es besteht überhaupt kein Grund, irgendetwas übers Knie zu brechen oder sich irgendwie zu beeilen.
Im Gegenteil.

Wenn du mit der Meditation beginnst, beginnt ein neues Leben. Und in diesem Leben, in diesem neuen Leben, wirst du ganz von allein und ganz allmählich ganz neue Sachen lernen.

Und es ist gut, wenn du in dieser Zeit die Unterstützung hast, die du bisher gehabt hast. Es gibt keinen Widerspruch zwischen einem zutiefst spirituellen Leben und einem Antidepressivum.

Die Meditation stärkt deine Seele, ganz allmählich. Und das Medikament, das du nimmst, hilft deinem Körper, deinem Nervensystem, dass das stabil bleiben kann. Das ist kein Widerspruch, kein Dilemma. Und sei einfach unendlich geduldig mit dir selbst.

Es kann gut sein, dass sich die Sache mit deiner Depression und mit dem Antidepressivum, das du nimmst, komplett verändert, aber gib dem Ganzen Zeit und warte nicht auf Veränderung. Meditiere einfach, jahrein, jahraus. Und wenn du in einigen Jahren zurückblickst auf dein Leben, wirst du es nicht wiedererkennen, die Zeit, in der wir jetzt gerade sind.

Beim Meditieren den Atem zählen

Und es gibt noch eine dritte Frage. "Ich habe auch versucht, gleichzeitig im Kronenchakra zu sein und den Atem zu zählen. Das kenne ich aus dem Zen. Ich hatte das Gefühl, beides gleichzeitig gut tun zu können. Was kannst du dazu sagen?"

Ich mache das auch manchmal, aber nicht, weil ich glaube, dass es gut sei, sondern einfach, weil... Es ist so: ich bin mit meiner Aufmerksamkeit einfach im Kronenchakra und nirgends sonst, aber mein Geist, meine Gedanken, beschäftigen sich dann entweder mit der Arbeit, oder mit irgendeinem Fehler, den ich gemacht habe, oder mit irgendetwas, was in meinem Körper vorgeht, und schaue, dass ich besser dasitze oder dass ich besser atme. Und dann merke ich: "Ups, jetzt bin ich aber mit meiner Aufmerksamkeit nicht beim Kronenchakra", und dann gehe ich wieder da hoch.

Also, wenn du dich dabei erwischst, wie du gerade den Atem zählst: alles gut und schön. Du kannst gerne den Atem zählen, aber nicht während der Meditation. Lass es dann einfach sein, und geh wieder mit der Aufmerksamkeit hier hoch. Wenn du dann später, ein paar Momente oder ein paar Minuten später, feststellst, dass du gerade wieder mit dem Atemzählen angefangen hast, dann geh einfach mit der Aufmerksamkeit zurück zum Kronenchakra.

Weißt du, es ist so: Die Aufmerksamkeit auf dem Kronenchakra zu haben, ist viel mehr als nur ein Trick. Das viel mehr als nur, den Verstand zu beschäftigen mit etwas Wohltuendem wie zum Beispiel den Atem zu beobachten. Es ist unendlich viel mehr.

Mit der Aufmerksamkeit beim Atem zu sein ist für Menschen, die das bis dahin nicht kannten, eine richtige Revolution im Leben, aber im Vergleich dazu ist das Kronenchakra als Ziel unserer Aufmerksamkeit unglaublich viel kraftvoller. Ich würde es nicht kombinieren.

Alte, tiefe Seelenangst

Aber er hat noch eine Anmerkung am Schluss seiner E-Mail, die möchte ich auch noch vorlesen.

"Heute früh im Halbschlaf vor dem Klingeln des Weckers habe ich prompt, nachdem es mir in den letzten zwei Monaten eigentlich deutlich besser ging, wieder meine fast durch mein ganzes Leben ziehende unheimlich tiefe Seelenangst gehabt. Nach dem Meditieren und anschließend nach einem schwachen Kaffee war sie dann schnell wieder fast ganz weg."

Ja, ich kenne die auch, die Seelenangst, die hat mich mein Leben lang begleitet.

Seit ich meditiere, ist sie nicht mehr da.

Aber wenn sie käme – ich habe immer Platz für sie. Und das ist das schöne, wenn du meditierst. Durch die Samarpan-Meditation entdeckst du ganz allmählich in dir einen Ort, wo du erlebst: Wow, hier bin ich sicher. Und dann fällt es dir plötzlich viel leichter, diese Dinge, die schon immer zu deinem Leben gehört haben und die für dich bisher nicht handhabbar waren, die dich vollkommen aus der Bahn geworfen haben... plötzlich ist es leichter, und dann kommen diese Dinge und es ist nicht mehr so schwierig wie früher. Es ist, als hättest du plötzlich ein Fundament unter deinen Seelenfüßen.

Durch die Samarpan-Meditation entdeckst du ganz allmählich in dir einen Ort, wo du erlebst:

Wow, hier bin ich sicher.

Ja, ich freue mich, was du berichtest. Vielen Dank. Danke.

Gefühle ohne Grund

[Simone:] Ich habe zwei neuen Fragen für dich.

[Dhyan Mikael:] Wie schön, ja bitte.

[Simone:] Ich lese die erste vor, sie ist von Jeanette Nicole.

[Dhyan Mikael:] Hallo Jeanette Nicole.

[Simone:] "Hallo Mikael. Was tust du, wenn ganz ohne Grund Nervosität oder schlechte Energien auftauchen?"

[Dhyan Mikael:] Danke. Danke für diese Frage.

Wenn bei mir Gefühle oder Energien auftauchen, frage ich nicht nach dem Warum. Du sagst ja gerade: "Was tue ich, wenn diese Gefühle ohne Grund auftauchen?" Oft haben wir das Gefühl, wir wüssten den Grund, aber der stimmt eigentlich fast nie. Wir kennen nur den Auslöser, aber die Gefühle, die bei uns oft ausgelöst werden, zum Beispiel durch unseren Partner, die sind viel älter als die Beziehung, nur haben wir die meistens recht gut verborgen, tief in uns drin.

Und dann kommt ein Mensch, der uns nahesteht und sagt das Falsche oder das Richtige, und dann kommen die plötzlich. Aber die sind uralt. Und den wahren Grund kennen wir eigentlich nie, und den brauchen wir auch nicht kennen. Es ist sogar viel besser, wenn man sich den Grund überhaupt nicht kümmert. Wenn bei mir ein Gefühl kommt wie zum Beispiel Nervosität oder Unruhe, Unsicherheit, Angst, dann fühle ich das.

Ich bin, so gut wie ich kann, in meinem Kronenchakra; ich bin, so gut wie ich kann, bei mir; so gut, wie ich kann, denke ich nicht darüber nach, warum ich mich so fühle und was das jetzt zu bedeuten hat und was bestimmt deswegen morgen passieren wird, sondern, so gut ich kann, fühle ich das Gefühl, so nackt, ohne Bedeutung, ohne Geschichte. Ohne die Geschichte, warum das Gefühl da ist; ohne die Geschichte, was es zu bedeuten hat, dass dieses Gefühl da ist.

Ich lasse es einfach da sein.

Und indem man all diese Gedanken, die mit dem Gefühl zusammenhängen, zum Beispiel: was ist der Auslöser? Warum? Hat es zu bedeuten? Wenn man das gehen lässt, dann ist das Gefühl plötzlich etwas ganz anderes. Dann kann man es fühlen. Dann ist es auch plötzlich gar kein Problem mehr.

So mache ich das.

Danke.

