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Easter Intensive: German Online Satsang of April 5, 2026

German with German subtitles.

German with automatic subtitles.

Topics: What Jesus brought us. The misunderstanding of acceptance. What the Master has over you. It’s a matter of feeling. Those who have expectations are lonely. Feelings bring the help. Do only what brings you joy. The light switch is inside, not outside. The place where there are no thoughts. How do you live surrender? Protection from negative thoughts. The last shall be first. You don’t need time. Be ready to die – now. A life without compromise. You don’t know what’s possible. Be radically honest with yourself. Discover what it means to be human. The trick for those who love to live.

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About this Video:

This Satsang took place on Easter Sunday, and I don’t know why this time of year always touches me so deeply. It’s not a tradition. It’s something alive. Every year at Easter, a particularly deep stillness comes over me, and with it a sense of connection to what Jesus brought to humanity: that God is not out there, not in the temple, not in the clouds, but right here inside. He called himself “the Son of the Father” and said, “I and the Father are one.” If he could say that as a human being, it applies to me as well – and to you. That is Satsang.

The central theme of the evening was acceptance – a word that is so often misunderstood. Acceptance does not mean making compromises or letting others do as they please. It means: seeing clearly what really is. Whoever truly sees what a person is like need not harbor illusions – and can take care of themselves. That sounds simple. And yet it turns everything we’ve learned on its head.

One woman asked what she should do while she waits for clarity. Another asked what she should do with her anger. I shared what I do myself: don’t change anything until it happens on its own. Just keep living as before –and wait until the clarity is so great that it simply is there. And the anger? It’s allowed to be here. When you welcome it instead of trying to get rid of it, it becomes a source of strength.

One question touched me deeply: “How can I be ready to die when I still want to live?” I love life. But you can only truly enjoy what you let go of. Whoever loves a woman and is able not to hold on to her – only that person truly loves. It is the same with life. Whoever lets go is fully present – and discovers what Jesus called “eternal life.”

And then I remembered a parable Jesus told: the owner of the vineyard who paid the workers who came in the evening just as much as those who had worked all day. What at first glance looks like injustice actually describes how the heavens work: it doesn’t matter when you start turning inward. As soon as you do, the same reward awaits you. You don’t need time – and it doesn’t matter how old you are.

Thank you to everyone who was there this Easter Sunday. Thank you for Satsang.

Complete German text:

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Was Jesus zu uns brachte

[Dhyan Mikael:] Guten Abend. Herzlich willkommen zum Ostersonntags-Satsang-Intensive.

Ich freue mich, dass du da bist, und ich freue mich auf diesen Abend.

Ostern ist für mich eine ganz besondere Zeit, und eigentlich weiß ich gar nicht, warum. Jedes Jahr staune ich wieder, wie mich in der Woche vor Ostern eine ganz besonders tiefe Ruhe und Stille erfasst – nicht, weil ich mit irgendwelchen Traditionen verbunden wäre oder... Ich weiß nicht, wo das herkommt. Ich fühle mich zu dieser Zeit dem, was Jesus zu uns gebracht hat, ganz besonders nah und verbunden.

Und im Grunde ist es genau das, worüber wir im Satsang auch jedes Mal sprechen: dass es jedem einzelnen Menschen möglich ist, zu sich zu finden; dass es jedem einzelnen Menschen möglich ist, die Seele zu entdecken – Gott in sich zu entdecken. Und das ist das, was Jesus damals den Menschen gebracht und gesagt hat – und gleichzeitig auch der Grund, warum er gekreuzigt worden ist, denn er sagte den Menschen: Gott ist nicht da draußen. Gott ist nicht im Tempel. Gott ist nicht irgendwo in den Wolken. Und: Gott ist da drinnen.

Er nannte sich selbst den „Sohn des Vaters”. Er sagte: „ich und mein Vater, wir sind eins.” Wenn er das sagen kann, er als Mensch, dann gilt das für dich auch. Das war seine Botschaft; die ist heute genauso wahr wie damals. Deswegen haben wir Satsang: um uns daran zu erinnern. Deswegen meditieren wir: um das zu entdecken.

Das sagte Jesus – und das war gleichzeitig der Grund, warum er gekreuzigt wurde: Gott ist nicht da draußen, nicht im Tempel, nicht in den Wolken. Gott ist da drinnen. Er nannte sich selbst den „Sohn des Vaters”. Er sagte: „ich und mein Vater, wir sind eins.” Wenn er das sagen kann, er als Mensch, gilt das für dich auch. Das ist heute genauso wahr wie damals.

Und dafür ist dieses Leben da. Es geht nicht darum, dieses Leben zu verändern und spirituell zu werden, sondern es geht darum, dieses Leben zu nutzen und sich vom Leben nach innen führen zu lassen. Das Leben enttäuscht unsere Illusionen und bringt uns liebevoll und unerbittlich bei, wo es langgeht.

Und um das zu erkennen, dafür bin ich hier: um Dir dabei zu helfen, das zu erkennen, wenn du in deinem Leben das Gefühl hast, dass es in eine ganz andere Richtung geht und alles schiefläuft.

Ja, und wir sind jetzt hier während des heutigen und auch des morgigen Intensive-Satsangs zwei Stunden zusammen, und wenn du Fragen hast: bitte, stelle deine Frage, schreibe sie in den Chat auf YouTube, auf Zoom, und dann wird sie vorgelesen, und ich freue mich dann, wenn ich etwas dazu sagen kann.

Ja, schön, dass du da bist. Simone, guten Abend. Danke, dass du dabei bist.

Das Missverständnis der Akzeptanz

[Simone:] Guten Abend. Danke, dass ich dabei sein darf. Ich lese gern die erste Frage vor. Sie ist von Aneta.

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte. Aneta, guten Abend. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, wie weit geht die Akzeptanz in einer Beziehung? Wie weit darf ich den anderen akzeptieren, so wie er ist, ohne mich dabei selbst zu verbiegen, zu verlieren. Es heißt, ich soll mir selbst treu bleiben. Wie passt das zusammen? Wo ist die Grenze?”

[Dhyan Mikael:] Oh, was für eine schöne Frage. Wow.

Ja, wir haben da ein kleines Missverständnis, weißt du? Wenn ich dich akzeptiere, wie du bist, dann heißt das nicht, dass ich dich machen lasse mit mir, was du willst. Das heißt nicht, dass ich dir gestatte, über mich drüber zu trampeln oder mich zu missbrauchen oder unangemessen zu behandeln.

Wenn ich dich akzeptiere, wie du bist, heißt das: ich sehe dich klar, wie du bist. Ich mache mir nichts vor. Ich will nicht, dass du anders bist.

Ich sehe: „Ah, so bist du.” Und wenn ich das klar sehen kann, dann kann ich auf mich Acht geben; dann weiß ich genau: „Ah, sie ist so und so. Sie kann nicht anders sein, als sie ist. Ich muss mich um mich selbst kümmern.” Den anderen akzeptieren, wie er ist, heißt einfach: von ihm nichts erwarten, was er nicht kann.

Dich akzeptieren heißt nicht, dass ich dir gestatte, mich zu missbrauchen oder unangemessen zu behandeln. Wenn ich dich akzeptiere, heißt das: ich sehe klar, wie du bist. Ich mache mir nichts vor. Und dann kann ich auf mich Acht geben; dann weiß ich genau: „Ah, sie ist so und so. Sie kann nicht anders sein. Ich muss mich um mich kümmern.”

Schau, wir glauben: wenn uns einer liebt, dann sollte er uns richtig behandeln; er sollte uns respektieren und schätzen.

Das glauben wir. Und wir neigen dazu, den anderen so zu behandeln und uns selbst mit dem anderen so zu verhalten, als sei er so, wie wir glauben, dass er sein sollte. Aber so ist er nicht. Er ist unmöglich. Und wenn du ihn akzeptierst, so wie er ist, heißt das einfach: du siehst klar – „Ah, so ist er.” Du denkst nichts über ihn.

Du denkst nicht, er sollte doch so sein. Nein, du siehst einfach: „Ah, so ist er. Schau an.” Und mit diesem klar sehen, mit diesem sich nichts vormachen, kommt automatisch die Notwendigkeit, dass du dich dazu passend verhältst, nämlich so, dass du auf dich Acht gibst; dass du dir selbst treu bist; dass du nichts tust, was nicht in deinem Sinne ist.

Wir neigen dazu, uns so zu verhalten, als sei der andere so, wie wir glauben, dass er sein sollte. Aber so ist er nicht. Er ist unmöglich. Wenn du ihn akzeptierst, wie er ist, heißt das, du siehst klar: „Ah, so ist er. Schau an.” Mit diesem sich nichts vormachen kommt die Notwendigkeit, dass du auf dich Acht gibst, dir selbst treu bist, und nichts tust, was nicht in deinem Sinne ist.

Wir haben das auf dem Kopf, innerlich. Das steht auf dem Kopf in uns drin. Solange wir glauben oder hoffen, der andere könnte oder sollte anders sein, solange verhalten wir uns nicht richtig. Wenn du einmal weißt, er ist so, er kann nicht anders, dann kannst du dich um dich kümmern. Dann machst du keine Kompromisse mehr, weil du ganz genau weißt, wie er ist.

Den anderen akzeptieren heißt also nicht, Kompromisse machen. Es heißt nicht, dich hintenanzustellen, sondern genau das Gegenteil: sofort, jetzt, ganz klar sehen, was Sache ist.

Nicht warten auf morgen, dass etwas anders wird. Nein: heute dich um dich kümmern, so wie es heute aussieht. Wenn er morgen anders ist, dann kann man schauen, wie man sich morgen mit ihm einlassen kann, aber verhalte du dich mit ihm heute so, wie er heute ist. Und dann wird alles einfach.

Den anderen akzeptieren heißt nicht, Kompromisse machen, dich hinten anzustellen, sondern dich heute um dich kümmern, so wie es heute aussieht. Wenn er morgen anders ist, dann kann man schauen, wie man sich morgen mit ihm einlassen kann, aber verhalte du dich mit ihm heute so, wie er heute ist. Und dann wird alles einfach.

Mein Meister Soham hat mir einmal gesagt, als wir über solche Dinge sprachen: „Ich vertraue darauf, dass die Menschen so sind, wie sie sind.” Das ist Akzeptanz. Er hat nie von mir erwartet, dass ich anders bin, als ich bin. Er hat mich immer so behandelt, wie ich wirklich war. Er wusste genau, woran er mit mir ist. Deswegen hatten wir es immer so einfach miteinander.

Wenn dir das noch nicht ganz klar ist, bitte frage noch einmal. Das ist ein wichtiges Thema, und eines, das so oft missverstanden hat. Wir sind aufgewachsen mit dieser „Tugend”, den anderen machen zu lassen. Wir sind aufgewachsen mit dem Gefühl: „wenn ich mich um mich kümmere, tue ich was Schlechtes.” Etwas für den anderen geben, mich für den anderen aufgeben, das ist etwas Gutes” – so haben wir es in unseren Köpfen, aber das ist alles völlig verquer.

Wir sind nicht gesund. Deswegen freue ich mich über deine Frage, und ich ermutige dich, noch einmal zu fragen, wenn da noch irgendetwas unklar ist, oder wenn du ganz praktisches Beispiel hast, wo du einfach überhaupt nicht weißt, was du jetzt mit diesem Kerl tun sollst, oder wie es denn da wirklich aussieht. Ich mag die die ganz praktischen, echten Lebensfragen ganz besonders gerne. Ich danke dir.

Was der Meister dir voraus hat

[Simone:] Ich lese einen Kommentar vor von Katharina.

[Dhyan Mikael:] Katharina, ja, bitte.

[Simone:] „Ich finde, in der indischen Mythologie wird das Leben so negativ dargestellt, als wenn es einfach schlecht wäre. Das gefällt mir nicht. Es gibt sehr viel Freude im Leben. Unterbrechungen, Veränderungen, sind menschlich und natürlich. Natürlich ist alles da, um mich selbst oder zu erkennen, wer ich wirklich bin.”

[Dhyan Mikael:] Ja, ich bin kein Schriftgelehrter. Ich habe nicht viele mystische Schriften gelesen. Deswegen weiß ich nicht wirklich, wovon du sprichst. Aber in christlichen Schriften ist es ja ähnlich. Wenn man die liest, da geht es ganz schön zur Sache. Die Menschen haben einfach Angst vor dem Leben. Der spirituelle Weg des Menschen ist der Weg vom tiefen Misstrauen und Angst dem Leben gegenüber hin zur Wahrheit, von der Jesus sprach, wenn er sagt: „warum fürchtet ihr euch?

