Nicht-Dualität-Tage 2025: Live-Satsang vom 4. Oktober 2025, 9:30 Uhr
Deutsch mit deutschen Untertiteln.
Themen: Die Herausforderung, sich selbst treu zu sein. Wir brauchen das Leben nicht verstehen. Das Wunder der Samarpan-Meditation. Der Tempel der Seele. Unsere Energie ist ansteckend. Wie das Leben dich führt. Yoga, Meditation, und der Weg zu Gott. Verkehrt sein – die Abkürzung in den Himmel.
Über dieses Video:
Dies ist die erste Aufzeichnung eines Live-Satsangs, die ich auf meiner Website veröffentliche. Sie entstand im Rahmen der Nicht-Dualität-Tage von Jetzt-TV im Oktober 2025.
Ich hatte zwar schon im Jahr davor Gelegenheit für einige Live-Satsangs, doch dies ist der erste, bei dem ich mein eigenes Aufnahme-Equipment verwende, welches ich für meinen allerersten Retreat im Frühjahr 2025 angeschafft hatte, und ich bin mit der Bild- und Tonqualität sehr zufrieden.
Insgesamt gab es bei diesem Event fünf öffentliche Satsangs von mir, und so werden weitere Veröffentlichungen in nächster Zeit folgen.
Dieser Satsang begann mit den „Basics”: ich erzähle von der Samarpan-Meditation und davon, dass es im Satsang nicht darum geht, mich oder sonst wen nachzuahmen, sondern vielmehr darum, zu lernen, sich selbst treu zu sein.
Und dann wurde es auch schon sehr persönlich. Ich berichte davon, wie ich zu meinem Meister Soham fand, wie die Samarpan-Meditation in mein Leben kam, und von eben dieser großen Herausforderung: sich selbst treu zu sein – obwohl man bei einem Meister ist.
Im weiteren Verlauf geht es um den Unterschied zwischen Yog – dem Weg zu Gott – und Yoga, - um die Frage, ob Meditation wirklich notwendig ist, und um ganz praktische Aspekte des Lebens.
Und noch ein Thema kam auf: der Unterschied zwischen Videos und Online-Satsangs einerseits und Live-Satsangs andererseits. Es ist einfach etwas ganz anderes, mit Menschen gemeinsam in einem Raum zu sitzen. Diese Energie ist unvergleichlich, und ich erlebe mich selbst in Live-Satsang ganz anders als vor der Kamera.
Diese besondere Energie des Live-Satsangs habe ich bereits in Retreat so sehr genossen, aber die Aufzeichnungen der Retreat-Satsangs sind nicht öffentlich zugänglich, sondern nur für die Teilnehmer. Daher freue ich mich sehr, dass nun mit dieser und weiterer Aufzeichnungen der öffentlichen Satsangs diese besondere Atmosphäre spürbar wird.
Auch heuer werde ich – diesmal Anfang September – bei den Nicht- Dualität-Tagen Satsangs geben dürfen, und ich freue mich sehr darauf. Aber zum Glück muss ich nicht so lange warten: Ende Juni findet der einwöchige Sommerretreat im Allgäu mit 14 Satsangs statt. Ich habe so ein Glück...
Links zu den Themen in dieser Aufzeichnung:
(weiter unten gibt es die vollständige Abschrift).
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Die Herausforderung, sich selbst treu zu sein
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Wir brauchen das Leben nicht verstehen
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Das Wunder der Samarpan-Meditation
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Der Tempel der Seele
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Unsere Energie ist ansteckend
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Wie das Leben dich führt
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Yoga, Meditation, und der Weg zu Gott
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Verkehrt sein – die Abkürzung in den Himmel
Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:
[Dhyan Mikael:] Guten Morgen, willkommen zum Satsang.
Ich möchte damit anfangen, dass ich ein paar Worte über die Samarpan-Meditation sage. Das ist die Meditation, über die ich eigentlich immer dann spreche, wenn mir Leute Fragen stellen und ich dann irgendwann sage, was hilfreich ist. Und irgendwie rede ich dann immer über diese Meditation. Und was ich sagen möchte, ist, dass die Meditation mit mir nichts zu tun hat. Ich rede zwar die ganze Zeit davon, aber ich habe sie nicht erfunden.
Sie ist nicht mein Geschenk. Ich bin ein Mensch wie du, ein ganz normaler Mensch, und ich erzähle einfach davon, was mir in meinem Leben dabei geholfen hat, den Weg zu gehen, den man allgemein für unmöglich hält, hier auf dieser Welt, aber der nichtsdestotrotz jedem möglich ist. Und das Geheimnis dafür ist halt, für mich, die Samarpan-Meditation. Das heißt, ich gebe das einfach weiter. Die Samarpan-Meditation ist kostenlos, jeder kann sie machen, und...
Ja... Es ist mir einfach wichtig, dass dieser Unterschied klar ist, dass Dhyan Mikael mit der Meditation nichts zu tun hat, sondern sie einfach schätzt und jeden Tag macht. Heute Abend und auch morgen Abend gibt es die Gelegenheit, falls ihr Lust dazu habt, gemeinsam hier oben die Samarpan-Meditation zu meditieren, jeweils um 19 Uhr. Und heute Abend gibt es auch die Gelegenheit, eine Einführung mitzumachen.
Samarpan-Meditation Deutschland wird für uns heute Abend und morgen Abend die Meditation online streamen, direkt hierher, für uns, ganz exklusiv, mit Swamijis Segen, und heute Abend wird die Binytha dann auch online für uns eine kurze Einführung geben für diejenigen von euch, die die Meditation noch nicht kennen, aber gerne kennenlernen möchten.
Die Herausforderung, sich selbst treu zu sein
Link zum Thema im Video bei 4m27s
Ja, und das Zweite, was ich sagen möchte, ist etwas, was vielleicht zu dem, was ich gerade gesagt habe, überhaupt nicht passt, und deswegen möchte ich es auch sagen...
Denn das, was ich eigentlich immer erzähle, in jedem Satsang, in jeder Antwort, ist, dass das Einzige, was notwendig ist für dich, um Gott in dir zu finden – oder den Himmel oder wie auch immer man das nennen will, ist ja alles das Gleiche – das ist, dass du dir selbst treu bist; dass du lernst, empfindsam zu werden, was dich bewegt; für die Energien, die da sind; für das, wo du hingetragen wirst von deinem Leben, von deiner Seele, und dem folgst.
Und das ist gar nicht so einfach, das zusammenzubekommen.
Die Samarpan-Meditation, die mittlerweile auch Himalaya-Meditation genannt wird und deswegen meistens jetzt Himalaya-Samarpan-Meditation, die heißt so, weil das Wort „Samarpan” Hingabe bedeutet. Und die Hingabe heißt, das Loslassen von allem, was ich will: all meine Wünsche, alles, was ich im Kopf habe, all die Pläne – das loslassen; all das, was ich denke; was ich für wichtig halte.
Und dann gibt es bei der Samarpan-Meditation auch noch diesen Guru Swamiji. Mit dem muss man nichts zu tun haben, wenn man meditiert, aber das ist der Guru, der die Meditation gebracht hat, und deswegen fühlen sich dann viele Menschen zu ihm hingezogen, genau wie ich. Ich bin ein Schüler von Swamiji.
Und dann wird es doppelt schwer, sich selbst treu zu sein. Oder du bist im Satsang, und dann hörst du jemanden sprechen, jemanden wie mich, und dann denkst du: „Der weiß Bescheid! Jetzt mache ich das, was der sagt.” Aber das hilft nicht. Das Einzige, was hilft, ist, dass du das tust, wovon ich spreche und was ich die ganze Zeit mache, und das ist, dir selbst treu zu sein.
Oder du bist im Satsang, und dann hörst du jemanden sprechen, jemanden wie mich, und denkst: „Der weiß Bescheid! Jetzt mache ich das, was der sagt.” Aber das hilft nicht. Das Einzige, was hilft, ist, dass du das tust, wovon ich spreche und was ich die ganze Zeit mache, und das ist, dir selbst treu zu sein.
Link zum Zitat im Video bei 6m27s
Und das ist eine ganz interessante Herausforderung: zu meditieren, zu lernen, nicht auf die eigenen Gedanken zu hören, zu lernen, nichts zu wissen, sondern das Leben machen zu lassen – und: sich selbst treu sein. Man weiß gar nicht, was das sein soll. Man weiß gar nicht... „Was jetzt?
Soll ich das machen, was ich will, oder soll ich das machen, was du sagst?” Dazwischen gibt es normalerweise für uns nichts. Doch... da gibt es etwas. Und das zu entdecken – das, was dich leitet, nur dich, was nur du hören kannst, etwas, von dem nur du weißt –, das ist die Aufgabe. Und dabei hilft dir die Meditation...
Das ist die Herausforderung: lernen, nicht auf die eigenen Gedanken zu hören, sondern das Leben machen zu lassen – und: sich selbst treu sein. Man denkt: „Was jetzt? Soll ich machen, was ich will, oder was du sagst?” Dazwischen gibt es für uns nichts. Doch... da gibt es etwas. Und das zu entdecken – das, was dich leitet, nur dich –, das ist die Aufgabe.
Link zum Zitat im Video bei 7m01s
nicht direkt. Das ist nicht so, dass man sich morgens hinsetzt und eine halbe Stunde meditiert, und in der Meditation bekommst du dann Eingebungen oder hörst Stimmen... Das ist nicht so. Nein, im Gegenteil: du vergisst einfach alles. Das ist ein langsamer Prozess, und wenn man jeden Tag meditiert, dann wird man empfindsam – man weiß gar nicht, wofür. Man wird immer empfindsamer, und dann lernt man sich selbst kennen, ganz allmählich. Da braucht man ein bisschen Geduld. Und dann, dann wird es schwierig. Dann lernt man sich selbst kennen, und dann fängt man an, sich selbst treu sein zu müssen.
Man fängt an, sich selbst zu spüren, und dann kann man nicht mehr anders. Dann sagt der Partner irgendetwas, „komm, wir fahren da heute hin, da freue ich mich darauf” oder er will mit dir ins Bett, und du sagst, „Nein, ich fühle mich überhaupt nicht danach, tut mir leid.” Dann wird es richtig interessant. Davor macht man halt überall mit. Dann lernt man sich selbst kennen; dann muss man sich selbst treu sein – egal, was Mikael sagt, egal, was ein Meister sagt. Ich habe seit 25 Jahren einen spirituellen Meister, Sohamji.
Mit ihm habe ich 20 Jahre lang gelebt, weil ich mit ihm unterwegs war. Er gab Satsangs, er gibt immer noch Satsangs, aber jetzt nur noch zu Hause, aber er reiste durch die Lande, und ich war in seinem Team. Da bin ich vor 25 Jahren gelandet, wie, weiß ich nicht. Und da habe ich das erlebt. Ich war ihm vom ersten Tag an... Ich begegnete ihm und ich wusste: „Hier ist mein Platz, hier bleibe ich”. Ich habe alles andere vergessen und bin einfach dageblieben und bin mitgereist, von einem Tag auf den anderen.
