Online-Satsang vom 19. April 2026
Deutsch mit deutschen Untertiteln.
Themen: Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Lieben, ohne retten zu wollen. Die einzige Reise, die sich lohnt. Aus dem Gefängnis der Gedanken heraustreten. Man kann Meditation nicht falsch machen. Du bist geliebt, ohne zu wissen, von was. Die Traurigkeit trägt dich nach Hause. Frieden mit den Eltern beginnt bei dir. Wer in sich ruht, ist mit allen verbunden. Bitte die Traurigkeit auf eine Tasse Tee. Schritt für Schritt, von Moment zu Moment. Ändere dich nicht, aber meditiere. Annehmen: das größte Geheimnis. Wie Ablehnung ihre Macht verliert.
Über dieses Video:
Ich war an diesem Abend sehr still. Nicht jeder Satsang ist ein Fluss von Worten; mancher trägt sich aus einer großen Stille heraus, und so war es an diesem. Schon zu Beginn lag über allem jene leise Gewissheit, von der schon Jesus sprach: dass es in Wahrheit keinen Grund gibt, sich Sorgen zu machen – dass das Leben für dich da ist, auch wenn du das Gegenteil glaubst.
So verschieden die Fragen dann auch waren, sie kreisten doch alle um dasselbe: das Heimkommen zu dir selbst. Nicht das Verändern, nicht der Kampf, nicht das Bessermachen – sondern das Annehmen dessen, was ist. Das ist das größte Geheimnis, und es ist so schlicht, dass wir es immer wieder übersehen: Frieden entsteht nicht, wenn du anders wirst, sondern wenn du aufhörst, gegen dich selbst zu sein.
Besonders nahe ging mir die Frage einer Frau, die einen Menschen liebt, der sich einmal das Leben nehmen wollte, und die nicht weiß, wie sie ihm helfen kann. Dabei hatte sie ihre Frage längst selbst beantwortet: Lieben heißt nicht retten. Das Einzige, was wir wirklich tun können, ist, immer wieder zu uns selbst zurückzukehren und dem Leben zu vertrauen, dass jeder seinen Weg findet – wie auch immer dieser aussieht.
Andere Fragen führten zur Traurigkeit, vor der wir uns alle fürchten. Doch was, wenn sie kein Feind ist, den man überwinden muss, sondern eine Freundin, die du auf eine Tasse Tee einladen darfst? Was, wenn gerade sie dich nach Hause trägt?
Und natürlich kamen wieder die vertrauten Fragen zur Meditation – „Ich habe keine Geduld und breche zu früh ab.” Aber Meditation kann man nicht falsch machen. Du musst dich nicht ändern; meditiere einfach. Du musst nicht einmal still werden wollen. Es genügt, da zu sein.
Es war mir an diesem stillen Abend eine große Freude, einmal mehr aus eigener Erfahrung zu bezeugen, dass alles Schwere leicht wird, sobald wir das eine lernen: „ja” zu sagen zu dem, wie wir sind und wie es ist. Danke für Satsang!
Links zu den Themen in dieser Aufzeichnung:
(weiter unten gibt es die vollständige Abschrift).
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Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen
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Lieben, ohne retten zu wollen
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Die einzige Reise, die sich lohnt
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Aus dem Gefängnis der Gedanken heraustreten
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Man kann Meditation nicht falsch machen
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Du bist geliebt, ohne zu wissen, von was
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Die Traurigkeit trägt dich nach Hause
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Frieden mit den Eltern beginnt bei dir
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Wer in sich ruht, ist mit allen verbunden
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Bitte die Traurigkeit auf eine Tasse Tee
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Schritt für Schritt, von Moment zu Moment
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Ändere dich nicht, aber meditiere
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Annehmen: das größte Geheimnis
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Wie Ablehnung ihre Macht verliert
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Vollständiger Text der Aufzeichnung zum Mitlesen:
Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen
Link zum Thema im Video bei 0m37s
[Dhyan Mikael:] Guten Abend, herzlich willkommen zum Satsang. Ich freue mich, dass ich heute wieder bei dir und bei euch sein darf, hier durch die Kamera.
Ja, was soll ich sagen? Ich bin heute sehr, sehr still. Hier im Satsang kannst du, wenn du Lust hast, mir eine Frage stellen zu deinem Leben, zu deinem spirituellen Weg oder zu deinem beruflichen oder Liebesleben, oder was auch immer dich plagt – das spielt gar keine Rolle – und ich werde versuchen, etwas dazu zu sagen. Und ich tue das, nicht weil ich irgendwie weiser wäre als du oder klüger, aber irgendwie hatte ich in diesem Leben Glück und kam zur rechten Zeit zu weisen Menschen.
Und irgendwie hat sich etwas von denen auf mich übertragen, und mein Leben wurde leichter, und seitdem lebt sich mein Leben im Grunde von selbst. Und alles, was ich tue, ist, zu versuchen, dir ein Gefühl dafür zu geben, dass das wirklich möglich ist – das, wovon Jesus Christus schon sprach: dass es nicht wirklich einen Grund gibt, sich Sorgen zu machen; dass das Leben für dich da ist, auch wenn du glaubst, das Gegenteil wäre der Fall.
Ja, und das machen wir jetzt eineinhalb Stunden lang, bis um halb zehn. Wenn du Fragen hast, kannst du sie gerne in den Chat von YouTube schreiben oder von der Zoom-Übertragung, und Simone wird die Fragen dann vorlesen, und ich werde etwas dazu sagen. Und zwischendurch werde ich auch Fragen vorlesen, die mich per E-Mail erreicht haben.
Und ich freue mich so sehr, dass heute wieder Satsang ist. Für mich ist es die beste Zeit.
Es ist auch für mich ein Segen, weißt du. Deswegen sage ich immer wieder: „Danke, dass du da bist”.
Lieben, ohne retten zu wollen
Link zum Thema im Video bei 3m05s
Simone, hast du schon eine Frage, die du vorlesen magst?
[Simone:] Ja, ich habe schon mehrere Fragen. Guten Abend.
[Dhyan Mikael:] Guten Abend, Simone; danke, dass du auch wieder dabei bist.
[Simone:] Es ist mir eine große Freude.
[Dhyan Mikael:] Ja, schieß los.
[Simone:] Das Erste ist ein kleiner Bericht oder ein längerer Bericht von Michelle, und am Schluss eine Frage. Also ich lese jetzt eine Zeit lang, nur dass du dich nicht wunderst.
[Dhyan Mikael:] Okay.
[Simone:] „Lieber Mikael, ich habe vor zwei Jahren einen Mann kennengelernt und fühlte mich auf einmal total verbunden, was mir zuvor noch nie vorgekommen ist. Ich habe seit der Schulzeit keine neuen Menschen wirklich an mich herangelassen, weder Frauen noch Männer, und dementsprechend einen ganz, ganz kleinen Kreis an Menschen, die mir lieb und wichtig sind. Er ist also der erste Mensch seit Jahren, mit dem ich mir eine tiefe Verbindung wünsche. Ich hätte mir diesen Menschen nicht ausdenken können.
Durch ihn erkenne ich meine allerschönsten Seiten und zugleich auch diejenigen, die mir fremd, enorm unangenehm, teils sogar verhasst sind. Meine Gedanken, Wünsche und Erwartungen werden richtig angefeuert durch unsere Dynamik. Dementsprechend war die erste gemeinsame Zeit in alle Richtungen sehr, sehr intensiv, vor allem sehr ungeschickt, angstvoll, abhängig und hilflos. Und ich durfte erkennen, dass man einen Menschen ganz, ganz fest liebhaben kann und es dennoch nicht funktioniert. Nur schon dies war eine wichtige Lektion.
Er kam also wie aus dem Nichts in mein Leben und war nach nicht einmal einem Jahr wieder verschwunden. Ich konnte weder das eine noch das andere beeinflussen. Ich wusste nur, dass er entweder so weitermacht wie bisher, oder dass er eine ziemlich konfrontierende Zeit vor sich haben wird. Meine Zeit jedenfalls war danach sehr konfrontierend. In dieser Zeit kamen Shree Shivkrupanand Swamiji, die tägliche Meditation und du, Dhyan Mikael, in mein Leben. Alle drei sind nicht mehr wegzudenken. Vor nicht allzu langer Zeit dann, nach einem guten Jahr der Stille, wurde ich von ihm erneut kontaktiert.
Seither haben wir uns zweimal getroffen. Er erzählte mir von seinem vergangenen Jahr und dass er versuchte, sich das Leben zu nehmen. Es überraschte mich nicht wirklich, jedoch ist es enorm aufwühlend, diese Ahnung bestätigt zu wissen. Ich konnte ihm damals nicht helfen. Und seit ich Swamiji und dich an meiner Seite weiß, kann ich ihm jetzt noch weniger helfen — jedenfalls nicht auf die herkömmliche Weise. Zum Ersten und womöglich Wichtigsten: Ich habe die Angelegenheit an Swamiji übergeben, und ich meditiere jeden Tag.
Im erneuten Kontakt mit diesem Mann ist es für mich wichtiger als jemals zuvor, zu versuchen, immer wieder zu mir zurückzufinden und meinen Fokus bei mir zu behalten, um zu lernen, mir selbst zu helfen; um zu üben, dem Leben zu vertrauen, Swamiji zu vertrauen, dass dieser junge Mensch den für ihn richtigen Weg gehen wird, egal wie dieser Weg ausschaut; dass ich den richtigen Weg gehen werde, egal wie dieser ausschaut. Lieber Mikael, ich spüre: Ich habe durch Swamiji wirklich viele Ansätze erhalten, die mir schon jetzt unendlich helfen und mich tragen.
Und dennoch ist da natürlich Unsicherheit, ist da große Angst und Trauer in Bezug auf ihn, mich und unsere intensivsten Dynamiken, welche natürlich längst nicht weg sind. Ich habe weniger Angst um mich, da ich ein Umfeld habe, welches mir hilft und mich aufweckt, wenn es gar ungemütlich werden könnte. Ich denke, er hat solch ein Umfeld nicht.
Bitte, Mikael, vielleicht hast du einige Worte für mich, womöglich sogar einen praktischen Tipp, wie ich mit mir, mit ihm, in dieser Angelegenheit umgehen kann? Vielen Dank.”
