Weiter zum Hauptinhalt Weiter zum Fußbereich

Mythos freier Wille

Wenn die Zeit reif ist, geschieht alles von selbst.

Über dieses Video:

Es gibt einen Willen in dir. Du spürst ihn: mal will er dies, mal jenes, oft beides zugleich, Dinge, die überhaupt nicht zusammenpassen. Es gibt keinen Zweifel: da ist ein Wille. Doch sobald du fragst, ob dieser Wille frei ist, und ob wirklich du es bist, der da entscheidet, wirst du unsicher – und in dieser Unsicherheit liegt schon die ganze Antwort. Denn hättest du tatsächlich einen freien Willen, wüsstest du davon, es gäbe keine Unsicherheit, und dir käme diese Frage niemals in den Sinn.

In diesem Video gehe ich dieser Frage nach, die mir immer wieder gestellt wird: Gibt es freien Willen? Ich möchte dich nicht mit einer Meinung abspeisen, sondern dir zeigen, wie du es ganz allein in dir selbst herausfinden kannst – und warum das, was du dort entdeckst, kein Verlust ist, sondern die größte Erleichterung deines Lebens.

Versuche einmal, dich zu entschließen, dass dir jetzt nicht mehr nach der Zigarette ist, dass du keinen Appetit mehr hast, dass dich der schöne Mensch in der Nachbarschaft nicht mehr zieht. Du kannst es nicht. Der Wille macht, was er will – nur bist du es nicht, der ihn macht. Dieses Gefühl, ich sei der Handelnde, entsteht allein daraus, dass wir uns als diesen Körper fühlen und und von Geburt an all das wahrnehmen, was er tut.

Am klarsten wird das in der Stille. In der Himalaya-Samarpan-Meditation – der einzigen reinen Meditation, die ich kenne, weil man dort nichts will und kein Ziel hat – ruhst du einfach mit deiner Aufmerksamkeit im Kronenchakra und lässt die Gedanken sein. Und dann entdeckst du: Wo keine Gedanken sind, ist auch kein Wille, keine Richtung, kein Ziel, und niemand, der etwas tut. Du bist – und sonst nichts. Die Gedanken kommen und gehen, wie sie wollen, und sie haben mit dir nichts zu tun.

Ich weiß, wie verkehrt das zunächst klingt. Wir sind überzeugt, dass alles von unserem Willen abhängt, und der Gedanke, im Leben nichts zu sagen zu haben, macht uns Angst. Doch das Gegenteil ist wahr. Ein Guru, mit dem ich auf magische Weise eins bin, wurde einmal gefragt, wie dieses das Loslassen gehe. Er sagte nur: „Wenn die Zeit reif ist, dann geschieht Loslassen”.

Du kannst nicht entscheiden, dass du meditierst, und du musst es auch nicht. Und doch bist du hier, und doch hörst du zu, und mancher, der heute zum ersten Mal lauscht, wird morgen vielleicht zum ersten Mal meditieren. So trägt dich das Leben nach Hause, ob du davon weißt oder nicht. Alles, was dafür nötig ist, wird geschehen, wenn die Zeit reif ist. In deiner Hand bleibt nur eine einzige Sache: ob du es dir schwer machst oder leicht.

Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:

Wem gehört der Wille?

Guten Morgen.

Heute möchte ich über freien Willen sprechen, oder vielmehr über die Frage, wie das mit dem freien Willen ist.

Immer wieder bekomme ich diese Frage: „Haben wir freien Willen? Gibt es freien Willen? Können wir entscheiden, oder ist dieses Leben vorherbestimmt?

Gibt es ein Skript, das dieses Leben beschreibt, oder habe ich hier etwas zu sagen? Kann ich Weichen stellen? Kann ich bestimmen, wo mein Leben hingeht?”

Und das ist sehr interessant, denn allein die Tatsache, dass es diese Frage gibt, ist schon sehr vielsagend.

Im Grunde haben wir diesen Zweifel: „Gibt es freien Willen?”

Wenn wir diesen Zweifel nicht hätten, gäbe es diese Frage nicht.

Alles, was ist, ist zweifelsfrei.

Du bist: du bist hier – daran gibt es nichts zu rütteln.

Du bist hier: das ist eine Tatsache.

Du lebst in einem Körper.

Was dieser Körper wirklich ist, das wissen die meisten Menschen nicht, aber du bist in diesem Körper, daran besteht kein Zweifel: du spürst ihn.

In deinem Kopf gibt es Gedanken, daran gibt es keinen Zweifel: die kannst du wahrnehmen.

Und in deinem Kopf gibt es einen Willen, auch das kannst du wahrnehmen.