Ein Kurs in Wundern

[Simone:] Dann lese ich die zweite Frage vor?

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte, Simone.

[Simone:] Sie kommt von Katharina, die sich übrigens auch sehr bedankt für deine erste Antwort: "Danke, Mikael, es ist so stimmig, was du sagst. Ich danke dir aus tiefstem Herzen." Und dann fragt sie: "Kannst du zu 'Ein Kurs in Wundern' etwas sagen?"

[Dhyan Mikael:] Ich selbst kenne den Kurs im Wundern nicht. Ich kenne viele Menschen, die das gelesen haben, die das gemacht haben oder mich dazu fragen. Ich selbst habe es nie gelesen oder gemacht. Was ich dazu sagen kann, ist: wenn dich etwas interessiert, wenn du merkst: "Oh, das klingt gut, das klingt vielversprechend", dann geh näher ran. Schau es dir näher an.

Solange dein Interesse anhält, folge dem. So mache ich das. Und mein Interesse, meine Neugier, hat mich nie zum Kurs in Wundern geführt, und deswegen habe ich mich nie darum gekümmert. Aber wenn ich so ein Interesse spüren würde, dann würde ich dem folgen, egal, was ich über diesen Kurs in Wundern denke. Ich würde einfach meinem Gefühl folgen. Und dann wirst du herausfinden, was da für dich verborgen ist.

Und es ist ja lustig, weißt du: wenn du da Energie verspürst, aber denkst: "Ja, wer weiß? Mal den Mikael fragen, was der dazu sagt"... Wenn ich jetzt sagen würde: "Nein, lass es mal, das ist nichts Gutes"... Wenn du Interesse daran hast, dann wirst du das trotzdem tun. Und das ist auch gut so. Du würdest dich dann vielleicht schlecht fühlen oder verkehrt, weil ich so etwas Doofes gesagt habe, aber du würdest es trotzdem tun, und das ist gut so.

Und wenn du vom Kurs in Wundern gehört hast, aber eigentlich keine Lust dazu hast, aber du hörst so tolle Sachen von Menschen, die dir nahestehen... und du mich dann fragst, und dann sage ich: "Ja, das ist ganz toll, mach das"... dann könntest du es trotzdem nicht tun, weil du eigentlich gar keine Lust zu hast. Und das ist gut so. Also: folge deiner eigenen Neugier. Das ist wirklich ein sehr, sehr guter Kompass.

Folge deiner eigenen Neugier. Das ist wirklich ein sehr, sehr guter Kompass.

Und weißt du, mit solchen Dingen ist es so: Es gibt sehr viele Dinge dort draußen, die für manche Menschen sehr, sehr hilfreich sind, und für andere Menschen überhaupt nicht hilfreich. Und was für dich ist, das spürst du durch dein Gefühl. Ich kenne Menschen, die fanden diesen Kurs ganz, ganz toll. Mich hat er nie interessiert, und ich bin mir sicher, ich habe nichts verpasst, sonst hätte mich das Leben da irgendwie hingeführt. Und darauf kannst du dich verlassen.

Du wirst also nichts verpassen, wenn du etwas nicht tust, von dem alle anderen schwärmen, aber für das du keine Energie verspürst. Mit der Samarpan-Meditation es das Gleiche. Ich rede ja immer wieder von der Samarpan-Meditation, weil ich in meinem Leben erlebe, was das für ein wundersames, segensreiches Hilfsmittel ist. Und du hast vielleicht noch nie was darin gehört, und du hörst es und denkst: "Ah, das ist aber interessant." Du spürst Offenheit dafür, und dann machst du es halt. Aber du machst es nicht, weil ich das sage, sondern weil du Offenheit dafür verspürst.

Es gibt sehr viele Dinge dort draußen, die für manche Menschen sehr, sehr hilfreich sind, und für andere Menschen überhaupt nicht hilfreich.

Und was für dich ist, das spürst du durch dein Gefühl.

Andere Leute verspüren überhaupt keine Offenheit dafür, und für die ist es dann nichts. Warum? Das weiß ich nicht. Selbst Swamiji, der indische Guru, der diese Meditation in die Gesellschaft bringt – die ist ja nicht von mir, diese Meditation, ich erzähle einfach darüber; die habe ich von Swamiji kennengelernt –, er selbst sagt genau das Gleiche. Er sagt: "Ich erzähle es einfach, ich gebe es weiter. Wer diese Meditation annimmt und aufschnappt, das ist nicht meine Angelegenheit", sagt er. Und er sagt allen: "Probiert die Meditation aus, fünfundvierzig Tage lang.

Es ist eine Zeit, die lang genug ist, damit jemand wirklich beginnt, eigene Erfahrungen damit zu haben. Und dann wirst du sehen, ob sie dir taugt oder nicht. Und wenn nicht, dann vergisst es einfach wieder." So sagt er das selber. Also: folg deinem Gefühl, deiner Neugier. Und mache dir keine Gedanken, wenn du diese Neugier oder die Offenheit für etwas nicht empfindest, obwohl Menschen, die du respektierst oder magst, von bestimmten Dingen schwärmen. Danke für deine Frage. Danke, Katharina.

Folg deinem Gefühl, deiner Neugier.

Und mache dir keine Gedanken, wenn du diese Neugier oder die Offenheit für etwas nicht empfindest, obwohl Menschen, die du respektierst oder magst, von bestimmten Dingen schwärmen.

Abhängigkeiten und Sucht

[Simone:] Ich lese jetzt noch eine Frage vor von Mukunda. Und zwar schreibt sie: "Hallo Dhyan. Hast du Erfahrung mit ungesunden Abhängigkeiten oder Süchten? Hast du dazu einen Impuls?"

[Dhyan Mikael:] Eine tolle Frage, danke.

Also, in meinem Leben spielten Süchte eine große Rolle, aber im Kleinen. Ich war nie drogenabhängig oder so etwas, aber ich habe jahrelange Erfahrungen mit Kaffee zum Beispiel, und mit Wein, und ich glaube, die Mechanik all dieser Süchte ist immer die Gleiche. Es spielt überhaupt keine Rolle, wovon man gerade abhängig ist.

Eine Sucht funktioniert folgendermaßen: du fühlst eine Anziehung zu etwas, nehmen wir einmal an: Wein. Du möchtest Wein trinken, irgendetwas zieht dich da. Du magst es, wenn du dich ein bisschen betrinkst. Du fühlst dich gut, du bist entspannt, du hast Spaß mit Freunden. Das ist die eine Seite. Und auf der anderen Seite ist da die Überzeugung: "Ich sollte das nicht tun. Das ist schlecht für mich." Und in dem Moment, wo du dich dazu hingezogen fühlst, machst du dich dafür schon fertig. Und diese beiden Kräfte, die ziehen die ganze Zeit hin und her, hin und her. Daraus entsteht Sucht.

Die Sucht besteht nicht darin, dass man sich zu so etwas hingezogen fühlt. Daraus entsteht keine Sucht. Wenn du dir vollkommene Freiheit gibst, das zu tun, wonach dir ist – vollkommene Freiheit –, dann trinkst du, so viel du willst.

Und da du dir keine Vorwürfe machst, da du ganz dabei bist bei dem, was du tust, erlebst du, wie das ist, und früher oder später – meistens früher, es geht sehr, sehr schnell – verlierst du das Interesse an, weil du dann merkst: "Okay, das fühlt sich schön an, ich betrinke mich, das ist herrlich", aber du spürst gleichzeitig auch ganz viele andere Dinge, die dir überhaupt nicht so sehr gefallen. Und aus diesem unmittelbaren Erleben, ohne Beurteilungen, ohne Kampf, ohne Widerstand, dadurch entsteht, ganz von selbst, eine ganz eigene Weisheit, und irgendwann verlierst du das Interesse daran.