Ich war ihm völlig hingegeben, nicht, weil ich das beschlossen hatte, sondern es geschah einfach. >Und dann musste ich lernen, mir selbst treu zu sein, neben dem Meister, der dann alle möglichen Sachen sagte, die ich blöd fand. Und dann den Meister zu lieben und sich selbst treu zu sein, das ist ein Feuer, das zerreißt einen – aber nicht wirklich. Es ist einfach eine gute Herausforderung, die einen immer noch reiner, noch immer zentrierter macht. Das klingt wie ein Paradox. Für die Gedanken klingt es wie ein Paradox, aber so ist es.
Und dann musste ich lernen, mir selbst treu zu sein, neben dem Meister, der Sachen sagte, die ich blöd fand. Und dann den Meister zu lieben und sich selbst treu zu sein, das ist ein Feuer, das zerreißt einen – aber nicht wirklich. Es ist einfach eine Herausforderung, die einen immer noch reiner, noch immer zentrierter macht.
Link zum Zitat im Video bei 10m05s
Ja, hier im Satsang, wenn ihr möchtet, könnt ihr gerne Fragen stellen. Eigentlich habe ich nichts zu sagen, auch wenn ich die ganze Zeit rede. Aber eigentlich bin ich hier, um eure Fragen zu beantworten, falls du eine Frage zu deinem Leben hast, zu deinem Weg, oder wenn dich irgendetwas plagt, was du vielleicht für Satsang unwürdig hältst, aber nichtsdestotrotz dich plagt, wegen Beruf oder Beziehung oder dem Leben halt, dann kannst du hier gern die Frage stellen.
Gib einfach ein Zeichen, die Simone gibt dir dann ein Mikro, und dann werde ich versuchen, etwas dazu zu sagen. Und wenn du dich nicht traust zu sprechen: wir haben da kleine Zettel, da kannst du deine Frage darauf schreiben, dann liest die Simone die vor, und dann kannst du dich verstecken und ich rede trotzdem darüber.
Denn wenn du keine Frage hast, dann rede ich womöglich immer weiter, und das wollen wir ja nicht...
Ja, ich rede einfach weiter. Bis jemand eine Frage hat, rede ich einfach weiter. Das das ist gefährlich an diesem Platz. Wenn man hier sitzt, dann redet man halt, auch wenn man sonst den Mund nicht aufkriegt. Aber hier geht es.
Wir brauchen das Leben nicht verstehen
Link zum Thema im Video bei 12m36s
Ja, bitte... eine Sekunde, du bekommst ein Mikrofon, sonst ist deine Frage nicht auf der Aufzeichnung darauf, und das wäre ein Jammer.
[Fragende:] Okay, hallo.
[Dhyan Mikael:] Hallo.
[Fragende:] Hast du mit dem „Kurs in Wundern” auch etwas zu tun? Ich höre manchmal etwas heraus, aber du hast den Kurs noch nie erwähnt.
[Dhyan Mikael:] Mit dem „Kurs in Wundern” habe ich nichts zu tun. Ich habe von dem Kurs vor vielen Jahren gehört, hatte aber selbst nie das Bedürfnis, mich dem zuzuwenden. Aber ich sagte ja eben: das Geheimnis dieses Lebens besteht darin, dass du dir treu bist. Und das heißt: man folgt der eigenen Energie. Das ist eine völlig unspirituelle Sache. Du folgst dem, wo es dich hinzieht. Du interessierst dich für irgendetwas.
Du siehst irgendwo ein Flyer oder eine Anzeige oder sonst etwas, und dann denkst du: „Ah, das interessiert mich. Klingt zwar total ab abgehoben oder abgefahren oder komisch, aber da will ich hin.” Und dann machst du das. Das hat mit mir nichts zu tun. Ich mache das, wofür ich Offenheit spüre. Und dann gehen wir beide den gleichen Weg, aber du auf deine Weise und ich auf meine Weise. Das ist das Schöne an der ganzen Sache. Aber zu dem Kurs in Wundern selber kann ich nichts sagen.
[Fragende:] Okay, danke schön.
[Dhyan Mikael:] Es ist auch oft so, dass man für irgendetwas Offenheit hat, und dann macht man das eine Weile und es berührt einen und es bereichert einen und es öffnet einen, und dann kommt man an einen Punkt, wo man merkt: „ja, aber jetzt interessiert es mich nicht mehr”. Und dann hörst du halt auf, und dann kommt etwas Neues. Dann denkt man natürlich: „Ja, das war dann doch nicht das Richtige”, aber das stimmt nicht. Alles, was einen berührt, beschenkt einen auf irgendeine Art und Weise.
[Fragende:] Das eine führt zum anderen.
[Dhyan Mikael:] Ja. Und man braucht es auch gar nicht verstehen.
Das erste Mal berührt von dieser anderen Welt wurde ich vor... Da war ein paar Jahre, bevor ich zu Soham kam.
Ich hatte ein ganz normales Leben, ich war verheiratet. Ich lebte in Vereinigten Staaten damals. Ich hatte ein richtig konservatives Leben, ich war ständig im Flieger, weil ich so einen wichtigen Job hatte, für den ich völlig unterqualifiziert war, aber ich hatte ihn trotzdem...
Und dann schenkte mir jemand ein spirituelles Buch, und ich wusste: das ist für mich. Mein gesamtes Leben hat sich dann geändert, von selbst, in den Jahren danach.
Wir brauchen das Leben nicht verstehen. Wir folgen einfach dem, was uns jetzt gerade berührt, und die Navigation, die übernimmt Gott. Das geht ganz automatisch; bei jedem. Und wir werden durch die unmöglichsten Sachen navigiert: durch irgendetwas, was man toll findet, wie zum Beispiel ein spirituelles Buch oder einen Kurs oder einen Lehrer, oder indem man sich verliebt, oder indem man eine neue Arbeit findet, die man möchte, oder indem man gefeuert wird. Auch das ist das Leben, das einen in eine neue Richtung schubst. Gott verkleidet sich auf viele Art und Weisen.
Wir brauchen das Leben nicht verstehen. Wir folgen einfach dem, was uns berührt, und die Navigation übernimmt Gott: durch das, was man toll findet, oder indem man sich verliebt oder eine neue Arbeit findet oder gefeuert wird. Auch das ist das Leben, das einen in eine neue Richtung schubst. Gott verkleidet sich auf viele Art und Weisen.
Link zum Zitat im Video bei 15m43s
Das Wunder der Samarpan-Meditation
Link zum Thema im Video bei 16m31s
Wolltest du etwas sagen?
Ja, da ist das Mikro... Moment. Bitte...
[Fragender:] Ja, ich kenne dich erst seit zwei Wochen, aber das hat halt bei mir auch voll einschlagen.
[Dhyan Mikael:] Oh wow.
[Fragender:] Ich mache seit 3 Jahren den „Kurs in Wundern”, und, ja, da geht es ja auch um Hingabe, es wird also im Prinzip dasselbe gelehrt.
[Dhyan Mikael:] Genau. Und es gibt so viele verschiedene Arten, darüber zu sprechen. Und eigentlich geht es immer ums Gleiche, aber jeder findet das Medium oder das Buch oder die Art und Weise, die man selbst hören kann.
[Fragender:] Ja, und das ist halt so einfach und wundervoll, auch mit der Meditation, dass ich sie jetzt auch praktiziere, und das tut mir auch richtig gut....
[Dhyan Mikael:] Oh, wow.
[Fragender:] ...schon seit einer Woche.
[Dhyan Mikael:] Was für ein Segen.
[Fragender:] Danke.
[Dhyan Mikael:] Ich freu mich, dass du da bist.
Ja, und das ist halt das Schöne an diesem spirituellen Weg, dass es in Wirklichkeit ganz einfach ist. Man braucht gar nichts verstehen, man braucht auch eigentlich gar nichts lesen – man tut es trotzdem, weil man halt neugierig ist – aber... Man muss einfach zu sich finden, und das ist keine intellektuelle Angelegenheit. Das ist nichts, wo man Fakten lernen müsste. Und das passiert automatisch durch die Meditation. Und das ist für mich das Wunder.
Ich habe die Meditation vor acht Jahren kennengelernt – jetzt ziemlich genau vor acht Jahren, jetzt im Oktober –, und zu dem Zeitpunkt, als die Meditation in meinem Leben trat, war ich bereits 17 Jahre bei meinem spirituellen Meister Soham. Der hatte mir das alles beigebracht: sich selbst treu sein, Hingabe. Also... er hat es nicht mir nicht beigebracht: es ist einfach passiert, bei ihm.
Und ich bin glücklich geworden. Ich bin mir selbst nahegekommen. Ich habe alles gelernt, was ich dachte, was man hier lernen könnte auf dieser Welt. Und ich dachte eigentlich, das war's, und ich bleibe jetzt einfach hier für den Rest meines Lebens.
Aber nach 17 Jahren, kurz bevor die Samarpan-Meditation in meinem Leben kam – das ist kein Zufall; das gehört zusammen, was ich jetzt erzähle – da habe ich gemerkt, dass es das noch nicht gewesen sein kann. Ich hatte das Gefühl: da ist noch etwas, von dem ich nichts weiß und das mir meinen Meister nicht geben kann.
Und ich fühlte mich richtig verkehrt, denn ich liebte meinen Meister, und ich war glücklich geworden mit ihm. Und trotzdem hatte ich dieses Gefühl. Ich war nicht auf der Suche, aber ich dachte: da ist noch etwas...
Und ich wusste überhaupt nicht, was das sein könnte. Aber das war die Bugwelle der Meditation, die auf mich zukam, von der ich natürlich noch nichts wusste, aber... Und dann sprach ich mit meinem Meister darüber, mit Soham, und er sagte mir: „Mikael, mir geht es genauso. Irgendetwas ist...” Ihm ging's genau wie mir, und er hatte es auch nicht verstanden. Ein paar Wochen später kam die Meditation zu uns.
Und ich war 17 Jahre auf diesem Weg, und ich hatte alles. Ich war vollkommen zufrieden mit mir. Ich hatte keine Wünsche mehr. Ich hatte keine Probleme mehr. Aber dann kam die Meditation – und das hat für mich alles geändert, weil das das Praktische ist, was einen dorthin hinführt, wo man selbst nicht hingehen kann. Und das kann man keinem erklären.
Man sitzt einfach da, eine halbe Stunde jeden Morgen, vergisst alles, ruht im Kronenchakra, tut gar nichts, kümmert sich nichts, macht sich auch keine Gedanken darüber, wie gut man meditiert. Man macht es einfach jeden Tag, fühlt sich meistens verkehrt dabei, weil man denkt, aber das ist alles egal, und mit den Monaten und Jahren verändert sich alles.