[Dhyan Mikael:] Danke. Danke für deinen Bericht und für deine Frage. Simone, wie war der Name?
[Simone:] Michelle.
[Dhyan Mikael:] Ah, Michelle. Michelle, vielen Dank.
Ja, du hast deine Frage im Grunde selbst schon perfekt beantwortet.
Das eine, was du lernst, ist, dass du immer wieder zu dir selbst zurückkommst; dass du lernst, dass du dich um dich kümmern musst – niemand anders.
Das ist das Wichtige.
Und wenn du mit deiner Aufmerksamkeit bei dir bist, wenn du in dir wohnst, dann gibt es überhaupt kein Problem.
Und wenn du die Sache an Swamiji abgegeben hast, dann bist du auf sicherem Boden. Dann weißt du, dass er sich nicht nur um dich kümmern wird, sondern auch um diesen jungen Menschen, um diesen Mann.
Wenn du dich aber für diesen Mann verantwortlich fühlst, wenn du glaubst, du könntest sein Leben retten, zum Positiven wenden, dann wirst du Teil seines Problems.
Du kannst ihn lieben, und du hast es so schön beschrieben: Du liebst ihn einfach, du kannst es nicht anders. Aber du lässt ihn so, wie er ist. Du erkennst ihn so, wie er ist.
Also lass ihn so, wie er ist, und lass sein Leben so, wie es ist. Du bist nicht dafür verantwortlich. Du bist frei.
Deine Aufgabe ist in diese Richtung [zeigt nach innen].
Und mehr brauchst du eigentlich nicht zu wissen.
Ich weiß, das ist eine große Herausforderung.
Ich habe nicht so eine intensive Herausforderung wie du, aber ich weiß, was du erlebst. Man sieht den geliebten Menschen, und man erkennt von außen seine Herausforderung. Man sieht, wie sich dieser Mensch das Leben zur Hölle macht.
Man denkt: Es könnte doch anders sein.
Aber das stimmt nicht. Du kannst es nicht anders machen, genauso wenig wie du dich und dein Leben anders machen kannst. Dir bleibt nichts anderes übrig, als dich selbst und dein Leben zu akzeptieren, wie es ist. Das weißt du. Und du weißt auch, was für Wunder dadurch geschehen.
Und wenn du das schon erlebt hast durch die Samarpan-Meditation, dann weißt du, dass das der wahre Weg für Veränderung im Leben ist. Aber dieses Akzeptieren, dieses Hingabelernen ans Leben, das muss jeder selbst machen. Du kannst ihm helfen, indem du dir selbst hilfst. Wenn du dich um dich selbst kümmerst, wenn du dich selbst liebst, wenn das für dich selbstverständlich wird, dann sendet das auf energetischer Ebene eine Botschaft an diese andere Seele – nicht durch Worte, nicht durch kluge Reden...
Du kannst ihm helfen, indem du dir selbst hilfst. Wenn du dich um dich selbst kümmerst und dich selbst liebst und das für dich selbstverständlich wird, sendet das auf energetischer Ebene eine Botschaft an diese andere Seele. Was er dann macht, liegt einzig und allein in seiner Hand.
Link zum Zitat im Video bei 11m13s
Was er dann macht, liegt nicht in deiner Hand.
Was er macht mit den Möglichkeiten, die dieses Leben ihm bietet, liegt einzig und allein in seiner Hand.
Selbst Swamiji, dieser lebendige Jesus, sagt: „Ich bringe die Meditation. Ich bringe den Weg, um die eigene Seele zu entdecken. Wer das aufnimmt, wer diesen Weg geht, liegt nicht in meiner Hand.” So sagt er.
Und an anderer Stelle sagt er: Der Guru oder der Meister, das Leben, kann alles für den Schüler tun, nur eines nicht: Dieser Wunsch zu meditieren, dieser Wunsch, sich nach innen zu wenden, diese Bereitschaft, die muss selbst entstehen – und dabei hilft das Leben.
Der Guru oder der Meister, das Leben, kann alles für den Schüler tun, nur eines nicht: Dieser Wunsch zu meditieren und sich nach innen zu wenden, diese Bereitschaft, die muss selbst entstehen — und dabei hilft das Leben. Das, was du als so schwer empfindest, ist die Hilfe, die er bekommt. Ob er sie annimmt, liegt allein an ihm.
Link zum Zitat im Video bei 12m51s
Das, was du als so schwer empfindest, wenn du sein Leben siehst, das ist die Hilfe, die er bekommt.
Ob er sie annimmt, liegt einzig und allein an ihm.
Das hilft mir auch sehr, sehr viel, was Swamiji über seine große Aufgabe in der Welt berichtet.
Hier im Satsang zum Beispiel: Ich weiß, ich kann niemandem helfen. Das ist nicht meine Aufgabe; das kann ich auch gar nicht. Und wenn ich es versuchen würde, dann wäre es nicht gut – nicht für mich, aber auch nicht für dich. Aber wenn ich in mir ruhe, in diesem Vertrauen dem Leben gegenüber, in dieser Hingabe ans Leben, ohne mich um jemanden zu sorgen, sondern im Gegenteil, in dem Wissen, dass das Leben es gut mit mir meint – das weiß ich durch Erfahrung –, und auch mit dir, dann wird etwas übertragen, und das mag den einen oder anderen Menschen dazu bewegen, dasselbe zu entdecken.
Aber tun muss es jeder selbst.
Das ist die größte Herausforderung, die wir haben in Beziehung, wenn wir lieben.
Das ist die Herausforderung, die wir haben in Beziehung, wenn wir lieben: du kannst das nur tun, wenn du mit deinen Gefühlen in Frieden bist; mit dem, was in dir ausgelöst wird. Und dann kannst du ihn lieben, so wie er ist. Wenn du versuchst, ihn zu retten, machst du seinen Weg länger. Wenn du zu dir zurückkehrst, hilfst du ihm.
Link zum Zitat im Video bei 15m00s
Du kannst das nur tun, wenn du mit deinen Gefühlen in Frieden bist, die du hast, wenn du diesen Menschen, den du liebst, erlebst: die Angst um ihn, oder was auch immer du fühlst.
Das ist deine Herausforderung in diesem Tanz mit diesem Menschen: mit dem, was in dir dann ausgelöst wird, in Frieden zu sein. Und dann kannst du ihn lieben, so wie er ist.
Wenn du versuchst, ihn zu retten, dann machst du seinen Weg länger.
Wenn du zu dir zurückkehrst, hilfst du ihm.
Danke.
Danke für deine Frage.
Simone, magst du fortfahren?
Die einzige Reise, die sich lohnt
Link zum Thema im Video bei 16m32s
[Simone:] Ja, sehr gerne. Die nächste Frage ist von Andrea.
[Dhyan Mikael:] Andrea, hallo, guten Abend.
[Simone:] „Geliebter Mikael, ich möchte dir eine Frage zum Thema Reisen stellen. Ich habe ein Problem damit. Auf der einen Seite möchte ich reisen, verschiedene Länder sehen und unterwegs sein. Wenn es dann aber soweit ist, sträubt sich alles in mir, und ich tue mir unheimlich schwer, meine gute Umgebung zu verlassen, in der ich mich sicher und geborgen fühle.
Immer wieder habe ich gebuchte Reisen abgesagt, die schon bezahlt waren. Ich frage mich dann: Soll ich überhaupt reisen? Ist es wirklich notwendig für ein gelungenes Leben? Ich finde einfach keinen Frieden mit diesem Thema. Kannst du ein paar Worte dazu sagen? Ich danke dir sehr.”
[Dhyan Mikael:] Oh wow, danke. Danke, Andrea.
Ja, wir haben immer wieder die gleiche Herausforderung. Wir müssen uns einfach lieben, wie wir sind, so seltsam und so komisch und so verkorkst, wie wir nun einmal sind – und ich rede nicht von dir, ich rede von mir.
Ja, was kannst du tun?
Du schätzt deine Sicherheit und deine Geborgenheit, und du möchtest reisen.
Ich mache immer das, was für mich einfach ist.
Wenn ich merke, dass es für mich schwierig wird, dass ich etwas mache, wo ich anfange zu schwitzen, wo ich merke: Ich denke, ich sollte das tun, ich denke, es wäre gut oder wichtig oder schön, aber ich merke, dass sich eigentlich in mir etwas sträubt — dann werde ich hellhörig; dann tue ich es nicht. So mache ich das.
Und was du tun könntest, ist, dass du einmal aufhörst, darüber nachzudenken. Denk nicht darüber nach, was du tun solltest, zum Beispiel reisen, oder was du nicht tun solltest, sondern, anstatt große Pläne zu machen, lebe dein Leben schrittweise, jeden Tag so, wie du gerade magst und kannst.
Und wenn du das tust, dann wirst du vielleicht merken, dass du mit einer Fahrradtour, die nur drei Stunden in die Natur geht, schon genug zu tun hast und dann heilfroh bist, nach drei Stunden wieder zu Hause zu sein.
Und fang klein an, mit kleinen Sachen. Es gibt Menschen, die haben die Nachbarschaft ihrer Wohnung noch nie im Leben verlassen, und wenn die dann mal an den Stadtrand fahren mit der Straßenbahn, ist das für die ein unendliches Abenteuer. Und daran ist überhaupt nichts verkehrt.
Manche Menschen brauchen nicht viel, um ein unglaublich spannendes und volles Leben zu haben.
Andere reisen durch die ganze Welt und haben immer noch ein leeres Leben.
Mein Leben ist ganz klein.
Früher bin ich viel gereist, nicht, weil ich wollte, sondern weil es zu meinem Beruf gehörte. Jetzt bin ich froh, wenn ich einfach zu Hause sein kann.
Ich war jetzt gerade wieder über eine Woche unterwegs, und jetzt bin ich wieder zu Hause, und alles entspannt sich.
Daran ist überhaupt nichts verkehrt.
Du fragst – oder du hast den Verdacht geäußert –, dass du womöglich etwas verpassen könntest, wenn du nicht reist.
Es gibt in diesem Leben nur eine Sache, die du verpassen kannst, und das bist du selbst. Die einzige Reise, die sich wirklich lohnt, ist die Reise zu dir selbst: dich selbst kennenlernen; herausfinden: wer bin ich eigentlich?