Glaubt ihr, das Leben liebt euch weniger als diese wunderschöne Natur hier um euch herum, die nichts tut und sich keine Sorgen macht und doch alles bekommt, was sie braucht?” Und die Menschen, die diese Schriften geschrieben haben, das sind die Menschen, die auf diesem Weg waren, voller Angst, voller Verzweiflung, voller Misstrauen.

Der spirituelle Weg ist der Weg vom tiefen Misstrauen und Angst dem Leben gegenüber hin zur Wahrheit, von der Jesus sprach, wenn er sagt: „warum fürchtet ihr euch? Glaubt ihr, das Leben liebt euch weniger als diese wunderschöne Natur hier um euch herum, die nichts tut und sich keine Sorgen macht und doch alles bekommt, was sie braucht?”

Aber wenn du dann einen Menschen fragst, der die Wahrheit entdeckt hat und lebt... der spricht ganz anders.

Und die indische Mythologie, die ist da keine Ausnahme. Wie gesagt, in der christlichen geht es genauso zu. Das darf man nicht zu ernst nehmen. Entdecke du, wie es wirklich ist.

Finde heraus, wie das Leben wirklich ist. Finde du heraus, was stimmt. Stelle das Leben auf die Probe. Dafür ist es da. Dieses Leben ist dafür da, dass du herausfindest, wie dieses Leben wirklich tickt; dass du herausfindest, wer recht hat: diese Schauergeschichten – oder einer wie Jesus, der sagt: „Hey, was fürchtest du dich? Was sorgst du dich?” Irgendwann kommst du an den Punkt, wo du erkennst, dass alles, was zu dir kommt, alles, was du erlebst, alles, was dir widerfährt, ein Geschenk ist.

Finde heraus, wie das Leben wirklich ist. Finde du heraus, was stimmt. Stelle das Leben auf die Probe. Dafür ist es da. Dieses Leben ist dafür da, dass du herausfindest, wie dieses Leben wirklich tickt; dass du herausfindest, wer recht hat: diese Schauergeschichten – oder einer wie Jesus, der sagt: „Hey, was fürchtest du dich? Was sorgst du dich?”

Deswegen konnte Jesus zur Osterzeit seinen Weg so gehen, wie er ihn ging. Er wusste, was ihm blüht. Er wusste genau, was kommt. Es hat ihm nicht gefallen. Er hatte Angst – und doch wusste er ohne jeden Zweifel: „Da es geschieht, muss es gut und richtig sein, auch wenn ich es nicht verstehe.” Ja, das ist der Unterschied zwischen einem Meister und einem, der noch nicht zum Meister geworden ist.

Irgendwann kommst du an den Punkt, wo du erkennst, dass alles, was dir widerfährt, ein Geschenk ist. Deswegen konnte Jesus zur Osterzeit seinen Weg gehen. Er wusste, was ihm blüht. Es hat ihm nicht gefallen. Er hatte Angst – und doch wusste er ohne jeden Zweifel: „Da es geschieht, muss es gut und richtig sein, auch wenn ich es nicht verstehe.”

Danke für den Kommentar. Ich freue mich, dass du da bist.

Es ist eine Gefühlssache

[Simone:] Die nächste Frage ist von Maria.

[Dhyan Mikael:] Maria, guten Abend. Wie schön, dass du da bist – ich weiß nicht, welche der Marias, die in letzter Zeit im Satsang sind... Ich freue mich.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich habe starke Rückenschmerzen und kann mich nicht gut bewegen. Soll ich die Ursache finden, warum das so ist, und es ändern? Kannst du bitte dazu etwas sagen? Danke.”

[Dhyan Mikael:] Ja, was soll man da machen? Ich mache das nach Gefühl. Normalerweise bin ich sehr, sehr geduldig mit solchen Dingen – aber nur deswegen, weil ich das Gefühl habe: „Ach, das ist nichts Schlimmes, das braucht einfach nur Zeit.” Und dann, ein paar Monate später, ist alles wieder weg. Und wenn es länger dauert, dann beginne ich zu lernen, und beginne, selbst herauszufinden: was mache ich falsch? Was tue ich mit meinem Körper regelmäßig und jeden Tag, was dazu führt, dass er sich verkrampft und Schmerzen haben muss? Und dann lerne ich ganz langsam.

Aber wenn ich das Gefühl hätte, dass mein Körper wirklich Hilfe braucht von jemandem, der weiß, wovon er spricht, dann würde ich da hingehen. Das kommt aber bei mir extrem selten vor. Aber, wie gesagt, das ist eine Gefühlssache. Was ich dir raten kann, ist: hör auf dich – nicht auf deine Gedanken; die machen sich Sorgen; die drehen sich die ganze Zeit im Krei. Auf die höre ich nicht.

Ganz praktisch gesehen mache ich das so. Ich ignoriere meine Gedanken und nehme einfach wahr, wie es meinem Körper geht, Tag für Tag. Anstatt darüber nachzudenken, nehme ich wahr, wie es ihm geht. Und entweder gehe ich irgendwann zum Arzt, oder nicht. So einfach ist es. Aber ich denke nicht darüber nach. Wenn ich das tue, führt es zu nichts Gutem...

Ja, das ist mein Rat an dich. Sei geduldig – und höre auf dich selbst. Danke, Maria.

Wer Erwartungen hat, ist einsam

[Simone:] Aneta hat sich noch einmal gemeldet. Sie hatte die erste Frage zur Akzeptanz.

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.

[Simone:] Sie schreibt: „Ich mache gerade eine schwierige Phase durch. Mir geht es oft schlecht. Ich bin wütend und traurig und habe von ihm Unterstützung erwartet. Die bekomme ich nicht.”

[Dhyan Mikael:] Ja, so ist das mit Erwartungen.

Erwartungen sind bitter. Ja...

Du kannst dich an dem freuen, was er gibt. Das ist vielleicht nicht das, was du dir gerade wünschst, aber das ist das, was da ist.

Aber wenn du etwas von ihm erwartest, was nicht kommt, dann ist es bitter.

Ich hatte heute so eine Situation. Heute ist ja ein Feiertag, und da wird normalerweise mit der Familie etwas gemacht, und ein Mensch hier in meiner Nähe... Ich konnte genau spüren, dass dieser Mensch gewisse Erwartungen hatte, irgendetwas, was nicht erfüllt wurde.

Und ich fühlte mich einfach hilflos. Ich bin nicht dafür da, die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen. Ich gebe alles, aber nur das, was ich gebe. Und sobald jemand von mir etwas erwartet, was nicht von selbst geschieht, ja...

dann wird es traurig.

Ich konnte genau spüren, dass dieser Mensch gewisse Erwartungen hatte, irgendetwas, was nicht erfüllt wurde. Und ich fühlte mich einfach hilflos. Ich bin nicht dafür da, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ich gebe alles, aber nur das, was ich gebe. Und sobald jemand von mir etwas erwartet, was nicht von selbst geschieht, ja... dann wird es traurig.

Du kannst zwei Sachen machen, und beide sind völlig okay. Das eine ist: du kannst aufhören, Erwartungen an ihn zu haben und dich einfach um dich selbst kümmern, so gut du kannst. Und: du kannst um Hilfe bitten. Du kannst sagen: „Hör mal, ich habe es gerade echt schwer.

Und du kannst natürlich machen, was du willst. Ich freue mich einfach, dass du da bist. Aber falls dir danach ist und du dies oder jenes für mich tun könntest... das wäre eine enorme Hilfe für mich.” Und dann kannst du ja sehen, was passiert. Aber egal, was du tust: tu es ohne Erwartungen.

Wenn du ihn um etwas bittest, wenn du um etwas fragst, stelle eine echte Frage, eine echte Bitte, und damit meine ich eine, die offen ist: wo jede Antwort akzeptabel ist – sonst ist es keine Bitte, sonst ist es eine Forderung, eine Erwartung, und kein Mensch mag das.

Aber egal, was du tust: tu es ohne Erwartungen. Wenn du ihn um etwas bittest, wenn du um etwas fragst, stelle eine echte Frage, eine echte Bitte, und damit meine ich eine, die offen ist: wo jede Antwort akzeptabel ist – sonst ist es keine Bitte, sonst ist es eine Forderung, eine Erwartung, und kein Mensch mag das.

Ich weiß, das ist viel verlangt, besonders, wenn du grade eine Zeit erlebst, die für dich sehr herausfordernd ist – aber es ist deine Herausforderung.

Nimm deine Herausforderung an. Sage zu der 'ja'. Wenn du das tust, dann wird sich etwas ändern; dann wird es für dich leichter – und dann wird es auch für andere Menschen um dich herum leichter, mit dir zu sein und womöglich, dir beizustehen.

Aber solange du 'nein' sagst zu dem, was du erlebst, und erwartest, dass andere Leute dir beistehen, ist es sehr schwer, selbst für jemanden, der dich liebt. Das ist meine Erfahrung.

Nimm die Herausforderung an. Sage zu ihr 'ja'. Wenn du das tust, wird sich etwas ändern; dann wird es für dich leichter – und es wird auch für andere um dich herum leichter, mit dir zu sein und dir beizustehen. Solange du 'nein' sagst zu dem, was du erlebst, und erwartest, dass andere dir beistehen, ist es sehr schwer, selbst für jemanden, der dich liebt.

Und weißt du... Du sagst, du erlebst eine schwierige Zeit.

Die eigentliche Herausforderung bei allem, was wir erleben, ist immer die gleiche. Die eigentliche Herausforderung ist Akzeptanz: „Okay, ich erlebe das gerade. Es ist nicht leicht für mich, aber ich sage 'ja': okay, so ist es für mich.

Ja, Leben, ich mache mit.” Und dann schau, was passiert. Du wirst sehen: alles wird anders.

Du sagst, du erlebst eine schwierige Zeit. Die eigentliche Herausforderung bei allem, was wir erleben, ist immer die gleiche. Die eigentliche Herausforderung ist Akzeptanz: „Okay, ich erlebe das gerade. Es ist nicht leicht für mich, aber ich sage 'ja': ja, Leben, ich mache mit.” Und dann schau, was passiert. Du wirst sehen: alles wird anders.

Ich lebe mit einem Menschen hier zusammen, mit meiner Partnerin, und zu 90 Prozent der Zeit ist sie die Akzeptanz pur. Und es ist einfach wunderbar, mit so einem Menschen zu leben. Es ist einfach, weil in dieser Akzeptanz es ganz leicht ist, diesen Menschen beizustehen, wenn es einmal schwierig wird. Ganz selten mal ist sie nicht so, und dann ist es, als wäre eine Wand um sie herum; als könnte man da gar nicht hin, selbst wenn man wollte.

Aber es geht nicht. Es ist ganz erstaunlich.

Und so leben die meisten Menschen: die sagen 'nein' zum Leben, 'nein' zu dem, was jetzt gerade passiert, weil es so schwierig ist; weil wir das nicht wollen. Und wir wissen gar nicht, was wir damit bewirken. Wir wissen gar nicht, dass unsere Nichtakzeptanz wirklich wie eine Mauer um uns herum ist, wo nichts eindringen kann, und wir sind einfach nur alleine.

Aber wenn du es wagst, deine Situation anzunehmen, auch wenn du überhaupt nicht weißt, wie du damit umgehen sollst... wenn du sie akzeptierst einschließlich deiner Ohnmacht und Hilflosigkeit und vielleicht Angst, dann wirst du spüren, wie sich etwas öffnet – und das allein ändert schon alles. Und dann kommt Hilfe zu dir, von innen, von außen, vielleicht nicht von deinem Partner, aber das spielt überhaupt gar keine Rolle.

Wir wissen nicht, dass unsere Nichtakzeptanz wie eine Mauer um uns herum ist, wo nichts eindringen kann, und wir sind alleine. Aber wenn du es wagst, deine Situation anzunehmen, auch wenn du überhaupt nicht weißt, wie du damit umgehen sollst, wirst du spüren, wie sich etwas öffnet – und dann kommt Hilfe zu dir, von innen und von außen.

Ja, so ist das mit diesen schwierigen Zeiten im Leben.

Danke, dass du dich noch einmal gemeldet hast. Und melde dich gerne noch mal, wenn wir noch nicht fertig sind. Ich freue mich, dass du da bist. Ich weiß, was ich hier sage, geht wahrscheinlich gegen alles, was du sonst so gehört hast, aber so funktioniert es wirklich.

Danke, Aneta.

Die Gefühle bringen dir die Hilfe

[Simone:] Ich lese eine Frage von Sabine vor.

[Dhyan Mikael:] Sabine, guten Abend. Hallo. Ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, wie schaffe ich mehr Zeit für mich? Hier gibt es Kinder, Enkel, alte Tanten. Alle möchten mehr Zeit von mir und mit mir. Ich liebe sie alle, komme aber immer mehr an meine Grenzen. Was kann ich tun?”

[Dhyan Mikael:] Sei bereit, verkehrt zu sein.