Der Tempel der Seele
Link zum Thema im Video bei 21m07s
Das ist das, was Jesus „Gott, an erster Stelle setzen” nennt. Jesus wurde gefragt: „Wie geht das? Wie kommt man denn dahin, in dieses Himmelreich?” Und Jesus sagte: „Das geht ganz einfach.” „Setze dich an die Pforte des Tempels”, hat er gesagt. „Setze Gott an erste Stelle. Setz dich an die Pforte des Tempels”. Dann sind die Leute losgerannt zum Tempel und haben sich an die Pforte gesetzt.
Aber Jesus hat nie über die Welt gesprochen. Wahrscheinlich hat er sich ans Hirn gelangt: „Was machen die da? Mein Gott...” Er hat immer vom Inneren gesprochen. Die Pforte des Tempels ist in uns. Er konnte das damals so nicht sagen, weil es die Worte noch nicht gab. Wenn Jesus damals gesagt hätte, „wende dich nach innen”, dann hätten die Leute ihn angeguckt und hätten überhaupt nicht gewusst, wovon er spricht.
Das [Kronenchakra] ist die Pforte des Tempels. Der Tempel ist dieser Körper. Dieser Körper ist der Tempel der Seele. Gott lebt im Tempel – aber nicht in einem Bauwerk. Gott lebt im Haus der Seele: das ist dein Körper – nicht mein Körper: dein Körper.
Jesus wurde gefragt: „Wie kommt man denn in dieses Himmelreich?” Er sagte: „Setze dich an die Pforte des Tempels”, und die Leute sind losgerannt zum Tempel. Aber Jesus hat immer vom Inneren gesprochen. Dieser Körper ist der Tempel der Seele, das Kronenchakra seine Pforte. Gott lebt nicht in einem Bauwerk. Er lebt im Haus der Seele: das ist dein Körper.
Link zum Zitat im Video bei 21m07s
Und das sagte er: „Setze dich an die Pforte des Tempels”. Die Pforte ist hier [oben] . Von hier sind wir hier hineingekommen. Da sitzt du mit deiner Aufmerksamkeit und wendest dich Gott zu, obwohl du überhaupt nicht weißt, wer das ist, was das ist. Du weißt nichts darüber – und du kannst auch nichts darüber wissen, und du sollst auch nichts darüber wissen, im Gegenteil: man sitzt da und weiß gar nichts.
Und Jesus sagte: „Alles andere folgt demnach”, was heißt: es geschieht von selbst. Und genauso ist es. Du machst es eine halbe Stunde, und den Rest des Tages lebst du dein Leben, so wie du bist, mit Beruf, mit Kindern, mit Sex, mit Alkohol, mit Zigaretten, mit allem, was verkehrt ist – und der Rest geschieht von selbst.
Und Jesus sagte: „Setze dich an die Pforte des Tempels”. Die Pforte ist hier, das Kronenchakra. Da sitzt du mit deiner Aufmerksamkeit und wendest dich Gott zu, obwohl du nicht weißt, was das ist. Und er sagte: „Alles andere folgt demnach”, was heißt: es geschieht von selbst. Du meditierst, und dann lebst du dein Leben, wie du bist. Der Rest geschieht von selbst.
Link zum Zitat im Video bei 22m40s
Und um das zu bezeugen, dafür bin ich hier, weil ich es einfach erlebe; weil ich den ganzen Weg gegangen bin, vom Anfang bis dahin, wo ich gerade bin. Und so ist es einfach. So funktioniert es. Das, was Jesus damals gesagt hat, so ist es; genauso.
Und ich übersetze das gerne in unsere heutige Sprache, weil er ganz einfach gesprochen hat, ganz praktisch. Das ist das, weswegen ich die Samarpan-Meditation so liebe: das ist das praktische Werkzeug. Jesus hat es so nicht sagen können, dann hätten sie ihn nämlich noch früher ans Kreuz genagelt. Aber heute dürfen wir das.
Bitte, sag das noch einmal...
[Fragender:] Beim Kurs in Wundern gibt es ja die Tageslektion, und das praktiziert man auch jeden Tag: das halt dann auch ins Leben umsetzen, und darum geht es halt dann auch. Also, die Praxis ist halt immer das Entscheidende.
[Dhyan Mikael:] Genau. Und ich bin Purist... warum, weiß ich nicht, ich bin aber einfach so. Ich wollte immer das Einfachste, das Wahre. Und es gibt ganz viele Dinge, die unglaublich hilfreich sind – und, wie gesagt, was ich eingangs sagte: für jeden ist das etwas anderes. Aber letztlich kann man nichts darüber sagen. Kein Spruch, egal wie berührend und wie wahr er sein mag, kann einem dabei wirklich helfen.
Letztlich führen all diese Werkzeuge, jede Methode, jedes Buch, zu diesem Punkt, wo ich aufhören muss, irgendetwas zu wissen, irgendetwas zu hören, und mich dem Nichtwissen aussetzen. Und das ist die Samarpan-Meditation. Das ist für mich das direkteste, das Einfachste, das Reinste. Ich brauche nichts lernen, ich brauche nichts lesen, ich hänge von niemandem ab, und ich weiß nichts... und da geschieht es. Da lernt man sich selbst kennen.
Aber letztlich kann man nichts darüber sagen. Kein Spruch, egal wie berührend und wie wahr er sein mag, kann einem dabei helfen. Letztlich führen all diese Werkzeuge, jede Methode, jedes Buch, zu diesem Punkt, wo ich aufhören muss, irgendetwas zu wissen, und mich dem Nichtwissen aussetzen. Das ist die Samarpan-Meditation.
Link zum Zitat im Video bei 25m15s
Unsere Energie ist ansteckend
Link zum Thema im Video bei 26m22s
[Fragender:] Hallo, Mikael.
[Dhyan Mikael:] Hallo, Walter.
[Fragender:] Ich wollte einfach einmal paar prinzipielle Sachen sagen. Ich habe ungefähr vor einem halben Jahr von dir gehört, dann auch diese Meditation kennengelernt, und ich möchte einfach sagen, dass mein Leben dadurch wirklich einfacher geworden ist. Ich habe auch viele Jahre, Jahrzehnte, immer geguckt, gelesen. Man kriegt ja viele Bücher – die versprechen Wunder war, was passieren wird, wenn du dieses Buch kaufst, wenn du dieses Buch liest, und ich sage mal bisschen von oben herunter: ich finde, oft ist es einfach heiß in Luft.
Du hast die Überschrift gelesen, und eigentlich weiß man dann alles. Es berührt mich vieles einfach nicht, was ich da lese. Und ich finde es auch oft unglaublich schwierig, wie viele Ansprüche diese Leute haben an das, was sie angeblich einem zu geben haben. Das sind selbst ernannte Gurus, wo ich denke: da ist nichts dahinter; das ist heiße Luft. Aber was ich eigentlich sagen will, ist: ich finde es so schön, was du gibst, wie du es gibst, und du zeigst eigentlich immer auf diese Meditation. Die Meditation ist toll... Du hast ein Problem? Geh meditieren.
Es ist eigentlich ganz leicht. Finde ich wunderbar. Aber was ich auch einfach dir sagen will, ist: ich finde, es ist diese Bescheidenheit, die du hast, dieses Sanfte, dieses Liebevolle, dieses Zugewandte, das ist deins. Du sagst natürlich, ja, du bist ein Medium, es geht durch dich durch, und so weiter – aber ich finde, auch bei diesen Lehrern gibt es viele Menschen, die sagen vielleicht schon, was wahr ist, aber es steckt zu viel Ego dahinter. Die provozieren die Leute, die die beschimpfen die Leute. Ich habe das einmal auch von Osho gehört.
Ich finde ein Osho schwierig, ganz einfach. Der mag wirklich vieles gesagt haben, was wahr ist, aber auch auf eine Art und Weise wurden Leute irgendwo gedemütigt, und das tust du nie. Also, das ist schon auch dein persönlicher Beitrag, und das finde ich ganz wunderbar, und deswegen bin ich gerne bei dir und freue mich einfach, dass wir Kontakt haben. Und wie gesagt: mein Leben ist so viel leichter geworden. Meine Bücherei... wir schmeißen laufend irgendwelche pseudospirituellen Bücher raus. Ich sag: das gibt mir nichts mehr; das brauche ich nicht mehr.
[Dhyan Mikael:] Ja, so ist es. Ja.
[Fragende:] Das wollte ich dir einfach sagen. Vielen Dank....
[Dhyan Mikael:] Danke. Danke...
[Fragende:] ...dafür, was du gibst und wie du es gibst.
[Dhyan Mikael:] ...denn ich freue mich so sehr, dass du da bist. Das ist einfach so eine Freude. Du berührst mich. Ja, es ist so... Ich sagte das ja eben schon: für jeden gibt es das Richtige.
Osho hat mich vor 26, 27 Jahren sehr berührt. Es gab eine Zeit, nachdem ich zum ersten Mal ein spirituelles Buch geschenkt bekommen habe – das ist das, was ich vorhin erzählt habe... Ich saß im Flieger zurück nach Amerika und las dieses Buch – das war nicht von Osho, das war von Eckart Tolle damals –, und dann fing ich dann; dann war ich neugierig. Bis dahin wusste ich nichts von dieser Welt.
Und dann habe ich Osho-Sannyasins kennengelernt, wunderbare Menschen, und ich habe Osho verschlungen.
Heute kann ich ihn nicht mehr lesen. Es geht nicht. Aber ich möchte auch sagen, warum das so ist. Für jede Zeit und für jeden Menschen gibt es die richtige Hilfe. Deswegen ist die Welt so vielfältig. Osho lebte zu einer Zeit, da wurden die Leute noch gekreuzigt für das, was er gesagt hat. Er wurde auf amerikanische Weise gekreuzigt. Und das ist halt so.
Der lebte in einer Zeit war, da war das noch undenkbar, so etwas zu sagen. Da musste man gegen die Welt gehen. Der hat zu Leuten gesprochen, die von dem, was er sagen will, nichts wussten, und deswegen hat er begonnen, so zu sprechen, wie die Menschen, mit denen er es zu tun hatte, hören konnten. Wenn man ganz alte Bücher von Osho liest, die Allerersten, da redet er ganz anders; vollkommen anders; unglaublich sanft.
Und irgendjemand fragte ihn einmal: „Warum redest du nicht mehr so? Warum gibst du uns heute Workshops und Encountergruppen und all so Zeug? Warum redest du nicht über die einfache Wahrheit, wie früher?” Und er sagte: „Weil ihr das nicht hören könnt.” Encountergruppen, Probleme bewältigen, Workshops machen, das wollten sie; dafür waren die Leute bereit, die bei Osho waren.