Es gibt in diesem Leben nur eine Sache, die du verpassen kannst, und das bist du selbst. Die einzige Reise, die sich wirklich lohnt, ist die Reise zu dir selbst; dich selbst kennenlernen; herausfinden: wer bin ich eigentlich? Diese Reise ist die, für die wir hier sind. Alles andere ist völlig nebensächlich.
Link zum Zitat im Video bei 21m16s
Diese Reise ist die, für die wir hier sind. Alles andere ist völlig nebensächlich.
Wie gesagt, ich bin viel herumgereist in diesem Leben.
Und eigentlich geht es mir genau wie dir: Ich gehe nicht gern an Orte, die ich nicht kenne. Ich fühle mich da einfach nicht sicher, ich fühle mich da verloren.
Früher musste ich es machen. Es gab auch eine Zeit, da dachte ich, das wäre eine tolle Idee für mich, herumzureisen. Ich habe einmal eine Motorradreise gemacht als junger Mensch... da war ich so 22, 23 Jahre alt. Ich hatte mir das total romantisch vorgestellt und spannend und abenteuerlich – und es war für mich einfach nur schrecklich.
Ich hatte von so vielen Menschen gehört, die das genießen und die das wunderbar fanden. Für mich war es eine Qual.
Und dann, nach der Hälfte der Reise, habe ich mich auf eine Berghütte zurückgezogen, wo der Bergwirt mir für ganz wenig Geld ein ganz winziges Zimmer gegeben hat, und habe da die letzten drei Wochen meiner langen Reise verbracht, habe jeden Tag nur aus dem Fenster geschaut, habe ganz, ganz kleine Wanderungen gemacht um die Hütte herum und habe Tagebuch geschrieben. Das war schön.
Und weißt du, dieses Sich-selbst-Kennenlernen und dann so leben, wie dieses seltsame Wesen es braucht, das ist Abenteuer genug. Wenn es dich trotzdem in die Ferne zieht, fang klein an, du brauchst keine lange Reise zu buchen. Du kannst ein Abenteuer machen: Geh zum Bahnhof, kauf dir irgendein Ticket zwei Städte weiter, fahr hin und verbring da den Tag und schau, wie es dir gefällt. Geh da spazieren, geh da in den Wald, schau dir ein Schloss an, wenn es da eines gibt, und dann fahre wieder nach Hause.
Wir brauchen uns nichts zu beweisen.
Danke, Andrea.
Ich freue mich, dass du da bist.
Aus dem Gefängnis der Gedanken heraustreten
Link zum Thema im Video bei 24m51s
Simone, ich schaue mal, was ich in der E-Mail habe.
„Lieber Mikael, ich bitte dich, etwas zur Kundalini-Erweckung zu sagen. Ich hatte sie vor vielen Jahren eher unfreiwillig, wahrscheinlich ausgelöst durch intensive Yoga-Praxis und Meditation, wie das Körpergebet. Ich war so überfordert damit und hatte auch niemanden, dem ich mich anvertrauen konnte oder wollte, sodass ich diese Energie mit einem Ruck in den Körper zurückdrängte. Seitdem fühle ich mich furchtbar, als wäre ich lebendig begraben.
Ich las einmal in einer spirituellen Facebook-Gruppe jemanden über die Erfahrung einer Frau mit Kundalini berichten, welche die Frau nicht zuordnen konnte und die daraufhin von ihrem Lehrer zu einem katholischen Priester geschickt wurde. Dieser untersagte ihr das Meditieren, und damit war das fließende Leben, das die Frau bisher hatte, vorbei.
Ich bin so verzweifelt und weiß nicht, was ich tun soll. Ich bin dir für ein paar Worte oder Zeilen sehr dankbar.”
Ich danke dir für deine E-Mail. Danke, dass du geschrieben hast.
Ich weiß nichts über Kundalini-Erweckung, aber ich kann dir eines sagen: Alles, was in diesem Körper geschieht, nicht nur in dem physischen Körper, sondern auch in dem Energiekörper, das nehme ich an. Manchmal habe ich das Gefühl, es zerreißt mich oder es bringt mich um, aber ich nehme es an; dann bin ich halt bereit zu sterben.
Und ich brauche das, was da passiert, überhaupt nicht zu verstehen.
Ich weiß nichts über Chakren, ich weiß nichts über Kundalini.
Ich weiß, was mir wichtig ist, ich weiß, worauf ich meine Aufmerksamkeit richten möchte: und zwar nach innen. Wenn ich das tue, geschieht der ganze Rest von selbst.
So mache ich das.
Manchmal geschieht etwas mit uns, und wir bekommen Angst, wir fühlen uns unsicher.
Und dann rennen wir in die Gedanken, dann rennen wir in die Vorstellung.
Das ist ein Gefängnis; das ist sehr tot.
Aber du kannst jederzeit da wieder herauskommen – und das tust du, indem du aufhörst, deinen Gedanken Aufmerksamkeit zu geben.
Das tust du, indem du aufhörst, deinen Erinnerungen Aufmerksamkeit zu geben. Das tust du, indem du aufhörst, dieser Geschichte, die du mir erzählt hast, Aufmerksamkeit zu geben. Vergiss sie, und sei stattdessen hier und beginne zu erleben, wie es heute für dich ist. Denke nicht darüber nach, warum es so ist. Bewerte nicht, wie es ist, sondern erlebe es ganz pur, ganz rein, als wäre es der erste Tag in deinem Leben; als wüsstest du nichts über das Leben; als wüsstest du nichts darüber, was gut und schlecht ist; als wüsstest du nichts darüber, wie es sein sollte – und dann schau, was passiert.
Die Kundalini macht, was sie will. Ignoriere einfach die Gedanken. Das lernst du übrigens durch die Samarpan-Meditation, von der ich gelegentlich spreche.
Da lernt man wirklich, wie man seine Aufmerksamkeit steuert, wie man Herr über die eigene Aufmerksamkeit wird – oder Frau: Königin über die eigene Aufmerksamkeit; dann wird alles anders. Und das gilt nicht nur für die Kundalini, weißt du; das gilt für alles, was wir erleben; für alles, was in uns geschieht. Mit allem, was uns verunsichert, rennen wir normalerweise in die Gedanken. Wir glauben, wir sind da sicher, aber in Wirklichkeit ist dies das Gefängnis, in dem wir normalerweise leben, jeden Tag. Aber du kannst jederzeit herausgehen, auch jetzt.
Mit allem, was uns verunsichert, rennen wir normalerweise in die Gedanken. Wir glauben, wir sind da sicher, aber in Wirklichkeit ist das das Gefängnis, in dem wir normalerweise leben, jeden Tag. Aber du kannst jederzeit herausgehen, auch jetzt. Der Preis ist, die scheinbare Sicherheit der Gedanken aufzugeben.
Link zum Zitat im Video bei 29m54s
Der Preis ist, die scheinbare Sicherheit der Gedanken aufzugeben.
Wenn du etwas über Kundalini wissen möchtest, dann kannst du, wenn dir danach ist, an Swamiji schreiben; der weiß über solche Dinge, und der kann deine Kundalini auch wahrnehmen. Der kann dir dazu etwas sagen – ich nicht. Ich kann dir nur etwas über das Leben sagen, aber nicht über die Kundalini. Ich danke dir so sehr, dass du geschrieben hast, und danke, dass du geduldig warst, bis ich antworten kann. Danke.
Simone, magst du fortfahren?
Man kann Meditation nicht falsch machen
Link zum Thema im Video bei 30m59s
[Simone:] Ja, sehr gerne. Die nächste Frage ist von Eva.
[Dhyan Mikael:] Eva, guten Abend. Schön, dass du da bist.
[Simone:] „Lieber Mikael, manchmal macht mir das Alleinsein schwer zu schaffen, und ich komme schwer zur Ruhe. Die Meditation gelingt mir auch nicht so richtig, und die Ungeduld lässt mich nicht los. Hast du ein paar Worte für mich? Danke.”
[Dhyan Mikael:] Jetzt machst du mich aber neugierig. Du sagst, die Meditation gelingt dir nicht so recht.
Du sagst, die Meditation gelingt dir nicht so recht. Wie sieht eine Meditation, die nicht gelingt, aus? Jetzt bin ich wirklich neugierig. Aber noch viel interessanter ist die Frage, wie eine Meditation aussieht, die gelingt. Das würde mich auch interessieren – aber das gibt es nicht. Meditation ist, wenn du aufhörst, dir über diese Dinge Gedanken zu machen.
Link zum Zitat im Video bei 31m28s
Wie sieht eine Meditation, die nicht gelingt, aus?
Jetzt bin ich wirklich neugierig.
Stehst du dann auf dem Kopf?
Ich stelle mir das gerade vor, was das bedeuten könnte.
Aber noch viel interessanter ist die Frage, wie eine Meditation aussieht, die gelingt. Das würde mich auch interessieren.
Das gibt es nicht, Eva.
Meditation ist, wenn du aufhörst, dir über diese Dinge Gedanken zu machen. Und natürlich beginnst du mit der Meditation, und die Gedanken kommen und bewerten deine Meditation und bewerten dich und dein Leben und deine Einsamkeit.
[Simone:] Mikael, Eva hat noch etwas geschrieben. Darf ich vorlesen?
[Dhyan Mikael:] Ja bitte. Ja bitte.
[Simone:] Ich habe keine Geduld und breche zu früh ab.
[Dhyan Mikael:] Dann gelingt dir nicht die Meditation nicht, sondern du meditierst einfach nicht. Ja, ich verstehe, was du meinst.
Schau, es ist so: Geduld brauchst du nur, wenn du irgendwohin willst.
Aber ich vergleiche das ganz gerne, das Meditieren, mit irgendwo faul herumliegen in der Hängematte.
Du kannst dich nicht in die Hängematte legen und dieses Faulsein falsch machen. Und du kannst es dabei auch nicht eilig haben. Das geht einfach nicht. Man liegt einfach da, tut nichts und ist faul. Und so ist Meditieren auch.
Die Gedanken, die haben immer Besseres zu tun. Aber das ist die Wahl, die wir haben: Gebe ich meine Aufmerksamkeit den Gedanken, oder ignoriere ich die Gedanken und kehre zurück zu mir selbst, zum Kronenchakra oder wo auch immer du mit deiner Aufmerksamkeit gerne bist...