Sei bereit, nicht geliebt zu werden.

Sei bereit, allein zu sein.

Dann bist du frei.

Und diese Bereitschaft entdeckst und entwickelst du, wenn du beginnst, deine Gefühle zu fühlen – zunächst einmal deine Erschöpfung, dein Überfordertsein, vielleicht die Angst, jemanden zu enttäuschen, vielleicht die Unfähigkeit, jemanden zu enttäuschen, die Hilflosigkeit, die Machtlosigkeit, was auch immer es ist. Jeder Mensch erlebt es ja anders.

Aber wenn du dir da begegnest, wo du jetzt gerade bist, und diese Gefühle willkommen heißt, dann ist es, als würdest du mit dir selbst Frieden schließen, so wie du nun einmal bist. Das ist der erste Schritt. Und wenn du dich mit dir selbst anfreundest, wie du nun einmal bist, dann wird es leichter. Dann kannst du allein sein mit dir.

Sei bereit, verkehrt zu sein. Sei bereit, nicht geliebt zu werden. Sei bereit, allein zu sein. Dann bist du frei. Und diese Bereitschaft entdeckst und entwickelst du, wenn du beginnst, deine Gefühle zu fühlen.

Das ist die Richtung.

Und das, was du beschreibst, ist eine wunderbare Gelegenheit. Diese Herausforderung, die du hast, haben wir alle.

Du kannst nur dir selbst treu sein, wenn du bereit bist, andere zu enttäuschen. Und andere zu enttäuschen, dazu kannst du nur bereit sein, wenn du bereit bist, zu sterben, wenn du bereit bist, allein zu sein, nicht geliebt zu werden. Es geht wirklich so tief.

Du kannst nur dir selbst treu sein, wenn du bereit bist, andere zu enttäuschen. Und andere zu enttäuschen, dazu kannst du nur bereit sein, wenn du bereit bist, zu sterben, wenn du bereit bist, allein zu sein, nicht geliebt zu werden. Es geht wirklich so tief.

Deswegen ist die Situation, die du beschreibst, so wunderbar, so potent.

Ja... sei bereit, verkehrt zu sein. Freunde dich mit deinen Gefühlen an. Lade sie ein – gerade die Unangenehmen, gerade die, bei denen du gar nicht weißt, wie du damit umgehen sollst. Die werden dir helfen. Das ist ein großes Geheimnis, das viele Menschen nicht kennen.

Wenn du in einer Situation bist, wo du überhaupt nicht weißt, was du tun sollst, zum Beispiel im Angesicht all dieser Menschen, die alle etwas von dir wollen, und du fühlst dich nicht imstande, dich um dich selbst zu kümmern... wenn du dann die Gefühle einlädst, die du darin hast, in dieser Situation, dann werden dir diese Gefühle, die du anfangs gar nicht haben willst, die Hilfe bringen. So ist es immer. Probiere es einmal aus.

Das ist ein großes Geheimnis: wenn du in einer Situation bist, wo du überhaupt nicht weißt, was du tun sollst, zum Beispiel im Angesicht all dieser Menschen, die alle etwas von dir wollen, und du dann die Gefühle einlädst, die du darin hast, in dieser Situation, dann werden dir diese Gefühle, die du anfangs gar nicht haben willst, die Hilfe bringen. So ist es immer.

Danke für deine Frage.

Tu nur, was dir Freude macht

[Simone:] Mikael, ich habe derzeit keine Frage von zum Vorlesen. Hast du etwas, was du per Email bekommen hast?

[Dhyan Mikael:] Ich habe heute überhaupt nichts vorzulesen. Ich möchte heute einfach mit euch hier sein.

[Simone:] Sahajo hebt die Hand. Ich glaube, sie möchte sich melden. Darf ich sie freischalten?

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte. Hallo, Sahajo.

Ich höre nichts. Vielleicht will sie ja auch schreiben, ich weiß nicht...

Sahajo, wenn du etwas sagen willst, musst du deine Stummschaltung...

[Simone:] Jetzt sollte es gehen.

[Sahajo:] Hört ihr mich?

[Simone:] Ja.

[Sahajo:] Das sollte ich ein paarmal üben.

[Dhyan Mikael:] Hallo Sahajo!

[Sahajo:] Hallo Mikael. Hallo ihr Lieben. Ja, irgendwie ist jetzt grad die Lücke, wo ich sage, jetzt traue ich mich mal. Es ist ja doch aufregend, so präsent zu sein. Ja, ganz weltliches Thema: der Bau der Meditationshalle, das Geld, das Spenden, der Druck vom Zeitmanagement... Ich war heute Morgen online beim Soulful Sunday, und ich habe manchmal das Gefühl, das hängt alles von mir ab, dass es klappt, dass es fertig wird dieses Jahr, und da merke ich, was das für einen Druck bei mir erzeugt und so eine Hilflosigkeit und so richtig falsch... Ja, das wollte ich einfach einmal ansprechen.

Und Swamiji hat ja heute eben durch den Soulful Sunday noch einmal mitgeteilt, dass das Wichtigste jetzt nicht mehr die Meditation ist, sage ich jetzt einmal ein bisschen lustig, sondern der Gurushaktidam, Gurushaktidam, Gurushaktidam – also, der Bau der Meditationshalle. Und ich finde es wahnsinnig irgendwie. Ich bin da so mittendrinne und sehe immer, wie viel Geld noch fehlt. Also: das Thema Geld. Und ich habe schon gespendet, und... muss ich noch mehr? Sollte ich noch mehr? Und, ja, ich weiß nicht... Also, das wollte ich einfach, glaube ich, einmal loswerden, das Thema, mein Druck.

[Dhyan Mikael:] Ja, ich danke dir.

Nun, ich kann dir sagen, wie ich damit umgehe.

Swamiji hat einmal etwas gesagt, was ich mir sehr zu Herzen genommen habe. Er sagte, Gurukarya ist, wenn du Freude bei dem hast, was du tust. Wenn es keine Freude macht, dann ist es keine Gurukarya. So ist es für mich.

Ich kann nur das tun, was mir Freude macht, sonst geht es nicht – und sonst wäre es auch nicht gut. Und wenn du dir diese Freiheit gibst... Wenn es überhaupt gar keine Frage ist – ich tue nur das, was mir Freude macht –, dann, dann kannst du herausfinden, was dir Freude macht. Vorher weißt du das gar nicht, weil du dich mit deinen Gedanken natürlich die ganze Zeit unter Druck setzt.

Ich kann nur das tun, was mir Freude macht, sonst geht es nicht – und sonst wäre es auch nicht gut. Und wenn du dir diese Freiheit gibst – ich tue nur das, was mir Freude macht –, dann kannst du herausfinden, was dir Freude macht. Vorher weißt du das gar nicht, weil du dich mit deinen Gedanken natürlich die ganze Zeit unter Druck setzt.

So mache ich das. Und ich tue, was ich kann. Ich finde, das ist ein unendlich wichtiges Projekt, und ich tue das, was ich mit Freude tun kann.

Und Swamiji sagt allen Menschen, was wichtig ist, damit die das wissen – aber nicht, damit irgendjemand etwas tut, was er nicht will.

Es gibt viele Menschen, die haben Freude daran, dort mitzuwirken – und die müssen das wissen. Deswegen wird es gesagt. So verstehe ich das.

Was ich hier mache, in ganz, ganz, ganz kleinem Stil, einfach, indem ich meine Erfahrungen teile, ist mein Beitrag, damit mehr Menschen in Zukunft diesen Weg gehen können.

Das ist, wie diese ganze Welt sich ändern wird. Und der Gurushaktidam ist das Gleiche, nur tausend- oder millionenfach größer.

Und die Menschen, die das hören und die Energie dafür haben und die Freude daran haben, für die wird das gesagt – damit die den Hintern hochkriegen und in Bewegung kommen und wissen: jetzt ist die Zeit, wo du gefragt bist; jetzt ist die Zeit, wo wir dich brauchen.

Aber es ist paradox, weißt du, Sahajo... Ich habe das immer wieder erlebt. Es gibt einige wenige Menschen, die sich unendlich viel Gedanken darüber machen und ganz dabei sind und alles Mögliche dafür tun, die alles für sich selbst tun und meditieren, und auch alles für das tun, was für andere Menschen wichtig wird in Zukunft. Die helfen beim OdM mit, die helfen beim Gurushaktidam mit, die spenden.

Und gerade die Leute, denen das so herzensnah ist und die schon so viel tun in ihrem ganzen Leben, für ihr eigenes Erwachen und für die Verbreitung dieser Energie in der Welt, das sind die Leute, die dann das Gefühl haben: „ich tue nicht genug. Ich bin verkehrt.” Und das sehe ich immer wieder, überall. Gerade die Leute, von denen ich weiß, was sie alles machen, die fühlen sich angesprochen – und verkehrt.

Und für die Leute habe ich das gesagt, was ich eben gesagt habe: tu nur das, was dir Freude macht.

Das ist dein Gradmesser. Gott will nicht, dass du dich zu irgendetwas zwingst, was keine Freude bringt.

[Sahajo:] Dann werde ich mich für morgen Abend wahrscheinlich teilen müssen oder klonen müssen, weil morgen Abend ist ja Gruppenmeditation, und ich habe ja nun in Hamburg meine Meditationsgruppe, das heißt aber immer, 100 Kilometer hin und 100 Kilometer zurück. Ja, was soll ich machen? Das ist irgendwie blöd, dieser Termin morgen Abend. Im Nachhinein dachte ich: „ach, ist das doof. Was machen wir denn morgen Abend 20 Uhr?”

[Dhyan Mikael:] Ich weiß, ich bin dann nicht ganz glücklich. Dieses Jahr ist es jetzt so. Mein Rat an dich ist: mach das, was dir am meisten Freude macht.

Das ist das Allerbeste.

[Sahajo:] ich habe schon getankt für Hamburg morgen. Es ist auch der Wahnsinn. Das kostet ja im Moment so viel Sprit, das ist ja der Hammer. Ich habe noch nie für 2,25 € getankt. Das ist echt der Wahnsinn. Hätte man vielleicht besser spenden können.

[Dhyan Mikael:] Aber mach das, was dir Freude macht. Denk nicht darüber nach.

[Sahajo:] Ja, danke, dass ich so sein darf hier. Danke.

[Dhyan Mikael:] Ich mach das genauso. Weißt du, mein Kopf ist nicht anders als deiner. Ich höre oft Sachen, und dann gehen meine Gedanken los, und da oben bin ich immer nur verkehrt. Da oben tue ich nie genug, und wenn ich etwas tue, nicht das Richtige. Und dann komme ich wieder zu mir zurück. Und das ist der einzige Kompass, den ich wirklich habe: da drin – der Guru da drin, die Freude, die Energie; von der lasse ich mich ziehen, dahin, wo die hin möchte. Ich weiß nicht, wie man anders leben kann. Alles andere würde mich verrückt machen.

Ja. Und gerade die Leute, die schon so viel tun, gerade die Leute, die die schon viel gespendet haben, die haben das Gefühl, sie tun zu wenig.

Aber ich weiß nicht, ob die gemeint sind, wenn sagt wird, was da gesagt wird. Ich habe dir gesagt, wie ich das handhabe.

[Sahajo:] Dankeschön.

[Dhyan Mikael:] Ja, ich bin auch nicht ganz glücklich mit der Überschneidung morgen Abend, mit der Meditation von Samarpan-Meditation Deutschland am Montagabend, aber es ist halt nun einmal Ostersonntag und Ostermontag. Das sind so schöne Tage. Vielleicht machen wir es ja nächstes Jahr wieder zu einer anderen Zeit, ich weiß es nicht. Ich kann es auch nur verkehrt machen. Ich habe es so gemacht: ich meditiere Samstagabend um 18 Uhr mit, und dann bin ich am Montagabend frei für den Montagabend-Satsang hier.

Ja, aber wie gesagt, mach das, was dir Freude macht. Das ist das Wichtige. Weißt du, ich empfinde das so: das ist, wie das Leben zu mir spricht; das ist das, wie die Seele zu mir spricht. Die sagt: da will ich hin. Und der Kopf sagt: „Nein, das kann nicht richtig sein.” „Egal, ich will da hin...” Und darauf höre. Du musst niemandem treu sein, du musst niemandem loyal sein. Höre auf deine Freude. Die weiß schon, wo du hin sollst.

Mach das, was dir Freude macht. Das ist das Wichtige. Das ist, wie das Leben zu mir spricht; das ist das, wie die Seele zu mir spricht. Die sagt: da will ich hin. Und der Kopf sagt: „Nein, das kann nicht richtig sein.” „Egal, ich will da hin...” Und darauf höre. Du musst niemandem treu sein, du musst niemandem loyal sein. Höre auf deine Freude. Die weiß, wo du hin sollst.