Also hat er ihnen das gegeben. Osho wusste, dass das letztlich nur dazu führt, dass du irgendwann die Nase voll hast von all dem – und dann bist du bereit für die Essenz. Aber erst musst du da durchgehen. So war das für die Leute, die damals zugehört haben – nicht für alle, aber für manche.
Und heute gibt es auch Leute... Wie du sagst: es gibt Leute, die beschimpfen die Menschen, und die haben alle möglichen Arten, die vollkommen anders sind als das, wie ich halt rede.
Die Leute sind nicht hier, die sind bei so einem, weil die das hören können. Morgen vielleicht können sie etwas anderes hören. Und das ist das Geheimnis dieser Welt: diese Vielfalt. Deswegen ist es das Beste, man macht sich überhaupt keine Gedanken über andere Leute, sondern folgt der eigenen Neugier: denn jeder ist woanders; jeder braucht etwas anderes; jeder ist anders gestrickt und kann etwas anderes hören. Es gibt Leute, die hören mich und denken: „Was ist denn das für ein Idiot?” Du findest mich genau richtig. Und das ist das Geheimnis dieser wunderbaren Vielfalt in dieser Welt.
Ich habe ja nichts zu geben. Das, was wirklich berührt, ist, wenn das, was du hörst oder das, was du hier spürst, dich zu dir selbst bringt. Ich erinnere mich an den Moment, wo ich zum allerersten Mal bei meinem Meister Soham im Satsang saß vor jetzt... Ich glaube, es sind schon 26 Jahre jetzt. Ich vergesse das immer. Ich saß da, ich wusste gar nicht, was ich da soll, und dann lief dieser komische Typ rein und setzte sich vorne hin.
Ich dachte: was will denn der hier? Ich dachte, der hat sich verlaufen, wirklich, weil der so unspirituell aussah, so normal: so ein Ami-Typ mit legeren Klamotten... Aber er setzte sich da auf den Stuhl, und dann wusste ich: das ist wohl der Soham. Damals hieß er noch Samarpan. Dann fing er an zu sprechen, und ich wurde verwandelt. Ich war plötzlich leer und in vollkommenem Frieden mit mir. Alle meine Probleme waren weg. Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht.
Aber das war nichts, was er mir gegeben hat. Da kommt einer in den Raum, der bei sich ist, trotz der Welt, obwohl er mitten unter hundert Leuten ist, die alle nur denken und die sich alle nur Sorgen machen – aber er ist ganz bei sich. Und wenn du empfänglich bist, dann bringt dich diese Energie auch zu dir – und da erlebst du dann diesen Frieden. Plötzlich.... Der wartet in dir. Es ist nichts, was mir Soham gegeben hat. Der kann mir nichts geben.
Dann fing er an zu sprechen, und ich wurde verwandelt. Ich war plötzlich leer und in vollkommenem Frieden . Alle meine Probleme waren weg. Aber das war nichts, was er mir gegeben hat. Da kommt einer, der bei sich ist, und wenn du empfänglich bist, dann bringt dich diese Energie auch zu dir – und da erlebst du dann diesen Frieden. Der wartet in dir.
Link zum Zitat im Video bei 34m22s
Aber durch die Art und Weise, wie er ist, passiert mir das Gleiche – für einen Moment.
Und dann erlebe ich das selbst. Und dann weiß ich: „Wow, das gibt es. Das ist möglich. Wow.” Natürlich denke ich, er hat es mir gegeben, klar – aber das stimmt nicht. Es ist immer da. Man muss sich nur nach innen wenden. Und das kann man nicht; man weiß überhaupt nicht, was das sein soll. Aber in Gegenwart eines Menschen, der so lebt, kann man es plötzlich... man weiß gar nicht, wie.
Und dann geht man wieder weg, dann erlebt man ein Satsang oder vielleicht einen Retreat und ist im totalen Bliss, und dann geht man nach Hause – und alles ist wieder weg, nach ein, zwei Wochen. Und dann fängt man an, sich zu fragen: „Wie kann ich immer da sein?” – nicht im Satsang oder im Retreat mit Mikael, sondern in dieser Energie, in mir. Und dann fängt man an, zu meditieren. Und dann kommt man dahin, immer mehr, immer mehr.
Und es ist so: wir beeinflussen uns gegenseitig, ohne dass wir das wissen. Du gehst nach Hause, und da sind Leute, die ticken auf eine ganz bestimmte Art und Weise, und du weißt es zwar nicht, aber dann fängst du automatisch an, auch so zu ticken wie die. Manche Leute ähneln sich dann sogar äußerlich. Das sieht man bei manchen Paaren oder Menschen, die dann plötzlich aussehen wie ihr Hund, weil die den lieben und seit 30 oder 20 Jahren mit dem leben; und die ähneln sich. Wir beeinflussen uns. Unsere Energie ist ansteckend.
Wie das Leben dich führt
Link zum Thema im Video bei 37m33s
Und das ist im Satsang und im Retreat auch so: die Energie ist einfach ansteckend – aber was du da erlebst, das bist du selbst. Wenn du hier gerade irgendetwas Angenehmes erlebst, irgendetwas Schönes, irgendetwas, was du sonst so nicht erlebst – das ist ein Teil von dir, den du da erlebst, nicht ein Teil von mir.
Wir beeinflussen uns, ohne dass wir das wissen. Zuhause fängst du automatisch an zu ticken wie die Menschen dort. Und das ist im Satsang und Retreat auch so: die Energie ist ansteckend – aber was du da erlebst, das bist du selbst. Wenn du hier etwas Schönes erlebst, etwas, was du sonst so nicht erlebst – das ist ein Teil von dir, nicht ein Teil von mir.
Link zum Zitat im Video bei 36m56s
Ja...
Und dann meditiert man, und dann beginnt das Leben, sich zu ändern. Da braucht man nichts tun. Es geht von selbst. Man beginnt zu spüren, was einem guttut und was nicht. Und dann beginnt man auch zu merken: „Wenn ich bei bestimmten Leuten bin, dann bin ich danach völlig fertig, obwohl ich die Leute liebe und schätze.
Es hat mir mein Leben lang Spaß gemacht, und plötzlich machtes mir keine Freude mehr.” Und dann fühlt man sich plötzlich zu neuen Sachen hingezogen, weil man sich da wohlfühlt, vielleicht zu anderen Leuten, vielleicht zu einer Meditationsgruppe, vielleicht zur Natur... und so führt einen das Leben dann auf neue Pfade, ganz von allein.
Ja, ich bin sehr dankbar, dass ich nicht einer von diesen Menschen bin, die du angesprochen hast, und das ist meinem Meister Soham zu verdanken. Ich erinnere mich noch gut... Ich kam zu ihm, vor 25 Jahren, und ich war, ohne dass ich das vorher wusste, total bereit. Ich war so was von bereit für ihn... das Leben wusste das, aber ich ich hatte keine Ahnung; ich bin da „zufällig” hingekommen.
Ich hatte ihn nicht gesucht. Ich war nicht auf der Suche nach einem spirituellen Meister. Das wäre das Letzte, was ich gesucht hätte. Aber in Wirklichkeit war ich so bereit, und dann bin ich, wie gesagt, bei ihm geblieben, und alles, was er sagte, habe ich einfach verstanden. Das hat für mich alles Sinn ergeben. Ich war einfach mit ihm voll auf einer Wellenlänge.
Und eigentlich hätte ich dann nach einem Jahr anfangen können, selbst auch so daherzureden.
Und ich habe Menschen erlebt, die zu ihm kamen und denen es genauso ging wie mir: die bei ihm waren, und einfach... Du verstehst es dann einfach. Dann weißt du, wie es ist. Und die sind dann losgezogen, und die haben dann ihr eigenes Ding gemacht. Aber ich nicht. Ich habe das gar nicht verstanden, aber ich wollte nicht.
Ich bin blei ihm geblieben. Ich habe ihm stattdessen dann immer tolle Briefe geschrieben, ganz erleuchtete Briefe, und die hat er dann im Satsang auch oft vorgelesen, weil die so toll waren. Aber heute finde ich es peinlich, aber so war ich halt damals. Ich dachte: ich weiß alles.
Aber irgendwie bin ich bei ihm geblieben, und nach ein paar Jahren hörte ich auf, ihm Briefe zu schreiben. Nach ein paar Jahren hatte ich nichts mehr zu sagen, und ich wurde immer stiller und habe immer mehr vergessen, was ich weiß, und bin einfach immer bei ihm geblieben. Und ich wusste: ich werde den Rest meines Lebens zu seinen Füßen sitzen und hier sein; das bin ich immer noch, aber nicht mehr direkt körperlich bei ihm.
Und irgendwann war das alles weg. Irgendwann war wusste ich: ich werde nie Satsang geben. Das war mir völlig klar: ich kann das nicht; ich weiß nichts; ich kann das nicht; es ist völlig unmöglich, dass ich das jemals tun werde. Und dann war ich so dankbar, dass ich damals, 10 oder 15 Jahre vorher, nicht selber losgerannt bin und das gemacht habe, was mancher andere dann gemacht hat.
Ja, und dann kam Corona, und Soham konnte nicht mehr reisen und blieb dann zu Hause, und dann war ich noch eine Weile bei ihm. Wir haben dann da einen provisorischen Satsangraum gebaut, damit er dann dort Satsang geben konnte, der online übertragen wurde, weil man ja nirgendwo mehr hinreisen konnte damals. Und dann, zu meinem großen Entsetzen, habe ich gemerkt, dass ich dort nicht bleiben kann. Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich fühlte mich mal wieder verkehrt, aber es war klar: ich kann da nicht bleiben. Das Leben hat mich weggedrängt.
Ich wusste nicht, wieso, ich wusste nicht, wohin... Ich wusste schon, wohin: ich bin dann nach Hause gegangen zu meiner Partnerin, mit der ich schon seit vielen Jahren zusammen war, aber ich war eigentlich immer nur sporadisch zu Hause, weil ich ja dauernd mit Soham unterwegs war. Und dann bin ich dorthin gegangen, ohne zu wissen, was ich tun soll. Und dann dachte ich: „ja gut, dann mache ich halt wieder das, was ich kann; dann mache ich halt irgendetwas mit Computern und helfe den Leuten bei ihren Computern”.
Aber dann, ein paar Monate später, kam die Eingebung: „ich mache Videos über das, was ich gelernt habe, weil das für manche Leute nützlich ist, das zu hören.” Und ich dachte, ich spinne. Ich dachte: das geht gar nicht. Erstens habe ich nichts zu sagen, und zweitens bin ich dafür nicht geeignet. Ich habe gesagt: das mache ich nicht. Aber ich habe die Technik vorbereitet, ich habe mir eine Kamera gekauft, eine gebrauchte, ich habe eine Website vorbereitet, aber ich habe das alles... Drei Jahre habe ich mich gesträubt. Drei Jahre habe ich gesagt: „Nein, ich bin noch nicht so weit.