Mal will dieser Wille dies, mal will dieser Wille jenes.

Das, was dieser Wille möchte, diese Gedanken, ändert sich die ganze Zeit.

Aber etwas, das wir als Wille wahrnehmen, ist da, daran gibt es keinen Zweifel.

Aber wessen Wille ist das, und ist dieser Wille frei?

Da sind wir uns plötzlich nicht so sicher.

Wenn es den freien Willen wirklich gäbe, dann hättest du diese Frage nicht.

Dann wäre es ganz klar: ich kann entscheiden, was ich will.

Aber das kannst du nicht.

Du nimmst wahr, dass da etwas will, dieses oder jenes, oder meistens beides zusammen, gegensätzliche Dinge, die überhaupt nicht zusammenpassen, aber das hindert deine Gedanken überhaupt nicht daran, beides zu wollen.

Aber frei?

Ja, die Gedanken machen, was sie wollen. Dieser Wille, den du spürst, der will, was er will. Aber hast du etwas damit zu tun? Lass uns das einmal näher betrachten.

Du willst etwas, zum Beispiel ist dir gerade nach einer Zigarette, oder vielleicht willst du essen. Du weißt, Rauchen ist nicht gut für dich.

Oder du spürst, dass du essen möchtest, obwohl du spürst, dass du gar keinen Hunger hast.

Oder du bist verheiratet, aber es zieht dich zu dem schönen Mann in der Nachbarschaft hin.

Ganz gleich, was es ist: da ist plötzlich dieser Wunsch, dieser Wille, dieser Zug hin zu etwas.

Das ist das, was wir in uns drin als Wille wahrnehmen: „Ich will das”.

Kannst du das, was da will, ändern? Kannst du dich jetzt entschließen: „Ich will das nicht mehr. Ich will jetzt keine Lust mehr auf Zigaretten haben.

Kannst du das, was da will, ändern? Kannst du dich jetzt entschließen: „Ich will das nicht mehr. Ich will keine Lust mehr auf Zigaretten haben.” Kannst du das tun? Da hast du deine Antwort; so einfach ist das. Ja, du hast Wille. Der Wille macht, was er will – aber ist es dein freier Wille? Kannst du entscheiden? Ganz offensichtlich kannst du das nicht.

Ich will jetzt keinen Appetit haben. Ich will jetzt nicht mehr essen wollen.” Kannst du das tun?

Kannst du dich entscheiden: „Ich will jetzt nicht mehr den Wunsch haben, diesem anderen Menschen nahe zu sein.” Kannst du das?

Und da hast du deine Antwort; so einfach ist das. Ja, du hast Wille. Ja, der Wille macht, was er will – aber ist es dein freier Wille? Kannst du entscheiden?

Ganz offensichtlich kannst du das nicht.

Die Quelle des Ich-Gefühls

Aber wo kommt dieser Eindruck her, dass es den freien Willen geben könnte?

Diese Körper sind ganz erstaunliche Wunderwerke der Wahrnehmungsfähigkeit.

Wir sehen, wir hören, wir spüren, wir fühlen, wir berühren.

Und gleichzeitig ist der Mensch das einzige Wesen auf dieser Erde, in diesem Universum, das sich selbst wahrnehmen kann als Bewusstsein: Bewusstsein, das sich selbst bewusst ist, seiner selbst bewusst.

Und nun nehmen wir wahr, dass ich dies tue und jenes tue, dass dies geschieht. Der Körper läuft in eine bestimmte Richtung, die Hand greift etwas, die Gedanken denken etwas, die Gedanken wollen etwas, der Körper möchte etwas oder möchte etwas nicht, der Körper hat Gefühle, und wir nehmen das alles wahr.

Und am Anfang, als Neugeborene, wo wir noch nichts wissen über die Welt, da sind wir einfach Bewusstsein pur.

Wir nehmen einfach wahr, ohne irgendetwas zu wissen. Aber dann, mit den Jahren, erleben wir die ganze Zeit, dass wir wahrnehmen, was geschieht und was dieser Körper, mit dem wir uns identifizieren, tut.

Und da wir glauben: ich bin dieser Körper, das ist meine Hand, die gerade greift, das sind meine Gedanken, die gerade etwas wollen– daher kommt dieses Gefühl: „ich tue”; „ich will”.

Diese Kombination aus einer unfassbar subtilen Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen und der Fähigkeit dieses Intellekts, dieses neurologischen Apparates, dieses Wahrnehmen wahrzunehmen, das produziert das Gefühl: „ich”, „ich tue”, „ich will”.