Das ist das Einzige, worauf du achten musst: Wo ist meine Aufmerksamkeit?
Das ist das Einzige, worauf du achten musst: Wo ist meine Aufmerksamkeit? Wenn sie bei den Gedanken ist, dann wirst du ungeduldig und unglücklich sein. Die Gedanken finden immer etwas, was anders sein sollte. Aber sobald du ihnen keine Aufmerksamkeit schenkst, und sei es auch nur für eine Minute, ist alles anders. Der Rest geschieht von selbst.
Link zum Zitat im Video bei 34m24s
Das ist alles. Wenn deine Aufmerksamkeit bei den Gedanken ist, dann wirst du ungeduldig sein, und du wirst unglücklich sein, und da wird immer irgendetwas fehlen. Entweder fehlt ein Mann oder andere Menschen, und du bist einsam, oder die anderen Menschen sind zu viel, oder es ist der verkehrte Mann, oder irgendetwas ist immer. Die Gedanken finden immer etwas, was anders sein sollte. Aber sobald du den Gedanken keine Aufmerksamkeit schenkst, und sei es auch nur für eine Minute, ist alles anders in dieser Zeit.
Und das ist alles, was wir in der Meditation üben. Der ganze Rest geschieht von selbst.
Ich habe im Leben keine Regeln, bis auf eine einzige, und die habe ich auch nur, weil ich das will – nicht, weil mir irgendjemand gesagt hat, dass ich das tun soll: Ich stehe nicht eher vom Meditieren auf, als bis 30 Minuten vorbei sind, ohne Ausnahme, egal wie ich mich fühle, egal wie krank ich bin, egal was mein Kopf sagt, egal wie ungeduldig ich bin.
Ich meditiere ohne Wecker. Ich starte auf meinem Handy den Timer, dann schließe ich die Augen und beginne mit der Meditation, und irgendwann, wenn ich von meinem Gefühl her fertig bin mit Meditieren, dann öffne ich die Augen. Und normalerweise sind dann 33, 34 Minuten vergangen, aber manchmal nicht; manchmal sind 29 Minuten vergangen. Dann schließe ich die Augen wieder und meditiere weiter, so lange, bis mir irgendwann wieder der Impuls kommt, die Augen zu öffnen. Das ist dann meistens fünf Minuten später oder zehn Minuten, und dann bin ich ganz überrascht, wie schnell die Zeit vergangen ist.
Aber ich stehe niemals vorher auf.
Und wenn du diese eine Sturheit hast, dann verlieren die Gedanken langsam ihre Macht. Wenn du ab und zu einmal eine halbe Stunde machst und ansonsten so, wie es den Gedanken gerade passt, dann passiert nicht viel. Da geht es wirklich ums Prinzip. Da geht es darum: Wer hat hier das Sagen in diesem Haus – die Gedanken, oder ich?
Und wenn du diese eine Sturheit hast, dann verlieren die Gedanken langsam ihre Macht. Wenn du ab und zu einmal eine halbe Stunde meditierst und ansonsten so, wie es den Gedanken gerade passt, dann passiert nicht viel. Da geht es wirklich ums Prinzip. Da geht es darum: Wer hat hier das Sagen in diesem Haus – die Gedanken oder ich?
Link zum Zitat im Video bei 37m02s
Man kann die Meditation nicht falsch machen, solange man meditiert; solange man sich eine halbe Stunde hinsetzt. Und deswegen ist die Regelmäßigkeit so wichtig: jeden Tag eine halbe Stunde. Wie die halbe Stunde aussieht, spielt keine Rolle: wie gut du es machst oder wie schlecht. Diese Kategorien gibt es in Wirklichkeit bei der Samarpan-Meditation gar nicht. Aber hinsetzen, jeden Tag, das ist das Einzige, wozu man sich entschließen muss. Alles andere passiert von selbst.
Ich meditiere jetzt seit, ich weiß nicht... ich glaube, im Herbst werden es neun Jahre. In diesen neun Jahren habe ich einen Tag lang nicht meditiert: da war ich so sterbenskrank, da dachte ich wirklich, ich sterbe. Da habe ich eh den ganzen Tag meditiert, glaube ich. Ich konnte mich nicht hinsetzen. Aber ich meditiere jeden Tag, egal wie ich mich fühle; egal, ob mein Kopf will oder nicht: meine Seele will. Und die hat hier das Sagen.
Und wenn du es lernst – und deswegen spreche ich so viel über die Meditation – , wenn du es lernst, den Gedanken keine Aufmerksamkeit zu geben, dann werden sich deine anderen Herausforderungen völlig verändern: deine Einsamkeit, dein Alleinsein.
Aber fang mit dem einen Wichtigen an.
Wenn du dich eine halbe Stunde hinsetzt jeden Morgen, obwohl deine ganzen Gedanken sagen, dass sie jetzt Besseres zu tun haben und dass es so ja überhaupt nicht geht, dass es langweilig ist und nutzlos und blöd... wenn es dir da immer wieder gelingt, einfach sitzen zu bleiben – vielleicht gelingt es dir nicht, die Gedanken die ganze Zeit zu ignorieren (das gelingt mir auch nicht) , aber du bleibst sitzen – dann hast du während des Rests des Tages immer wieder die Chance, die Gedanken zu ignorieren.
Dann erzählen sie dir: „Ich bin einsam. Hier fehlt etwas” – ah, ich gebe den Gedanken wieder Aufmerksamkeit; interessant. Und dann wieder zurückkehren in die Stille...
und dann schau, wie es von da aus aussieht, ohne Gedanken, ohne Bewerten. Das ist meine Herausforderung an dich.
Danke, Eva. Ich freue mich, dass du da bist. Wie schön.
Bitte, Simone, fahr fort.
Du bist geliebt, ohne zu wissen, von was
Link zum Thema im Video bei 41m13s
[Simone:] Hallo,
[Dhyan Mikael:] Nadine, guten Abend. Ich freue mich, dass du da bist. Hallo.
[Simone:] „Lieber Mikael, seit gestern Abend glaube ich, im Ansatz erahnen zu können, was du meinst mit deiner Anrede ‚Geliebte'. Gestern Abend habe ich in einer Umarmung mit meinem Partner zum ersten Mal in meinem Leben, seit fünfzig Jahren, fühlen können, wie es sich anfühlt, geliebt zu sein. Es war wie ein Blitz. Krass. Ich bin geliebt.
Auch ich bin geliebt, geliebt von... keine Ahnung von was – etwas Grundlegendes. Jetzt fühle ich mich getragen vom Leben, irgendwie. Keine Ahnung, wie lange das Gefühl bleibt. Und von dir habe ich gelernt, nichts festhalten zu wollen. Aber erzählen wollte ich es trotzdem. Und ich freue mich, wenn du ein paar Worte für mich hast. Danke.”
[Dhyan Mikael:] Wow. Danke, dass du das mit mir teilst. Was für ein Geschenk.
Ja, du weißt nicht, wie lange du das fühlst, aber du wirst es nie in deinem Leben vergessen. Und das ist ganz paradox.
Weißt du, es kommt die Zeit, da wirst du das nicht fühlen, aber du weißt: du bist getragen. Vielleicht fühlst du dich gerade elend, aber du weißt: du bist getragen.
Das ist die Wahrheit.
Du bist geliebt. Du weißt nicht von was, aber es ist ohne Zweifel genauso.
Das ist die Wahrheit. Die Liebe kommt nicht von diesem Mann.
Die ist da, die trägt dich seit fünfzig Jahren.
Was sollte ich sonst dazu noch sagen können?
Willkommen im Klub.
Die Traurigkeit trägt dich nach Hause
Link zum Thema im Video bei 43m52s
[Simone:] Ich lese etwas von Miriam vor.
[Dhyan Mikael:] Miriam, hallo, guten Abend. Wie schön, dass du da bist.
[Simone:] „Lieber, lieber Mikael, dass du heute still bist, habe ich gleich gemerkt, bevor du etwas gesagt hast. Wie schön. Ich bin heute immer wieder traurig. Es ist eine Trauer, die von der Seele berührt ist. Vieles ist gerade schwierig, und trotzdem fühle ich mich heute besonders stark. Danke, dass ich hier sein darf. Alles Liebe, Miriam.”
[Dhyan Mikael:] Danke, Miriam.
Ja, Traurigkeit ist wirklich wunderbar.
Traurigkeit ist wirklich wunderbar. Ich kenne kein Gefühl, das mich so sehr zurück zu mir selbst transportiert wie Traurigkeit: so still, so tief. Wenn du dich verloren hast, dann kommt die Traurigkeit zu Hilfe, und wenn du dann weise genug bist, dich der Traurigkeit hinzugeben, trägt sie dich zurück nach Hause, ganz tief da hinein.
Link zum Zitat im Video bei 44m27s
Ich kenne kein Gefühl, das mich so sehr zurück zu mir selbst transportiert wie Traurigkeit: so still, so tief.
Wenn du dich verloren hast, dann kommt die Traurigkeit zu Hilfe, und wenn du dann weise genug bist, dich der Traurigkeit hinzugeben, trägt sie dich zurück nach Hause, ganz tief da hinein – wenn du nicht darüber nachdenkst.
Ich liebe es, still zu sein. Manchmal kann ich einfach nichts sagen.
Und ich denke dann, ich sollte aber etwas sagen. Aber wenn ich ehrlich bin, liebe ich es einfach, wenn ich fast erzwungenermaßen einfach still bin. Und das sind dann oft die schönsten Tage und immer die schönsten Satsangs.
Dann hat etwas anderes Platz; das ist ganz magisch.
Ich freue mich, dass du da bist, du und deine Traurigkeit, ihr seid sehr willkommen.
Frieden mit den Eltern beginnt bei dir
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Ich lese noch eine E-Mail vor.
„Lieber Mikael, Swamiji schreibt in seiner Autobiografie davon, dass wir uns den Eltern gegenüber liebevoll verhalten sollen, und dass die meisten Kinder erst, wenn die Eltern gestorben sind, erkennen, was sie für uns Gutes getan haben. Das Thema taucht auch in anderen Schriften von Swamiji immer wieder auf. Ich spüre, dass ich trotz der teilweise extremen Äußerungen meiner Mutter mir gegenüber, die unter der Gürtellinie liegen, eine Liebe zu ihr empfinde, und ich hatte es ihr auch schon öfters gesagt.