Wenn du aber versuchst, damit aufzuhören, obwohl du dich da hingezogen fühlst, dann verstärkst du die Sucht. Diese Energie, die wir durch das Beurteilen, durch das Aufhören wollen, durch das uns selbst als falsch hinstellen der Sache geben, die hält das Ganze am Laufen, und zwar für immer, solange wir mit diesem Beurteilen nicht aufhören.

Es gibt bei den Anonymen Alkoholikern... die hatten früher, wahrscheinlich machen sie es heute auch noch, ich weiß es nicht... Ich war nie bei denen, aber ich habe das einmal gehört. Das Erste, was sie da machen, ist: die setzen sich da zusammen im Kreis hin, und dann sagt jeder Einzelne: "Ich heiße so und so, und ich bin Alkoholiker, ich trinke." Einfach dieses Anerkennen: ""So ist es für mich. Basta." Und damit ist der erste Schritt zur Heilung getan. Ich habe, wie gesagt, keine eigene Erfahrung, das fällt mir gerade nur jetzt, während ich darüber spreche, so ein.

Die Sucht hört auf, sobald du aufhörst, gegen das, was du empfindest, zu kämpfen. Und bei mir... du fragtest, ob ich damit Erfahrung habe. Ich möchte noch ganz meine ganz konkreten Erfahrungen damit jetzt teilen. Ich habe jahrelang sehr gerne abends ein oder zwei, manchmal auch drei Gläser Wein getrunken.

Die Sucht hört auf, sobald du aufhörst, gegen das, was du empfindest, zu kämpfen.

Ich fand es toll, es hat mir geschmeckt, und es gab auch nicht wirklich ein Problem. Aber ich habe doch gemerkt, dass es mir nicht wirklich guttut. Mein Schlaf wurde natürlich gestört, ich war am nächsten Morgen nicht so erholt wie sonst, und allmählich, mit den Jahren, wird der Körper krank. Selbst durch eher geringe Mengen von Alkohol wird er krank, und die Birne wird auch krank.

Aber ich hatte das große Glück, bei einem Meister zu sein, bei Soham, der mir genau das geraten hat. Was ich dir gerade erzählt habe über Sucht, das habe ich von meinem Meister gelernt. Das hat er dazu gesagt, und ich habe es ausprobiert. Er hat dann gesagt: "Kaufe dir den Wein, der dir am besten schmeckt", sofern du es dir leisten kannst. "Kauf dir einen Wein, der dir richtig gut schmeckt.

Und dann genieße den, so gut du kannst, und denke nicht daran, dass du etwas verkehrt machst." Sei einfach bei dem, was du gerade tust – ganz und gar. Denke nicht darüber nach, und dann ist es nur eine Frage der Zeit, und es verschwindet von selbst. Nicht, weil man damit aufhören will. Man hat aufgehört, das ändern zu wollen. Aber es hört dann irgendwann auf, weil man das Interesse verliert. Das ist wahre Heilung, sozusagen.

Beim Wein war es für mich nicht wirklich schwierig, aber was für mich wirklich schwierig war, war der Kaffee. Ich liebe guten Kaffee. So eine richtig gute Röstung eines dunklen Espresso, frisch gemahlen, gut aufgebrüht, herrlich... Ich liebe das Zeug. Aber es ist für mich, für meinen Körper, verheerend.

Ich habe einen Körper, der gegenüber Koffein extrem empfindsam ist. Wenn ich einen Kaffee trinke, dann ist für drei Tage mein Schlaf beeinträchtigt. Die Auswirkungen sind bei meinem Körper wirklich extrem, und trotzdem war es mir nicht möglich, damit aufzuhören, aus Vernunftsgründen. Das geht nicht. Und dann habe ich genau das Gleiche gemacht. Ich wusste: das tut mir nicht gut.

Ich wusste: das beschädigt meine Energie, meinen Schlaf. Es sabotiert meinen Tag, weil ich dann nicht mehr so klar bin, weil ich nicht ausgeschlafen bin. Aber ich habe ihn einfach genossen, so gut ich kann, immer wieder, immer wieder, und habe ich irgendwann die Lust daran verloren. Die Lust war weg. Da habe ich meine Kaffeemaschine verkauft, die ich mir gekauft hatte, eine richtig schöne, damit der Kaffee auch wirklich gut wird.

Ich habe alles verkauft. Und dann dachte ich: das war's jetzt. Ein Jahr später habe ich wieder total Lust darauf bekommen, und dann habe ich mir wieder eine Maschine besorgt, wieder eine gebrauchte, damit es nicht zu teuer wird, und habe wieder von vorne angefangen. Und dann habe ich das ganze Spiel noch einmal gemacht, so lange, bis es von selbst wieder aufgehört hat.

Und jetzt trinke ich keinen Kaffee mehr, weil ich keine Lust mehr darauf habe. Wenn ich Lust hätte, würde ich einen trinken, aber die Lust ist weg. Das ist der einzige Weg, und das geschieht von selbst. Du kannst das Ganze übrigens beschleunigen. Die Samarpan-Meditation stärkt deine Fähigkeit, zu spüren und hier zu sein. Sie macht dich empfindsamer.

Und dieser Prozess, den ich dir gerade bei diesen Süchten erläutert habe, der wird dadurch schneller, einfacher, weil die Meditation dir dabei hilft, nicht zu bewerten, nicht darüber nachzudenken, sondern ganz und gar einfach hier zu sein, und in Nullkommanichts ändert sich da etwas – aber von selbst, nicht, weil du es willst. Zum Schluss möchte ich noch eine Geschichte erzählen, die ich zu dem Thema schon öfter erzählt habe, aber sie gefällt mir einfach so gut.

Mein Guru Swamiji, eben derjenige, der diese Meditation bringt, der hat einmal zu Alkoholikern gesprochen, und da hat er genau das Gleiche gesagt. Er hat genau das Gleiche gesagt, was mein Meister Soham mir schon vor zehn fünfzehn Jahren geraten hat. Swamiji war also bei diesen Alkoholikern, die waren alle in einer Klinik, das waren schwer Suchtkranke, und da waren alle möglichen Experten eingeladen, die dann den Alkoholikern ihre Weisheiten erzählt haben und versucht haben, die davon abzubringen, Alkohol zu trinken.

Swamiji sagte dann zu diesen Alkoholikern: "Also hört mal, wenn ihr heute eine Flasche Schnaps trinkt: trinkt ab morgen zwei. Versucht nicht, damit aufzuhören. Trinkt von mir aus doppelt so viel." Und mit einem Schlag mochten sie ihn alle. Bis dahin hatten sie stundenlang gehört: "Ja, das ist schlecht", und: "trinkt weniger", und "probiert dies und das". Und alle fanden es ganz schrecklich, und alle sind eingeschlafen. Aber als Swamiji das gesagt hatte, haben sie alle gejohlt und waren alle hellwach und waren voll da. Er sagte: "Trinkt einfach das Doppelte.

Versucht nicht, euch zu ändern. Aber: meditiert." Und das hat er wörtlich gemeint. Er hat gesagt: "Versucht nicht, euch zu verändern. Versucht nicht, weniger zu trinken. Wenn es sein muss, trinkt mehr. Aber: meditiert." Und er hat alle dazu eingeladen, eben diese fünfundvierzig Tage, von denen ich vorhin auch schon einmal sprach, einfach mal auszuprobieren und zu meditieren. Und nach diesen fünfundvierzig Tagen – das ist keine lange Zeit – waren neunzig Prozent dieser Menschen trocken, und die Ärzte in dieser Klinik konnten sich nicht erklären, wie das möglich war.