Und das hat zunächst einmal überhaupt nichts damit zu tun, dass dieses Bewusstsein, diese Wahrnehmungsfähigkeit, irgendeinen Einfluss auf das hat, was geschieht.

Aber mit den Jahren, in denen wir in diesem Körper stecken und alles wahrnehmen, was dieser Körper tut, beginnen wir, uns als dieser Körper zu fühlen, und wir glauben, wir steuern diesen Körper.

Wir steuern, was er tut, und wir steuern, was er will.

Da kommt es also her.

Und zu Beginn des Lebens, und für die meisten Menschen bleibt es ein Leben lang so, hinterfragen wir diese Annahme, dass ich hier entscheide und dass ich hier tue und dass ich dieser Körper bin, niemals. Für die meisten Menschen ist es so selbstverständlich, dass wir das niemals hinterfragen.

Und unsere gesamte Kultur, unsere Geschichten, unsere Rechtsprechung, unser Gesellschaftssystem und die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, basiert auf dieser Annahme: „Ich bin der Handelnde; ich kann entscheiden; ich habe freien Willen.”

Aber dann gibt es gelegentlich Menschen, die wahrnehmen, dass daran etwas nicht stimmen kann, manchmal aus Weisheit und manchmal aus purer Verzweiflung.

Ich komme auf das Beispiel von vorhin zurück: du rauchst.

Du rauchst seit vielen Jahren, und vielleicht magst du es gar nicht mehr.

Eigentlich willst du gar nicht mehr rauchen, aber es ist, als würde dich keiner fragen; das Rauchen geht einfach weiter.

Du weißt, es ist nicht gut für dich, und die Zigaretten schmecken dir längst nicht mehr, und dennoch greifst du jedes Mal wieder zur Zigarette, ganz gleich, wie du dich entschieden hast.

Dann merkst du: „Ich habe hier nichts zu sagen”.

Dir wird an diesem Punkt noch nicht klar, dass es so etwas wie freien Willen gar nicht gibt. Du hältst dich einfach für zu schwach, für verkehrt – und wenn du nur stark genug wärst, wenn dein Wille stark genug wäre, dann, dann hättest du dich selbst im Griff, und das Leben.

Aber je näher du hinschaust, desto klarer wird dir: da kann etwas nicht stimmen.

In der Stille gibt es keinen Willen

Und die Antwort auf diese Frage, ob es einen freien Willen gibt, kann jeder Mensch ganz leicht selbst herausfinden.

Der Weg dazu ist Meditation.

Wenn ich Meditation sage, dann spreche ich nur von einer einzigen Meditation, nämlich der Himalaya-Samarpan-Meditation. Das ist die einzige Meditation, die ich kenne, die zu wirklicher Meditation führt, ganz einfach deswegen, weil man dort nichts will und kein Ziel hat.

Man macht diese Meditation nicht, um etwas zu erreichen, um sich besser zu fühlen oder um erleuchtet zu werden, im Gegenteil.

Das ist die einzige Meditation, bei der du nur eine einzige Sache tust: du bist hier, so wie du bist, und vergisst alle Gedanken daran, anders zu werden. Du vergisst alle Gedanken.

Du ruhst für eine halbe Stunde mit deiner Aufmerksamkeit im Kronenchakra – das ist ganz einfach diese körperliche Stelle hier oben, nichts Esoterisches, der Scheitelpunkt deines Schädels –, und dort ruhst du mit deiner Aufmerksamkeit und gibst deinen Gedanken keinerlei Aufmerksamkeit. Deine Aufmerksamkeit bleibt ganz einfach da oben an dieser Stelle deines Kopfes.

Und immer, wenn du merkst, dass deine Aufmerksamkeit doch wieder zu den Gedanken gewandert ist, kommst du zurück. Du nimmst deine Aufmerksamkeit und führst sie ganz allmählich wieder zurück zum Kronenchakra, dort, wo keine Gedanken sind.

Und wenn du das ein paar Tage oder Wochen oder Monate oder Jahre übst, dann fällt dir etwas ganz Interessantes auf.

Wenn du die Gedanken ignorierst und einfach an dieser Stelle in dir ruhst, wo es still ist, dann gibt es da keinen Willen, keine Richtung, kein Ziel und auch niemanden, der etwas will oder nicht will, und auch niemanden, der etwas tut.

Wenn du die Gedanken ignorierst und an dieser Stelle in dir ruhst, wo es still ist, dann gibt es da keinen Willen, keine Richtung, kein Ziel, und auch niemanden, der etwas will oder nicht will oder der etwas tut. Sobald du die Gedanken ignorierst, bist du immer noch hier. Du bist ganz da – aber alles andere ist nicht mehr: kein Wille. Du bist einfach.