Danke, Sahajo.

Der Lichtschalter ist innen, nicht draußen

[Simone:] Mikael, Christopher möchte dazu auch noch etwas sagen. Christopher, ich habe dich schon lautgeschaltet. Bitte...

[Christopher:] Danke, Simone. Hallo, Mikael.

[Dhyan Mikael:] Grüß dich. Wie schön, dass du da bist.

[Christopher:] Ja, ich hake da auch mal ein und traue mich mal. Swamiji bringt jetzt die Meditation ja schon seit vielen Jahren, und immer mehr Menschen meditieren, vielleicht schon Millionen. Also, die Reise nach innen geht bei vielen Menschen los, relativ. Also, was ich in meiner direkten Umgebung wahrnehme, fühlt sich das für mich im Moment friedlich und richtig an, und ich fühle mich wohl.

Aber wenn ich in die äußere Welt schaue, also Thema Benzinpreise, Extreme, wahnsinnige Menschen, die Kriege führen, Umweltzerstörung noch und nöcher... Braucht man da langen Atem? Braucht man da Geduld? Spielt das keine Rolle? Wie gehst du damit um. Wie berührt dich das?

[Dhyan Mikael:] Es berührt mich nicht, weil ich einen Rat von Swamiji befolge, und der ist wirklich wichtig. Swamiji hat gesagt: „Schau nicht, wie weit die Dunkelheit reicht. Entzünde du dein eigenes Licht.” Das heißt: schau nicht in die Welt, wie schlecht die ist. Schau nach innen. Schau, wie es da zugeht. Kümmere dich um deinen inneren Zustand. Mach da drinnen hell. Schließe Frieden da drinnen.

Mach da drinnen still, friedlich und hell. Meditiere. Und dann passiert das, was du beschreibst: in dir und um dich herum ist alles in Ordnung. Und dieses „um dich herum” wird mit den Jahren immer größer. Davon weißt du nichts, aber das wird immer größer. Und je mehr Menschen so etwas anfangen, desto mehr kleine Welten gibt es, in denen ist alles in Ordnung. Das ist der Weg.

Schau nicht in die Welt, wie schlecht die ist. Schau nach innen. Schau, wie es da zugeht. Kümmere dich um deinen inneren Zustand. Mach da drinnen hell, friedlich und still. Meditiere. Und dann passiert das, was du beschreibst: in dir und um dich herum ist alles in Ordnung. Und dieses „um dich herum” wird mit den Jahren immer größer.

Ich weiß nichts über die schrecklichen Menschen da draußen, weil ich da nicht hinschaue. Und das ist nicht weltfremd, sondern das ist das tun, was wirklich etwas bringt: das eigene Licht entzünden. Das ist das, was die Welt hell macht, nichts anderes. Irgendjemand muss das Licht anmachen, sonst bleibt sie ewig dunkel. Und der Lichtschalter ist da drinnen – nicht da draußen.

Ich weiß nichts über die schrecklichen Menschen da draußen, weil ich da nicht hinschaue. Und das ist nicht weltfremd, sondern das, was wirklich etwas bringt: das eigene Licht entzünden. Das macht die Welt hell, nichts anderes. Irgendjemand muss das Licht anmachen, sonst bleibt sie ewig dunkel. Und der Lichtschalter ist da drinnen – nicht da draußen.

Ich schaue keine Nachrichten. Ich lese keine Zeitung. Früher habe ich noch ab und zu einmal online die Schlagzeilen gelesen, aber ich habe immer wieder festgestellt, was das mit mir macht: es zerstört meine Chitta. Mir geht es deutlich besser, seit ich das nicht mehr tue.

Ja...

Die Welt will, dass du sie anschaust. Die Nachrichten sind dafür gemacht, dass du sie anschaust – die verkaufen Werbung. Alles da draußen ist gemacht, um deine Aufmerksamkeit an sich zu binden, mit aller Macht.

Wenn du da hinschaust, zerstört es dich. Aber wenn du nach innen schaust, passiert das Gegenteil. Da wirst du genährt, und da drinnen wird es hell.

Die Welt will, dass du sie anschaust. Die Nachrichten sind dafür gemacht, dass du sie anschaust. Alles da draußen ist gemacht, um deine Aufmerksamkeit an sich zu binden, mit aller Macht. Wenn du hinschaust, zerstört es dich. Aber wenn du nach innen schaust, passiert das Gegenteil. Da wirst du genährt, und da drinnen wird es hell.

Das ist das, was Jesus gemacht hat. Alle Leute um ihn herum wollten das Gegenteil.

Die Zeiten waren schon immer so. Das ist überhaupt nichts Neues.

Auch damals ging's so zu, und seine eigenen jünger wollten die Umstände ändern, das Volk befreien.

Er wollte davon nichts wissen. Er hat sich nicht darum geschert.

Er hat sich nur Gott geschert, und es heißt: ums Innere. Er sprach immer nur vom Innen.

Und den, der diese...

Wenn jemand sagt, „schau nicht in die Welt, schau nach innen”, dann denken die Leute: „Das ist ein Spinner. Der ist weltfremd. So kann es doch nicht funktionieren.” Aber die ganzen Menschen, die damals, vor 2000 Jahren, für irgendetwas gekämpft haben, die sind alle vergessen. Aber der eine, der stattdessen nach innen geschaut hat, den feiern wir heute noch, den spüren wir heute noch. So gewaltig ist diese Energie.

Wenn jemand sagt, „schau nicht in die Welt, schau nach innen”, dann denken die Leute: „Das ist ein Spinner, weltfremd. So kann es nicht funktionieren.” Aber alle , die vor 2000 Jahren gekämpft haben, sind vergessen. Der eine, der stattdessen nach innen geschaut hat, den feiern wir heute noch, den spüren wir heute noch. So gewaltig ist diese Energie.

Schau nicht, wie weit die Dunkelheit reicht. Entzünde stattdessen dein eigenes Licht. Das ist das, was ich tue. Und ich versuche, damit so radikal zu sein, wie ich nur kann. Danke, Christopher. Ich freu mich, dass du da bist.

[Christopher:] Ich danke dir. Ich freue mich auch.

Der Ort, wo keine Gedanken sind

[Simone:] Nächste Nachricht ist von Chingocharli.

[Dhyan Mikael:] Chingocharli, guten Abend. Hallo, ich freue mich, dass du da bist.

[Simone:] „Ich bin 67 Jahre alt und bin fast mein Leben lang depressiv mit Panikattacken. Ich bin jetzt im betreutem Wohnen und habe Todessehnsucht und finde keine Hoffnung in meinen Gedanken für die Zukunft.”

[Dhyan Mikael:] Ja, in den Gedanken findest du keine Hoffnung. Das ist einfach so. Die Gedanken treiben dich in den Wahnsinn. Du kennst die, ja? Die gehen immer im Kreis. Es ist schrecklich.

Aber es gibt einen Ort, an dem keine Gedanken sind, und um an diesen Ort zu kommen, musst du nicht sterben.

Der Tod wird dir nicht helfen. Du kommst wieder... Den Ort, wo es keine Gedanken gibt, den Ort, wo der Wahnsinn aufhört, den müssen wir entdecken, während wir leben, während wir im Körper sind.

Und den entdeckst du, wenn du beginnst, die Samarpan-Meditation zu machen. Wenn du dich dafür interessierst, kannst du gerne den Swamiji persönlich fragen, ob das etwas für dich ist. Du sagst, dass du schon dein Leben lang depressiv bist und jetzt im betreuten Wohnen bist – deswegen, nehme ich an. Du kannst Swamiji schreiben oder du kannst seinen offiziellen Vertretern hier in Deutschland, das ist der Verein Samarpan Mediation e.V. fragen; da kannst du hinschreiben, und sage denen: „Hey, ich bin schon mein Leben lang depressiv.

Jetzt bin ich im betreuten Wohnen und ich will nicht mehr leben. Es ist einfach so schrecklich. Aber ich habe von dieser Meditation gehört, ist die etwas für mich? Soll ich die machen? Ist das gut für mich?” Dann antwortet er dir. Swamiji, das ist dieser indische Meister, der aus dem Himalaya diese Meditation zu uns bringt, und der weiß, was gut für dich ist. Und er versteht dich. Swamiji hat neulich gesagt, dass Depression die große Herausforderung dieser Zeit ist für die Menschen, jetzt.

Ja, in den Gedanken findest du keine Hoffnung. Das ist einfach so. Aber es gibt einen Ort, an dem keine Gedanken sind, und um an diesen Ort zu kommen, musst du nicht sterben. Der Tod wird dir nicht helfen. Diesen Ort müssen wir entdecken, während wir leben. Und den entdeckst du, wenn du mit der Samarpan-Meditation beginnst.

Und weil er das gesagt hat, habe ich dir eben empfohlen, ihn zu fragen. Frag ihn direkt, wenn du magst.

Und wenn du dann diese Meditation ausprobierst – die kannst du bei Samarpan-Meditation e.V. lernen, das geht ganz einfach: die machen jeden Montagabend, also morgen Abend zum Beispiel um 18:45 gibt's eine Einführung online...

Wenn du diese Meditation beginnst, dann ruhst du jeden Morgen für eine halbe Stunde an dem Ort hier im Kronenchakra, wo keine Gedanken sind. Natürlich bleibst du da nicht mit deiner Aufmerksamkeit: die rutscht immer wieder zurück in die Gedanken, aber das ist normal.

Aber wir lernen da diesen Punkt kennen, zu dem wir immer wieder zurückkehren können während der Meditation – und dann, wenn wir das ein bisschen gewöhnt sind, auch während des Tages, während des ganz normalen Lebens. Immer, wenn wir merken, wie uns die Gedanken plagen, die Sorgen, können wir dorthin zurückkehren. Das ist, als würde man nach Hause kommen, als würde man in Gottes Schoß eilen, wenn einem alles zu viel wird.

Ich weiß nicht, wie man leben kann, ohne diesen Raum zu kennen.

Wenn du diese Meditation beginnst, ruhst du jeden Morgen an dem Ort, wo keine Gedanken sind. Immer, wenn uns die Gedanken plagen, die Sorgen, können wir dorthin zurückkehren. Das ist, als würde man nach Hause kommen, in Gottes Schoß, wenn einem alles zu viel wird. Ich weiß nicht, wie man leben kann, ohne diesen Raum zu kennen.

Aber in Gedanken wirst du diese Befreiung nicht finden; das geht nur ohne. Das lernst du durch die Meditation. Also wenn du irgendwie Resonanz verspürst, frag Swamiji oder frag die Menschen von Samarpan-Meditation e.V. Sag denen: „Hey, ist das gut für mich? Wäre das etwas für mich?” Und dann kannst du ja sehen, ob du Lust hast oder nicht. Ich freue mich so sehr, dass du da bist. Danke.

Wie lebt man in Hingabe?

[Simone:] Aneta hat auch noch einmal eine Frage.

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte, Aneta.

[Simone:] „Ich habe noch eine Frage. Ich verstehe, dass ich mich dem Leben hingeben soll, und warten, in welche Richtung mich das Leben bewegen will. Und während ich warte, was mache ich? Mach ich weiter so für bisher, oder soll ich etwas verändern? Wenn ja, was? Ich lerne gerade zu akzeptieren, dass ich keine Kontrolle über irgendetwas habe und merke, es gibt einen Widerstand in mir. Wie machst du das? Was machst du mit der Wut?”

[Dhyan Mikael:] Gut, du hast zwei Fragen: wie mache ich das, wenn ich warte? Und: was mache ich mit der Wut?

Warten, bis klar wird, was du tun willst oder sollst, heißt nicht, dass du in der Ecke sitzt und gar nichts tust. So stellt sich das der Kopf gerne vor; der sagt: „Okay, ich mache jetzt überhaupt nichts mehr.” Nein. Ich mache das anders. Ich mache das ganz einfach. Ich lebe einfach weiter wie bisher. Ich ändere gar nichts. Wenn du bisher jeden Morgen zur Arbeit gegangen bist, mache das einfach weiter. Lebe dein Leben weiter wie bisher. Bevor du etwas veränderst, warte darauf, bis es wirklich klar wird – so klar, dass es einfach von selbst geschieht. So mache ich das.

Manchmal gibt es Sachen, wo ich nicht weiß: „Soll ich das jetzt anders machen? Ist das jetzt schon dran? Ist das eine gute Idee?” Dann vergesse ich diese ganzen Gedanken, denn ich weiß: wenn es wirklich richtig ist, wenn sich das wirklich verändern soll, dann wird es geschehen. Ich brauche nicht so lange darüber nachdenken, bis ich da Klarheit habe. Nein – ich mache einfach weiter wie bisher.