Nein, das geht so nicht.” Und dann, drei Jahre später, habe ich so ein Tritt in den Hintern bekommen von der Energie, von weiß der Geier wem, und dann habe ich halt angefangen... Dann habe ich gesagt: „Ja, gut, dann mache ich es halt.” Und deswegen bin ich jetzt hier. Und neulich erwähnte einmal jemand mich und meine Videos im Satsang von Soham, und dann sagte er etwas ganz Interessantes. Er sagte: „Ja, er macht das jetzt. 25 Jahre lang habe ich ihn gebremst, aber jetzt, jetzt macht er es.” Und das ist das: er hat mich gebremst.
Er hat mich bei sich gehalten, durch seine Hingabe, durch seine Liebe, nicht mit Worten. Er hätte nie gesagt: „Mikael, geh nicht weg, bleib hier.” Im Gegenteil: immer, wenn Menschen bei ihm waren und gehen wollten, hat er gesagt: „Ah! Schön, dass du da warst – und ich wünsche Dir alles Gute.” Er hat nie irgendjemanden festgehalten oder gesagt, „tu das nicht”, im Gegenteil. Nein, das ging von innen heraus, durch mich durch, durch seine Liebe. Ich wollte einfach nicht weg. Ich hatte zwar so ein [großes] Ego und dachte, ich weiß alles, aber ich wollte nicht weg.
25 Jahre lang hat er mich gebremst. Und ich habe immer noch ein Ego, ich bin immer noch ein hirnverbrannter Idiot, genau wie du, da gibt es keinen großen Unterschied – wirklich nicht –, aber ich bin nicht mehr ganz so überzeugt von mir selbst. Und ich habe erlebt, jahrelang, immer wieder, wie mein Leben sich zum Guten verändert, wenn ich eben nicht weiß, sondern loslasse, immer wieder; das Undenkbare, das zu tun, immer wieder – und wie dann Wunder geschehen. Und ich habe das mit den Jahren immer wieder erlebt, immer wieder. Und deswegen kann ich darüber sprechen.
Und du brauchst nicht ein Leben jetzt haben wie ich, ja? Du brauchst keinen spirituellen Meister haben. Du brauchst auch kein Guru haben. Folg dir. Ich hatte und habe einen spirituellen Meister, weil ich mir treu war? Ich war in München und wollte eigentlich etwas ganz anderes da machen und hörte dann, dass dieser Soham in der Stadt ist, von dem ich einmal in irgendeinem Buch den Namen gelesen hatte, und irgendetwas hat mich da berührt, aber ich hatte das dann vergessen. Ich bin nicht losgezogen und wollte jetzt diesen Menschen treffen, von dem da die Rede war.
Im Gegenteil: ich wollte eigentlich die Autorin des Buches treffen, das ich gelesen hatte, aber es kam nicht dazu. Irgendwie kam es nicht dazu. Und dann bin ich zufällig bei so Soham gelandet, weil ich neugierig war. Ich hatte gehört, der ist da, und da dachte ich: „Da gehe ich hin”. Und 17 Jahre später kam die Samarpan Mediation in unser Leben, und Swamiji, und als ich zum ersten Mal seinen Namen gehört habe, hat es mich umgedreht. Es war, als würde ich nach Hause kommen. Ich habe angefangen zu heulen.
Soham erzählte mir, dass er von Binytha kontaktiert wurde, die Grüße von Swamiji überbracht hat und eine Einladung an Soham, und er erzählte mir davon – und ich war außer Fassung und war so berührt... Und ich saß da und dachte: „Endlich! Endlich findet er mich wieder.” Ich bin ein völlig unspiritueller Mensch... ich dachte, ich spinne; aber so habe ich mich gefühlt. Das heißt: dass ich jetzt Schüler dieses Gurus bin, hat damit zu tun, dass ich dem, was ich gespürt habe, treu war. Ich habe keinen Guru, weil mir jemand gesagt hat, das ist cool oder das ist wichtig auf dem spirituellen Weg.
Als ich zum ersten Mal seinen Namen hörte, hat es mich umgedreht. Es war, als würde ich nach Hause kommen. Ich fing an zu heulen. Ich dachte: „Endlich! Endlich findet er mich wieder.” Dass ich Schüler dieses Gurus bin, hat damit zu tun, dass ich dem treu war. Ich habe keinen Guru, weil mir jemand gesagt hat, das sei cool oder wichtig auf dem spirituellen Weg.
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Ich habe immer nur das gemacht, was ich wollte – immer; auch heute.
Ich gerate ständig in Schwierigkeiten, hauptsächlich mit mir selbst, aber das ist der einzige Weg, den ich empfehlen kann. Und wenn es für dich... Alles, was für dich im Leben wichtig ist, zu dem wirst du dich hingezogen fühlen. Es ist so... zum falschen Mann, zur falschen Frau, zu irgendeinem komischen Guru, wenn es sein soll... und wenn nicht, dann ist es jetzt nicht dran; vielleicht nie – das brauchst du nicht wissen.
Ich habe immer nur das gemacht, was ich wollte. Ich gerate in Schwierigkeiten, hauptsächlich mit mir selbst, aber das ist der einzige Weg, den ich empfehlen kann. Alles, was für dich im Leben wichtig ist, zu dem wirst du dich hingezogen fühlen: zum falschen Mann, zur falschen Frau, zu irgendeinem komischen Guru, wenn es sein soll...
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Und deswegen ist es auch so einfach für mich, Satsang zu geben: weil ich dir nicht sagen muss, was du tun sollst. Diese Verantwortung muss ich nicht übernehmen; will ich auch nicht – damit will ich nichts zu tun haben. Das, was für dich wichtig ist, das wirst du spüren. Und dann fängst du plötzlich an, zu meditieren.
Dann siehst du ein Video von so einem komischen Typen und denkst: „Boah, das ist ja toll.” Und dann fängst du an, zu meditieren. So findet Gott zu dir. Gott hat so viele Tricks. Der benutzt alles. Der benutzt das, was dich interessiert – und dadurch wirst du geführt. Und darauf kannst du dich verlassen – auch, wenn sich es sich vollkommen verkehrt anfühlt.
Hat jemand noch eine Frage?
Und deswegen sage ich auch: keiner braucht Mikael. Aber wenn du das schön findest, dann komm!
Wir waren neulich zusammen im Retreat hier. Vor ein paar Monaten hatte ich hier meinen allerersten Retreat in diesem Leben. Es ist unglaublich, dass das jetzt passiert. Hier, in diesem Raum, waren wir eine Woche lang. Und als ich die Leute zum Retreat eingeladen habe, habe ich gesagt: kein Mensch braucht Retreat mit Mikael. Es ist nicht notwendig.
Es ist nicht so, dass du das jetzt hier machen musst, um erleuchtet zu werden oder so. Aber wenn du davon hörst und merkst: „Ah, wow, da will ich hin”, dann tu's. So führt Gott uns. Und wenn es etwas anderes ist, dann machst du halt etwas anderes. So funktioniert das Leben: ganz einfach; viel einfacher, als wir uns das vorstellen.
Ja...
Simone, du gibst mir ein Zeichen, wenn die Zeit vorbei ist? Denn ich weiß das dann nicht...
Heute Nachmittag habe ich nochmal zwei Satsangs – ich weiß gar nicht, wie ich das gehen soll, aber es wird schon gehen – denn einer der Satsanglehrer ist leider verhindert, obwohl sie unglaublich gerne kommen wollte, und deswegen bekommt jetzt jeder der Satsanglehrer, die hier sind, noch einen zusätzlichen Satsang. Und deswegen... Heute Nachmittag, ich glaube um 14:30 Uhr unten in der Stube bin ich noch einmal, und danach, nach dem Satsang, gibt es eine halbe Stunde Pause, und dann geht es hier oben weiter; um 16:30 Uhr geht es dann hier weiter mit einem weiteren Satsang.
Um 19 Uhr kann man, wenn man mag, hier meditieren, und morgen sind es dann noch einmal zwei Satsangs: am Morgen hier, und am Abend – also, am Spätnachmittag – noch einmal unten in der Stube, falls ihr noch nicht genug habt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum die Leute kommen, weil ich immer das Gleiche erzähle, aber ich finde es unglaublich schön. Es gibt nichts Besseres als Satsang für mich.
Ich habe mich so gefreut, hierherzukommen. Ich freue mich auf jeden Online-Satsang, den ich machen darf, das ist so schön – aber dann hier im Raum mit Leuten zu sein, ist einfach noch einmal schöner. Das ist einfach – toll.
[Fragende:] Mikael, das kann ich bestätigen. Hallo. Live hier zu sein, ist noch mal viel, viel schöner als online. Das ist beides toll, aber das hier hat echt...
[Dhyan Mikael:] das hat Wumms, gell?
[Fragende:] ...gerade richtig Wumms. Von dem möchte ich kurz erzählen. Ich hatte jetzt so zweieinhalb Wochen, wo ich stark erkältet war, wo die Erkältung im Körper sitzt und nicht weggeht, und seit ich hier sitze, knallt es irgendwie von oben in mich rein und durch mich durch. Und ich möchte auch das noch einmal bestätigen, was du sagst. Ich war zum Retreat hier, ich meditiere, ich weiß nichts mehr, ich habe eigentlich auch keine Fragen mehr, ich lasse einfach das Leben machen, und das fügt sich alles auf so wunderbare Weise. Das ist so abgefahren.
Ich habe allerdings eine Frage, was meinen Körper betrifft. Also, ich bin im Moment gerade dabei, das Haus zu räumen, alles zusammenzusammeln, um den Umzug nach Österreich zu machen. Und mir passiert im Moment so viel Gutes, so viel Wundersames, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herauskomme – und mein Körper reagiert mit Gliederschmerzen. Also, ich bin zum Teil abends so fix und fertig ob dem Schönen, was mir passiert, dass ich weine und dass ich mich kaum noch bewegen kann. Kannst du mir zu diesen körperlichen Symptomen etwas sagen?
[Dhyan Mikael:] Also, erst einmal ist es normal, dass man abends müde ist. Und wenn man intensiv lebt, so wie du, dann ist es normal, dass man abends richtig fertig ist – und das ist herrlich. Mich hat neulich meine Frau gefragt: „ich habe ein tolles Leben, alles ist gut, aber ich bin abends immer so müde.” Ja, ich auch – und dann schlafe ich. Und wenn du gerade dort oben eine Lebensphase beendest und neu beginnst, da passiert so viel, von dem wir nichts wissen.
Da wird so viel getragen und verschoben, das ist anstrengend; das ist richtig anstrengend. Danach ist man völlig platt; da kann man keinen Mucks mehr machen. Wenn ich Satsang angebe, wenn ich im Retreat bin... ich kann nichts anderes machen, als Satsang geben, irgendwie herüber in mein Zimmer kommen, irgendwie den Morgenmoment für den nächsten Morgen eintippen, und viel mehr schaffe ich nicht. Und ich denke immer: was ist das? Ich habe doch stundenlang Zeit, aber: da wird gearbeitet.