Dann entdeckst du aus eigener innerer Erfahrung, dass all das nur mit den Gedanken zusammenhing, denen du immer Aufmerksamkeit gegeben hast.

Aber sobald du die Gedanken ignorierst, bist du immer noch hier. Du bist ganz da: Du bist – aber alles andere ist nicht mehr: kein Wille, und auch nicht die Frage, ob dieser Wille, den es gar nicht gibt außerhalb der Gedanken, frei wäre. Du bist einfach.

Und dann geschieht etwas weiteres sehr Interessantes.

Du ruhst in deiner Stille, und immer wieder kommen die Gedanken und greifen deine Aufmerksamkeit.

Und immer, wenn es dir auffällt, kannst du zurückkehren in die Stille des Kronenchakras.

Aber du hast keinerlei Kontrolle über die Gedanken.

Du hast keinerlei Kontrolle über die Gedanken und darüber, welcher Gedanke als Nächstes kommt. Die Gedanken machen, was sie wollen, und sie haben mit dir nichts zu tun. Wenn du in dir erlebst, dass die Gedanken mit dir nichts zu tun haben, ist klar: das, was ich als Wille empfinde, hat mit mir nichts zu tun, und frei ist dieser Wille schon gar nicht.

Du hast keinerlei Kontrolle darüber, welcher Gedanke als Nächstes kommt.

Du hast auch keinerlei Kontrolle darüber, wo sie hinführen. Die Gedanken machen, was sie wollen.

Und sie haben mit dir nichts zu tun.

Das entdeckst du, wenn du beginnst zu meditieren.

Und wenn du dann einmal erlebst in dir, dass die Gedanken mit dir nichts zu tun haben und dass du überhaupt keinen Einfluss darauf hast, welche Gedanken kommen und wo sie hinführen, dann ist sonnenklar: diese Gedanken haben mit mir nichts zu tun, und diese Gedanken kontrolliere ich nicht. Dann ist klar: das, was ich als Wille empfinde, hat mit mir nichts zu tun, und frei ist dieser Wille schon gar nicht.

Und wenn du meditierst, wird es völlig irrelevant, was diese Gedanken, was dieser Wille, will: Du bist hier.

Warum die Wahrheit so schwer zu akzeptieren ist

Aber warum ist es so schwer, das zu durchschauen?

Für mich ist es selbstverständlich, seit langer, langer Zeit. Aber warum ist es so schwer, in dieser simplen Wahrheit zu leben? Vielleicht hörst du mir zu, und während du mir zuhörst, nickst du innerlich und denkst: „Ja, das ist so. Ich weiß, das stimmt.”

Aber nachher denkst du wieder: „Das ist verrückt. Das kann nicht sein. So kann ich doch nicht leben. Ich kann doch nicht leben, wenn ich hier nichts zu sagen habe. Wo soll das hinführen?”

Dieses Ich-Gefühl, das, was man Ego nennt, und das nur aus Gedanken besteht, aus flüchtigen, sich ständig ändernden Gedanken, die nichts mit dir zu tun haben, die wollen deine Aufmerksamkeit, und die tun alles dafür, dass du ihnen glaubst; die tun alles dafür, dass du an sie glaubst.

Dieses Ich-Gefühl, das, was man Ego nennt, das nur aus sich ständig ändernden Gedanken besteht, die wollen deine Aufmerksamkeit und tun alles dafür, dass du an sie glaubst. Es ist, als würden sie nur dann bestehen können, wenn du ihnen Energie gibst durch deine Aufmerksamkeit. Und wenn du damit aufhörst, sterben sie allmählich.

Es ist fast, als würden diese Gedanken nur dann bestehen können, wenn du ihnen Energie gibst.

Und wenn du aufhörst, ihnen Energie zu geben durch deine Aufmerksamkeit, dann sterben sie allmählich.

Und das wollen die nicht.

Deswegen denken die Gedanken nie daran, sich selbst keine Aufmerksamkeit mehr zu geben. Deswegen denken die Gedanken nie daran, dass es so etwas wie freien Willen gar nicht geben kann.

Das bringt dir das Leben bei. Diese Wahrheit kommt von außen zu dir; die kann nicht aus den Gedanken entstehen.

Aber irgendwann bist du im Leben an dem Punkt, da bist du reif dafür, und dann kommt diese Erkenntnis.

Und dann triffst du irgendeinen komischen Typen, der von solchen Dingen spricht, oder das Leben zeigt es dir auf andere Arten und Weisen.