Die Veränderung, die dann geschieht, geschieht von innen heraus, weil du aufgehört hast, gegen dich zu kämpfen. Stattdessen wendest du dich deinem wahren selbst, deiner Seele, zu, und die wird dann gestärkt, und dadurch wird deine Empfindsamkeit stärker, und deine Wahrnehmungsfähigkeit wächst. Und dann lösen sich solche Probleme von selbst, ganz von selbst, während das, was wir normalerweise probieren – das mit Vernunft anzugehen, mit Willenskraft – genau das Gegenteil bewirkt. Es macht es alles noch schlimmer.

Danke für deine Frage. Ich finde das ein so tolles Thema. Es gibt keinen Grund, gegen dich zu kämpfen, ganz gleich, was es in deinem Leben gerade ist, was dich plagt. Aber meditiere. Das wird dir helfen.

Es gibt keinen Grund, gegen dich zu kämpfen, ganz gleich, was es in deinem Leben gerade ist, was dich plagt.

Aber meditiere.

Wer entscheidet über Beziehungen?

[Simone:] Mikael ich habe zwei neue Fragen bekommen, die ich gerne vorlesen werde.

[Dhyan Mikael:] Ja, wie schön. Danke.

[Simone:] Brigitte fragt: "Hallo Mikael, entscheidet das Leben über alles, was passiert, auch über Beziehungen?"

[Dhyan Mikael:] Das ist eine schöne Frage. Das Leben entscheidet über alles, was passiert, ganz besonders über Beziehung. Bei Beziehungen hast du überhaupt nichts zu sagen – nichts. Schau, du kannst nicht steuern, wen du attraktiv findest oder nicht. Du kannst nicht steuern, wer dir schlaflose Nächte bereitet und wer nicht.

Normalerweise ist es so: wir haben eine Beziehung, und dann wird sie schwierig, und dann glauben wir, wir hätten den falschen Partner. Wir sind davon überzeugt, dass wir die falsche Entscheidung getroffen hätten und uns den falschen Partner gewählt hätten. Aber wir haben nie gewählt – also, ich jedenfalls nicht. Ich habe nie in meinem Leben gewählt, ich konnte immer nur staunend zuschauen. Und dann später, einige Jahre später, zehn, zwanzig Jahre später, da kann man dann sehen: "Ja, ich habe da nie entschieden." Aber dann kann man auch sehen, wie gut es war und was man da gelernt hat.

Beziehungen sind nicht dafür da, dass es uns gut geht. Beziehungen sind nicht dafür da, dass wir Spaß haben. Natürlich haben wir Spaß, besonders am Anfang, aber alles in diesem Leben, alles, wird uns kredenzt, damit wir wachsen.

Und alles, was für uns schwierig wird, schwierig ist oder schmerzhaft, darin wachsen wir ganz besonders. Das heißt jetzt nicht, dass du dir absichtlich Schwierigkeiten bereiten müsstest. Das ist überhaupt nicht notwendig. Wir probieren es natürlich, es uns so schön wie möglich zu machen. Aber wenn du Schwierigkeiten in der Beziehung hast, dann heißt es nicht, dass da etwas nicht stimmt. Das heißt nur: da gibt es was für dich zu entdecken. Da gibt es was für dich, woran du wachsen kannst.

Worte der Liebe und Zärtlichkeit

Ich möchte an dieser Stelle gerne einen Brief vorlesen, den ich genau zu diesem Thema bekommen habe, und das passt gerade so schön, dass ich da gerne kurz abschweifen möchte. Ma schauen, ob ich ihn auf Anhieb finde. Ich bekomme jetzt immer mehr und mehr handschriftliche Briefe, das finde ich ganz, ganz toll.

Ich ermutige alle, die es möchten, mir nicht nur per E-Mail zu schreiben, damit ich antworten kann, sondern ich schätze handschriftliche Briefe ganz besonders, und ich antworte dann auch handschriftlich – abgesehen davon, dass ich die eigentliche Antwort natürlich immer in einem Video mache –, denn wenn man handschriftlich schreibt, schreibt man anders, als wenn man auf einer Computertastatur tippt.

Man schreibt sich um Kopf und Kragen. Dann schreibt die Seele, und das ist einfach wunderbar.

Ich will gerade mal gucken, ob ich das hier gleich finde.

Ja, hier habe ich es. "Vor bald zwei Jahren habe ich eine Trennung erlebt, die mich zutiefst erschüttert hat. Mein Freund hat mich von einem auf den anderen Tag verlassen, weil er sich in eine andere Frau verliebt hat. Dieses Ereignis hat mich sowohl psychisch wie auch physisch völlig aus der Bahn geworfen. Inzwischen geht es mir um einiges besser, und ich kann auch das Geschenk, welches mir das Leben gemacht hat, erkennen. Ich habe gelernt, mich nach innen zu wenden, meine Gefühle zuzulassen und mich anzunehmen in meiner ganzen Schwäche.

Zu entdecken, dass nichts passiert, auch wenn ich hundertmal innerlich sterbe von Schmerz, Trauer und Angst. Die Hingabe an all dies hat mir Tiefe, Frieden und neue Lebensfreude erschaffen." Das meine ich: wir erleben gerade durch Beziehungen unsere eigene Schwäche und unsere eigene Unsicherheit. Die wird dadurch berührt, immer, irgendwie, und dadurch entdecken wir unendlich wertvolle Dinge für uns. Es ist leider so – dafür ist dieses Leben da. "Nach dieser Erfahrung beschäftigen mich nun aber folgende Fragen: was haben Worte der Liebe und der Zärtlichkeit für eine Bedeutung?"

Wir erleben gerade durch Beziehungen unsere eigene Schwäche und unsere eigene Unsicherheit.

Die wird dadurch berührt, immer, irgendwie, und dadurch entdecken wir unendlich wertvolle Dinge für uns.

Worte der Liebe und der Zärtlichkeit haben überhaupt keine Bedeutung – jedenfalls keine Bedeutung, die man auf irgendeine Art und Weise ernst nehmen braucht. Wenn dir ein Mann sagt: "Ich liebe dich, ich will für immer bei dir sein, du bist die Schönste der Welt", dann beschreibt er einfach, wie er sich jetzt gerade, in diesem Moment, fühlt.

Worte der Liebe und der Zärtlichkeit haben überhaupt keine Bedeutung – jedenfalls keine Bedeutung, die man auf irgendeine Art und Weise ernst nehmen braucht.

Und wenn du den Mann nicht brauchst... wenn du nicht davon abhängig bist, wenn dein Wohlbefinden nicht davon abhängt, dass da jetzt ein anderer Mensch ist, der für immer bei dir ist, damit du dich nie wieder allein oder verloren oder schwach fühlen musst, dann ist es auch gar kein Problem, dass der vielleicht morgen ganz andere Sachen sagt.

"Was haben Liebesbeziehungen überhaupt für eine Bedeutung, wenn wir Menschen doch so sprunghaft sind?"

Früher waren Beziehungen eine rein praktische Angelegenheit. Menschen mussten zusammenleben, weil es alleine nicht ging. Es ist eine ganz praktische Angelegenheit. Die wenigsten Menschen hatten Liebesbeziehungen. Man hat zusammen gelebt, weil es hilfreich ist. Und wenn man sich gemocht hat oder sogar geliebt, ist das natürlich eine besonders gute Angelegenheit.