Das Zweite, was ich sagen kann, aber das hat jetzt nichts mit deiner akuten Situation zu tun, ist, dass wir halt auch lernen, uns immer besser um uns und unseren Körper zu kümmern. Wir lernen unsere Grenzen kennen. Und dann lernen wir... Ich lerne, immer mehr wegzulassen – Sachen, die nicht nötig sind, damit ich für die Sachen, die nötig sind oder die ich will, dann noch Energie habe – die Rest Energie, die ich habe. Das ist ein guter Vorgang.
Kümmere dich einfach den Körper, so gut du kannst, und mache dir keine Gedanken.
[Fragende:] Ich danke dir. Danke.
[Dhyan Mikael:] So mache ich das auch. Der Körper zwickt und hat immer wieder irgendwelche Sachen, ein paar Monate hier, ein paar Monate da, und dann geht es das wieder weg. Jetzt, seit 3 Monaten, tut mir die Schulter krass weh; das hatte ich schon einmal. In einem halben Jahr wird das wahrscheinlich vorbei sein...
Yoga, Meditation, und der Weg zu Gott
Link zum Thema im Video bei 58m43s
[Fragende:] Also jetzt habe ich mir gedacht, ich weiß eigentlich gar nicht genau, was ich sagen will, aber...
[Dhyan Mikael:] Egal.
[Fragende:] ich wollte etwas sagen.
[Dhyan Mikael:] Ja, bitte. Sag was.
[Fragende:] Da war so ein Impuls: ich möchte jetzt irgendetwas sagen. Also, ich freue mich sehr, dass ich da bin. Ich kenne dich auch noch nicht lange, erst vielleicht so drei Monate, und ich habe mir jetzt die ganze Zeit gedacht – ich meditiere nämlich nicht, weil ich noch überhaupt gar keine... Ich habe da noch keine Spur.
Aber ich steh jeden Morgen auf und mache meinen Sonnengruß eine Viertelstunde und habe das Gefühl, seit ich das mache – zwei, drei Jahre schon –, verändert sich mein Leben sehr massiv. Ich habe mich auch gerade getrennt von meinem Mann, nach 24 Jahren, also: großer Umbruch gerade. Aber die Frage ein bisschen, die bei mir jetzt aufgetaucht ist...
Diese Zeit am Morgen, die ich mit mir verbringe, die bringt mich ja gut zu mir nach Hause und verändert mein Leben und mich. Aber ich höre irgendwie, sozusagen: das Sahnehäubchen ist Meditieren. Also: ohne Meditieren ist es nicht so gut. So ein bisschen ist es jetzt für mich, dass ich mir denke: Meditieren ist schon das, was ich anstreben sollte. Es ist sozusagen; Yoga, Sonnengruß, Ruhe, ein paar Minuten noch sitzen nach dem Yoga und so, ist zu wenig. Ich kann da noch mehr erreichen, aber ich will eigentlich nichts erreichen.
[Dhyan Mikael:] Danke; das ist toll. Danke. Danke für diesen diese Frage. Dazu spreche ich total gerne.
Weißt du, wenn du dich deinen Körper kümmerst, und Yoga ist dafür ein wunderbarer Weg... Ich mache das selbst auch. Wenn ich einen Retreat gebe, macht Simone Maria morgens Yoga, sie bietet Yoga an, sie ist Yogalehrerin. Das hilft den Leuten, aus der Birne herauszukommen in den Körper hinein, und das ist eine große Hilfe. Aber du bist nicht der Körper. Es ist viel besser, mithilfe des Körpers aus dem Hirn heraus, also aus den Gedanken herauszukommen. Aber du bist nicht der Körper; das ist nicht die Endstation.
Ich wusste nichts von Meditation bis vor 8 Jahren. Ich meine, in der Phase, wo ich Osho gelesen habe, da gibt es dieses Buch mit 112 oder 124, ich weiß nicht, wie viele, oder 108 Meditation. Die Hälfte davon habe ich ausprobiert, damals, aber dann wieder gelassen nach einer Weile. Ich habe ohne Meditation gelebt.
Aber deswegen erzählte ich das vorhin: dann kam diese Meditation zu mir – ich habe sie nicht gesucht –, und das hat mich, nach 17 Jahren Satsangleben... Ich war jeden Tag im Satsang; sechs Retreats pro Jahr. Ich hatte die volle Dosis, mit dem besten Meister, den ich kenne. Soham ist der beste Meister, den es gibt; es ist einfach so – für mich. Für andere ist es etwas ganz anderes. Jeder hat da seine eigene Präferenz. Und dann fing ich an zu meditieren – die Samarpan-Meditation, wohlgemerkt. Da gibt es ja große Unterschiede.
[Fragende:] Aber darf ich kurz fragen: wie ist die zu dir gekommen? Das weiß ich zum Beispiel nicht. Wie ist die zu dir gekommen, und warum gerade die Samarpan-Meditation?
[Dhyan Mikael:] Das ging so... Ich erzählte das vorhin, aber ich erzähle es gerne noch einmal. Es war so... Soham wusste nichts von dieser Meditation, ich auch nicht, und wir trafen uns gerade wieder, für seinen nächsten Retreat in der Nähe von Kassel, in der Mitte Deutschlands. Wir hatten eine Pause gehabt, eine Satsangpause von einer Woche, wo er zu Hause war und ich bei mir zu Hause. Und in der Zeit... Es war so: in Indien gibt es diesen Guru, Swamiji, der bringt aus dem Himalaya diese Meditation in die Welt.
Und damals, vor 8 Jahren, wollte er gerne diese Meditation, die damals schon in Indien unglaublich weit verbreitet war, weiter in die Welt bringen. Und deswegen hat er sich entschlossen, einen Heiligen-Retreat zu machen. Er wollte Heilige aus der Welt einladen nach Indien, zu ihm, damit die diese Meditation einmal kennenlernen können. Und dann haben die geguckt: „Okay, was für Heilige gibt es gerade?” Und dann haben die alle Heiligen eingeladen, die es so gibt, alle, die da so tätig sind in dieser Welt. Die wollten alle nicht.
Aber Soham haben sie auch eingeladen. Und dann tatsächlich gekommen sind nur ganz wenige, ein paar Mönche aus Tibet, glaube ich, und ein paar andere Leute – und Soham. Der flog dann nach Indien, weil der davon gehört hatte, und davon erzählte ich. Diese Einladung kam, die wurde überbracht zu ihm, und zwei, drei Tage später traf ich dann Soham, als wir dann seinen nächsten Retreat vorbereitet hatten, und da erzählte er mir davon.
Er hatte Swamiji zu dem Zeitpunkt noch nicht getroffen, aber er hatte von Swamiji gehört und ein Buch von ihm geschenkt bekommen und von der Meditation gehört. Und das hat ihn vollkommen verändert, von einem Moment auf den anderen, weil er eine Seele ist, die schon seit vielen Leben auf diesem Weg ist und auf diesen Guru gewartet hat, genau wie ich. Ich bin auch ein ganz altes Kind von Swamiji, aber ich wusste natürlich davon nichts. Ich bin ein völlig normaler Mensch. Ich weiß nichts von letzten Leben. Aber als ich seinen Namen hörte, wusste ich es.
Und dadurch kam die Samarpan-Meditation uns. Die Binytha, die bei Soham war und ihn einlud, die erzählte von der Samarpan-Meditation, und dann fingen wir an, die zu machen. Ein paar Wochen später hatten wir dann eine Einführung. Die Binytha kam, hat uns eine Einführung gegeben, das, was man morgen Abend auch online hier mitmachen kann, und dann fing ich die an. Ich hatte die nicht gesucht. Aber das ist das, was ich jetzt in diesem Satsang schon öfter erwähnt habe: ich war einfach offen, und ich wollte das.
Ich hatte davon gehört, und dachte: „Das ist es. Das ist es. Das will ich probieren.” Und dann habe ich es gemacht; sonst hätte ich es nicht gemacht. Es war nicht so, dass Soham gesagt hat: „Du, ich glaube, das ist echt gut, das solltest du auch machen. Ich finde das toll.” Nein. So etwas würde er nie sagen. Er hat mir einfach erzählt, was er erlebt hat und wie es ihm geht. Und dann habe ich erlebt, wie es mir geht, wenn ich davon höre. Und dann habe ich es gemacht.
Und wenn es dir auch so geht, wenn du merkst: „Wow, ich finde ja Meditation völlig unnötig und ich habe nie daran gedacht, aber jetzt, wo der Typ darüber spricht, ich weiß auch nicht... Irgendwie ist da etwas. Vielleicht probiere ich das mal aus” – dann mach es. Und Meditation ist so, weißt du... wie gesagt: die Samarpan-Meditation. Es gibt andere Meditationen, die vollkommen anders funktionieren. Ich will nicht in Anspruch nehmen, dass ich alles beurteilen kann, was in dieser Welt möglich ist. Ich kenne nicht so viel. Meine Welt ist sehr, sehr klein.
Ich habe mich immer nur meinen Weg gekümmert, und nicht den Weg von anderen Menschen. Aber nach allem, was ich kenne, ist die Samarpan-Meditation die einzige, wo du wirklich nichts tust und kein Ziel hast. Und in dieser Meditation machst du etwas, was vollkommen unscheinbar wirkt. Du weißt gar nicht, was daran so besonders sein soll, aber du ruhst mir deine Aufmerksamkeit hier oben, und das musst du einfach einmal ausprobieren, um das verstehen zu können. Wenn du das tust... Es heißt ja: für eine halbe Stunde ruhst du mit deiner Aufmerksamkeit da oben.
Du gibst deinen Gedanken und allem, was da drin in dir passiert, keine Aufmerksamkeit. Du parkst deine Aufmerksamkeit einfach da oben, und ruhst dich dort sozusagen aus. Du hast nichts zu tun. Es gibt nichts zu erreichen. Du musst nichts gut machen oder nichts richtig machen. Du sitzt einfach da und erholst dich da oben – aber das geht nicht: ein paar Sekunden später merkst du, wie du an morgen denkst oder an deinen Mann oder an die Scheidung oder an das, was du vergessen hast, heute Morgen zu machen.
Und dann: „Ah, ich denke ja wieder...” Und dann kehrst du wieder dahin zurück. Und dann erlebst du, wie du nicht denken kannst. Ich meine, die Gedanken sind da, aber du kannst nicht denken und gleichzeitig deine Aufmerksamkeit da oben haben. Das geht nicht. Und dann merkst du: „Wow, einfach nur, indem ich da oben bin, bin ich frei von Gedanken” – für einen Moment; dann haben sie dich wieder. Aber dann lernt man langsam, die Gedanken loslassen zu können.