Aber das entdeckst du nur, wenn du genau hinschaust: wenn du bereit bist, die Wahrheit zu akzeptieren, dass es einen freien Willen und dieses Ich, das man empfindet, in Wirklichkeit gar nicht gibt.

Wenn du das nicht willst, wirst du dort nicht hinschauen, und alles, was ich sage, ist totaler Käse für dich.

Und das ist okay für mich. Jeder lebt so, wie sein Leben ist. Ich erzähle dir nur von dem, was möglich ist.

Ob du hinschauen und es selbst erforschen möchtest oder nicht, das ist deine Angelegenheit, nicht meine.

Und ich finde das total spannend, denn einerseits können sich die Menschen überhaupt nicht vorstellen, dass es so etwas wie freien Willen nicht geben könnte, und sie wollen es auch überhaupt nicht. Wir Menschen sind davon überzeugt, dass von unserem freien Willen und davon, wie wir uns entscheiden, alles andere abhängt.

Und wir glauben, daran zu zweifeln ist verrückt und schlecht.

Und dann haben die Menschen ein schweres Leben. Sie denken: „Wie soll ich das nur schaffen in diesem Leben?

Wie soll ich es nur schaffen, dass alles gut geht? Wie soll ich es nur schaffen, dass ich ein gutes Leben habe? Wie soll ich es nur schaffen, dieses Leben so zu steuern, dass es so läuft, wie ich es will und wie es gut und richtig ist?”

Und je älter wir werden, je älter du wirst, desto mehr erkennst du: du kannst das gar nicht.

Das geht gar nicht. Im Prinzip sagt dir mit zunehmendem Alter, mit zunehmender Lebenserfahrung, deine eigene Erfahrung, dass du das alles überhaupt nicht kannst; dass das alles, an das du geglaubt hast, gar nicht funktioniert. Und doch hältst du daran fest, an diesem Gefühl: „Ich sollte es können”. Denn es scheint ja für alle anderen zu funktionieren, nur für mich nicht.

Dann fängst du an, zu leiden im Leben und zu leiden an dir und deiner Unfähigkeit, dieses Leben in den Griff zu bekommen und dich in den Griff zu bekommen.

Du hast Angst vor dem Leben, und du mühst dich ab mit dir selbst, und trotzdem bist du nicht bereit, genauer hinzuschauen und einmal herauszufinden, ob die Basis deines Lebensgefühls, ob die Basis deiner Lebenswahrheit, überhaupt stimmt.

Aber dann, irgendwann, kannst du nicht mehr anders.

Dann wirst du von einem Jesus berührt oder von irgendeinem verrückten Video oder von einem Buch, und du hörst die Wahrheit, und du weißt: „Ja, ja, ja, so ist es.” Du weißt es. Du verstehst es nicht, du kannst nicht daran glauben, aber du weißt: das stimmt.

Dann beginnt eine neue Reise

Und dann beginnt eine neue Reise.

Und dann, dann fängst du an zu meditieren. Dann fängst du an zu erforschen, was geschieht in dir, wenn du den Gedanken keine Aufmerksamkeit gibst, sondern einfach hier bist. Zunächst probierst du das in der Meditation aus, in diesem sicheren Raum. Da kann ja nichts schiefgehen. Wenn das alles nicht stimmt, kann da nichts schiefgehen. Es ist ja nur eine halbe Stunde Meditation. Aber ganz allmählich geschieht dir immer mehr von diesem Loslassen.

Aber allmählich geschieht dir immer mehr Loslassen. Dein Leben wird einfacher, anstatt zusammenzubrechen. Wir glauben: Wenn ich hier nicht die Kontrolle habe und mich anstrenge, das Richtige zu wollen und stark zu sein, geht mein Leben den Bach runter. Dass das Gegenteil wahr ist, entdecken wir erst, wenn uns, gegen unseren Willen, diese Art von Hingabe geschieht.

Du entdeckst immer mehr, wie dein ganzes Leben einfacher wird, anstatt zusammenzubrechen.

Wir glauben: Wenn ich hier nicht die Kontrolle habe, wenn ich mich nicht wirklich anstrenge, das Richtige zu wollen und stark zu sein, dann geht mein Leben den Bach runter; dann gehe ich in die falsche Richtung.

Und dass das Gegenteil wahr ist, das entdecken wir erst, wenn uns, gegen unseren Willen, gegen das, was wir für richtig halten, diese Art von Hingabe geschieht.

Und am Anfang, wenn du an diesem Punkt im Leben bist, wo du merkst: „ich kann das alles nicht”, wo du merkst, du hast dich selbst nicht im Griff und das Leben auch nicht, dann fühlst du dich erst einmal richtig, richtig schlecht. Das ist das, was man Midlife-Crisis nennt – eigentlich eine sehr gesunde Zeit im Leben. Das ist der Anfang der Heilung.