Ich habe es auch schon früher immer wieder gesagt, auch meinem Vater gegenüber, dass ich dankbar bin für das, was sie für mich getan haben.
Wenn sie wieder total negativ drauf ist, dann passiert es mir jedoch ab und an, dass ich lauter werde und alten Kaffee aufwärme, weil ich es immer wieder nicht fassen kann, was da den Mund meiner Mutter verlässt. Es ist wirklich krass. Ich möchte diese Worte nicht wiederholen. Vor ungefähr 23 Jahren habe ich deswegen einmal auf sie eingeschlagen, und mein ältester Sohn musste mich damals wegziehen. Er konnte mich verstehen.
Und das Kuriose ist, dass ich meine Mutter auf eine Art auch verstehen kann, und das, was sie tut. Aber ich will das nicht mehr analysieren. Ich weiß einfach, dass sie offensichtlich nur so sein kann, und ich eben nur so, wie ich jetzt gerade bin oder wie ich war. Heute gehe ich dann einfach aus dem Raum in mein ehemaliges Kinderzimmer und ziehe mich zurück. Irgendwie wurschteln wir uns dann jedoch immer wieder zurecht.
Sie hat Fragen und braucht meine Hilfe, und ich bin grundsätzlich nicht nachtragend, aber stelle doch fest, dass der ganze Müll irgendwo in meinem Körper gespeichert ist. Die Meditation und Swamiji sind mir eine große Hilfe, und ich weiß, dass alles so sein soll und ich Stück für Stück wachse und immer gelassener damit umgehen kann, Gott sei Dank.
Ich stelle fest, dass ich nicht wirklich durch und durch liebevoll zu meiner Mutter sein kann. So ist es einfach. Herr, dein Wille geschehe. Es liegt in deiner Hand. Vielleicht kannst du dazu noch etwas sagen, obwohl ich das Thema so ähnlich ja schon einmal angesprochen hatte.”
Ja, sehr gerne. Danke für deinen Brief.
Ich hatte es früher mit meinen Eltern auch schwer.
Erst habe ich meinen Vater total verurteilt, viele Jahre lang. Dann fing ich mit meiner Mutter an und habe die verurteilt und fand sie verkehrt und schräg.
Und dann geschah etwas Interessantes: Ich kam zu meinem spirituellen Meister Soham. Was der tat, ist, dass er mich mir selbst nahegebracht hat.
Er hat mir beigebracht, mich selbst zu akzeptieren, wie ich bin.
Und bevor ich zu ihm gekommen war, wusste ich gar nicht, dass ich mich selbst nicht akzeptiere. Ich wusste gar nicht, dass ich von mir selbst überhaupt nichts weiß.
Es war eine große Überraschung.
Und dann habe ich kennengelernt, wie schwer es ist, mich zu lieben, denn das hat mich dazu gezwungen, all die Urteile, all die Bewertungen loszulassen, die ich darüber hatte, wie ich bin als Mensch – als ganz normaler Mensch. Ich musste die Vorstellung loslassen, wie ich sein sollte – denn so war ich nicht.
Und so habe ich mich dann ganz allmählich auf die Reise begeben, mich selbst kennenzulernen.
Es war eine lange Reise; ich glaube, zehn Jahre hat es schon gedauert.
Und die große Überraschung für mich war: je besser ich mich kennengelernt habe, je mehr ich Frieden geschlossen habe damit, was ich da in mir finde, desto mehr hatte ich das Gefühl: ich bin genau wie mein Vater, ich bin genau wie meine Mutter – kein Unterschied; vielleicht ein bisschen graduell, einfach, weil ich das Glück hatte, eine Generation jünger zu sein und es deswegen in manchen Punkten viel leichter hatte als sie. Aber im Grunde bin ich wie er, im Grunde bin ich wie meine Mutter.
Und da ich mit mir Frieden geschlossen hatte, wie ich nun einmal bin, hatte ich damit irgendwie automatisch auch Frieden mit meinem Vater und mit meiner Mutter geschlossen. Aber es begann bei mir.
Mein Meister hat mir nie gesagt: „Schließ Frieden mit deinen Eltern.” Er hat mir gleich die schwierige Aufgabe aufgetischt: mit mir selbst liebevoll zu sein.
Und als ich das gelernt hatte, waren die anderen Aufgaben bereits erledigt.
Und wenn man das getan hat, wenn man diese Aufgabe angenommen hat – du musst damit nicht fertig sein, aber wenn du weißt, dass das deine eigentliche Aufgabe ist –, dann wird vieles leichter mit den Eltern. Denn dann nimmt man das, wie sie sind, nicht mehr persönlich. Und wenn man es nicht mehr persönlich nimmt, dann fallen die Gefühle weg, die man damit hat. Und wenn die Gefühle wegfallen, dann kann man einfach erleben, wie die sind, diese verrückten Eltern, völlig meschugge, unmöglich manchmal, und dann kann man damit auf ganz praktische Weise irgendwie umgehen.
Dann geht man aus dem Zimmer oder geht nach Hause, aber man kämpft nicht mehr diesen alten Kampf; dann wird alles einfach, auf ganz praktischer Ebene.
Und wenn mich dann doch etwas im Innersten berührt, dann weiß ich: „Ah, da ist noch etwas, womit ich nicht Frieden geschlossen habe in mir. Das hat mit meiner Mutter nichts zu tun.
Denn das Gefühl ist in mir, ist ein Teil von mir.” Und dann ziehe ich mich zurück nach innen. Das merkt der andere Mensch gar nicht, wenn ich das tue. Das passiert, während ich dort bin.
Und wenn ich damit Frieden geschlossen habe, wenn das da sein darf, dann ist das Praktische mit meiner Mutter einfach.
Das ist die eigentliche Herausforderung.
Danke. Danke für deinen Brief und danke fürs Warten.
Simone, bitte fahr fort, falls du noch Fragen hast zum Vorlesen.
Wer in sich ruht, ist mit allen verbunden
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[Simone:] Die nächste Frage ist von Prashanti.
[Dhyan Mikael:] Prashanti, guten Abend. Hallo. Ich freue mich, dass du da bist.
[Simone:] „Wie funktioniert das, dass Swamiji sich um die Lebensprobleme der vielen, die er nicht kennt, kümmern kann?”
[Dhyan Mikael:] Was für eine schöne Frage.
Ich möchte dir erzählen, was ich vor einer Woche erlebt habe. Ich war bei meinem spirituellen Meister, und ich war dort an seinem Wohnort, um einige technische Dinge zu bearbeiten und in Ordnung zu bringen. Und eines dieser Dinge war, dass ich seinen Computer reparieren sollte.
Es war ein mechanisches Problem: der Lüfter von diesem Notebook war defekt, und dieses Gerät hat immer lautere Geräusche gemacht. Es war richtig furchterregend. Es war klar: da muss etwas geschehen.
Und ich bin zwar ein Computerspezialist, aber eher auf Software-Ebene. Ich bin es nicht gewöhnt, diese diffizilen Notebooks wirklich komplett auseinanderzunehmen, und das war in diesem Fall notwendig.
Aber ich wollte es natürlich probieren. Ich wollte natürlich seinen Computer reparieren, und ich wollte, dass er wieder ein Gerät hat, womit er arbeiten kann.
Und ich sagte ihm auch, dass ich ein bisschen zögerlich bin und dass ich mir nicht sicher bin, ob ich das kann. Und dann sagte er zu mir: „Ja, ich spüre schon, dass du zögerlich bist, aber du kannst das schon.” Und dann hat er mir keine Beachtung mehr geschenkt, hat sich in sein Bett gelegt und auf seinem Handy irgendetwas gemacht und hat mich komplett ignoriert, und ich saß da und fing an, an seinem Computer zu arbeiten.
Aber ich fühlte so eine Ruhe, so eine Gelassenheit, so eine unendliche Geduld, und ganz allmählich, Schritt für Schritt, habe ich das Ding auseinandergenommen, Schraube für Schraube, habe dann immer mal wieder ChatGPT gefragt, habe dem ein Foto geschickt und habe gesagt: „Hier, schau mal, so weit bin ich, ich weiß nicht mehr weiter, was soll ich denn jetzt tun?” Und der hat mir genau gesagt, wo bei dem Modell die nächste Schraube ist, die heraus muss, und wo ich unbedingt aufpassen muss, wo man etwas ganz leicht kaputt machen kann.
Und ich weiß nicht wie, aber nach ein paar Stunden war das Ding repariert, funktionierte, und es war alles in Ordnung. Und das war möglich, weil mein Meister da war in meinem Leben, und da auch im Raum.
Aber es funktioniert ganz anders, als wir uns das normalerweise vorstellen. Er saß nicht da und hat mir irgendwie mental Energie geschickt, damit ich diese Aufgabe erledigen kann, um mich zu bestärken. Nein; das hätte mich wahnsinnig gemacht. Hätte ich wahrscheinlich alles kaputt gemacht.
Nein; er hat mir überhaupt gar keine Beachtung geschenkt. Was er tat, ist das, was er immer tut: er ruhte einfach in sich, in diesem unendlichen Vertrauen dem Leben gegenüber – nicht, weil er wusste, dass ich eine schwierige Aufgabe habe; nein, er hat sich darüber überhaupt gar keine Gedanken gemacht, weil er eben weiß, wie das Leben funktioniert. Er weiß das, wovon Jesus auch sprach: dass es keinen Grund gibt, überhaupt keinen Grund, sich Sorgen oder sonst welche Gedanken zu machen.
Und dieses Vertrauen, diese Hingabe ans Leben, die ist ansteckend, die heilt, die ermutigt, die macht Wunder möglich. Und ich habe in diesen zwanzig Jahren, wo ich mit ihm durch die Lande gereist bin mit Satsang, so viele Wunder erlebt, wo ich dachte: wie soll das nur funktionieren? Das kann überhaupt nicht funktionieren.