Und dann, manchmal, wird es plötzlich total klar, und etwas verändert sich – scheinbar von selbst. Oder ich bin total bereit, einfach alles weiterzumachen wie bisher, und ich stelle plötzlich fest: aber ich kann nicht. Es geht nicht mehr – nicht, weil ich eine Entscheidung getroffen habe, nicht, weil ich nicht mehr will... es geht einfach nicht mehr. So mache ich das. Ich denke also nicht darüber nach.

Ich mache weiter so wie bisher. Und ich habe es immer wieder ohne Ausnahme erlebt, dass sich die Dinge dann von selbst ändern. Die Klarheit kommt einfach irgendwann. Irgendwann ist sonnenklar, wo es lang geht – und so klar, dass keine Entscheidung notwendig ist. Eines Morgens weißt du: „Ah, da geht es lang; natürlich! Wieso habe ich nur so viel darüber nachgedacht? Es ist doch sonnenklar!” Aber einen Tag vorher war nichts klar.

Manchmal weiß ich nicht: „Soll ich das anders machen? Ist das jetzt schon dran? Ist das eine gute Idee?” Dann vergesse ich die Gedanken, denn ich weiß: ich brauche nicht darüber nachdenken, bis ich da Klarheit habe. Nein – ich mache einfach weiter wie bisher. Und dann wird es plötzlich klar, und etwas verändert sich – scheinbar von selbst.

Und manchmal spüre ich, dass Veränderungen anstehen. Ich spüre das, was in der Luft liegt. Ich weiß genau: es wird nicht mehr lange so sein, wie es jetzt ist. Und dann fangen die Gedanken an, aber es ist noch nicht Zeit. Oft spüren wir die Dinge weit im Voraus, aber es ist noch nicht Zeit. Und wenn die Zeit dann gekommen ist, dann geht alles ganz schnell: zack, zack, zack, ändern sich plötzlich die Sachen. Dann kann man gar nicht so schnell schauen, wie sich die Dinge verändern. So ist es bei mir dann manchmal.

Manchmal spüre ich, dass Veränderungen anstehen. Ich weiß: es wird nicht mehr lange so sein, wie es ist. Dann fangen die Gedanken an, aber es ist noch nicht Zeit. Oft spüren wir Dinge weit im Voraus, aber es ist noch nicht Zeit. Wenn sie gekommen ist, geht alles ganz schnell. Dann kann man gar nicht so schnell schauen, wie sich die Dinge verändern.

Und du fragst, was du mit der Wut machen sollst – oder: was ich mit Wut mache. Ich lasse sie da sein. Ich gebe ihr Platz in mir – dann braucht sie nicht nach draußen rennen, denn ich unterdrücke sie nicht; ich sage ihr nicht: „Nein, du darfst nicht da sein, Wut ist nicht heilig”, aber ich werfe sie auch nicht heraus. Ich lass sie da sein. Wut ist eine wunderbare Energie, viel Kraft. Sie darf einfach da sein.

Man braucht mit ihr nichts tun. Man braucht sie nicht loswerden. Wut ist schwierig, wenn man mit ihr nichts zu tun haben will. Wut ist schwierig, wenn man glaubt, die Wut bedeutet, ich muss jetzt dies und jenes tun.

Aber einfach nur die Wut kommen lassen, diese Kraft...

wow.

Du fragst, was ich mit Wut mache. Ich lasse sie da sein. Ich gebe ihr Platz in mir – dann braucht sie nicht nach draußen rennen. Sie darf einfach da sein. Man braucht mit ihr nichts tun. Man braucht sie nicht loswerden. Wut ist schwierig, wenn man mit ihr nichts zu tun haben will. Aber sie einfach kommen lassen, diese Kraft... wow.

Ich sagte vorhin zu einer anderen Frage: wenn du die Gefühle willkommen heißt, die du hast in einer bestimmten Situation – gerade die Gefühle, die wir normalerweise nicht haben wollen –, dann sind es die Gefühle, die dir Hilfe bringen. Und so ist es mit der Wut auch.

Wenn du die Wut willkommen heißt und da sein lässt, anstatt sie zu unterdrücken und anstatt sie loswerden zu wollen, wenn du sie stattdessen als Geschenk siehst und behalten möchtest und sagst, ”okay, komm, ja: hier ist Platz für dich. Komm”, dann bringt sie dir die Hilfe: Kraft, so, als hättest du einen riesigen, großen Freund neben dir stehen, der ab jetzt neben dir herläuft. Dann legt sich keiner mit dir an.

Wenn du die Gefühle willkommen heißt – gerade die Gefühle, die wir nicht haben wollen –, dann sind die es, die dir Hilfe bringen. So ist es mit der Wut auch. Wenn du sie willkommen heißt, anstatt sie loswerden zu wollen, bringt sie dir die Hilfe: Kraft, so, als hättest du einen riesigen, großen Freund neben dir stehen, der ab jetzt neben dir herläuft.

Danke.

Schutz vor negativen Gedanken

[Simone:] Ich lese eine Frage von Katharina vor.

[Dhyan Mikael:] Ja, Katharina, bitte.

[Simone:] „Lieber Mikael, wie kann man sich vor den negativen Gedanken anderer schützen? Meine Mutter zum Beispiel macht sich immer Sorgen um mich. Bin ich ausgeliefert? Liebe Grüße, Katharina.”

[Dhyan Mikael:] Gedanken haben die Angewohnheit, sich zu verbreiten. Wenn du denkst, dann weißt du, was deine Mutter denkt. Aber wenn du deinen Gedanken keine Aufmerksamkeit gibst, dann kommen die Gedanken deiner Mutter nicht in einen Schädel hinein.

Das ist das Geheimnis.

Gedanken haben die Angewohnheit, sich zu verbreiten. Wenn du denkst, dann weißt du, was deine Mutter denkt. Aber wenn du deinen Gedanken keine Aufmerksamkeit gibst, dann kommen die Gedanken deiner Mutter nicht in einen Schädel hinein.

Das ist das Geheimnis.

Aber vielleicht geht es hier um etwas anderes. Es ist wirklich schwierig, einen Menschen, mit dem man sich verbunden fühlt, leiden zu sehen. Du siehst genau: es ist völlig unnötig. Du möchtest diesen Menschen retten, aber das kannst du nicht.

Und dann diesen anderen Menschen lieben, aber sich nicht da hineinziehen lassen in dieses Spiel des Leidens, das ist eine Herausforderung – gerade für Kinder, und ganz besonders für Töchter. Wir glauben so gerne: ich kann ihr helfen. Das kannst du nicht.

Es ist wirklich schwierig, einen Menschen, mit dem man sich verbunden fühlt, leiden zu sehen. Du möchtest ihn retten, aber das kannst du nicht. Diesen Menschen lieben, aber sich nicht hineinziehen lassen in dieses Spiel des Leidens, das ist eine Herausforderung – gerade für Kinder. Wir glauben so gerne: ich kann ihr helfen. Das kannst du nicht.

Ich kenne das so gut: gerade bei den Menschen, die einem am nächsten sind, da siehst du so deutlich, wie sie sich selbst Schmerz zufügen, und sie dann einfach lieben, so wie sie sind – aber...

aber nicht versuchen, ihnen das zu nehmen. Das können sie nur selbst.

Das ist eine enorme Herausforderung.

Gerade bei den Menschen, die einem am nächsten sind, da siehst du so deutlich, wie sie sich selbst Schmerz zufügen, und sie dann einfach lieben, so wie sie sind – aber nicht versuchen, ihnen das zu nehmen... das können sie nur selbst. Das ist eine enorme Herausforderung.

Weißt du, es ist so: solange du dich da hineinziehen lässt in dieses Spiel des Leidens, solange förderst du das – es ist ganz verrückt, wie das funktioniert –, und sobald du dich nicht hineinziehen lässt, sondern in Frieden bist, trotz deiner Hilflosigkeit, trotz des Schmerzes, den du spürst, dann ist es, als würdest du dich entkoppeln. Dann gibst du dem keine Energie mehr, und manchmal ist es ganz erstaunlich, was dann geschieht.

Es ist eine enorme Herausforderung. Die meisten Menschen können das nicht, aber das ist wirklich hilfreich.

Ich weiß nicht, ob du weißt, wovon ich spreche...

Wenn nicht, dann frag bitte noch einmal.

Aber ich kenne zahllose Menschen, mit denen ich über dieses Thema schon gesprochen habe, die mir dann immer wieder über kleine und mittelgroße Wunder berichtet haben. Man glaubt, es sei die Pflicht einer liebenden Tochter oder eines liebenden Kindes oder eines liebenden Partners, dem anderen zu helfen in seinem Leiden. Aber wir wissen nicht wirklich, was hilfreich ist. Und wenn man es dann wagt, loszulassen; den anderen – wir hatten es eingangs im Satsang – so zu akzeptieren, wie er ist...

Wenn man sieht: „ja, die leidet einfach gern; die will sich nicht helfen lassen; darum geht es überhaupt nicht. Die macht das schon seit 60 Jahren, und das wird sie auch weiterhin so machen. Ich werde daran nichts ändern”... Wenn man sie so akzeptiert und so liebt und sein lässt, dann ist man oft total überrascht, was dann geschieht – von selbst, und nicht, weil wir so toll sind und so hilfreich.

Ja, du als Tochter kannst deine Mutter nicht retten. Es ist so. Sei dir selbst treu – so hilfst du ihr am besten. Danke.

Die Letzten werden die Ersten sein

[Simone:] ich lese eine Frage vor von Sofia.

[Dhyan Mikael:] Sofia, wie schön, dass du da bist. Ich freue mich sehr.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich merke, wie streng ich oft mit mir selbst bin und wie sehr ich versuche, alles zu verstehen und richtig zu machen – und das macht mich manchmal einfach nur müde und leer. Ich habe das Gefühl, mich dabei selbst ein Stück zu verlieren und mich gar nicht mehr richtig zu spüren. Wie finde ich wieder mehr zu mir zurück und schaffe es, mir selbst treu zu sein? Ich danke dir von Herzen. Alles Liebe, Sofia.”

[Dhyan Mikael:] Oh ja, oh ja... wir sind so streng mit uns selbst. Wir sind unser eigener schlimmster Richter. Das ist einfach so.

Ich will dir sagen, wie ich das mache mit mir selbst, und wenn du das kannst... das ist wirklich hilfreich: wenn du sagen kannst: „Ja, so ist sie, die Sofia. So ist sie einfach: verrückt... Man kann wirklich nur den Kopf schütteln, aber – so bin ich halt”, dann wird es leichter: wenn du schmunzeln kannst über dieses verrückte Mädchen; wenn du sie lieb haben kannst, so wie sie ist.

Wir sind so streng mit uns selbst. Wir sind unser eigener schlimmster Richter. Wenn du sagen kannst: „Ja, so ist sie, die Sofia. So ist sie einfach: verrückt... Man kann wirklich nur den Kopf schütteln, aber – so bin ich halt”, dann wird es leichter: wenn du schmunzeln kannst über dieses verrückte Mädchen; wenn du sie lieb haben kannst, so wie sie ist.

Wenn du sie lieb haben kannst und bei ihr sein kannst, auch wenn sie sich nie ändert...

Ja... das hilft mir am meisten.

Ich bin verrückt. Ich bin so, wie ich bin. Ich mache so viel falsch – und immer wieder. Und dann sagen zu können: „ja, so bin ich halt, was soll ich tun?” Und wenn die Stimmen da oben im Kopf anfangen: „Ja, aber du musst doch das und das machen und das und das unternehmen”, dann sage ich, „ja – ich kann aber nicht. Ich bin so.” So mache ich das.

Jesus sagte einen vielfach missverstandenen Satz. Er sagte: „Die Letzten werden die Ersten sein.” Die, die an sich selbst verzweifeln, die werden die Ersten sein – denn die finden das Tor zur Akzeptanz, zur Liebe, weil sie nicht anders können; weil sie merken: „Hier gibt es keine Hoffnung. Ich bin nicht cool. Ich habe es nicht auf der Reihe. Ich kann nur eines: 'ja' sagen dazu, wie es ist.” Und mehr ist nicht notwendig.

Die 99 anderen Prozent der Welt glauben, sie könnten sich ändern; die glauben, da bestünde Hoffnung.

Die kommen nie an diesen Punkt. Aber die Letzten, bei denen keine Hoffnung besteht, die entdecken das Geheimnis des Lebens.

Die werden offen dafür, nach innen zu gehen.

Jesus sagte einen vielfach missverstandenen Satz: „Die Letzten werden die Ersten sein.” Die, die an sich selbst verzweifeln, werden die Ersten sein – denn die finden das Tor zur Akzeptanz, zur Liebe, weil sie nicht anders können; weil sie merken: „Hier gibt es keine Hoffnung.” Sie entdecken das Geheimnis des Leben. Sie werden offen dafür, nach innen zu gehen.