Und dann fängst du an zu meditieren, und du fängst an, genauer hinzuschauen. Aber zunächst einmal wird überhaupt nichts einfacher.

Es ist fast so, als hättest du jetzt doppelt so viele Probleme wie vorher. Nicht nur, dass du dein Leben nicht im Griff hast und dich selbst auch nicht, auch das mit dem Meditieren hast du nicht im Griff, und das mit dem Gedanken ignorieren, das kannst du auch nicht richtig.

Eigentlich wird alles schlimmer, so fühlt es sich an. Aber weißt du, das ist ganz einfach. Ich habe ein Beispiel...

Nimm das Treppensteigen. Wenn du die Treppe bei dir im Haus herunterläufst, ist das für dich gar kein Problem. Du kannst laufen. Dieser Körper weiß, wie man läuft, und dieser Körper weiß auch, wie man Treppen hinauf- und hinuntersteigt. Du denkst darüber nicht nach. Jeden Morgen, wenn du zur Arbeit gehst, gehst du die Treppen hinunter.

Aber dann probiere einmal Folgendes: Wenn du das nächste Mal die Treppen heruntersteigst, beobachte dich ganz genau dabei, wie du das tust. Stelle dir die Frage: „Wie geht das überhaupt, Treppensteigen?”

Und dann wirst du feststellen, dass du fast die Treppe herunterfällst. Plötzlich kannst du nicht mehr Treppen steigen. Du stolperst mitten auf der Treppe.

Deine Aufmerksamkeit geht dorthin und damit deine Gedanken, und du fragst dich: Wie geht das überhaupt? Und schon kannst du es nicht mehr.

Aber dann übst du immer weiter, und irgendwann kannst du das, ohne mit deinem Bewusstsein hinzuschauen und ohne dass du dir Gedanken darüber machst, und dann geht das Treppensteigen wie von selbst. Und du stolperst nie.

Und so ist es mit dem Entdecken der Wahrheit, mit dem Entdecken deiner wahren Identität, mit der Wahrheit über die Gedanken, auch.

Am Anfang, wenn du zum ersten Mal hinschaust, stolperst du nur, und das ist auch kein Wunder, das ist ganz normal. Denn alles, was du da jetzt wahrnimmst in diesem neuen Bereich deines Lebens, in diesem Innen, löst wieder Gedanken aus, genau wie beim Treppensteigen. Plötzlich überlegst du: „Moment mal, wie geht das überhaupt?” Und dann stolperst du.

Meditieren geht ganz leicht. Ohne Gedanken leben geht ganz leicht.

Im Grunde kann man nur so leben. Aber wenn du es zum ersten Mal probierst, denkst du darüber nach: „Wie soll das jetzt gehen? Wie soll ich meine Gedanken ignorieren?” – fragen die Gedanken. „Wie soll das gehen, ohne Gedanken zu leben?”

Und das kann natürlich nur schiefgehen.

Eine neue Gewohnheit

Da stolpert man die ganze Zeit. Aber es geht am Anfang nicht anders – und es ist alles kein Problem.

Du bleibst einfach dran und schaust immer weiter in diese Richtung nach innen, in diese stille Richtung. Du schaust immer weiter dorthin, wo keine Gedanken sind, und nichts, was du kennst, und nichts, was du begreifen kannst.

Und ganz allmählich wird das natürlich und normal, genau wie das ganz allmählich Treppensteigen völlig problemlos wird.

Es ist nur eine Frage der Gewohnheit.

Bisher hattest du die Gewohnheit, in Gedanken zu leben, so wie alle anderen um dich herum auch; so wie die ganze Welt, seit Generationen und Generationen.

Und jetzt lernst du eine neue Gewohnheit kennen, eine, die viel einfacher ist. Aber man muss sich daran gewöhnen: das ist alles.

Es gibt einen wunderbaren Zen-Spruch, den ich sehr mag, von diesem Zen-Meister, der von seinen Schülern gefragt wurde, wie das denn für ihn im Leben war, wie sein Leben aussah, bevor er erleuchtet wurde. Und er sagte: „Ja, ich bin jeden Tag zum Brunnen gegangen und habe Wasser geholt und habe Holz gehackt. Das war mein Leben, das war meine Arbeit.” Und dann fragten sie ihn: „Und wie ist es jetzt? Wie ist dein Leben jetzt?” „Ja, ich gehe immer noch ständig zum Brunnen und hole Wasser, und ich hacke immer noch Holz. Das ist mein Leben, das ist meine Arbeit.”