Aber es gab nie ein Problem, einfach weil seine Ruhe, sein In-sich-Leben, seine Aura, alles um ihn herum beeinflusst. Aber das macht er nicht mental. Der braucht darüber nichts zu wissen.
Und so erlebe ich das mit meinem Meister.
Und wir sind alle durch unser Inneres miteinander verbunden – du weißt das nicht, aber jemand, der begonnen hat, mit der Aufmerksamkeit nach innen zu reisen und nicht mehr mit der Aufmerksamkeit da draußen zu leben, der erfährt es immer mehr. Und Swamiji... ich habe ihn sagen hören, dass er mit diesen ganzen Menschen verbunden ist, und ich nehme an, er meint es auf diese Weise.
Und er spürt es, wenn Menschen an ihn denken. Er spürt es, wenn Menschen sich auf seinen Körper fokussieren und ihre Gedanken auf ihn richten. Und er erklärt den Menschen auch immer wieder, dass es nicht gut für ihn ist; dass es viel besser ist, wenn die Leute in sich ruhen und meditieren, weil er das spürt, die Auswirkungen davon.
Ja, und so funktioniert es einfach: Ein Wesen, das in sich ruht, das im Inneren lebt, ist mit allen verbunden. Ich erlebe das auch, im Kleinen wahrscheinlich.
Ich kann nichts tun. Ich weiß nichts von den Menschen, die hier dabei sind. Ich bin nicht mit meiner Aufmerksamkeit da draußen. Ich bin noch weiter innen im Satsang, als ich sonst bin. Und dann passiert irgendetwas, was ich nicht verstehe, was du nicht verstehst...
aber da ist die wahre Verbindung: da drin.
Manchmal passiert es, dass jemand echt ein Problem mit mir hat, und ich spüre das. Ich weiß nichts von dem Menschen, aber ich spüre es, weil ich verbunden bin, innerlich. Dann muss ich damit meinen Frieden machen.
Ja, also du merkst schon: ich kann es dir nicht wirklich erklären, aber ich kann dir meine eigene Erfahrung damit berichten, und ich habe es immer wieder erlebt, wie durch die Aura, wie durch die Energie, wie durch das Nach-innen-gewandt-Sein eines einzigen Menschen unendlich viele andere Menschen beeinflusst werden. Das ist phänomenal.
Aber es ist nicht so, dass da einer sitzt und mental irgendetwas macht. Das ist nicht meine Erfahrung. Wenn ich das machen würde, würde ich wahrscheinlich verrückt werden, und außerdem dir schaden. Danke für deine Frage.
Und natürlich kannst du auch Swamiji fragen, übrigens. Du hast mich jetzt gefragt, und ich sage dir halt meine Erfahrung mit meinem Meister und mit meinem Guru. Aber du kannst ihn direkt fragen. Du kannst an Samarpan-Meditation e. V. schreiben; das ist der Verein, der hier in Deutschland und im deutschsprachigen Raum, in Österreich und in der Schweiz, die Samarpan-Meditation verbreitet für Swamiji. An die kannst du schreiben.
Die leiten deine Frage dann weiter an Swamiji. Aber es gibt auch eine E-Mail-Adresse, an die kannst du auf Englisch schreiben, und dann erreicht deine Frage ihn auch. Ich wäre gespannt, was er dazu sagt. Falls du das tun möchtest: die Kontaktdaten von dem Verein und auch die E-Mail-Adresse von Swamiji habe ich auf meiner Webseite, auf der Seite Himalaya-Samarpan-Meditation, aufgelistet, damit du es leichter hast.
Simone, gibt es noch eine Frage?
[Simone:] „Ja, es gibt noch einige Fragen.”
[Dhyan Mikael:] Wie schön. Bitte, fahr fort.
Bitte die Traurigkeit auf eine Tasse Tee
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[Simone:] Die nächste Frage ist von Sabine.
[Dhyan Mikael:] Sabine, hallo. Guten Abend.
[Simone:] „Lieber Mikael, es gibt Tage, da wache ich mit einer großen Freude auf, und es wird ein wunderschöner Tag, an dem ich mich so beschenkt fühle. Doch dann gibt es auch Tage, an denen eine große Traurigkeit auf mir liegt, und ich keine Ahnung habe, woher sie kommt und wie ich mit ihr umgehen soll. Hast du mir einen Rat?”
[Dhyan Mikael:] Oh ja. Ja, danke. Danke, Sabine.
Über die Traurigkeit muss man zwei Dinge wissen. Erstens: wir brauchen nicht zu wissen, wo sie herkommt. Das ist ganz wichtig.
Wir brauchen nicht zu wissen, wo die Traurigkeit herkommt. Wenn ein Gast vor deiner Tür steht, fragst du nicht: „Wo kommst denn du schon wieder her?”, sondern du bittest ihn herein. Das machst du mit der Traurigkeit auch. Du fragst nicht, wo sie herkommt und warum sie denn jetzt schon wieder da ist, sondern du lässt sie einfach ein.
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Wenn ein Gast vor deiner Tür steht, dann fragst du ihn nicht: „Wo kommst denn du jetzt schon wieder her?”, sondern du machst die Tür auf und bittest ihn herein und bietest ihm eine Tasse Tee oder Kaffee an – und das machst du mit der Traurigkeit auch. Du fragst nicht, wo sie herkommt und warum sie denn jetzt schon wieder da ist, sondern du lässt sie einfach ein.
Und das Zweite, was man über die Traurigkeit wissen muss, ist, dass sie nicht ohne Grund zu dir kommt. Wenn du ihr folgst, bringt sie dich zu dir selbst. Probiere es einmal aus.
Wenn du wieder solch einen Tag erlebst, wo du aufwachst und feststellst, dass die Traurigkeit an deinem Bett sitzt, schließ die Augen und lass sie rein, lass sie kommen: lass sie ganz da sein, so, als wäre die Traurigkeit überall um dich herum, über dir, unter dir, vor dir, hinter dir, links und rechts, alles voller Traurigkeit, und du bist mittendrin, umhüllt und getragen von dieser Traurigkeit. Und da bleibst du dann einfach, solange sie da ist.
Und dann berichte mir, wie das ist.
Ich kenne die Tage, von denen du sprichst. Man wacht auf und es ist eine magische Energie. Alles klappt, alles ist wunderschön. Selbst wenn es regnet, ist der Himmel blau.
Ich kenne die Tage, von denen du sprichst: eine magische Energie, alles klappt, alles ist schön. Aber Tage, wo ich mit Unsicherheit beschenkt werde oder mit Traurigkeit, mit Verkehrtsein, sind die wahren Geschenke. Freude ist oberflächlich, aber diese anderen Gefühle haben die Fähigkeit, dich bis hinunter in deine Seele zu transportieren.
Link zum Zitat im Video bei 1h07m36s
Aber die Tage, wo ich mit Unsicherheit beschenkt werde oder mit Traurigkeit, mit Verkehrtsein...
das sind die wahren Geschenke. Heute habe ich solch einen Tag.
Ich werde ganz still, und ich werde total beschenkt.
Ich erzähle dir das, um dir den Mund wässrig zu machen, damit du es auch wagst, es einfach einmal auszuprobieren.
Freude ist oberflächlich, aber diese anderen Gefühle, die sind wirklich tief; die haben die Fähigkeit, dich bis hinunter in deine Seele zu transportieren. Das ist echt toll.
Und alles, was dazu notwendig ist, ist deine Bereitschaft zu sagen: „Ah, Traurigkeit, wie schön, bitte tritt näher, komm herein.”
Danke, Sabine. Ich freue mich, dass du da bist. Ich freue mich, dass deine Traurigkeit da ist.
Schritt für Schritt, von Moment zu Moment
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[Simone:] Die nächste Frage ist von Premala.
[Dhyan Mikael:] Premala, hallo. Guten Abend.
[Simone:] „Lieber Mikael, so wage ich mich heute hier im Satsang, eine Frage zu stellen.
Gestern habe ich die Kündigung von der Arbeit bekommen. Ich war im Arbeitsversuch, war jetzt krankgeschrieben, aber ich habe ein paar Stunden an drei Tagen gearbeitet. Ab morgen arbeite ich gar nicht, bin weiterhin krankgeschrieben, erst mal. Außerdem befinde ich mich in Trennung. Ich meditiere, ja, und habe wieder mal keine Ahnung, wie es weitergeht. Ich fühle mich auch mit Swamiji verbunden, und doch kommt manchmal Angst oder so ein Unbehagen, wie es sein wird. Hast du für mich einen Rat oder ein paar Worte für diese Situation? Danke dir, in Liebe, Premala.”
[Dhyan Mikael:] Ich freue mich, dass du schreibst. Schön, dass du da bist.
Du sagst, du meditierst – das freut mich.
Dann trage die Meditation in deinen Tag hinein. Und damit meine ich, dass du auch während des Tages den Gedanken keine Aufmerksamkeit schenkst. Natürlich sind sie da, und in deiner Situation kommen sie besonders gerne immer wieder, aber wenn du sie nicht wichtig nimmst, dann kannst du sie ganz leicht ignorieren – immer wieder, immer wieder, fünf Millionen Mal am Tag, und wenn es sein muss, zehn Millionen Mal.
Denke nicht an morgen und am besten auch nicht an gestern, sondern schau einfach, was jetzt zu tun ist. Wie kannst du dich jetzt um dich kümmern, wenn du krank bist? Wie kannst du dich pflegen? Wie kannst du dir Ruhe und Genesung verschaffen? Wie kannst du dir und deinem Körper das geben, was du brauchst? Was kannst du tun, damit du versorgt bist, damit du Geld hast, was du zum Essen brauchst: ganz unmittelbare Fragen – die Sachen, die jetzt, heute, dran sind.
Heute ist Sonntag, da brauchst du an diese ganzen Sachen überhaupt nicht denken – das ist noch besser. Vielleicht willst du spazieren gehen nach dem Satsang, oder direkt ins Bett, eine Wärmflasche machen, irgendetwas Schönes für dich. Ich gebe dir diese Beispiele, um dir zu zeigen, was ich meine.
Im Moment zu leben heißt, sich um das zu kümmern, was jetzt zu tun ist.
Und wenn du jetzt so lebst, dann wirst du morgen früh auch so leben. Du weißt noch nicht, was morgen früh dran ist, aber das wird dir morgen früh schon zeigen.