Manchmal, wenn ich wirklich nur den Kopf über mich schütteln kann, denke ich an meine Mutter.

Ich habe sie wirklich lieb, aber sie ist schon ein Kaliber. Und da sehe ich, wo es herkommt: diese Strenge mit sich selbst, dieser Ernst...

unglaublich.

So bin ich halt.

Also liebe dich, so wie du bist.

Danke, Sofia, dass du da bist.

Du brauchst keine Zeit

Ich möchte noch etwas sagen zu diesem Spruch, den ich gerade von Jesus erwähnt habe: „Die Letzten werden die Ersten sein.” Ich habe heute eine Email beantwortet von einem Menschen, der mir schrieb, dass eine Aussage von mir, die ich sehr oft mache, ihm Probleme bereitet, weil er nämlich schon... Er sagt, er ist deutlich älter als ich – ich nehme an, das heißt, dass er wirklich alt ist –, und ich sage oft: „ja, das braucht halt Zeit...

ganz allmählich, ganz allmählich geschieht all das”, sage ich manchmal. Und dann sagt er: „Ja, aber du hast gut reden. Ich habe die Zeit nicht mehr.” Und es gibt da diese Geschichte von Jesus über den Besitzer des Weinberges. Ein Mann besaß einen Weinberg, und am Morgen zog er los und hat Helfer angeheuert, um im Weinberg zu arbeiten und hat ihnen einen Denar Lohn versprochen für den Tag.

Das war damals der für Tagelöhner übliche Lohn eines Tages, zu Jesu Zeiten. Aber dann, gegen Mittag, merkte er, dass die Arbeit nicht fertig wird und hat weitere Arbeiter gesucht und angestellt, und auch ihnen hat er einen Denar Lohn versprochen. Aber dann, später am Tag, am Nachmittag, hat er gemerkt, dass die Arbeit nicht fertig wird, und hat noch mehr Arbeiter angestellt, und auch ihnen hat er einen Denar Lohn versprochen.

Und dann, am Abend, als die Arbeit getan war, kamen alle Arbeiter zusammen und jeder hat seinen vereinbarten Lohn bekommen: einen Denar. Und die, die am Morgen begonnen hatten mit der Arbeit, die wurden ärgerlich und sagten: „Das kann doch wohl nicht wahr sein. Das ist doch ungerecht.” Und als Jesus diese Geschichte erzählte, sagten seine Jünger: „Moment mal, das geht doch gar nicht, das ist doch ungerecht.

Die haben das ja gar nicht verdient!” Aber sie haben nicht verstanden, wovon da Jesus sprach.

Der Besitzer des Weinberges, das ist Gott – nicht der Gott da oben – der, der da drinnen auf dich wartet.

Und ich habe das heute nachgelesen, was diese Geschichte angeblich bedeutet: sie steht angeblich für die Großzügigkeit Gottes, aber das ist totaler Käse. Hier geht es um etwas ganz anderes. Es geht um Folgendes: es spielt keine Rolle, wann du dich nach innen wendest.

Es spielt keine Rolle, wie lang du gearbeitet hast, wie lang du dich bemüht hast; ob du schon 30 Jahre, 40, 50 Jahre davon weißt und versuchst, den Weg zu gehen, oder ob du 70 oder 80 Jahre alt bist, jetzt gerade erst anfängst: der Lohn ist der gleiche. Sobald du beginnst, dich in die richtige Richtung zu wenden, nach innen, sobald du beginnst, dich anzunehmen, wie du bist – das ist die Herausforderung, wenn man sich nach innen wendet –, sobald du das tust, wartet dieser Lohn auf dich. Du brauchst keine Zeit.

Es spielt keine Rolle, wie lange du dich bemüht hast; ob du schon 30, 40, 50 Jahre versuchst, den Weg zu gehen, oder ob du 80 Jahre alt bist und gerade erst anfängst: der Lohn ist der gleiche. Sobald du beginnst, dich in die richtige Richtung zu wenden, nach innen, und beginnst, dich anzunehmen, wartet dieser Lohn auf dich. Du brauchst keine Zeit.

Solange du auf etwas wartest, brauchst du Zeit. Solange du glaubst, du kannst es nicht, brauchst du Zeit. Solange du denkst, „ich sollte anders sein”, so lange brauchst du Zeit. Aber in dem Moment, wo du beginnst, dich selbst zu akzeptieren, wie du bist, sobald du beginnst, dich nach innen zu wenden, da hinein, so wie es jetzt da drinnen aussieht, gibt es nichts weiter zu tun: keine Zeit. Der Lohn ist der gleiche.

Solange du auf etwas wartest, brauchst du Zeit. Solange du glaubst, du kannst es nicht, brauchst du Zeit. Solange du denkst, „ich sollte anders sein”, brauchst du Zeit. Aber in dem Moment, wo du beginnst, dich selbst zu akzeptieren und dich nach innen zu wenden, so wie es jetzt da drinnen aussieht, gibt es nichts weiter zu tun: keine Zeit. Der Lohn ist der gleiche.

Ja...

Sei bereit zu sterben – jetzt

Simone, haben wir noch Fragen?

[Simone:] Ja, haben wir. Nächste Frage ist von Ilse.

[Dhyan Mikael:] Ilse, hallo. Wie schön, dass du da bist.

[Simone:] „Lieber Mikael, vor vier Tagen ist ganz unerwartet mein erster Mann und der Vater von Franziska und Moritz im Alter von 57 Jahren verstorben. Er ist im Krankenhaus durch einen Milzriss innerlich verblutet, was dem Personal nicht aufgefallen ist. Die ersten zwei Tage waren furchtbar, aber jetzt geht es mir gut. Die meisten Menschen außerhalb der Familie sind so schockiert und voller Trauer, und finden auch die Art des Todes furchtbar: es wäre doch vermeidbar gewesen.

Die haben im Krankenhaus nicht richtig reagiert. Wenn ich darauf antworte, dass es so sein sollte, sonst wäre es nicht so gekommen, dann ernte ich erstaunte und unverständliche Blicke. Ich bin jetzt im Frieden damit. Bin ich deswegen nicht so traurig, wie es sein sollte? Stimmt etwas mit mir nicht? Hast du ein paar Worte für mich?”

[Dhyan Mikael:] Danke für deine schöne Frage.

Ja, es ist schon erstaunlich...

Wir tun alle so, als kämen wir hier lebend wieder heraus, aber keiner von uns kommt hier lebend wieder heraus.

Ich werde bald sterben, und du auch – nun, du natürlich nicht, aber dieser Körper.

Aber das wollen wir nicht wissen.

Und wenn dann jemand stirbt, dann tun wir so, als wäre das die größte Überraschung der Welt.

Es ist immer zu früh, immer die falsche Todesart.

Ich überlasse es dem Leben, wie dieses Leben zu Ende gehen möchte. Es ist nicht meine Angelegenheit.

Und es ist auch nicht meine Angelegenheit, wann das geschehen wird.

Wir tun so, als kämen wir hier lebend wieder heraus, aber ich werde bald sterben, du auch – du nicht, aber dieser Körper. Aber das wollen wir nicht wissen. Wenn jemand stirbt, tun wir so, als wäre das die größte Überraschung. Es ist immer zu früh, immer die falsche Todesart. Ich überlasse es dem Leben, wie dieses Leben zu Ende gehen möchte, und wann.

So schnell geht es... also sei bereit.

Sei jetzt bereit, zu sterben – jetzt. Dann beginnt das Leben.

Sei jetzt bereit, zu sterben – jetzt.

Dann beginnt das Leben.

Und, ja: du bist in Frieden. Du weißt: da ist nichts verkehrt. Du weißt das ganz genau. Aber erwarte nicht von anderen Menschen, dass sie das verstehen.

Was für ein Wunder, dass du damit in Frieden bist. So schön.

Und wenn mich Menschen Sachen fragen und ich genau weiß, dass sie für die Antwort nicht bereit sind, für die eigentliche Antwort, dann finde ich immer irgendetwas, was man sagen kann.

Weißt du, die meisten Leute wollen gar keine Antwort. Wenn dich einer fragt, „ist das nicht schrecklich?” – das ist keine Frage. Du kannst irgendetwas sagen, es spielt gar keine Rolle, was. Du kannst sagen: „Ja, ich habe ihn auch wirklich gemocht” – das ist die Wahrheit.

Ein Leben ohne Kompromisse

[Simone:] Die nächste Frage ist von Eva.

[Dhyan Mikael:] Eva, guten Abend, hallo.

[Simone:] „Lieber Mikael, kannst du mir den Unterschied zwischen Akzeptanz und Kompromissen sagen? Grüße; Eva.”

[Dhyan Mikael:] Solange ich bestimmte Meinungen, Wünsche und Vorstellungen habe, solange ich meinen eigenen Willen habe, solange bewegt man sich in der Welt der Kompromisse.

Ich mache keine Kompromisse. Ich folge einfach dem, was offensichtlich ist. Das heißt nicht, dass ich immer das tue, was ich will. Das heißt: ich lasse das geschehen, von dem es für mich offensichtlich ist, dass es jetzt das Richtige ist – ob ich will oder nicht.

Kompromiss heißt: ich tue etwas, was ich nicht will, du tust etwas, was du nicht willst. Dann sind wir beide gemeinsam unglücklich. Akzeptanz ist etwas vollkommen anderes. Akzeptanz heißt: „Ah... Ja, ich will das, aber ich merke genau: das ist nicht dran. Ich hätte es gern, aber es ist eindeutig: das wird jetzt nicht geschehen.” Und dann dazu 'ja' sagen, bereitwillig, ohne zu zetern.

Jemand will etwas, du willst etwas anderes, und du spürst ganz genau; es geht aber in die Richtung. Du spürst es einfach. Und du merkst, du willst eigentlich etwas anderes, aber du willst dazu jetzt 'ja' sagen. Du spürst es einfach. Und dann nicht groß rumfeilschen, sondern dem treu sein, was du spürst – und du machst einfach mit.

Dann können beide Freude daran haben.

Kompromiss heißt: ich tue etwas, was ich nicht will, du tust etwas, was du nicht willst. Dann sind wir beide unglücklich. Akzeptanz ist etwas anderes. Akzeptanz heißt: „Ich will etwas, aber ich merke: das ist nicht dran.” Du spürst es einfach. Und dann nicht feilschen, sondern dem treu sein, was du spürst – und du machst einfach mit. Dann können beide Freude haben.

Ich liebe banale Beispiele, weil in dieser absoluten Banalität die Dinge so offensichtlich werden. Bei ganz wichtigen Themen ist es oft ein bisschen schwierig, weil die so emotionsgeladen sind, aber bei den wirklichen Banalitäten, da wird es dann richtig klar. Und ich nehme mein Lieblingsbeispiel, das Abspülen.

Ich gehe in die Küche und ich will nicht abspülen. Ich will viel lieber am nächsten Video basteln. Aber ich gehe in die Küche und sehe, „aha”, und ich spüre genau: der Abwasch ruft mich. Der ruft nicht meine Partnerin, der ruft nicht die Kinder, der ruft mich. Also auf Deutsch: ich spüre genau – das ist mein Job. Ich bin derjenige, der das jetzt tun soll. Ich spüre das einfach. Ich mag das vielleicht nicht, aber es ist einfach so.

Und dann 'ja' sagen – und es gerne tun. Das ist Akzeptanz. Kompromiss wäre, dass ich sage: „Okay, heute mache ich das, obwohl ich nicht will, morgen machst du es, obwohl du nicht willst.” Dann sind da zwei Menschen, ich heute, meine Partnerin morgen, die mit langem Gesicht den Abwasch machen. Aber so mach ich den Abwasch jeden Tag und freue mich – weil ich einfach 'ja' sage.

Ich mache nie irgendetwas mit einem langen Gesicht oder mit einem Hals – ich weiß nicht, ob du diese Redensart kennst... Ich mache nie etwas und bin dann aber angefressen deswegen. Entweder mache ich etwas, und dann mache ich es mit einem 'ja' – dann ist es mein 'ja'; ich mache keinen Kompromiss – oder ich mache es nicht.

Dann ist es wirklich, wirklich einfach, das Leben. Aber wie gesagt: das hat etwas mit...

Solange man das Leben lebt, als ging es darum, dass ich das durchsetze, was ich will, solange ist es nicht möglich. Aber wenn du begonnen hast, dein Leben so zu leben, dass du in jedem Moment schaust: „Wo will das Leben mich jetzt haben? Wo will das Leben mich jetzt hinführen? Was will das Leben jetzt, das ich tue?”, dann ist es eine ganz andere Nummer. Dann lebst du ein Leben der Akzeptanz, nicht mehr des Kompromisses. So erlebe ich das.