Aber das Dazwischen, davon spricht er nicht.

Du lebst ein unbewusstes Leben. Du glaubst, du bist deine Gedanken. Du glaubst, du bist dieser Körper. Du weißt aber nichts davon, und alles ist einfach und normal.

Du hackst Holz und holst Wasser vom Brunnen, ein ganz normales Leben.

Und dann kommen die Zweifel an diesem Leben, und dann entdeckst du etwas Neues, und diese Zeit ist mühsam und anstrengend und scheinbar gefährlich.

Und irgendwann wird das Neue vollkommen normal. Genauso normal, wie das alte, unbewusste Leben für dich normal war, wird das Leben ohne Gedanken, ohne Ich, völlig normal.

Du denkst überhaupt nicht mehr darüber nach. Du weißt überhaupt nichts mehr davon. Alles ist anders geworden. Du bist ein anderer Mensch geworden, und doch hat sich nichts geändert. Dein Leben läuft weiter wie bisher, aber in dir ist alles anders, aber es ist wieder normal.

Andere Menschen um dich herum können das wahrnehmen. Für die bist du plötzlich ein Segen und ganz anders, als wärst du von einem anderen Planeten. Aber für dich ist alles wie immer, nur unendlich viel leichter, ohne Kampf, ohne Reibung mit dem Leben, ohne Konflikt. Aber selbst das weißt du nicht mehr, weil es so normal geworden ist.

Dann lebst du ohne Gedanken. Und das heißt ganz praktisch: Da sind keine Wünsche, da ist keine Meinung über irgendetwas.

Dann lebst du ohne Gedanken. Da sind keine Wünsche, keine Meinung über irgendetwas. Du lebst einfach mit dem Leben mit. Du bist Bewusstsein, das alles wahrnimmt und sich an allem erfreut und doch nichts mit all dem zu tun hat. Die Identifikation mit dem Körper und den Gedanken ist weg. Und dann ist alles einfach.

Du lebst einfach mit dem Leben mit.

Du bist Bewusstsein, das alles wahrnimmt und sich an allem erfreut und das doch nichts mit all dem zu tun hat.

Die Identifikation ist weg. Die Identifikation mit dem Körper ist weg. Die Identifikation mit den Gedanken ist weg.

Und dann ist alles einfach.

Und andere Menschen, wenn sie so etwas hören, denken: „Wie kann man so nur leben? Was für ein armseliges Leben!”

Und du schaust die Menschen an, die ihren Wünschen hinterherrennen und sich im Leben abmühen, das Leben versuchen zu kontrollieren, und du denkst: „Mein Gott, wie konnte ich früher nur so leben? Wie war mir das nur möglich? Unmöglich! Schrecklich!” Und du bist einfach hier und glücklich, als gäbe es zwei Welten, die keinen Berührungspunkt haben.

Du weißt nichts von meiner Welt, und ich weiß nichts mehr von deiner Welt – so fühlt es sich manchmal an. Es gibt aber einen einzigen Berührungspunkt, und der ist hier [im Kronenchakra}.

Wenn du dorthin gehst mit deiner Aufmerksamkeit und dort lebst, geschieht alles andere von selbst.

Wenn die Zeit reif ist, geschieht alles von selbst

Und das ist jetzt die Frage, die gerade die Menschen haben, die an diesen Punkt im Leben kommen, wo sie merken: Da gibt es noch etwas anderes.

Die fragen dann: „Ja, wenn ich keinen freien Willen habe, wenn dieses Leben und das, was hier geschieht, im Grunde gefühlt vorherbestimmt ist, dann kann ich ja auch nicht entscheiden, dass ich meditiere, und ich kann auch nicht entscheiden, dass ich mit meiner Aufmerksamkeit nicht mehr zu den Gedanken gehe, sondern zum Kronenchakra. Dann kann ich auch nicht entscheiden, dass ich nach innen schauen möchte und nicht mehr nach außen.”

Ja, das stimmt.

Das brauchst du nicht zu entscheiden, das kannst du nicht entscheiden. Und doch bist du hier, und doch hörst du zu, und doch werden einige der Menschen, die heute zum ersten Mal zuhören, morgen mit der Meditation anfangen, obwohl du nichts entscheiden kannst. So ist das Leben. Das Leben führt dich nach Hause, und alles, was dazu notwendig ist, wird geschehen in deinem Leben.

Es gibt einen Guru, mit dem ich eins bin, so fühlt es sich für mich an. Auf ganz magische Art und Weise liebe ich diesen Guru.