Und so lebst du Schritt für Schritt.
Und so kann man leben, so kann ich leben. Ich will dir ein Geheimnis verraten: anders kann ich nicht leben. Es geht nicht; es würde mich vollkommen wahnsinnig machen.
Aber einfach das tun, was jetzt dran ist, und das mit meiner ganzen Kraft, mit meiner ganzen Hingabe, mit all meiner Fähigkeit – das ist mir möglich.
Sobald du den Gedanken Aufmerksamkeit gibst, merkst du das daran, dass es sofort sehr, sehr ungemütlich wird... und dann einfach wieder zurückkehren, heraus aus den Gedanken, mit der Aufmerksamkeit zum Kronenchakra, das du ja kennst, wenn du die Meditation machst, und wieder in der Ruhe ruhen.
Und dann die Augen öffnen und schauen: „Okay, was ist jetzt zu tun?
Was ist jetzt dran?”
Dafür sind diese Zeiten gut: du wirst gezwungen, das zu lernen. Die schönen Zeiten sind sehr schwierige Zeiten: da beginnen wir, die Gedanken zu lieben. Aber die schwierigen Zeiten, da lernen wir etwas, was wirklich wichtig ist, weil wir es anders nicht aushalten.
Ich war in meinem Leben zu vielen verschiedenen Zeiten in Situationen, wo ich überzeugt war: „Hier geht es nicht weiter. Das ist eine unmögliche Situation.”
Aber wie du siehst, bin ich immer noch hier. Natürlich ging es weiter.
Das Leben ist größer als unsere Vorstellungskraft und größer als unsere Gedanken: unendlich viel größer. Du hast keine Ahnung, was möglich ist.
Das Leben ist größer als unsere Vorstellungskraft und Gedanken: unendlich viel größer. Du hast keine Ahnung, was möglich ist. Das Einzige, was du tun musst, ist, zu lernen, deine Gedanken zu ignorieren, einfach hier zu sein und Schritt für Schritt zu leben, von Moment zu Moment. Dann wird dein Leben aufblühen. Das ist unvermeidlich.
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Das Einzige, was du tun musst, ist, zu lernen, deine Gedanken zu ignorieren und einfach hier zu sein und Schritt für Schritt zu leben, von Moment zu Moment, aber das richtig.
Und dann wird dein Leben aufblühen und wachsen. Das ist unvermeidlich.
Danke, dass du da bist, Premala.
Ändere dich nicht, aber meditiere
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[Simone:] Darf ich weitermachen?
[Dhyan Mikael:] Ja, bitte.
[Simone:] Die nächste Frage ist von Katharina.
[Dhyan Mikael:] Katharina, guten Abend, hallo.
[Simone:] „Lieber Mikael, vielleicht hast du einen Tipp für mich. Ich habe vor allem im letzten Jahr viel zugenommen und fühle mich sehr unwohl in meinem Körper. Ich glaube, dass es meinem Partner auch nicht gefällt. Mir fällt es schwer, mich so, wie ich bin, zu akzeptieren. Aber abnehmen gelingt mir auch nicht. Ich mache schon seit über einem Jahr die Samarpan-Meditation. Danke, liebe Grüße, Katharina.” Ah,
[Dhyan Mikael:] Katharina, das freut mich sehr, dass du die Samarpan-Meditation schon ein Jahr lang machst.
Das ist wundervoll.
Wie viel dein Körper wiegt, ist völlig nebensächlich. Mache dir darüber überhaupt keine Gedanken. Meditiere einfach.
Ich will dir ein Geheimnis verraten – das habe ich von meinem Meister Soham gelernt: Tu alles, was du tust, richtig. Wenn du isst, iss richtig. Iss die Sachen, die dir schmecken. Iss nicht, um abzunehmen: das ist furchtbar. So kann man nicht leben. Wenn du essen willst, dann iss. Aber iss richtig: iss dich satt; iss so viel du willst; iss die besten Sachen, die du essen magst, die du dir leisten kannst.
Genieße jeden Bissen; mach ein Fest daraus, aus jedem Bissen. Mach genau das Gegenteil von dem, was du in letzter Zeit probiert hast: bei jedem Bissen ans Abnehmen denken. So kann man nicht leben.
Alles, was du im Leben tust, wo du ganz und gar dabei bist, das erfüllt sich, das erfüllt seinen Sinn und Zweck, das heilt dich, das bringt dir alles, was du brauchst, um ganz zu werden.
Aber wenn du die Dinge anders tust, ohne dabei zu sein – wenn du im Kopf bist –, dann passiert das Gegenteil. Dann bleibst du da, wo du bist, stehen. Da kann nichts geschehen. Du wächst nicht, du heilst nicht, du kommst keinen Schritt vorwärts, weil du nicht lebst; weil du in Gedanken bist.
Swamiji sagt etwas ganz Radikales. Ich sagte dir: dieses Geheimnis, was ich dir gerade erzählt habe, das habe ich von Soham gelernt, meinem Meister, aber Swamiji sagt das Gleiche, nur noch viel radikaler. Er sagt: „Ändere dich nicht. Versuche nicht, dich zu ändern – aber meditiere.”
Meine Erfahrung ist, dass das stimmt.
Du willst abnehmen.
Du glaubst, dafür ist es notwendig, dass du abnehmen willst und dass du dich darum kümmern musst, dass du nicht zu viel isst und so weiter. Swamiji sprach einmal zu Menschen, die ein ganz anderes Problem hatten: sie tranken zu viel. Das waren Alkoholiker, und zwar richtig schwere Fälle, und zu denen sagte er genau das Gleiche. Er sprach zu diesen Menschen, und alle anderen auf der Welt würden sagen: „Die haben ein ernsthaftes Problem. Das Wichtigste ist, dass sie aufhören wollen.” Er hat etwas ganz anderes gesagt. Er sagte: „Trink von mir aus morgen das Doppelte – aber meditiere.”
Ändere dich nicht. Versuche nicht, anders zu werden, aber meditiere. Werde bewusst mit allem, was du tust. Akzeptiere dich, wie du bist – nicht, um anders zu werden –, dann geschehen Wunder.
Ich habe es selbst erlebt, auch in meinem Leben und im Leben meiner Freunde, überall.
Es ist genau umgekehrt wie das, was wir glauben.
Also: wenn du morgen einkaufen gehst, kauf dir die Sachen, die du wirklich gerne isst, und kauf genug davon.
Und ab morgen mach dein Essen zum Fest.
Iss so viel du willst, denk nicht darüber nach, genieße jeden Bissen. Beim Essen haben Gedanken nichts verloren, überhaupt nichts. Aber meditiere jeden Tag.
Das ist das einzig Wichtige.
Und dann erzähl mir, wie es dir geht.
Ich bin total verrückt mit allem, was Essen und Trinken anbelangt. Ich habe das, was ich dir von meinem Meister Soham erzählt habe, vor fünfundzwanzig Jahren von ihm gelernt.
Und ich bin ein krasser Typ: wenn ich etwas ausprobiere, mache ich es radikal. Und ich habe das genauso gemacht, wie er das gesagt hat, ich habe alles immer ausprobiert, und – das stimmt. Es funktioniert, und nur so funktioniert es.
Du kannst dich darauf verlassen. Lass es dir schmecken – und ich meine es ganz ernst, wirklich.
Ich liebe Essen. Ich koche jeden Tag hier für die Familie, weil ich so gerne esse, und ich esse gerne gut. Ich mag, dass es schmeckt. Und ich weiß natürlich, was gesund ist, aber ich tue immer beides: ich koche so, dass es meinem Körper einigermaßen guttut, aber es muss schmecken, und ich genieße es einfach.
Und weißt du, noch ein Wort zu deinem Partner: Was dein Partner an dir liebt, ist deine Energie, nicht dein Körper. Vielleicht weiß er das nicht, aber das ist die Wahrheit. Wenn du mit dir in Frieden bist, wenn du alles, was du tust, feierst und genießt, wenn du nicht versuchst, dich zu ändern, sondern eins bist mit dir selbst, dann bist du unwiderstehlich. Aber wenn du dich selbst, so wie du bist, nicht magst und dir fern bist und versuchst, anders zu sein, dann macht es überhaupt keinen Spaß, in deiner Nähe zu sein. Es ist unerträglich.
Was dein Partner an dir liebt, ist deine Energie, nicht dein Körper. Wenn du mit dir in Frieden bist und nicht versuchst, dich zu ändern, sondern eins bist mit dir selbst, dann bist du unwiderstehlich. Aber wenn du dich selbst nicht magst und dir fern bist und versuchst, anders zu sein, dann macht es keinen Spaß, in deiner Nähe zu sein.
Link zum Zitat im Video bei 1h22m56s
Es hat mit deinem Gewicht nichts zu tun.
Ich sah einmal eine Frau, ich kannte sie nicht, ich habe sie auch nicht kennengelernt, aber sie hatte einen richtig massigen Körper. Also, sie war richtig... sie hatte wirklich Gewicht.
Sie strahlte eine solche Lebenslust aus und so eine selbstverständliche, hemmungslose Freude über sich selbst und alles: sie war so schön, es war unglaublich. Das ist mir bis heute in Erinnerung; das ist schon lange, lange her.
Da kommt Schönheit her, und Gesundheit übrigens auch.
Danke, Katharina.
Und schreib gerne noch einmal. Das ist ein Thema, da braucht man manchmal ein bisschen, um damit Freundschaft zu schließen, das ist mir schon klar. Ich bin hier, falls du noch eine Frage hast.
Annehmen: das größte Geheimnis
Link zum Thema im Video bei 1h25m05s
Ich lese noch eine E-Mail vor.
„Jeder Mensch hat ja seine Geschichte. Und einer aus einer Familie geht ja meistens auf Umwege, auf Abwege – das schwarze Schaf, der Klassiker. Doch oft wütet es in mir mit so viel Kopfweh und Abgeschlagenheit, dass ich nicht weiß: Wehrt sich in mir so viel, oder sind das einfach Nebenwirkungen? Ich fühle mich eigentlich gar nicht so schlecht.
Es ist nur, dass ich nicht so das klassische Leben führen kann und möchte. In meinem Fall wäre das das Katholische, oberbayerisch Traditionelle. Das macht mir seit meinen Kindertagen Kopfzerbrechen. Und vielleicht stehe ich mir dann deswegen selbst im Weg.