Aber in unserer modernen Zeit haben wir diese romantische Vorstellung, dass ich als Mensch mein Glück in einer Beziehung finde; dass es fast das Ziel des Lebens ist, mit einem anderen Menschen zu verschmelzen und gemeinsam glücklich zu werden. Und das stimmt nicht. So denken alle. Alle Filme handeln davon. Alle Bücher handeln davon.

In unserer modernen Zeit haben wir diese romantische Vorstellung, dass ich als Mensch mein Glück in einer Beziehung finde; dass es fast das Ziel des Lebens ist, mit einem anderen Menschen zu verschmelzen und gemeinsam glücklich zu werden.

Und das stimmt nicht.

Und das lässt uns die Natur spüren, wenn der Geschlechtstrieb reift bei jungen Menschen. Dann haben wir das Gefühl: "Ich will zu dem anderen hin. Da finde ich Erfüllung." Aber da finden wir sie nicht. Nie.

Beziehungen sind dazu da, dass wir an uns selbst wachsen, und sie sind unendlich nützlich. Je näher wir einem anderen Menschen kommen, desto mehr entdecken wir unsere versteckten Schwächen; desto mehr entdecken wir die ganzen Illusionen, die wir selbst mit uns herumtragen. Das hat nichts mit dem anderen zu tun; der hilft uns nur dabei, das zu entdecken.

Je näher wir einem anderen Menschen kommen, desto mehr entdecken wir unsere versteckten Schwächen;
desto mehr entdecken wir die ganzen Illusionen, die wir selbst mit uns herumtragen.

Sind wir fähig zu bedingungsloser Liebe?

"Du hast in einen deiner Videos über bedingungslose Liebe gesprochen. Sind wir überhaupt fähig dazu?"

Nein, natürlich nicht. Deswegen sind wir hier. Wir sind hier in diesem Leben, um zu lernen, das zu entdecken, wer wir wirklich sind. Und das entdecken wir dadurch, dass wir alles, was wir erleben, annehmen – bedingungslos; indem wir aufhören, zu bewerten; indem wir aufhören, zu wählen. Das ist die Rückkehr ins Paradies.

Wir sind hier in diesem Leben, um zu lernen, das zu entdecken, wer wir wirklich sind.

Und das entdecken wir dadurch, dass wir alles, was wir erleben, annehmen – bedingungslos; indem wir aufhören, zu bewerten; indem wir aufhören, zu wählen.

Das ist die Rückkehr ins Paradies.

Und durch diese Geisteshaltung entdecken wir unser wahres Inneres: durch dieses Annehmen von allem, dieses 'ja' zu allem – und das fühlt sich für jemand anderen an wie bedingungslose Liebe. Wenn ein Jesus dich anblickt, der nicht bewertet, der nicht wählt... Der sieht nur Schönheit, und das spürst du, und du denkst: "Wow, das ist Liebe. Das ist bedingungslose Liebe." Und das lernen wir in diesem Leben. Wir lernen es aber nicht, um dann endlich eine richtige Partnerschaft haben zu können.

Wir lernen sie im Zuge unserer Entdeckungsreise zurück in den Himmel, auf unsere Entdeckungsreise zurück zu uns selbst. Und dann lernen wir, bedingungslos zu sein; 'ja' sagen zu können zu allem, und dann sind wir zu bedingungsloser Liebe fähig, und dann sind wir auch zu Beziehungen fähig, die ganz anders sind als die Beziehungen, wie sie die Menschen normalerweise kennen, aber dann brauchen wir die Beziehungen nicht mehr. Dann sind sie nicht mehr wichtig.

Sie sind immer noch da, aber die Beziehung ist nicht das Motiv für diese Reise, sondern eine Art Nebeneffekt. Ich glaube, das war alles, was ich in dem Brief lesen wollte... Jetzt ist er mir heruntergefallen. Das heißt wahrscheinlich, dass ich damit fertig bin.

Durch diese Geisteshaltung entdecken wir unser wahres Inneres: durch dieses Annehmen von allem, dieses 'ja' zu allem –

und das fühlt sich für jemand anderen an wie bedingungslose Liebe.

Nach der Trennung

[Simone:] Mikael, dann habe ich eine dazu passende Frage für dich.

[Dhyan Mikael:] Toll, das ist auch ein tolles Thema. Das ist ein Thema, was uns alles so sehr bewegt, und das ist auch gut so. Dieses Thema ist das Thema, was uns letztlich dazu bringt, nach innen zu schauen, weil wir irgendwann entdecken: nichts da draußen funktioniert so, wie ich mir das vorstelle. Ja, bitte – ich habe dich unterbrochen.

[Simone:] Mike fragt: "Hallo. Wie kann ich nach einer Trennung besser mit mir umgehen? Ich erlebe Ängstlichkeit, Wut auf sie, und große Einsamkeit, und mir fällt es sehr schwer, meine Gefühle zuzulassen."

[Dhyan Mikael:] Ja, danke.

Ja, was nach einer Trennung geschieht, ist, dass wir auf uns selbst zurückgeworfen werden. Wir sind in einer Beziehung, und eine Beziehung kann eine wunderbare Ablenkung sein. Die erfüllt uns. Wir brauchen uns um all diese Dinge nicht zu kümmern, die in uns warteten. Und dann ist die Beziehung vorbei, und das wartet alles auf uns. Es hat nichts mit deiner ehemaligen Partnerin zu tun: die Gefühle, die du jetzt hast, die waren vorher schon da.

Und jetzt hast du eine unendlich wertvolle Gelegenheit. Mit einer Partnerin oder mit einem Partner ist es schwieriger, aber wenn du alleine bist, kannst du dich ganz und gar diesen Dingen zuwenden. Immer wenn du gerade nicht arbeitest oder andere Dinge tun musst, um dich um deinen Alltag zu kümmern, dann kannst du dich diesen Dingen zuwenden, auf eine Art und Weise, wie sie für dich zuträglich und möglich ist. Du kannst mit deiner Einsamkeit spazieren gehen, zum Beispiel. Geh mit ihr spazieren, heraus an die Donau, am Ufer entlang... ich weiß ja nicht, wo du lebst, keine Ahnung.

Diese Gefühle klopfen an und wollen nur eins von dir: deine Aufmerksamkeit. Mehr nicht.

Diese Gefühle klopfen an und wollen nur eins von dir:
deine Aufmerksamkeit.

Mehr nicht.

Und solange du in diese Aufmerksamkeit verweigerst, aus Angst vielleicht oder aus Unfähigkeit, so lange werden sie immer wieder kommen. Und irgendwann hängst du an, sie einzuladen, diese Angst, diese Einsamkeit.

Ich mache das so: wenn ein richtig intensives Gefühl kommt, dann lasse ich es einfach so nahe kommen, wie es nur möchte. Ich ruhe, so gut ich kann da, wo ich bin. Das Kronenchakra ist eine richtig schöne Stelle, wo man sich dann niederlassen kann, und dann lässt man einfach diese Gefühle kommen, wie scheue Tiere... ganz nah, immer wieder.

Das macht dich ganz. Das wirst du entdecken, wenn du das für einige Zeit praktizierst, immer wieder, immer wieder. Und diese Zeit, die du jetzt gerade erlebst, Mike, ist ein Schlüssel für dich.

Dann lässt man einfach diese Gefühle kommen, wie scheue Tiere... ganz nah, immer wieder.

Das macht dich ganz.