Solange man das Leben lebt, als ging es darum, dass ich das durchsetze, was ich will, solange ist es nicht möglich. Aber wenn du begonnen hast, dein Leben so zu leben, dass du: „Wo will das Leben mich jetzt haben? Wo mich jetzt hinführen? Was will das Leben jetzt?”, ist es eine ganz andere Nummer. Dann lebst du ein Leben der Akzeptanz, nicht des Kompromisses.

Mein Kopf versteht das nicht. Er hat oft ganz andere Ideen. Aber ich sehe ganz klar: „Nein, nein, da geht es lang”, und dann sage ich dazu 'ja'. Und dann geht alles ganz leicht. Deswegen habe ich auch nie Diskussionen mit irgendjemanden, keine Verhandlungen und keine schwierigen Gespräche.

Ich habe jetzt auf deine Frage allgemein geantwortet, aber oft ist es viel einfacher, wenn du ganz klar... Meistens steckt ja eine ganz klare Situation dahinter. Falls es dir noch nicht ganz klar ist, kannst du mir gerne sagen, worum es bei dir wirklich ganz konkret geht. Dann ist die Antwort einfacher. Ich danke dir.

Du weißt nicht, was möglich ist

[Simone:] Juli hat eine Frage.

[Dhyan Mikael:] Juli, guten Abend. Hallo.

[Simone:] ”Du sagtest: du kannst Swamiji fragen, ob die Meditation etwas für mich ist. Er kennt mich und meine Situation ja gar nicht. Kann nicht nur ich das spüren, ob da Resonanz ist?”

[Dhyan Mikael:] Du hast keine Ahnung, was möglich ist. Du hast keine Ahnung, was möglich ist...

Ich will dir eine Geschichte erzählen, die handelt nicht von Swamiji; die handelt von Neem Karoli Baba. Das ist auch so einer aus dem Himalaya, so ein abgefahrener Guru.

Eines Tages kam ein Amerikaner zu ihm, einer, der heute ganz bekannt im Westen ist, mit dem Namen Ram Dass.

Der hatte von diesem Guru gehört und reiste nach Indien, um ihn zu besuchen.

Aber wir Menschen aus dem Westen, wir glauben ja nicht an solche Sachen wie Gurus und irgendwelche übersinnlichen Geschichten. Na ja, jedenfalls saß er dann neben Neem Karoli Baba, und irgendwann abends ging er heraus in die Nacht. Und in dieser Nacht war ein wunderschöner Sternenhimmel, und er betrachtete den Sternenhimmel, und er dachte an seine Mutter, die gestorben war vor Kurzem, an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Und er hat an seine Mutter gedacht.

Und dann kehrte er zurück ins Haus und saß wieder dort, bei Neem Karoli Baba.

Und der schaute ihn an und sagte: „Bauchspeicheldrüse”. Und er war völlig schockiert, der Ram Dass. Er sagte: „Was? Wovon sprichst du?” Und der sagte: „Du hast da draußen an deine Mutter gedacht. Sie starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs.” Ram Dass war fassungslos. Er hatte mit keinem Menschen dort in Indien darüber gesprochen. Niemand wusste davon.

Dieser Guru kannte Ram Dass durch und durch; kannte seine Gedanken. Das geht nicht nur, wenn der vor dir sitzt.

Swamiji erzählte einmal eine Geschichte. Da kam ein Mann zu ihm, der am Boden zerstört war, denn seine Tochter war verschwunden.

Seine Tochter war weggelaufen von zuhause –. wenn ich die Geschichte richtig entsinne, hat dieser Mann Swamiji nicht erzählt, warum sie weggelaufen war, aber der wusste das trotzdem – und er sagte: „hilf mir, sie zu finden”. Dann sagte der: „Bring mir die Karte von der-und-der Stadt”. Er brachte die Karte.

Dann sagte Swamiji – ich erinnere mich nicht mehr genau an die Details; ich hoffe, ich sage jetzt nichts Falsches, aber... Swamiji konnte dieses Mädchen spüren, und zwar nicht nur, wo sie ist – er konnte auch spüren, warum sie da ist. Er wusste, warum sie weggelaufen war. Der Vater hatte ihm das nicht gesagt.

Und sagte zu ihm: „Ich sage dir, wo sie ist, aber nur unter einer Bedingung: dass du sie da sein lässt”. Das ist jetzt ein Detail, da bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich es konkret richtig erinnere... Aber dann nahm er die Karte und sagte: „Hier”... Er hat auf die Karte gezeigt: „Da ist sie. Hier, in diesem Bereich suche.” Dann fuhr der Vater in die Stadt, hat in dieser Gegend gesucht, und fand seine Tochter.

Und die war weggelaufen, weil sie auf den spirituellen Weg gehen wollte und sich Gott zuwenden und nach innen gehen wollte, aber der Vater wollte davon nichts wissen; er wollte sie dazu zwingen, zu studieren oder zu heiraten oder irgendetwas, ich habe es vergessen – und dann lief sie weg.

Swamiji kann dich spüren, egal, wo du auf der Welt bist.

Deswegen sage ich so freimütig: frag ihn einfach.

Weißt du, wir sind nicht wirklich verschiedene Wesen. Das sieht nur so aus, weil wir in diesen Körpern stecken, und die scheinen voneinander getrennt zu sein.

Die Botaniker stellen ganz langsam fest, dass es so etwas wie einzelne Bäume eigentlich gar nicht gibt, sondern dass so ein Wald ein Organismus ist, der lebt, und so sind wir Menschen auch: wir sind ein großer Wald; verbunden.

Und normale Menschen sind nicht empfindsam genug, aber jemand, der so leer und empfindsam geworden ist wie Swamiji, der der kann das spüren.

Ich habe das mit meinem eigenen Meister erlebt. Ich erinnere mich genau... manchmal, wenn der mich anschaut: der sieht alles.

Ja, also frag ruhig – wenn dir danach ist.

Er kennt dich besser als du dich selbst.

Ich freue mich so sehr, dass du da bist.

Radikal ehrlich mit dir selbst

[Simone:] Mikael, Kabir möchte gerne mit dir sprechen, und ich würde ihn jetzt freischalten.

[Dhyan Mikael:] Sehr gerne, bitte.

[Simone:] Du kannst dich jetzt laut schalten, Kabir.

[Kabir:] Jai Baba Swami, guten Abend, lieber Mikael.

[Dhyan Mikael:] Jai Baba Swami, Kabir. Wie schön, dass du da bist.

[Kabir:] Hallo. Ja, mich hat das Thema „schau nicht, wie weit die Dunkelheit reicht; zünde dein eigenes Licht an” berührt, und möchte kurz berichten. Also, ich nehme mir das zu Herzen. Ich habe das ja auch von Swamiji schon gehört. Ich schaue grundsätzlich auch keine Nachrichten mehr.

Ich kenne aber auch so eine Neugierde, und jetzt war ja dieses eine Ereignis, Kriegsereignis, wo ich auch so nur am Rande etwas mitbekommen hatte, und dann habe ich mir eben auch einmal von ChatGPT ganz grob, ohne da auf viele Details einzugehen, so als Schutz sozusagen, Puffer nochmal, jetzt keine Schlagzeilen, sondern eben hier bei dieser App berichten lassen, was da jetzt passiert ist. Und ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, dass das mir jetzt sonderlich geschadet hat.

Ja, ich habe das auch einer mir nahestehenden Person kurz berichtet, also irgendwo hat es mich offensichtlich beschäftigt, aber dann habe ich es auch wieder losgelassen. Und du hast ja einen sehr radikalen Weg, und ich frage mich manchmal, ob der wirklich für jeden so sein soll, weil ich eben auch schon teilweise auch andere Umgangsweisen auch von lange meditierenden Menschen gehört habe, dass die sagen: die Chita ist dann so stark, dass die dann so etwas hören und ruhig einmal etwas mitbekommen.

Aber dann gehen die da halt nicht weiter hin, und alles ist fein. Soham habe ich halt auch schon gehört, und da wollte ich dich jetzt einmal dazu fragen. Also, ist das aus deiner Sicht dann so, wie ich das mache, auch so, dass du glaubst, ja, das zerstört deine Chitta, oder... Sag einmal etwas dazu.

[Dhyan Mikael:] Ja, danke, Kabir. Ich bin überhaupt nicht radikal. Ich bin einfach nur ehrlich. Und ich bin wie du: ich folge meine Neugier. Ich probiere alles aus. Ich mache jeden Unsinn.

Lange Zeit habe ich keine Nachrichten geschaut, keine Schlagzeilen, aber ich war neugierig, und dann habe ich es irgendwann wieder angefangen.

Und dann habe ich gemerkt, was das mit meiner Energie macht – nicht beim ersten Mal, auch nicht beim zweiten, aber dann... es bleibt ja nicht beim ersten Mal. Und dann, mit den Wochen, wird es plötzlich doch wieder zur Gewohnheit. Und dann, nach ein paar Monaten merke ich: „Wow, ich bin ganz woanders, als ich noch vor einem halben Jahr war”.

Und dadurch entsteht Radikalität mit mir selbst. Ich bin nicht radikal, weil ich geradlinig einen Weg gehe und unbeirrt nicht links und nicht rechts schaue. Das Gegenteil ist der Fall. Ich gehe in einem unglaublichen Zickzack. Ich gehe überall hin, wo es mich hinzieht.

Ich kümmere mich überhaupt nicht darum, was richtig ist. Aber dadurch lerne ich. Meine Radikalität besteht in Ehrlichkeit mir selbst gegenüber. Ich entdecke immer mehr, wie schwach ich wirklich bin, wie stark diese Einflüsse sind, wie sehr ich auf mich Acht gehen muss, wie leicht ich mich überschätze.

Da bin ich radikal.

Ich bin nicht radikal, weil ich geradlinig einen Weg gehe. Das Gegenteil ist der Fall. Ich gehe überall hin, wo es mich hinzieht. Aber dadurch lerne ich. Meine Radikalität besteht in Ehrlichkeit mir selbst gegenüber. Ich entdecke immer mehr, wie schwach ich wirklich bin, wie sehr ich auf mich Acht gehen muss, wie leicht ich mich überschätze. Da bin ich radikal.

Vielleicht gibt es andere Menschen, denen das nichts macht. Das kann ich überhaupt nicht beurteilen.

Aber meine eigene Erfahrung mit mir selbst ist eine andere.

Ich habe das Gefühl, es ist ganz, ganz leicht, dass ich mich da grandios überschätze. Ich kann eigentlich gar nicht sanft und umsichtig genug mit mir und mit meiner Chitta umgehen. Selbst wenn ich so etwas nicht anschaue... allein die Energie der Nachbarn, von denen ich nichts weiß, allein die Energie der Welt, von der ich nichts weiß, die ist immer noch stark genug, selbst wenn ich mich nur nach innen wende, so gut ich halt kann. Das ist einfach meine die ganz persönliche Erfahrung mit mir selbst.

Wenn du andere Erfahrungen hast: ich ermutige dich, deinen Weg zu gehen. Ich erzähle nicht von mir, um anderen Menschen zu sagen: so lebt man richtig. Mein Anliegen ist es, immer wieder Beispiel dafür zu geben, wie ich mit mir und meinem Leben umgehe, wo ich Orientierung finde, damit du dann in deinem Leben deine Orientierung findest, denn dein Weg ist ein anderer. Du bist ein anderer Mensch. Jeder Mensch ist anders. Kein Mensch ist gleich.

Ich ermutige dich, deinen Weg zu gehen. Ich erzähle nicht von mir, um anderen zu sagen: so lebt man richtig. Mein Anliegen ist es, Beispiel dafür zu geben, wie ich mit mir und meinem Leben umgehe, wo ich Orientierung finde, damit du dann in deinem Leben deine Orientierung findest, denn dein Weg ist ein anderer. Du bist ein anderer Mensch.

Dazu ermutige ich dich: sei dir treu – aber sei ehrlich zu dir selbst. Gehe überall hin, wo es dich hinzieht, probiere alles aus, was dich interessiert, mach jeden Unfug, wenn es das ist, was du willst – aber dann: erlebe es mit offenen Augen, bewusst. Sei ehrlich zu dir. Mach dir nichts vor. Dann lernst du ganz schnell, was für dich das Richtige ist.

Dazu ermutige ich dich: sei dir treu – aber sei ehrlich zu dir selbst. Gehe überall hin, wo es dich hinzieht, probiere alles aus, was dich interessiert, mach jeden Unfug, wenn es das ist, was du willst – aber dann: erlebe es mit offenen Augen, bewusst. Sei ehrlich zu dir. Mach dir nichts vor. Dann lernst du ganz schnell, was für dich das Richtige ist.