Aber bei Ihnen” – da spricht sie von mir – „muss ich mich nicht zusammenreißen, sondern dieses Annehmen tut so gut. Und ja, nun ende ich mit dem: wenn es auch so wäre, dann akzeptiere ich lieber, als mir immer selbst eins draufzuhauen.
Warum fällt es mir so schwer anzunehmen, dass das Leben so kostbar ist? Und warum weine ich jetzt? Oder weine ich genau deshalb?”
Das Annehmen ist das allergrößte Geheimnis des Lebens: dass du dich annimmst, wie du bist – dick, dünn, klug, dumm, groß, klein, verkehrt oder sehr verkehrt.
Vielleicht suchst du Liebe und Erfolg da draußen, aber da ist es nicht. Vielleicht suchst du Gott, aber der ist auch nicht da draußen. Das, was du wirklich suchst und was die Erfüllung im Leben bringt, ist, wenn du dich nach innen wendest und die eigene Seele entdeckst.
Link zum Zitat im Video bei 1h26m47s
Ich will dir auch erklären, warum das so ist. Schau, das, worum es in diesem Leben geht, ist nicht da draußen. Vielleicht suchst du Liebe und Erfolg da draußen, aber da ist es nicht. Vielleicht suchst du Gott, aber der ist auch nicht da draußen. Das, was du wirklich suchst und was die Erfüllung im Leben bringt, ist, wenn man sich nach innen wendet und die eigene Seele entdeckt: das, was man ganz langsam entdeckt, wenn man die Samarpan-Meditation macht. Aber wenn man sich nach innen wendet, kommt man an sich selbst vorbei.
Und da kommt man nur vorbei, wenn man Frieden mit sich selbst geschlossen hat; sonst ist dieses Hinwenden nach innen nicht möglich.
Und deswegen ist es so unendlich wichtig und hilfreich, mit sich selbst Frieden zu schließen, so wie man ist. Deswegen hat Jesus immer wieder davon gesprochen, deswegen gibt es diese ganzen Geschichten in der Bibel darüber: über diese Menschen, die total verkehrt sind. Aber genau die sind es, die den Weg zu Gott finden. Das ist das Bild dafür: die sich selbst entdecken – das wahre Wesen, das du in dir findest. Deswegen ist dieses Sich-selbst-Annehmen, so wie man ist, so zentral.
Und das ist das Thema von allen Menschen, ganz gleich, was es in deinem Leben ist. Für den einen ist es der Körper, für den anderen ist es etwas anderes, aber wir alle glauben, wir sind verkehrt.
Wir alle glauben: Wenn ich doch nur anders wäre, wenn ich besser meditieren könnte, wenn ich besser dies könnte oder besser das, oder weniger dieses tun würde und weniger so wäre, dann wäre mein Leben in Ordnung. Und das stimmt alles nicht. Das, was dein gesamtes Leben ändern wird, ist, wenn du beginnst, da zu sein, wo du heute bist; wenn du beginnst, dich anzunehmen, wie du bist; wenn du das tust, was mein Meister rät; wenn du das tust, was Swamiji sagt: Ändere dich nicht – aber meditiere.
Ja, danke für deinen Brief. Er hat mich sehr berührt. Ich freue mich, dass du da bist.
Es ist noch nicht ganz halb.
Wie Ablehnung ihre Macht verliert
Link zum Thema im Video bei 1h29m56s
Wenn du ganz schnell bist und eine Frage anfängst, können wir noch eine Frage nehmen.
[Simone:] Melanie.
[Dhyan Mikael:] Melanie, ja...
[Simone:] „Ich fühle mich oft abgelehnt. Das erfahre ich auch in Alltagssituationen. Vielleicht kannst du etwas dazu sagen. Alles Liebe, Melanie.”
[Dhyan Mikael:] Ja, Melanie, ich verstehe dich. Ich fühle mich auch sehr leicht abgelehnt. Ein falscher Blick, ein falsches Wort, und ich fühle mich abgelehnt.
Wir haben viel Übung im Abgelehntsein – daher kommt das.
Und es gibt da einen Weg heraus, und den will ich dir gerne verraten.
Es spielt überhaupt keine Rolle, ob andere Menschen dich ablehnen oder nicht.
Du glaubst, dieser Schmerz der Ablehnung, den du spürst, kommt daher, dass dich ein anderer Mensch ablehnt, aber das stimmt nicht. Die Ablehnung eines anderen Menschen hat nur dann Macht über dich, wenn du dich selbst ablehnst. Und das tust du, und vielleicht weißt du davon gar nichts.
Die Ablehnung eines anderen Menschen hat nur dann Macht über dich, wenn du dich selbst ablehnst. Aber mach einmal ein Experiment: beginne, die Gefühle, die du hast, zum Beispiel Ablehnung oder Angst, willkommen zu heißen. Fang an, anzunehmen, wie es für dich ist, du selbst zu sein. Und dann wirst du wissen, wovon ich spreche.
Link zum Zitat im Video bei 1h31m09s
Aber mach einmal ein Experiment: beginne, die Gefühle, die du hast, zum Beispiel die Gefühle dieser Ablehnung — vielleicht geht damit Angst einher oder andere unangenehme Gefühle — willkommen zu heißen. Fang an, anzunehmen, wie es für dich ist, du selbst zu sein.
Und dann wirst du wissen, wovon ich spreche.
Ich habe früher alles getan, um gemocht zu werden. Es war das Wichtigste in meinem Leben, und da bin ich nicht allein.
Aber egal, was ich tat, das hat nichts daran geändert, dass andere Menschen immer irgendetwas an mir auszusetzen hatten: ganz gleich, wie sehr ich mich angestrengt habe, alles richtig zu machen, ein guter Partner zu sein oder ein guter Ehemann — es hilft alles nichts.
Und das lag daran, dass ich mit mir selbst uneins war. Aber ich habe erst gelernt, dass dem so war, als mein Meister mich zu mir geführt hat und mir beigebracht hat, mit meinen Gefühlen Frieden zu schließen, und damit, wie ich bin: mit meinen Begrenzungen, mit meinen komischen Seiten, mit all meinen Fehlern.
Und wenn du dich selbst nicht mehr ablehnst; wenn du sagen kannst: „Ja, ich bin so. Ich bin komisch, ich bin zweifellos verkehrt, aber ich bin so. Sei's drum. Und ich werde auch morgen so sein, und übermorgen auch”, dann kann jemand kommen und dich ablehnen, und du merkst es gar nicht mehr.
Wenn heute jemand zu mir käme und mich ablehnt und sagt: „Du bist verkehrt”, dann könnte ich nur sagen: „Was tust du dann hier? Warum bist du hier? Geh doch woanders hin. Ich bin so, wie ich bin.” Und dann bist du frei. Also mach deine Hausaufgaben: schließe Frieden mit dir selbst, so wie du heute bist – nicht so, wie du sein könntest; so, wie du heute bist – das ist der Schlüssel.
Das ist übrigens der Schlüssel zu allem anderen: diese kleine Sache. Wenn du diese Herausforderung annimmst und mit dir selbst Frieden schließt, wird sich ab heute dein gesamtes Leben verändern, auf Arten und Weisen, die du dir nicht vorstellen kannst.
Wenn du diese Herausforderung annimmst und mit dir selbst Frieden schließt, wird sich ab heute dein gesamtes Leben verändern, auf Arten und Weisen, die du dir nicht vorstellen kannst.
Link zum Zitat im Video bei 1h34m20s
Wenn du Unterstützung dabei möchtest, lege ich dir ans Herz, die Samarpan-Meditation zu machen. Die hilft total dabei. Da tut man ja eigentlich nichts weiter, als eine halbe Stunde lang dazusitzen und die Gedanken zu ignorieren, so gut man eben kann, und im Kronenchakra zu ruhen – aber auf eine ganz magische Weise befördert das diesen Frieden, den man mit sich selbst hat. Das kann ich nur empfehlen; das ist eine ganz, ganz große Hilfe.
Ich danke dir für deine Frage. Ich bin sehr glücklich, dass du da bist.
Ich bin auch verkehrt, weißt du...
Unterstütze mich, wenn es dir Freude macht
Link zum Thema im Video bei 1h35m21s
So, wir müssen schließen. Verzeih, wenn deine Frage nicht drangekommen ist. Du kannst sie gerne per E-Mail an mich schicken oder im nächsten Satsang stellen.
Ich möchte Devasetu danken, dass wir hier den Satsang über Jetzt-TV machen können. Vielen Dank. Er steckt sehr viel Herzblut und unglaublich viel Zeit und Arbeit in dieses Forum, wo so viele Menschen zusammenkommen können. Wenn du ihn und Jetzt-TV unterstützen möchtest, dann freut er sich sehr über Spenden. Alles, was er tut, ist durch Spenden getragen. Und wenn du das, was ich hier tue, unterstützen möchtest, dann kannst du das auch gerne tun.
Ich freue mich sehr, wenn Menschen die Satsangs und die Videos und die Retreats finanziell unterstützen, damit ich mehr Zeit habe, mich dem zu widmen – und nichts tue ich lieber. Wenn dir danach ist, wenn dir das Freude macht, dann findest du auf meiner Webseite, auf der Spenden-Seite, alle Infos dazu, wie das geht.
Ja, und wenn du etwas über die Samarpan-Meditation wissen möchtest, von der ich so gerne spreche: die kommt nicht von mir.
Ich bin einfach einer, der seit neun Jahren diese Meditation macht. Und obwohl ich damals schon so lange auf meinem Weg war und glücklich und durch meinen Meister gelernt hatte, total zufrieden zu sein, hat die Begegnung mit dieser Meditation mein gesamtes Leben noch einmal vollkommen verändert. Ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist.
Wenn du dich dafür interessierst, wenn du irgendwie Neugier oder Interesse spürst: auf meiner Webseite, auf der Samarpan-Meditation-Seite, habe ich Infos darüber zusammengetragen, und Links, wo du die Originalinfos findest, direkt beim Verein Samarpan-Meditation e. V. und bei Swamiji.
Danke, dass du da bist. Danke für diesen Satsang.
Ich liebe dich.