Mit Einsamkeit Frieden zu schließen ist der erste Schritt in die Freiheit. So war es in meinem Leben. Das Erste, was mir meinen Meister beigebracht hat, war, allein zu sein. Es war so schwer für mich. Aber das Leben zwingt uns dann irgendwann dazu. So war es bei mir auch.

Und wenn du diese Gelegenheit nutzt... ich will jetzt nicht sagen, was du dann entdeckst, das entdeckst du dann selbst... Aber das ist wirklich ein Schlüssel. Und wie macht man das? Noch einmal ganz praktisch: nimm dir Zeit, sei geduldig. Immer wenn es gerade für dich einfach ist, zu einer Zeit, wo du Zeit hast, an einem Ort, wo du dich wohl fühlst: lade die Gefühle, die in dir sind, ein.

Lade die Einsamkeit ein. Hör für einen Moment auf, sie weghaben zu wollen, sondern sage: Okay, jetzt... tut mir leid, dass ich dich den ganzen Tag wegdrücke, ich kann nicht anders, aber jetzt, jetzt komm. Und mach das immer wieder, immer wieder – nicht, damit sie weggeht, sondern damit sie immer noch näher kommen kann, immer noch näher.

Lade die Einsamkeit ein.

Hör für einen Moment auf, sie weghaben zu wollen, sondern sage:

Okay, jetzt... tut mir leid, dass ich dich den ganzen Tag wegdrücke, ich kann nicht anders, aber jetzt, jetzt komm.

Mein Meister Soham hat es so beschrieben: "Wenn du beginnst, deiner Einsamkeit gegenüber freundlich zu sein, sich ihr zuzuwenden, sie da sein zu lassen, sie nicht mehr weghaben zu wollen, dann hört die Einsamkeit auf, einsam zu sein."

Es ist wirklich so, als würdest du diese arme Einsamkeit ständig in die Einsamkeit rausstoßen, weil du mit ihr nichts zu tun haben möchtest. Und wenn du beginnst, dich ihr zuzuwenden, dann passiert etwas Magisches: es ist, als würdest du dich selbst heilen, indem du dich jetzt, zum ersten Mal, um diese Einsamkeit kümmerst, einfach, indem du sie da sein lässt. Für immer.

Wenn du beginnst, dich ihr zuzuwenden, dann passiert etwas Magisches:

es ist, als würdest du dich selbst heilen, indem du dich jetzt, zum ersten Mal, um diese Einsamkeit kümmerst, einfach, indem du sie da sein lässt.

Für immer.

Ich hatte früher solche Angst vor Einsamkeit, mein ganzes Leben war davon bestimmt, und ich wusste es nicht. Gemerkt habe ich es nur in solchen Zeiten, wie du sie gerade erlebst. Und heute bin ich nicht mehr einsam. Manchmal kommt die Einsamkeit trotzdem, und wenn sie kommt, dann darf sie da sein. Heute ist sie mein bester Freund. Es ist immer noch schwierig, wenn sie kommt, aber ich weiß... Ich habe es so oft erlebt. Ich weiß: da kommen nur Geschenke.

Wenn ich sie einlade, wenn ich sie da sein lasse, dann macht mich das glücklich, stark, groß, weit, ganz. Ich sage dir: das ist der Schlüssel auf dem Weg zum Himmel. Den hast du jetzt gerade in der Hand. Meditieren macht die Sache leichter. Beim Meditieren, da ruhst du an einer Stelle, wo es einem leichter fällt, gerade in solchen schwierigen Zeiten, sich verbunden zu fühlen, auch wenn man nicht weiß, mit was. Danke Mike. Ich bin bei dir. Ich weiß, wie es dir geht. Ich kenne das.

Danke.

Hass – Widerstand gegen sich selbst?

[Simone:] Ich habe noch eine Frage von Ramona, Mikael, die lese ich jetzt auch vor.

[Dhyan Mikael:] Sehr gerne. Hallo Ramona. Schön, dass du da bist.

[Simone:] "Lieber Dhyan Mikael. Zum Thema gegen sich zu kämpfen: könntest du etwas zur Energie der Angst und des Hasses sagen? Und kann man aus deiner Sicht Hass mit Widerstand gleichsetzen, beziehungsweise auch den Kampf gegen sich selber, beziehungsweise das Leben? Danke schön."

[Dhyan Mikael:] Ja, ich glaube, man kann das wirklich so sagen. Wenn du hasst, dann ist das eine ganz besonders entschlossene Art des Widerstandes gegen sich selbst; gegen etwas, was du erlebst in dir drin. Man hasst dann für gewöhnlich den Auslöser oder das, was man für den Auslöser hält, und deswegen gibt es in vielen Traditionen den Rat, zu vergeben.

Indem ich demjenigen, den ich hasse, demjenigen, den ich für schuldig halte an meiner Misere, vergebe, lasse ich los. Und indem ich diese Geschichte loslasse: "Du bist schuld. Du bist böse"... Diese Geschichte endet, indem ich vergebe, und dann werde ich auf mich selbst zurückgeworfen. Das ist das Entscheidende. Der andere war nie schuld an meine Misere, nie, aber das wissen wir nicht.

Man kann sich das so vorstellen: wir sind in dieses Leben gekommen, weil wir noch einige Dinge in uns herumschleppen, tief drin in unsere Seele, die wir noch zu befrieden haben; Dinge, vor denen wir Angst haben, Dinge, die wir immer noch für ein Problem halten. Und dann müssen wir sie erleben, weil wir durch das Erleben die Gelegenheit bekommen, diese Dinge anzunehmen und dann zu entdecken: "Wow! Es gibt keinen Grund, davor Angst zu haben."

Indem ich demjenigen, den ich hasse, demjenigen, den ich für schuldig halte an meiner Misere, vergebe, lasse ich los.

Wenn wir das mit allen gemacht haben, was wir mit uns herumschleppen, dann sind wir frei.

Und Hass ist im Prinzip eine Taktik, uns auf eine ganz intensive Weise von uns selbst abzulenken und nur auf den anderen zu schauen. Und sobald du aufhörst zu hassen, entdeckst du all das in dir drin, wovor du eigentlich weggelaufen bist.

Hass ist im Prinzip eine Taktik, uns auf eine ganz intensive Weise von uns selbst abzulenken und nur auf den anderen zu schauen.

Und sobald du aufhörst zu hassen, entdeckst du all das in dir drin, wovor du eigentlich weggelaufen bist.

Danke für die Frage. Ich danke dir, Ramona.

Die ganze Welt ist gegen mich

[Simone:] Eine Frage habe ich noch, Mikael.

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.

[Simone:] Sie ist von Paramita.

[Dhyan Mikael:] Hallo Paramita. Schön, dass du da bist.

[Simone:] Sie schreibt: "Lieber Mikael, wenn ich meine Seele lieben will, stellt sich die ganze Welt gegen mich. Wenn ich mich füge, das heißt, das mache, was die Welt scheinbar von mir will, hört meine Seele auf zu leuchten. Und eigentlich lebe ich nur, wenn meine Seele leuchtet. Ich fühle mich total boykottiert. Oder boykottiere ich mich? Strecke ich meine Ziele hoch? Das, was mir in beziehungsweise durch die Meditation gezeigt wird, kann ich nicht leben. Es gilt scheinbar nur für andere.