[Kabir:] Ja, das ist ganz interessant, weil ich ja eigentlich auch kein Interesse daran habe, dass ich meine Chitta zerstöre. Also, von daher habe ich natürlich ein Interesse daran, das mir zu Herzen zu nehmen.

[Dhyan Mikael:] Ja, aber du musst es selbst herausfinden, was das heißt. Man hört es von Swamiji. Der Guru sagt dir das, um dir einen Anhaltspunkt zu geben, und dann machst du deine eigenen Erfahrungen, und dann fällst du in die Kohlegrube, kletterst wieder heraus, und dann denkst du: „Ah, davon hat er gesprochen. Alles klar, jetzt weiß ich Bescheid.” Dann passiert es dir trotzdem wieder. Aber jedes Mal lernst du ein bisschen mehr über dich selbst.

So mache ich das. Ich nehme nichts von dem, was einer sagt, als gottgegeben hin – aber ich habe es gehört, und wenn ich dann meine eigenen Erfahrungen mache, gibt dann verstehe ich: „Ah, das ist es, was hier passiert! Davon sprach Swamiji... davon sprach Soham. Ah ja. Jetzt verstehe ich.” Dann lern ich besser. Weißt du, es muss immer basieren auf deinen eigenen Erfahrungen, sonst ist das alles nichts wert.

[Kabir:] Okay, alles klar. Vielen Dank, lieber Mikael.

[Dhyan Mikael:] Sehr gerne, Kabir. Schön, dass du da bist.

[Kabir:] Ja.

[Dhyan Mikael:] Ja, es geht im Satsang überhaupt nicht darum, dass du irgendetwas kopierst, irgendwelche Regeln lernst oder so.

Es geht darum, dass du lernst, dich selbst zu lieben; dass du lernst, dir selbst treu zu sein. Denn dann, wenn du beginnst, dir selbst treu zu sein, dann beginnt das Leben, dich auf deinem Weg zu führen. Dir selbst treu zu sein heißt: deiner Energie zu folgen, deiner Neugier zu folgen, dem zu folgen, wo es dich hinzieht. Und dieser innere Kompass, der ist für jeden Menschen anders. Was für jeden Menschen gleich ist, ist, dass es hilfreich ist, sich selbst treu zu sein. Was das praktisch bedeutet, ist für jeden Menschen anders.

Es geht überhaupt nicht darum, dass du irgendetwas kopierst. Es geht darum, dass du lernst, dich zu lieben und dir treu zu sein, und das heißt: deiner Energie und Neugier zu folgen, wo es dich hinzieht. Dieser innere Kompass ist für jeden anders. Aber für jeden ist es hilfreich, sich treu zu sein. Was das praktisch bedeutet, ist für jeden anders.

Entdecken, was es bedeutet, Mensch zu sein

Simone, haben wir noch eine Frage?

[Simone:] Ja, ich habe noch einen Kommentar, den ich gern vorlesen möchte und dann habe ich noch eine Frage vorzulesen.

[Dhyan Mikael:] Das passt ja gerade. Wie schön.

[Simone:] Ich lese das vor, was Sabine geschrieben hat.

[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.

[Simone:] „Lieber Mikael, ich möchte mich bei dir von Herzen bedanken. Du hast meine letzten Fragen, die aus großer Not kamen, mit so viel Liebe und Weisheit beantwortet. Ganz langsam, aber mit einem Vertrauen, welches es mir vorher nicht gegeben war, merke ich, wie sich ganz langsam immer mehr Klarheit, immer mehr Sicherheit in mir zeigt.

Ich bin noch am Anfang, und meine Ängste, meine Unruhe, meine Hilflosigkeit sind natürlich noch da und dürfen auch da sein. Was für ein schönes Gefühl, so sein zu dürfen, wie ich bin, mit allem, was da ist. Kein Kampf, kein Planen, kein Versuchen, alles richtig zu machen. 1000 Dank, lieber Mikael, für all das, was du an uns weitergibst. Herzlichen Dank, Sabine.”

[Dhyan Mikael:] Danke. Ich bin genau wie du, weißt du... Es ist nicht so, dass irgendwann die Unsicherheit weggeht. Es ist nicht so, dass du irgendwann so über den Wolken schwebst und du bist cool und nichts berührt dich mehr. Nein, es ist genau umgekehrt: wir entdecken, was es bedeutet, Mensch zu sein. Wir fühlen alles: wir fühlen das Göttliche, wir fühlen das Schreckliche, wir fühlen die Unsicherheit und die Ekstase und die Freude und – alles. Damit Frieden schließen, das ist die Aufgabe. Es geht nicht darum, darüber hinwegzukommen, und nicht mehr so zu sein.

Es ist nicht so, dass irgendwann die Unsicherheit weggeht und du cool bist und nichts mehr dich berührt. Nein, es ist genau umgekehrt: wir entdecken, was es bedeutet, Mensch zu sein. Wir fühlen alles: das Göttliche, das Schreckliche, die Unsicherheit und die Ekstase und die Freude – alles. Damit Frieden schließen ist die Aufgabe.

Also, wenn es darum geht, bin ich auch weit vom Ziel entfernt. Es geht um etwas anderes. Es geht darum, damit in Frieden zu sein; dann ist alles anders.

Das ist der Grund, warum Jesus so viele Menschen berührt hat: weil er Mensch war, durch und durch, inklusive Gefühle, inklusive Angst, inklusive Verzweiflung. Er hat vorgelebt, wie man damit umgeht: „Ja! Auch dazu: ja. Ich bin so – auch dazu, ja.” Immer wieder nur 'ja'. Das ändert alles – nicht, weil wir irgendwelche Gefühle loswerden und nie wieder haben, sondern weil wir lernen, mit dem Menschsein Frieden zu schließen. Die meisten Menschen wissen nicht, wie es ist, Mensch zu sein.

Das ist der Grund, warum Jesus so viele berührt hat: weil er Mensch war, durch und durch, inklusive Gefühle, Angst, Verzweiflung. Er hat vorgelebt, wie man damit umgeht: „Ja! Auch dazu: ja.” Immer wieder nur 'ja'. Das ändert alles – nicht, weil wir Gefühle loswerden, sondern weil wir lernen, mit dem Menschsein Frieden zu schließen.

Du schon... Gratuliere.

Wir brauchen nicht cool sein. Wir brauchen nicht stark sein.

Wir können einfach so sein, wie wir sind. Schau dir die Blumen an: unendlich empfindsam, so verletzlich... so sind wir; also, ich zumindest, und du auch. Danke für deinen Kommentar. Und weißt du... das, wofür du dich hier bedankst, hat mit mir nichts zu tun. Ich kann in deinen Dank nur einstimmen, und sage danke. Danke, Soham, danke, Swamiji, danke, Gott.

Der Trick für die, die gerne leben

[Simone:] Dann lese ich noch die Frage von John vor.

[Dhyan Mikael:] John, guten Abend, hallo.

[Simone:] „Hallo Mikael. Wie kann ich jetzt bereit sein zu sterben, wenn ich noch leben will? Liebe Grüße, John.”

[Dhyan Mikael:] Es ist überhaupt gar kein Hindernis, noch leben zu wollen. Ich liebe dieses Leben. Ich lebe gern. Heute Morgen bin ich aufgewacht... Ich knie mich dann immer im Bett auf – ich schlafe ja auf dem Boden – und dann schaue ich zum Energiebild von Swamiji und sage: „Ach, danke. Danke für diesen Tag. Ich bin gern hier.” Aber wenn du gerne lebst, dann gibt es einen Trick: alles, was du loslässt, kannst du genießen.

Das ist, wie wenn du eine Frau liebst: wenn du eifersüchtig bist, wenn du sie an dich binden willst, wenn du sie nicht verlieren willst, dann ist es die Hölle; du liebst sie, aber es ist die Hölle. Aber wenn du groß genug bist, sie gehen zu lassen, in jedem Moment freizulassen – ich meine, es liegt gar nicht an dir, sie freizulassen, sie ist frei, aber –, wenn du dir selbst eingestehst: „hey, sie ist frei”, dann kannst du lieben. Dann kannst du sie genießen; vorher nicht.

Und so ist es mit dem Leben auch. Solange wir uns ans Leben klammern und es nicht gehen lassen wollen und Angst vor dem Tod haben und Angst vor dem und dem und dem, so lange leben wir gar nicht: wir leben ja eigentlich nur in Gedanken. Aber sobald du loslässt, sobald du das Leben loslässt und sagst, „Okay, Leben, was immer du willst”... sobald du sagst, „ja, wenn es hier morgen vorbei ist, oder gleich: ich sage 'ja'... in diesem Loslassen sterben die Gedanken, du bist hier und kannst richtig leben.

Wenn du gerne lebst, dann gibt es einen Trick: alles, was du loslässt, kannst du genießen. Solange wir uns ans Leben klammern, so lange leben wir gar nicht: wir leben nur in Gedanken. Aber sobald du das Leben loslässt und sagst, „Okay, Leben, was immer du willst”... in diesem Loslassen sterben die Gedanken, du bist hier und kannst richtig leben.

Deswegen gibt es diesen spirituellen Spruch: „Erst der, der gestorben ist, kann wirklich leben.” Erst, wenn wir das, was wir wollen, wenn das stirbt, wenn wir uns hingeben können, wenn wir loslassen können, dann fangen wir an zu leben. Es ist ein völlig anderes Leben. Also: wenn du leben möchtest, wenn du gerne lebst, probiere das einmal aus. Sage: „Okay, Leben, Du hast dir das Sagen, wie lang das hier geht, wie das hier geht, wie es weitergeht, wie es endet. Ich sage zu allem 'ja'.” Und dann kannst du hier im Augenblick leben.

Deswegen gibt es diesen spirituellen Spruch: „Erst der, der gestorben ist, kann wirklich leben.” Erst, wenn das, was wir wollen, stirbt, fangen wir an zu leben. Also: wenn du gerne lebst, sage: „Okay, Leben, Du hast dir das Sagen, wie es weitergeht und wie es endet. Ich sage zu allem 'ja'.” Und dann kannst du hier im Augenblick leben.

Davor, bevor du das tust, duckst du dich in jedem Moment weg. „Oh, das nicht. Oh, hoffentlich passiert das nicht”...

Und in diesem Loslassen, da entdeckt man das eigentliche Leben, was mit dem Leben in diesem Körper und auf dieser Welt nichts zu tun hat – das, was Jesus „das ewige Leben” genannt hat. Wir klammern uns mit aller Macht an das Vergängliche, und das, was wir sind und was uns belebt, ist ewig.

In diesem Loslassen, da entdeckt man das eigentliche Leben, was mit dem Leben in diesem Körper und auf dieser Welt nichts zu tun hat – das, was Jesus „das ewige Leben” genannt hat. Wir klammern uns mit aller Macht an das Vergängliche, und das, was wir sind und was uns belebt, ist ewig.

Aber solange du dich ans Leben klammerst, kannst du das nicht entdecken. Du bist überzeugt davon, dass es ganz schrecklich ist, wenn dieser Körper stirbt.

Überhaupt bist du überzeugt davon, dass alles hier ganz schrecklich ist.

Aber sobald du bereit bist, das loszulassen, bist du richtig hier, und dann kannst du das Vergängliche genießen und das Unvergängliche spüren. Das ist total abgefahren.

Solange du dich ans Leben klammerst, kannst du das nicht entdecken. Du bist überzeugt davon, dass es schrecklich ist, wenn dieser Körper stirbt. Überhaupt bist du überzeugt davon, dass alles hier ganz schrecklich ist. Aber sobald du bereit bist, das loszulassen, bist du richtig hier und kannst das Vergängliche genießen und das Unvergängliche spüren.

Und wenn ich davon erzähle, dann spürst du, ob das stimmt oder nicht.

Das ist das Beispiel von Jesus. Deswegen konnte er seinen Weg gehen.

Er hat uns vorgelebt, dass das, was wir wirklich sind, nichts mit diesem Körper zu tun. Aber die Leute haben ihn nicht verstanden.

Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht

Danke für diesen schönen Satsang.

Manchmal sagen Menschen „danke”, aber ich habe zu danken. Es ist einfach ein Segen für mich. Danke. Morgen Abend gibt es noch einmal einen Satsang, auch von 20 bis 22 Uhr. Morgen Abend ist ja auch bei Samarpan-Meditation Deutschland die wöchentliche Meditation am Montag. Samstag um 18 Uhr gibt's übrigens auch regelmäßig eine. Ich bin dir nicht böse, wenn du lieber mitmeditierst bei denen. Mach einfach, wonach dir ist.

Wenn du hier vorbeischauen möchtest, freue ich mich sehr auf dich. Ich liebe diese Osterfeiertage.

Für mich sind sie ein Geschenk, und ich kann einfach nicht anders als an diesen Tagen Satsang geben.

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Danke. Danke für Satsang.

Ich liebe dich.