Es ist einfach unglaublich für mich. Und dieser Guru, der sagte einmal, als er gefragt wurde, wie das mit dem Loslassen funktioniert, mit dem Loslassen dieser Identifikation mit dem Körper, mit dem Loslassen der Gedanken... Er sagte: „Ach, mach dir keine Gedanken.

Wenn die Zeit reif ist, dann geschieht Loslassen.”

Und so ist das Leben.

Wenn die Zeit reif für etwas ist, wird es geschehen in deinem Leben und in dir. Und bis dahin sei du selbst, sei wie du bist. Mache dir überhaupt keine Gedanken darüber, wie du bist und warum das so ist.

Entspanne mit dir selbst, liebe dich, wie du bist, sage Ja zu dir selbst und zu deinem Leben.

Das macht am meisten Spaß.

Und alles, was notwendig ist für dich, um näher zu dir selbst zu kommen, um mehr nach innen zu kommen, um Gott in dir zu entdecken, das wird alles geschehen, wenn die Zeit reif ist.

Mehr brauchst du nicht zu wissen.

Das ist der Grund, warum ich dir immer wieder sage: „Es ist einfach.

Es gibt keinen Grund, sich abzumühen.” Deswegen sagte Jesus: „Was sorgt ihr euch?”

Deswegen sagte Jesus: „Was sorgt ihr euch?” Alles wird geschehen, wenn die Zeit reif ist für dich in deinem Leben. Das ist die frohe Botschaft: Das Leben trägt dich, ob du davon weißt oder nicht. Dann ist es deine Entscheidung: Machst du es dir schwer, oder machst du es dir leicht?

Alles wird geschehen, wenn die Zeit reif ist für dich in deinem Leben.

Das ist die frohe Botschaft.

Das Leben trägt dich, ob du davon weißt oder nicht.

Dann ist es deine Entscheidung: Machst du es dir schwer, oder machst du es dir leicht?

Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht

Wenn du noch nicht genug hast von dem, was ich hier erzähle, dann lade ich dich ein, meine anderen Videos anzuschauen, die es gibt. Ich mache regelmäßig Videos, seit einigen Jahren, und auf meiner Website oder auf meinem YouTube-Kanal findest du davon jede Menge. Wenn du keine Videos verpassen möchtest und auch keine Online-Satsangs, die ich zweimal im Monat gebe, dann lade ich dich dazu ein, meinen kostenlosen Newsletter zu abonnieren – das geht auch auf meiner Website –, und dann verpasst du nichts Neues, was es in meinem kleinen Universum gibt.

Und wenn dir danach ist, das, was ich hier tue, zu unterstützen, dann freue ich mich sehr, und dann lade ich dich dazu ein, auf meiner Website nachzuschauen, auf der Spende-Seite: Da steht, wie du das machen kannst. Alles, was ich hier mache, ist kostenlos; alles, was ich hier mache, funktioniert einfach auf Spendenbasis, denn das, was ich dir hier erzähle, gehört mir nicht.

Ich erinnere dich nur an das, was du längst hast. Und dass ich das tue, ist ein Segen für mich.

Ich tue nicht dir einen Gefallen. Ich tue hier nichts für dich. Ich tue etwas für mich, weil es für mich nichts Schöneres gibt, als hier zu sitzen und dich daran zu erinnern.

Deswegen kann ich dafür kein Geld verlangen. Das wäre völlig absurd. Aber aus ganz praktischen Gründen bin ich sehr dankbar, wenn es Menschen gibt, die das, was ich hier tue, unterstützen, denn all meine Energie und Zeit geht in diese Richtung.

Besonders hilfreich für mich ist es, wenn es Menschen gibt, die bei Steady eine Mitgliedschaft abschließen für mich.

Da gibt es dann mehrere Möglichkeiten, mehrere Beträge, da kannst du wählen, und dann bekomme ich jeden Monat einen kleinen Betrag oder einen mittelgroßen oder großen Betrag von dir. Und das hilft mir sehr: Dann weiß ich, wie viel Zeit und Energie ich aufwenden kann für diese wundervolle Arbeit, die für mich gar keine Arbeit ist. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, und ganz gleich, wie du mich unterstützen magst, ich freue mich, und es ist ein Segen für mich. Aber es ist mir wichtig, dass du weißt, dass alles umsonst ist für dich.

Ich erwarte nichts von dir. Ich erwarte weder, dass du mich unterstützt, noch dass du das, was ich hier erzähle, glaubst. Das ist alles deine Angelegenheit.

Sei dir treu, so wie ich mir treu bin. Dann geht alles seinen rechten Gang.

Danke, dass du da bist. Danke.

Ich liebe dich.