Und ich erzählte ja vorhin von dem, was Jesus sagte: „Sitze an der Pforte des Tempels”. Und wenn ich meditiere und meine Aufmerksamkeit hier [am Kronenchakra] habe, dann empfinde ich das so, als wäre ich mit meiner Aufmerksamkeit an der einzigen Stelle in diesem Universum, die ich zwar spüren kann, die aber nicht Teil von mir ist, nicht Teil von dem Körper, nicht Teil von den Gedanken. Ich ruhe hier und ich vergesse den Körper. Ich brauche nicht auf ihn achten. Und das ist das Geheimnis.
Wenn ich meditiere und meine Aufmerksamkeit am Kronenchakra habe, empfinde ich das so, als wäre das die einzige Stelle in diesem Universum, die ich zwar spüren kann, die aber nicht Teil von mir ist, vom Körper, von den Gedanken. Ich ruhe hier und vergesse den Körper. Ich brauche nicht auf ihn achten. Und das ist das Geheimnis.
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Du kannst auch mit deiner Aufmerksamkeit bei deinem großen Zeh sein. Das hilft auch, um nicht zu denken. Wenn deine Aufmerksamkeit ganz und gar beim großen Zeh ist, kannst du nicht denken. Wenn du denkst, ist die Aufmerksamkeit hier, in dem [Stirn-] Chakra hier, Wenn du die da unten hast, dann kannst du in der Zeit nicht denken. Das ist wie, wenn du abspülst, mit Hingabe: dann denkst du in dieser Zeit nicht.
Wenn du irgendetwas tust, wenn du Schnee schaufelst, dann denkst du nicht, wenn du das richtig machst, wenn du ganz bei der Sache bist. Aber wenn du nichts tust, dann gehen die Gedanken los. Wenn du auf deinen großen Zeh achtest, hast du etwas zu tun und die Gedanken treten in den Hintergrund. Aber du bist immer noch mit deinem Körper. Deine ganze Aufmerksamkeit ist in deinem Körper. Und das ist bei Yoga halt auch so. Yoga... es ist so: das Wort Yoga besteht aus dem Wort „Yog” und dem „a”.
Yog ist der Weg zu Gott. Das Wort „Yog” bedeutet „der Weg zu Gott”: der Weg, die Hingabe zu lernen, zu Gott zu gelangen. Das sind jetzt meine Worte. Und auf diesem Weg lernt man alles Mögliche. Unter anderem lernt man, dass man nicht dieser Körper ist, aber man muss sich um diesen Körper kümmern. Denn dieser Körper ist das Vehikel, das es uns erlaubt, in diesem Leben zu erkennen, wer wir wirklich sind. Dieser Körper ist ein Werkzeug, ein Taxi, in das wir uns setzen, um etwas zu erleben auf diesem Weg.
Und wir lernen, dass wir uns um dieses Taxi kümmern müssen. Wenn das kaputtgeht, kann es mir nicht mehr dienen. Und dafür gibt es viele Möglichkeiten. Und in Indien haben die Weisen dann körperliche Übungen entdeckt, die sehr einfach sind, die man auch ohne Werkzeuge machen kann – man braucht nur einen Boden – und die einem helfen, gesund zu bleiben. Das sind die Asanas. In Europa nennt man so etwas dann vielleicht Stretching oder Gymnastik, in Indien heißt es Asanas.
Und die Leute, die auf dem spirituellen Weg sein wollten, die dann irgendeinem Weisen zugehört haben, die haben dem zugehört, und der hat ihnen alles Mögliche über den Weg zu Gott erzählt und auch beigebracht, wie man diesen Körper, dieses Taxi, gesund erhält. Das waren dann die Asanas. Und dann kam dieses Wort zusammen: sie haben „Yog” gelernt, und dann noch die Asanas und daraus wurde Yoga: Yoga-Asanas, abgekürzt Yoga.
Aber die Menschen interessieren sich hauptsächlich für das, was sie sehen können, was sie tun können, was sie schmecken können. Und das, was der Guru sagt über Gott, das klingt zwar ganz toll, und deswegen ist man eigentlich auch bei ihm. Aber das, was einen wirklich interessiert, das sind dann die Yoga-Asanas oder wie man gesund kocht oder solche Sachen. Das ist das, was den Leuten am leichtesten fällt, anzunehmen.
Das ist völlig nebensächlich; das ist völlig egal. Der Guru erzählt das nur, damit die Leute nicht krank werden. Eigentlich erzählt er etwas ganz anderes, aber das ist das, worauf sie sich stürzen. Und so ist es heute. Die Welt hat vergessen, was Yog ist. Yoga kennen alle. Und Swamiji, der indische Guru, von dem ich hier erzähle, der redet sich seinen Mund fusselig darüber. Bei jedem Diskurs, den er gibt, sagt er: „Yoga ist nicht Yoga-Asanas. Yoga ist der Weg zu Gott – Yog.” Er sagt das immer wieder, überall. Und den vergessen die Leute.
Menschen interessieren sich für das, was sie sehen, tun und schmecken können. Das, was der Guru über Gott sagt, das klingt zwar ganz toll, und deswegen ist man eigentlich auch bei ihm. Aber das, was einen wirklich interessiert, sind Yoga-Asanas oder wie man gesund kocht. Der Guru erzählt eigentlich etwas ganz anderes, aber das ist das, worauf sie sich stürzen.
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Aber Yog-a ist hilfreich. Es ist unendlich hilfreich, sich um diesen Körper zu kümmern. Und das sind ganz –...Yoga, ich liebe das... – so einfache Sachen, die so beleben und einen so zu sich bringen. Das ist ganz toll. Aber es ist ein ganz kleiner Teil. Es ist der Teil, wo wir uns um den Körper kümmern. Meditation sind die anderen 99 Prozent: die bringen dich zu deiner Seele. Dafür ist Meditation da. Das leisten die Yog-Asanas nicht. Dafür sind die nicht da.
Yoga ist hilfreich, um sich um diesen Körper zu kümmern. Aber es ist nur ein ganz kleiner Teil von Yog – der, wo wir uns um den Körper kümmern. Meditation sind die anderen 99 Prozent: die bringen dich zu deiner Seele. Dafür ist Meditation da. Das leisten die Yog-Asanas nicht. Dafür sind die nicht da.
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Swamiji erzählte die Geschichte... da kamen einmal drei Yogalehrer zu ihm, Yoga-Experten, die hatten es wirklich drauf. Die hatten fantastische Körper. Die konnten sich verknoten... Wenn ich Yoga mache... Ich mache das nur alleine. Wenn jemand sieht, wie ich Yoga mache, dann kriegst du ein Lachkampf. Dieser Körper ist so steif. Ich kann mich nicht wirklich bewegen. Das ist wirklich ein Witz. Aber es tut mir trotzdem gut. Das ist das Tolle an Yoga: egal wie steif man ist, einfach es zu probieren, tut so gut.
Aber die, das waren richtige Yoga-Cracks. Die konnten alles. Die hatten die perfekten Körper. Aber Swamiji konnte sehen, dass deren spirituellen Zustand schrecklich ist. Der innere Zustand war schrecklich, und deswegen hat es sie auch zu ihm gezogen. Und er hat sie gefragt, warum sie das machen, und sie haben ihm gesagt: „Wir wollten schöne Körper haben; wir wollten gesund sein” – deswegen haben sie das gemacht. Von Yog wussten die nichts. Das haben sie dann mit ihm gelernt.
Dieser Körper ist nicht wichtig. Du kannst ihn völlig vergessen – solange du meditierst. Das ist das Wichtige. Wenn du eines tust, dann meditiere. Saufe, rauche, beweg dich nicht – aber meditiere. Aber wenn du meditierst, dann passiert etwas ganz Interessantes: du kommst dir selbst näher, du wirst empfindsamer, du nimmst mehr wahr, immer mehr. Von Jahr zu Jahr nimmst du mehr wahr. Und dann merkst du, was du tust. Dann merkst du, wie es dem Körper geht.
Dann merkst du, was passiert, wenn du rauchst, wenn du nicht genug schläfst. Dann merkst du, was passiert, wenn du rauchst, wenn du nicht genug schläfst. Dann merkst du, wenn du dich nicht gut ernährst. Und dann hört das von selbst auf. Dann fängst du von selbst an, Yoga zu machen. Dann hörst du von selbst auf, zu rauchen. Das geht von ganz allein. Das heißt: wenn du eine Sache machen möchtest, dann meditiere – und der Rest passiert dann von selbst.
Wenn du nur eines tust, dann meditiere. Saufe, rauche – aber meditiere. Dann passiert etwas Interessantes: du kommst dir selbst näher, wirst empfindsamer, und dann merkst du, was du tust, wie es dem Körper geht und was passiert, wenn du rauchst, nicht genug schläfst oder dich nicht gut ernährst. Und dann hört das von selbst auf. Das geht von ganz allein.
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Oh, so gerne. Ja, wenn es dich interessiert: wie gesagt, heute Abend meditieren wird, da kannst du auch an der Einführung teilnehmen. Das ist völlig harmlos, tut nicht weh, kostet nichts. Da erzählt die Binytha etwas über die Meditation, und kannst einfach mitmeditieren.
Ja, und bevor ich vor acht Jahren die Meditation kennengelernt habe, hätte ich nicht gewusst, warum ich meditieren soll. Wie gesagt: Soham heißt zwar Meditationslehrer, offiziell... Auf seinem Steuerbescheid steht Meditationslehrer, aber er hat nie Meditation gelehrt. Das der musste sich halt irgendwie nennen, damit das Finanzamt weiß, was er tut.
Aber seit acht Jahren weiß ich nicht, wie man... Also, jetzt, wo ich meditiere... Ich sitze oft morgens mit meiner Frau in der Küche, ich habe meditiert, sie hat meditiert, ich komme zurück von unserem Spaziergang, den wir alleine machen, weil es alleine so schön ist, und manchmal sagt sie es, manchmal sage ich es... Ich sage dann: „Ich weiß nicht, wie Menschen ohne Meditation leben können. Ich weiß nicht, wie das gehen soll. Ich bin nicht stark genug, ich bin nicht klug genug, ich bin nicht weise genug.
Ohne Meditation könnte ich das nicht.” Swamiji meditiert – der lebendige Jesus von heute... Der ist wirklich cool, der Typ; also, nicht von außen. Von außen sieht er völlig nichtsagend aus. Aber wenn du bei ihm bist... wow. Das ist ein lebendiger Jesus – der meditiert. Jesus hat gebetet, jeden Tag. Wenn Jesus 'Gebet' sagt, meint der Meditation. Er meint nicht: irgendeinen Satz sagen. Gebet heißt: bei Gott sein, still werden, nach innen gehen. Das ist Beten. Herr...