Ich habe das Gefühl, ich bin gar nicht richtig in der Welt. Vielleicht ist das Quatsch, was ich schreibe. Kann ich jemandem schaden, wenn ich meiner Seele folge? Ich habe Angst, diese Frage zu stellen. Während ich schreibe, habe ich die Intuition, als sei alles eine Frage der Angst, und als sei ich ganz am Anfang meines spirituellen Weges. Vielleicht gibst du gerade die Antwort: alles annehmen. Aber ich renne immer mit dem Kopf gegen die Wand und möchte verstehen. Und ich verstehe einfach nicht. Liebe Grüße."

[Dhyan Mikael:] Danke, Paramita.

Ja, ich weiß genau, wovon du sprichst.

Wir können nicht verstehen. Und wir können auch unsere Seele nicht verstehen. Und wir wissen auch nicht, was unsere Seele uns rät. Und wir wissen auch nicht, was unsere Seele will. Und wir wissen auch nicht, was die anderen wollen. Und alles, was du geschrieben hast, stimmt nicht. Aber so geht es allen Menschen, nicht nur dir.

Wir können nicht verstehen.

Und wir können auch unsere Seele nicht verstehen.

Und wir wissen auch nicht, was unsere Seele uns rät. Und wir wissen auch nicht, was unsere Seele will.

Wir können eine Sache tun... Weißt du, es ist so: wir sind blind und wissen nichts. Wir wissen einfach nichts. Und wir meditieren, aber wir wissen auch nicht, was das zu bedeuten hat. Mein Rat an dich ist: Wisse nichts. Es ist ganz verführerisch... man fängt mit dem Meditieren an, man fühlt sich auf eine bestimmte Weise, und sofort denkt der Kopf: jetzt weiß ich, was meine Seele will! Und schon haben wir den nächsten Plan, schon haben wir die nächste Vorstellung von dem, was ich tun muss, damit mein Leben endlich richtig wird.

Wir sind blind und wissen nichts. Wir wissen einfach nichts.

Und wir meditieren, aber wir wissen auch nicht, was das zu bedeuten hat.

Mein Rat an dich ist: Wisse nichts.

Das stimmt alles nicht.

Man fängt mit dem Meditieren an, man fühlt sich auf eine bestimmte Weise, und sofort denkt der Kopf: jetzt weiß ich, was meine Seele will! Und schon haben wir den nächsten Plan, schon haben wir die nächste Vorstellung von dem, was ich tun muss, damit mein Leben endlich richtig wird.

Das stimmt alles nicht.

Nicht wissen ist schwierig. Es fühlt sich an wie nackt sein.

Nicht wissen ist schwierig. Es fühlt sich an wie nackt sein.

Das Leben ist wie ein Tanz.

Weißt du, mein Leben ist nicht deswegen frei von Problemen, weil ich endlich kapiert habe, wie ich die Dinge richtig machen muss, damit ich das tue, was meine Seele will. Sondern mein Leben ist frei von Problemen, weil ich aufgehört habe zu glauben, zu wissen, wie es jetzt gerade sein soll. Und dann schaue ich: "Ah, was geht jetzt?

Mein Leben ist nicht deswegen frei von Problemen, weil ich endlich kapiert habe, wie ich die Dinge richtig machen muss, damit ich das tue, was meine Seele will.

Sondern mein Leben ist frei von Problemen, weil ich aufgehört habe zu glauben, zu wissen, wie es jetzt gerade sein soll.

Wie kann ich tanzen mit der Welt, mit meinen Nachbarn, mit der Familie, mit Gott, ganz still, ganz unbeholfen."

Schau, ich bin gerade mit dir verbunden, und ich bekomme das Bild von einem kleinen Mädchen, das auf einer Blumenwiese steht und überhaupt keinen Plan hat und nichts vorhat und auch überhaupt nicht weiß, wofür dieses Leben da ist und keinen Plan hat. Das kann sich einfach nur an den Schmetterlingen und den Blumen erfreuen.

Denn wenn wir versuchen, etwas richtig zu machen, dann wird es schwierig. Und wenn wir versuchen, das Leben spirituell richtig zu machen, dann wird es richtig schwierig.

Wenn wir versuchen, etwas richtig zu machen, dann wird es schwierig.

Und wenn wir versuchen, das Leben spirituell richtig zu machen, dann wird es richtig schwierig.

Wenn du meditierst, dann meditiert du nicht, um dadurch endlich zu begreifen, was deine Seele will. Darum geht es nicht.

Wenn du meditierst, dann tust du das, um all das zu vergessen, was dich plagt. Du lässt das alles los. Die Schwierigkeit mit den anderen Leuten, deine Unfähigkeit, dein Leben auf die Reihe zu bekommen, deine Unfähigkeit, spirituell zu wachsen, deine Unfähigkeit, richtig zu meditieren. Das lässt du alles los. Du weißt überhaupt nichts. Und nach dem Meditieren weißt du am Allerwenigsten.

Wenn du meditierst, dann meditiert du nicht, um dadurch endlich zu begreifen, was deine Seele will. Darum geht es nicht.

Wenn du meditierst, dann tust du das, um all das zu vergessen, was dich plagt.

Du lässt das alles los.

Es geht nicht darum, Klarheit zu bekommen und dich oder deine Seele besser zu verstehen.

Du weißt überhaupt nichts. Und nach dem Meditieren weißt du am Allerwenigsten.

Es geht nicht darum, Klarheit zu bekommen und dich oder deine Seele besser zu verstehen.

Paramita, es ist so: je weniger du weißt, desto mehr hat deine Seele das Sagen.

Die Seele wird immer stärker. Das heißt aber nicht, dass wir uns dann immer klarer und besser fühlen und denken: Oh wow, jetzt habe ich mein Leben auf der Reihe. Das Gegenteil ist der Fall. Du weißt immer weniger. Du fühlst dich immer mehr wie ein Anfänger. Du fühlst dich immer unfähiger. Das Leben passiert immer mehr von selbst. Das ist deine Seele. Es ist fast so, als könntest du deine Seele und das, was deine Seele will, nicht kennen.

Je weniger du weißt, desto mehr hat deine Seele das Sagen.

Die Seele wird immer stärker.

Das heißt aber nicht, dass wir uns dann immer klarer und besser fühlen und denken: Oh wow, jetzt habe ich mein Leben auf der Reihe.

Das Gegenteil ist der Fall.

Und sobald du es kennst, weißt du: das ist es nicht.

Es ist fast so, als könntest du deine Seele und das, was deine Seele will, nicht kennen.

Und sobald du es kennst, weißt du: das ist es nicht.

Genieß den Moment. Wenn du spazieren gehen kannst, genieß den Sonnenschein. Wenn du zu arbeiten hast, geh arbeiten. Mach deine Arbeit, so gut du kannst. Wenn du mit Kollegen zu tun hast, geh mit denen um, so gut du kannst. Wenn du meditierst, mach das, so gut du kannst. Wenn du alleine bist, sei alleine, so gut du kannst.

Es ist, als würde jeder Moment für sich stehen – als gäbe es kein Leben, als gäbe es keinen Weg.

Es ist, als würde jeder Moment für sich stehen –

als gäbe es kein Leben, als gäbe es keinen Weg.

Es gibt kein Grund, sich Sorgen zu machen; bei dir schon gar nicht.

Danke, dass du geschrieben hast. Ich freue mich sehr, dass du da bist. Danke.

Schreib mir, wenn Du eine Frage hast

Ich sehe, es ist zwei Minuten vor halb. Ich fürchte, wir müssen mit den Fragen jetzt aufhören.