Jesus wurde gefragt: „Herr, wie sollen wir beten?” – „Herr, dein Wille geschehe”: Hingabe, Loslassen, was ich will; dein Wille geschehe. Das ist Meditation. Er sprach von Meditation auf seine Weise, zu Leuten, die das hören konnten. Jesus hat die Worte verwendet, die die Menschen hören konnten, zu denen er sprach, und die kannten ein Wort wie 'Gebet.' Und ich weiß nicht, wie ich leben sollte ohne Meditation. Ich würde wieder verloren gehen.
Man kann in dieser Welt nicht... Ich erzählte dir das ja vorhin: wir beeinflussen uns alle gegenseitig, und 99 Prozent der Welt meditiert nicht – noch nicht – und denkt und sorgt sich und kämpft, hauptsächlich gegen sich selbst und deswegen auch gegen andere. Und wenn du keinen Anker hast in der anderen Welt, dann wirst du von der Welt mitgespült. Das ist einfach so. Da kann man nichts dagegen tun. Man kann das nicht verhindern. Es geht nicht. Und dabei hilft die Meditation.
Ich weiß nicht, wie ich leben sollte ohne Meditation. Ich würde wieder verloren gehen. Wir beeinflussen uns gegenseitig, und 99 Prozent der Welt meditiert nicht, denkt und sorgt sich und kämpft, hauptsächlich gegen sich selbst und deswegen auch gegen andere. Und wenn du keinen Anker hast in der anderen Welt, dann wirst du von der Welt mitgespült.
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Aber es gibt auch Menschen, die fühlen sich zu dieser Meditation nicht gezogen. Für die gibt es... Es gibt einen Weg für jeden Menschen; das sagt Swamiji auch: hey, wenn dich das nicht interessiert, mach dir keine Sorgen. Gott findet dich, auf deine Weise. Nur weil ich so begeistert davon... Weißt du, ich erzähle davon so überzeugt, weil es das ist, was ich erlebe. Aber es gibt Menschen, denen ist diese Meditation völlig schnuppe, und die werden irgendwie ihren eigenen Weg finden. Ich kann mir das zwar nicht vorstellen, aber nur, weil das mein Weg ist. Deswegen erzähle ich von dem.
Und der ist so einfach und so mühelos, dass sogar ein Mensch wie ich das tun kann. Ja, ich meine das ernst. Ich mach keinen Witz: selbst ein Mensch wie ich.
Deswegen sage ich das auf meiner Website: wenn ich das kann, wenn ich den Himmel finden kann, wenn ich glücklich werden kann, dann kannst du es auch. Ich bin der lebendige Beweis. Wenn einer wie ich das kann, so dumm, so hirnverbrannt, so verkehrt, der alles falsch macht, dann kannst du es auch.
Wenn ich den Himmel finden kann, wenn ich glücklich werden kann, dann kannst du es auch. Ich bin der lebendige Beweis. Wenn einer wie ich das kann, so dumm, so hirnverbrannt, so verkehrt, der alles falsch macht, dann kannst du es auch.
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Ja, und deswegen sage ich: es geht nicht ohne Meditation. Es geht nicht. Ob es diese sein muss oder ob Meditation in irgendeiner anderen Form zu dir kommt, das weiß ich nicht. Aber ohne das, auf irgendeine Art und Weise, geht es nicht.
Verkehrt sein – die Abkürzung in den Himmel
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Fünf Minuten haben wir noch.
Apropos Gesunderhaltung...
Wir sind ja hier nicht im Retreat, sondern bei den Nicht-Dualität-Tagen, aber wir haben hier die gleiche Herausforderung wie im Retreat auch. Und das ist auch so ein Spiel Gottes... Hier besteht die Herausforderung darin, nicht zu viel zu essen. Und ich bin am Donnerstag schon angereist, weil ich einen Tag haben möchte, um wirklich hier anzukommen, damit ich wenigstens einigermaßen gesammelt hier vorne sitzen kann und nicht völlig zerfranst bin.
Und ich war gestern hier, hatte Zeit – und habe voll zugeschlagen. Ich habe hier lauter Sachen gegessen, die ich zu Hause nie essen würde – weil es alles dasteht und so lecker ist... und hier wird alles hausgemacht: die Marmeladen, das Kompotts, dieser Haferbrei...
und alles schmeckt so gut.
Ich habe also gefrühstückt und Mittag gegessen, und dann gab es auch noch Kuchen, der schmeckte auch gut. Und seit gestern Mittag konnte ich nichts mehr essen. Ich habe bis jetzt gefastet, weil ich sonst...
Also, das ist die größte Herausforderung hier. Meditation ist einfach. Aber wenn es für dich auch ein Problem ist wie für mich: meditiere mit. Dabei wirst du empfindsamer. Und wenn du dann am Buffet stehst, ist es leichter, sich daran zu erinnern, dass man schon satt ist und dass es auch die Möglichkeit gäbe, jetzt aufzuhören zu essen. Aber ich habe gestern da versagt. Heute Mittag werde ich es wieder probieren, ganz vorsichtig.
Ich esse zu Hause keinen Zucker, ich esse zu Hause kein Getreide, nichts dergleichen, das würde mich umbringen. Und was mache ich hier? Ich sitz beim Frühstück, esse zwei Semmeln mit Eiern und Marmelade, davor einen Haferbrei... Das würde ich zu Hause nie essen, aber... ja.
Aber so lernt man: indem man es verkehrt macht.
[Fragende:] Wann gibt es denn essen?
[Dhyan Mikael:] Ja, das möchte ich auch wissen. Ich habe Hunger. Ich habe seit 24 Stunden nichts gegessen. Ich habe richtig Hunger.
Ja, aber all diese Verführungen sind gut. Ich gebe mit Freuden... Wenn ich eine Versuchung spüre, dann gebe ich ihr nach. Solange ich sie habe, gebe ich ihr nach: dann lerne ich. Dann fühle ich mich danach krank oder toll, und so lerne ich. Man braucht nicht klug sein, das ist das Tolle. Man braucht nicht klug sein. Das Geheimnis besteht darin, alles, was du tust, bewusst zu erleben. Du musst nicht das Richtige erleben. Du erlebst das, was du erlebst. Soham hat mir das immer wieder gesagt.
Er hat gesagt: „Geh da hin, wo es dich hinzieht” – egal wohin es dich hinzieht... Und es zieht dich fast immer zu den Sachen, wo du nicht hingehen solltest. Es ist doch so... aber da wartet die Lektion auf dich. Und die ist nicht immer schlimm; die ist oft wunderbar. Und so lebe ich, bei den großen Dingen und bei den trivialen Dingen, auch beim Essen. Und wenn ich nachher beim Buffet bin und da lacht mich etwas an... Ich würde sogar ein Schnitzel essen.
Ich esse kein Fleisch – nicht mehr, weil... zwei Minuten haben wir noch? Als ich zu Soham kam, war ich Vegetarier. Ich hatte nämlich eine Freundin gehabt davor, die war sehr esoterisch, und da habe ich gelernt, wie man sich richtig ernährt. Da habe ich Gerstengrassaft selbst gemacht und mich ganz toll ernährt, frische Säfte gemacht, kein Fleisch. Davor war ich mit der Amerikanerin verheiratet. Da habe ich nur Fleisch gegessen und ich war Experte im Steak grillen.
Dann kam ich zu dieser Frau und habe gelernt, mich gesund zu ernähren. Ja, und dann kam ich zu Soham. Der hat Wein getrunken, der hat Fleisch gegessen – der ist Amerikaner – und da habe ich dann wieder gelernt, Fleisch zu essen. Ich hatte eine ganz tolle Steakpfanne dabei. Wir haben uns jeden Abend ein Steak gegrillt, und wir haben Wein getrunken; nicht Unmengen, aber ich habe es genossen. Und dann kam die Meditation zu uns.
All diese Verführungen sind gut. Solange ich eine habe, gebe ich ihr nach: dann lerne ich. Man braucht nicht klug sein. Das Geheimnis ist, alles bewusst zu erleben. Du musst nicht das Richtige erleben. Soham hat gesagt: „Geh hin, wo es dich hinzieht” – und es zieht dich fast immer zu den Sachen, wo du nicht hingehen solltest. Aber da wartet die Lektion auf dich.
Link zum Zitat im Video bei 1h27m18s
Und dann, es hat nicht lang gedauert – ich glaube, ich weiß nicht, zwei Jahre, ein Jahr... – und wir hatten keine Lust mehr auf Fleisch. Aber auf Wein hatten wir noch Lust, aber nicht mehr lange. Ich weiß nicht, ein Jahr später oder so, und ich hatte keine Lust mehr auf Wein. Ich wollte nicht damit aufhören. Ich meine, ich weiß, das Zeug ist ungesund, aber das interessiert mich nicht. So kann ich nicht leben. Ich kann nicht vernünftig sein.
Das führt nur kurzfristig zum Erfolg. Langfristig führt es einen nur noch tiefer in diesen Mist hinein. Also habe ich weiter Wein getrunken, und Soham auch. Und dann, ziemlich zeitgleich, verließ uns die Freude daran. Es hat einfach viel mehr Spaß gemacht, nüchtern zu sein; das war viel schöner. Aber wenn heute mich da irgendetwas anlacht, ein Schnitzel – ich glaube nicht, aber man weiß ja nie –: ich würde es essen. Und dann weiß ich wieder, was ich will – danach.
Und so kann man leben. So kann man wirklich leben. Es ist die Abkürzung, wovon ich gerade spreche. Dir selbst treu sein – das, womit wir den Satsang begonnen haben – ist die Abkürzung. Deswegen steht in der Bibel so viel über schwarze Schafe und verlorene Söhne. Jesus hat darüber gesprochen, weil das die Abkürzung ist: diese Leute kommen zu Gott. Jesus hat gesagt: „das sind die, denen Gott hinterherrennt” – die, die es verkehrt machen; die, die sich selbst treu sind.
Die, die es richtig machen, die werden nicht gefeiert, aber die, die in die Irre gehen, die das Erbe des Vaters verprassen, die finden in den Himmel. Da sprach Jesus vom sich selbst treu sein, obwohl nicht nur alle anderen glauben, dass du verkehrt bist, sondern du selbst. Und jetzt müssen wir aufhören. Jetzt wird es laut. Ja, zum Schluss wird es dann immer besonders interessant. Ich weiß auch nicht, warum...
Es ist die Abkürzung, wovon ich gerade spreche. Dir selbst treu sein ist die Abkürzung. Deswegen steht in der Bibel so viel über schwarze Schafe und verlorene Söhne. Jesus hat darüber gesprochen, weil das die Abkürzung ist: diese Leute kommen zu Gott. Jesus hat gesagt: „das sind die, denen Gott hinterherrennt” – die, die es verkehrt machen; die, die sich selbst treu sind.
Link zum Zitat im Video bei 1h30m46s
Danke für Satsang.
Ich liebe dich.