Ich möchte noch etwas zu den Fragen sagen: ich habe hier noch viele Briefe liegen, die ich noch nicht beantwortet habe, und ich möchte euch sagen, und ich möchte dir sagen: ich freue mich über die Fragen so sehr. Die sind allesamt, jede Einzelne, so berührend. Ich habe noch einige Fragen, die schon sehr lange warten. Ich werde jede einzelne Frage beantworten, sowohl in einem Satsang oder in einem Video als auch per E-Mail oder Brief. Es dauert nur eine Weile. Wenn du bisher noch keine Antwort bekommen hast, heißt das nicht, dass ich deinen Brief oder deine E-Mail nicht gelesen habe.

Es dauert einfach noch ein bisschen – verzeih. Und wenn du eine Frage hast und hier im Satsang nicht genug Zeit war, schreib mir einfach. Wie gesagt, es kann eine Weile dauern, aber diese Fragen sind für mich und für alle anderen so wertvoll. Ich habe in diesem einen Jahr, wo ich jetzt Videos mache, nicht eine einzige Frage bekommen, die nicht jeder einzelne Mensch hätte stellen können. Wir sind alle in einem Boot. Deswegen danke ich dir und euch für jede einzelne Frage.

Über die Meditation

So, und jetzt lade ich dich ein, zusammen mit mir und allen, die möchten, mitzumeditieren: die Samarpan-Meditation. Falls du die noch nicht kennst, sage ich jetzt ganz kurz, wie sie funktioniert. Was ich hier tue, ist einfach nur, die wichtigsten Sachen zu sagen. Es gibt darüber eigentlich auch gar nicht so viel zu sagen, denn diese Meditation ist ganz, ganz einfach. Sie hat aber, wenn man sie jeden Tag regelmäßig macht, ganz grundlegende Wirkungen, die einfach fantastisch sind.

Ich will jetzt nicht zu viel darüber sagen, weil wir keine Zeit mehr haben, aber das tue ich ja in vielen meiner Videos. Du findest auf meiner Website auch Videos, da geht es fast nur um die Samarpan-Meditation. Die Samarpan-Meditation kommt nicht von mir, das ist nicht meine Meditation, die kommt von Shivkrupanand Swamiji – das ist mein indischer Guru; der hat die gebracht, und ich gebe sie einfach weiter. Und von den Menschen der Samarpan-Meditation Deutschland gibt es auch richtige offizielle Einführungen in diese Meditation.

Da kann man online daran teilnehmen, oder auch vor Ort. Das sind ganz schöne, kurze Veranstaltungen, die kosten auch nichts. Wenn man Lust hat, kann man da mitmachen, und dann erfährst du dann noch sehr interessante Sachen über die Meditation. Das kann ich jedem nur empfehlen. Falls du an so einer Einführung mitmachen möchtest, findest du auf meiner Website, auf der Seite Meditation, die Infos und die Links. Dann hast du es ganz einfach, da hinzufinden. Und jetzt sage ich, wie es funktioniert.

In der Meditation sitzen wir einfach eine halbe Stunde lang mit geschlossenen Augen da. Wie du dasitzt, spielt im Grunde keine Rolle. Ich sitze am liebsten im Schneidersitz, weil ich dann so schön bequem aufrecht sitzen kann, das fällt mir dann sehr leicht. Wenn die Wirbelsäule gerade und nicht angelehnt ist, dann empfinde ich das zum Meditieren als besonders angenehm, aber wenn du gerne angelehnt sitzt, ist es auch okay. Diese Äußerlichkeiten sind alle nebensächlich. Ich sitze gerne im Schneidersitz da, das ist völlig unwichtig.

Sitz da, wie du möchtest. Aber wenn du nicht mit deinem Po auf dem Boden sitzen kannst, dann schau, dass wenigstens die Füße auf dem Boden sind. Das ist gut zur Erdung, das unterstützt die Meditation. Ja, wie gesagt, die Äußerlichkeiten sind alle nicht so wichtig. Was in dieser Meditation das einzig Wichtige ist, das ist, was wir mit unserer Aufmerksamkeit machen. Wir nehmen unsere Aufmerksamkeit, und die haben wir hier oben, der obersten Stelle des Kopfes.

Die Inder nennen diese Stelle das Kronenchakra, und an dieser Stelle, da ruhen wir mit unserer Aufmerksamkeit. Das klingt erstmal ganz einfach – ist es auch. Aber du wirst feststellen: wenn du mit deiner Aufmerksamkeit dort ruhst... das geht ein paar Sekunden gut, vielleicht auch ein paar Minuten, und dann merkst du, wie du plötzlich in Gedanken bist, an ein schönes Mädchen oder an die Arbeit oder an etwas anderes. Und dann merkst du das, und dann bringst du ganz sanft deine Aufmerksamkeit wieder dahin zurück, wo sie hingehört während dieser Meditation.

Du brauchst dir keine Vorwürfe machen, es ist kein Problem. Es geht also in dieser Meditation nicht darum, es richtig zu machen. Es geht einzig darum, die Aufmerksamkeit einfach immer wieder hier hoch zu bringen. Die Aufmerksamkeit bleibt da nicht. Das ist normal. Aber indem du immer wieder dahin zurückkehrst, immer wieder, dadurch geschieht das, was wichtig ist. Zu Beginn der Meditation nehmen wir die flache Hand, legen sie da oben drauf, und dann vollführt die Hand dort oben drei Kreise im Uhrzeigersinn.

Dadurch wird diese Stelle dort oben etwas aktiviert, und wir spüren sie dann besser. Dann fällt es uns am Anfang leichter, die Aufmerksamkeit dort zu haben. Dann sage ich gleich, wenn wir anfangen, das sogenannte Seelenmantra, das geht so: "Ich bin eine heilige Seele. Ich bin eine reine Seele." Das erinnert uns daran, worum es in diesem ganzen Leben geht: dieser Weg zurück zu unserer Seele, zu dem, was wir nicht kennen und von dem wir keine Ahnung haben. Das wiederhole ich dreimal. Du kannst es dann gerne nachsprechen.

Und nachdem ich dieses Mantra dreimal wiederholt habe, sitzen wir einfach für eine halbe Stunde – oder jetzt noch sechsundzwanzig Minuten – in Stille da und machen sonst nichts; keine Musik, nichts. Und ganz zum Schluss hole ich dich mit einem Satz aus der Meditation zurück, und dann ist der Satsang beenden. So, das machen wir jetzt einfach zusammen.

Meditation

Setz dich bequem hin. Schließe die Augen. Nimm deine flache Hand, setze die oben auf den Kopf. Die Hand macht drei Kreise im Uhrzeigersinn.

Jetzt bringst du die Hand ganz, ganz langsam wieder nach unten. Die Augen bleiben geschlossen.

Und jetzt sage ich das Seelenmantra dreimal.

Ich bin deine Heilige Seele. Ich bin eine reine Seele.

Ich bin eine heilige Seele.

Ich bin eine reine Seele.

Ich bin eine heilige Seele.

Ich bin eine reine Seele.

Danke für die Meditation.

Ihr könnt eure Augen jetzt wieder langsam öffnen.

Dieser Mai ist eine Art Jubiläumsmonat für mich. Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mit den Videos begonnen. Es wird diesen Monat vier Satsangs mit mir geben. Heute war der erste. Am kommenden Dienstagabend gibt es den normalen Online-Satsang, da bist du ganz herzlich eingeladen. Und an Pfingsten, am Pfingstsonntag und am Pfingstmontag, wieder nachmittags um 14 Uhr so wie heute, da gibt es wieder zwei Intensive-Satsangs mit Meditation, und du bist ganz herzlich eingeladen, mitzumachen. Ich freue mich auf dich.

Danke, dass du da bist.

Ich liebe dich.